Kino oder Couch? Im Sommer hatten die Lichtspiele den Neustart gewagt. Doch das Publikum zögert. Dabei habe sich bislang noch ­niemand im Kino angesteckt. | Foto © Alina Sternberg

Wie die Kulturstaatsministerin und die Filmförderungsanstalt mit ihren Hilfen hantieren, verrät auch deren Selbstverständnis. Mit alten Karten sucht man nach einem Weg aus der Krise. Dabei wäre es jetzt Zeit für grundsätzlichere Gedanken.  

Die Infektionszahlen steigen, die Angst vor einem zweiten Lockdown wächst, der Gesundheitsminister hat sich angesteckt, und der Bundestag erhebt seine Stimme: Gesetze sollten immer noch vom Parlament ausgehen. Nicht nur die FDP spricht von einer „regierungszentrierten Corona-Verordnungspolitik“. Auch in den Fraktionen der Regierungsparteien sei „das Unbehagen groß, dass die wichtigen Entscheidungen in den Kreisen von Kanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten getroffen werden“, schreibt „Der Tagesspiegel“.
Ein großes Thema, das sich im Kleinen auch durch die Themen dieser Woche zieht: Die Lage in der Filmbranche ist nach wie vor dramatisch, es gibt noch viel zu tun und noch große Löcher zu stopfen. Das sieht auch die Kulturstaatsministerin so, nur nicht das mit den Löchern. Auch wenn zum Beispiel der Bundesrat völlig anderer Auffassung ist. Die Äußerungen der BKM und der FFA zu den verschiedenen Fragen zeigen nicht nur, wie sie die Branche sehen. Sie führen unbeabsichtigt auch zu den größeren, den eigentlichen Fragen, die erst noch gestellt werden müssen. 

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Mit einem Spot ruft #VielfaltImFilm https://vielfaltimfilm.de nochmal Filmschaffende zur großen Online-Befragung auf. | Screenshot

Mehr als ein halbes Jahr schon liegt die Pandemie über dem Land, Hilfspakete sollen retten, was zu retten ist. Doch an den rund 2,5 Millionen Solo-Selbständigen gehen die Hilfen vorbei, wird ebenso lange geklagt – bis hin zum Bundesrat. Jetzt denkt sogar das Bundeswirtschaftsministerium über eine Verbesserung nach, verrät aber noch keine konkreten Pläne.

 
Lost. Das ist das „Jugendwort des Jahres“, haben Jugendliche abgestimmt. Das klingt cool und bietet beträchtliche Interpretationstiefe. Zum Beispiel der „Berliner Zeitung“: „Direkt übersetzt aus dem Englischen bedeutet es ,verloren’, beschreibt aber in der Jugendsprache vor allem ahnungsloses oder unsicheres Verhalten. Das Jugendwort 2020 könnte also unser aller Empfinden im diesjährigen Corona-Jahr wohl nicht besser beschreiben.“

 

Nach mehr als einem halben Jahr scheint endlich auch Rettung für die vielen Solo-Selbstständigen und Freiberufler*innen in der Branche zu nahen. Die bisherigen Hilfsprogramme decken lediglich Betriebskosten und Ähnliches, nicht aber den Lebensunterhalt der Unternehmer*innen – sie werden letztlich auf die Grundsicherung („Hartz IV“) verwiesen. Das muss man eigentlich nicht mehr erklären, denn schon seit dem Start der sogenannten Soforthilfen im Frühling wird auf allen Kanälen immer wieder dargestellt, dass die Hilfen nicht ankommen, wo sie gebraucht werden. Im Sommer hatte der Bundesrat das bemängelt und einen „Unternehmerlohn“ als existenzsichernden Zuschuss für den Lebensunterhalt gefordert. Einen solchen zahlt Nordrhein-Westfalen mit monatlich 1000 Euro. Die „Überbrückungshilfe Plus“, ursprünglich auf drei Monate angelegt, wurde bereits bis zum Jahresende verlängert.
Nun ist es Herbst, und auf Bundesebene stellt Wirtschaftsminister Peter Altmaier stellte diese Woche nun auch solche Hilfsprogramme in Aussicht, berichtet nicht nur „Die Welt“.  Jedenfalls werde das im Ministerium diskutiert, heiße es aus dortigen Kreisen. Allerdings nur „intern“: Einen formalen Vorschlag oder gar eine Abstimmung mit anderen Ressorts habe es aber noch nicht gegeben.

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Eine Liebererklärung ans Kino haben junge Filmemacher*innen aus Nordrhein-Westfalen NRW während der Pandemie gedreht. Ihren märchenhaften Spot wollen sie jedem Kino zur Eigenwerbung frei zur Verfügung stellen – „unser Beitrag zur Unterstützung der Kinolandschaft nach der Schließungen“. | Foto © Joscha Nivergall, Peter Wieler

Besonders die Kinos sind in Gefahr: Die Umsätze sind auf nahezu ein Viertel geschrumpft. Unter Pandemie-Bedingungen lässt sich nicht wirtschaftlich arbeiten – es fehlen Filme und Sitzplätze.

Und hier erstmal der Link zum heutigen Foto.

 

Wie geht Kino im Corona-Herbst? Der NDR betrachtet die Krise der Filmbranche: Die Kinos in Deutschland befinden sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Vereinzelte Erfolge können nicht über einen Mangel an Besuchern und Filmen hinwegtäuschen – und werden durch die Vorgaben eingeschränkt, berichtet ein Kinobetreiber: „Wir haben immer noch die Abstandsregelungen von 1,50 Meter und können eigentlich nur maximal ein Drittel der Plätze belegen. An den letzten Wochenenden waren wir tatsächlich schon ein paar Mal in der Situation, dass wir ein paar Leute wegschicken mussten, weil aufgrund der Abstandsregeln keine Plätze mehr da waren.“ Die ausverkaufte Vorstellung ist kein Trost – man sei weit davon entfernt, wirtschaftlich arbeiten zu können: „Denn die Bedingungen sind einfach so, wie sie sind. Da werden wir die nächsten Monate auch nicht unbedingt rauskommen. Es bleibt also schwierig.“ In Deutschland verzeichnen alle Kinos seit drei Monaten einen Umsatzeinbruch von 60 Prozent, während der kompletten Schließung zuvor waren es 100 Prozent, erklärt der NDR.

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Zwei Dokumentarfilme beschäftigen zurzeit die Feuilletons. Eigentlich das Territorium von ARD und ZDF. Doch die haben damit nichts zu tun. | Foto © Netflix

Zurzeit machen vor allem zwei Dokumentationen von sich reden. Und die stammen nicht von den Öffentlich-Rechtlichen, sondern von Privatsender und Streamingdienst. Anlass auch, zu fragen, was die anders machen im Stammgebiet von ARD und ZDF. 

Die gute Nachricht: Schon mehr als 100 Millionen Euro haben Bund und Länder für die Rettung der Kinos in der Corona-Krise bereitgestellt. Die schlechte Nachricht: Diese Hilfen wurden nicht zu Ende gedacht. Das wird zwar seit langem und immer wieder angemerkt, hat aber offenbar bislang wenig gebracht. Jedenfalls machen 33 unabhängige deutsche Filmverleiher mit einem offenen Brief nochmals auf das Problem aufmerksam. Obwohl man für viele Bereiche pragmatische Lösungen gefunden habe, sei es für die Verleiher bislang bei völlig unzureichenden und ineffizienten Maßnahmen geblieben. Das sei ein Fehler, durch den strukturelle Schäden für die gesamte Branche drohten. Der Brief im Wortlaut.

Der vorige Freitag könnte in die deutsche Fernsehgeschichte eingehen, meint die „Taz“. Am 25. September startete nämlich die erste eigene deutsche Netflix-Dokuserie, „Einigkeit und Mord und Freiheit“. In vier Folgen schildert die Gebrüder Beetz Filmproduktion den Mordfall an Treuhand-Chef Detlev Rohwedder 1991, die verschiedenen Theorien über die Hintergründe und zugleich die Wirtschafts-Geschichte der deutschen Wiedervereinigung. Schon vor dem Start gab’s viel Lob in den Feuilletons, doch die „Taz“ interessiert hier nicht der Inhalt, sondern der „Blick hinter die Kulissen der neuen ARD- und ZDF-Konkurrenz“. Kurz: Was der Streamer anders macht.
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Michael Gwisdek war ein „Experte für gebrochen würdevolle Figuren“, meint die „Taz“. Zum Beispiel in „Oh Boy“. Am Dienstag ist der Schauspieler mit 78 Jahren gestorben. | Foto © Tobis, Julia Terjung

Der ARD-Programmdirektor lobt die Produzenten: Sie hätten „einen richtig guten Job gemacht.“ Auch die Ufa sieht sich fast wieder auf Vor-Corona-Niveau. Doch noch immer wird um einen echten Ausfallfonds, der die Branche in der Krise schützen soll. Wir beginnen mit drei Nachrufen. 

Michael Gwisdek ist tot. Der Schauspieler ist am Dienstag in Berlin mit 78 Jahren gestorben. Als erster deutscher männlicher Darsteller hatte er 1999 auf der Berlinale einen „Silbernen Bären“ erhalten. Seine Rolle in „Nachtgestalten“, war vergleichsweise klein, aber hatte den typischen Gwisdek-Touch.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ würdigt ihn mit einem kurzen Nachruf: Gwisdek „wurde nach der Wende zu einem der beliebtesten Schauspieler, mit seiner eleganten Präsenz überwand er alle Ossi-Wessi-Klischees, und mit seinem Air von Altersweisheit hielt er auch kitschige Figuren wie den Weizenfelder durchwandernden Großvater zuletzt in ,Traumfabrik‘ am Leben.“
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Ein „Trauerspiel“ seien die Abstandsregeln in den Kinos, meint Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino. Auf der Filmkunstmesse Leipzig forderte sein Verband diese Woche einheitliche Regelungen, mit denen sich vernünftig arbeiten läßt. | Foto © AG Kino, Rainer Justen

Der Bund hat seinen Ausfallfonds für Dreharbeiten gestartet, doch der schützt nur, was eh schon gefördert und irgendwie „High-End“ ist. Alle Anderen warten weiter auf die versprochene Hilfe. Und auch die Kinos fordern endlich einheitliche und praxisgerechte Regelungen.

Einen Ausfallfonds für Filme und High-End-Serien hatte die Bundesregierung schon vor Wochen angekündigt. Jetzt ist er gestartet, meldet DWDL. Der ersehnte große Wurf ist das aber noch nicht, wie auch der Artikel klarstellt: Die Hilfe ist ausschließlich für Projekte gedacht, die bereits Fördermittel des Bundes erhalten haben.
Die Produzentenallianz zeigte sich in einer Stellungnahme am Freitag zufrieden mit dem Ausfallfonds des Bundes. Der reiche zwar nicht aus, doch man hoffe, dass damit „eine Signalwirkung einhergeht“ und Länder und Sender nachziehen, um auch Fernsehproduktionen abzusichern.
Entsprechendes hatten einige Länder wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen schon im Juli angekündigt, vorige Woche waren Berlin und Brandenburg nachgezogen. Noch sind das aber nur Planungen.
Auf die Lücken im Programm und die Schwierigkeiten einer umfassenden Lösung weist auch „Medienpolitik“ hin: Die TV-Sendergruppen hätten in der ersten Phase der Pandemie zwar den Produzent*innen mit der Übernahme eines Teils der zusätzlichen Kosten geholfen, doch bisher gebe es kaum Bereitschaft, mehr zu tun. Dabei gehe es doch „bei dem Ausfallfonds nicht um einen ,staatlichen Fonds‘, wie aus den Sendern immer wieder abwehrend zu hören ist, sondern um ein Hilfsangebot, dass von der Branche, die es verwertet, und den Ländern, die von Filmproduktionen wirtschaftlichen profitieren, mitgetragen wird.“ 

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Im Frühjahr wurde das Filmfest Dresden wegen Corona abgesagt. Vorige Woche wagte es den zweiten Anlauf. Mit Maske und mehr Abstand als im Vorjahr, als dieses Foto entstand. | Foto © Filmfest Dresden

Venedig feiert das Kino, die Kinos spielen wieder, und gedreht wird auch wieder … die Filmwelt hat sich mit der neuen Normalität arrangiert. Die Probleme bleiben die alten, zeigt unser Streifzug durch die Medien.

„Genug vom cineastischen Magerquark!“ In der „Zeit“ rechnete Georg Seeßlen mit der deutschen Filmförderung ab und fasst die Stimmung in der drei Sätze zusammen: So kann es nicht weitergehen. Aber so geht es weiter. Und es wird noch schlimmer.

 

Als erstes großes Filmfestival in der Corona-Pandemie startete Anfang September Venedig – mit Abstand und Maske im Kino. Ohne Blockbuster aus den USA, aber mit dem bislang höchsten Frauenanteil und vielen neuen Filmemacher*innen im Wettbewerb, bemerkte die „Frankfurter Rundschau“ und findet Beiträge, „die zum Schwebezustand im Post-Lockdown gut passen“.
Auch die „Berliner Zeitung“ berichtet und sieht vor allem „Politik von gestern und heute in den Filmen von Venedig“.
Die „Süddeutsche Zeitung“ fand das Festival ziemlich geschrumpft, und die Filme bisher düsterer als sonst. Dafür widmete sie der Jury-Vorsitzenden Cate Blanchett umso lieber ein Porträt.

Mit fünf Monaten Verspätung startete am Dienstag das Filmfest Dresden. Im zweiten Anlauf aber richtig, mit 340 Kurzfilmen und elf Kinos. „An Regisseurinnen kommt man bei der diesjährigen Ausgabe nicht vorbei: Filme von Frauen sind so stark wie nie vertreten“, betont der MDR: „Im internationalen Wettbewerb kommt sogar die Hälfte der Filme von Regisseurinnen, und eine Retrospektive widmet sich DDR-Filmemacherinnen.“

 

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Tut uns leid – auch wir brauchen eine kurze Pause von der Pandemie. Dies ist die letzte „Corona-Brancheninfo“. Falls wir noch Pläne machen können … | Foto © Universal

Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück! 

Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.

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Ausverkauft mit leeren Plätzen: Wie geht’s den Kinos, wo’s langsam wieder losgeht? Stimmungsberichte aus der Republik. | Foto © Sony

Wie geht’s den Kinos, jetzt, wo’s so langsam wieder losgehen soll? Wir haben ein paar Stimmungsbilder quer durch die Republik zusammengetragen. Und wir erinnern nachdrücklich an unsere Umfrage „Vielfalt im Film“.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Erinnern Sie sich noch an unsere Kurzumfrage im April? Welche Folgen die Corona-Pandemie für die Film- und Fernsehschaffenden hat? Dann wissen Sie, wie wichtig belastbare Daten sind – und wie nervig wir drängeln können, wenn uns etwas wichtig ist. Seit Freitag läuft die erste Umfrage zur Diversität vor und hinter der Kamera: „Vielfalt im Film“ soll ein umfassendes Bild von Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Diskriminierung in der Branche ermitteln – zur Entwicklung eines gerechten und wertschätzenden Arbeitsumfelds. Nehmen Sie teil!
Eine Kurzanleitung finden Sie hier.

Und warum das so wichtig ist, erklärte Crew-United-Co-Chef Oliver Zenglein gestern auf SWR2 Kultur: Ein Gespräch zur Umfrage „Vielfalt im Film“.

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Anfangs lief’s gut, inzwischen fehlt das Publikum. In Thüringen ist der Boom der Autokinos vorbei. Zurück zur Normalität. | Foto © CC BY-SA 3.0

Die Kinos machen wieder auf, die Sommerferien beginnen– und schon ist wieder ein Trend vorbei: Die ersten Autokinos haben in Thüringen wieder zugemacht. Schade. Doch auch für die Lichtspielhäuser dürfte es besser laufen. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Was fehlt Ihnen, Abel Ferrara? Der Kultregisseur im Interview ohne Worte des „SZ-Magazins“.

 

Am Freitag startete unsere Umfrage „Vielfalt im Film“. Die Teilnahme ist erfreulich groß und erreicht auch viele Filmschaffende, die noch neu bei Crew United sind. Sie heißen wir herzlich willkommen und bringen hier nochmal eine Kurzerklärung für Einsteiger*innen:

Falls Sie noch nicht bei Crew United registriert sind: Klicken Sie bitte auf diesen Link und registrieren Sie sich. Das ist kostenlos und unverbindlich. Mit der Freischaltung erhalten Sie per E-Mail die Einladung mit dem Link zur Umfrage.

Falls Sie schon ein Profil bei Crew United haben, sollten Sie bereits eine E-Mail mit dem Link erhalten haben. Es sei denn, Sie haben in ihrem Konto eingestellt, dass Sie keine E-Mails zu Neuigkeiten, Events und Umfragen erhalten wollen.
In diesem Fall schicken Sie bitte eine E-Mail an (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen), dass Sie die Einladung haben wollen (dazu müssen Sie aber in jedem Fall registriert sein).

 

Mit Milliarden-Soforthilfen wollte der Staat den wirtschaftlichen Absturz von Kleinbetrieben und Selbstständigen in der Corona-Krise verhindern. Jetzt fordern die Länder viele Empfänger zur Rückzahlung auf, weil sie angeblich die Bedingungen nicht erfüllten, berichtet der „Focus“: Die Geschäftsleute fühlen sich von der Politik getäuscht, die Wut wächst.
Den Ärger über Rückforderungen der Corona-Soforthilfe in Nordrhein-Westfalen beschreibt der WDR: Das müssen Empfänger jetzt wissen.

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Übermorgen vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. Wie rassistisch ist die Blödelei wird heute gefragt. | Foto © Rialto Film

Zum Wochenende mal in eigener Sache – die alle angeht: Heute startete die Befragung „Vielfalt im Film“. Sie soll erstmals belastbare Daten zu Diversität und Diskriminierung vor und hinter der Kamera liefern. Nehmen Sie sich die Zeit!

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. In der Blödelkomödie fallen auch rassistische Begriffe für einen Schwarzen. Für die Produktionsfirma ist es „möglicherweise ein sehr frühes Beispiel für anti-rassistische Komik im deutschen Film.“ Schließlich stecken hinter dem Drehbuch die Gründer der Satirezeitschrift ,Titanic’. Ein Beispiel, wie stark sich Humor wandelt, meint die Deutsche Presse-Agentur und begibt sich auf Spurensuche.

 

Deutschland ist anders als noch vor 35 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln, berichten wir auf unserem Blog mit weiteren Links.

„Etwas Grundlegendes verändern“: Im Interview mit der „Taz“ erklären Skadi Loist und Joshua Kwesi Aikins den Sinn und Zweck der Diverstitäts-Umfrage, und wie sie ablaufen soll.

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Der Apachen-Häuptling ist Franzose, die amerikanischen Ureinwohner sind Statisten aus Kroatien. „Winnetou“-Fans mögen da nostalgisch werden, doch auf heutige Zuschauer dürfte das „Whitewashing“ komisch wirken. Praktiziert wird es dennoch. Und dies ist nur ein Aspekt im vielfältigen Thema „Diversität“. | Foto © Kinowelt

Deutschland ist anders als noch vor 20 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln.

Wenn Sendern die Zuschauer ausgehen, aber Streamingdienste Zulauf haben … liegt’s dann vielleicht auch an den Inhalten? Es sind die Streamer, die inzwischen mit Themen und Erzählformen das Publikum begeistern. Vor allem Netflix wird immer wieder gelobt, mehr „Diversität“ in Serien und Filme zu bringen. Das Wort ist schwierig und wird oft genug falsch verstanden. Im deutschen Sprachgebrauch erinnert es an „divers“, was die Unterschiede betont. Im Englischen, wo die „Diversity“ ihren Anfang nahm, meint sie in erster Linie die Vielfalt. 

Auf einen Satz zusammengefasst: Diversität soll das tatsächliche Bild einer Gesellschaft widerspiegeln, in all ihren Facetten. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch auf Leinwand, Bildschirm oder Bühne, wo die Geschichten aus und über diese Gesellschaft erzählt werden.

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Die Kulturstaatsministerin hat geantwortet! Katharina Hoffmann, Kulturschaffende in Corona-Nöten, bedankt sich mit noch einem Video. | Screenshot

Über Lücken und Flicken klagen Produzent*innen, wenn sie nach den Corona-Hilfen für die Branche gefragt werden. Andere Kulturschaffende werden weiterhin an die Grundsicherung verwiesen. Warum die sich damit so schwer tun, erklären vielleicht auch ein paar Zahlen aus der früheren Normalität – von denen übrigens nicht nur sie betroffen sind.  

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vorige Woche hatten wir’s angekündigt, übermorgen geht es los: Am Freitag startet die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera. Mehr als 30.000 Filmschaffende sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden.
Wer, wie, was und warum ist ab morgen auf unserem Blog out-takes.de zu lesen, wo wir die Umfrage mit Interviews und Berichten begleiten. Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. 

 

Erinnern Sie sich noch an Katharina Hoffmann? Auf Youtube hatte die Schauspielerin vor zwei Wochen die Kulturstaatsministerin um Hilfe gerufen – sie verzweifelte am vereinfachten Antrag auf Grundsicherung. Seit gestern hat sie wieder bessere Laune: Frau Grütters hat geantwortet!

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„Nachts im Museum“: Die Kulturstätten haben’s zurzeit ruhiger als sonst. Vor allem leiden aber die freien Mitarbeiter*innen und Künstler*innen. | 20th Century Fox

Wie der Staat den Museen hilft, beschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ vorige Woche. Dabei fand sie auch Platz,  die Situation von Freien und Solo-Selbständigen in der Kultur anzusprechen, hakte aber nicht weiter nach.

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Eigentlich wollte die „Süddeutsche Zeitung“ nur wissen, wie es den leeren Museen geht. „An manchen Stellen zeigt diese Krise die Verletzlichkeit des Kulturbetriebs auf“, antwortet Ulrike Groos, die das Kunstmuseum Stuttgart leitet: „Die prekären Verhältnisse, unter denen so viele Freie im Kulturbetrieb arbeiten, müssen bei der zukünftigen Förderpolitik überdacht werden.“ Es brauche faire Bezahlung für die Solo-Selbständigen, die für Institutionen arbeiten. Sie, die von der Bundesregierung von den Soforthilfen ausgeschlossen waren und Hartz IV beantragen mussten, sind eine Gruppe von vielen Tausend Beschäftigten, die in den Budgetverhandlungen traditionell mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden, obwohl sie Wesentliches für die Inhalte der Kulturvermittlung leisten. Und für Künstler*innen müsse es endlich „verbindliche Ausstellungshonorare“ geben.

 

„Ein großer Fortschritt“ sei die Corona Kulturförderung in Nordrhein-Westfalen, schreibt der der Kulturrat NRW. In seiner aktuellen Mitglieder-Information gibt er einen Überblick der Hilfen im Bundesland und das den Stand des angekündigten Stipendienprogramms mit 105 Millionen Euro für bis zu 15.000 Antragsberechtigte: „Im Vergleich zu Künstlerhilfen in anderen Bundesländern kann sich dieses Programm sowohl mit seinem Volumen wie auch mit der Art der Abwicklung beispielhaft sehen lassen.“

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Was lernen wir aus der Krise? Der Zweiminüter „Let’s not Forget“ blickt auf die Pandemie und hofft für die Zukunft. | Screenshot

Kulturschaffende in Hessen und Nordrhein-Westfalen dürfen auf Hilfen hoffen – die Länder flicken am „Neustart Kultur“. Ansonsten wird’s zum Wochenende wieder ruhiger. Wir empfehlen den kleinen Nachdenk-Clip in der zweiten Meldung.

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Ein Grundrechte-Monitor beobachtet und vergleicht Corona-Maßnahmen in 162 Ländern im Hinblick auf Demokratie und Menschenrechte. Die Informationstiefe ist enorm, meint „Netzpolitik“.

 

Was nehmen wir mit aus der Krise? Ein neuer Kurzfilm bewegt gerade die Menschen in der Rhein-Neckar-Region, berichtet „Radio Regenbogen“. Die Mannheimer Filmemacher Hanno Mertens und Michael Prümmer halten einen Rückblick auf die Pandemie. Ihr Zweiminüter „Let’s not Forget“ ist soll aber auch Hoffnung auf die Zukunft machen.

„Liebe in Zeiten von Corona“: Unter diesem Motto haben der SWR und die MFG Filmförderung dokumentarische Kurzfilme gesucht und gefunden. Zwei junge Filmemacher aus Baden-Württemberg erzählen in einem Videoporträt der Kampagne #mfgbleibtkreativ von ihren Erfahrungen während der Dreharbeiten zu ihrem Kurzfilm „Und, Küsschen“.

 

Mittel für Künstler und Selbstständige stellen Nordrhein-Westfalen und Hamburg in Aussicht, meldet „Blickpunkt Film“: „Im Zuge der Corona-Krise saßen Kreativschaffende und Soloselbstständige oft zwischen den Stühlen von Wirtschafts- und Kulturförderung, was den Neustart Kultur zu einer bislang für zahlreiche Akteure zähen Angelegenheit macht.“

Auch Nordrhein-Westfalen hat nun 10 Millionen Euro zur Absicherung von Filmproduktionen angekündigt. Damit könnten auch kleinere und mittlere Produktionsunternehmen die Dreharbeiten wiederaufnehmen, die bisher wegen einer fehlenden Ausfallversicherung vor einer Rückkehr zum Normalbetrieb zurückgeschreckt sind, meldet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.

Hessen Film zahlt insgesamt knapp 480.000 Euro an 54 kleine und mittlere Kinos aus, meldet „Blickpunkt Film“. Das Soforthilfe-Programm zur finanziellen Kompensation corona-bedingter Ausfälle war Ende April ins Leben gerufen worden.

Die monatelange Schließung der Kinos hat die Branche erschüttert. Fürs erste Halbjahr schreiben sie „furchtbar schlechte Zahlen“, berichtet „Kino.de“.

 

Vorsicht! In diesem Text wird über die Darstellung von Vergewaltigungen gesprochen: „54 Books“ befasst sich mit den Körperlichkeiten in Film und Fernsehen: Regeln für Blut.

In Tokio kann man Schauspieler als Verwandte mieten, wenn die eigene Familie zu peinlich ist. Der neue Film von Werner Herzog spielt mit dieser grotesken Wahrheit – und vermischt selbst Realität und Fiktion, findet die „Süddeutsche Zeitung“.

Zum ersten Mal wird „Batwoman“ im US-Fernsehen von einer Schwarzen gespielt: Javicia Leslie wird in der zweiten Staffel die Rolle der lesbischen Ryan Wilder übernehmen. Und: Die Schauspielerin wurde in Augsburg geboren, verrät das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

 

98 Prozent der Location-Drehs in Los Angeles wurden im zweiten Jahresquartal gestrichen, meldet die „Los Angeles Times“. Mehr als 100.000 Beschäftigte hätten ihre Jobs verloren [auf  Englisch]. 

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines Films „Greyhound“ hat der Schauspieler Tom Hanks noch einmal auf die grundsätzlichen Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie hingewiesen.

„Malcolm & Marie“ heißt ein neuer Film mit Zendaya, über den gerade in Hollywood viel geredet wird, meldet „Filmstarts“. Der Grund ist die besondere Produktion während der Corona-Pandemie …
… er wurde nämlich heimlich in Quarantäne gedreht, verrät der „Stern“.