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„Es ist zu deinem Besten“ | Foto © Studiocanal, Frédéric Batier

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 8. Oktober 2020 – Teil 2.

Ach, was wären die Töchter doch ohne ihre Väter. Das ist so ein Gedanke, der schon in den 1950er-Jahren in „Vater der Braut“ Konjunktur hatte und anscheinend bis heute zum Sittengemälde der Gesellschaft gehört: Der wohlhabende Rechtsanwalt Arthur (Heiner Lauterbach) , der cholerische Bauarbeiter Kalle (Jürgen Vogel) und der sanftmütige Physiotherapeut Yus (Hilmi Sözer) haben eines gemeinsam: Sie sind Väter von Töchtern. Und sie wollen diese Töchter (Janina Uhse, Lisa-Marie Koroll, Lara Aylin Winkler) vor ihren künftigen Ehemännern bewahren. Sie hecken einen Plan aus, diese loszuwerden und gehen damit einen Pakt ein – „Es ist zu deinem Besten“.
Nach „Das perfekte Geheimnis“, für den der italienische Film „Perfetti Sconosciuti“ Pate stand, gibt es ein weiteres Komödien-Remake. Marc Rothemund („Sophie Scholl“, „Dieses bescheuerte Herz“) bringt hier die deutsche Version der spanischen Komödie „Es por tu bien“ aus dem Jahr 2017 in die Kinos.

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Zwei Dokumentarfilme beschäftigen zurzeit die Feuilletons. Eigentlich das Territorium von ARD und ZDF. Doch die haben damit nichts zu tun. | Foto © Netflix

Zurzeit machen vor allem zwei Dokumentationen von sich reden. Und die stammen nicht von den Öffentlich-Rechtlichen, sondern von Privatsender und Streamingdienst. Anlass auch, zu fragen, was die anders machen im Stammgebiet von ARD und ZDF. 

Die gute Nachricht: Schon mehr als 100 Millionen Euro haben Bund und Länder für die Rettung der Kinos in der Corona-Krise bereitgestellt. Die schlechte Nachricht: Diese Hilfen wurden nicht zu Ende gedacht. Das wird zwar seit langem und immer wieder angemerkt, hat aber offenbar bislang wenig gebracht. Jedenfalls machen 33 unabhängige deutsche Filmverleiher mit einem offenen Brief nochmals auf das Problem aufmerksam. Obwohl man für viele Bereiche pragmatische Lösungen gefunden habe, sei es für die Verleiher bislang bei völlig unzureichenden und ineffizienten Maßnahmen geblieben. Das sei ein Fehler, durch den strukturelle Schäden für die gesamte Branche drohten. Der Brief im Wortlaut.

Der vorige Freitag könnte in die deutsche Fernsehgeschichte eingehen, meint die „Taz“. Am 25. September startete nämlich die erste eigene deutsche Netflix-Dokuserie, „Einigkeit und Mord und Freiheit“. In vier Folgen schildert die Gebrüder Beetz Filmproduktion den Mordfall an Treuhand-Chef Detlev Rohwedder 1991, die verschiedenen Theorien über die Hintergründe und zugleich die Wirtschafts-Geschichte der deutschen Wiedervereinigung. Schon vor dem Start gab’s viel Lob in den Feuilletons, doch die „Taz“ interessiert hier nicht der Inhalt, sondern der „Blick hinter die Kulissen der neuen ARD- und ZDF-Konkurrenz“. Kurz: Was der Streamer anders macht.
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Michael Gwisdek war ein „Experte für gebrochen würdevolle Figuren“, meint die „Taz“. Zum Beispiel in „Oh Boy“. Am Dienstag ist der Schauspieler mit 78 Jahren gestorben. | Foto © Tobis, Julia Terjung

Der ARD-Programmdirektor lobt die Produzenten: Sie hätten „einen richtig guten Job gemacht.“ Auch die Ufa sieht sich fast wieder auf Vor-Corona-Niveau. Doch noch immer wird um einen echten Ausfallfonds, der die Branche in der Krise schützen soll. Wir beginnen mit drei Nachrufen. 

Michael Gwisdek ist tot. Der Schauspieler ist am Dienstag in Berlin mit 78 Jahren gestorben. Als erster deutscher männlicher Darsteller hatte er 1999 auf der Berlinale einen „Silbernen Bären“ erhalten. Seine Rolle in „Nachtgestalten“, war vergleichsweise klein, aber hatte den typischen Gwisdek-Touch.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ würdigt ihn mit einem kurzen Nachruf: Gwisdek „wurde nach der Wende zu einem der beliebtesten Schauspieler, mit seiner eleganten Präsenz überwand er alle Ossi-Wessi-Klischees, und mit seinem Air von Altersweisheit hielt er auch kitschige Figuren wie den Weizenfelder durchwandernden Großvater zuletzt in ,Traumfabrik‘ am Leben.“
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Ein „Trauerspiel“ seien die Abstandsregeln in den Kinos, meint Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino. Auf der Filmkunstmesse Leipzig forderte sein Verband diese Woche einheitliche Regelungen, mit denen sich vernünftig arbeiten läßt. | Foto © AG Kino, Rainer Justen

Der Bund hat seinen Ausfallfonds für Dreharbeiten gestartet, doch der schützt nur, was eh schon gefördert und irgendwie „High-End“ ist. Alle Anderen warten weiter auf die versprochene Hilfe. Und auch die Kinos fordern endlich einheitliche und praxisgerechte Regelungen.

Einen Ausfallfonds für Filme und High-End-Serien hatte die Bundesregierung schon vor Wochen angekündigt. Jetzt ist er gestartet, meldet DWDL. Der ersehnte große Wurf ist das aber noch nicht, wie auch der Artikel klarstellt: Die Hilfe ist ausschließlich für Projekte gedacht, die bereits Fördermittel des Bundes erhalten haben.
Die Produzentenallianz zeigte sich in einer Stellungnahme am Freitag zufrieden mit dem Ausfallfonds des Bundes. Der reiche zwar nicht aus, doch man hoffe, dass damit „eine Signalwirkung einhergeht“ und Länder und Sender nachziehen, um auch Fernsehproduktionen abzusichern.
Entsprechendes hatten einige Länder wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen schon im Juli angekündigt, vorige Woche waren Berlin und Brandenburg nachgezogen. Noch sind das aber nur Planungen.
Auf die Lücken im Programm und die Schwierigkeiten einer umfassenden Lösung weist auch „Medienpolitik“ hin: Die TV-Sendergruppen hätten in der ersten Phase der Pandemie zwar den Produzent*innen mit der Übernahme eines Teils der zusätzlichen Kosten geholfen, doch bisher gebe es kaum Bereitschaft, mehr zu tun. Dabei gehe es doch „bei dem Ausfallfonds nicht um einen ,staatlichen Fonds‘, wie aus den Sendern immer wieder abwehrend zu hören ist, sondern um ein Hilfsangebot, dass von der Branche, die es verwertet, und den Ländern, die von Filmproduktionen wirtschaftlichen profitieren, mitgetragen wird.“ 

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Wie steht’s um die Vielfalt im deutschen Film? Und was sollte besser werden? Der Indiefilmtalk fragt in gleich zwei Folgen nach Antworten. | Szenenfoto aus „Rubbeldiekatz“ © Universal

Wo stehen wir, warum sind diverse Geschichten wichtig für eine moderne Gesellschaft, und was muss passieren, um mehr Vielfalt vor und hinter der Kamera zu bringen? Das wird in zwei Folgen diskutiert, Gedanken und Meinungen weiterer Filmschaffender sind als Bausteine in die Gespräche eingebaut.

In der ersten Folge sind die Filmemacherin Sheri Hagen, die Schauspielerin Benita Sarah Bailey und der Drehbuchautor Robert Hummel zu Gast. In der zweiten Folge sprechen die Produzentin Nataly Kudiabor, der Schauspieler Jerry Kwarteng, Jonas Karpa von Leidmedien und Joshua Kwesi Aikins und Juan Vivanco von der Menschenrechtsorganisation Citizen for Europe, die zurzeit die erste Studie zur Vielfalt im Film wissenschaftlich begleitet. 

Tut uns leid – auch wir brauchen eine kurze Pause von der Pandemie. Dies ist die letzte „Corona-Brancheninfo“. Falls wir noch Pläne machen können … | Foto © Universal

Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück! 

Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.

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Ausverkauft mit leeren Plätzen: Wie geht’s den Kinos, wo’s langsam wieder losgeht? Stimmungsberichte aus der Republik. | Foto © Sony

Wie geht’s den Kinos, jetzt, wo’s so langsam wieder losgehen soll? Wir haben ein paar Stimmungsbilder quer durch die Republik zusammengetragen. Und wir erinnern nachdrücklich an unsere Umfrage „Vielfalt im Film“.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Erinnern Sie sich noch an unsere Kurzumfrage im April? Welche Folgen die Corona-Pandemie für die Film- und Fernsehschaffenden hat? Dann wissen Sie, wie wichtig belastbare Daten sind – und wie nervig wir drängeln können, wenn uns etwas wichtig ist. Seit Freitag läuft die erste Umfrage zur Diversität vor und hinter der Kamera: „Vielfalt im Film“ soll ein umfassendes Bild von Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Diskriminierung in der Branche ermitteln – zur Entwicklung eines gerechten und wertschätzenden Arbeitsumfelds. Nehmen Sie teil!
Eine Kurzanleitung finden Sie hier.

Und warum das so wichtig ist, erklärte Crew-United-Co-Chef Oliver Zenglein gestern auf SWR2 Kultur: Ein Gespräch zur Umfrage „Vielfalt im Film“.

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Abstand! Maske! Worauf muss man denn noch alles achten beim Filmemachen in diesen Tagen? Da können die Regeln ganz schön durcheínandergehen. | Foto © Columbia Tristar

Wo ist die Solidarität der Filmbranche, von der neulich noch alle gesprochen haben? Die Corona-Krise hat viele Schwachstellen des Systems wieder deutlich aufgezeigt.

In vielen Artikeln wird davon gesprochen, wie wunderbar die Filmbranche doch „zusammengerückt“ sei in dieser schwierigen Zeit. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt sicherlich Produktionen, die das ganz großartig gemeistert haben, die keine Kosten gescheut und sogar das Pensum reduziert haben. Doch die Corona-Krise hat auch viele Schwachstellen unseres Systems wieder ganz deutlich aufgezeigt. Auf Messers Schneide bewegen wir uns durch den Dschungel der ohnehin schon fragwürdigen Arbeitsbedingungen, hangeln uns von Maßnahme zu Maßnahme im Busch der Hygieneauflagen und versuchen die Missstände, die auch vorher schon existiert haben, zu vertuschen. Jeder macht, was er für angebracht hält, von einer geraden Linie kann nicht die Rede sein. An einem Set werden nur die Schauspieler und Komparsen auf Covid-19 getestet, am andere das ganze Team. Beim nächsten wird das Team zwar getestet, aber nur einige Male und Zusatzpersonal kann durch diesen Umstand leider nicht gewährt werden. Wieder woanders ist der Gruppentest der Renner: Man teilt etwa Schauspieler, die inhaltlich am meisten miteinander zu tun haben, in Gruppen und testet diese zusammen. Wenn ein positiver Test vorliegt, wird die ganze Gruppe isoliert. 

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Anfangs lief’s gut, inzwischen fehlt das Publikum. In Thüringen ist der Boom der Autokinos vorbei. Zurück zur Normalität. | Foto © CC BY-SA 3.0

Die Kinos machen wieder auf, die Sommerferien beginnen– und schon ist wieder ein Trend vorbei: Die ersten Autokinos haben in Thüringen wieder zugemacht. Schade. Doch auch für die Lichtspielhäuser dürfte es besser laufen. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Was fehlt Ihnen, Abel Ferrara? Der Kultregisseur im Interview ohne Worte des „SZ-Magazins“.

 

Am Freitag startete unsere Umfrage „Vielfalt im Film“. Die Teilnahme ist erfreulich groß und erreicht auch viele Filmschaffende, die noch neu bei Crew United sind. Sie heißen wir herzlich willkommen und bringen hier nochmal eine Kurzerklärung für Einsteiger*innen:

Falls Sie noch nicht bei Crew United registriert sind: Klicken Sie bitte auf diesen Link und registrieren Sie sich. Das ist kostenlos und unverbindlich. Mit der Freischaltung erhalten Sie per E-Mail die Einladung mit dem Link zur Umfrage.

Falls Sie schon ein Profil bei Crew United haben, sollten Sie bereits eine E-Mail mit dem Link erhalten haben. Es sei denn, Sie haben in ihrem Konto eingestellt, dass Sie keine E-Mails zu Neuigkeiten, Events und Umfragen erhalten wollen.
In diesem Fall schicken Sie bitte eine E-Mail an (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen), dass Sie die Einladung haben wollen (dazu müssen Sie aber in jedem Fall registriert sein).

 

Mit Milliarden-Soforthilfen wollte der Staat den wirtschaftlichen Absturz von Kleinbetrieben und Selbstständigen in der Corona-Krise verhindern. Jetzt fordern die Länder viele Empfänger zur Rückzahlung auf, weil sie angeblich die Bedingungen nicht erfüllten, berichtet der „Focus“: Die Geschäftsleute fühlen sich von der Politik getäuscht, die Wut wächst.
Den Ärger über Rückforderungen der Corona-Soforthilfe in Nordrhein-Westfalen beschreibt der WDR: Das müssen Empfänger jetzt wissen.

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Übermorgen vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. Wie rassistisch ist die Blödelei wird heute gefragt. | Foto © Rialto Film

Zum Wochenende mal in eigener Sache – die alle angeht: Heute startete die Befragung „Vielfalt im Film“. Sie soll erstmals belastbare Daten zu Diversität und Diskriminierung vor und hinter der Kamera liefern. Nehmen Sie sich die Zeit!

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vor 35 Jahren kam „Otto – der Film“ ins Kino. In der Blödelkomödie fallen auch rassistische Begriffe für einen Schwarzen. Für die Produktionsfirma ist es „möglicherweise ein sehr frühes Beispiel für anti-rassistische Komik im deutschen Film.“ Schließlich stecken hinter dem Drehbuch die Gründer der Satirezeitschrift ,Titanic’. Ein Beispiel, wie stark sich Humor wandelt, meint die Deutsche Presse-Agentur und begibt sich auf Spurensuche.

 

Deutschland ist anders als noch vor 35 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln, berichten wir auf unserem Blog mit weiteren Links.

„Etwas Grundlegendes verändern“: Im Interview mit der „Taz“ erklären Skadi Loist und Joshua Kwesi Aikins den Sinn und Zweck der Diverstitäts-Umfrage, und wie sie ablaufen soll.

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Der Apachen-Häuptling ist Franzose, die amerikanischen Ureinwohner sind Statisten aus Kroatien. „Winnetou“-Fans mögen da nostalgisch werden, doch auf heutige Zuschauer dürfte das „Whitewashing“ komisch wirken. Praktiziert wird es dennoch. Und dies ist nur ein Aspekt im vielfältigen Thema „Diversität“. | Foto © Kinowelt

Deutschland ist anders als noch vor 20 Jahren. Doch in Kino und Fernsehen ist der Wandel noch nicht angekommen. Statt Diversität toben weiter die Klischees aus alten Zeiten – vor und hinter der Kameralinie. Die Studie „Vielfalt im Film“ will nun erstmals Zahlen dazu ermitteln.

Wenn Sendern die Zuschauer ausgehen, aber Streamingdienste Zulauf haben … liegt’s dann vielleicht auch an den Inhalten? Es sind die Streamer, die inzwischen mit Themen und Erzählformen das Publikum begeistern. Vor allem Netflix wird immer wieder gelobt, mehr „Diversität“ in Serien und Filme zu bringen. Das Wort ist schwierig und wird oft genug falsch verstanden. Im deutschen Sprachgebrauch erinnert es an „divers“, was die Unterschiede betont. Im Englischen, wo die „Diversity“ ihren Anfang nahm, meint sie in erster Linie die Vielfalt. 

Auf einen Satz zusammengefasst: Diversität soll das tatsächliche Bild einer Gesellschaft widerspiegeln, in all ihren Facetten. Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch auf Leinwand, Bildschirm oder Bühne, wo die Geschichten aus und über diese Gesellschaft erzählt werden.

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Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 16. Juli 2020. 

„Dein Kino vermisst dich“. Das muss mal gesagt werden. Der Spot kommt von der Initiative „Zurück ins Kino“ und kann von den Kinos in NRW eingesetzt werden.

Die Kinos haben kaum Filme, mit denen sie das große Publikum erreichen können, mit denen ein Betrieb zumindest ansatzweise rentabel machbar wäre. Die Charts zeigen, dass der neue Film der „Conni“-Reihe, „Meine Freundin Conni – Geheimnis um Kater Mau“, auf Platz 2 abstieg und dafür, ebenfalls ein Kinderanimationsfilm, „Paw Patrol: Mighty Pups“ sich an die Spitze setzte. Ein erwachsenes Publikum, sofern ohne Kleinkinder, werden beide Titel nicht ansprechen. Auf Platz 3 („Filmecho“ listet die ersten fünf Plätze, die durch Comscore ermittelt werden) befindet sich „Scooby!“. Auch der ist ein Kinderfilm, ein Animationsfilm. Die Arthouse-Charts („Programmkino.de“ gibt die Auswertung von der AG-Kino weiter) bestätigen Petzolds „Undine“ weiterhin auf den ersten Platz. Platz 2 ist ein Neueinsteiger, „Eine größere Welt“, die Lebensgeschichte von Corine Sombrun.

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Die Kulturstaatsministerin hat geantwortet! Katharina Hoffmann, Kulturschaffende in Corona-Nöten, bedankt sich mit noch einem Video. | Screenshot

Über Lücken und Flicken klagen Produzent*innen, wenn sie nach den Corona-Hilfen für die Branche gefragt werden. Andere Kulturschaffende werden weiterhin an die Grundsicherung verwiesen. Warum die sich damit so schwer tun, erklären vielleicht auch ein paar Zahlen aus der früheren Normalität – von denen übrigens nicht nur sie betroffen sind.  

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Vorige Woche hatten wir’s angekündigt, übermorgen geht es los: Am Freitag startet die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera. Mehr als 30.000 Filmschaffende sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden.
Wer, wie, was und warum ist ab morgen auf unserem Blog out-takes.de zu lesen, wo wir die Umfrage mit Interviews und Berichten begleiten. Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. 

 

Erinnern Sie sich noch an Katharina Hoffmann? Auf Youtube hatte die Schauspielerin vor zwei Wochen die Kulturstaatsministerin um Hilfe gerufen – sie verzweifelte am vereinfachten Antrag auf Grundsicherung. Seit gestern hat sie wieder bessere Laune: Frau Grütters hat geantwortet!

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„Nachts im Museum“: Die Kulturstätten haben’s zurzeit ruhiger als sonst. Vor allem leiden aber die freien Mitarbeiter*innen und Künstler*innen. | 20th Century Fox

Wie der Staat den Museen hilft, beschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ vorige Woche. Dabei fand sie auch Platz,  die Situation von Freien und Solo-Selbständigen in der Kultur anzusprechen, hakte aber nicht weiter nach.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.

 

Eigentlich wollte die „Süddeutsche Zeitung“ nur wissen, wie es den leeren Museen geht. „An manchen Stellen zeigt diese Krise die Verletzlichkeit des Kulturbetriebs auf“, antwortet Ulrike Groos, die das Kunstmuseum Stuttgart leitet: „Die prekären Verhältnisse, unter denen so viele Freie im Kulturbetrieb arbeiten, müssen bei der zukünftigen Förderpolitik überdacht werden.“ Es brauche faire Bezahlung für die Solo-Selbständigen, die für Institutionen arbeiten. Sie, die von der Bundesregierung von den Soforthilfen ausgeschlossen waren und Hartz IV beantragen mussten, sind eine Gruppe von vielen Tausend Beschäftigten, die in den Budgetverhandlungen traditionell mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden, obwohl sie Wesentliches für die Inhalte der Kulturvermittlung leisten. Und für Künstler*innen müsse es endlich „verbindliche Ausstellungshonorare“ geben.

 

„Ein großer Fortschritt“ sei die Corona Kulturförderung in Nordrhein-Westfalen, schreibt der der Kulturrat NRW. In seiner aktuellen Mitglieder-Information gibt er einen Überblick der Hilfen im Bundesland und das den Stand des angekündigten Stipendienprogramms mit 105 Millionen Euro für bis zu 15.000 Antragsberechtigte: „Im Vergleich zu Künstlerhilfen in anderen Bundesländern kann sich dieses Programm sowohl mit seinem Volumen wie auch mit der Art der Abwicklung beispielhaft sehen lassen.“

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Die erste Corona-Serie ist auch schon in Entwicklung. Sie soll von einem Covid-19-Ausbruch in einer großen Fleischfabrik erzählen. Originell!

Corona-Serien, Diversity-Check, Buchtips: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 65.

„All inferences from experience suppose, as their foundation, that the future will resemble the past, and that similar powers will be conjoined with similar sensible qualities. If there be any suspicion that the course of nature may change, and that the past may be no rule for the future, all experience becomes useless, and can give rise to no inference or conclusion. It is impossible, therefore, that any arguments from experience can prove this resemblance of the past to the future; since all these arguments are founded on the supposition of that resemblance.“
David Hume: „An Enquiry Concerning Human Understanding“

 

„Husten und niesen Sie in die Armbeuge.“ Das sagt mir der „Münchner Verkehrs Verbund“, weil sie dort offenbar nicht glauben, dass ein erwachsener Mensch, selber weiß, wie er husten könnte. Der Nanny-Staat wird alltäglich. Wie in einem ganz schlechten Science-Fiction. 

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Kleine Erinnerung: Vor vier Monaten, Ende Februar, gab es in Italien die ersten Corona-Fälle. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sagte damals, Corona sei „bei weitem nicht gefährlicher als die Grippe“. Der Charité-Chefvirologe Christian Drosten sagte, er würde „natürlich“ weiterhin nach Italien reisen. Der Lausanner Epidemiologe Marcel Salathé meint, er sehe seiner geplanten Italienreise „relaxed“ entgegen.

Moral: So kann man sich täuschen. Auch als Experte. 

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