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Sally Potters „Wege des Lebens“ ist ein schwieriger Film, der fordert und vielleicht nicht sein Ziel erreicht. Also sehenswert. | Foto © Jeong Park, Bleecker Street

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 13. August 2020.

Erst war der Jubel groß. Auch in Berlin wird die Abstandsregelung bei der Kinositzbelegung auf einen freien Sitz rechts und links minimiert, da wird einem das wieder madig gemacht. Die neue Regelung gelte nur, wenn man eine Maske auch im Saal trägt, „Blickpunkt Film“ verwies am Dienstag darauf. Was denn nun? Sind die Kinos gerüstet mit Durchlüftung und so weiter? Oder nicht? Werden die Zuschauer da mitmachen? Wird man das überhaupt überprüfen können?

Die Vertreter von 68 Kinounternehmen haben an die Kulturstaatsministerin Monika Grütters einen Offenen Brief geschrieben, in dem sie um einen „Kinogipfel“ beten. Es geht ihnen um das Gespräch, um Hygienevorgaben, um Auswertungsfenster und um finanzielle Hilfen. Monika Grütters reagierte sofort, Hilfen laufen bereits, weitere sind in Planung. Bereits zuvor hat „Blickpunkt Film“ ein Gespräch mit Christine Berg, der HDF-Vorstandsvorsitzenden geführt. „Wir stehen kurz vor dem Abgrund“, so die Titelzeile, ist sicherlich nicht übertrieben.

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Ein Film, den man lieber auf großer Leinwand erlebte: „Dreiviertelblut – Weltraumtouristen“. Sebastian Horn und Gerd Baumann gründeten 2012 Dreiviertelblut. Inzwischen ist das Duo zum Septet gewachsen. | Foto © 24 Bilder

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 6. August 2020.

Mit der Realverfilmung von „Mulan“ (Regie: Niki Caro, Kamera: Mandy Walker) hatte Disney im März diesen Jahres Präsenz zeigen wollen. Jetzt sieht alles anders aus. Der prominent angekündigte Disney-Titel wird wohl nicht in die Kinos kommen, zumindest nicht in den USA. Die eigene Plattform, Disney+, hat inzwischen 60,5 Millionen Abonnenten, hat somit sein 5-Jahres-Ziel erfüllt. Doch „Mulan“ wird über das Abo nicht verfügbar sein, sondern als Einzeltitel gehandelt werden, zu einem ziemlich saftigen Preis. „Blickpunkt Film“ berichtete und bezog sich auf die US-Branchenblätter. Länder, in denen Disney+ nicht verfügbar ist, könnten von der On-Demand-Only-Auswertung ausgenommen werden. Wie es in Deutschland gehandhabt wird, stand am Mittwochvormittag noch nicht fest, es gab noch keine entsprechende Pressemitteilung.

Die Kinobetreiber werden es verschmerzen müssen. Eine Erleichterung ist sicherlich, dass die Abstandsregel bei der Sitzbelegung jetzt angepasst wird. Nach und nach. AG Kino meldet, nach Nordrhein-Westfalen und Sachsen schrumpft auch in Berlin der Abstand von 1,5  auf 1 Meter. Sprich, ein Kino kann jetzt bis zu zwei Drittel ausgelastet werden. Mal sehen, wie sich das auf die deutschen Charts auswirkt. Im Arthouse-Segment ist der  „Master Cheng in Pohjanjoki“ von Mika Kaurismäki gleich auf den ersten Platz gestiegen. Die Arthouse-Charts gibt es hier.

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Die Blockbuster zögern noch, „The King of Staten Island“ nutzt die Chance aufs Kino. In den USA hat es „der neue Judd Apatow“ in der Corona-Krisenzeit nur auf die On-Demand-Plattformen geschafft. | Foto © UIP

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 30. Juli 2020.

Die Brancheninfo macht Sommerpause. Hinweise auf die Filmstarts der Woche bringen wir trotzdem. Vielleicht nicht ganz so ausführlich.

Es tut sich einiges. Alles dreht sich um „Tenet“ von Christopher Nolan, und jetzt wurde diese Woche eine hoffentlich endgültige Entscheidung getroffen. „Tenet“ wird gestaffelt Ende August auch in die deutschen Kinos kommen. „Variety“ berichtete am 27. Juli 2020. „Blickpunkt Film“ konnte sogar schon konkreter werden: Am 26. August ist es in Deutschland soweit. Die Amerikaner werden den Film erst ab dem 3. September 2020 sehen können, das hängt von den Kinoöffnungen (ab August) ab. Die Lücke am 13. August 2020, an dem „Tenet“ zwischenzeitlich starten sollte, wird jetzt mit der Wiederaufführung von Christopher Nolans „Inception“ von 2010 gefüllt, der somit aus dem Startplan von dieser Woche herausfällt.

Damit fehlt in dieser Woche ein prominenter Zugang, auch wenn es sich um eine Wiederaufführung handelt. „Blickpunkt Film“ meldete bereits einen Neustartmangel. Zumindest für diese Woche können wir das bestätigen. Nächste Woche, wenn sich da nichts gravierend ändert, sieht das schon anders aus. Aber sicherlich, englischsprachige Filme haben eine bessere Zugkraft und sind begehrt.

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Tut uns leid – auch wir brauchen eine kurze Pause von der Pandemie. Dies ist die letzte „Corona-Brancheninfo“. Falls wir noch Pläne machen können … | Foto © Universal

Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück! 

Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.

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Wann läuft er denn nun endlich? Mysteriös und verwirrend geht’s jetzt schon zu um Christopher Nolans neuen Film. | Foto © Warner Brothers, Melinda Sue Gordon

Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 23. Juli 2020. 

Vorige Woche berichteten wir, wie Kinomacher die Filmverleiher bitten, ihre Filme nicht zu verschieben. Das Kino, besonders die Hollywood-Abspielstätten, brauchen die Ware. Und wenn es schon nicht der große Titel aus Übersee ist, dann so doch etwas hochkalibriges Deutsches. Genau diese Diskussion läuft jetzt auch in den USA. Der Anlass: Warner Brothers verschiebt ein weiteres Mal Christopher Nolans „Tenet“. Genauer ausgedrückt, der Film befindet sich jetzt in der Warteschleife für einen neuen US-Starttermin. Stand Mittwochvormittag. Jetzt könnte Folgendes eintreten: Die amerikanischen Studios starten ihre Filme in der Regel global gleichzeitig. Diese Maßnahme könnte man aushebeln, und so könnte auch ein potenzieller „Blockbuster“ erst einmal in Asien und Europa in die Kinos kommen. „Variety“ und „Deadline“ berichteten, wir verweisen auf den deutschen Beitrag auf „Blickpunkt Film“. John Fithian, der Chef der National Association of Theatre Owners, also des Landesverbands der Kinobesitzer, bittet eindringlich, die Filme nicht zu verschieben. Hier ein Interview in „Variety“ [auf Englisch].

Ein kurzer Blick auf Österreich: Die Austrian Film Commission bringt ein Interview mit den Produzenten Sabine Moser und Oliver Neumann von Freibeuter Film über Dreharbeiten in Zeiten von Corona. 

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Anfangs lief’s gut, inzwischen fehlt das Publikum. In Thüringen ist der Boom der Autokinos vorbei. Zurück zur Normalität. | Foto © CC BY-SA 3.0

Die Kinos machen wieder auf, die Sommerferien beginnen– und schon ist wieder ein Trend vorbei: Die ersten Autokinos haben in Thüringen wieder zugemacht. Schade. Doch auch für die Lichtspielhäuser dürfte es besser laufen. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Was fehlt Ihnen, Abel Ferrara? Der Kultregisseur im Interview ohne Worte des „SZ-Magazins“.

 

Am Freitag startete unsere Umfrage „Vielfalt im Film“. Die Teilnahme ist erfreulich groß und erreicht auch viele Filmschaffende, die noch neu bei Crew United sind. Sie heißen wir herzlich willkommen und bringen hier nochmal eine Kurzerklärung für Einsteiger*innen:

Falls Sie noch nicht bei Crew United registriert sind: Klicken Sie bitte auf diesen Link und registrieren Sie sich. Das ist kostenlos und unverbindlich. Mit der Freischaltung erhalten Sie per E-Mail die Einladung mit dem Link zur Umfrage.

Falls Sie schon ein Profil bei Crew United haben, sollten Sie bereits eine E-Mail mit dem Link erhalten haben. Es sei denn, Sie haben in ihrem Konto eingestellt, dass Sie keine E-Mails zu Neuigkeiten, Events und Umfragen erhalten wollen.
In diesem Fall schicken Sie bitte eine E-Mail an (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen), dass Sie die Einladung haben wollen (dazu müssen Sie aber in jedem Fall registriert sein).

 

Mit Milliarden-Soforthilfen wollte der Staat den wirtschaftlichen Absturz von Kleinbetrieben und Selbstständigen in der Corona-Krise verhindern. Jetzt fordern die Länder viele Empfänger zur Rückzahlung auf, weil sie angeblich die Bedingungen nicht erfüllten, berichtet der „Focus“: Die Geschäftsleute fühlen sich von der Politik getäuscht, die Wut wächst.
Den Ärger über Rückforderungen der Corona-Soforthilfe in Nordrhein-Westfalen beschreibt der WDR: Das müssen Empfänger jetzt wissen.

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Übermorgen vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. Wie rassistisch ist die Blödelei wird heute gefragt. | Foto © Rialto Film

Zum Wochenende mal in eigener Sache – die alle angeht: Heute startete die Befragung „Vielfalt im Film“. Sie soll erstmals belastbare Daten zu Diversität und Diskriminierung vor und hinter der Kamera liefern. Nehmen Sie sich die Zeit!

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. In der Blödelkomödie fallen auch rassistische Begriffe für einen Schwarzen. Für die Produktionsfirma ist es „möglicherweise ein sehr frühes Beispiel für anti-rassistische Komik im deutschen Film.“ Schließlich stecken hinter dem Drehbuch die Gründer der Satirezeitschrift ,Titanic’. Ein Beispiel, wie stark sich Humor wandelt, meint die Deutsche Presse-Agentur und begibt sich auf Spurensuche.

 

Deutschland ist anders als noch vor 35 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln, berichten wir auf unserem Blog mit weiteren Links.

„Etwas Grundlegendes verändern“: Im Interview mit der „Taz“ erklären Skadi Loist und Joshua Kwesi Aikins den Sinn und Zweck der Diverstitäts-Umfrage, und wie sie ablaufen soll.

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Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 16. Juli 2020. 

„Dein Kino vermisst dich“. Das muss mal gesagt werden. Der Spot kommt von der Initiative „Zurück ins Kino“ und kann von den Kinos in NRW eingesetzt werden.

Die Kinos haben kaum Filme, mit denen sie das große Publikum erreichen können, mit denen ein Betrieb zumindest ansatzweise rentabel machbar wäre. Die Charts zeigen, dass der neue Film der „Conni“-Reihe, „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“, auf Platz 2 abstieg und dafür, ebenfalls ein Kinderanimationsfilm, „Paw Patrol: Mighty Pups“ sich an die Spitze setzte. Ein erwachsenes Publikum, sofern ohne Kleinkinder, werden beide Titel nicht ansprechen. Auf Platz 3 („Filmecho“ listet die ersten fünf Plätze, die durch Comscore ermittelt werden) befindet sich „Scooby!“. Auch der ist ein Kinderfilm, ein Animationsfilm. Die Arthouse-Charts („Programmkino.de“ gibt die Auswertung von der AG-Kino weiter) bestätigen Petzolds „Undine“ weiterhin auf den ersten Platz. Platz 2 ist ein Neueinsteiger, „Eine größere Welt“, die Lebensgeschichte von Corine Sombrun.

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Die Kulturstaatsministerin hat geantwortet! Katharina Hoffmann, Kulturschaffende in Corona-Nöten, bedankt sich mit noch einem Video. | Screenshot

Über Lücken und Flicken klagen Produzent*innen, wenn sie nach den Corona-Hilfen für die Branche gefragt werden. Andere Kulturschaffende werden weiterhin an die Grundsicherung verwiesen. Warum die sich damit so schwer tun, erklären vielleicht auch ein paar Zahlen aus der früheren Normalität – von denen übrigens nicht nur sie betroffen sind.  

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vorige Woche hatten wir’s angekündigt, übermorgen geht es los: Am Freitag startet die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera. Mehr als 30.000 Filmschaffende sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden.
Wer, wie, was und warum ist ab morgen auf unserem Blog out-takes.de zu lesen, wo wir die Umfrage mit Interviews und Berichten begleiten. Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. 

 

Erinnern Sie sich noch an Katharina Hoffmann? Auf Youtube hatte die Schauspielerin vor zwei Wochen die Kulturstaatsministerin um Hilfe gerufen – sie verzweifelte am vereinfachten Antrag auf Grundsicherung. Seit gestern hat sie wieder bessere Laune: Frau Grütters hat geantwortet!

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„Nachts im Museum“: Die Kulturstätten haben’s zurzeit ruhiger als sonst. Vor allem leiden aber die freien Mitarbeiter*innen und Künstler*innen. | 20th Century Fox

Wie der Staat den Museen hilft, beschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ vorige Woche. Dabei fand sie auch Platz,  die Situation von Freien und Solo-Selbständigen in der Kultur anzusprechen, hakte aber nicht weiter nach.

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Eigentlich wollte die „Süddeutsche Zeitung“ nur wissen, wie es den leeren Museen geht. „An manchen Stellen zeigt diese Krise die Verletzlichkeit des Kulturbetriebs auf“, antwortet Ulrike Groos, die das Kunstmuseum Stuttgart leitet: „Die prekären Verhältnisse, unter denen so viele Freie im Kulturbetrieb arbeiten, müssen bei der zukünftigen Förderpolitik überdacht werden.“ Es brauche faire Bezahlung für die Solo-Selbständigen, die für Institutionen arbeiten. Sie, die von der Bundesregierung von den Soforthilfen ausgeschlossen waren und Hartz IV beantragen mussten, sind eine Gruppe von vielen Tausend Beschäftigten, die in den Budgetverhandlungen traditionell mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden, obwohl sie Wesentliches für die Inhalte der Kulturvermittlung leisten. Und für Künstler*innen müsse es endlich „verbindliche Ausstellungshonorare“ geben.

 

„Ein großer Fortschritt“ sei die Corona Kulturförderung in Nordrhein-Westfalen, schreibt der der Kulturrat NRW. In seiner aktuellen Mitglieder-Information gibt er einen Überblick der Hilfen im Bundesland und das den Stand des angekündigten Stipendienprogramms mit 105 Millionen Euro für bis zu 15.000 Antragsberechtigte: „Im Vergleich zu Künstlerhilfen in anderen Bundesländern kann sich dieses Programm sowohl mit seinem Volumen wie auch mit der Art der Abwicklung beispielhaft sehen lassen.“

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Was lernen wir aus der Krise? Der Zweiminüter „Let’s not Forget“ blickt auf die Pandemie und hofft für die Zukunft. | Screenshot

Kulturschaffende in Hessen und Nordrhein-Westfalen dürfen auf Hilfen hoffen – die Länder flicken am „Neustart Kultur“. Ansonsten wird’s zum Wochenende wieder ruhiger. Wir empfehlen den kleinen Nachdenk-Clip in der zweiten Meldung.

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Ein Grundrechte-Monitor beobachtet und vergleicht Corona-Maßnahmen in 162 Ländern im Hinblick auf Demokratie und Menschenrechte. Die Informationstiefe ist enorm, meint „Netzpolitik“.

 

Was nehmen wir mit aus der Krise? Ein neuer Kurzfilm bewegt gerade die Menschen in der Rhein-Neckar-Region, berichtet „Radio Regenbogen“. Die Mannheimer Filmemacher Hanno Mertens und Michael Prümmer halten einen Rückblick auf die Pandemie. Ihr Zweiminüter „Let’s not Forget“ ist soll aber auch Hoffnung auf die Zukunft machen.

„Liebe in Zeiten von Corona“: Unter diesem Motto haben der SWR und die MFG Filmförderung dokumentarische Kurzfilme gesucht und gefunden. Zwei junge Filmemacher aus Baden-Württemberg erzählen in einem Videoporträt der Kampagne #mfgbleibtkreativ von ihren Erfahrungen während der Dreharbeiten zu ihrem Kurzfilm „Und, Küsschen“.

 

Mittel für Künstler und Selbstständige stellen Nordrhein-Westfalen und Hamburg in Aussicht, meldet „Blickpunkt Film“: „Im Zuge der Corona-Krise saßen Kreativschaffende und Soloselbstständige oft zwischen den Stühlen von Wirtschafts- und Kulturförderung, was den Neustart Kultur zu einer bislang für zahlreiche Akteure zähen Angelegenheit macht.“

Auch Nordrhein-Westfalen hat nun 10 Millionen Euro zur Absicherung von Filmproduktionen angekündigt. Damit könnten auch kleinere und mittlere Produktionsunternehmen die Dreharbeiten wiederaufnehmen, die bisher wegen einer fehlenden Ausfallversicherung vor einer Rückkehr zum Normalbetrieb zurückgeschreckt sind, meldet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.

Hessen Film zahlt insgesamt knapp 480.000 Euro an 54 kleine und mittlere Kinos aus, meldet „Blickpunkt Film“. Das Soforthilfe-Programm zur finanziellen Kompensation corona-bedingter Ausfälle war Ende April ins Leben gerufen worden.

Die monatelange Schließung der Kinos hat die Branche erschüttert. Fürs erste Halbjahr schreiben sie „furchtbar schlechte Zahlen“, berichtet „Kino.de“.

 

Vorsicht! In diesem Text wird über die Darstellung von Vergewaltigungen gesprochen: „54 Books“ befasst sich mit den Körperlichkeiten in Film und Fernsehen: Regeln für Blut.

In Tokio kann man Schauspieler als Verwandte mieten, wenn die eigene Familie zu peinlich ist. Der neue Film von Werner Herzog spielt mit dieser grotesken Wahrheit – und vermischt selbst Realität und Fiktion, findet die „Süddeutsche Zeitung“.

Zum ersten Mal wird „Batwoman“ im US-Fernsehen von einer Schwarzen gespielt: Javicia Leslie wird in der zweiten Staffel die Rolle der lesbischen Ryan Wilder übernehmen. Und: Die Schauspielerin wurde in Augsburg geboren, verrät das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

 

98 Prozent der Location-Drehs in Los Angeles wurden im zweiten Jahresquartal gestrichen, meldet die „Los Angeles Times“. Mehr als 100.000 Beschäftigte hätten ihre Jobs verloren [auf  Englisch]. 

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines Films „Greyhound“ hat der Schauspieler Tom Hanks noch einmal auf die grundsätzlichen Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie hingewiesen.

„Malcolm & Marie“ heißt ein neuer Film mit Zendaya, über den gerade in Hollywood viel geredet wird, meldet „Filmstarts“. Der Grund ist die besondere Produktion während der Corona-Pandemie …
… er wurde nämlich heimlich in Quarantäne gedreht, verrät der „Stern“.

Die Kinos legen wieder los. Und wer als Kinobetreiber früher fleißig „Tetris“ gespielt hat, könnte vielleicht sogar die Kosten decken? | Screenshot

Heute mal in eigener Sache – ein Thema, das alle angeht: Fast ein Jahr lang haben wir in der Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ mit vielen Partnern daran gearbeitet: Nächste Woche startet online die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera.

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Ganz ehrlich: Mit diesem Tutorial haben wir nichts zu tun. Aber wir freuen uns darüber: Kreativfilm stellt auf seinem Youtube-Kanal Crew-United vor – und wie die Jobbörse funktioniert.

 

Die Welt liegt im Corona-Bann, doch ein anderes Thema beherrscht dennoch die Nachrichten und Diskussionen: Diversität – die tatsächliche Vielfalt unserer Gesellschaft, und wie sie gelebt und wiedergegeben wird. Im deutschen Film und Fernsehen noch kaum, finden nicht nur wir bei Crew United. Und das gilt nicht nur für Bildschirm und Leinwand, sondern auch in den Kulissen und dahinter: Erfahrungsberichte vor allem aus den Schattenbereichen, von Diskriminierungen bis zu sexuellen Straftaten gibt es zuhauf – doch noch keine umfassenden belastbaren Daten. Die soll ab Ende nächster Woche eine Onlinebefragung liefern, an der wir mit unseren Partnern fast ein Jahr lang gearbeitet haben. Die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera beleuchtet 440 Berufe in der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche.
Ein breites Bündnis aus Vereinen und Unternehmen, Verbänden und Institutionen unterstützt, trägt oder fördert die Umfrage. Mehr als 30.000 Filmschaffenden sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden, die Menschenrechtsorganisation Citizens For Europe verantwortet die wissenschaftliche, technische und datenschutzkonforme Durchführung. Deshalb ist eine Registrierung bei Crew United für die Teilnahme nötig – das geht auch kostenlos und einfach (und wer nicht aktiv auf Crew United bleiben möchte, löscht einfach die Registrierung, nachdem er*sie den Umfragelink erhalten hat).
Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. Wir werden die Umfrage in den kommenden Ausgaben und auf out-takes.de mit Interviews und Berichten begleiten.

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Fliegender Aufruf: Auf die Notlage der Kulturschaffenden soll am 9. August ein Protest-Marsch Berlin hinweisen. | Screenshot

Viel Geld soll jetzt in die Kulturbranche fließen – allein 50 Millionen Euro sollen Drehausfälle abfedern. Doch nicht nur hier zeigen sich weitere Löcher im Sicherungsnetz. Ein Protest-Marsch soll im August auf die Notlage der Kulturschaffenden aufmerksam machen. Und auch beim Dreh unter Corona-Bedingungen herrsche noch Verunsicherung, berichtet die Deutsche Akademie für Fernsehen.

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Ohne Lobby: Selbstständige in der Corona-Krise – ein Blogbeitrag über eine Misere, die knapp 2,5 Millionen Menschen in Deutschland trifft.

Solo-Selbstständige wurden beim Corona-Konjunkturpaket komplett übergangen, klagt die Initiative „Künstler! Hilfe! Jetzt!“ und ruft zum Protest auf: Unternehmen mit mehreren Angestellten werde großzügige Konjunkturhilfe bereitgestellt, „doch wir Berliner Solo-Selbstständige werden nach ersten Soforthilfen auf Hartz IV verwiesen.“ Freischaffende wie festangestellte Kolleg*innen sind am 9. August zum Protestmarsch der Kulturschaffenden in Berlin aufgerufen. Ein Video gibt’s auch dazu.

 

50 Millionen Euro zur Übernahme von corona-bedingten Ausfallkosten stellt die Bundesregierung im Rahmen des Hilfspakets „Neustart Kultur“ bereit. Aber vorerst nur für Kinofilm- und „hochwertige“ Serienproduktionen, berichtet „DWDL“.
Die Produzentenallianz hätte eine weitergehende Abdeckung des Fonds gewünscht und sieht noch „ein großes Stück Arbeit“ vor sich, um insbesondere den Bereich der Auftragsproduktionen fürs Fernsehen abzusichern, berichtet „Blickpunkt Film“. 

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Die Kulturmilliarde ist auf dem Weg, und die Kulturstaatsministerin ist stolz: „Ein Beitrag, der international seinesgleichen sucht.“ Da hat sie recht. Es sei denn, man wechselt den Blickwinkel und vergleicht nicht andere Länder, sondern eigene Branchen: Wenn die Kultur fliegen könnte, müsste sie fast 100 Milliarden kriegen.

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Der „Neustart Kultur“ ist auf dem Weg.  Nach dem Bundestag hat jetzt auch der Bundesrat dem „Rettungs- und Zukunftspaket“ zugestimmt. Eine Milliarde Euro soll das Kulturleben in Deutschland wieder anstoßen – durch Hilfen für Kultureinrichtungen, Infrastruktur und alternative Angebote. Das sei „ein Beitrag, der international seinesgleichen sucht“, erklärt Kulturstaatsministerin Monika Grütters dazu.
National lässt sich freilich Unvergleichlicheres finden: Sogar neun Milliarden Euro sollen die Lufthansa neu starten. Die Fluggesellschaft beschäftigte im vorigen Jahr über 138.000 Menschen und machte über 16,27 Milliarden Euro Umsatz. In der Kulturbranche arbeiten mehr als achtmal so viele Menschen und erwirtschaften einen mehr als zehnmal so hohen Umsatz, besagt der „Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft“. 

Der Kultur bekommt den Neutstart, die Kulturschaffenden die Grundsicherung. Für Künstler*innen wurde der Zugang vereinfacht, erklärt die Bundesregierung. Der Antrag sei einfach und bequem zu stellen, verspricht die Arbeitsagentur. Katharina Hoffmann ist Künstlerin und verzweifelt trotzdem. Denn ganz so einfach sieht das mit dem Antrag doch nicht aus: Auf Youtube ruft sie ihre Kulturstaatsministerin um Hilfe bei den umfangreichen Formularen. 

Einen Pflegebonus hatte Gesundheitsminister Spahn den „Corona-Helden“ versprochen: 1.000 Euro vom Bund, die Länder können um 500 Euro aufstocken. Doch die Prämie gilt nur für die Alten- und ambulante Pflege – den Beschäftigten in der Krankenpflege bleibt nur der Applaus von den Balkonen: Sie wurden irgendwie vergessen, berichtete gestern das „Heute Journal“.

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Kinos im Stillstand 21 – hoffentlich die Letzte: Das „Kant“ in Berlin freut sich schon auf heute. Die Fotos dieser Reihe gibt es jetzt auch in ausgewählten Kinos zu sehen. | Foto © Elisabeth Nagy

Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 2. Juli 2020.

 

Endlich. Das Känguru ist wieder da. Marc-Uwe Klings Roman über ein anarchisches Känguru im Biotop Berlin-Kreuzberg startete am 5. März 2020 in rund 700 Kinos und erreichte in knapp 10 Tagen 500.000 Zuschauer. Soweit die Pressemeldung. Dani Levy inszenierte das Drehbuch des Autors, dessen Vorlage wohl auch ein Publikum erreichte, das sonst nicht zum Buch griff. Das Alter-Ego des Autors lebt, nicht ganz freiwillig, mit ebenjenem Känguru in einer Art WG. Bei allem, was so passiert, ist ebenjenes immer klar in Aktion, währen Marc-Uwe irgendwie hinterherwurschtelt. Die Komödie machte sich dann auch ausgesprochen gut in den Autokinos, die überall auf den Parkplätzen hervorschossen. Bereits im März hatte aber der Verleih verkündet, man wäre sofort am Start, wenn die Kinos wieder öffnen. Und dann „Reloaded“. Jetzt ist es also soweit. Und ja, es gibt eine neue Fassung, leicht anders, mit einer zusätzlichen Szene, in 3D. Wie jetzt? Für eine Szene soll man jetzt auch noch an der Ausgabe von 3D-Brillen arbeiten?

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