Die Kinos legen wieder los. Und wer als Kinobetreiber früher fleißig „Tetris“ gespielt hat, könnte vielleicht sogar die Kosten decken? | Screenshot

Heute mal in eigener Sache – ein Thema, das alle angeht: Fast ein Jahr lang haben wir in der Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ mit vielen Partnern daran gearbeitet: Nächste Woche startet online die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Ganz ehrlich: Mit diesem Tutorial haben wir nichts zu tun. Aber wir freuen uns darüber: Kreativfilm stellt auf seinem Youtube-Kanal Crew-United vor – und wie die Jobbörse funktioniert.

 

Die Welt liegt im Corona-Bann, doch ein anderes Thema beherrscht dennoch die Nachrichten und Diskussionen: Diversität – die tatsächliche Vielfalt unserer Gesellschaft, und wie sie gelebt und wiedergegeben wird. Im deutschen Film und Fernsehen noch kaum, finden nicht nur wir bei Crew United. Und das gilt nicht nur für Bildschirm und Leinwand, sondern auch in den Kulissen und dahinter: Erfahrungsberichte vor allem aus den Schattenbereichen, von Diskriminierungen bis zu sexuellen Straftaten gibt es zuhauf – doch noch keine umfassenden belastbaren Daten. Die soll ab Ende nächster Woche eine Onlinebefragung liefern, an der wir mit unseren Partnern fast ein Jahr lang gearbeitet haben. Die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera beleuchtet 440 Berufe in der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche.
Ein breites Bündnis aus Vereinen und Unternehmen, Verbänden und Institutionen unterstützt, trägt oder fördert die Umfrage. Mehr als 30.000 Filmschaffenden sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden, die Menschenrechtsorganisation Citizens For Europe verantwortet die wissenschaftliche, technische und datenschutzkonforme Durchführung. Deshalb ist eine Registrierung bei Crew United für die Teilnahme nötig – das geht auch kostenlos und einfach (und wer nicht aktiv auf Crew United bleiben möchte, löscht einfach die Registrierung, nachdem er*sie den Umfragelink erhalten hat).
Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. Wir werden die Umfrage in den kommenden Ausgaben und auf out-takes.de mit Interviews und Berichten begleiten.

 

Wie geht es dem „Hollywood Spandaus“, fragt „Der Tagesspiegel“, die dortige Lokalredaktion antwortet im Newsletter, nachdem sie mit der Produzentin Alice Brauner gesprochen hat. Sie leitet die CCC-Filmstudios und sagt: „Es ist krass schwer, unter Corona-Bedingungen zu drehen.“ Auch zur Schließung des Berliner Kinos „Colosseum“ stellt sie ihre Sicht der Dinge klar. 

„Im Grundsatz“ stimme der Artikel, schreibt uns Alice Brauner, doch er habe „ein paar Fakten durcheinandergewirbelt“. Ihre Anmerkungen:
„Falsch ist, dass die Streaming-Dienste vor der Eröffnung des ,Colosseums’ zum ersten Dolchstoß geführt haben. Das ist natürlich Unsinn. Die Kulturbrauerei, gegen die mein Vater damals (1998) vehement beim Bezirksamt und nicht nur da, protestierte, weil sie die Umsätze des ,Coloseums’ zu halbieren drohte, was sie schließlich auch tat, führte zum ersten Dolchstoß ins Herz des ,Colosseums’. Seit einigen Jahren verschärfen die Streaming-Portale die Situation, und Corona gab dann den letzten Dolchstoß. Wir haben gekämpft, so gut es ging, und mit Beantragung einer einmaligen Hilfsmaßnahme ist es sicher nicht getan.
Falsch ist auch, dass die CCC Filmstudios (Filmatelier Haselhorst) auf einem Gelände mit 39-jähriger Erbpacht liegen. Das Gelände gehört zu 75 Prozent der Erbengemeinschaft Brauner, nur zirka 25 Prozent unterliegen einem Erbbaurechtsvertrag mit der BIM.
Falsch ist auch, dass „Crescendo“ #makemusicnotwar sowohl virtuell als auch analog in 100 Kinos zu sehen ist. Der Film ist ausschließlich virtuell für 12,99 US-Dollar in nahezu 100 Kinos virtuell für einen gewissen Zeitraum abzurufen.

Die „BZ“ hatte schon im Mai über den Kampf um Hollywood in Haselhorst berichtet.

 

Noch einmal zur Erinnerung: Ums  „Drehen in Corona-Zeiten“ geht’s morgen im kostenlosen Webinar der Deutschen Akademie für Fernsehen. 

Die Internationale Filmschule Köln wird 20 und stellt darum jeden Dienstag online einen Film vor, der im Bachelorstudium entstanden ist. Diese Woche „Der magische Umhang“ (2009) von Claudia Reinhard (Regie, Drehbuch), Robin Eichelsheimer (Drehbuch) und Philipp Lutz (Produktion) aus dem dritten Jahrgang.

Aus Kino Sommer Hessen wird in diesem Jahr das Sommer Wander Kino 2020: Das corona-bedingt zustande gekommene Sonderprojekt ermöglicht die Förderung sommerlicher Kinoabende. In kulturarmen Zeiten richtet sich das Angebot an hessische Orte in ländlichen Regionen und die Kinos in schwieriger Lage. Sie sollen sich beim Film- und Kinobüro Hessen melden.

 

Nordrhein-Westfalen habe seine Position als führender TV-Standort Deutschlands gestärkt, meldet die dortige Filmförderung.
Eine  neue Studie untersuchte unter anderem Produktionsvolumen sowie Anzahl der Produktionsbetriebe im gesamtdeutschen Vergleich.
Nordrhein-Westfalen bleibt Deutschlands großes Fernsehland, kämpft aber mit den Folgen der Corona-Krise für seine TV-Branche, berichtet „Digitalfernsehen“.

Hessen hat am Montag die Corona-Maßnahmen weiter gelockert. Für Kinos wird die Fünf-Quadratmeter-Regel für Sitzplätze aufgehoben. Grundsätzlich muss der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Davon könne beispielsweise in Kinos abgewichen werden, wenn ein Hygienekonzept vorliegt, das Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Alltagsmaske vorsieht.

Das Unterstützungspaket „Hessen kulturell neu eröffnen“ ist in seine dritte Phase gestartet, meldete „Blickpunkt Film“ am Montag: Ab sofort können Spielstätten wie Kinos beim Ministerium für Wissenschaft und Kunst Anträge auf Hilfe aus dem Fonds „Innovativ neu eröffnen“ stellen. Auch Anträge in den beiden ersten Phasen des Programms seien weiterhin möglich, darunter Arbeitsstipendien für Freie Künstler*innen. Im August soll die Antragstellung für den letzten Baustein des Programms starten: Projektstipendien.

Der Bund hat zuletzt 50 Millionen Euro für einen Ausfallfonds für corona-bedingte Produktionsausfälle angekündigt. Nun hat Nordrhein-Westfalen zusätzlich zehn Millionen Euro angekündigt, auch Bayern hatte vor Wochen Geld versprochen, berichtet „DWDL“.

Während aber der Ausfallfonds der Bundesregierung nur bei Kino- und High-End-Produktionen greift, kündigten beide Bundesländer an, auch Mittel für klassische TV-Auftragsproduktionen bereitzustellen, erklärt „Blickpunkt Film“ genauer.

 

Die Dämmerung des dualen Systems hatte der Medienforscher und Dokumentarfilmer Lutz Hachmeister im Januar angemahnt – und einen notwendigen Entwicklungssprung in der Medienpolitik. Die „Medienkorrespondenz“ publiziert den Vortrag in einer überarbeiteten Version.

„Es besteht ein erheblicher Förderbedarf, um die Kinos zu retten“, sagt Cineplex-Geschäftsführer Kim Ludolf Koch im Interview mit „Medienpolitik“: Für die Kinos könnten Lockdown und zusätzliche Kosten zu einem Minus von 250 Millionen Euro führen.

 

Hollywood dreht wieder – aber kaum noch in Hollywood, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“: Neben Europa ist der US-Bundesstaat Georgia schon länger ein beliebter Produktionsstandort. Dort war man zwei Wochen schneller mit den Sicherheitskonzepten. Außerdem werden dort mehrere neue Filmstudios gebaut, die auch potenzielle künftige Pandemien berücksichtigen sollen.

Im neuen Action-Film „The Old Guard“ auf Netflix schlägt Charlize Theron zu. Auch als Produzentin hinter den Kulissen ist die Schauspielerin kämpferisch, wenn es um Diversität und Frauenpower geht, weiß „Digitalfernsehen“: „Kein Zufall“ sei die Vielfalt von Charakteren in dem Netflix-Film mit starken Frauen, einem schwulen Pärchen und einer schwarzen Soldatin.

Es ist nicht alles „Unorthodox“: Wie stellt sich jüdisches Leben in Deutschland dar? Es mangelt an Vielfalt in der medialen Darstellung, meint die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Der Schauspieler Tilo Prückner ist mit 79 Jahren gestorben. Der ehemalige Tatort-Komissar ermittelte zuletzt in der ARD-Vorabendserie „Rentnercops“ – ein Nachruf in der „Taz“.
„Volksschauspieler nennt man das wohl oder besser noch: Charakterkopf“, meint „Der Tagesspiegel“. 

Die „Frankfurter Rundschau“ erinnert in Schnipseln an Ennio Morricone. Der italienische Filmkomponist ist in der Nacht zum Montag im Alter von 91 Jahren gestorben.
Seine Musik könne das erzählen, was Worte und Bilder nicht vermögen: Die „Berliner Zeitung“ zitiert den Regisseur Sergio Leone, dessen Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ auch durch die Mundharmonikaklänge Morricones berühmt wurde.

 

„Markus Lanz gilt als schleimig und neoliberal, für manche gar als Hassfigur. Andere finden, er macht den besten Polit-Talk des Landes. Was stimmt?“ Die „Taz“ schaut genauer hin: „Er will’s wirklich wissen!“

Gegen einen moralisch aufgeladenen Diskurs haben sich zahlreiche prominente Autoren, Aktivisten und Denker in einem gemeinsamen Brief ausgesprochen. Sie beklagen ein „Klima der Intoleranz“ und „ideologische Einheitlichkeit“, berichtet „Der Spiegel“.

„Schweden ist zur Warnmeldung der Welt geworden“, schreibt die „New York Times“. Der gelassenere Umgang mit der Pandemie habe zu einer Zunahme von Todesfällen geführt, doch die Wirtschaft leidet wie in anderen Ländern [auf Englisch].

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