Übermorgen vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. Wie rassistisch ist die Blödelei wird heute gefragt. | Foto © Rialto Film

Zum Wochenende mal in eigener Sache – die alle angeht: Heute startete die Befragung „Vielfalt im Film“. Sie soll erstmals belastbare Daten zu Diversität und Diskriminierung vor und hinter der Kamera liefern. Nehmen Sie sich die Zeit!

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. In der Blödelkomödie fallen auch rassistische Begriffe für einen Schwarzen. Für die Produktionsfirma ist es „möglicherweise ein sehr frühes Beispiel für anti-rassistische Komik im deutschen Film.“ Schließlich stecken hinter dem Drehbuch die Gründer der Satirezeitschrift ,Titanic’. Ein Beispiel, wie stark sich Humor wandelt, meint die Deutsche Presse-Agentur und begibt sich auf Spurensuche.

 

Deutschland ist anders als noch vor 35 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln, berichten wir auf unserem Blog mit weiteren Links.

„Etwas Grundlegendes verändern“: Im Interview mit der „Taz“ erklären Skadi Loist und Joshua Kwesi Aikins den Sinn und Zweck der Diverstitäts-Umfrage, und wie sie ablaufen soll.

Warum Diversität im Film so wichtig ist, erklärte da Magazin „Vice“ schon vor zwei Jahren.
Der Mix macht’s, meinte vor einem Jahr „Die Zeit“ über „Film, Fernsehen und die fehlende Diversität“.
„Deutschsein hat ganz viele Facetten“ schrieb der Deutschlandfunk ebenfalls vor einem Jahr über ein Gespräch mit den Schauspielerinnen Dela Dabulamanzi und Lara-Sophie Milagros: „Was abgebildet wird, ist nicht Alltag.“

Corona macht deutsche Polit-Talkshows noch weniger divers, findet „Übermedien“: Die Gästeauswahl war so eintönig wie lange nicht mehr und beteiligte größere Teile der deutschen Gesellschaft kaum an der Diskussion.

 

Das Kino hatte es schon vor Corona nicht leicht. Da war die Pandemie „sogar Glück im Unglück“, glaubt die Schauspielerin Jella Haase im Interview mit dem „Handelsblatt“: „Wir haben wieder Sehnsucht nach gemeinsamen Erlebnissen und freuen uns darauf, mit Freunden Filme auf der großen Leinwand zu schauen. Ich hoffe, Corona hat nochmal gezeigt, wie wertvoll das Kino ist.“

In der neuen Corona-Normalität ist ein auskömmliches Wirtschaften für viele Lichtspielhäuser kaum möglich. Die Kulturstaatsministerin will helfen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über das neue „Zukunftsprogramm Kino II“.

Gestern stand’s schon in den Kinotipps der Woche: „Cineplex“-Geschäftsführer Kim Ludolf Koch schrieb einen Offenen Brief an Constantin-Chef Martin Moszkowicz und bittet um Filme für die Kinos: „Wer hätte gedacht, dass die Zeit, in der alle Kinos in Deutschland wieder spielen dürfen, grausamer wird als die Zeit der Schließung? Es vergeht kaum ein Tag, an dem kein Film mit noch so kleinen Besucherpotenzial verschoben wird.“

Bayern gestattet wieder bis zu 200 Kinobesucher pro Saal, meldet „Blickpunkt Film“:  „Erwartungsgemäß“ trat zum 15. Juli eine weitere Lockerung der bayerischen Corona-Maßnahmen in Kraft, die zumindest theoretisch höhere Auslastung unter anderem in Kinosälen und bei Open-Air-Veranstaltungen ermöglicht. Profitieren können davon jedoch nur wenige Häuser.

Hygienemaßnahmen am Theater: Lassen sich Säle mit Wasserstoffperoxid bedampfen und so coronafrei machen? Zwei Desinfektionsunternehmen liefern sich in Berlin und Augsburg hinter den Kulissen ein echtes Konkurrenz-Drama, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ über „Die große Vernebelung“.

 

So langsam merkt man’s: Den Sendern fehlen neue Produktionen im Programm. Wie geht es der Produktionsbranche mit Corona? fragt der Blog der Medientage München. 

Küssen nur mit Mundschutz? Wie Corona unsere Spielfilme und Serien verändern wird, schildert der „Südkurier“: Regisseure rechnen mit erheblichen Auswirkungen. Ohne Rettungsschirm droht kleinen Produzenten sogar das Aus.

Die Filmbranche arbeitet seit Februar unter Pandemie-Bedingungen. Wie gut funktioniert das und wie geht es ihren Akteuren dabei? Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schaute nach und titelt: „Die Maske ist hinnehmbar“.

Masken und Abstand? Wie das Fernsehen mit der Pandemie umgeht, beschreibt die „Frankfurter Rundschau“.

Der Regisseur Tom Tykwer hält unter den jetzigen Corona-Einschränkungen Dreharbeiten für eine neue Staffel der Serie „Babylon Berlin“ für unmöglich, berichtet der „Stern“ kurz: Einen Film zu drehen heiße, spontane Situationen auf dem Set herzustellen, „das Unkontrollierte in einer kontrollierten Situation zu finden“. Vor allem Schauspieler spürten die neue Unsicherheit.

 

170 Minuten Corona und die Liebe: 20 Kurzfilme von Filmemacher*innen aus Baden-Württemberg erzählen wahre Geschichten über den Ausnahmezustand. Die Hotelierin aus dem Schwarzwald bringt es so auf den Punkt: „Nach Corona bisch entweder schwanger oder gschiede“. Der Wettbewerb „Liebe in Zeiten von Corona“ von SWR und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg sollte sowohl die Dokumentarfilmbranche in Land unterstützen als auch eine „Plattform für spannende, kreative Inhalte“ bieten. Die sind seit gestern in der ARD-Mediathek und im SWR-Kanal auf Youtube zu sehen. Ach ja: und am 6. August um 22:45 Uhr im SWR-Fernsehen.

Kontaktlose Filmproduktion in Zeiten von Corona: An der Filmuniversität Babelsberg feierten drei Kurzfilme Premiere, die in rein virtueller Zusammenarbeit entstanden sind – das Ergebnis einer Filmwerkstatt im Rahmen der PrepClass ist auf dem Vimeo-Kanal der Filmuni Summer School zu sehen.

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