„Das Grabmal einer großen Liebe“: Der Stummfilm findet nur noch in exklusiven Nischen statt oder irgendwo auf Youtube. Einzig der deutsch-französische Sender Arte pflegt die Vielfalt und Schönheit des Stummfilms im Programm. | Archivfoto

Pandemie-Konformismus, Journal des Verschwindens und Chiffren für das Dahinter: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 59. 

„Il faut savoir encore sourire/
Quand le meilleur s’est retiré/
Et qu’il ne reste que le pire/
Dans une vie bête à pleurer“
Charles Aznavour

„Sie haben es abgerissen. Ein aus der Mode gekommenes Restaurant mit riesigem Speisesaal. […] Die Durchreisenden bevorzugten den offenen Saal mit Blick auf die Bahnhofsuhr. […] Die Zeit ist um, meinten sie. Und eröffneten eine gläserne Theke für den Durchgangsverkehr. Du sollst dich nicht aufhalten. Iss, zahle und verschwinde hier.“
Raymond Dittrich

 

Corona-Zeiten waren Zeiten, in denen wir auch das Filme-sehen neue entdeckt haben. Wir sollten dies nicht verlernen über diesen Sommer unseres Leichtsinns, bevor die zweite Welle kommt und wir kulturelle Überlebenstechniken viel wichtiger brauchen, als Virologie.

Unser Umgang mit Filmgeschichte ist insgesamt ungemein schludrig. Kein Vergleich zu unserem Umgang mit alten Gemälden oder Klassikern der Literatur.

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Stummfilme, das wissen wir ja eigentlich auch, waren nicht stumm oder still. Sie waren begleitet von Musik, oft eigens komponierter, und oft von Soundeffekten. Wir nennen diese Filme so, weil man ab Ende der 20er Jahre mit „Tonfilm“ geworben hat. 

Heute kann man diese Filme in der Regel nur in Filmmuseen sehen und dies sehr selten, denn auch die Stummfilme, die überhaupt noch existieren, also zwischen 10 und 20 Prozent der Werke, die mal irgendwann gemacht wurden, sind in den allermeisten Fällen überhaupt nicht zugänglich. Denn die Rechteinhaber verlangen viel zu viel Geld dafür, dass sie im Kino gezeigt werden. Wer heute bedeutende Werke der Filmgeschichte spielen möchte, ist mit massiven finanziellen Forderungen konfrontiert. 

Hinzu kommt, dass die interessantesten Werke der alten Filmgeschichte nicht immer diejenigen sind, die wir heute am besten kennen. Auch nicht immer die großen, besonders berühmten Filme, nicht immer die repräsentativen sogenannten „Meisterwerke“. So ähnlich, wie die „Mona Lisa“ nicht unbedingt das beste oder auch nur wichtigste Gemälde der Renaissance ist (vielmehr hat sich diese Vorstellung von der „Mona Lisa“ als „dem“ Non-plus-ultra-Meisterwerk überhaupt erst im 19. Jahrhundert herausgebildet), so wenig ist „Metropolis“ von Fritz Lang (meiner persönlichen Ansicht nach ein ganz toller, unbedingt sehenswerter und sehr besonderer Film, und ohne Frage auch ein ungemein wichtiger) der beste oder der interessanteste Film seiner Epoche.

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Von Frank­reich lernen, heißt Kino lernen: Aber die deutsche Film­för­de­rung hat nur Til Schweiger im Kopf und treibt die eigene Selbst­ab­schaf­fung voran, anstatt sich etwas vom guten Handwerk der Franzosen abzu­schauen – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 220. Folge

»Neither you nor I can stop the march of time.«
Jean Renoir »La Grande Illusion«

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Das CNC, die fran­zö­si­sche Film­för­de­rung macht es vor: Auf die Corona-Ausfälle reagiert man in Frank­reich mit einem ausge­klü­gelten, intel­li­genten, wohl­ab­ge­wo­genen, aufein­ander abge­stimmten Programm, das den ganzen Bereich des Films und der Film­dis­tri­bu­tion berück­sich­tigt, das keine Erbhöfe vertei­digt und die Struk­turen von gestern nicht konser­viert, das nach vorne blickt und das überholte Grenzen und Grenz­zäune einebnet.
Bedau­er­lich, dass man so etwas in Deutsch­land nicht mal zur Kenntnis nimmt.

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»Ernstes, heiter verpackt« – so heißt der (unfrei­willig?) zynische Titel der neuesten Pres­se­mit­tei­lung der FFA, der beweist, dass die deutsche Film­för­der­an­stalt auch nach Ende der Kino­schließungs­zeit in jenem geistigen Lockdown verharrt, in den sie sich selbst lange vor Corona hinein­be­geben hat: Ideenlos, innerlich gelähmt, ohne Ehrgeiz, der Krise zu trotzen, ohne Phantasie, wie das geschehen könnte, wird halt Til Schweiger gefördert, der wird’s schon richten. Dessen neuer Film-Titel, Die Rettung der uns bekannten Welt, ist längst erklärtes FFA-Programm.
Aber die Welt, die der FFA bekannt ist, hat nie existiert.

»Ernstes, heiter verpackt« ist zynisch, weil keinem, der gerade mit Film zu tun hat, nach dieser Art von hein­zehr­hard­t­hafter Heiter­keit zumute ist, nach Schmun­zelei ange­sichts des Ernstes der Lage. Und weil die FFA-Funk­ti­onäre, die im Gegensatz zu allen anderen sehr fest auf ihren 5000-Euro-Stühlen sitzen, mit so einer Formu­lie­rung außer ihrer grund­sätz­li­chen Unsen­si­bi­lität nur beweisen, dass ihnen auch das charak­ter­liche Format fehlt, das in beson­deren Situa­tionen wie diesen nötig ist. Auch in Corona-Zeiten soll einfach weiter­ge­lacht und gekichert und geschmun­zelt werden – dass Film aber auch zu etwas anderem gut sein könnte, als uns in Lachsäcke zu verwan­deln und in die späten Fünziger, die Heinz-Ehrhardt-Kicher­jahre zurück­zu­ver­setzen, dass Film den Menschen etwas zum Nach­denken, zum Aufwühlen, zum Sein-Leben-ändern, etwas Rele­vantes, nicht Eska­pis­ti­sches geben könnte, kommt im FFA-Horizont gar nicht vor. Weiterlesen

Europas Kulturzeitschrift „Lettre International“ widmet sich zum neuen Quartal der Pandemie und der Politik | Cover (Ausschnitt) © Lettre International, Didier William

Corona-Idyllen und Utopien allerorten: Back in the USSR – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 58.

„Ich habe einen Sinn für das Romanhafte. Aber daraus ergibt sich eine Mischung aus Strenge der Narration und einer gewissen Freiheit der Schreibweise in den einzelnen Szenen. Wenn ich anfange zu schreiben, weiss ich sehr wohl, wohin es geht, aber nicht unbedingt im Sinne des Plots, sondern im Sinne der Emotionen, zu denen der Film tendiert. Alles hängt an einem einzigen Gefühl.“
Mia Hansen-Løve, im Gespräch mit „Revolver“, Heft 24/2012

 

Langsam lichtet sich der Nebel, und über der Corona-Morgenröte wird der Horizont der neuen alten Welt sichtbar. 

Wir beginnen, über den Tag hinaus zu denken, zu analysieren, was bleibt, was geht und was kommt. Utopien allerorten, zumindest im neuen „Lettre International“.

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„Lettre International“ gibt es seit 1988 auf Deutsch, in Frankreich bereits seit 1984. So sehr diese vierteljährlich erscheinende, ziemlich unvergleichliche Zeitschrift eine Institution ist, so sehr leidet auch sie unter den neuesten Formveränderungen unserer Kommunikations-, Informations- und Denkgewohnheiten. Krisenbedingt drohen mit den Zeitungen und Zeitschriften auf der Kippe, substantielle Elementarstrukturen einer kritischen und schöpferischen Öffentlichkeit beschädigt zu werden oder gar in ihrer Existenz gefährdet zu werden. Worin die unvergleichliche Funktion der unabhängigen Printmedien besteht, davon kann man sich im neuesten „Lettre“-Heft (#129) überzeugen, das jetzt erhältlich ist. 

Das Heft versucht eine Spektralanalyse der Corona-Krise. Nochmal zur Erinnerung: SarS-CoV-2 ist das Virus, Covid-19 ist die Krankheit, Corona ist der gesellschaftliche Zustand. 

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Gelbe Plakate werben für „Fortsetzung folgt“: Die Kampagne soll den Berliner Programmkinos durch die Krise helfen. Das Spendenziel ist noch nicht erreicht, bis Mitternacht kann heute noch geholfen werden. | Foto © Elisabeth Nagy

Kinostarts und Streams der Woche. Von Elisabeth Nagy

In einer Woche geht es auch in Berlin wieder los mit dem Kinoprogramm. Und nicht nur das. Nächste Woche wird in Berlin ein Kino eröffnet, neu eröffnet. Das Charlottenburger „Klick“ an der Windscheidstraße wurde 2004 geschlossen. Eine kurze Zeitspanne lang, vom März 2017 bis April 2018 wurde es neu belebt. Als der Hauptmieter der Immobilie aufgeben musste, wurde auch den Kinobetreibern gekündigt. Christos Acrivulis und sein Team (Martina Klier, Alessandro Borrelli und Sascha Grunow) haben jetzt renoviert und machen wieder Programm. „Die Geschichte des ,Klick’-Kinos zeigt seinen Charakter als Kiez-Kino. Mit Respekt für seine Geschichte werden wir das Kino wiedereröffnen. Wir möchten einen Ort etablieren, der die Menschen vor allem, aber nicht nur wegen interessanter Filme anzieht. Kunstausstellungen und Autorenlesungen, Liederabende und Poetry Slams – Kultur in all ihren Facetten soll einen einzigartigen Platz in der Winscheidstraße 19 finden“, schreibt Acrivulis in der Pressemitteilung. Im ersten Monat übernimmt Lars Eidinger die Patenschaft, die jeden Monat wechseln wird. Das heißt, man zeigt eine Auswahl seiner Filme, zum Beispiel „Alle anderen“ von Maren Ade und ein paar seiner Lieblingsfilme, darunter „Les mépris“ von Jean-Luc Godard und „Anticrist“ von Lars von Trier. Am ersten Wochenende wird es zwei Tage der offenen Tür geben. Mit Abstand eine gute Sache.

Die Berliner Kinos hatten sich zu einer Unterstützungskampagne zusammengeschlossen. Wenn man denn Augen dafür hatte, entdeckte man im Stadtbild und in den Kinoschaukästen die gelben Plakate für „Fortsetzung folgt“. Die Berliner Programmkinos, 33 an der Zahl mit insgesamt 73 Leinwänden, hat auf Startnext.com eine Kampagne aufgestellt. Man wollte zum einen Spenden sammeln, die das Fortbestehen der Häuser zumindest zum Teil sichern könnten. Zum anderen wollte man Eigeninitiative vorweisen, auch um die Politik, im Verbund, auf die Wichtigkeit filmkultureller Arbeit hinzuweisen. Am 27. März 2020 lief die Aktion an und sie läuft heute abend um 23.59 Uhr aus. Das Ziel war 730.000 Euro. Leider ist man von der Summe noch etwas entfernt. Jeder Euro zählt, darum hier der Hinweis, auch 5 vor 12 kann man noch spenden.

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Auf der Website sieht eigentlich alles bestens aus in den Schlachtbetrieben von Tönnies. In der Corona-Pandemie zeigt sich ein anderes Bild. | Screenshot

Schwein gehabt in NRW: Die Phantastilliarden unserer Sehnsucht: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 57. 

„Gouverner, c’est choisir.“
Paul Mendes-France, Politiker

„Vegetarismus und Veganismus sind Formen des Luxuskonsums, die die Umwelt belasten und den Menschen in ärmeren Ländern die Lebensgrundlage entziehen.“
Udo Pollmer, Ernährungsexperte

„Mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorangegangener Geschäftsjahre können nicht ausgeschlossen werden.“
Wirecard-Pressemitteilung

„Es gibt Ideen, die ihren Weg zwar langsam machen, die aber nicht einfach wieder weggehen, weil nicht jedermann sie sogleich aufnimmt. Dazu gehört der Gedanke, daß es für alle Bürger entwickelter, zivilisierter Gesellschaften ein garantiertes Mindesteinkommen geben sollte.“
Ralf Dahrendorf

 

Wenn einer Fleischfabrikant ist, ist er fast schon Verbrecher. In jedem Fall ein sehr dankbares Opfer. Das ist zurzeit erst recht Clemens Tönnies, Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück und für viele sowas wie der Gott des Gemetzgers. Zugegeben, Tönnies ist kein mir sehr sympathischer Typ, das sage ich schon mal deswegen, weil mein Lieblingsfußballclub der BVB ist und Tönnies Präsident von Schalke 04. Eigentlich sollte das zur Erklärung genügen. Darüber hinaus hatte Tönnies zuletzt auch nicht sehr elegante Formulierungen für schwarzafrikanische Lebensverhältnisse gewählt, in seinem Verein stimmt nichts, von oben angefangen bis runter zur Jugendabteilung, wo die Minijobber rausgeschmissen wurden, weil sie angeblich zu teuer sind.

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Frankreich wurde von der Pandemie wesentlich härter getroffen. Hatten die Deutschen vielleicht einfach nur Glück? | Screenshot

Typen der Antwort auf das Virus: Italien, Deutschland und Frankreich: Apokalyptiker & Integrierte –  Gedanken in der Pandemie 56.

 

„Erziehung“ – schon das Wort, das in deutschen Ohren so ganz anders klingt als „education“ auf Englisch oder das französische „éducation“, ist seit den Zeiten Rousseaus etwas in Verruf geraten, und gefällt heute vor allem den autoritären Charakteren aller politischen Lager. Ich finde allerdings auch, dass Erziehung sehr wichtig ist. Kinder müssen lernen, ab und zu mal die Zähne zu putzen; Indien-Besucher, dass man nicht mit der linken Hand in den Reis hineinfasst; und erwachsene Deutsche müssen dazu erzogen werden, die Freiheit der anderen zu achten. Ab und zu komme ich auch während meiner Tätigkeit als Filmkritiker auf den Gedanken, dass ein sommerliches Um-Erziehungscamp für deutsche Filmemacher nicht die schlechteste Idee wäre. Da müssten sie dann den ganzen Tag Filme aus der Filmgeschichte gucken und zwar im Original mit Untertiteln. Und am Morgen wäre zur Erfrischung eine halbe Stunde Selbstkritik angesagt. 

Bei anderen Erziehungsfragen wird es komplizierter.

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Das Editorial der französischen Kulturzeitschrift „Esprit“ unterscheidet vier Phasen der Pandemie bisher: Zunächst eine Betäubung und Schockstarre, gefolgt von vielen Selbst-Befragungen, die sehr schnell in die dritte Phase der Inflation von Kommentaren mündeten. Hier fanden sehr viele während der Krise eine Form von Selbstbestätigung und Selbstsicherheit, in dem sie über den eigenen Zustand nachdachten. Die vierte Phase ist das Jetzt: Das öffentliche Leben kommt langsam wieder auf Kurs und beginnt, Fahrt aufzunehmen; die Menschen bewegen sich wieder stärker in analogen Lebensverhältnissen mit Schmutz, mit Objekten, die im Weg stehen, mit Menschen, an denen sie sich stoßen. Manche reagieren darauf hysterisch – die Geschmeidigkeit, die Emotion, das Driften des Netzes und das Leben ganz und gar in den Bildschirmen hat nachgelassen.

Die Menschen fragen sich, was sich eigentlich geändert hat und welche Politik aus der Gegenwart ist.

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Analog dazu könnten man Typen der Desillusionierung und Reaktion unterscheiden: Für die Nationalisten hat die Krise die Illusion beseitigt, dass man die Grenzen schließen kann und dass Grenzschließungen alle Probleme lösen würden, dass es mit geschlossenen Grenzen keine Migration mehr geben würde – ganz im Gegenteil: Fremdarbeiter werden eingeschleust, um so etwas wie nationale Ernährungssouveränität (Spargel!) aufrechtzuerhalten. Die Nationalisten und die Fetischisten nationaler Souveränität schließen aus der Krise, dass man mehr oder weniger alle Produkte relokalisieren muss und dass es eine strategische Existenzfrage sei, ob sich alles und jedes im eigenen Land herstellen lässt, nicht nur Masken, nicht nur Medikamente. Und sie erfahren ihr Scheitern.

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„Die Liebe in den Zeiten der Cholera“: Die Seuche versetzte vor anderthalb Jahrhunderten die Menschen weit mehr in Furcht als heute Corona. | Foto © Tobis

Experimente mit offenem Ausgang: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 55.

„Auf einem dürren Kosackenklepper schien sie zu kommen, die sieben Plagen als siebensträhnige Knute in der Hand, die asiatische Giftmischerin, die in alle Brunnen, alle Ströme, in jede Nahrung den Keim des Todes warf.“
Karl Gutzkow über die Cholera 1831

„Es gibt Menschen, die bereit sind, ein gewisses Risiko einzugehen, und es gibt andere, die jedes Risiko ausschließen wollen. Beides haben wir zu akzeptieren. Das ist die Vielfalt des Menschen.“
Dabrock im Deutschlandfunk

 

„Hegel starb am Montag, dem 14. November 1831, in seiner Wohnung am Berliner Kupfergraben. Der Tod kam überraschend. Am Freitag zuvor hatte er mit den Vorlesungen des Wintersemesters über Rechtsphilosophie und Geschichte der Philosophie begonnen, am Samstag Prüfungen abgehalten. Am Sonntag zeigten sich die ersten Symptome der Krankheit, der er nach einer unruhigen Nacht am nächsten Tag gegen 17 Uhr erliegen sollte. Am 16. November wurde er seinem Wunsch entsprechend auf dem evangelischen Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof neben seinen Vorgängern Solger und Fichte begraben. Zahlreiche Equipagen und ein unabsehbar langer Zug der Studenten gaben ihm das letzte Geleit.“

So beginnt ein schöner Text über den bedeutendsten Philosophen deutscher Sprache, dessen 250. Geburtstag im August gefeiert wird. Er erschien in der Juni-Ausgabe des „Merkur“, nicht zu verwechseln mit dem „Münchner Merkur“ oder dem „Rheinischen Merkur“. Die in Stuttgart erscheinende, immer noch sehr schön klassisch „deutsche Zeitschrift für europäisches Denken“ genannte Monatszeitschrift ist zwar in den letzten Jahren um einiges uninteressanter geworden als unter ihrem sagenhaften Herausgeber Karl Heinz Bohrer, aber immer noch interessant genug. 

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Kinos im Stillstand 20 – aber nicht mehr lange: Das „Adria“ in Berlin. | Foto © Elisabeth Nagy

Kinostarts und Streams der Woche. 

„Wir sind zurück!“ steht auf der Anzeigetafel des „Adria“ in Berlin-Steglitz. Klein darunter steht allerdings „ab 02.07.“. Die Kinobetreiber haben sich auf den 2. Juli als Öffnungsdatum geeignet. In den verschiedenen Bundesländern sieht es unterschiedlich aus. Daran hat sich nichts geändert. Bei den Blockbustern muss sich das Publikum gedulden. Zum Beispiel hat Warner Bros. in den USA gerade eine Anzahl von Filmen verschoben und die anderen Länder, so auch Deutschland, müssen entsprechend mitumplanen. So wird „Tenet“ von Christopher Nolan nun doch nicht am 16. Juli starten, sondern am 30. Juli. Woraufhin der Verleih Entertainment One sein Zugpferd „Berlin Alexanderplatz“ vom 30. Juli auf den 16. Juli vorzieht. Das Kinoprogramm der Stunde ist noch überschaubar. Aber auch diese Woche gibt es neue Filme, Wiederaufführungen und On-Demand-Veröffentlichungen.

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Wenn die Klügeren immer Nachgeben, sagen sie anderen, wo es lang geht. Dabei macht Streit die Demokratie erst richtig schön. Zeigte uns schon Frank Capra. | Foto © Sony

Ab mit der App: Noch einmal USA: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 54. 

„Es ist die perfekte Ausgangslage, um einige Dinge, die sich eh schon sehr rasant entwickelt haben, noch einmal schneller in extremis voranzutreiben, und das ist meiner Meinung nach eine Enthumanisierung. Die Digitalisierung kann jetzt auf die Spitze getrieben werden, und damit geht einher: Überwachung und die Entsolidarisierung.“
Laura Freudenthaler, Schriftstellerin

 

Die Corona-Krise ist nicht vorbei, auch wenn es sich in manchen Bundesländern so anfühlt. Zum Beispiel in Berlin, wo die Lokale seit dem Wochenende wieder voll geöffnet haben.

Die Kino-Krise fängt aber erst richtig an. In der Gesprächsreihe des „SWR2-Forum“ hatte ich das Vergnügen, heute mit Verena von Stackelberg und Nils Dünker über das Kino in der „neuen Normalität“ zu debattieren. Hier kann man die Sendung nachhören. 

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„Lebens.art“ heißt eine Sendung, die einmal pro Woche sehr spät, nämlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag, auf 3sat zu sehen ist, aber dummerweise nie in der Mediathek. Das heißt, man kann sie sich nur entweder live anschauen oder, wie ich es mache, aufnehmen. 

In der Sendung vom letzten Samstag kamen Schriftsteller zu Wort, und es war ganz großartig. Mit anderen Worten: sehr österreichisch.

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Josef Bierbichler mit Benjamin Cabuk in »Zwei Herren im Anzug« (2018). FOTO © X-Verleih

Menschen, die auf Bildschirme starren
Amerika und das Nichts – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 53

„Der Staatslockdown hat echt reingehaun“
Berliner Landespolizei-Orchester

„We know, everybody knows … that we are not bombing people out of existence, in the name of freedom. … We are concerned with power, nothing more than that…“
James Baldwin

„Das Leben muss bis zum Tod hin gelebt werden können, sonst kann der Tod nicht gestorben werden.
Trotzdem gibt es Empfehlungen, dass Menschen ab einem bestimmten Alter vor diesem Leben und der damit verbundenen Gefahr es zu verlieren, besonders geschützt werden sollen. Warum? Nicht damit sie gar nicht sterben, sondern damit sie wenn es soweit ist, als sowieso bald Sterbende keinen Stau in Krankenhäusern erzeugen können.“
Josef Bierbichler

Es sind nach wie vor allem die alten Männer, die sich aus der deutschen Filmbranche in Sachen Corona zu Wort melden. Woran das liegt – ich weiß es nicht. Aber ich glaube tatsächlich, das es neben den vor einigen Wochen zitierten Worten Alexanders Kluges nichts Großartigeres, Schöneres, Ehrlicheres und zur Sache Präziseres gibt, als diesen Vimeo-Beitrag von Sepp Bierbichler.

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Manch andere Corona-Reaktion lässt dagegen einfach nur erblassen. Wenn irgendjemand noch daran gezweifelt hatte, ob Saskia Eskens von vielen jetzt mit übertriebener Aufregung bedachte kritische Bemerkungen an der deutschen Polizei zutreffen – hier ist der Beweis: Singende Polizisten in einem Auftritt der nur von Michael Wendler an Peinlichkeit noch zu steigern ist.
Man achte besonders auf den Einsatz der Regenbogenfahne.

Das kommt davon, wenn jeder Social Media machen muss. Weiterlesen

Das Blog „Sleeping Screens“ sammelt Fotos von Kinos im Stillstand auf der ganzen Welt. Zum Beispiel Australien. | Foto © Sleeping Screens

Kinostarts und Streams der Woche. 

Kino, Kino, Kino. Man hört es von den Dächern. In Berlin öffnet am 12. Juni das „Rooftop Cinema“, ein Zusammenschluss der Astor Film Lounge und des Alice Rooftop & Garden auf dem Dach des Stilwerks. Die erste Vorführung, Freitag um 20 Uhr, von „Rocketman“ ist bereits ausverkauft. Der Eintrittspreis ist gesalzen, dafür gibt’s aber auch Getränke und einen Flammkuchen und natürlich Service. Bitte spätestens eine Stunde vor Filmstart kommen. Und! Berlin kann jetzt auch Autokino. Am Olympiastadion auf dem Parkplatz P05 hat am 6. Juni 2020 das „Carrona“ den Betrieb aufgenommen.

Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte bei einem öffentlichen Termin diese Woche: „Die Couch kann das Kino nicht ersetzen.“ Ich gebe ihm recht. Manch einer zählt die Tage bis zur Wiedereröffnung. Einige Kinos in Berlin nutzen die Zeit und renovieren noch einmal. Das „Kinokompendium“ sprach in seinem zweiten Teil einer Interviewreihe mit Kinobetreibern mit Iris Praefke, die in der Hauptstadt das „Moviemento“, das „Toni“ und das „Central“ leitet. Der kleinere Saal des „Centrals“ wird gerade mit neuen Stühlen versorgt. Und auch das „Bundesplatz-Kino“ meldet auf seiner Anzeigetafel: „Erst renovieren, dann projezieren“. Über ihre Webseite verlinken sie auch auf drei Episoden der Reihe „Berlin, Ecke Bundesplatz“ von den mit ihnen befreundeten Filmemachern Detlef Gumm und Georg Ullrich. Die Anzeigetafel des „Bundesplatz-Kinos“ wechselt anscheinend öfters, so bleibt man im Dialog mit dem Kiez, ich konnte bereits drei Varianten fotografieren – ein Klick auf die out-takes-eigenen Brancheninfos zeigen ein paar davon. Zwei Berliner, Simon Dickel und Martin Erlenmaier, sammeln sogar Bilder von Anzeigetafeln weltweit auf ihrem Blog „Sleeping Screens“.

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Linke Identitätspolitik rückt der Kunst mit spießigen Schreib- und Denkverboten zu Leibe, klagt Maxim Biller in der „Zeit“. | Foto © Screenshot

Bayern als Preußen, Linke als Rechte, Gefühle als Argumente – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 52.

„,Hast du was gegen meine Mutter gesagt?’ war gestern. Heute heißt es: ,Deine Gedichte über Gewalt tun Vergewaltigten weh, weg damit!’ Oder: ,Den Schwarzen auf diesem Bild hat ein Weißer gemalt. Abhängen!’ Oder: ,Die Buddhas von Bamiyan lächeln so unverschämt menschlich und werden darum nach tausend Jahren gesprengt.’  Ach so, nein, das war ja was ganz anderes …“
Maxim Biller

„Nicht jeder beliebige bewaffnete Gewaltakt, der die politische Machtergreifung zum Ziel hat, kann als Aufstand gelten.“
Emilio Lussu: „Theorie des Aufstands“

 

Disclaimer: Graphic Content! Some of the following thoughts may hurt your feelings.

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Besuch in München für zwei Tage. Es lag, glaube ich, nicht nur am Wetter, dass eine Art bleierne Stimmung über der Stadt lag. Aus Berlin kommend ist man ein bisschen entsetzt darüber, wie stark der Ausnahmezustand ausgerechnet an der Isar in der früheren Hauptstadt des etwas leichteren, heiteren Lebensgefühls der Deutschen, noch existiert. Man betritt das Restaurant und wird schon am Eingang zurückgehalten mit einem nicht sehr höflichen „Maske auf!“ Wenn man in ein Lokal, wo man vorher eine halbe Stunde lang endlich ohne Maske saß, bis man endlich draußen einen Tisch bekommen hat, dann wieder zurückkehrt, um die Toilette zu besuchen, heißt es auch „Maske auf!“. Dann dieses ganze Eintragen in Listen, das irgendwie von allen gemacht und irgendwie von allen auch nur sehr inkonsequent gemacht wird, und auch oft genug einfach vergessen – all das das passt so gar nicht zu München. 

Wuzzi, Bayer mit afrikanischem Namen, führt alles auf die bayrische Neigung zur Obrigkeitshörigkeit zurück. 

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Es wird zuviel nur übers Virus diskutiert, meint der Historiker Michael Wolffsohn. Er vermisst die eigentlichen Fragen in der Pandemie. | Foto © BR

  

Liebe, Musik und Politik: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 51. 

„Wir leben derzeit unter dem virologischen Imperativ. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Übertragen wir also diesen biblischen Spruch auf die Pandemiesituation! Es kann doch das Leben nicht nur darauf begrenzt sein, dass wir überleben. Zum Leben gehört eben sehr viel mehr. Und das eindimensionale Fixieren auf das, was virologisch richtig oder falsch ist, kann es nicht sein.“
Michael Wolffsohn, Historiker

„Der Hecht,
Er macht der Pläne viel.
Ich werd, so sagt er, besuchen
den Ganges und den Nil,
den Tajo und den Tiber dann
und darauf den Jangstekiang.
Ich werde, da ich ungebunden,
gut nutzen meine freien Stunden.“
Robert Desnos

 

Wir haben gut reden und regeln und lockern mit Corona. Aber wie läuft es damit in den anderen, ärmeren Regionen der Welt?

Indien mit seinen 1,3 Milliarden Menschen hat der Lockdown auf die schwerste Probe seit der Unabhängigkeit gestellt. Zum Beispiel: Dharavi. So heißt ein Slum im indischen Bombay. „Slumdog Millionär“ wurde dort gedreht. Auf einem Quadratkilometer leben dort 270.?000 Menschen, also etwa 60-mal so viele wie in einer deutschen Großstadt. Die Behörden kennen nicht einmal die genaue Zahl der Einwohner. Im Slum teilen sich acht oder zwölf Menschen eine aus Müll zusammengenagelte Hütte, vielleicht drei mal drei Meter groß. Die Verhältnisse sind so dicht, dass der berühmte Satz „Die Hölle, das sind die anderen“ aus Jean-Paul Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ (1944) noch eine ganz andere Bedeutung bekommt: In einer Situation, in der jeder erstmal auf sich selbst achten muss, ist der andere zunächst nur eine weitere Last.

Wie hält man dort einen Lockdown mit Ausgangssperren aus? Ein eigenes Zimmer ist ein Luxus, den sich dort die wenigsten leisten können. Wie soll man sich aus dem Weg gehen? Wie soll man ein sauberes Klo finden? Die Hände mit Wasser und Seife waschen? Lächerlich. Tag und Nacht eingesperrt in der stickigen Enge, wer soll das aushalten? 

Zugleich die Frage, ob Covid-19 mehr Opfer kosten wird, oder die Anti-Corona-Politik, die Millionen Tagelöhner in den Abgrund treibt? 

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Trump plant den Putsch, raunt es an manchen Stellen immer lauter. Edward Zwick hatte schon vor 22 Jahren den Film dazu gedreht: „Ausnahmezustand“! | Foto © 20th Century Fox

Faschismus und der liberale Selbstbetrug: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 50. 

„We’re all living in Amerika
Coca-Cola, sometimes war
We’re all living in Amerika
Amerika ist wunderbar.“
Rammstein

 

Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es lustig: Donald Trump, immer noch US-Präsident, ist der „Disruptor in Chief“. In knapp vier Jahren ist es ihm gelungen, die Politik völlig in ihr Gegenteil zu verkehren – nicht die US-Politik oder die des Westens, sondern die Politik der Welt an sich. Er kann es sich leisten, sich im Stil eines Wutbürgers über die von ihm selbst geführte Regierung zu beschweren. 

Wie ein böser düsterer Forrest Gump stellt sich dieser Politiker immer wieder irgendwo hin, wo er nicht hingehört, schreibt er sich in Szenarien der US-Geschichte ein, kapert die historischen Kulissen, und gefällt sich zugleich darin, seine Ahnungslosigkeit zur Schau zu tragen. 

Die Globalisierungskritikerin Naomi Klein hat kürzlich über ihn gesagt: „Donald Trump ist ein Idiot, aber unterschätzen Sie nicht, wie gut er darin ist.“ Das muss man ernst nehmen. Es meint genau diese Besonderheit der Trumpschen Auftritte, die man seine Performance-Qualität nennen könnte. Auf seinen Auftritt mit der Bibel vor der Kirche gegenüber vom Weißen Haus wäre niemand außer ihm gekommen. 

Würde man Trump nicht als Politiker sondern als Komiker und Performer wahrnehmen, müsste man zugeben: Seine Empfehlung, Desinfektionsmittel gegen Corona zu trinken, wäre im Slapstick-Film ein guter Gag. Trump hat große Fähigkeiten zur Improvisation, und ein gewisses Bühnen-Potenzial. Er ist in der Lage, unmittelbar auf seine Umgebung zu reagieren – das ist auch ein seltenes Talent.

Das alles ist keineswegs zynisch gemeint, sondern mein Versuch, zu verstehen, warum die öffentliche Figur Trump funktioniert? 

Der Filmregisseur Federico Fellini hat einmal die zwei Clownsfiguren der Commedia dell’arte, den „Dummen August“ und den „Weißen Clown“, und ihr Zusammenspiel, ihre gegenseitige Bedingtheit, auf die Weltgeschichte übertragen und behauptet, dass sich Weltgeschichte immer wieder in Form des Widerstreits dieser beiden Figuren abspielt. In Fellinis Lesart war Hitler der Weiße Clown und Mussolini der Dumme August.

Wer ist in dieser Struktur nun Donald Trump?

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Aus aktuellem Anlass zeigt Salzgeber Raoul Pecks „I Am not Your Negro“ von 2016. Die „beißende Analyse der Repräsentation von Afro-Amerikanern in der US-Kulturgeschichte“ war für einen „Oscar“ nominiert. | Foto © Salzgeber

Die Kinostarts und Streams der Woche.

Vorige Woche hatte ich von der Einladung zur ersten Pressevorführung nach der Schließung der Kinos erzählt. In Berlin wäre der Termin heute gewesen. Die Vorführung wurde jedoch abgesagt. Präziser, sie musste abgesagt werden, wenn ich das richtig verstanden habe. Nur in Hamburg, wo bereits Kinos wieder geöffnet wurden, darf auch eine Pressevorführung stattfinden. In Berlin öffnen die Filmsäle erst ab dem 30. Juni. Ein Kino, das vor diesem Termin den Betrieb aufnimmt, kann mit einer saftigen Strafe, bis zu 10.000 Euro, rechnen. Zwar hätten sich die entsprechenden Kinos bemüht, herauszufinden, ob für journalistische Veranstaltungen der Betrieb erlaubt wäre, aber man habe keine gültige Antwort bekommen. Die Kinobetriebe und Verleiher haben bereits mehrfach kommuniziert, was sie brauchen, um zu spielen (Vorlauf, Planungssicherheit etc.), dazu gehört auch Marketing und Presse. Jetzt sitzen Filmkritiker und Filmkritikerinnen zwar zu Hause und streamen, was die Leitung hergibt, aber machen wir uns nichts vor: Filme gehören in der Regel auf die Leinwand und auch wenn einige von uns noch zögern (ich gebe zu, ich gehöre dazu) wollen wir irgendwann wieder zurück und die Filme wirklich so sehen, wie sie zu sehen sein sollten. Doch auch wir haben Vorlauf, einige mehr, andere weniger. 

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