Beiträge

Die aktuellen und anhaltenden Diskussionen um das Thema Diversität war Anlass, dass sich vier Filmschaffende zu diesem Online-Talk zusammengetan haben, um sich untereinander und mit anderen Kolleg*innen auszutauschen. Wir veröffentlichen das informative, authentische und tiefblickende Gespräch in leicht gekürzter Fassung. Denkt bitte an die Umfrage „Vielfalt im Film“ und nehmt teil!

Es diskutierten:
Thelma Buabeng (Schauspielerin, Aktivistin & Moderatorin)
Iris Baumüller (Casting Director | BVC)
Nataly Kudiabor (Produzentin | Ufa Fiction)
Michel Birbæk (Drehbuchautor)

Der Beitrag gliedert sich in folgende Kapitel (Achtung in der Ecke rechts oben anklickbar!):

Intro
Kapitel 1: Wie divers ist die deutsche Film- und Fernsehlandschaft?
Kapitel 2: Beispiele aus Theorie & Praxis
Kapitel 3:  Fehlende Zahlen & Fakten zur Diversität
Kapitel 4: Wie macht es das Ausland?
Kapitel 5: Stellschraube: Entscheider*innen & Zielgruppe
Kapitel 6:  Selbstverpflichtung als Druckmittel
Kapitel 7: Cultural Background
Abspann & Dankeschön

Offizielle Website Vielfalt im Film: www.vielfaltimfilm.de

Viel Spaß beim Anschauen.

Eine Liebererklärung ans Kino haben junge Filmemacher*innen aus Nordrhein-Westfalen NRW während der Pandemie gedreht. Ihren märchenhaften Spot wollen sie jedem Kino zur Eigenwerbung frei zur Verfügung stellen – „unser Beitrag zur Unterstützung der Kinolandschaft nach der Schließungen“. | Foto © Joscha Nivergall, Peter Wieler

Besonders die Kinos sind in Gefahr: Die Umsätze sind auf nahezu ein Viertel geschrumpft. Unter Pandemie-Bedingungen lässt sich nicht wirtschaftlich arbeiten – es fehlen Filme und Sitzplätze.

Und hier erstmal der Link zum heutigen Foto.

 

Wie geht Kino im Corona-Herbst? Der NDR betrachtet die Krise der Filmbranche: Die Kinos in Deutschland befinden sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation. Vereinzelte Erfolge können nicht über einen Mangel an Besuchern und Filmen hinwegtäuschen – und werden durch die Vorgaben eingeschränkt, berichtet ein Kinobetreiber: „Wir haben immer noch die Abstandsregelungen von 1,50 Meter und können eigentlich nur maximal ein Drittel der Plätze belegen. An den letzten Wochenenden waren wir tatsächlich schon ein paar Mal in der Situation, dass wir ein paar Leute wegschicken mussten, weil aufgrund der Abstandsregeln keine Plätze mehr da waren.“ Die ausverkaufte Vorstellung ist kein Trost – man sei weit davon entfernt, wirtschaftlich arbeiten zu können: „Denn die Bedingungen sind einfach so, wie sie sind. Da werden wir die nächsten Monate auch nicht unbedingt rauskommen. Es bleibt also schwierig.“ In Deutschland verzeichnen alle Kinos seit drei Monaten einen Umsatzeinbruch von 60 Prozent, während der kompletten Schließung zuvor waren es 100 Prozent, erklärt der NDR.

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„Eine Frau mit berauschenden Talenten“ | Foto © Neue Visionen, Guy Ferrandis

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 8. Oktober 2020 – Teil 1.

Die Karten wurden neu gemischt. Wie ein Fels in der Brandung stand James Bond im November auf dem Startplan, um Kinopublikum und Kinomacher sowas wie Erlösung aus einer langen Fastenzeit zu versprechen. Da hat man noch mal ordentlich was in das Marketing reingebuttert (wir berichteten vorige Woche), und dann krachte auch dieser Starttermin mit lautem Getöse und wurde zum ersten Dominostein, der eine Kettenreaktion auslöste, die noch nicht zum Stillstand gekommen ist. Der 12. November 2020 war in so greifbarer Nähe … vergeblich. Die zweite Corona-Welle ebbt noch nicht ab. Wir machen uns was vor, wenn wir denken, dass sich daran so schnell etwas ändern wird. Jetzt soll Bond im April 2021 ins Kino kommen, ein Jahr nach dem ursprünglich anvisierten Starttermin.
Aber eine Verschiebung von einem Jahr ist gerade hoch im Trend. „F9“, sprich die 9. Episode der „Fast-&-Furious“-Reihe wird nun auch verschoben, vom April auf Ende Mai 2021, um 007 nicht ins Gehege zu kommen. „Jurassic World“ rutscht mit der Lawine vom Sommer 2021 in den Juni 2022, meldet das Branchenblatt „Variety“ [auf Englisch].
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„Es ist zu deinem Besten“ | Foto © Studiocanal, Frédéric Batier

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 8. Oktober 2020 – Teil 2.

Ach, was wären die Töchter doch ohne ihre Väter. Das ist so ein Gedanke, der schon in den 1950er-Jahren in „Vater der Braut“ Konjunktur hatte und anscheinend bis heute zum Sittengemälde der Gesellschaft gehört: Der wohlhabende Rechtsanwalt Arthur (Heiner Lauterbach) , der cholerische Bauarbeiter Kalle (Jürgen Vogel) und der sanftmütige Physiotherapeut Yus (Hilmi Sözer) haben eines gemeinsam: Sie sind Väter von Töchtern. Und sie wollen diese Töchter (Janina Uhse, Lisa-Marie Koroll, Lara Aylin Winkler) vor ihren künftigen Ehemännern bewahren. Sie hecken einen Plan aus, diese loszuwerden und gehen damit einen Pakt ein – „Es ist zu deinem Besten“.
Nach „Das perfekte Geheimnis“, für den der italienische Film „Perfetti Sconosciuti“ Pate stand, gibt es ein weiteres Komödien-Remake. Marc Rothemund („Sophie Scholl“, „Dieses bescheuerte Herz“) bringt hier die deutsche Version der spanischen Komödie „Es por tu bien“ aus dem Jahr 2017 in die Kinos.

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Zwei Dokumentarfilme beschäftigen zurzeit die Feuilletons. Eigentlich das Territorium von ARD und ZDF. Doch die haben damit nichts zu tun. | Foto © Netflix

Zurzeit machen vor allem zwei Dokumentationen von sich reden. Und die stammen nicht von den Öffentlich-Rechtlichen, sondern von Privatsender und Streamingdienst. Anlass auch, zu fragen, was die anders machen im Stammgebiet von ARD und ZDF. 

Die gute Nachricht: Schon mehr als 100 Millionen Euro haben Bund und Länder für die Rettung der Kinos in der Corona-Krise bereitgestellt. Die schlechte Nachricht: Diese Hilfen wurden nicht zu Ende gedacht. Das wird zwar seit langem und immer wieder angemerkt, hat aber offenbar bislang wenig gebracht. Jedenfalls machen 33 unabhängige deutsche Filmverleiher mit einem offenen Brief nochmals auf das Problem aufmerksam. Obwohl man für viele Bereiche pragmatische Lösungen gefunden habe, sei es für die Verleiher bislang bei völlig unzureichenden und ineffizienten Maßnahmen geblieben. Das sei ein Fehler, durch den strukturelle Schäden für die gesamte Branche drohten. Der Brief im Wortlaut.

Der vorige Freitag könnte in die deutsche Fernsehgeschichte eingehen, meint die „Taz“. Am 25. September startete nämlich die erste eigene deutsche Netflix-Dokuserie, „Einigkeit und Mord und Freiheit“. In vier Folgen schildert die Gebrüder Beetz Filmproduktion den Mordfall an Treuhand-Chef Detlev Rohwedder 1991, die verschiedenen Theorien über die Hintergründe und zugleich die Wirtschafts-Geschichte der deutschen Wiedervereinigung. Schon vor dem Start gab’s viel Lob in den Feuilletons, doch die „Taz“ interessiert hier nicht der Inhalt, sondern der „Blick hinter die Kulissen der neuen ARD- und ZDF-Konkurrenz“. Kurz: Was der Streamer anders macht.
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„Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution“ | Foto © Entertainment One Germany

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 1. Oktober 2020 – Teil 2.

Nicht allein „Me Too“ oder die hiesige „#Aufschrei“-Debatte mögen ein Vehikel für das Thema Gleichberechtigung in der Filmerzählung sein. Denn aktuell war dieses Thema eigentlich schon immer: Das zeigt der „Miss-World“-Wettbewerb, der in den 1970er-Jahren auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit war. Doch für Sally (Keira Knightley) und ihre besten Freundin Jo (Jessie Buckley) bedeutet das Spektakel nichts anderes als die Veranschaulichung der gegenwärtigen Frauenverachtung. Für manche Teilnehmerin (Gugu Mbatha-Raw) wiederum  bedeutet der Wettbewerb nicht nur die Möglichkeit auf einen Preisgewinn, sondern auch die Chance zur Befreiung von Rassismus und Diskriminierung. Und so wurde der Wettbewerb eigentlich nie das, wozu er einst erdacht war (nämlich den gerade neu erfundenen Biniki zu bewerben). Er wurde zum Sprungbrett für weibliche Karrieren: Die Deutsche Petra Schürmann gewann 1956 neben Finninnen, Schwedinnen und anderen weißen Frauen – bis zum Jahr 1970, als erstmals Jennifer Hosten aus Grenada als Dunkelhäutige den Preis gewann. So wurde Die Misswahl – Der Beginn einer Revolution: Die Regisseurin Philippa Lowthorpe („The Crown“) und die Drehbuchautorin Rebecca Frayn („The Lady“) hat die wahre Geschichte zu dieser auch amüsanten Filmgeschichte inspiriert.

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Michael Gwisdek war ein „Experte für gebrochen würdevolle Figuren“, meint die „Taz“. Zum Beispiel in „Oh Boy“. Am Dienstag ist der Schauspieler mit 78 Jahren gestorben. | Foto © Tobis, Julia Terjung

Der ARD-Programmdirektor lobt die Produzenten: Sie hätten „einen richtig guten Job gemacht.“ Auch die Ufa sieht sich fast wieder auf Vor-Corona-Niveau. Doch noch immer wird um einen echten Ausfallfonds, der die Branche in der Krise schützen soll. Wir beginnen mit drei Nachrufen. 

Michael Gwisdek ist tot. Der Schauspieler ist am Dienstag in Berlin mit 78 Jahren gestorben. Als erster deutscher männlicher Darsteller hatte er 1999 auf der Berlinale einen „Silbernen Bären“ erhalten. Seine Rolle in „Nachtgestalten“, war vergleichsweise klein, aber hatte den typischen Gwisdek-Touch.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ würdigt ihn mit einem kurzen Nachruf: Gwisdek „wurde nach der Wende zu einem der beliebtesten Schauspieler, mit seiner eleganten Präsenz überwand er alle Ossi-Wessi-Klischees, und mit seinem Air von Altersweisheit hielt er auch kitschige Figuren wie den Weizenfelder durchwandernden Großvater zuletzt in ,Traumfabrik‘ am Leben.“
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„Persischstunden“ | Foto © Alamode

Alles Kino und noch mehr  … in der Woche vom 24. September 2020 – Teil 1.

Gleich zwei Neuzugänge haben sich in den Arthouse-Charts platziert. Das Bio-Pic über die Schauspielerin Jean Seberg, „Jean Seberg – Against all Enemies“, ist sowohl nach Gesamtbesucherzahlen, als auch im Kopienschnitt auf Platz 1. Auf den zweiten Platz rückte Roy Aderssons lakonische Betrachtung „Über die Unendlichkeit“. Die Zahlen für „Tenet“ (immer noch Top), „After Truth“ und Co liefert „Blickpunkt Film“. Bester Neueinsteiger ist demnach die Komödie „Hello Again“, ein Film der Warner Bros., zu dem es übrigens auch keine umfassende Pressebetreuung gab. 

Gute Nachrichten, wenn man denn so will, ist die Platzierung von „Wonder Woman 1984“ auf den 23. Dezember 2020, während „Soul“ von Walt Disney Studios fest auf dem 26. November 2020 stehen bleibt. Auch an dem neuen James Bond, „Keine Zeit zu sterben“, hat noch niemand gerüttelt, der 12. November 2020 bleibt. Andererseits: Sony Pictures hatte letzte Woche immerhin noch einen Film für dieses Jahr im Programm. Jetzt verabschiedet man sich aufs nächste. „Connected – Familie verbindet“ steht derzeit ohne Starttermin da. Universal wiederum hebt den Filmstart von „Candyman“ auf, ursprünglich sollte der am 15. Oktober starten. Der letzte Joseph Vilsmaier-Film, „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ mit Michael Herbig, wird von Leonine ebenfalls in den Dezember verschoben. 

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„Blackbird – Eine Familiengeschichte“ | Foto © Leonine

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 24. September 2020 – Teil 2.

Eine nervenaufreibende Familiengeschichte, die seit einem Urteil des Verfassungsgerichtes in Sachen Sterbehilfe auch hierzulande an Wichtigkeit gewonnen hat, ist die des dänischen Drehbuchautors Christopher Torpe und des Regisseurs Bille August aus dem Jahr 2014, die Roger Michell („Notting Hill“) für das Hollywood-Kino neu auf die Leinwand setzt: In „Blackbird – Eine Familiengeschichte“ laden Lily (Susan Sarandon) und ihr Mann Paul (Sam Neill) die erwachsenen Töchter Jennifer (Kate Winslet) und Anna (Mia Wasikowska) in jenes Landhaus am Meer ein, mit dem die Familie so viele Erinnerungen verbindet. Susan, unheilbar erkrankt, möchte ihrem Leben ein Ende setzen. Doch bevor sie das tut, verlangt sie von ihren Töchter, dass sie wieder zueinander finden. Wer hier zueinanderfindet ist ein Hochglanz-Cast, das dem Zuschauer nahezu einen theaterhaftes Erleben eines Kammerspiels beschert – und dass noch am Schluss durch einen narrativen Makel getrübt wird.

 

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Ein „Trauerspiel“ seien die Abstandsregeln in den Kinos, meint Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino. Auf der Filmkunstmesse Leipzig forderte sein Verband diese Woche einheitliche Regelungen, mit denen sich vernünftig arbeiten läßt. | Foto © AG Kino, Rainer Justen

Der Bund hat seinen Ausfallfonds für Dreharbeiten gestartet, doch der schützt nur, was eh schon gefördert und irgendwie „High-End“ ist. Alle Anderen warten weiter auf die versprochene Hilfe. Und auch die Kinos fordern endlich einheitliche und praxisgerechte Regelungen.

Einen Ausfallfonds für Filme und High-End-Serien hatte die Bundesregierung schon vor Wochen angekündigt. Jetzt ist er gestartet, meldet DWDL. Der ersehnte große Wurf ist das aber noch nicht, wie auch der Artikel klarstellt: Die Hilfe ist ausschließlich für Projekte gedacht, die bereits Fördermittel des Bundes erhalten haben.
Die Produzentenallianz zeigte sich in einer Stellungnahme am Freitag zufrieden mit dem Ausfallfonds des Bundes. Der reiche zwar nicht aus, doch man hoffe, dass damit „eine Signalwirkung einhergeht“ und Länder und Sender nachziehen, um auch Fernsehproduktionen abzusichern.
Entsprechendes hatten einige Länder wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen schon im Juli angekündigt, vorige Woche waren Berlin und Brandenburg nachgezogen. Noch sind das aber nur Planungen.
Auf die Lücken im Programm und die Schwierigkeiten einer umfassenden Lösung weist auch „Medienpolitik“ hin: Die TV-Sendergruppen hätten in der ersten Phase der Pandemie zwar den Produzent*innen mit der Übernahme eines Teils der zusätzlichen Kosten geholfen, doch bisher gebe es kaum Bereitschaft, mehr zu tun. Dabei gehe es doch „bei dem Ausfallfonds nicht um einen ,staatlichen Fonds‘, wie aus den Sendern immer wieder abwehrend zu hören ist, sondern um ein Hilfsangebot, dass von der Branche, die es verwertet, und den Ländern, die von Filmproduktionen wirtschaftlichen profitieren, mitgetragen wird.“ 

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„Jean Seberg – Against all Enemies“. | Foto © Prokino/Studiocanal

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 17. September 2020 – Teil 1.

Am Dienstag dieser Woche hat die Filmförderungsanstalt (FFA) ihre Halbjahresstatistik veröffentlicht. FFA-Vorstand Peter Dinges erklärt in der Meldung allerdings: „Viele Kinobetreiberinnen und -betreiber kämpfen derzeit um ihre Existenz. Die wirklichen Auswirkungen der Pandemie auf die Kinolandschaft werden jedoch erst in den kommenden Monaten sichtbar werden.“

Die meisten Besucher hatte „Bad Boys for Life“ vom Verleih Sony Pictures, die für den Rest des Jahres derzeit nur noch einen weiteren Film im Startplaner haben. „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ von Walt Disney ist seit Mitte Dezember im Kino. Auf dem dritten Platz befindet sich „Nightlife“ von der Warner Bros. Letzterer immerhin eine deutsche Produktion unter der Regie von Simon Verhoeven. Im Downloadbereich kann man sich die Statistik herunterladen. Für das zweite Halbjahr setzt man die Hoffnung auf „Drachenreiter“, eine deutsch-belgische Produktion von Tomer Eshed, derzeit für Mitte Oktober geplant, „Jim Knopf und die Wilde 13“ von Dennis Gansel startet sogar schon in zwei Wochen bei Warner Bros. und von Studiocanal kommt am 8. Oktober die Komödie „Es ist zu deinem Besten“, Regie Marc Rothemund.

Wie Berliner Arthouse-Kinos zurzeit die Corona-Maßnahmen und damit die Zuschauerströme händeln, fasste der „Tagesspiegel“ in einer lokalen Spalte für die Bezirke Charlottenburg und Wilmersdorf zusammen: „Wie die Kinos der Coronakrise trotzen“.

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„Lord & Schlumpfi – Der lange Weg nach Wacken“. | Foto © 24 Bilder

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 17. September 2020 – Teil 2.

Die „Wissenschaft der Malerei“, wie Leonardo da Vinci sein künstlerisches Schaffen nannte, ist heute Teil des kulturgeschichtlichen Kanons. Zu besichtigen waren seine Werke in einer zusammengetragenen Ausstellung im Musée de Louvre, wo sie eine Anziehungskraft auf Kunstbeflissene und Interessierte ausübten. Nicht jeder hatte die Chance, an dieser einmaligen Ausstellung teilzunehmen. Erstmals erscheint eine Dokumentation der Museumschau: „Eine Nacht im Louvre: Leonardo da Vinci“ macht die Werke „hautnah“ erlebbar, weil sie eigens für das Kino gefertigt wurde. Mit 5K Kameras und 3D Technikern wurde hier nächtelang – also in der besuchsfreien Zeit – gefilmt. Die Kuratoren Vincent Delieuvin und Louis Frank leiteten den Dokumentarfilmer Pierre-Hubert Martin darin an, die Erzählung über Leonardos Vorgehensweisen und malerische Technik zu schreiben.

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Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 10. September 2020. Teil 2.

Wie man Political Correctness korrekt umgeht, das weiß der Schauspieler Alexander Schubert durchaus. Werden ihm doch regelmäßig in der ZDF-„Heute Show“ von Satirikern diese Korrektheit einigermaßen sprengende Dialoge in den Mund gelegt, wenn er den CDU-treuen „Alexander von Humboldt“ gibt. In seinem Regiedebüt sucht er anlehnend an den komödiantischen Stoff von Josef Fares’ „Kops“ von 2003 ähnliches auf der Leinwand zu verwirklichen und lässt Polizisten mal eben die Seiten wechseln. Das jedenfalls unternehmen die Beamten Deniz (Erkan Acar) und Rocky (Adrian Topol) wie auch das Paar Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe). Denn in dem kleinen Nest mitten in Nordrhein-Westfalen gleicht ihre Polizeistation eher einer Einrichtung für entschleunigtes Beamtentum. Damit Tina (Sina Tkotsch) die Station nicht auflöst, muss die Wache 23 gehörig viele neue Akten öffnen. Dabei kommt den Rettungslosen auch der Zufall zu Hilfe. Leider jedoch bleibt der Zuschauer in „Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt“ etwas glücklos auf so mancher Pointe sitzen. Was vielleicht auch an den harmlosen Dialogen liegen könnte. Oder es ist einfach so ein westfälischer Humor.

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Der Herr in der Mitte fehlt, ohne Zweifel. Die Editorin Bettina Böhler erinnert mit einer Montage-Biografie an den Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief, der vor zehn Jahren starb. | Foto © Filmgalerie 451

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 20. August 2020.

Zu schön um wahr zu sein? Zwei Institute der Charité, zum einen das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, zum anderen das für Hygiene und Umweltmedizin, haben eine Stellungnahme herausgegeben, laut der Klassikkonzerte und Opern bei voller Saalbelegung machbar wären, sofern man Masken auch während der Veranstaltung trägt. Zum Beispiel der RBB berichtete. Sogleich hofften alle, die es angeht, dass das auch für die Kinos gelten müsste. Der Vorstand der Charité distanzierte sich jedoch sogleich von der Stellungnahme. Unter anderem der RBB berichtete auch darüber.

Meine Erfahrung ist, viele MitbürgerInnen scheren sich nicht um irgendwelche Vorgaben. Jeder von uns muss selbst entscheiden, wieviel Risiko er oder sie eingeht. Nicht nur um sich selbst zu schützen, sondern um seine Angehörigen mitzuschützen. In der Berliner U-Bahn passiert es durchaus, dass bis zu, na sagen wir mal 40 Prozent, keine Maske tragen oder diese nur am Kinn hängt. Daraus folgere ich für mich, eine Maskenpflicht während einer Filmvorführung ist nicht kontrollierbar. So nicht und so nicht. Also nicht für das Kinopersonal und nicht für das anwesende Publikum, das in seiner Zusammsetzung eben keine Solidargemeinschaft bildet. Aber die Hoffnung und so weiter.

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Wie steht’s um die Vielfalt im deutschen Film? Und was sollte besser werden? Der Indiefilmtalk fragt in gleich zwei Folgen nach Antworten. | Szenenfoto aus „Rubbeldiekatz“ © Universal

Wo stehen wir, warum sind diverse Geschichten wichtig für eine moderne Gesellschaft, und was muss passieren, um mehr Vielfalt vor und hinter der Kamera zu bringen? Das wird in zwei Folgen diskutiert, Gedanken und Meinungen weiterer Filmschaffender sind als Bausteine in die Gespräche eingebaut.

In der ersten Folge sind die Filmemacherin Sheri Hagen, die Schauspielerin Benita Sarah Bailey und der Drehbuchautor Robert Hummel zu Gast. In der zweiten Folge sprechen die Produzentin Nataly Kudiabor, der Schauspieler Jerry Kwarteng, Jonas Karpa von Leidmedien und Joshua Kwesi Aikins und Juan Vivanco von der Menschenrechtsorganisation Citizen for Europe, die zurzeit die erste Studie zur Vielfalt im Film wissenschaftlich begleitet.