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Gedanken in der Pandemie 67: Der ganz normale Wahnsinn

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
15. Juli 2020/von Rüdiger Suchsland

Es geht nicht darum, Diversität zu fördern, es geht darum, Diversität zu akzeptieren: Burhan Quarbani zeigt in „Berlin Alexanderplatz“ ein buntes Deutschland ohne zu romantisieren. | Foto © One Germany

Pflege, Familien, Ernährung, Diversität und Döblin: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 67.

„Lasst viele bunte Blumen blühen!“
Mao Tse Tung

„Versöhnen statt spalten.“
Johannes Rau 

 

„Die Koalition lässt Familien im Stich“ sagt Grünen-Chefin Annalena Baerbock, die auch selbst Mutter zweier Kinder ist, im Gespräch mit dem Münchner Merkur. „Frauen verdienen ja oft weniger, arbeiten Teilzeit, und wer steckt dann zurück, wenn die Kita schließt? Die Frau.“ Und auf ein bislang übersehenes Thema macht Baerbock ebenfalls aufmerksam: „Heimische Betriebe, die verstärkt Schutzausrüstungen herstellen, damit Deutschland unabhängig von internationalen Lieferketten wird, lässt die Bundesregierung jetzt im Regen stehen.“

+++

Ein Dschungel der Kassen, Ämter und Dienste, im Ergebnis Verzweiflung. Während der Pandemie waren die Pflegekräfte und Betreuerinnen aus Polen plötzlich verschwunden. Seit einige Zeit dürfen sie wieder kommen, und der Druck nimmt ab – das hilft der Sache nicht. „Die Zeit“ schreibt über die Krise des Pflegesystems, die nichts mit Corona zu tun hat. Während Arbeit und Kinderkriegen heute deutlich besser vereinbar sind als früher, wurden Pflegende und Pflegebedürftige politisch vernachlässigt. 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-07-15 20:21:062020-07-15 20:21:06Gedanken in der Pandemie 67: Der ganz normale Wahnsinn

Gedanken in der Pandemie 66: Was wäre jetzt gerade schön? Und warum geht das jetzt nicht?

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
13. Juli 2020/von Rüdiger Suchsland

Höchst bedauerlich, dass deutsche Filme nicht mal zehn Prozent des intellektuellen Niveaus haben, das man in zeitgenössischer Architektur findet, findet unser Kolumnist. | Screenshot

Wir sollten lernen, mit Corona zu leben: Zukunft für alle, Discount Visions, The Power of Later: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 66.

„Alles Denken, welches nicht zur Utopie führt, ist nur ein Suchen nach anderen Organisationsformen innerhalb derselben symbolischen Ordnung, in der die Misere erst entstanden ist.“
Peter Grundmann, Architekt 

„Dass wir letzten Spätsommer nicht auf die Idee gekommen sind, eine ansteckende Krankheit zu erfinden, die das Wirtschaftsleben weltweit zumindest lahmlegen könnte, werfe ich uns irgendwie schon vor. Es wäre das viel, viel einfachere Szenario gewesen.“
Toni Fluid, Utopie-Designerin, Agentur „Infinite Data Studios“ 

 

Corona wird uns nicht verlassen. Sie wird Teil unseres Lebens werden, und wir werden uns an Corona gewöhnen. Wir werden bald nicht mehr alle überall und jederzeit diese Masken tragen, obwohl viel mehr von uns Masken tragen werden, als in der Zeit vor dem Februar dieses Jahres, öfters und an mehr Orten.

Es wäre schön, wenn wir einen Impfstoff hätten, aber es ist eher falsch, mit einem zu rechnen. Hoffen darf man natürlich (vgl. Pandora), aber die Enttäuschung ist programmiert. Wir sollten unsere Impfstofffixierung abstreifen, und vielmehr beginnen, mit Corona zu leben. Denn vielleicht wird uns Corona nie mehr verlassen. 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-07-13 22:28:302020-07-13 22:28:30Gedanken in der Pandemie 66: Was wäre jetzt gerade schön? Und warum geht das jetzt nicht?

Corona: Brancheninfo 69

out takes, Peter Hartig
13. Juli 2020/von Peter Hartig

„Nachts im Museum“: Die Kulturstätten haben’s zurzeit ruhiger als sonst. Vor allem leiden aber die freien Mitarbeiter*innen und Künstler*innen. | 20th Century Fox

Wie der Staat den Museen hilft, beschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ vorige Woche. Dabei fand sie auch Platz,  die Situation von Freien und Solo-Selbständigen in der Kultur anzusprechen, hakte aber nicht weiter nach.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.

 

Eigentlich wollte die „Süddeutsche Zeitung“ nur wissen, wie es den leeren Museen geht. „An manchen Stellen zeigt diese Krise die Verletzlichkeit des Kulturbetriebs auf“, antwortet Ulrike Groos, die das Kunstmuseum Stuttgart leitet: „Die prekären Verhältnisse, unter denen so viele Freie im Kulturbetrieb arbeiten, müssen bei der zukünftigen Förderpolitik überdacht werden.“ Es brauche faire Bezahlung für die Solo-Selbständigen, die für Institutionen arbeiten. Sie, die von der Bundesregierung von den Soforthilfen ausgeschlossen waren und Hartz IV beantragen mussten, sind eine Gruppe von vielen Tausend Beschäftigten, die in den Budgetverhandlungen traditionell mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden, obwohl sie Wesentliches für die Inhalte der Kulturvermittlung leisten. Und für Künstler*innen müsse es endlich „verbindliche Ausstellungshonorare“ geben.

 

„Ein großer Fortschritt“ sei die Corona Kulturförderung in Nordrhein-Westfalen, schreibt der der Kulturrat NRW. In seiner aktuellen Mitglieder-Information gibt er einen Überblick der Hilfen im Bundesland und das den Stand des angekündigten Stipendienprogramms mit 105 Millionen Euro für bis zu 15.000 Antragsberechtigte: „Im Vergleich zu Künstlerhilfen in anderen Bundesländern kann sich dieses Programm sowohl mit seinem Volumen wie auch mit der Art der Abwicklung beispielhaft sehen lassen.“

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-07-13 20:52:512020-07-13 18:59:20Corona: Brancheninfo 69

Gedanken in der Pandemie 65: Philosophie in Echtzeit

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
10. Juli 2020/von Rüdiger Suchsland

Die erste Corona-Serie ist auch schon in Entwicklung. Sie soll von einem Covid-19-Ausbruch in einer großen Fleischfabrik erzählen. Originell!

Corona-Serien, Diversity-Check, Buchtips: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 65.

„All inferences from experience suppose, as their foundation, that the future will resemble the past, and that similar powers will be conjoined with similar sensible qualities. If there be any suspicion that the course of nature may change, and that the past may be no rule for the future, all experience becomes useless, and can give rise to no inference or conclusion. It is impossible, therefore, that any arguments from experience can prove this resemblance of the past to the future; since all these arguments are founded on the supposition of that resemblance.“
David Hume: „An Enquiry Concerning Human Understanding“

 

„Husten und niesen Sie in die Armbeuge.“ Das sagt mir der „Münchner Verkehrs Verbund“, weil sie dort offenbar nicht glauben, dass ein erwachsener Mensch, selber weiß, wie er husten könnte. Der Nanny-Staat wird alltäglich. Wie in einem ganz schlechten Science-Fiction. 

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Kleine Erinnerung: Vor vier Monaten, Ende Februar, gab es in Italien die ersten Corona-Fälle. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck sagte damals, Corona sei „bei weitem nicht gefährlicher als die Grippe“. Der Charité-Chefvirologe Christian Drosten sagte, er würde „natürlich“ weiterhin nach Italien reisen. Der Lausanner Epidemiologe Marcel Salathé meint, er sehe seiner geplanten Italienreise „relaxed“ entgegen.

Moral: So kann man sich täuschen. Auch als Experte. 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-07-10 22:10:492020-07-10 22:10:49Gedanken in der Pandemie 65: Philosophie in Echtzeit

Corona: Brancheninfo 68

out takes, Peter Hartig
10. Juli 2020/von Peter Hartig

Was lernen wir aus der Krise? Der Zweiminüter „Let’s not Forget“ blickt auf die Pandemie und hofft für die Zukunft. | Screenshot

Kulturschaffende in Hessen und Nordrhein-Westfalen dürfen auf Hilfen hoffen – die Länder flicken am „Neustart Kultur“. Ansonsten wird’s zum Wochenende wieder ruhiger. Wir empfehlen den kleinen Nachdenk-Clip in der zweiten Meldung.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Ein Grundrechte-Monitor beobachtet und vergleicht Corona-Maßnahmen in 162 Ländern im Hinblick auf Demokratie und Menschenrechte. Die Informationstiefe ist enorm, meint „Netzpolitik“.

 

Was nehmen wir mit aus der Krise? Ein neuer Kurzfilm bewegt gerade die Menschen in der Rhein-Neckar-Region, berichtet „Radio Regenbogen“. Die Mannheimer Filmemacher Hanno Mertens und Michael Prümmer halten einen Rückblick auf die Pandemie. Ihr Zweiminüter „Let’s not Forget“ ist soll aber auch Hoffnung auf die Zukunft machen.

„Liebe in Zeiten von Corona“: Unter diesem Motto haben der SWR und die MFG Filmförderung dokumentarische Kurzfilme gesucht und gefunden. Zwei junge Filmemacher aus Baden-Württemberg erzählen in einem Videoporträt der Kampagne #mfgbleibtkreativ von ihren Erfahrungen während der Dreharbeiten zu ihrem Kurzfilm „Und, Küsschen“.

 

Mittel für Künstler und Selbstständige stellen Nordrhein-Westfalen und Hamburg in Aussicht, meldet „Blickpunkt Film“: „Im Zuge der Corona-Krise saßen Kreativschaffende und Soloselbstständige oft zwischen den Stühlen von Wirtschafts- und Kulturförderung, was den Neustart Kultur zu einer bislang für zahlreiche Akteure zähen Angelegenheit macht.“

Auch Nordrhein-Westfalen hat nun 10 Millionen Euro zur Absicherung von Filmproduktionen angekündigt. Damit könnten auch kleinere und mittlere Produktionsunternehmen die Dreharbeiten wiederaufnehmen, die bisher wegen einer fehlenden Ausfallversicherung vor einer Rückkehr zum Normalbetrieb zurückgeschreckt sind, meldet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft.

Hessen Film zahlt insgesamt knapp 480.000 Euro an 54 kleine und mittlere Kinos aus, meldet „Blickpunkt Film“. Das Soforthilfe-Programm zur finanziellen Kompensation corona-bedingter Ausfälle war Ende April ins Leben gerufen worden.

Die monatelange Schließung der Kinos hat die Branche erschüttert. Fürs erste Halbjahr schreiben sie „furchtbar schlechte Zahlen“, berichtet „Kino.de“.

 

Vorsicht! In diesem Text wird über die Darstellung von Vergewaltigungen gesprochen: „54 Books“ befasst sich mit den Körperlichkeiten in Film und Fernsehen: Regeln für Blut.

In Tokio kann man Schauspieler als Verwandte mieten, wenn die eigene Familie zu peinlich ist. Der neue Film von Werner Herzog spielt mit dieser grotesken Wahrheit – und vermischt selbst Realität und Fiktion, findet die „Süddeutsche Zeitung“.

Zum ersten Mal wird „Batwoman“ im US-Fernsehen von einer Schwarzen gespielt: Javicia Leslie wird in der zweiten Staffel die Rolle der lesbischen Ryan Wilder übernehmen. Und: Die Schauspielerin wurde in Augsburg geboren, verrät das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

 

98 Prozent der Location-Drehs in Los Angeles wurden im zweiten Jahresquartal gestrichen, meldet die „Los Angeles Times“. Mehr als 100.000 Beschäftigte hätten ihre Jobs verloren [auf  Englisch]. 

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines Films „Greyhound“ hat der Schauspieler Tom Hanks noch einmal auf die grundsätzlichen Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie hingewiesen.

„Malcolm & Marie“ heißt ein neuer Film mit Zendaya, über den gerade in Hollywood viel geredet wird, meldet „Filmstarts“. Der Grund ist die besondere Produktion während der Corona-Pandemie …
… er wurde nämlich heimlich in Quarantäne gedreht, verrät der „Stern“.

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-07-10 21:36:082020-07-10 19:47:47Corona: Brancheninfo 68

Kino in Zeiten von Corona 16

Elisabeth Nagy, Unsere Gäste
9. Juli 2020/von Elisabeth Nagy

Harriet Tubman hatte Hunderte von Sklaven zur Freiheit verholfen. Eigentlich sollte sie deshalb dieses Jahr auf einen Dollarschein kommen. Doch unter dem gegenwärtigen US-Präsidenten gehe das nicht, meint sein Finanzminister. So kommt „Harriet“ erstmal ins Kino. | Foto © Universal

Alles Kino und noch mehr in dieser Woche vom 9. Juli 2020.

Alles normal, oder? Das Kinopublikum kehrt zurück. S&L Research, das zu dem Unternehmen S&L Medienproduktion gehört und über Moviepanel Kinomarktforschung betreibt, legt die Ergebnisse eines dritten Umfragepakets vor. Dabei wurden die Antworten zwischen dem 25. Juni und dem 30. Juni unter 939 deutschen Kinogängern ab 16 Jahren ausgewertet. Demnach wollen 58 Prozent der Befragten erst einmal abwarten, „wie sich die Situation in den Kinos entwickelt“. 49 Prozent haben dabei überhaupt auf dem Schirm, dass die Kinos wieder öffnen dürfen. 53 Prozent wissen, „ob speziell ihr Lieblingskino bereits wieder geöffnet hat“. Jetzt wo die Kinos wieder geöffnet haben, sagen 87 Prozent der aktuellen KinobesucherInnen an, „während des Kinobesuchs ein gutes Gefühl gehabt zu haben.“ 81 Prozent haben sich im Vorfeld über „das Thema Hygiene im Kino informiert“. „7 Prozent empfinden die aktuellen Restriktionen als negativen Einfluss auf das Kinoerlebnis“. Programmkino.de gibt die Pressemitteilung im Granzen weiter. Die Ergebnisse der ersten und der zweiten Umfrage verlinken wir direkt.

Manche Kinos lassen sich aber auch was einfallen. Zum Beispiel das neu eröffnete „Klick“ in Berlin-Charlottenburg. Das Wochenende der offenen Tür war wohl ein voller Erfolg. Eine Kollegin, die es geschafft hatte, reinzukommen, erzählte, dass die Plätze, die aus Gründen freigehalten werden sollten, mit den Kuscheltier-Kreationen einer lokalen Künstlerin besetzt worden waren. Auf einem Instagram-Post des Kinos kann man das auch sehen.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Elisabeth Nagy https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Elisabeth Nagy2020-07-09 00:01:212020-07-15 14:54:49Kino in Zeiten von Corona 16

Corona: Brancheninfo 67

out takes, Peter Hartig
8. Juli 2020/von Peter Hartig

Die Kinos legen wieder los. Und wer als Kinobetreiber früher fleißig „Tetris“ gespielt hat, könnte vielleicht sogar die Kosten decken? | Screenshot

Heute mal in eigener Sache – ein Thema, das alle angeht: Fast ein Jahr lang haben wir in der Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ mit vielen Partnern daran gearbeitet: Nächste Woche startet online die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Ganz ehrlich: Mit diesem Tutorial haben wir nichts zu tun. Aber wir freuen uns darüber: Kreativfilm stellt auf seinem Youtube-Kanal Crew-United vor – und wie die Jobbörse funktioniert.

 

Die Welt liegt im Corona-Bann, doch ein anderes Thema beherrscht dennoch die Nachrichten und Diskussionen: Diversität – die tatsächliche Vielfalt unserer Gesellschaft, und wie sie gelebt und wiedergegeben wird. Im deutschen Film und Fernsehen noch kaum, finden nicht nur wir bei Crew United. Und das gilt nicht nur für Bildschirm und Leinwand, sondern auch in den Kulissen und dahinter: Erfahrungsberichte vor allem aus den Schattenbereichen, von Diskriminierungen bis zu sexuellen Straftaten gibt es zuhauf – doch noch keine umfassenden belastbaren Daten. Die soll ab Ende nächster Woche eine Onlinebefragung liefern, an der wir mit unseren Partnern fast ein Jahr lang gearbeitet haben. Die erste Umfrage zu Vielfalt und Diskriminierung vor und hinter der Kamera beleuchtet 440 Berufe in der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche.
Ein breites Bündnis aus Vereinen und Unternehmen, Verbänden und Institutionen unterstützt, trägt oder fördert die Umfrage. Mehr als 30.000 Filmschaffenden sollen über das Crew-United-Netzwerk befragt werden, die Menschenrechtsorganisation Citizens For Europe verantwortet die wissenschaftliche, technische und datenschutzkonforme Durchführung. Deshalb ist eine Registrierung bei Crew United für die Teilnahme nötig – das geht auch kostenlos und einfach (und wer nicht aktiv auf Crew United bleiben möchte, löscht einfach die Registrierung, nachdem er*sie den Umfragelink erhalten hat).
Hintergründe, Statements  und umfangreiche Informationen hält die Initiativgruppe „Vielfalt im Film“ auf ihrer Website bereit. Wir werden die Umfrage in den kommenden Ausgaben und auf out-takes.de mit Interviews und Berichten begleiten.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-07-08 22:05:002020-07-08 22:14:39Corona: Brancheninfo 67

Gedanken in der Pandemie 64: Der Deutschen liebstes Kind – das Bedürfnis nach Sicherheit

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
8. Juli 2020/von Rüdiger Suchsland

Das Smartphone ist unser Freund – nicht nur im Kino bei „Her“. Im wahren Leben schützt es uns vor der Pandemie. | Foto © Wild Bunch

„Söder ante portas“, Polizei und RTL und die Tracing-App: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 64. 

„Brennt das Land nieder. Reißt das Gebäude ein. Holt die Guillotine aus dem Keller, tötet Hunderttausende! Plündert, vergewaltigt! Hungert und friert! Und wenn ihr dazu nicht bereit seid, gebt Ruhe. Ihr könnt euch feige nennen oder vernünftig. Haltet euch für Privatmänner, für Mitläufer oder Anhänger des Systems. Für unpolitisch oder individuell. Für Verräter an der Menschheit oder treue Beschützer des Menschlichen. Es macht keinen Unterschied. Tötet oder schweigt. Alles andere ist Theater.“
Juli Zeh: „Corpus Delicti“, 2009

„Die Statistik ist etymologisch die Kenntnis des Staates, die Kenntnis der Kräfte und der Ressourcen, die einen Staat in einem gegebenen Moment charakterisieren […] Das ist es, was man damals die ,Arcana Imperii‘, die Geheimnisse der Macht, nannte und was eindeutig ein Bestandteil der Staatsraison war. Und insbesondere die Statistiken sind lange Zeit als Geheimnisse der Macht, die nicht veröffentlicht werden dürfen, behandelt worden.“
Michel Foucault: „Sicherheit, Territorium, Bevölkerung – Geschichte der Gouvernementalität“, 1978

„Der Zweck der Revolution ist die Abschaffung der Angst.“
Theodor W. Adorno, 1936

 

Ischgl ist die Stadt mit der größten Corona-„Durchseuchung“ der Welt – und 85 Prozent der Leute, die das Virus hatten, haben überhaupt keine Symptome. 

Das berichtet „Die Zeit“. Die Medizinische Universität Innsbruck hat demnach in einer umfassenden Studie untersucht, wie viele Bewohner des österreichischen Skiorts Ischgl Antikörper gegen das Corona-Virus entwickelt haben. Ihr Ergebnis: 42,4 Prozent der untersuchten Menschen wiesen Antikörper auf.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-07-08 21:15:212020-07-08 22:31:47Gedanken in der Pandemie 64: Der Deutschen liebstes Kind – das Bedürfnis nach Sicherheit
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