Linke Identitätspolitik rückt der Kunst mit spießigen Schreib- und Denkverboten zu Leibe, klagt Maxim Biller in der „Zeit“. | Foto © Screenshot

Bayern als Preußen, Linke als Rechte, Gefühle als Argumente – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 52.

„,Hast du was gegen meine Mutter gesagt?’ war gestern. Heute heißt es: ,Deine Gedichte über Gewalt tun Vergewaltigten weh, weg damit!’ Oder: ,Den Schwarzen auf diesem Bild hat ein Weißer gemalt. Abhängen!’ Oder: ,Die Buddhas von Bamiyan lächeln so unverschämt menschlich und werden darum nach tausend Jahren gesprengt.’  Ach so, nein, das war ja was ganz anderes …“
Maxim Biller

„Nicht jeder beliebige bewaffnete Gewaltakt, der die politische Machtergreifung zum Ziel hat, kann als Aufstand gelten.“
Emilio Lussu: „Theorie des Aufstands“

 

Disclaimer: Graphic Content! Some of the following thoughts may hurt your feelings.

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Besuch in München für zwei Tage. Es lag, glaube ich, nicht nur am Wetter, dass eine Art bleierne Stimmung über der Stadt lag. Aus Berlin kommend ist man ein bisschen entsetzt darüber, wie stark der Ausnahmezustand ausgerechnet an der Isar in der früheren Hauptstadt des etwas leichteren, heiteren Lebensgefühls der Deutschen, noch existiert. Man betritt das Restaurant und wird schon am Eingang zurückgehalten mit einem nicht sehr höflichen „Maske auf!“ Wenn man in ein Lokal, wo man vorher eine halbe Stunde lang endlich ohne Maske saß, bis man endlich draußen einen Tisch bekommen hat, dann wieder zurückkehrt, um die Toilette zu besuchen, heißt es auch „Maske auf!“. Dann dieses ganze Eintragen in Listen, das irgendwie von allen gemacht und irgendwie von allen auch nur sehr inkonsequent gemacht wird, und auch oft genug einfach vergessen – all das das passt so gar nicht zu München. 

Wuzzi, Bayer mit afrikanischem Namen, führt alles auf die bayrische Neigung zur Obrigkeitshörigkeit zurück. 

Aber auch sonst: Wie viele Geschäft hier noch komplett zu haben? Dass man um 22 Uhr (und zwar um Punkt 22 Uhr, nicht um 22:05 Uhr) aus den Lokalen herausgeschmissen wird, nur damit sich die Teenager dann alle vor den Kiosken an den Isar-Brücken klumpen. Oder auch die Tatsache, wie viele Lokale überhaupt nicht auf haben!

Immerhin schmecken das Helle und der Schweinsbraten hier nach wie vor besser als in Berlin. Und immerhin hatte mein Münchner Lieblingsbuchladen, das „Optimal“, das selbstverständlich auch ein Lieblingsmusikladen ist, offen. Im „Optimal“ habe ich mir ein paar Bücher gekauft, unter anderem eine Biografie über Stuart Hall und dann einfach ein Fundstück auf den 30er Jahren: „Theorie des Aufstands“ von Emilio Lussu. 

Keine Ahnung, was mich da erwartet. Aber der erste Eindruck ist gut. Der Titel sowieso.

Ein Stück weit muss ich von meinem Berlingeläster, zu dem ich wahrscheinlich auch neige, zurücknehmen und zugeben: Hier in Berlin, wo ich gerade wieder angekommen bin, es nicht nur das Wetter zurzeit besser. Hier sind auch die Lokale bis 23 Uhr auf, und auch dann wird nicht richtig konsequent und im schlechten Sinne preußisch geschlossen, hier wird auch der Masken-Zwang nicht allzu wörtlich genommen, und hat keine wahnhaften Züge wie in Wahnmoching. Stattdessen gilt in guter, im allerbesten Sinne „alt-preußischer“ Freiheitlichkeit: „Jeder nach seiner Façon“ – ein Klischee, aber hier stimmt’s.

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„Unter der Pandemie leiden gerade besonders …“ – bitte jetzt beliebig einsetzen: Die Kinder. Die Frauen. Die Tiere. Die Alleinerziehenden. Die Künstler. Die Kinos. Die Theater. Die Gastwirte. Die Sportvereine. Die Jugendlichen. Die Selbstständigen. Die Wirtschaft. Die Grünen. Die Migranten. Die Flüchtlinge. Die Singles. Die Stadtbewohner. Die Wanderarbeiter. Das Pflegepersonal. Das Krankenhauspersonal. Die Arbeitslosen. Die Obdachlosen. Die Familien. Die Alten. Die Armen. Der Mittelstand. Großunternehmen. Kleinunternehmen. 

Alles schon gelesen. Wir kennen das. Es leidet also eigentlich jeder. Außer weißen Männern mittleren Alters, die angestellt sind. Fallen Sie in diese Gruppe? Pech gehabt. 

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Nein, ich will das nicht ironisieren, auch wenn es so klingt. Oder vielleicht doch, ein bisschen. Ironisieren will ich zumindest den Gestus und das Denken, die hinter solchen Formulierungen stecken: Das Leiden. Das Emotionalisieren. 

Denn klar leiden alle diese Gruppen. Irgendwie. Aber sie tun das erstens sehr unterschiedlich. Zweitens in Deutschland auf sehr sehr hohem Niveau. Und da nahezu alle leiden, wenn auch unterschiedlich auf hohem Niveau, könnte man auch sagen: Leute, nicht jede Form der Belastung und des Stress ist gleich in Leiden, und nicht jedes Leiden ist gleich wahnsinnig schlimm, und bestimmte Formen des Leidens und erst recht des Leidensrisikos gehören halt vielleicht zum Leben dazu.

Zum Emotionalisieren: Gefühle sind wichtig. Aber sie sind keineswegs „klüger“ als der Verstand. Sie sind im Gegenteil mitunter dümmer, zumindest beschränkter, schon weil sie eine gewisse Tendenz zum Narzissmus haben. Wer von „Mitleid“ redet, und sagt „Ich fühle mit Dir“, der sagt zunächst einmal „Ich fühle“. Und ganz zunächst sagt er „Ich“. 

Es wird sehr oft in den Debatten dieser Wochen, gern auch in unseren Debatten über Sexismus und Rassismus, davon gesprochen, es sei wichtig, wie sich jemand „fühlt“. Oder vom Sprechenden aus betrachtet: „Wie ich mich fühle“. 

Das kommt mir viel zu kurz gedacht und gefühlt vor. Denn über Gefühle kann man nicht streiten, man kann nicht über sie argumentieren. Gefühle haben immer recht, und darum auch immer unrecht. Sie besagen nichts – für die politische Debatte. Um die aber geht es hier. 

Es geht um politischen Austausch, um Kommunikation. Und schon der Philosoph Ludwig Wittgenstein wusste: Auch wenn ich weiß, was Zahnschmerzen sind, werde ich nie genau wissen, was es bedeutet, wenn Du mir sagst, Du habest jetzt Zahnschmerzen. „Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ (Wittgenstein)

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Es geht um Recht und um Rechte. Und es geht um Bezahlung. Es geht nicht darum, wie sich Frauen und LGBTQ-Menschen und rassistisch Benachteiligte fühlen. Sondern darum, dass sie in jeder Hinsicht gleichberechtigt sind. Darum dass sie für gleiche Arbeit gleich bezahlt werden. Darum, dass sie keinesfalls  diskriminiert werden. Darum, dass man das, was sie womöglich von anderen unterscheidet, möglichst gar nicht wahrnimmt, bzw. es nicht als Merkmal der Abgrenzung und Abstufung wahrnimmt, sondern als Variable, als Merkmal der Vielfalt, als Bereicherung.

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Ich möchte im Übrigen auch nicht gezwungen werden, mich in anderer Leute Gefühle „hineinversetzen“ zu müssen, mich überhaupt mit den Gefühlen und (Über-)Empfindlichkeiten Wildfremder beschäftigen zu müssen, die mich womöglich gar nicht interessieren. Wenn ich mich in Gefühle anderer hineinversetze oder mich mit ihnen beschäftige, dann  aus freien Stücken, nicht aus moralischem Zwang.

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Wenn Gefühle an sich tatsächlich ein Argument für irgendetwas wären, und „ernstgenommen“ werden müssten, dann müsste das für alle Gefühle gelten. 

Dann wären auch die Gefühle der weißen Frau ein Argument, die sich von schwarzen Männern „angeekelt“ fühlt; und die Gefühle des weißen Mannes, der sich von Feministinnen „bedroht“ fühlt. 

Sind sie aber nicht. Die weiße Frau und der weiße Mann mögen fühlen, was sie wollen, solange sie die Klappe halten und sich selbst an die Gesetze.

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In diesen Zusammenhang gehört nun unbedingt der hochspannende Text, den Maxim Biller für die noch laufenden Ausgabe der „Zeit“ geschrieben hat. Wer Biller, den in Berlin lebenden Schriftsteller, schätzt, schätzt auch, dass er nicht schreibt, um neue Freunde zu bekommen, sondern keinem Streit aus dem Weg geht, und klare Formulierungen liebt, die nichts vom Wackelpudding-Deutsch der Politiker haben, das längst auch den Literaturbetrieb infiziert hat. 

Der „Das eiskalte Aufklärungsmanifest“ überschriebene Text wendet sich gegen Identitätspolitik als solche und hier – da Selbstkritik die Ehre des Künstlers ist, und auch Biller mit Rechten nichts zu schaffen hat, sondern sich vor allem in linksliberalen Kreisen bewegt – besonders gegen linke Identitätspolitik. 

Es überaus vergnüglich zu lesen, wie Biller über die „plötzlich so zahlreichen und fünfzigerjahrehaft prüden Lyrikkenner“ spottet, über den Gestus der berufsfrauenbewegten Kathrin Weßling und Margarete Stokowski („Spiegel-Politoffizierin“), und und wie er gegen „Achille Mbembes verlogene projüdische Verrenkungen“ polemisiert, „Hauptsache, er kann den Ruf seiner postkolonialen Die-Weißen-sind-unser-Unglück-Kampagne unter den Weißen retten.“

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Das ist aber nicht Billers Thema. Denn sein Thema ist ernst: Es ist ernst, vor dem „bewusst falschen, taktischen Interpretieren eines ganz konkreten, ausgewiesen literarischen Textes im Namen einer verbissenen Ächtungs- und Befreiungsideologie“ zu warnen, vor einer „Identitätspolitik“, die alles und nichts ist, Hauptsache ire Vertreter können sich im Namen diffuser Gefühle und Verletzungen selbst befriedigen, die gegen Yale-Studenten in Indianerkostümen Rassismusvorwürfe erheben, die „neuerdings gendernden Sprecher von titel, thesen, temperamente, die dabei so lustig klingen, als versuchten sie sich an einem seltenen Klicksprachen-Dialekt aus Namibia; von Behindertengruppen, die Schriftstellern anordnen wollen, wie die über Behinderte schreiben sollen.“

Ob Biller in jeder Einschätzung recht hat, ist nicht wichtig. Auch nicht, ob er nett ist – Biller ist nicht nett, muss er auch nicht sein. Biller trifft aber den entscheidenden Punkt fast aller unser innen-politischen Debatten: Unglaubliche Denkfaulheit, Humorlosigkeit, Mittelschicht-Lifestyle und -Depression in einem. Und vor allem um eine schein-linke Attitüde, bei der Linke und liberale endlich mal ihr reaktionäres Unterbewusstsein ausleben dürfen. 

Er nennt Identitätspolitik beim Namen, wenn er diese als „einen unglaublich hässlichen, bolschewistisch anmutenden, technokratischen Kampfbegriff“ bezeichnet, als „Strategie, per Befehl, Verbot, Sprach- und Schreibdiktatur“ zu agieren, und so zu tun, als würde man damit „jeder auch noch so kleinen oder großen Gruppe Unterdrückter, Gequälter, Ausgeschlossener, Marginalisierter dieser Erde zu ihren Rechten  verhelfen.“ 

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„So, und was machen wir jetzt? Lassen wir es einfach nur zu (schulterzuckend, arrogant, wehrlos), dass sich langsam, aber sicher mal wieder die Welt des Schreibens, Denkens und politischen Handelns bolschewisiert? Klar, warum nicht, wer braucht schon Freiheit beim Schreiben und Denken und Politikmachen, wenn es keine Diskriminierten und Beleidigten mehr gibt? Oder fragen wir uns lieber, wie links und fortschrittlich und gut gemeint die Ziele von Identitätsaktivisten wirklich sind, wenn schon ihre Methoden mehr so in die dunkle und böse, orwellhaft-absolutistische Richtung gehen? Ja, genau das sollten wir tun – denn dass sich hinter jeder gewalttätigen, utopistischen Ideologie oft eine andere, noch bösere Ideologie versteckt, ist nicht bloß eine kleine, fiese Salonkolumnisten-Sottise, sondern auch eine ernst gemeinte Beobachtung, die beim Durchschauen des aktuellen Linksdschihadismus unbedingt weiterhilft.“

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Biller zitiert die „die moral- und haltungsfeste DLF-Redaktion“ des Deutschlandfunk: „Identitätspolitik nennt man politisches Handeln, bei dem je eine Gruppe von Menschen mit ihren Bedürfnissen und Besonderheiten im Mittelpunkt steht.“ 

Und kommentiert: „Eindeutiger und klarer kann man nämlich gar nicht zugeben, dass es hier überhaupt nicht darum geht, dass alle Menschen Brüder und Schwestern werden, […] wer bei dieser Definition nicht automatisch an die Ur-Identitären Hitler, Goebbels, Rosenberg denkt, für die ja immer nur die eigenen deutschen Brüder und Schwestern und ihre ’Bedürfnisse und Besonderheiten im Mittelpunkt’ standen; wer nicht versteht, dass die Fetischisierung des eigenen Selbstverständnisses automatisch zur sozialen und rassischen Herabsetzung aller anderen führt, die nicht dazugehören – wer also keine Lust hat, ganz allgemein die absolut zwillingshafte zynische Demokratieverachtung, Reglementierungslust und Ausschließungsobsession beider politischer Identitätslager zu erkennen, der wird vermutlich eine weitere Parallele auch nicht sehen wollen.

[…] Es gibt, glaube ich, noch eine weitere schreckliche Gemeinsamkeit zwischen linker und rechter Identitätspolitik, und wer schlechte Nerven hat, sollte nicht weiterlesen, denn was jetzt kommt, ist so eine Art essayistischer Graphic Content: So wie die alten 20.-Jahrhundert-Nazis in ihrer Jugend ein Haufen zu kurz gekommener, neidischer, völlig unbegabter, asozialer deutscher Kleinstspießer und Lumpenproletarier waren […], genauso kommen mir heute viele, wirklich sehr viele IP-People vor, die mit dem tränenreichen, stigmatisierenden Hinweis auf die sie angeblich beleidigende sexuelle, soziale, geschlechtliche, moralische Zugehörigkeit von Irgendwem zu Irgendwas einfach nur gesellschaftliche und berufliche Konkurrenten aus dem Weg räumen wollen, um zum Schluss selbst ihren Platz einzunehmen […]

Bin ich zu hart, zu herzlos, zu arrogant? Ja, natürlich, was sonst. Aber das muss man manchmal sein, wenn man sich nicht von den echten und gespielten Tränen seiner Gegner verwirren lassen, wenn man, wie in diesem Fall, ganz konkret die tieferen Mechanismen des linken En-vogue-Aktivismus durchschauen will.

[…] Und bevor Chimamanda Ngozi Adichie oder Zadie Smith nach einer Frauenquote auf den Katalogseiten ihrer Verlage oder bei den Rezensenten ihrer Bücher rufen, schreiben sie lieber einen Roman, an dem kein Kritiker, Leser und Buchhändler vorbeikommt, egal ob als Frau oder Mann, Heiliger, Mensch oder kleiner Vorstadtrassist.

[…] Aufstieg, Karriere, Aufsichtratsposten – das sind, finde ich, wirklich nicht die Begriffe, die nach Karl Marx oder dem Combahee River Collective klingen, den schwarzen, lesbischen Erfinderinnen von Identitätspolitik, als sie noch gut und unschuldig war. Dies ist eher die sehr funktionelle, von jeder geistigen Sinnsuche befreite Herren- und Sklavensprache der Post-Pisa-Schock-Praktikanten- und Bachelor-Generation.

[…] Das verdiente und notwendige Ende von Identitätspolitik wird aber – umgekehrt betrachtet – der Anfang einer ganz neuen, vorurteilslosen, freien Gesellschaft sein. Einer Gesellschaft, in der jeder Starke und Erstarkte wissen wird, wo seine Grenzen liegen und ab wann er mehr an die Schwachen denken muss als an sich selbst. Einer Gesellschaft, Community, Nation, was weiß ich, in der es trotzdem natürlich immer noch eine Menge Lüge, Heuchelei, großen und kleinen Diebstahl, sehr viel Ehebruch und noch viel mehr Neid unter Künstlern und Schriftstellern und überhaupt allen Menschen geben wird.“

Ich würde gern noch mehr zitieren – der Text ist einfach großartig. Endlich lohnt es mal wieder nicht nur wegen Thomas Asseuer, „Die Zeit“ zu kaufen. 

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Ausgerechnet die IG Metall kritisiert die SPD wegen der fehlenden Autokauf-Prämie im neuen Corina-Konjunktur-Paket. Wer solche Freunde hat … Da sieht man, was man von den heutigen deutschen Gewerkschaften zu halten hat: Ein altmodischer konservativer, in vielem reaktionärer und uralt gewordener Laden. Das gilt auch für Verdi.

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Und dann kritisiert Saskia Esken (für die, die es noch nicht gemerkt haben: das ist die SPD-Vorsitzende) die Polizei. Die deutsche. Mein Gott!

Und schon ergießt sich ein Schall der Kritik über Esken und ein lauwarmes Verteidigungsgeblubber der Polizei, die ja in Deutschland so toll und unbescholten ist. Wenn Schwarze in Untersuchungshaft verbrennen, war es Selbstmord, wenn Polizisten der AfD Ermittlungs-Infos stecken – alles Einzelfälle!

Die „FAZ“ bläst sich auf und schnaubt über den „ungeheuerliche Generalverdacht gegen Zigtausende Beamte, ja gegen diese Grundordnung“. Der Münchner Merkur glaubt, für die Vorwürfe gebe es „keine Belege“, sie stammte nur aus der „Vorstellungswelt einer Politikerin, die als selbst ernanntes Mitglied der Antifa dem Staat und seinen Kräften jede Schlechtigkeit zutraut.“

Warum der Staat zum Ziel der Antifa werden könnte, habe ich hier nicht verstanden. 

Dagegen ist die „Mitteldeutsche Zeitung“ klüger: „Tatsache ist, dass wir in den Sicherheitsbehörden schon einige Vorkommnisse hatten, die zu Besorgnis Anlass geben. Das beginnt bei den rassistisch grundierten Pannen während der Ermittlungen gegen das NSU-Trio, geht weiter über den Fall Oury Jalloh bis hin zu den Drohungen gegen die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, die von einem Frankfurter Polizeirevier ausgingen. Immer wieder stoßen Ermittler auch auf rechte Chatgruppen in den eigenen Reihen. Das alles begründet keinen Generalverdacht. Den hat Esken auch gar nicht geäußert. Die geschilderten Fälle gehen jedoch über Einzelfälle hinaus. Sie sind Anlass zu Selbstkritik in der Polizei“. Und die TAZ: „Immer wieder gehen Polizeibeamte auch in Deutschland mit unangemessener Brutalität vor, und immer wieder treffen solche Vorfälle, aber auch angeblich zufällige Personenkontrollen, bevorzugt Menschen mit schwarzer Hautfarbe. Das ist erst einmal wenig überraschend. Wenn ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Bevölkerung rassistische Ressentiments hegt, warum sollten dann ausgerechnet Polizisten davor gefeit sein? Staatsdiener sind keine besseren Menschen.“

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In eigener Sache erlaube ich mir zum Schluss den Hinweis auf ein, glaube ich nicht komplett misslungenes Gespräch, dass ich mit Lars Henrik Gass, unter anderem Leiter der Kurzfilmtage Oberhausen, über die Gegenwart und Zukunft des Kinos und über seine Chancen für den „Filmdienst“ geführt habe.

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