„Es ist zu deinem Besten“ | Foto © Studiocanal, Frédéric Batier

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 8. Oktober 2020 – Teil 2.

Ach, was wären die Töchter doch ohne ihre Väter. Das ist so ein Gedanke, der schon in den 1950er-Jahren in „Vater der Braut“ Konjunktur hatte und anscheinend bis heute zum Sittengemälde der Gesellschaft gehört: Der wohlhabende Rechtsanwalt Arthur (Heiner Lauterbach) , der cholerische Bauarbeiter Kalle (Jürgen Vogel) und der sanftmütige Physiotherapeut Yus (Hilmi Sözer) haben eines gemeinsam: Sie sind Väter von Töchtern. Und sie wollen diese Töchter (Janina Uhse, Lisa-Marie Koroll, Lara Aylin Winkler) vor ihren künftigen Ehemännern bewahren. Sie hecken einen Plan aus, diese loszuwerden und gehen damit einen Pakt ein – „Es ist zu deinem Besten“.
Nach „Das perfekte Geheimnis“, für den der italienische Film „Perfetti Sconosciuti“ Pate stand, gibt es ein weiteres Komödien-Remake. Marc Rothemund („Sophie Scholl“, „Dieses bescheuerte Herz“) bringt hier die deutsche Version der spanischen Komödie „Es por tu bien“ aus dem Jahr 2017 in die Kinos.

Keine übliche Krebs-Romanze hat die Australierin Shannon Murphy in ihrem Debüt „Milla Meets Moses“ für die Kinoleinwand geschaffen: Die krebskranke Milla (Eliza Scanlen) lebt im gutbürgerlichen Haus ihrer Eltern und bricht aus dieser Monotonie aus, als sie den älteren Schulabbrecher Moses (Toby Wallace) kennenlernt. Sie lädt ihn zu sich nach Hause ein. Da ihr Vater (Ben Mendelsohn) Psychiater ist und auch seiner eigenen Frau (Essie Davis) Medikamente besorgt, wird Moses mehrmals ins Haus einbrechen. Bis Henry ihm anbietet, bei ihnen zu wohnen und sich um Milla zu kümmern …
Das gleichnamige Theaterstück von Rita Kalnejais kam 2012 auf Sydneys Bühnen. Die Filmadaption lief 2019 im Wettbewerb um den „Goldenen Löwen“ in Venedig.

Die Verbreitung einer Krankheit mittels modernster Bewegungsmittel (nämlich mit dem Hochgeschwindigkeitszug KTX) war noch Inhalt des ersten Teils der Zombie-Reihe von Sang-ho Yeon, der mit „Train to Busan“ zu den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2016 eingeladen wurde und der mit 11,6 Millionen Zuschauern zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres in seiner Heimat zählte.
Den Nachfolger „Peninsula“ inszeniert der Regisseur als Zombie-Apokalypse: Ein Virus hat sich auf der gesamten Halbinsel Koreas ausgebreitet. Menschen macht das Virus zu gefährlichen Zombies, kaum jemand kann entkommen. Der Soldat Jung-seok (Gang Dong-won) hatte Glück und lebt nun zurückgezogen in Hongkong. Ein Angebot lockt ihn an die Front: Er soll für viel Geld auf der Halbinsel einen Lastwagen finden und die Ladung sichern. Einsatzort ist Seoul, eine mittlerweile aufgegebene Stadt.

Um das Nicht-Aufgeben oder vielmehr um das Durchhalten geht es wiederum nicht selten in US-amerikanischen Gerichtsprozessen. Der New-York-Times-Journalist Nathaniel Rich fasst in seinem Buch eine solche bemerkenswerte juristische Auseinandersetzung zusammen, die nun Todd Haynes („Dem Himmel so fern“, „Carol“) Stoff für ein Gerichtsdrama bietet: „Vergiftete Wahrheit“.
Endlich ist der aus kleinen Verhältnissen stammende Robert (Mark Ruffalo) Partner seiner Anwaltskanzlei geworden, da kontaktiert ihn ein alter Familienfreund aus West Virginia. Der ist Landwirt und behauptet, der Chemie-Konzern Dupont lade wissentlich giftige Abfälle vor Ort ab. Er kann den Leiter seiner Kanzlei, Tom Terp (Tim Robbins) überreden, eine juristische Beschwerde einzureichen. Er ahnt noch nicht, dass das der Beginn eines 15 Jahre andauernden Kampfes sein wird, der seine Existenz gefährden wird.

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