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Fernando Solanas ist einer der bedeutendsten argentinischen Filmmacher. Am Freitag ist er an den Folgen von Covid-19 gestorben. | Foto CC-BY-2.0 Festival Internacional de Cine en Guadalajara, Jorge Barragan

Wer die Welt demnächst regiert, ist fast allen klar. Über den Wert der Kultur sich sich auch die meisten einig. Und wenn auch beides noch nicht ausgestanden ist, können wir uns wichtigeren Themen widmen und verschaffen uns mal einen Überblick zur Novemberhilfe. 

Zwischen US-Wahl und Kulturdebatte treiben Filmschaffende ganz praktische Fragen um. Etwas mehr „Geleit“ wünscht sich ein*e Leser*in zu unseren Infos, ein*e andere macht dazu gleich den Praxistest: „Wo finden wir die Anträge, um die so viel gepriesene Soforthilfe für diesen November, sprich diese 75 Prozent des Einkommens vom letzten November zu erhalten?“

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Es geht wieder los – zurück in den Stillstand der Kinokultur. | Foto © Elisabeth Nagy

Kein Kino … in der Woche vom 5. November 2020 – Teil 1.

Es ist eine Vollbremsung. Die Kinos wurden vom Spieltisch gefegt. „Ohne kUNSt und Kultur wird’s still“ prankt jetzt auf vielen kulturellen Häusern, auch auf Kinos. „See You Later“ steht auf dem Berliner Zoo Palast und wir hoffen, dass dieses Später pünktlich eintrifft. Die große Plakatwand vom „Delphi Filmpalast“, in Laufnähe vom „Zoo-Palast“, zeigt noch das Plakat von „Und morgen die ganze Welt“, was ja auch irgendwie passt. Es tröstet wahrlich nicht, dass (wir verlinken die Verordnungen), auch in Großbritannien, Frankreich und Österreich die Kinos im Lockdown feststecken.

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Dominik Graf bewegt sich seit den 1970er-Jahren  zwischen Genres und Formaten. Er dreht Dokumentarfilme, Essays, Drama und natürlich Polizeifilme im Fernsehen, im Kino oder auch als Serie. Die machen nicht nur einen großen Teil seines Werks aus, sondern ragen auch aus dem deutschen Krimi-Alltags-Allerlei. Allein den „Grimme-Preis“ hat der Regisseur zehnmal gewonnen. | Foto © BR, Maze Pictures, Hendrik Heiden

Dominik Graf ist einer der herausragendsten deutschen Filmregisseure der Gegenwart – einer, der auch im Fernsehen großes Kino macht: Der 1952 in München geborene Filmemacher erzählt leidenschaftlich von Verbrechen und Städten, genauer gesagt: von Orten und Tatorten. In diesem Jahr erhielt er im Rahmen des Film Festivals Cologne den „Filmpreis Köln“ und stand Ute Soldierer live Rede und Antwort.

Herr Graf, Sie kommen aus einer Schauspielerfamilie, sind erst auf die Uni gegangen und haben Musik und Germanistik studiert. Erst danach sind Sie auf die HFF gegangen – das war 1974. Gab es da eine Initialzündung?
Ich war ursprünglich immer mehr an Musik interessiert als an Filmen. Mein Vater war ein relativ bekannter Schauspieler in den 1960ern. Die Kinofilme, in denen er gespielt hatte, waren teilweise so blöd, dass sie mir nicht unbedingt einen starken Eindruck vom Deutschen Film oder überhaupt vom Kino gemacht haben. Insofern gab es andere Dinge, die mich mehr interessiert haben. Ich habe eigentlich erst nach dem Abitur in den Kunstfilmtheatern zunächst mal die Nouvelle Vague entdeckt. Das war wirklich, wie Sie sagen, eine Initialzündung. Dann habe ich es zügig auf die Filmhochschule geschafft – nicht wissend, ob ich dafür überhaupt tauge, aber man kann’s ja mal probieren. Da herrschte ein ganz anderer Ton. Da war’s nicht die Nouvelle Vague, sondern das alte Hollywood, was dort ganz hochgehalten wurde – und dann später auch das New Hollywood. Das hat meine weitere Auswahl, was ich gerne machen würde, am stärksten mitbeeinflusst.

Sie sind an die Filmschule gegangen und hatten französisches Arthouse im Kopf.
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Das war mal was Neues: Vor zwei Wochen spielten Die Ärzte zu den „Tagesthemen“ auf, um über die eh schon katastrophale Lage der Kulturarbeiter*innen zu berichten. Dann kam trotzdem der Lockdown. | Screenshot

Schon seit einigen Wochen hatten sich Kulturschaffende vermehrt zu Wort gemeldet. Durch die erneute Stilllegung der Kultur wächst die Diskussion zu einer Grundsatzdebatte um das, was wirklich zählt. Und auch, wie es jenen geht, die an der Kultur schaffen.

 

„Wir lassen Unternehmen und Selbstständige in der Corona-Pandemie nicht allein“, verspricht die Bundeskanzlerin. Heute wollte sie sich mit den Spitzenverbänden der Arbeitgeber und der Industrie darüber beraten, wie die Auswirkungen der Krise weiter abgefedert werden können.
Doch Vertreter*innen von Selbständigen, von Freiberuflern oder aus Kunst- und Kultur sind wieder nicht eingeladen, kritisiert die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt: „Die aktuellen Hilfsprogramme halten ihr Versprechen nicht. Sie kommen bei denen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind gar nicht oder viel zu wenig an. Hohe bürokratische Hürden verschließen den Zugang zu Überbrückungshilfen und der so wichtige Unternehmerlohn wird vom Finanzministerium und Olaf Scholz weiter blockiert.“ Darum hat sie einen Appell initiiert,
„1. Die Belange der Solo-Selbständigen und Freiberufler endlich ernst zu nehmen und sie auch auf höchster Ebene gleichberechtigt mit anderen Wirtschaftsverbänden bei der Ausgestaltung und Nachbesserung von Hilfsprogrammen zu konsultieren.
2.  Die bestehenden Überbrückungshilfen nicht erst im Januar sondern unverzüglich zu entbürokratisieren und diese wie auch die Notfallhilfen für mehr Betroffene zugänglich zu machen.
3.  Den Weg für einen Unternehmer*innenlohn endlich frei zu machen. Betroffenen damit Unterstützung bei den Kosten ihres Lebensunterhalts zukommen zu lassen und drohende Altersarmut zu verhindern.“
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Lockdown, die Zweite! | Foto © cinearte

Der erste Tag im zweiten Lockdown. Einen Monat lang ist das öffentliche Leben wieder stillgelegt, besonders, was die Kultur betrifft. Allerdings: Die Frage nach deren Stellenwert wird immer stärker diskutiert. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.

 

Und manchmal meldet sich auch die Kunst selbst zu Wort. In der Nähe von Rotterdam sorgte eine Skulptur dafür, dass ein Zugunfall glimpflich verlief. Das Foto im „Spiegel“ hat systemrelevante Symbolkraft.

 

„Eine Katastrophe“ ist der erneute Lockdown für die Kinos. So drängend formuliert es Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino. Bis zuletzt hatte der Interessenverband der Filmkunsttheater gegen eine neuerliche Schließung appelliert. In einem ersten kurzen Statement zum Lockdown stellt er auf „Blickpunkt Film“ fest: „Auch wenn wir die Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen verstehen, sind wir enttäuscht darüber, dass Kultur keine differenzierte Betrachtung gefunden hat.“ Entscheidend sei jetzt, „dass die angekündigten Kompensationen nun zeitnah und unbürokratisch erfolgen und den gesamten Mittelstand erfassen. Hier muss dringend nachgesteuert werden. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass viele Betriebe durch den Rost fallen.“

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Die Kinos müssen wieder schließen, der „Neustart Kultur“ muss warten. Am Mittwoch verkündeten Bundeskanzlerin und Ministerpräsident*innen die neuen Corona-Einschränkungen. | Screenshot

Die Befürchtungen sind wahr geworden: Am Montag beginnt der „Lockdown Light“, auch Kinos müssen vier Wochen lang schließen. Kulturschaffende protestieren, Politiker verteidigen die Entscheidung. 

Auch wir reagieren auf die neuen Bedingungen und lassen „cinearte“ erneut pausieren. Ab sofort informieren wir Sie wieder mit unserem Newsletter dreimal wöchentlich über die aktuellen Entwicklungen.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Erstmal was Schönes: Deutschland hat seinen „Oscar“-Kandidaten! Julia von Heinz’ „Und morgen die ganze Welt“ bewirbt sich um das Goldmännchen für den besten fremdsprachigen Film. Digtalfernsehen würdigt kritisch den „hochbrisanten“ und „schwierigen Antifa-Film“. Und wir gratulieren.

 

Und jetzt stellen wir uns folgendes vor: In einem Waldsee sind wiederholt Menschen ertrunken – trotz Warnschildern und Badeverbot. Die Gemeinde schließt daraufhin das Freibad, die Bademeister*innen gehen in Kurzarbeit oder gleich zum Arbeitsamt.
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„Und morgen die ganze Welt“ | Foto © Alamode

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 1.

Vielleicht heißt es bald wieder Kino und andere Streaming-Angebote in Zeiten von Corona. In Italien schließen die Kinos wieder, berichtet „Blickpunkt Film“. Nicht nur Kinobetreiber*innen sind alarmiert. Kinos sind doch sicher, heißt es. Ins Kino zu kommen, kann anders aussehen. In den Städten könnte doch wieder die Stunde der Kiezkinos schlagen. Auf dem Land sieht auch das eventuell anders aus. Am Mittwoch vormittag, eigentlich Abgabetermin für den Donnerstag, war es schwer, Voraussagen zu treffen. In „Blickpunkt Film“ gibt es zur Lage einen leidenschaftlichen Kommentar von Marc Mensch. 

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„Schwesterlein“ | Foto © Vega Film

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 2.

Fürs kommende Jahr 2021 ist der (von der ukrainischen Filmagentur verkaufsgeförderte) Film „Mavka“ der Regisseurin Oleksadra Ruban angekündigt, der die slawische Folklore international bekannter machen soll. Und einen kleinen Vorgeschmack lässt schon mal die schlichter gehaltene Animation „Clara und der magische Drache“ von Oleksandr Klymenko zu: Nur einmal in tausend Jahren kommt ein magischer Drache auf die Welt. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten: der kleine Drache vermag die Welt heller und bunter zu machen. Zufällig landet das Drachenbaby bei einem gutgelauntem Waschbären und dem grummeligen Zwerg Alfred. Sie wollen dem Drachen ein neues Zuhause finden und suchen bei Clara Hilfe. Das Mädchen glaubt, es habe ebenfalls magische Fähigkeiten. Gemeinsam machen sie sich auf, den Drachen vor den dunklen Mächten zu beschützen. Der einfache Plot dieser Geschichte wird gut ergänzt durch den etwas hölzernen Humor, der kleine Kinder trotzdem zum Lachen bringen dürfte.

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In den 1980er-Jahren gehörte Karin Schöning zum Kernteam des Defa-Studios für Dokumentarfilme. Mehr als 50 Dokumentarfilme hat die Editoren bis heute montiert. | Foto © Edimotion, Werner Busch

Die Berliner Schnittmeisterin Karin Schöning wird beim Edimotion-Festival mit dem „Ehrenpreis Schnitt“ für ihr Lebenswerk geehrt.

„Filmplus“ heißt nun „Edimotion“. Das Kölner Filmfestival für Filmschnitt und Montagekunst feiert an diesem Wochenende seine 20. Ausgabe und nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für einen Namenswechsel. Wo im vergangenen Jahr noch aus über 20 Ländern Vertreter*innen von Editorenverbänden aus aller Welt zusammen kamen (von den USA über Argentinien, quer durch Europa bis nach Australien), steht dieses Jahr aufgrund der allgegenwärtigen Beschränkungen eine verkleinerte Neuauflage des physischen Festivals an. Viele Filmgespräche sowie die für die Schnitt Preise nominierten Filme aus Deutschland, Österreich und Schweiz werden auf einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Davon ­abgesehen, bietet das Festival erfreulich viel Kontinuität, darunter auch die Würdigung des Lebenswerks von herausragenden Film­­-editor*innen.

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„Rojo“ | Foto © Cine Global

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 15. Oktober 2020 – Teil 1.

Marketing-Sprache. Manchmal wundere ich mich doch, mit welchen Floskeln man mir die Meldungen serviert. Da werden Premieren als „zauberhaft“, „saustark“ oder „umjubelt“ beworben. Wenn dann die nächste große Kinohoffnung zum Streaming getragen wird, dann ist im Kinogeschäft niemandem zum Jubeln zumute. Da wird etwa Bob Chapek, CEO der Walt Disney Company, zitiert mit: „Wir sind begeistert, Pixars spektakulären und berührenden Film ,Soul‘ den Zuschauern im Dezember direkt auf Disney+ zugänglich zu machen.“ Und weiter im Werbetext: „Ein neuer Pixar-Film ist immer etwas Besonderes, und diese wirklich warmherzige und witzige Geschichte über menschliche Beziehungen und wie wir unseren Platz in der Welt finden, ist ein filmisches Highlight, das Familien nun gemeinsam über die Weihnachtsfeiertage genießen können.“ Vielen Dank. Für nichts.

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„Making Montgomery Clift“ | Foto © Missing Films

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 15. Oktober 2020 – Teil 2.

Mit der „Reise der Pinguine“ von Luc Jaquet setzte vor 15 Jahren eine Abkehr von den eher sachlich-ethnografischen Tierdokumentationen, wie sie etwa Heinz Sielmann oder Bernhard Grzimek vertraten. Keine überhöhenden und fiktionalisierende Erzählebenenen nach Art von Jaquet flicht dagegen der Filmemacher Roman Droux in seinen Film ein, was erfrischend authentisch ist. Stattdessen kommentiert er seine Gefühle und Stimmungen angesichts seines Lieblingstiers. Denn er unterhält fast schon eine karmaeske Verbindung mit Bären, seitdem er als kleines Kind diesen tierischen Gefährten aus Plüsch immer bei sich trug. Mit „Der Bär in mir“ erfüllt er sich den Wunsch seiner Kindheit und folgt dem Bärenforscher David Bittner in die Wildnis, um die Welt der Grizzlys in Alaska zu erkunden. Bittner begleitet seit Jahren die Bären Balu und Luna, die er nach ihrem Winterschlaf nun erneut aufsucht.

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Eine Liebererklärung ans Kino haben junge Filmemacher*innen aus Nordrhein-Westfalen NRW während der Pandemie gedreht. Ihren märchenhaften Spot wollen sie jedem Kino zur Eigenwerbung frei zur Verfügung stellen – „unser Beitrag zur Unterstützung der Kinolandschaft nach der Schließungen“. | Foto © Joscha Nivergall, Peter Wieler

Besonders die Kinos sind in Gefahr: Die Umsätze sind auf nahezu ein Viertel geschrumpft. Unter Pandemie-Bedingungen lässt sich nicht wirtschaftlich arbeiten – es fehlen Filme und Sitzplätze.

Und hier erstmal der Link zum heutigen Foto.

 

Wie geht Kino im Corona-Herbst? Der NDR betrachtet die Krise der Filmbranche: Die Kinos in Deutschland befinden sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Vereinzelte Erfolge können nicht über einen Mangel an Besuchern und Filmen hinwegtäuschen – und werden durch die Vorgaben eingeschränkt, berichtet ein Kinobetreiber: „Wir haben immer noch die Abstandsregelungen von 1,50 Meter und können eigentlich nur maximal ein Drittel der Plätze belegen. An den letzten Wochenenden waren wir tatsächlich schon ein paar Mal in der Situation, dass wir ein paar Leute wegschicken mussten, weil aufgrund der Abstandsregeln keine Plätze mehr da waren.“ Die ausverkaufte Vorstellung ist kein Trost – man sei weit davon entfernt, wirtschaftlich arbeiten zu können: „Denn die Bedingungen sind einfach so, wie sie sind. Da werden wir die nächsten Monate auch nicht unbedingt rauskommen. Es bleibt also schwierig.“ In Deutschland verzeichnen alle Kinos seit drei Monaten einen Umsatzeinbruch von 60 Prozent, während der kompletten Schließung zuvor waren es 100 Prozent, erklärt der NDR.

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„Eine Frau mit berauschenden Talenten“ | Foto © Neue Visionen, Guy Ferrandis

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 8. Oktober 2020 – Teil 1.

Die Karten wurden neu gemischt. Wie ein Fels in der Brandung stand James Bond im November auf dem Startplan, um Kinopublikum und Kinomacher sowas wie Erlösung aus einer langen Fastenzeit zu versprechen. Da hat man noch mal ordentlich was in das Marketing reingebuttert (wir berichteten vorige Woche), und dann krachte auch dieser Starttermin mit lautem Getöse und wurde zum ersten Dominostein, der eine Kettenreaktion auslöste, die noch nicht zum Stillstand gekommen ist. Der 12. November 2020 war in so greifbarer Nähe … vergeblich. Die zweite Corona-Welle ebbt noch nicht ab. Wir machen uns was vor, wenn wir denken, dass sich daran so schnell etwas ändern wird. Jetzt soll Bond im April 2021 ins Kino kommen, ein Jahr nach dem ursprünglich anvisierten Starttermin.
Aber eine Verschiebung von einem Jahr ist gerade hoch im Trend. „F9“, sprich die 9. Episode der „Fast-&-Furious“-Reihe wird nun auch verschoben, vom April auf Ende Mai 2021, um 007 nicht ins Gehege zu kommen. „Jurassic World“ rutscht mit der Lawine vom Sommer 2021 in den Juni 2022, meldet das Branchenblatt „Variety“ [auf Englisch].
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„Es ist zu deinem Besten“ | Foto © Studiocanal, Frédéric Batier

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 8. Oktober 2020 – Teil 2.

Ach, was wären die Töchter doch ohne ihre Väter. Das ist so ein Gedanke, der schon in den 1950er-Jahren in „Vater der Braut“ Konjunktur hatte und anscheinend bis heute zum Sittengemälde der Gesellschaft gehört: Der wohlhabende Rechtsanwalt Arthur (Heiner Lauterbach) , der cholerische Bauarbeiter Kalle (Jürgen Vogel) und der sanftmütige Physiotherapeut Yus (Hilmi Sözer) haben eines gemeinsam: Sie sind Väter von Töchtern. Und sie wollen diese Töchter (Janina Uhse, Lisa-Marie Koroll, Lara Aylin Winkler) vor ihren künftigen Ehemännern bewahren. Sie hecken einen Plan aus, diese loszuwerden und gehen damit einen Pakt ein – „Es ist zu deinem Besten“.
Nach „Das perfekte Geheimnis“, für den der italienische Film „Perfetti Sconosciuti“ Pate stand, gibt es ein weiteres Komödien-Remake. Marc Rothemund („Sophie Scholl“, „Dieses bescheuerte Herz“) bringt hier die deutsche Version der spanischen Komödie „Es por tu bien“ aus dem Jahr 2017 in die Kinos.

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Zwei Dokumentarfilme beschäftigen zurzeit die Feuilletons. Eigentlich das Territorium von ARD und ZDF. Doch die haben damit nichts zu tun. | Foto © Netflix

Zurzeit machen vor allem zwei Dokumentationen von sich reden. Und die stammen nicht von den Öffentlich-Rechtlichen, sondern von Privatsender und Streamingdienst. Anlass auch, zu fragen, was die anders machen im Stammgebiet von ARD und ZDF. 

Die gute Nachricht: Schon mehr als 100 Millionen Euro haben Bund und Länder für die Rettung der Kinos in der Corona-Krise bereitgestellt. Die schlechte Nachricht: Diese Hilfen wurden nicht zu Ende gedacht. Das wird zwar seit langem und immer wieder angemerkt, hat aber offenbar bislang wenig gebracht. Jedenfalls machen 33 unabhängige deutsche Filmverleiher mit einem offenen Brief nochmals auf das Problem aufmerksam. Obwohl man für viele Bereiche pragmatische Lösungen gefunden habe, sei es für die Verleiher bislang bei völlig unzureichenden und ineffizienten Maßnahmen geblieben. Das sei ein Fehler, durch den strukturelle Schäden für die gesamte Branche drohten. Der Brief im Wortlaut.

Der vorige Freitag könnte in die deutsche Fernsehgeschichte eingehen, meint die „Taz“. Am 25. September startete nämlich die erste eigene deutsche Netflix-Dokuserie, „Einigkeit und Mord und Freiheit“. In vier Folgen schildert die Gebrüder Beetz Filmproduktion den Mordfall an Treuhand-Chef Detlev Rohwedder 1991, die verschiedenen Theorien über die Hintergründe und zugleich die Wirtschafts-Geschichte der deutschen Wiedervereinigung. Schon vor dem Start gab’s viel Lob in den Feuilletons, doch die „Taz“ interessiert hier nicht der Inhalt, sondern der „Blick hinter die Kulissen der neuen ARD- und ZDF-Konkurrenz“. Kurz: Was der Streamer anders macht.
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