Aus gegebenem Anlass und als Beispiel, was Film kann: Richard Linklater zeigt in „Fast Food Nation“ schon vor 13 Jahren die Zustände in der Fleischproduktionsindustrie. | Foto © Senator

Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben, Krawalle in Stuttgart, Korruptionsvorwürfe gegen den Politiknachwuchs … für Kultur und Film war wenig Zeit übers Wochenende. Die Meldungen zum Montag.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Bilder der Zeit: Martin Schoeller ist mit seinen Fotografien berühmt geworden, die Menschen extrem nahekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ sprach mit ihm über das Porträt in Zeiten der Masken, darüber, was zählt in einem Gesicht und wie die Seuche die Stadt New York verändert.

 

Wie soll’s weitergehen in Zeiten von Corona? Filmschaffende aus allen Gewerken hatten sich zusammengetan, um ein Konzept für sichere Dreharbeiten zu erarbeiten. Doch dem Netzwerk WirSind1Team geht es um mehr. Im Interview stellt es sich vor. 

Fragen und Antworten zum Förderprogramm „Im Fokus – 6 Punkte für die Kultur“ hat die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz auf ihrer Website. 

Im Mai wurde für das traditionsreiche Berliner Kino „Colosseum“ Insolvenz angemeldet, danach gab es noch ein wenig Hoffnung auf einen Weiterbetrieb. Doch jetzt steht fest: Das Haus an der Schönhauser Allee wird die Corona-Krise nicht überleben, berichtet der RBB.

Ab Oktober wird die ARD-Mediathek zum „kollektiven Gedächtnis“ für alle Zuschauer*innen und Zuschauer. Von der „Abendschau“ aus den 1960er-Jahren bis zu Highlights aus der Sportwelt. Der Deutschlandfunk fragte seine Hörer*innen: Auf welche Programm-Perlen freuen Sie sich?

 

Die Dokumentation „Wuhan – Chronik eines Ausbruchs“ wird nicht in der ARD ausgestrahlt. Die „Medienkorrespondenz“ sieht auch Revierstreitigkeit innerhalb der Sendergruppe als Grund für die Entscheidung und erzählt die „Story eines Rückziehers“.
Angestoßen wurde die Entscheidung durch einen Artikel der China-Korrespondentin der „Süddeutschen Zeitung“ vor zwei Wochen: Weil es kaum unzensierte Bilder aus der Millionenstadt gibt, habe die Produktionsfirma mit den chinesischen Propagandabehörden kooperiert [Bezahlschranke].
Anscheinend habe sie die Doku selbst nicht selbst gesehen, meint die „Medienkorrespondenz“ und zitiert Textpassagen aus dem Film, „die vielleicht zur Einordnung der erhobenen Vorwürfe helfen.“
„Zeigt die Wuhan-Doku!“ fordert der Kolumnist Klaus Raab im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“: „Eine Dokumentation, die derart misstrauisch mit den eigenen Bildern umgeht, ist kein Propagandafilm.“

 

Die Rassismus- und Diskriminierungs-Debatte ist in den Medien in vollem Gange. Alte Beispiele von Stefan Raab und Otto Waalkes zeigen, dass es nicht ganz leicht ist, einfache Handlungsanweisungen zu geben. Der Wochenrückblick bei „Meedia“.

„Wann darf ich endlich mal einen Bürgermeister spielen?“ fragt sich Tyron Ricketts. Der Berliner Schauspieler und Moderator kämpft seit Jahren dafür, dass People of Color als normaler Teil der deutschen Gesellschaft wahrgenommen werden. Ein Gespräch mit der „Berliner Zeitung“ aus aktuellem Anlass.

In dem Film „Acht Minuten und 46 Sekunden – Die Ermordung von George Floyd“ ordnet Sky die aktuellen Proteste in den Vereinigten Staaten ein. Die „Franfurter Allgemeine Zeitung“ fragt: Haben wir es mit einem „Wendepunkt der Geschichte“ zu tun? 

„Ich habe die Nase voll“, sagt Steve McQueen. Der Regisseur von „12 Years a Slave“ wettert gegen den „krassen Rassismus“ in der britischen Film- und Fernsehindustrie, berichtet „Indiewire“ [auf Englisch].

 

Beim Kölner Festival Edimotion steht die Kunst der Filmmontage im Mittelpunkt. Das ist erst wieder im Oktober, in der Zwischenzeit fragt die Internationale Filmschule Köln Editor*innen nach ihren persönlichen Lieblings?lmen. Am Mittwoch ist die nächste „IFS-Begegnung“, und Sandra Brandl stellt „Das Piano“ von 1993 vor. Das Drama der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion läuft ab 19 Uhr im „Kino im Museum Ludwig“ in Köln, anschließend erklärt die Editorin im Filmgespräch ihre Wahl. Eintritt ist frei, 68 Plätze stehen zur Verfügung.

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens stellt die Internationale Filmschule Köln jede Woche dienstags online einen Film vor, der im Bachelorstudium entstanden ist. Der nächste Film der Reihe ist „Beento“, Abschlussfilm aus dem zweiten Jahrgang des BA Film von Nancy Mac Granaky-Quaye (Regie und Drehbuch), Florian Wimmer (Drehbuch) und Florian Müßener (Produktion). Der Film über einen ghanaischen Gaststudenten und seine ostdeutsche Freundin in der DDR der 1960er Jahre beruht auf wahren Begebenheiten und sei in der aktuellen Rassismus-Debatte leider aktueller denn je, so die IFS.

Im Podcast des  „Moderatorenpool“ reden Moderator*innen und Expert*innen über spezielle Themen und ganz allgemein über Kommunikation. Sie geben Tipps gegen Lampenfieber und für Präsenz. Sie beschreiben, wie Live Streaming und andere Techniken funktionieren und was zu beachten ist. Und sie erzählen Geschichten, die hinter den Kulissen der großen Events stattfinden, und wie sie zu häufig gebuchten Moderator*innen wurden. 

 

US-Kinogänger fordern Maskenpflicht ein, meldet „Blickpunkt Film“: Nachdem AMC dafür in die Kritik geraten war, Schutzmaßnahmen an den Vorgaben der einzelnen US-Staaten zu orientieren, führt die größte US-Kinokette mit Wiedereröffnung ihrer Standorte flächendeckend Maskenpflicht im Saal ein. Andere Ketten ziehen mit. 

In den USA hat sich die erste Werbeagentur dem Boykott gegen Facebook angeschlosssen, berichtet „W&V“: Die Digitalagentur 360i rufe Kunden dazu auf, im Juli nicht bei dem „Sozialen Medium“zu buchen und folge damit Bürgerrechtlern. Für Deutschland fordere der Mediaberater Thomas Koch ähnliches.

Im französischsprachigen Teil Belgiens werden Dreharbeiten abgesichert, berichtet „Cineuropa“: Die Französische Gemeinschaft Belgiens habe bestätigt, dass ein Garantiefonds geschaffen werden soll.

Für einen Talk-Moderator ist Markus Lanz ein erschreckend schlechter Zuhörer, findet die „Frankfurter Rundschau“ nicht erst nach seiner jüngsten Gesprächsrunde: „Dass er eine gewisse selektive Taubheit für Widersprüche in ihm angenehmen Positionen hatte, ist ja lange bekannt, aber heute hat dieser blinde Fleck praktisch die ganze Sendung übertüncht.“

Der Schauspieler und Synchronsprecher Claus Biederstaedt ist im Alter von 91 Jahren gestorben, melden unter anderem „Der Spiegel“ und „Die Zeit“.

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