Am Mittwoch wurde der „Deutsche Fernsehpreis“ verliehen. Den Umständen entsprechend ohne Gala, aber in vielen Kategorien. Das lassen wir zum Wochenausklang mal alleine im Vorspann stehen und gratulieren den Nominierten, Ausgezeichneten und allen anderen, die sich um ein gutes Programm  bemühen.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Der „Deutsche Fernsehpreis“ wurde am Mittwoch verliehen. Ohne Gala – aber mit Überraschung, berichtet „Der Tagesspiegel“.
Ausgezeichnet werden – alle Sender, die in der Corona-Krise für eine breite Berichterstattung sorgten, erklärt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Das hervorzuheben, sei der Jury ein Anliegen. Sie lobe das Fernsehen an sich.
„Die senderübergreifende Selbstbeweihräucherung der Corona-Berichterstattung durch den Preis grenzt allerdings an Ignoranz“, meint Nora Frerichmann im „Altpapier“ des Senders MDR.
Pro Sieben und Sat.1 feiern fünf Auszeichnungen, das ZDF freut sich sogar über elf.
Allerdings: 30 Auszeichnungen wurden vergeben, nominiert waren wieder fast nur Produktionen aus den Senderfamilien der vier Preisstifter ARD, ZDF, RTL und Sat.1. Bei den Serien setzten sich allerdings die Streamingdienste gegen das klassische Fernsehen durch: Da gewann Sky mit „Der Pass“ in der Kategorie Drama, Netflix mit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ in der Kategorie Comedy. Und für Netflix holten auch Silke Fischer (Szenenbild) und Justine Seymour (Kostüm) den Preis für die beste Ausstattung in der Serie „Unorthodox“.
Der Preis beweise aber auch: Das Fernsehen wird stark von Frauen geprägt, merkt DWDL an: „In den Handwerks-Kategorien stellten sie die überwiegende Anzahl der Sieger. Es sind die Kategorien, die man in den Jahren zuvor oft unter den Tisch fallen ließ.“

Wie erfüllen die Medien in der Krise ihre Aufgabe, zu informieren? „EPD Medien“ hat eine Linkliste mit Artikel-Empfehlungen zusammengestellt, die ständig erweitert werden soll.

 

Nachbesserung beim Soforthilfeprogramm „Neustart Kultur“ fordern Solo-Selbständige, Freiberufler*innen und Künstler*innen. 8.767 Menschen hatten bis heute den Aufruf unterschrieben, der bereits an alle Entscheidungsträger*innen auf Bundesebene und Abgeordnete des Landtags NRW verschickt wurde. „Es wäre gut, wenn die andere Landesregierungen und Landesparlamente angeschrieben werden. Textvorlage kann geschickt werden“, schreiben die Initiatoren und weisen auch auf die Bundestagspetition des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland zum selben Thema hin (wir hatten vor zwei Wochen berichtet).  

Zwei Problempunkte für die Filmwirtschaft müssen schnellstens gelöst werden. Das habe am Mittwoch der Deutsche Medienrat in einer Stellungnahme gefordert, berichtet „Blickpunkt Film“ (auf der Website des Medienrats ist die Stellungnahme noch nicht veröffentlicht). Demnach setze sich der Zusammenschluss von 23 Verbänden und anderen Organisationen für politische Maßnahmen ein, um einerseits den fehlenden Versicherungsschutz bei pandemiebedingten Drehausfällen aufzufangen und anderseits die Situation der Solo-Selbständigen im Kultur- und Medienbereich zu verbessern.

 

Wenn es wieder glamouröser wird: Die Verschiebung der „Oscars“ könnte den Berliner Filmfestspielen mehr Bedeutung verleihen, meint die „Frankfurter Rundschau“.

„Ein positives Fazit“ ziehen die Veranstalter für die erste digitale Ausgabe von Nippon Connection. Vom 9. bis 14. Juni lief die Online-Edition des größten japanischen Filmfestivals weltweit, mit mehr als 25.200 Zuschauer*innen aus rund 40 Ländern „ein Rekord“. In weniger als drei Monaten sei das Festival mit seinem Programm ins Netz umgezogen, vom Echo sei man „überwältigt“, erklären die Veranstalter. Im nächsten Jahr soll wohl trotzdem alles wieder wie früher werden: „Wir hoffen dennoch, dass die nächste Ausgabe wieder in den Kinos und Veranstaltungsorten in Frankfurt am Main stattfinden kann.“

Das ZDF hält trotz Corona an seinem Produzententag fest. Die sechste Ausgabe findet jedoch in virtueller Form statt, meldet der Sender.

 

Zurück nach Normal: Deutschland hat als erster größerer Markt in Europa die Filmtheater wieder geöffnet und in der Krise das Autokino wiederentdeckt. Was kommt als nächstes? Das fragt das virtuelle Panel beim Marché du Film am kommenden Montag, 22. Juni: „Back to Business: A German Perspective“ schildern Constantin-Chef Martin Moszkowicz, die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader und Michael Weber, Geschäftsführer der Match Factory. Die Teilnahme [auf Englisch] ist kostenlos, aber nur mit Anmeldung. 

Zurück an den Arbeitsplatz: Was gilt es rechtlich zu beachten? fragt die Plattform „Kununu“ und gibt auch die Antworten. 

Für 2019 konnte die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) von einer knapp stabilen Ertragslage berichten, doch für kommende Ausschüttungen warnt vor dramatischen Einnahmerückgängen, meldet „Blickpunkt Film“ von der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung der GVL. 

„Propaganda verhindert?“ fragt die „Taz“: Der SWR hat entschieden, die Doku „Wuhan – Chronik eines Ausbruchs“ nicht auszustrahlen. Der Sender begründet die Entscheidung rechtlich.

Freie müssen draußen bleiben: Radio Bremen verweigert in der Pandemie freien Journalist*innen den Zugang zu seinen Studios, wenn diese für andere Sender der ARD produzieren, berichtet die „Taz“.

Die BBC muss in Großbritannien sparen und hofft auf freiwillige Abgänge. Auch Sender in Frankreich planen Stellenkürzungen, meldet „Der Standard“.  

 

Die Kultur muss noch zuhause bleiben, die ARD springt ein: „Die lange Nacht der Kultur trotz Corona“ bringt vom Sonntag auf Montag mehr als fünf Stunden Musik, Comedy und Tanz, Kurzfilme und Ausschnitte aus Albert Camus „Die Pest“ auf die Couch.

Große Komiker präsentiert die wöchentliche Videoschau von „Telepolis“: Armin Laschet, Helge Schneider und Eric André.

Die BBC hat eine Folge der Comedy-Serie „Fawlty Towers“ aus ihrem Streamingdienst genommen – wegen rassistischer Beleidigungen … das wissen wir natürlich schon. Die „Taz“ aber weiß mehr und klärt auf: Grund war nicht etwa die episodenlange Beleidigung der Deutschen, sondern eine Äußerung über das Cricketteam der Westindischen Inseln. Ex-„Monty-Python“ John Cleese, der die Serie mit seiner damaligen Frau Connie Booth erdacht hat, findet das immer noch falsch: „Wenn man jemandem unsinnige Wörter in den Mund legt, über den man sich lustig machen will, verbreitet man nicht dessen Ansichten, sondern man macht sich über sie lustig. Wenn Leute zu blöd sind, um das zu verstehen, kann man nichts machen.“ Bei der Gelegenheit führt die „Taz“ auch frühere Zensurfälle bei der Serie an: Der WDR etwa hatte die beanstandete Folge „Die Deutschen kommen!“ 1978 einfach ausgelassen. Aber nicht wegen der Sportler aus der Karibik.

„Otto – Der Film“ und die Rassismus-Frage: Warum der Film heute so verstörend ist, erklärt „Tip Berlin“.

„Diese sexistischen Frauenfiguren sollten aus Filmen verschwinden. Denn Filme und Serien beeinflussen, wie wir Frauen sehen“: „Jetzt.de“ startet die neue Kolumne „The Female Gaze“.

Blick zurück: Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sprach mit Monica Bellucci über den Skandalfilm „Irreversibel“, ihre Vorliebe für Frauenrollen in Männerwelten – und Opfer für die Leidenschaft.

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