Tut uns leid – auch wir brauchen eine kurze Pause von der Pandemie. Dies ist die letzte „Corona-Brancheninfo“. Falls wir noch Pläne machen können … | Foto © Universal

Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück! 

Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.

Wer in der Sommerpause weitere „Gedanken in Pandemie“ vermisst, findet vielleicht Trost in diesen Zeilen. Auf „Artechock“ sind seine neuen „Cinema Moralia – Tagebuch eines Kino­ge­hers“ zu lesen. 

Ganz so leicht lassen wir Sie aber auch nicht ziehen: Wir erinnern nochmal mit allem Nachdruck, der uns möglich und noch höflich ist, an unsere Umfrage „Vielfalt im Film“. Nehmen Sie teil! Es ist wichtig! Und zwar so sehr, dass wir zwei Ausrufezeichen hintereinander gesetzt haben. Das tun wir sonst nie!

 

„Lange können wir das nicht durchhalten“, sagen die Chefs der Constantin Film: Im Interview mit dem „Handelsblatt“ sprechen Martin Moszkowicz und Oliver Berben über die Corona-Folgen für die Filmbranche: „Es gibt keinerlei Planbarkeit mehr“. Sie fordern deshalb einen staatlichen Ausfallfonds, wie es ihn bereits in anderen Ländern gebe.

Wie Corona die Filmindustrie verändert, schildert die Deutsche Welle: Die Hygiene-Abstandsregeln machen Dreharbeiten sehr viel aufwendiger, teurer und langweiliger. Drehbücher müssen umgeschrieben werden, weil sich die Schauspieler nicht zu nahe kommen dürfen.

Einfach mal etwas ganz anderes machen und sich dabei einen Traum verwirklichen: „Das Nürnberger Land“ berichtet über den „gebürtigen Hersbrucker“ Hannes Linhard mit seinem Filmprojekt „Generation Tochter“. Neben dem Traum kommt aber auch die Wirklichkeit des Filmemachens zur Sprache.  

 

„Keine Quarantäne mehr bei Filmproduktionen“, meldet die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) heute. Die Pressemitteilung wird genauer: Ab sofort seien „keine pauschalen präventiven Quarantänemaßnahmen“ mehr erforderlich, stattdessen gelte ein Schutzkonzept mit drei Stufen:
# Stufe 1 bezieht sich auf Kurzzeitkontakte unter 15 Minuten pro Tag zwischen zwei gleichen Personen. Hier reichen die allgemeinen Hygienemaßnahmen und Eingangskontrollen mit Abfrage von Corona-Symptomen. Haben zwei gleiche Personen länger als 15 Minuten pro Tag Kontakt, ohne den Mindestabstand wahren zu können, fällt das in Stufe 2.
# In Stufe 2 kommen zu den Schutzmaßnahmen der ersten Stufe noch zwei Corona-Tests pro Woche hinzu. Die höchste Schutzstufe gilt für Beteiligte mit engem Körperkontakt, zum Beispiel in Kampfszenen.
# In dieser Stufe 3 gibt es zusätzlich Kontaktbeschränkungen ab fünf Tagen vor dem Dreh der Szene. Hier wird insbesondere präventives Verhalten der Betroffenen eingefordert. Kann bei notwendigen Kontakten in dieser Zeit der Mindestabstand nicht eingehalten werden, ist mindestens eine FFP2-Maske zu tragen. Außerdem sind während der Schutzzeit unter anderem Schwimmbadbesuche und Partys tabu.

„Schauspieler dürfen ab sofort wieder küssen“, meldet „Klatsch-Tratsch.de“ dazu und erklärt die neuen Hygieneregeln beim Dreh. Auf der Klatsch-Seite klingt das ziemlich einfach. 

 

Eine Nordseeinsel als Brennpunkt einer Pandemie: Der Vogelgrippe-Thriller „Sløborn“ auf ZDF Neo ist das erfundene Begleitprogramm zur Realität der vergangenen Monate, findet „Die Zeit“.
Die Serie „Sløborn“ wurde schon im vorigen Jahr abgedreht. Serienschöpfer Christian Alvart nimmt hellsichtig die Corona-Krise vorweg, lobt der SWR.
„TV Movie“ sprach mit der Schauspielerin Lea van Acken „über ihre Pandemie-Serie, die jetzt real scheint“.

 

„Im Kino herrscht wieder Betrieb“, stellt der „Schwarzwälder Bote“ in Freudenstadt fest. In Baden-Württemberg dürfen seit dem 1. Juni wieder öffnen. Das allerdings habe er „erst in der letzten Maiwoche erfahren“, erklärt der Kinobetreiber im Artikel: „Das war uns dann doch etwas zu spontan.“
Einen Stimmungbericht aus Freyung in Niederbayern liefert das Onlinemagazin „da Hog’n“: „,Die Leute wollen wieder Action’ – Das Leben ist zurück im Cineplex.“
Das „Capitol“ in Grafing macht heute wieder auf, berichtet der „Merkur“ und hat nachgefragt, was die Betreiber-Familie dazu sagt.
In Hamburg warten Kinomacher sehnlichst auf Knaller-Filme, berichtet die „Bergedorfer Zeitung“ mit einer „bescheidenen Bilanz im ,Hansa-Filmstudio’“.

Was machen die Kinos ohne Blockbuster? Die erneute Verschiebung von Christopher Nolans Science-Fiction-Film „Tenet“ sorgt für Verunsicherung in der Branche, berichtet der „Tagesspiegel“.
„Ein Film ist nicht nur ein Film“, kommentiert die „Wiener Zeitung“ die Startverschiebung von „Tenet“, beschränkt sich ansonsten aber nur darauf, die Gründe zu erklären, die jeder kennt.
Auch Disney verschiebt wegen der Pandemie erneut Filmstarts, berichtet „Der Spiegel“, darunter „Mulan“, „Star Wars“ und „Avatar 2“. „Ein Rückschlag für Kinobetreiber“.
Auch die „Stuttgarter Nachrichten“ beschäftigt das.

 

Die Kinos werden allein gelassen, klagt der Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe der Deutschen Presse-Agentur. Der Betreiber der „Astor“-Longe-Kinos sieht die Filmtheater vor allem in Niedersachsen angesichts der strengen Corona-Auflagen am Abgrund.

„Studie: Weniger Aerosole in Kino als in verglichenem Büro“ – so titelt die „Welt“, und es fehlt nur noch das Ausrufezeichen! Na also! Wer aber weiterliest, erfährt: Von „Studie“ ist im Text keine Rede, sondern lediglich von einer Untersuchung. Die entstand im Auftrag des Hauptverbands Deutscher Filmtheater (HDF Kino). Untersucht wurden lediglich zwei Kinosäle und ein Büro. Und es gelten Einschränkungen.
Der HDF Kino erklärt die Untersuchung. 

Die meisten Autokinos in Mitteldeutschland sind wieder geschlossen, hat „MDR Kultur“ ermittelt und erklärt, warum der Corona-Boom wieder abflaut. 

 

„Wie jede Frau trage ich eine Maske“: Der Deutschlandfunk fragt: Was bedeutet die Corona-Pandemie für Frauen auf dem afrikanischen Kontinent? 200 afrikanische Filmemacherinnen reagierten auf einen Aufruf der Ladima-Foundation, Kurzfilme zu Corona zu drehen. Sie erzählen Geschichten von Geldproblemen, von Ausgangssperren und von sexueller Gewalt.

In seinem neuesten Film „Made in Italy“ spielt Liam Neeson an der Seite seines Sohnes. Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erzählt er, warum er ihn eigentlich vor dem Beruf schützen wollte: „Die Zahl der Schauspieler, die ständig arbeitslos sind, liegt bei 65 und manchmal sogar 70 Prozent. Du wirst bei einer Audition nach zwei Stunden abgelehnt und musst es am nächsten Tag bei einer anderen versuchen. Da muss man sich eine dicke Haut zulegen, um mit der Ablehnung fertig zu werden.“

 

Konzepte eines „Future Cinema“ erprobt die Filmuniversität Babelsberg im September: Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklungen der Vereinten Nationen wird die Vision einer Welt, „die frei von Armut, Hunger, Krankheit und Not ist“, formuliert. Eine internationale Masterclass im Rahmen der Filmuni Summer School will das zum Thema einer künstlerischen Auseinandersetzung zu machen: „Dabei werden eigene immersive 360-Grad- und VR-Konzepte sowie Narrationen entwickelt.“ Die Online-Masterclass „Globe Playhouse – Expanded Animation Worlds“ unter der Leitung von Frank Geßner läuft vom 7. bis 18. September und besteht aus einem dreitägigen Symposium und einer sechstägigen Werkstatt. Die Anmeldung ist noch bis 7. August möglich. 

„Innovative, publikumsrelevante und marktfähige Webserien“ werden im Web:First Lab des Bayerischen Filmzentrums entwickelt. Und zwar „in den Bereichen Kultur, Wissen und Unterhaltung“. Mehr noch: „Der Schwerpunkt liegt auf dokumentarischen und fiktionalen Angeboten, die durch ihre besondere Verbindung von kreativen Inhalten, digitalen Distributions- und Marketingstrategien und wirtschaftlichen Perspektiven auf dem Markt bestehen können.“ Das klingt nach ganz schön viel Anspruch. Im Klartext: 14 Kreative arbeiten an fünf intensiven Tagen gemeinsam mit Branchenexperten an sechs ausgewählten Projekten. Keynotes, Fallbeispiele, Workshops und individuelle Fachbetreuung wechseln sich dabei ab.
Wer sich selbst ein Bild machen will: In diesem Jahr findet das Webserien-Labor online statt und öffnet sich mit zwei Open Events für alle, aber nur auf Anmeldung:
Am kommenden Montag, 27. Juli, von 15:15 bis 16 Uhr mit der Fallstudie „Fett und Fett“ mit Chiara Grabmayr & Jakob Schreier.
Am Freitag, 31. Juli, von 16:30 bis 18 Uhr mit dem Open Lab „Ask Us Anything“ mit allen Teilnehmern und den Organisatoren.

 

Damit verabschieden wir uns von Ihnen und freuen uns auf den September. Alles Gute!

 

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