Tut uns leid – auch wir brauchen eine kurze Pause von der Pandemie. Dies ist die letzte „Corona-Brancheninfo“. Falls wir noch Pläne machen können … | Foto © Universal

Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück! 

Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.

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Auf Christopher Nolans „Tenet“ müssen wir noch wer-weiß-wie-lange warten. Aber sein „Inception“ läuft wieder. Mit einem Film- und vielen Lesetipps verabschiedet sich unser Kolumnist in die Sommerpause. | Foto © Warner Brothers

Todo cambia: Letzte Worte zur Sommerpause: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 71.

„Heute ist nicht alle Tage. Ich komm’ wieder, keine Frage.“
Paulchen Panther

„Hot summer streets/ And the pavements are burning/ I sit around/ Trying to smile but/
The air is so heavy and dry/
Strange voices are saying/ (What did they say?)/ Things I can’t understand/ It’s too close for comfort

This heat has got/ Right out of hand/
It’s a cruel, (cruel), cruel summer/ (Leaving me) leaving me here on my own

It’s a cruel, (it’s a cruel), cruel summer/ Now you’re gone“
Bananarama „Cruel Summer“

 

Wir erleben ein brutalen Sommer. Jetzt macht auch noch dieser Blog Sommerpause. Ob es wirklich gut ist, eine Sommerpause zu machen, wo doch das Virus alles andere als eine Pause macht, das weiß ich nicht. Aber allemal ist es klug, Kraft zu tanken für den Winter, der nicht nur kalt wird, sondern hart, für die zweite Welle, die auf die eine oder andere Weise kommen wird, und mancherorts schon da ist. Mit der Kraft meine ich (das weiß wohl jeder, der das hier in den letzten Monaten gelesen hat) nicht alleine körperliche Kraft, sondern vor allem geistige, ein geistiges Widerstands-Potenzial. Es mag einfacher sein, mit dem Strom zu schwimmen, aber es macht einen auf die Dauer stärker, wenn man versucht, resistent zu sein. 

Was auch wichtig ist, um diese nächsten Wochen zu überstehen, bis wir uns wieder hören und lesen, dazu habe ich hier noch ein paar Tipps: Geht ins Kino! Geht überhaupt raus! Bleibt nicht zuhause hocken, schmort nicht im eigenen Saft, streamt nicht soviel, verliert euch nicht in virtuellen Welten. Im Kino werdet ihr auf fremde Menschen stoßen und das macht Spaß. Man kann da auch alte Filme wiedersehen. Einen von denen, den ihr in jedem Fall wieder sehen solltet und das könnt ihr schon nächste Woche, ist „Inception“ von Christopher Nolan. 

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Wann läuft er denn nun endlich? Mysteriös und verwirrend geht’s jetzt schon zu um Christopher Nolans neuen Film. | Foto © Warner Brothers, Melinda Sue Gordon

Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 23. Juli 2020. 

Vorige Woche berichteten wir, wie Kinomacher die Filmverleiher bitten, ihre Filme nicht zu verschieben. Das Kino, besonders die Hollywood-Abspielstätten, brauchen die Ware. Und wenn es schon nicht der große Titel aus Übersee ist, dann so doch etwas hochkalibriges Deutsches. Genau diese Diskussion läuft jetzt auch in den USA. Der Anlass: Warner Brothers verschiebt ein weiteres Mal Christopher Nolans „Tenet“. Genauer ausgedrückt, der Film befindet sich jetzt in der Warteschleife für einen neuen US-Starttermin. Stand Mittwochvormittag. Jetzt könnte Folgendes eintreten: Die amerikanischen Studios starten ihre Filme in der Regel global gleichzeitig. Diese Maßnahme könnte man aushebeln, und so könnte auch ein potenzieller „Blockbuster“ erst einmal in Asien und Europa in die Kinos kommen. „Variety“ und „Deadline“ berichteten, wir verweisen auf den deutschen Beitrag auf „Blickpunkt Film“. John Fithian, der Chef der National Association of Theatre Owners, also des Landesverbands der Kinobesitzer, bittet eindringlich, die Filme nicht zu verschieben. Hier ein Interview in „Variety“ [auf Englisch].

Ein kurzer Blick auf Österreich: Die Austrian Film Commission bringt ein Interview mit den Produzenten Sabine Moser und Oliver Neumann von Freibeuter Film über Dreharbeiten in Zeiten von Corona. 

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Ausverkauft mit leeren Plätzen: Wie geht’s den Kinos, wo’s langsam wieder losgeht? Stimmungsberichte aus der Republik. | Foto © Sony

Wie geht’s den Kinos, jetzt, wo’s so langsam wieder losgehen soll? Wir haben ein paar Stimmungsbilder quer durch die Republik zusammengetragen. Und wir erinnern nachdrücklich an unsere Umfrage „Vielfalt im Film“.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Erinnern Sie sich noch an unsere Kurzumfrage im April? Welche Folgen die Corona-Pandemie für die Film- und Fernsehschaffenden hat? Dann wissen Sie, wie wichtig belastbare Daten sind – und wie nervig wir drängeln können, wenn uns etwas wichtig ist. Seit Freitag läuft die erste Umfrage zur Diversität vor und hinter der Kamera: „Vielfalt im Film“ soll ein umfassendes Bild von Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Diskriminierung in der Branche ermitteln – zur Entwicklung eines gerechten und wertschätzenden Arbeitsumfelds. Nehmen Sie teil!
Eine Kurzanleitung finden Sie hier.

Und warum das so wichtig ist, erklärte Crew-United-Co-Chef Oliver Zenglein gestern auf SWR2 Kultur: Ein Gespräch zur Umfrage „Vielfalt im Film“.

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Die Frage beschäftigt nicht nur College-Klamotten: Gibt es ein Recht auf Party? Klar gibt’s das. Aber wann darf es eingeschränkt werden? | Foto © Universal

Partys, Konsens, und böse Menschen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 70.

„Die Gedanken sind frei,/ wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,/ wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,/ kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei: / Die Gedanken sind frei.“
Volkslied

„Ich spreche aus der Sicht desjenigen, der Stadt und Land liebt, aber nicht die Vorstädte. Denn sie führen zum Verlust von Vielfalt, Komplexität – Lebensqualität. Also wird dieser Vortrag geprägt von Werten, weniger von Fakten. Doch ich beziehe mich auf Fakten, wo ich kann, und urteile, wo ich es für nötig halte.“
David Riesman, US-Soziologe

„Ich plädiere dafür, den Kampf gegen die Leichtgläubigkeit wieder aufzunehmen und an die Freiheit und Würde der menschlichen Erfahrung zu glauben, nämlich daran, dass der Mensch fähig ist, von sich selbst zu lernen.“
Marina Garces, Philosophin, in: „Neue radikale Aufklärung“

 

„Gibt es ein Recht auf Party?“ Falsche Frage, liebe „Süddeutsche Zeitung“ – setzen, Sechs in Bürgerrechte! Die richtige Frage lautet: Wann darf man das Recht auf Party einschränken? 

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Abstand! Maske! Worauf muss man denn noch alles achten beim Filmemachen in diesen Tagen? Da können die Regeln ganz schön durcheínandergehen. | Foto © Columbia Tristar

Wo ist die Solidarität der Filmbranche, von der neulich noch alle gesprochen haben? Die Corona-Krise hat viele Schwachstellen des Systems wieder deutlich aufgezeigt.

In vielen Artikeln wird davon gesprochen, wie wunderbar die Filmbranche doch „zusammengerückt“ sei in dieser schwierigen Zeit. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt sicherlich Produktionen, die das ganz großartig gemeistert haben, die keine Kosten gescheut und sogar das Pensum reduziert haben. Doch die Corona-Krise hat auch viele Schwachstellen unseres Systems wieder ganz deutlich aufgezeigt. Auf Messers Schneide bewegen wir uns durch den Dschungel der ohnehin schon fragwürdigen Arbeitsbedingungen, hangeln uns von Maßnahme zu Maßnahme im Busch der Hygieneauflagen und versuchen die Missstände, die auch vorher schon existiert haben, zu vertuschen. Jeder macht, was er für angebracht hält, von einer geraden Linie kann nicht die Rede sein. An einem Set werden nur die Schauspieler und Komparsen auf Covid-19 getestet, am andere das ganze Team. Beim nächsten wird das Team zwar getestet, aber nur einige Male und Zusatzpersonal kann durch diesen Umstand leider nicht gewährt werden. Wieder woanders ist der Gruppentest der Renner: Man teilt etwa Schauspieler, die inhaltlich am meisten miteinander zu tun haben, in Gruppen und testet diese zusammen. Wenn ein positiver Test vorliegt, wird die ganze Gruppe isoliert. 

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Tyrion, Bechdel-Wallace, Mako-Mori: Hinter diesen Namen stehen Tests, die Filme auf Diversität hin prüfen – und zeigen, wo sie fehlt.

Vor einigen Jahren saß ich bei der re:publica (Deutschlands größter Konferenz für Menschen, die irgendwas mit Internet am Hut haben) – auf einem Podium, um über die Darstellung von Menschen mit Behinderung in den Medien zu sprechen. Wir hoben positive Beispiele aus dem englischsprachigen Ausland hervor, diskutierten darüber, welche Stereotype es in der Darstellung immer noch gibt und formulierten Wünsche an Produktionsteams und Redaktionen.

Im anschließenden Publikumsgespräch meldete sich eine Mitarbeiterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und erklärte uns, das sei ja alles schön und gut, aber: Die Leute wollten das nicht sehen. Die Zuschauer*innen wären ihrer Meinung nach damit überfordert, wenn Menschen mit Behinderung in den Medien repräsentiert werden würden, ohne die Behinderung zu erklären oder Mitleid anklingen zu lassen. 

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Überwachen und schlafen: Die Entpowerungs-Gesellschaft und ihre Wächter: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 69.

„Die gegenwärtige Gleichgültigkeit im Umgang mit der Privatsphäre lässt ahnen, wie Staat und Konzerne in Zukunft über uns verfügen werden, sollten wir Ihnen erlauben, noch umfassendere Instrumente der Kontrolle einzuführen. Dann wird es allerdings zu spät sein zum Widerstand.“
Juli Zeh/Ilija Trojanow: „Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte“

„Am Sport fällt zunächst die extreme Reduktion weiterreichender Sinnbezüge auf  […] vielmehr scheint sich der Körper geradezu als als Fluchtpunkt der Sinnlosigkeit zu eignen, wenn er nicht in der puren Faktizität beharrt, sondern unter dem Gesichtspunkt von Sport zum Ausgangspunkt einer eigenen Sinnsphäre dient. Der Sport braucht  […] keine Ideologie.  […] Er präsentiert den nirgendwo sonst mehr so recht in Anspruch genommenen Körper. Er legitimiert das Verhalten zum eigenen Körper durch den Sinn des Körpers selbst.“
Niklas Luhmann: „Soziale Systeme“

„Ich bin in Partystimmung geh mir aus dem Weg./
Ich feier, ich pöbel, ich spring durch den Club und dreh ab./
Ich bin ein braves Mädchen, aber nicht heute Nacht.“
Kitty Kat: „Braves Mädchen“

 

Wer profitiert davon, wenn Bürger gesund leben? Natürlich die Bürger, möchte man antworten. Aber nicht sie allein. Mindestens genauso, vielleicht sogar noch mehr, profitieren davon die Krankenkassen, die Arbeitgeber, die Versicherungen, und der öffentliche Gesundheitshaushalt. Freilich müsste man in diese Rechnung auch die Kosten der Rentenzahlungen miteinberechnen. Trotzdem gilt einstweilen: Ein kranker Mitarbeiter oder ein kranker Versicherter ist teurer, als ein gesunder. 

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Anfangs lief’s gut, inzwischen fehlt das Publikum. In Thüringen ist der Boom der Autokinos vorbei. Zurück zur Normalität. | Foto © CC BY-SA 3.0

Die Kinos machen wieder auf, die Sommerferien beginnen– und schon ist wieder ein Trend vorbei: Die ersten Autokinos haben in Thüringen wieder zugemacht. Schade. Doch auch für die Lichtspielhäuser dürfte es besser laufen. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Was fehlt Ihnen, Abel Ferrara? Der Kultregisseur im Interview ohne Worte des „SZ-Magazins“.

 

Am Freitag startete unsere Umfrage „Vielfalt im Film“. Die Teilnahme ist erfreulich groß und erreicht auch viele Filmschaffende, die noch neu bei Crew United sind. Sie heißen wir herzlich willkommen und bringen hier nochmal eine Kurzerklärung für Einsteiger*innen:

Falls Sie noch nicht bei Crew United registriert sind: Klicken Sie bitte auf diesen Link und registrieren Sie sich. Das ist kostenlos und unverbindlich. Mit der Freischaltung erhalten Sie per E-Mail die Einladung mit dem Link zur Umfrage.

Falls Sie schon ein Profil bei Crew United haben, sollten Sie bereits eine E-Mail mit dem Link erhalten haben. Es sei denn, Sie haben in ihrem Konto eingestellt, dass Sie keine E-Mails zu Neuigkeiten, Events und Umfragen erhalten wollen.
In diesem Fall schicken Sie bitte eine E-Mail an (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen), dass Sie die Einladung haben wollen (dazu müssen Sie aber in jedem Fall registriert sein).

 

Mit Milliarden-Soforthilfen wollte der Staat den wirtschaftlichen Absturz von Kleinbetrieben und Selbstständigen in der Corona-Krise verhindern. Jetzt fordern die Länder viele Empfänger zur Rückzahlung auf, weil sie angeblich die Bedingungen nicht erfüllten, berichtet der „Focus“: Die Geschäftsleute fühlen sich von der Politik getäuscht, die Wut wächst.
Den Ärger über Rückforderungen der Corona-Soforthilfe in Nordrhein-Westfalen beschreibt der WDR: Das müssen Empfänger jetzt wissen.

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Der Schauspieler Matthias Brandt hat ein Buch geschrieben. Unser Autor ist bezaubert. |  Foto © ZDF, Oliver Vaccaro

Viele brave Bürger, die Naivität von Christian Drosten und der staatliche Eingriff in die Gesichter aller Menschen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 68.

„Was ist eigentlich eine zweite Welle? Das ist gar nicht so genau definiert.“
Christian Drosten, Virologe

„Die Welt war jung und Deutschland ein Wort/ Und Squash war noch gar kein Sport
Da machte Urlaub noch richtig Spaß/ Und im Fernseh’n gab’s ,Wünsch Dir was!’
Als Willy Brandt Bundeskanzler war / Hatte Mutti noch goldenes Haar
Waren Cindy und Bert noch ein Paar / Als Willy Brandt Bundeskanzler war“
Funny van Dannen

 

„Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ – mit diesem Gedicht schrieb sich Paul Celan auf immer in die deutsche Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Celan ist einer der rätselhaftesten (oder verrätseltsten?) und womöglich undurchschaubarsten Dichter deutscher Sprache. In den 60er-Jahren genoss er den Ruhm eines Popstars des Bürgertums, Idol der postfaschistischen Heideggerianer genauso wie der neuen jungen Dichter der Moderne, die ihn zu ihren Tagungen der „Gruppe 47“ einluden – aus denen wiederum über den Auschwitz entkommenen Siebenbürger Juden auch das boshafte Bonmot übermittelt ist: „Der liest ja wie Goebbels“. Celans Vortagsstil stammt aus einem ganz anderen, komplett verschwundenen Deutschland; der Sound seiner Gedichte aber ist universal und wird von jeder Generation neu entdeckt. 

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Übermorgen vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. Wie rassistisch ist die Blödelei wird heute gefragt. | Foto © Rialto Film

Zum Wochenende mal in eigener Sache – die alle angeht: Heute startete die Befragung „Vielfalt im Film“. Sie soll erstmals belastbare Daten zu Diversität und Diskriminierung vor und hinter der Kamera liefern. Nehmen Sie sich die Zeit!

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. In der Blödelkomödie fallen auch rassistische Begriffe für einen Schwarzen. Für die Produktionsfirma ist es „möglicherweise ein sehr frühes Beispiel für anti-rassistische Komik im deutschen Film.“ Schließlich stecken hinter dem Drehbuch die Gründer der Satirezeitschrift ,Titanic’. Ein Beispiel, wie stark sich Humor wandelt, meint die Deutsche Presse-Agentur und begibt sich auf Spurensuche.

 

Deutschland ist anders als noch vor 35 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln, berichten wir auf unserem Blog mit weiteren Links.

„Etwas Grundlegendes verändern“: Im Interview mit der „Taz“ erklären Skadi Loist und Joshua Kwesi Aikins den Sinn und Zweck der Diverstitäts-Umfrage, und wie sie ablaufen soll.

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Der Apachen-Häuptling ist Franzose, die amerikanischen Ureinwohner sind Statisten aus Kroatien. „Winnetou“-Fans mögen da nostalgisch werden, doch auf heutige Zuschauer dürfte das „Whitewashing“ komisch wirken. Praktiziert wird es dennoch. Und dies ist nur ein Aspekt im vielfältigen Thema „Diversität“. | Foto © Kinowelt

Deutschland ist anders als noch vor 20 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln.

Wenn Sendern die Zuschauer ausgehen, aber Streamingdienste Zulauf haben … liegt’s dann vielleicht auch an den Inhalten? Es sind die Streamer, die inzwischen mit Themen und Erzählformen das Publikum begeistern. Vor allem Netflix wird immer wieder gelobt, mehr „Diversität“ in Serien und Filme zu bringen. Das Wort ist schwierig und wird oft genug falsch verstanden. Im deutschen Sprachgebrauch erinnert es an „divers“, was die Unterschiede betont. Im Englischen, wo die „Diversity“ ihren Anfang nahm, meint sie in erster Linie die Vielfalt. 

Auf einen Satz zusammengefasst: Diversität soll das tatsächliche Bild einer Gesellschaft widerspiegeln, in all ihren Facetten. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch auf Leinwand, Bildschirm oder Bühne, wo die Geschichten aus und über diese Gesellschaft erzählt werden.

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Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 16. Juli 2020. 

„Dein Kino vermisst dich“. Das muss mal gesagt werden. Der Spot kommt von der Initiative „Zurück ins Kino“ und kann von den Kinos in NRW eingesetzt werden.

Die Kinos haben kaum Filme, mit denen sie das große Publikum erreichen können, mit denen ein Betrieb zumindest ansatzweise rentabel machbar wäre. Die Charts zeigen, dass der neue Film der „Conni“-Reihe, „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“, auf Platz 2 abstieg und dafür, ebenfalls ein Kinderanimationsfilm, „Paw Patrol: Mighty Pups“ sich an die Spitze setzte. Ein erwachsenes Publikum, sofern ohne Kleinkinder, werden beide Titel nicht ansprechen. Auf Platz 3 („Filmecho“ listet die ersten fünf Plätze, die durch Comscore ermittelt werden) befindet sich „Scooby!“. Auch der ist ein Kinderfilm, ein Animationsfilm. Die Arthouse-Charts („Programmkino.de“ gibt die Auswertung von der AG-Kino weiter) bestätigen Petzolds „Undine“ weiterhin auf den ersten Platz. Platz 2 ist ein Neueinsteiger, „Eine größere Welt“, die Lebensgeschichte von Corine Sombrun.

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Die Kulturstaatsministerin hat geantwortet! Katharina Hoffmann, Kulturschaffende in Corona-Nöten, bedankt sich mit noch einem Video. | Screenshot

Über Lücken und Flicken klagen Produzent*innen, wenn sie nach den Corona-Hilfen für die Branche gefragt werden. Andere Kulturschaffende werden weiterhin an die Grundsicherung verwiesen. Warum die sich damit so schwer tun, erklären vielleicht auch ein paar Zahlen aus der früheren Normalität – von denen übrigens nicht nur sie betroffen sind.  

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vorige Woche hatten wir’s angekündigt, übermorgen geht es los: Am Freitag startet die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera. Mehr als 30.000 Filmschaffende sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden.
Wer, wie, was und warum ist ab morgen auf unserem Blog out-takes.de zu lesen, wo wir die Umfrage mit Interviews und Berichten begleiten. Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. 

 

Erinnern Sie sich noch an Katharina Hoffmann? Auf Youtube hatte die Schauspielerin vor zwei Wochen die Kulturstaatsministerin um Hilfe gerufen – sie verzweifelte am vereinfachten Antrag auf Grundsicherung. Seit gestern hat sie wieder bessere Laune: Frau Grütters hat geantwortet!

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Es geht nicht darum, Diversität zu fördern, es geht darum, Diversität zu akzeptieren: Burhan Quarbani zeigt in „Berlin Alexanderplatz“ ein buntes Deutschland ohne zu romantisieren. | Foto © One Germany

Pflege, Familien, Ernährung, Diversität und Döblin: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 67.

„Lasst viele bunte Blumen blühen!“
Mao Tse Tung

„Versöhnen statt spalten.“
Johannes Rau 

 

„Die Koalition lässt Familien im Stich“ sagt Grünen-Chefin Annalena Baerbock, die auch selbst Mutter zweier Kinder ist, im Gespräch mit dem Münchner Merkur. „Frauen verdienen ja oft weniger, arbeiten Teilzeit, und wer steckt dann zurück, wenn die Kita schließt? Die Frau.“ Und auf ein bislang übersehenes Thema macht Baerbock ebenfalls aufmerksam: „Heimische Betriebe, die verstärkt Schutzausrüstungen herstellen, damit Deutschland unabhängig von internationalen Lieferketten wird, lässt die Bundesregierung jetzt im Regen stehen.“

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Ein Dschungel der Kassen, Ämter und Dienste, im Ergebnis Verzweiflung. Während der Pandemie waren die Pflegekräfte und Betreuerinnen aus Polen plötzlich verschwunden. Seit einige Zeit dürfen sie wieder kommen, und der Druck nimmt ab – das hilft der Sache nicht. „Die Zeit“ schreibt über die Krise des Pflegesystems, die nichts mit Corona zu tun hat. Während Arbeit und Kinderkriegen heute deutlich besser vereinbar sind als früher, wurden Pflegende und Pflegebedürftige politisch vernachlässigt. 

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