Für das Drama „Euphoria“ arbeiteten Produzenten aus Großbritannien, Schweden und Deutschland zusammen – da können mit dem ­deutschen System der Regieassistenz nur wenige etwas anfangen, meint Benedict Hoermann (hinten): „Man kann sich weltweit an jedes Set stellen, und sofort sind die Verantwortlichkeiten und Abläufe klar.“ | Foto © Jürgen Olcyk, Tatfilm

Assistant Director oder Regieassistent? Fast die ganze Filmwelt arbeitet nach dem ersten System, doch in Deutschland tut man sich noch schwer damit. Dabei sei es besser für die wachsenden­ ­Erfordernisse geeignet, meint Benedict Hoermann von der Assistant Directors Union.

Herr Hoermann, im Frühjahr hat sich die Assistant Directors Union (ADU) als eigenständiger Berufsverband vorgestellt. Sie vertreten die Interessen der (Assistant Directors (AD) und Regieassistent*innen. Gehören sie nicht in den Bundesverband Regie?

Das hat mit unserer Entstehungsgeschichte zu tun. Die ADU gibt es schon länger, und anfangs ging es uns nicht darum, einen Berufsverband zu gründen …

Sondern?

Die meisten von uns sind Quereinsteiger. Regieassistenz ist ja kein Ausbildungsberuf. Die Chance, von anderen zu lernen, ist kaum gegeben. Wir sind Autodidakten. Ich selbst bin 2001 in diesen Beruf „reingerutscht“, hatte aber nie die Chance, mich wirklich intensiv mit anderen Regieassistent*innen auszutauschen. oder von anderen zu lernen. So kam ich vor Jahren auf die Idee, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Regie­assistenten und AD begegnen und Erfahrungen jeglicher Art austauschen können.

Wozu ein Berufsverband ja unter anderem ebenfalls da ist.

Natürlich. Wenn der Verband einer Berufsgruppe den nötigen Stellenwert einräumt. Für mich war der BVR die Interessenvertretung der Regisseur*innen. Wie intensiv dort die Lobbyarbeit für die Berufsgruppe Regieassistenz betrieben wird, war mir nicht klar.
Nichtsdestotrotz habe ich eine andere Auffassung von meiner Arbeit als der BVR. Dort wird dIe Regieassistenz noch als die künstlerische „rechte Hand“ der Regisseur*innen verstanden. Ich hingegen habe mich schon früh mit dem angelsächsischen AD-System identifiziert, bei dem ich die Regie nicht nur kreativ, sondern überwiegend logistisch und organisatorisch unterstütze.

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Im Berliner Kino „Babylon“ wurden wieder herausragende Einzelleistungen im Deutschen Fernsehen ausgezeichnet. | Foto © DAFF

Zum siebten Mal vergab die Deutsche Akademie für Fernsehen (DAFF) am 16. November 2019 in Berlin im Kino „Babylon“ den unabhängigen Branchenpreis für herausragende Einzelleistungen im Deutschen Fernsehen. Insgesamt 100 Prominente, aber auch bisher unbekannte Fernsehmitwirkende waren nominiert für die Auszeichnungen der Akademie. Hier sind die Nominierten und (fett gedruckt) die  Gewinner*innen – wir gratulieren!

Bildgestaltung:
Philipp Haberlandt | Beat
Jakub Bejnarowicz | Parfum
Carlo Jelavic| Tatort: Das Nest

Casting:
Franziska Aigner | Der große Rudolph
Daniela Tolkien | Der Pass
Stefany Pohlmann | Nichts zu verlieren

Dokumentarfilm:
Britt Beyer & Vassili Silovic (Regie) & Volker Heise (Idee und Konzept) | 24h Europe – The Next Generation
Garry Keane & Andrew McConnell & (Regie) & Mick Mahon (Schnitt) & Brendan J. Byrne & Christian Beetz (Produzent) | GAZA – Leben an der Grenze
Regina Schilling (Regie) & Thomas Kufus (Produzent) | Kulenkampffs Schuhe

Drehbuch:
Alexander Adolph | Der große Rudolph
Jan Peter & Frédéric Goupil | Krieg der Träume
Dietrich Brüggemann | Tatort: Murot und das Murmeltier
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In einem 45-minütigen Werkstattgespräch gab der Preisträger des International Actors Awards im Wallraf-Richartz-Museum Einblicke in sein Schaffen. Der Preis wurde im Rahmen des Film Festival Cologne vergeben. Es moderierte der Kölner Autor und Journalist Wolfgang Frömberg. Ein Zusammenschnitt des Artist Talks im Rahmen des Film Festival Cologne 2019.

Als Kind lebte August Diehl in Deutschland, Frankreich und Österreich. Er spricht heute vier Sprachen. Diese Weltläufigkeit zeichnet ihn als Schauspieler aus: Er spielte Ibsen und Shakespeare am Burgtheater genauso brillant wie paranoide Hacker oder suizidale Teenager auf der Leinwand. Bald wurden die großen Meister auf ihn aufmerksam: Am Theater arbeitete er mit Peter Zadeck und Luc Bondy. Quentin Tarantino gab ihm eine unsterbliche Sequenz in „Inglourious Bastards“ (Casting USA: Jina Jay, Germany: Simone Bär) und Terrence Malick besetzte ihn in der Hauptrolle seines jüngsten Epos „Ein Verborgenes Leben“ (Casting: Anja Dihrberg | BVC). Seine Abenteuerlust führte Diehl auch ins Fernsehen, wo er in der Serie „Die Neue Zeit“ (Casting: tba) über die Bauhaus-Bewegung Walter Gropius spielt.

Der International Actors Award zeichnet Persönlichkeiten aus, die in herausragender Weise durch ihre schauspielerischen Leistungen Bekanntheit und Anerkennung im internationalen Film- und TV-Geschehen erlangt haben. Der von Network Movie gestiftete Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die einzelnen Kapitel können Sie links oben im Video anwählen:
Einleitung
Kapitel 1: Wann sage ich eine Rolle zu?
Kapitel 2: Wie erarbeite ich einen Charakter?
Kapitel 3: Schauspiel ist Teamarbeit!
Kapitel 4: Das Privileg, Geschichten zu erzählen …
Kapitel 5: Wie viel Persönliches steckt in einer Rolle?
Abspann

Mehrmals bekennen sich ARD und ZDF in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zur Filmförderung des Bundes. Sie fordern aber auch, sie an „die neuen ­Herausforderungen“ anzupassen. | Foto: ZDF

Mehrmals bekennen sich ARD und ZDF in ihrer gemeinsamen Stellungnahme zur Filmförderung des Bundes. Sie fordern aber auch, sie an „die neuen ­Herausforderungen“ anzupassen. | Foto: ZDF

„Der Kinofilm ist wesentlicher Bestandteil unserer Kultur und des gesellschaftlichen Diskurses. Er spiegelt unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben, er eröffnet uns neue Perspektiven und fordert uns heraus.“ Schöner hätte es die AG Kino nicht schreiben können. Doch wer da so vom Kino schwärmt, ist das Fernsehen, öffentlich-rechtlich: ARD und ZDF [PDF].

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Mit seinen Kurzfilmen an der Filmakademie in Ludwigsburg hatte Martin Busker reihenweise Preise gewonnen. Dann drehte er erstmal acht Jahre lang Serien, ehe er nun sein Kinodebüt vorlegt: Die Tragikomödie „Zoros Solo“ um einen ­schlitzohrigen Flüchtlingsjungen aus Afghanistan und eine strenge Chorleiterin. |Foto © Felix Meinhardt

Mit seinen Kurzfilmen an der Filmakademie in Ludwigsburg hatte Martin Busker reihenweise Preise gewonnen. Dann drehte er erstmal acht Jahre lang Serien, ehe er nun sein Kinodebüt vorlegt: Die Tragikomödie „Zoros Solo“ um einen ­schlitzohrigen Flüchtlingsjungen aus Afghanistan und eine strenge Chorleiterin. |Foto © Felix Meinhardt

Herr Busker, im Sommer beim Filmfest, wurden Sie in Ihrer Heimatstadt Emden ganz schön gefeiert. Mit „Zoros Solo“ gewannen Sie Regie- und Nachwuchspreis, der NDR berichtete von „jubelndem Applaus und stehenden Ovationen“. War das nun Lokalstolz oder haben Sie tatsächlich einen Nerv getroffen?

Ich habe geahnt, dass ich in meiner Heimatstadt mit großem Stolz und Jubel erwartet werde. Aber dass die 600 Zuschauer auf der Festivalpremiere so ausrasten, haben meine Kollegen und ich nicht erwartet. Schließlich war es für uns die erste Vorführung vor Publikum und man ist extrem nervös, ob der Humor des Films zündet und später auch die Taschentücher gezückt werden. Dann passierte es tatsächlich ständig, dass die Stimmung so abhob, dass man mitunter vor Lachen und Zwischenapplaus den Ton des Films nicht mehr hören konnte. Der Funke zum Publikum war in großem Maß übergesprungen und das hat uns sehr glücklich gemacht. 

Gespannt war ich dann vor dem Screening im ausverkauften Kurhaus auf der Nordseeinsel Norderney, wo das Festival ebenfalls stattfindet. Hier kennt mich niemand, und somit gab es auch keinen Lokalbonus. Doch das Publikum, übrigens überwiegend im Rentenalter, hatte ebenso schallend gelacht, an den dramatischen Stellen die Luft angehalten und uns am Ende mit langem Beifall bedacht. 

Ich spürte, dass mir das gelungen war, wofür ich angetreten bin: ich wollte einen Film machen, der ganz normale Menschen unterhaltsam mit Humor, Herz und Hirn an ein wichtiges Gesellschaftliches Thema heranführt und sie begeistert. Die Festivalpremiere dazu in Emden zu machen, war für mich eine wundervolle Sache, denn die Idee, Regisseur zu werden begann in mir bereits als Teenager zu keimen, als ich im Nebenjob Karten beim Festival abgerissen habe und Bernhard Wicki unwissend nach seinem Ticket fragte.

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Mit dem alljährlichen Kurzfilmtag am 21. Dezember bringt die AG Kurzfilm ihre Formate zum Publikum, jenseits der gewohnten Abspielstätten wird Filmkultur gelebt. Auch Kurzfilmfeste melden regen Zulauf. Doch bei der Filmförderung sitzen die kleinen Filme am Katzentisch. | Foto © AG Kurzfilm

Mit dem alljährlichen Kurzfilmtag am 21. Dezember bringt die AG Kurzfilm ihre Formate zum Publikum, jenseits der gewohnten Abspielstätten wird Filmkultur gelebt. Auch Kurzfilmfeste melden regen Zulauf. Doch bei der Filmförderung sitzen die kleinen Filme am Katzentisch. | Foto © AG Kurzfilm

Die AG Kurzfilm kommt in ihrer Stellungnahme [PDF] zum neuen Filmförderungsgesetz (FFG) gleich zur Sache. Nicht mal eine halbe Seite braucht die Präambel, dann folgen schon die konkreten Vorschläge. Das ist schade, denn der Verband gilt als erster Ansprechpartner zum Thema Kurzfilm, setzt sich auf vielfältige Weise dafür ein und hat so einiges anzumerken. Bloß ist das im Kleingedruckten versteckt, wo an den Details gefeilt wird.

Dabei bietet die Präambel den Lobby-Gruppen doch gerade die Gelegenheit, wie sie sich die Zukunft des Deutschen Films vorstellen und woran es ihrer Meinung nach krankt. Andere tun das auch, zum Teil ausgiebig wie die AG Kino, einige beschränken sich darauf, Schieflagen zu schildern, manche versuchen gar, neue Themen zu setzen und Richtungen zu weisen. Bei der AG Kurzfilm liest sich das folgendermaßen (die Präambel ist kurz, darum zitieren wir sie in voller Länge):
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„So weit kommt's noch. Sogar vor sich selbst muss man den Schein wahren.“ In der Zeit plädierte Saralisa Volm für einen entspannteren Umgang mit Fehlern, Scheitern und Versagen. Auf Instagram zeigt sie, wie das ungefähr aussehen könnte. | Foto © Saralisa Volm, Instagram

„So weit kommt's noch. Sogar vor sich selbst muss man den Schein wahren.“ In der Zeit plädierte Saralisa Volm für einen entspannteren Umgang mit Fehlern, Scheitern und Versagen. Auf Instagram zeigt sie, wie das ungefähr aussehen könnte. | Foto © Saralisa Volm, Instagram

Frau Volm, auf dem Papier sind sie Schauspielerin, Autorin, Filmemacherin und Mutter von vier Kindern. In der „Zeit“ erzählten Sie hinreißend von Versagensängsten und Scheitern. Ist das die Schauspieler-Wirklichkeit?

Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob das schauspiel-immanent ist. Ich erzähle nur aus meinem eigenen Leben. Diese Probleme bringen auch andere Berufe mit sich. Ich bin auch als Regisseurin nervös. Wäre ich Juristin, hätte ich Panik, vor Gericht mein Plädoyer zu halten. Das ist eher eine Typfrage. Aber vielleicht sind viele Schauspieler ja sensibler …

Zu den eigenen Fehlern stehen und Scheitern akzeptieren, proklamieren Sie in Ihrem Artikel und: „Ich kämpfe immer häufiger mit offenem Visier.“ Geht das denn in einer Branche, die nach Sicherheiten und Erfolg verlangt?

Ich habe dieses Jahr das Instagram-Projekt @365_imperfections gestartet, das sich dem täglichen Scheitern widmet. Das beschäftigt mich als Thematik. Ich habe das Projekt und den Artikel aber nicht speziell mit Blick auf die Branche geschrieben, sondern auf die Gesamtgesellschaft. Aber hier mache ich natürlich viele Erfahrungen.
Ob man in der Branche mit offenerem Visier kämpfen kann, versuche ich allerdings gerade noch heraus zu finden.
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Smart startet vor 20 Jahren in Belgien, inzwischen gibt es das Genossenschafts-Modell in neun europäischen Ländern: Selbstständige und ­Kollektive teilen sich als Mitglieder einer Genossenschaft die Kosten und Verantwortung für die Verwaltung und die administrative Abwicklung ihrer Projekte. Und abgesichert sind sie auch. | Foto ©?Screenshots

Smart startete vor 20 Jahren in Belgien, inzwischen gibt es das Genossenschafts-Modell in neun europäischen Ländern: Selbstständige und ­Kollektive teilen sich als Mitglieder einer Genossenschaft die Kosten und Verantwortung für die Verwaltung und die administrative Abwicklung ihrer Projekte. Und abgesichert sind sie auch. | Foto © Screenshots

Magdalena Ziomek, Sie sind Gründerin, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied der Genossenschaft SMartDe. In drei Sätzen: Was ist Smart?

Wir nennen uns eine Genossenschaft der Selbständigen. Smart verbindet die Freiheit eines Selbständigen mit der Sicherheit eines Angestellten. Als „Genosse“ kann man sich für die Dauer eines Projekts anstellen lassen und hat dann die entsprechenden Vorteile …

Das klingt wie ein Trick für Scheinselbständige.

Ganz und gar nicht! In jeder Firma können sich Inhaber*innen ja auch selbst einstellen und ein Gehalt zahlen. Bei uns haben alle Genoss*innen Anteil an der Firma. Sie sind Mitbestimmer, und zwar in einer höchst demokratischen Struktur: Jeder hat nur eine Stimme, unabhängig von der Zahl der gekauften Anteile. Die Generalversammlung ist ein übergeordnetes Organ. Unsere Genossen sind gleichzeitig Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Unternehmer und Mitbesitzer der Genossenschaft. 

Jetzt klingt es fast zu schön, um wahr zu sein.

Tatsächlich ist der Gedanke, den wir hier leben, ziemlich neu: Wir sind an die Trennung in Arbeitgeber und Arbeitnehmer gewöhnt. Doch die Zeiten haben sich geändert und die Arbeit auch. Vieles, gerade im Kulturbereich mit seinen befristeten Projekten, lässt sich nicht so gut im deutschen Arbeitszeitgesetz verankern. 
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Voriges Jahr feierte „Sturm der Liebe“ eine schwule Hochzeit. Die Zuschauer*innen zogen mit. Die leichte Unterhaltung ist ideal, um Vorurteile aufzubrechen. | Foto © ARD, Christof Arnold

Voriges Jahr feierte „Sturm der Liebe“ eine schwule Hochzeit. Die Zuschauer*innen zogen mit. Die leichte Unterhaltung ist ideal, um Vorurteile aufzubrechen. | Foto © ARD, Christof Arnold

Kommen wir am Anfang gleich zur Pointe: „Stell dir vor, du bist ein lesbischer oder bisexueller Charakter in einer Serie. Die Wahrscheinlichkeit, dass du überlebst, beträgt gerade mal 60 Prozent“, rechnet der Verein Mädchenmannschaft in seiner Podcast-Reihe „Bury your gaze!“ vor. 2016 war für diese Frauen sogar das Jahr mit der höchsten Sterberate seit der Erfindung des Fernsehens. Doch auch für homosexuelle Männer gilt: Sie sterben auf dem Bildschirm häufiger als andere.

„Homosexualität im Fernsehen“ war das Thema beim Jour Fixe der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAFF) Ende September in München, moderiert von Felix Fichtner, Produzent und Autor, und Lara Höltkemeier, Redakteurin der ARD-Soap „Sturm der Liebe“ und Vorstandsmitglied der Akademie.

Noch in der Vorstellungsrunde hob Lara Höltkemeier hervor, es sei eigentlich empörend, dass man sich im Jahr 2019 immer noch mit diesem Thema befassen müsse. Doch während sich immer neue Gruppen und Organisationen wie Queer Media Society gründeten, um den Homosexuellen im Fernsehen ein Forum zu bieten, gebe es gleichzeitig in Teilen der Gesellschaft eine Rückwärtsentwicklung, die Schwulsein ablehne und diskriminiere.

Dabei hat sich schon viel getan, seit 1987 die „Lindenstraße“ deutsche Fernsehgeschichte geschrieben hatte: Damals knutschte der Charakter Carsten Flöter mit seinem damaligen Freund im biederen Vorabendprogramm. Drei Jahre später folgte eine heiße Liebesnacht, die säckeweise Beschwerden beim WDR und Morddrohungen gegen die Schauspieler einbrachte. Die Szene kam später ins Bonner „Haus der Geschichte“.

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Mission erfüllt. Mit einem Post auf Instagram (links) hatte AfD-Chef Jörg Meuthen den Protest Hunderter Filmschaffender ­hervorgerufen. Danach stellte er sich auf Facebook (rechts) wieder als Opfer dar. | Screenshots

Mission erfüllt. Mit einem Post auf Instagram (links) hatte AfD-Chef Jörg Meuthen den Protest Hunderter Filmschaffender ­hervorgerufen. Danach stellte er sich auf Facebook (rechts) wieder als Opfer dar. | Screenshots

Zwei Monate herrschte Schweigen, dann dauerte es keine zwei Wochen: Am Dienstag, 24. Oktober,  ist Hans Joachim Mendig als Chef der Hessischen Filmförderung entlassen worden. Anlass war ein Foto auf Instagram: Drei Herren sitzen entspannt im Restaurant am Tisch und lächeln in die Kamera. Von einem „sehr angeregten und konstruktiven politischen Gedankenaustausch“ ist da die Rede. Zwei der Herren sind Mendig und der PR-Berater Moritz Hunzinger, der eine eigene Geschichte hat – der dritte ist Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD. Auf dessen Instagram-Seite erschienen Text und Bild.

Das „Journal Frankfurt“ hatte gleich Ende Juli darüber berichtet und beim Chef der Hessischen Filmförderung nachgefragt, wie das alles denn zu verstehen sei. Mendig antwortete dem Stadtmagazin nicht. Auch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem die Filmförderung untersteht, hatte gefragt. „Nach Angaben von Herrn Mendig handelte es sich um eine private Gelegenheit, die nicht in Bezug zur Hessenfilm und Medien GmbH stand“, teilte das Ministerium dem „Journal Frankfurt“ mit und erwähnte zweimal seine „Verwunderung“ über das Treffen.

Wellen schlug der Fall erst, als der Filmjournalist Rüdiger Suchsland darüber in seiner Kolumne „Cinema Moralia“ schrieb, die auch hier auf out-takes erschien. Gleichzeitig berichtete auch die britische Branchenzeitschrift Screen Daily über das Foto und zitierte Filmschaffende, die nicht mehr mit der Hessen Film zusammenarbeiten wollten, falls Mendig nicht gehe. Erst 50, dann mehr als 300 Filmschaffende, viele davon prominent, unterschrieben eine solche Forderung – nach einer Woche waren es weit über 500. Am Ende mehr als 600. 

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Ganz so einfach ist es nicht...

‚Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt mit Prof. Dr. Moritz Hunzinger und Prof. Dr. Hans Joachim Mendig. #AfD #FFM #Politik #Politics #Frankfurt'“ – (c) Instagram screenshot

Erklärung über 600 Filmschaffenden
zum Treffen des Geschäftsführers der „Hessen Film und Medien GmbH“, Hans Joachim Mendig mit dem AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen

Wir, Filmschaffende aus allen Bereichen und Regionen Deutschlands, missbilligen das Treffen zwischen Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der Hessen Film, und dem AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen, der dieses am 24. Juli wie folgt auf Instagram verbreitete: „Sehr angeregter und konstruktiver politischer Gedankenaustausch heute in Frankfurt mit Prof. Dr. Moritz Hunzinger und Prof. Dr. Hans Joachim Mendig. #AfD #FFM #Politik #Politics #Frankfurt“.
Das Foto zeigt die Männer gemeinsam in die Kamera lächeln. Wir erinnern daran, dass derselbe Jörg Meuthen am 2. Mai 2016 sich mit fraglos rechtsradikalen Auffassungen äußerte („Wir wollen weg vom links-rot-grün-versifften 68er-Deutschland und hin zu einem friedlichen, wehrhaften Nationalstaat“) und als strammer Gegner liberaler Kulturproduktion bekannt ist. Der Geschäftsführer der Hessen Film bekleidet eine Position mit hohen Anforderungen an Überparteilichkeit, Offenheit für vielfältige künstlerische Positionen, demokratische Kultur und Transparenz. Er hat mit seinem Verhalten den Ruf der Hessen Film, der durch seine autoritäre Amtsführung bereits vorher belastet war, weiter schwer beschädigt. Eine weitere Zusammenarbeit mit ihm und der Hessen Film ist für uns unter diesen Bedingungen nicht vorstellbar. Wir rufen ihn daher zum Rücktritt auf, um einen Neuanfang zu ermöglichen.

Erstunterzeichner

Barbara Albert, Filmregisseurin
Irene von Alberti, Filmregisseurin
Emily Atef, Filmregisseurin
Eduard Barnsteiner; Filmverleiher
Pola Shirin Beck; Filmregisseurin
Martin Blankemeyer; Filmproduzent, Münchner Filmwerkstatt
Bettina Böhler; Editorin
Felix von Böhm; Filmproduzent
Sol Bondy; Filmproduzent
Dietrich Brüggemann, Filmregisseur
Ilker Catak; Filmregisseur
Oliver Damian; Filmproduzent
Katja Dringenberg; Filmeditorin, Ehemaliges Jurymitglied der hessischen Filmförderung
Alice Dwyer; Schauspielerin
Ingo Fliess; Filmproduzent
Fabian Gasmia, Filmproduzent
Lars Henrik Gass, Filmwissenschaftler, Festivalleiter Internationale Kurzfilmtage Oberhausen
Jan-Ole Gerster; Filmregisseur
Dominik Graf, Filmregisseur
Martina Haubrich, Filmproduzentin
Julia von Heinz, Filmregisseurin
Sonja Heiss, Filmregisseurin
Veit Helmer, Filmregisseur
Christoph Hochhäusler, Filmregisseur
Sherry Hormann; Filmregisseurin
Vanessa Joop; Filmregisseurin
Eberhard Junkersdorf; Filmproduzent; Ehrenpräsident und von 1997-2014 Vorsitzender der FFA
RP Kahl; Filmregisseur
Judith Kaufmann; Bildgestaltung
Roshanak Khodabakhsh; Filmproduzentin
Michael Klier; Filmregisseur
Britta Knöller; Produzentin
Ulrich Köhler, Filmregisseur (Zweimaliger Träger des Hessischen Filmpreis)
Nicolette Krebitz, Filmregisseurin, Schauspielerin
Jakob Lass; Filmregisseur
Tom Lass; Filmregisseur
Angelina Maccarone; Filmregisseurin
Christine A. Maier; Bildgestalterin
Prof. Jeanine Meerapfel, Filmregisseurin und Präsidentin der Akademie der Künste
Christian Petzold; Filmregisseur
Ali Samadi Ahadi; Filmregisseur
Frieder Schlaich, Filmproduzent, Filmverleiher
Hans-Christian Schmid; Filmregisseur, Autor, Produzent
Erik Schmitt; Filmregisseur
Prof. Klaus Staeck, Ehrenpräsident der Akademie der Künste (Präsident von 2006-2015)
Rüdiger Suchsland, Filmkritiker und Regisseur (Ehemaliges Jurymitglied des Hessischen Filmpreis)
Ernst Szebedits; Vorstand der Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung, Ex-Mitglied der Hessen Filmförderung
Jasmin Tabatabei; Schauspielerin
Sabin Tambrea; Schauspieler
David Wnendt, Filmregisseur
Maryam Zaree; Schauspielerin und Filmregisseurin

Weitere Unterzeichner:
Alexander Adolph, Autor und Regisseur
Züli Aladag; Regisseur
Adriana Altaras; Regisseurin und Schauspielerin
Ingo Anderle; On-Set Optiker VFX
Kim Anderson, Writer & Director
Yvonne Andreas; Film-Weltvertrieb
Andreas Anke; Schauspieler
Viktor Apfelbacher, Dokumentarfilm-Regisseur
Gregor Arnold; Sound Designer
Jens Asche; Schauspieler, Regisseur
Toby Ashraf; Filmkritiker
Ali N. Askin; Komponist
Vincent Assmann; Editor
Reza Bahar; Filmproduzent
Simone Bär; Casterin
Voxi Bärenklau; Kameramann
Gabriella Bandel; ehemalige Leiterin des Festibval Max-Ophüls-Preis, Saarbrücken
Jasna Fritzi Bauer; Schauspielerin
Silvia Bauer, Festivalmacherin
Christina Baumer; Schauspielerin
Oliver Baumgarten; Programmleiter beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis, Saarbrücken
Eva Bay; Schauspielerin
Cynthia Beatt; Filmregisseurin
Christian Becker; Filmproduzent
Julia Becker; Schauspielerin
Lea Becker, Regisseurin und Drehbuchautorin
Henning Beckhoff, Filmregisseur
Michael Beckmann; Filmkomponist
Christian Beetz; Filmproduzent
Reinhardt Beetz, Filmproduzent
Erec Behmer; Filmregisseur
Nestan Behrens; Producerin
Katharina Bellena; Schauspielerin und Produzentin
Iris Berben; Schauspielerin
Andreas Berg; Filmproduzent / Schauspieler
Mychael Berg; Consultant
Björn S. Berger, Regieassistent
Volker Bergmeister; Filmkritiker, ehemaliges Jurymitglied Hessischer Fernsehpreis
Jonathan Berlin; Schauspieler
Isabelle Bertolone; Filmproduzentin
Uli Bez; Filmemacherin
Miraz Bezar; Filmemacher
Daniel Bickermann, Drehbuchautor
Andre Ben Birken; Filmemacher
Arne Birkenstock; Filmproduzent, Regisseur
Susanne Bieger; Drehbuchautorin, Festivalleiterin
Regine Bielefeldt, Drehbuchautorin
Lion Bischof, Filmregisseur
Lorris Andre Blazejewski, Schauspieler, Musiker
Markus Boestfleisch, Geschäftsführer
Svenja Böttger; Festivalleiterin Filmfestival Max-Ophüls-Preis
Jan Bonny; Filmregisseur
Annelie Boros; Regisseurin
Sarah Bräuer; Drehbuchautorin
Patrick Brandt; Produzent
Bettina Braun; Regisseurin
Jan Braunholz, DOP
Katja Brenner; Schauspielerin
Martin Bretschneider; Schauspieler
Dennis Brinkmann; Filmproduzent
Sebastian Brose; Festivalleitung Achtung Berlin
Hans Brückner, Schauspieler
Florentine Bruck; Editorin
Lydia Bruna; Regisseurin
Reinhard Brundig; Filmverleiher, Filmproduzent
Julia Dorothee Brunsch; Schauspielerin
Hannes Bruun, Filmeditor
Silvina Buchbauer; Schauspielerin
Gregor Budde-Petrusch; 1st AD, 2nd Unit Director
Björn Bugri; Schauspieler
Joe Bulla; Regisseur und Produzent
Martin Busker; Regisseur
Stefan Butzmühlen; Regisseur, Produzent, Filmverleiher
Jürgen Carle, Bildgestaltung
Giovanni Castell; Photograph
Yasemin Cetinkaya, Schauspielerin
Angela Christlieb; Filmregisseurin
Maja Classen, Filmregisseurin
Benjamin Cölle; Fiolmproduzent
Ileana Cosmovici; Regisseurin
Gesine Cukrowski; Schauspielerin
Kersitn Cmelka; Bildende Künstlerin und Filmemacherin
Jan Czmok, Geschäftsführer und Produzent, Spektrumfilm Hessen UG
Lorenz Dangel; Filmkomponist
Caroline Daube; Filmproduzentin
Annika Decker; Drehbuchautorin
Heino Deckert; Filmproduzent
Till Derenbach; Filmproduzent
Kristin Derfler; Drehbuchautorin
Marc-Daniel Dichant, Filmproduzent
Anina Diener; Kostüm- und Szenenbildnerin
Frank Doehmann; Filmproduzent
Jan Dose; Schauspieler
Thomas Draschan; Filmemacher
Stella Nikoletta Drossa; Filmregisseurin
Nadine Dubois; Schauspielerin
Michael Duttenhöfer; Produzent
Jordan Dwyer; Schauspieler & Musiker
Jens Eder; Filmwissenschaftler
LX Eger; Filmemacher
Cathrin Ehrlich; Fernsehfilmfestival Baden-Baden
Nora Ehrmann; Produzentin
Björn Eichenauer; Produzent
Philipp Eichholtz; Regisseur
Martina Elbert; Filmemacherin
Pary El-Qalqili; Regisseurin
Silke C. Engler; Filmregisseurin, Script Supervisor
Sanna Englund; Schauspielerin
Gurbet Erbulan; Produzentin, Filmvertrieb
Roland Ernst; Autor
Ale M Falcone; Filmjournalistin
Mohammad Farokhmanesh, Regisseur, Produzent
Sebastian Faust; Schauspieler
Lukas Feigelfeld; Filmregisseur
Julius Feldmeier; Schauspieler
Milena Fessmann; Produzentin
Aline Fischer; Screenwriter and film director
Torsten C. Fischer; Filmregisseur
Wolfgang Fischer; Filmregisseur
Birte Flint; Schauspielerin
Harry Flöter; Filmproduzent
Udo Flohr; Filmregisseur
Hermann Florin; Produzent
Susanne Foidl; Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Felix Fuchssteiner; Regisseur
Ulrike Franke; Filmemacherin
Maren-Kea Freese Autorin/Regisseurin
Christoph Friedel; Filmproduzent
Charlotte Friederich; Schauspielerin
Ansgar Frerich; Produzent und Mischtonmeister
Piet Fuchs, Filmkünstler, Schauspieler
Alexander Funk; Produzent
Judith Funke; Kuratorin, Filmvermittlerin
Birgit Gasser; Filmeditorin
Isabel Gathof; Regisseurin, Produzentin, Hessische Newcomer-Filmpreisträgerin
Rudi Gaul; Filmregisseur, Autor
Uli Gaulke; Filmregisseur
Monika Gebauer; Kostümbildnerin
Romain Geib; Filmjournalist
Jens Geiger; Kurator
Hana Geißendörfer, Filmproduzentin
Ines Christine Geißer; Filmemacherin
Carolin Genreith; Regisseurin
Goggo Gensch; Regisseur, Autor, Kurator
Nicole Gerhards; Produzentin
Martin Gessner; Filmproduzent
Almut Getto; Regisseurin
Godehard Giese; Schauspieler
Marcel Gisler; Drehbuchautor, Filmregisseur
Klaus Gietinger; Autor und Regisseur
Max Gleschinski; Filmregisseur
Timo Gößler, Film- und Fernsehdramaturg
Trini Götze; Produzentin
Susan Gordanshekan Regisseurin, Drehbuchautorin
Verena Gräfe-Höft; Produzentin
Nikolai von Graevenitz; Bildgestalter
Juliane Gregori; Schauspielerin, Produzentin
Valeska Grisebach, Regisseurin
Christoph Groener; Künstlerischer Leiter Filmfest München
Boris Gromatzki; Editor
Leopold Grün; Filmregisseur, AG Verleih
Cornelia Grünberg; Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Alain Gsponer; Drehbuchautor, Regisseur
Birgit Gudjonsdottir; Bildgestalterin
Christine Günther; Filmproduzentin
Susann Günther; Kostümbildnerin
Nina Gummich; Schauspielerin
Andreas Guni; Drehbuchautor
Anne Haas; Filmemacherin
Sheri Hagen; Schauspielerin, Autorenfilmerin
Oliver Haffner, Regisseur
Georg M. Hafner; Regisseur,
Martin Hagemann; Filmproduzent
Andrea Hailer, Film-Marketing
Nico Hain; Filmproduzent
Bella Halben; Bildgestalterin
Michael Hammon; Studiendekan, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf
Amir Hamz; Produzent
Jascha Hannover; Dokumentarfilmregisseur
Simon Happ; Producer
Kirsten Harder, Autorin und Dramaturgin
Igor Hartmann; Regisseur
Antje Harries; Filmkritikerin
Elke Hauck, Filmregisseurin
Meike Hauck, Drehbuchautorin
Anja Haverland; Schauspielerin
Simon Hauck, Filmkritiker, Kurator
Simon Hauschild; Comedy- und Drehbuchautor
Peter Heilrath; Produzent
Yoshi Heimrath; Bildgestalter
Gerda Maria Hein, Schauspielagentin
Lutz Heineking jr.; Filmemacher
Sophie Heldman; Regisseurin
Jim Heller; Filmwissenschaftler
Hannes Hellmann; Schauspieler
Luise Helm, Schauspielerin
Franziska Henke; Filmkomponistin
Aljoscha Hennig; Bildgestaltung
Anna Hepp; Filmemacherin
Christian Hermans; Filmtonmeister
Jasmin Herold; Filmregisseurin
Susanne Hertel; Drehbuchautorin
Frank Himmel, Produzent, Autor
Jörg Himstedt; Redakteur, Produzent
Stefan Höh, Filmemacher
Friderikke-Maria Hörbe; Schauspielerin
Björn Hoffmann; Filmverleiher
Petra Hoffmann; Produzentin, Regisseurin
Annika Hohl; Autorin
Sylvie Hohlbaum; Filmregisseurin
Eric Horst, Filmjournalist,
Sven Illgner; Festivalleiter Kinofest Lünen
Mo Jäger; Regisseurin
Uwe Janson; Autor & Regisseur
Friederike Jehn; Regisseurin
Hansi Jochmann; Schauspielerin
Rüdiger Jordan; Locationscout
Eva Maria Jost; Schauspielerin
Tim Kalkhof; Schauspieler
Alexandra Kamp; Schauspielerin
Sadi Kantürk, Regisseur
Tuna Kaptan, Filmregisseur
Jennifer Karen; Schauspielerin
Bernhard Karl, Kurator
Stefan Karlegger, Aufnahmeleiter
Lisa Karlström; Schauspielerin
Sebastian Katzer, 1. Kameraassistent
Cem Kaya, Regisseur
Selda Kaya; Schauspielerin
Sascha Keilholz; Filmkurator, Festivalleiter
Britta Keils; Filmregisseurin
Eva Kemme; Filmproduzentin
Anne Keßel; Autorin
Réka Kincses; Filmregisseurin
Caroline Kirberg; Filmemacherin, Produzentin
Michaela Kis; Schauspielerin
Christian Klandt; Regisseur, Autor
Sigrid Klausmann; Dokumentarfilmerin, Regisseurin
Alexander Kleider; Filmemacher
Florian Kleine; Schauspieler
Beate Klöckner; Filmemacherin
Norbert Kneissl; Filmproduzent
Hartwig König, Filmproduzent
Can Köprülü; Kameramann
Arne Körner; Regisseur, Drehbuchautor
Kathrin Kohlstedde; Filmfest Hamburg Programmleiterin
Kollektiv vom fsk-Kino & Peripher Filmverleih
Rainer Komers; Filmemacher
Tatjana Kononenko; Filmregisseurin
Ira Kormannshaus; Kino- und Festivalarbeiterin, Übersetzerin
Kira Koschella; Schauspielerin,
Olaf Kraemer; Drehbuchautor, Regisseur
Tommy Krappweis; Autor/Regisseur/Produzent
Claudia Kratochvil; Autor/Writing Producer
Lena Krause, Kamerafrau und Studentin der Hamburg Media School
Sina Kraushaar, Filmwissenschaftlerin & Produktionsassistenz / Kloos und Co. Medien
Korinna Krauss; Schauspielerin, Regisseurin
Dirk Krecker; Filmtonmeister
Elsa Kremser; Filmregisseurin
Ulrike Kreutzer; Producerin
Timm Kröger; Filmregisseur, Kameramann
Gerd Kroske; Regisseur
Maren Kroymann; Weltvertrieb
Jan Krüger; Filmproduzent
Jan Krüger; Filmregisseur
Jan Künemund; Filmkritiker, Kurator, Autor
Kai Künnemann; Filmproduzent
Torsten Künstler; Regisseur; 1stAD
Katharina Küpper; Schauspielerin
Kathi Kullack; Maskenbildnerin
Bettina Kurth; Schauspielerin
Joachim Kurz; Filmkritiker
Sanne Kurz; Rundfunkrätin, Landtagsabgeordnete
Jerry Kwarteng; Schauspieler; Filmproduzent
Sarika Hemi Lakhani; Filmproduzentin
Jessica Landt; Filmproduzentin
Hannes Lang; Filmregisseur
Bernd Lange; Drehbuchautor
Erdmann Lange; Kinobetreiber, Kurator
Georg von Langsdorff; Film Marketing Consultant, Filmemacher, Filmkritiker
Niels Laupert, Autor & Regisseur
Alessija Lause; Schauspielerin
Astrid Leberti; Schauspielerin
David Armati Lechner; Produzent
Andy Lehmann; Kamera/Bildgestaltung
Tobias Lehmann; Filmverleiher
Marcus Lenz; Filmregisseur
Lars Liebold, Bildgestaltung
Oliver Liliensiek; Regisseur
Jonas Lindt; Drehbuchautor
Ivy Lißack Schauspielerin
Tina Löbbert; Produzentin
Michael Loeken; Filmemacher
Dustin Loose, Filmregisseur
Luzie Loose; Schauspielerin
Nahuel Lopez; Filmregisseur
Petra Lüschow; Autorin, Regisseurin
Vincent Lutz; Gründer von Crew United
Norbert Maass; Drehbuchberater und -autor
Hanns Maier, Kameramann
Milena Maitz, Produzentin
Carolin Maiwald; Schauspielerin
Vladimir Majdandzic, Filmemacher, Hessischer Filmpreisträger
Beate Malkus; Schauspielerin
Lillemor Mallau; Produzentin, Schauspielerin
Bernardus Manders, Schauspieler
Verena Marisa; Filmkomponistin
Sebastian Marka; Filmregisseur
Gary Marlowe; Komponist
Suse Marquardt; Castingdirectorin
Cristina Marx; Filmuniversität Babelsberg
Eva Maschke; Bildgestalterin
Fabian Massah; Filmproduzent
Júnia Matsuura; Produzentin, Autorin
Daniel Mattig; Produktionsleiter
Benedikt Maurer; Creative Producer
Alf Mayer; ehemaliger Direktor der FBW und Jurymitglied des Hessischen Filmpreis, Filmkritiker
Mateja Meded; Schauspielerin
Romy Meier; Maskenbildnerin
Verona Meier; Produzentin
Reza Memari; Drehbuchautor & Regisseur
Mario Mentrup; Filmemacher, Autor, Schauspieler
Marisa Middleton; Regisseurin, Autorin
Chris Miera; Regisseur
Thomas Mill; Schauspieler
Mariko Minoguchi, Filmregisseurin, Drehbuchautorin
Nikola Mirza; Presseagent
Thorsten Möller; Aufnahmeleiter
Mark Monheim; Filmregisseur, Drehbuchautor
Andreas Morell; Filmregisseur
Boris Motzki; Filmregisseur
Jan Heinrich Müller; Herstellungsleiter
Lisa Maria Müller, Oberbeleuchterin
Matthias Müller; Filmemacher
Ulrike Müller; Casterin
Alexander Müller-Elsner; Filmproduzent
Ümit Mümit; Produzent
Svenja Muetz; Szenenbildnerin
Oliver Mutz; Regisseur
Carolin Mylord; Regisseurin, Autorin
Sandra Nedeleff; Schauspielerin, Autorin, Regisseurin
Marita Neher; Filmregisseurin
Anna-Kristin Nekarda; Filmeditorin
Stefan Neuberger; Kameramann, Regisseur
Tim Neuhaus; Filmkomponist
Esther Niemeier; Filmregisseurin
Klaus Nierhoff; Schauspieler
Selina Oczko; Produzentin
Gunther Oehme; Filmtonmeister
Adrian Oeser, Regie Dokumentarfilm und Fernsehjournalismus
Stefan Oliveira-Pita; Filmeditor
Ruth Olshan; Regisseurin und Autorin
Martin Ontrop; Schauspieler
Martin Orth; Künstlerischer Leiter des Landshuter Kurzfilmfestivals
Karla Other; Drehbuchautorin
Leander Ott; Kameramann
Marc Ottiker; Filmregisseur, Drehbuchautor
Paul Pallapies; Beleuchter/Best Boy
Stefan Pannen; Filmproduzent
Linus de Paoli; Filmregisseur
Marcel Jannick Paul; Regisseur, Filmeditor
Julia Penner; Autorin
Levin Peter; Filmregisseur
Manh Tung Pham; Filmeditor
Kai S. Pieck; Autor, Regisseur, Initiator Queer Media Society
Paul Poet; Filmemacher
Jutta Pohlmann, Bildgestalterin
Patrick Popow; Cinematographer
Boris von Poser; Regisseur
Dietmar Post; Filmregisseur
Hossein Pourseifi, Filmregisseur
Wilma Pradetto; Regisseurin, Autorin
Rosa von Praunheim; Filmregisseur
Johannes Praus; Bildgestalter
Dominikus Probst; Regisseur
Axel Timo Purr; Filmkritiker
Erzsebet Racz; Regisseurin, Drehbuchautorin
Sabine Radebold; Drehbuchautorin
Maike Rasch Autorin
Felix Raffel; Filmkomponist
Kerstin Ramcke; Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Gioia Raspé, Kostümbildnerin
Anne Ratte Polle; Schauspielerin
Juliane Rebentisch; Philosophin, Hochschule für Gestaltung, Offenbach
Susann Reck; Filmemacherin
Cristina do Rego; Schauspielerin
Claus Reichel; Produzent
René Reichert; Kameramann
Claudia Reimer; Schauspielerin
Bettina Renner, Regisseurin
Marc Rensing; Regisseur
Maija-Lene Rettig; Filmemacherin
Lucie Ribeiro; Filmemacherin
Frank Riede, Schauspieler
Jürgen Rißmann, Schauspieler
Susanne Ritter, Casterin
Pauline Rönneberg; Filmregisseurin
Frank Röth; Schauspieler
Christian Alexander Rogler; Schauspieler, Produzent
Barbara Rohm; Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Esther Roling; Schauspielerin, Vertreterin des Bundesverband Schauspiel Nord
Dorothea Rosenberger; Schauspielerin, Autorin
Saskia Rosendahl; Schauspielerin
Werner Rosmaity; Kinobetreiber
Michael Rowitz, Regisseur
Margrét Rún; Regisseurin
Christiane Sadlo; Autorin
Nuray Sahin; Filmregisseurin
Paul Salisbury; Drehbuchautor
Konrad Sattler; Filmregisseur, Drehbuchautor
Birge Schade; Schauspielerin
Florentine Schara, Schauspielerin
Julia Scheck; Direktorin, Unabhängiges Filmfest Osnabrück
Yaschar Scheyda; Filmemacher, Komponist, Sounddesigner
Til Schindler; Schauspieler
Franziska Schlotterer; Regisseurin
Dixie Schmiedle, Bildgestaltung
Kirstin Schmitt; Filmemacherin & Fotografin
Maren Schmitt; Producerin
Peter W. Schmitt; Film-Komponist
Carolin Schmitz; Filmemacherin
Marion Gretchen Schmitz; Schauspielerin
Peter Schneider; Schauspieler
Dr. Josef Schnelle, Autor und Filmkritiker
Bernd Schoch; Filmregisseur
Katharina Schöde; Autorin, Regisseurin
Ulrike Schölles; Producerin, Drehbuchautorin
Daniela Schönberg, Schauspielerin
Britta Schoening, Filmregisseurin
Marc Schötteldreier; Castingdirector
Dinah Schramm; ehemalige Castingredakteurin
Tom Schreiber; Regisseur
Karoline Schuch; Schauspielerin
Uli M Schueppel; Filmregisseur
Tanja Schuh; Castingdirectorin / Regisseurin
Astrid Schult; Regisseurin
Silke Cecilia Schultz, Drehbuchautorin
Severin Schultze; DIT und Colorist
Amor Schumacher; Schauspielerin, Regisseurin
Sandra Schuppach; Agentin
Florian Schwarz; Regisseur
Benedikt Schwarzer, Regisseur
Jonatan Schwenk; Filmregisseur
Daniela Schwerdt; Schauspielerin und Moderatorin
Christian Schwochow, Regisseur
Ana-Felicia Scutelnicu; Regisseurin
Mona Seefried; Schauspielerin
Maximilian Seidel, Produktionsleiter
Thomas Sieben; Regisseur
Andy Siege; Regisseur
Bastian Sierich; Schauspieler
David Skrotzki; Producer
Lars Smekal, Filmregisseur
Michael Soller; Laienschauspieler
Sebastian Sorger; Regisseur
Herbert Spaich; Filmkritiker
Ludwig Sporrer; Festivalmacher
Jan Speckenbach; Filmregisseur
Annika Speidel; 1. Kameraassistentin
Katharina Spiering; Schauspielerin
Verena von Stackelberg; Kuratorin, Kinobetreiberin
Lilith Stangenberg; Schauspielerin
Birgit Stauber, Schauspielerin; Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Claudia Steffen; Filmproduzentin
Loretta Stern; Schauspielerin, Autorin,
Florian Stetter; Schauspieler
Lisa Marie Stoiber; Schauspielerin
Martin Stoklossa; Set-Aufnahmeleiter
Andreas Struck; Filmregisseur
Hardi Sturm; Drehbuchautor, Regisseur
Johannes Suhm; Schauspieler
Stephan Szasz; Schauspieler
Barbara Teufel; Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Anna Lena Theobald; Filmautorin
Simona Theoharova; Schauspielerin
Mira Thiel; Regisseurin
Tidi von Tiedemann, Regisseur
Ruth Toma; Drehbuchautorin
Christoph Tomanek; Schauspieler
Alex Tondowski; Schauspieler
Laura Tonke; Schauspielerin
Adrian Topol; Schauspieler und Produzent
Iris Trescher, Szenenbildnerin
Tina Tripp; Regisseurin
Eva Trobitsch; Regisseurin
Tini Tüllmann; Regisseurin
Lars Tunçay; Filmkritiker
Tatjana Turanskyj; Regisseurin, Pro Quote Film e.V. – Vorstand
Serpil Turhan; Regisseurin, Schauspielerin
Figen Ünsal; Regisseurin
Marlen Ulonska; Schauspielerin
Ümit Uluda?; Producer
David Ungureit, Drehbuchautor (ehemaliges Jurymitglied des Hessischen Filmpreises)
Sebastian Urzendowsky; Schauspieler
Ulrike Tony Vahl; Regisseurin
Johannes Richard Voelkel, Schauspieler, Regisseur
Saskia Vömel; Film-Marketing
Saralisa Volm; Regisseurin, Produzentin, Schauspielerin, Autorin, Kuratorin
Dr. Christos Vittoratos, Unternehmer
Merle Vorwald; Szenenbildnerin
Nicolas Wackerbarth; Filmregisseur, Schauspieler
Alexander Wadouh; Filmproduzent
Stephan Wagner; Filmregisseur
Mona Walch; Festivalarbeiterin
Claire Walka; Filmemacherin
Tobias Walker; Produzent
Julia Walter, Regisseurin und Drehbuchautorin
Irina Wanka; Schauspielerin
Hannes Wegener, Schauspieler
Mareike Wegener; Filmregisseurin
Börres Weiffenbach; Cinematographer/DoP
Sebastian Weimann; Regisseur
Steffen Weinert; Autor und Regisseur
Bettina Weiß; Kostümbildnerin
Franziska Weisz; Schauspielerin
Nina Weisz; Schauspielerin
Marcus Welsch; Filmregisseur
Jamila Wenske; Filmproduzentin
Jochen Werner; Filmkurator
Jakob D. Weydemann; Filmproduzent
Jonas Weydemann; Filmproduzent
Heike Wiehle-Timm; Filmproduzentin
Nikolai Will; Schauspieler
Holger Wimmer, 1. Kameraassistent
Henner Winckler; Filmregisseur
Andrea Wink; Festivalleitung exground filmfest
Sebastian Winkels; Filmemacher
Erik Winker; Filmproduzent
Isa Willinger, Filmregisseurin
Britta Wilkening-Barnsteiner; Filmverleiherin
Marisa Winter; Kuratorin, Initiative Mittellange Filme und „Big Short Awards“
Alexander Wipprecht; Schauspieler
Jens Wischnewski, Filmregisseur
Antje Witte; Kinoleiterin Orfeos Erben
Frieder Wittich; Filmregisseur
Thomas Wöbke; Produzent
Nele Wohlatz; Regisseurin
Maite Woköck; Produzentin
Roland Wolf; Schauspieler
Rochus Wolff, Filmkritiker
Douglas Wolfsberger; Filmregisseur
Sandra Wollner; Filmregisseurin
Lorenz Wurdinger; Festivalleiter, Mainz
Ramin Yazdani; Schauspieler
Erol Yesilkaya; Drehbuchautor
Peter Zach; Regisseur; Drehbuchautor
Max Zähle; Regisseur
Max Zaher, Cinematographer-Operator-SteadiCam
Eva Zahn; Drehbuchautorin
Volker A. Zahn; Drehbuchautor
Doris Zander; Produzentin, Gesamtvorstand Produzentenallianz
Brigitte Zeh; Schauspielerin
Ariane Zeller; Regisseurin
Oliver Zenglein; Netzwerker, Gründer von Crew United
Ben Zerhau, Producer

Weitere Unterzeichner*innen melden sich gerne unter der Angabe ihres Namens und Ihrer Tätigkeit unter (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

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Lars Jessen gehört zu den ganz wenigen Kreativen und Regisseur*innen unserer Branche, die sich nachhaltig und glaubwürdig für ökologische Nachhaltigkeit einsetzen. Sein simpler Ansatz für effektives Grünes Drehen: FLÜGE STREICHEN, WENIGER FLEISCHKONSUM. Kostet nix und bewirkt viel!

Hört rein in das wunderbare Intverview von Andrea Gerhard mit Lars Jessen in Ihrem Podcast ZWEIvorZWÖLF

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Die vorliegende cn-klappe zeigt einen Zusammenschnitt des BVC-Panels im Rahmen des Filmfest München.

Die anhaltenden Diskussionen um eine Frauenquote in Medien, Politik und Management sowie der Gender Wage Gap sind nach wie vor ernüchternd und machen deutlich, dass existierende strukturelle Ungleichheiten die Geschlechterdifferenz, trotz Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz, nach wie vor aufrechterhalten.

Frauen sind im deutschen Fernsehen und in den heimischen Kinoproduktionen nicht nur deutlich unterrepräsentiert, sondern verkörpern häufig auch ein sehr klischeehaftes Frauenbild. Ebenso werden Männer und Frauen mit Migrationshintergrund in deutschen Produktionen immer noch vor allem in stereotypischen Rollen gezeigt. Jedoch hat sich in den letzten ein bis zwei Jahren auch schon einiges bewegt und verändert – die Veranstalter*innen freuen uns sehr über eine spannende Diskussion.

Der Bundesverband Casting (BVC) lud ein zu einer Diskussion über bestehende Strukturen und Perspektiven. Der Verband wollte Meinungen hören, Ideen sammeln und Sensibilität schaffen, um gemeinsam etwas zu verändern.

Auf dem Podium diskutierten:
Sabine Derflinger (Regisseurin)
Maria Furtwängler (Schauspielerin, MaLisa Stiftung)
Marcus Ammon (Sky)
Claudia Simionescu (Bayerischer Rundfunk)

Von Seiten des Bundesverband Casting (BVC) waren vertreten:
Marion Haack (BVC | Hamburg)
Manolya Mutlu (BVC | Stuttgart)

Moderation: Stephen Sikder (BVC | München)

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel:

Intro
Kapitel 1: Auftaktrunde – Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen
Kapitel 2: Im Dialog bleiben – Audiovisuelle Diversität als Selbstverständlichkeit
Kapitel 3: Den Blick schulen – Genderkompetenz an den Filmhochschulen fördern
Kapitel 4: Abschlussrunde mit Publikum – Was will der Zuschauer eigentlich?
Abspann & Dankeschön

Offizielle Website des Bundesverband Casting (BVC): www.castingverband.de

Viel Spaß beim Anschauen!

Wie hältst du’s mit dem Tarifvertrag??Die Filmförderungsanstalt (FFA) wollte es wissen, die Produzentenallianz ließ anders fragen, und antworten konnte jeder, wie er wollte. Ergebnis:?72 Prozent der Produktionsunternehmen orientieren sich „immer“ oder „überwiegend“ am Gagentarifvertrag.?Die FFA?druckte das anstelle einer echten statistischen Auswertung nach. | Grafik © cinearte

Wie hältst du’s mit dem Tarifvertrag??Die Filmförderungsanstalt (FFA) wollte es wissen, die Produzentenallianz ließ anders fragen, und antworten konnte jeder, wie er wollte. Ergebnis:?72 Prozent der Produktionsunternehmen orientieren sich „immer“ oder „überwiegend“ am Gagentarifvertrag.?Die FFA?druckte das anstelle einer echten statistischen Auswertung nach. | Grafik © cinearte

Seit zwei Jahren hat die Filmförderungsanstalt (FFA) des Bundes eine weitere Aufgabe erhalten, nämlich „darauf hinzuwirken, dass in der Filmwirtschaft eingesetztes Personal zu sozialverträglichen Bedingungen beschäftigt wird.“

Wie und wann das geschehen soll, wird nicht erklärt. Lediglich eine konkrete Handlungsanweisung gibt das Filmförderungsgesetz (FFG) [PDF] von 2017 der FFA: Der jährliche Förderbericht soll fortan „eine statistische Auswertung der Informationen zur Anwendbarkeit von Branchentarifverträgen oder vergleichbaren sozialen Standards“ enthalten, besagt Paragraf 169.

Doch der Geschäftsbericht 2017, der erste unter dem aktuellen Gesetz, enthielt nichts dergleichen. Die „genannten Daten werden mit der Schlussprüfung erhoben, normalerweise zwei bis drei Jahre nach der Förderzusage“, erklärte die FFA im Mai auf Nachfrage von cinearte. „Eine statistische Auswertung ist also frühestens 2019 möglich und wird dann im entsprechenden Förderbericht veröffentlicht.“  

Der Geschäftsbericht 2018 erschien am 11. Juli dieses Jahres – wieder ohne die verlangte Statistik, weil „belastbare Daten aus den seit 2017 geförderten Produktionen erst frühestens Mitte 2019 vorliegen werden“, schreibt die FFA wieder als Erklärung dazu. Um der Verpflichtung des Paragrafen 169 dennoch nachzukommen, griff sie einfach auf die „Produzentenstudie 2018“ zurück, die bereits im vorigen Herbst erschienen ist, und druckte den „entsprechenden Abschnitt“ einfach nach [PDF].pastedGraphic.png

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Ganz so einfach ist es nicht...

Auf 70mm nur fürs Kino gemacht: Tenet von Christopher Nolan

Warum in Frank­reich das Kino funk­tio­niert und wie in Deutsch­land die öffent­liche Hand das Sterben des Mediums Kino finan­ziert – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­gän­gers, 201. Folge

»Paris ist nicht bloß die Haupt­stadt von Frank­reich, sondern der ganzen zivi­li­sierten Welt. … Versam­melt ist hier alles, was groß ist durch Liebe und Hass, durch Fühlen und Denken, durch Wissen oder Können, durch Glück oder Unglück, durch Zukunft oder Vergan­gen­heit.«
(Heinrich Heine)

+ + +

Der Filme­ma­cher Chris­to­pher Nolan, ob man ihn nun richtig mag, oder nicht, ist ohne Frage der wich­tigste, also kulturell einfluss­reichste Regisseur unseres Zeit­al­ters. Nicht del Toro, nicht Tarantino, auch leider nicht mehr Godard und nicht mal, wer hätte es gedacht, Til Schweiger.

Jetzt wurde der erste Teaser seines neuen Films Tenet, eines Spio­na­ge­thril­lers veröf­fent­licht. Aber wir haben ihn noch nicht gesehen. Wir können ihn nicht sehen! Denn er wird bisher nur im Kino gezeigt. Ist das nun eine Frechheit gegenüber seinen Fans, zum Beispiel in München? Oder ist es nicht ganz wunderbar, dass dieser Regisseur das Kino und das Film­ma­te­rial – Nolan dreht nicht digital, sondern in diesem Fall auf 70mm und im IMAX-Format –
wirklich vertei­digt. Dass da einer ist, der es sich erlauben kann und der darum dem Kino ein Allein­stel­lungs­merkmal gibt, das diesem gebührt.

+ + +

Wir würden ja niemals der Kultur­staats­mi­nis­terin Monika Grütters abspre­chen, dass auch sie sich wirklich ums Kino bemüht. Dass sie ein veri­ta­bles und ernst gemeintes Interesse daran hat, den Standort Kino zu stärken. Viel­leicht nicht mehr in fünf Jahren, aber jetzt. Was ich aber nicht glaube, ist, dass sie immer gut beraten und umfang­reich infor­miert wird – sondern im Gegenteil ziemlich einseitig.

Das Grütters-Interview in der »Süddeut­schen«, aus dem wir vergan­gene Woche schon zitiert hatten, war in der Hinsicht sehr aufschluss­reich. Taktisch und rheto­risch war das Konzept klar: Die Dinge laufen schlecht, obwohl Grütters mehr Geld gibt, brechen die Zuschauer weg. Also »nennt« Grütters die Fehler und Probleme – dann kann sie ja nicht dran schuld sein, oder?

Viel­leicht aber doch. Viel­leicht sind die Erfolgs­kri­te­rien genau so schräg, wie die der Länder­för­derer, und viel­leicht trägt eine Förder­po­litik, die auf »Leucht­türme« und Pres­ti­ge­pro­jekte setzt und die Breite verdorren lässt, gehörig zur Misere bei. Vor allem ist auch die Förderei im BKM höchst wider­sprüch­lich.

+ + +

Ein Beispiel hierfür: Beim vom BKM hoch geför­derten Film­fes­tival von Berlin läuft der deutsche Film Ich war zuhause, aber… von Angela Schanelec im Wett­be­werb und gewinnt sogar den Silbernen Bären für Beste Regie.
Dann beantragt der Verleiher beim BKM Verleih­för­de­rung. Diese wird nicht gewährt. Natürlich redet man sich beim BKM auf die »Unab­hän­gig­keit der Jury­ent­schei­dung« heraus, und wer wollte schon etwas gegen unab­hän­gige Jurys sagen?

Aber wie kann das sein?? Wie ist das in Gottes Namen möglich??? Das BKM ist ja nicht irgend­eine von Tante Emma geführte Länder­butze, sondern angeblich die »kultu­relle Film­för­de­rung«. Ein schwie­riger Film (den ich persön­lich auch gar nicht besonders schätze, aber es geht ums Prinzip), ein schwie­riger Film, der mehr als alle Wiedemann & Bergs & X- und Y-Filme zusammen auf kultu­relle Förderung ange­wiesen ist, und der nebenbei die Behaup­tung wider­legen könnte, dass man in Deutsch­land nur mit Schrott im Kino Geld verdienen kann, und dass die Berlinale und ihre Preise eh nix wert sind, und an der Kasse nichts bringen, einem solchen Film verwehrt man das, was man allen möglichen Filmen zugesteht: Unter­s­tüt­zung bei Kinostart im schwie­rigen Gelände.

Warum pumpt man viel Geld in die Berlinale, sorgt aber nicht dafür, dass wenigs­tens die dort ausge­zeich­neten Filme auch vernünf­tige Start­chancen bekommen?

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