Filmtipp zum Tag der Pressefreiheit: Es geht auch ohne Zwang. Wie Journalisten manipuliert werden können, hat Christoph Hochhäusler mit „Die Lügen der Sieger“ 2015 gezeigt. | Foto © ARD

Demokratie und Pressefreiheit: Wo bleiben die semiotischen Explosionen? Wie frei sind die deutschen Medien? Und wie funktionieren eigentlich Debatten? – Gedanken in der Pandemie 115.

„Nur das Schweigen spricht verständlich.“
V. A. Žukovskij

„Neues entsteht nicht, wo Verständigung reibungslos funktioniert und kulturelle Muster uns die Orientierung im Alltag erleichtern. Es entsteht, wo wir nicht unmittelbar verstehen und unsere Ordnungsmuster versagen.
Die daraus entspringende Dynamik kultureller Innovationen kann zwar rückblickend als kontinuierliche Entwicklung beschrieben werden, tatsächlich resultiert sie aber aus Brüchen, Unfällen oder aus semiotischen Explosionen.“
Jurij M. Lotman, Literaturwissenschaftler

„Das Gespräch ist die Seele der Demokratie.“
Peter Glotz, SPD-Vordenker, u.a. Bundesgeschäftsführer 1981-1987

„Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.“
Frank-Walter Steinmeier, 2014

 

Heute ist der „Internationale Tag der Pressefreiheit“. Das passt ja. 

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Neulich war Indien noch ein Beispiel für gelungene Impfpolitik, inzwischen explodierten die Infektionszahlen. Szenenfoto aus „Das Dschungelbuch“. | Foto © Disney

Die Lage in Indien und unsere Luxusprobleme: Vom Freizügigkeitsfasten zur eigenverantwortlichen Bürger-Selbstoptimierung – Gedanken in der Pandemie 114.

„Die Geschichtsschreiber berichten, dass bei solchem Tun der Pfau die Pracht seinen Schweif zu entfalten pflegte und unserem ersten Stellvertreter zur Seite stand und ihn bediente mit Schmeichelworten und Lobsprüchen.“
Rudyard Kipling, „Einer sei des anderen Feind“

„Im Zweifel für den Zweifel
Das Zaudern und den Zorn
Im Zweifel fürs Zerreißen
Der eigenen Uniform.“
Tocotronic 

„Wer einen Tiger reitet, kann nicht absteigen.“
Indisches Sprichwort

Die Pandemie ist ein Dschungel. Zunehmen wird das Gestrüpp dichter, zunehmend findet man sich weniger zurecht. Den Überblick haben wir schon lange verloren. 

Blickt man genauer hin, dann erkennt man, dass auch scheinbare Gewissheiten trügen, dass auch die Zahlen täuschen. So können wir zum Beispiel gerade jeden Tag in der Zeitung lesen, dass die Infektionen in Brasilien so rasant anstiegen, dass alle Faktoren schrecklich und die Schlimmsten in Lateinamerika seien. Schauen wir nur auf die Daten, dann kann man sich diesem Befund nur zum Teil anschließen. Denn tatsächlich gehen die Zahlen in Brasilien im letzten Monat mehr oder weniger konstant zurück. Und sie liegen mit einer (natürlich, mit Europa verglichen, sehr hohen) Inzidenzrate von 266 (26. April) etwa nur halb so hoch, wie Nachbarland Argentinien (527).

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Ein bisschen suspekt sei der „Talk im Hangar 7“ ja, weil er vom krawalligen Red-Bull-Fernsehsender „Servus TV“ gemacht wird. Aber auch interessant, weil hier mal ganz anders über Corona debattiert wird. Krawalliger irgendwie. | Foto © Servus TV

Tod im Hangar 7, der geklonte Eiffelturm, die Pyramiden von Taj Mahal, Maos Filmstar-Frau und andere wahre Fake News – Gedanken in der Pandemie 113. 

„… you need to react quickly. You need to go after the virus. You need to stop the chains of transmission. You need to engage with communities very deeply. Community acceptance is hugely important. You need to be coordinated. You need to be coherent. You need to look at the other sectoral impacts, the schools and security and economic. […] Be fast. Have no regrets. You must be the first mover. The virus will always get you if you don’t move quickly. And you need to be prepared. And I say this, one of the great things in emergency response and anyone who’s involved in emergency response will know this: If you need to be right before you move, you will never win. Perfection is the enemy of the good when it comes to emergency management. Speed trumps perfection. And the problem in society we have at the moment is everyone is afraid of making a mistake. Everyone is afraid of the consequence of error, but the greatest error is not to move, the greatest error is to be paralyzed by the fear of failure.“
Michael J. Ryan, WHO Health Emergencies Programme, Executive Director, 13. März 2020 

„Das Pendel schwingt seit längerem in Richtung Schuld und Strafe. Während man früher alles zuließ, will man heute, als ob man es bereute, alles bestrafen.“
Pascal Bruckner, französischer Philosoph

„Denn die Blicke voll Verachtung, die der Fremde von seinem Bette aus auf sie geworfen hatte, waren ihr empfindlich, wie Messerstiche, durchs Herz gegangen; es mischte sich ein Gefühl heißer Bitterkeit in ihre Liebe zu ihm, und sie frohlockte bei dem Gedanken, in dieser zu seiner Rettung angeordneten Unternehmung zu sterben.“
Heinrich von Kleist, „Die Verlobung in St. Domingo“

 

Zu den unsympathischsten Charaktereigenschaften der Menschen gehört ihre Neigung zur Nabelschau, also der persönliche Narzissmus.

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Szenenfoto aus „Ring 2“. | Foto © UIP

Wie will man so eine Pandemie bekämpften? Gedanken in der Pandemie 112.

„Allein dieses Wort ,Ausgangssperre’ müsste verboten werden, denn es sogar irrt dass es draußen gefährlich ist. Dabei ist die wahre Gefahr drinnen.“
Gerhard Scheuch, Aerosol-Forscher

„Wir haben es doch an Ostern gesehen: Plötzlich waren die Werte unten. Einfach nur, weil weniger getestet wurde. Das ist hoch manipulativ.“
Ferdinand von Schirach, am Mittwoch zum Inzidenz-Wert.

Eine Impfdosis gegen Covid-19 kostet 30 Euro. Wir hatten bereits im Sommer und haben heute sechs verschiedene Unternehmen, die Impfstoff herstelllen. Wir haben 80 Millionen Bürger. 

Sechsmal 30 Euro mal 80 Millionen sind 14.4 Milliarden Euro. Soviel hätte es gekostet, bei allen sechs Anbietern Impfstoff für je 80 Millionen Deutsche zu bestellen. Plus ein Aufschlag für guten Service und Schnelligkeit, plus ein paar Millionen Dosen von Sputnik und aus China macht zusammen (ohne jeden Rabatt) … sagen wir: 20 Milliarden. 

Laut IFO, dem Institut der deutschen Wirtschaft, kostet jede Woche Lockdown den deutschen Staat 25 bis 54 Milliarden Euro. 

Wurde hier gut gerechnet? Wurde hier gut gewirtschaftet? Gibt es Anlass, Kanzlerin Merkel zu loben, oder Anlass, wütend auf die Regierung zu sein, und die Regierungsparteien endlich abzuwählen?

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„No Covid“ heißt die Strategie, zu der nicht nur eine Handvoll Virologen aufrufen, sondern Wissenschaftler*innen der unterschiedlichsten Disziplinen. Etliche Länder seien damit gut durch die Pandemie gekommen. | Screenshot

Merkel gegen Virus, Söder gegen Laschet: Symbolische, kontraproduktive Maßnahmen und autoritäre Tendenzen. Rüdiger Suchslands Gedanken in der Pandemie auf „Out-takes“, Folge 111.

„April is the cruellest month, breeding
Lilacs out of the dead land, mixing
Memory and desire, stirring
Dull roots with spring rain.

Madame Sosostris, famous clairvoyante,
Had a bad cold, nevertheless
Is known to be the wisest woman in Europe,
With a wicked pack of cards. Here, said she,
Is your card, the drowned Phoenician Sailor,
(Those are pearls that were his eyes. Look!)
Here is Belladonna, the Lady of the Rocks,
The lady of situations.

Tell her I bring the horoscope myself:
One must be so careful these days.“
T. S. Eliot, „The Waste Land; I.The Burial of the Dead“

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In Indien waren Ende März schon 68 Millionen Menschen geimpft – das sind fast so viele, wie in Deutschland leben. Allerdings leben in Indien fast 1,4 Milliarden Menschen. Die Impfquote ist in beiden Ländern nahezu gleich. Szenenfoto aus „Slumdog Millionär“. | Foto: Pathé Distribution

Die Regelung der Regelung – Gedanken in der Pandemie 110.

„What do you think about South America? I’m going there soon.“
„Is that so! Where’re you going?“
„Uruguay.“
„Well, you go Uruguay and I’ll go mine.“
Marx Brothers, „Animal Crackers“.

„Libertad o Muerte.“
Staatlicher Wahlspruch von Uruguay

Vor genau zwei Jahren erschien das erste Album von Billie Eilish „When we all fall asleep where do we go“, mit den großartigsten Liedern dieses letzte Prä-Pandemie-Jahres: „Ilomilo“, „You should see me in a crown“ und „Bury a friend“. Es ist ein einziger Horror – also genaugenommen ein überaus unterhaltsames und musikalisch exzellentes Spiel mit akustischen und filmischen Horror-Effekten. 

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In Tübingen sind die Kinos wieder geöffnet. Die Branche hofft auf den Modellversuch. | Symbolfoto © Adobe Stock

Notizen während der Abschaffung des Denkens und Strategien der Konterrevolution – Gedanken in der Pandemie 109.

„Man braucht nur
genau
hinzusehen

dann weiß man bescheid.“
Rolf Dieter Brinkmann, („ … der Berliner Polizei gewidmet“)

„Leer setzen solche Abende ein und ruhig, sie hatten beide Zeit, beschäftigten sich, ohne wirklich etwas zu tun. Ihre Arbeit, die Geld brachte, hatten sie erledigt, er hatte nicht gemerkt, wann, es spielte keine Rolle, der Tag war weg, vorbei, von sich aus hätte er nicht sagen können, wie verbracht, und das war auch unwichtig.“
Rolf Dieter Brinkmann, „Keiner weiß mehr“

 

Frohe Ostern! Ostern, klar jetzt liegen die Metaphern so richtig auf der Straße. Osterspaziergang, Wiederauferstehung, und so weiter … Auf die Wiederauferstehung hoffen wir seit über einem Jahr. Zur Osterspaziergang fällt mir nur ein, dass ich heute zweimal auf Facebook mit Boris Palmer durch Tübingen spaziert bin.

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Angela Merkel bei „Anne Will“. Die Kanzlerin ist „nicht glücklich“ mit der Corona-Politik. Unser Kolumnist übrigens auch nicht. | Screenshot

Nach der Desaster-Woche: Es kann nicht sein was nicht sein darf – Palmström und das Stoppschild in unseren Köpfen. Gedanken in der Pandemie 108.

„Die Pandemie muss sofort bekämpft werden und nicht erst, wenn alles durchgeplant ist und man alle notwendigen Unterlagen bei allen zuständigen Behörden zusammengesammelt hat. Stattdessen verlieren wir an Tempo, weil niemand die Verantwortung übernehmen will.“
Lisa Federle, Ärztin in Tübingen

„All political lives, unless they are cut off in midstream at a happy juncture, end in failure, because that is the nature of politics and of human affairs.“
Enoch Powell

 

Fake News aus Deutschland! „20.000 Strahlentote“. Die Salonkommunisten berichten: Am 11. März vor 10 Jahren, einem Datum, das wir mit Fukushima gleichsetzen, starben 20.000 Menschen. Was geschah an diesem Tag? Eine Nuklearkatastrophe? Starben 20.000 Menschen in Strahlentod? Die Salonkommunisten zeigen, welche Folgen die deutsche Hysterie an genau diesen historischen Objekt hat. Zum 10-jährigen Jahrestag des Tohoku-Seebebens ist klar: dies war eine Katastrophe, aber keine Nuklearkatastrophe. Die deutschen Medien allerdings machen daraus ein Atomunglück, die Grünen twittern von Nuklearkatastrophe und zehntausenden Toten. Später korrigieren sie das, aber stillschweigend. Fukushima war nicht die größte menschengemachte Katastrophe, sondern das sind passenderweise Staudamm-Unglücke, bei denen manchmal 20, manchmal 80.000 Menschen sterben und viele mehr obdachlos werden.

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Im Kino klappt’s irgendwie besser mit dem Impfen. Szenenfoto aus „Outbreak – lautlose Killer“ von 1995. | Foto © Warner Bros.

Die Welt im Orientexpress: Wohlstand tötet; ein Jahr Ausnahmezustand und endlich wieder harter Lockdown – Rüdiger Suchslands „Gedanken in der Pandemie“ – Folge 107 auf „Out-takes“.

„Qui mori didicit servire dedidicit“ („Wer zu sterben gelernt hat, zu dienen verlernt hat.“)
Seneca 

„Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, er hat zu existieren.“
Helmut Schmidt, Bundeskanzler 1974-1982

„Wir versuchen jetzt, die Brücken zu bauen, aber wir wissen auch nicht, wohin wir die genau bauen. Also, das Ufer sehen wir ja auch nicht.“
Angela Merkel, Bundeskanzlerin 2005-2021

„I look at the world and I see all absurdity all around me. People do strange things constantly to the point that for the most part we manage not to see it.“
David Lynch

„And here you start to get a sense of the challenges that our medical mathematicians must contend with.“
Siddhartha Mukherjee, Mediziner

 

Ein Jahr Corona. Seit Ausbruch des Virus hat es 124 Millionen 120.424 nachgewiesene weltweite Covid_19-Fälle gegeben. Nur 2.731.715 verliefen tödlich. (Quelle: Worldometer vom 22.03.2021; auch für alle folgenden Zahlen) Das sind gerade mal 2,2 Prozent aller Fälle. 

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Goldenes Bärengießen für die Berlinale. Die Trophäen sind vergeben, das Festival war zufrieden, der Filmmarkt auch. Nur der Wettbewerb im Stream machte nicht den gewohnten Spaß. | Foto © Berlinale/Pablo Ocqueteau

Die Berlinale ist erstmal gelaufen. Teil 2 folgt vielleicht im Sommer. Dann soll auch das Publikum die Filme sehen können. So ist der Rückblick auf den Wettbewerb zugleich eine Vorschau.

Kurz mal zurückspulen. 2020. Die letzte Festival-Filmvorführung für die Presse war am 28. Februar 2020. In meiner kleinen Gruppe waren wir uns weitgehend einig, es war doch eine gute Berlinale gewesen. Es war sehr entspannt, sowohl bei den Wartezeiten vor dem Einlass zu den Vorführungen, als auch in der Organisation. Covid-19 war bereits Thema, man desinfizierte seine Hände an jedem zweiten Spender. Mit einer Kollegin tauschte ich mich am Nachmittag aus. „Pass auf, das war wahrscheinlich das letzte Festival für lange, lange Zeit“, sagte sie. Sie sollte recht behalten. Am gleichen Tag wurde hier in Berlin die Internationale Tourismusbörse abgesagt. Internationale Events könnten Hotspots sein. Über Ecken habe ich viel später erfahren, dass es damals doch zu Ansteckungen bei Festival-Besuchern kam. 

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Und irgendwo in diesem Artikel haben wir auch noch „Die Sendung mit der Maus“ versteckt … | Foto © WDR

Grün-Gelb ist der Fortschritt: Die „Brasilien-Koalition“, der Virologen-Check und de Selbstzerfleischung der Union – Gedanken in der Pandemie 106.

„Ein Leben ohne Kultur ist sinnlos, es wahrscheinlich gar nicht menschlich, wenn man von Barnett Newman ausgeht: Der erste Mensch war ein Künstler. Dann war der zweite ein Ökonom. Das bedeutet, dass der Mensch um Mensch zu werden, zuerst einen Traum brauchte, vorher konnte er gar nicht leben. So gesehen es die Kunst die Voraussetzung des Lebens, Bedingung der Ökonomie.“
Heiner Müller, 1991 

„Nichts funktioniert: die App nicht, dass Impfen nicht, das Testen nicht.“
Markus Söder, Minsterpräsident

„Wenn der Schnee schmilzt, sieht man, wo die Kacke liegt.“
Rudi Assauer (1944-2019), Fußballmanager & Philosoph 

 

Was wäre wenn?

Stellen wir uns mal vor, dass es die Pandemie in den 80er-Jahren gegeben hätte. Ohne Internet. Nur mit drei Fernsehprogramm. Ohne Twitter und Facebook.

Was wäre geschehen? 

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Nur halb so stark wie üblich präsentiert die Berlinale den Nachwuchs. Aus 225 Einreichungen wurden nur sechs Filme für die „Perspektive Deutsches Kino“ ausgewählt – zum Beispiel „Die Saat“. | Foto © Kurhaus Production

In der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ präsentiert die Berlinale den Nachwuchs. Im Jahr ohne echtes Festival ist das schwierig, zu sehen sind die ausgewählten Filme erst im Sommer. Eine Vorschau.

Das Festival als Sprungbrett. Zu einem Publikum. Die Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ gibt den jungen Filmetalenten diese Plattform. Wenn man noch keinen Namen hat, ist es doppelt schwierig, sich im Festivalgetöse so zu positionieren, dass das Publikum aufmerksam wird. Ohne Publikum wird es schwierig. Im 2021er Jahrgang der Berlinale konnte die Branche aus Marktvertreter und Presse die Filme sichten, das Publikum darf sich gedulden, auf den Sommer. 

Aus 225 Einreichungen wurden nur sechs Filme ausgewählt. In der Regel versammelt die Sektion in etwa die doppelte Anzahl an Arbeiten. Die Konzentration auf drei Spiel- und drei Dokumentarfilme wirkt trotzdem stimmig. Wobei sich nur ein Titel als waschechter Spielfilm zeigt. Darüber hinaus zeigt sich der junge deutsche Film von seiner internationalen Seite. Jonas Bak reist für „Wood and Water“ bis nach Hongkong und Yana Ugrekhelidzes „Instructions for Survival“ begleitet die Protagonisten aus Georgien bis ins Asyl in Belgien. Jide Tom Akinleminu ist in Nigeria geboren und in Dänemark aufgewachsen, studierte aber in Berlin an der DFFB. „When a Farm Goes aflame“ ist eine Reise über die Kontinente. In Salar Ghazis „In Bewegung bleiben“ verlassen einige Protagonisten ihre Heimat, die DDR, für eine Heimat in der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise Chile.

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Zu Gast bei „Lanz“: Wieder allerlei Leute, die über die Pandemie Bescheid wissen. | Foto © ZDF

Prävention und Repression: Wer interpretiert die Interpreten? Wer bezahlt Spahns Haus? Und was sind die  Schwächen im Mindset der Deutschen? Gedanken in der Pandemie – Folge 105.

„Es wird nicht ohne Bitternis abgehen.“
Helge Braun, Kanzleramtschef, am 22. März 2020 

„Die Leute haben die Schnauze voll.“
Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen

„Nicht immer nur Bedenken vortragen. Man kann auch Lösungen vortragen.“
Boris Palmer

Krise macht Freude. Wenigstens einer gibt es zu. Auf die Frage von Markus Lanz „Macht Krise eigentlich Spaß?“ antwortet der frühere Innenminister Thomas de Maiziere: „Spaß nicht, aber Freude schon.“ Seie Begründung: „In der Krise zeigt sich, wer was kann. Die Krise sucht sich die mächtigen, nicht die Zuständigkeiten. Die Krise stärkt die Seriösen und nicht die Lauten. Und in der Krise ist Schluss mit Firlefanz und Inszenierung, denn da kommt es auf die Substanz an. Und wer es gerne macht, dem macht auch Krise Freude – auch wenn es natürlich unangenehm ist und hart und es um Leben und Tod geht.“ 

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Eben erst gewählt, schon anderer Meinung: Der neue CDU-Chef Armin Laschet (Mitte) will wieder lockern. | Foto © BR

Schubumkehr: Kampfansagen an das Corona-Regime – Gedanken in der Pandemie 104.

„Den Lockdown macht man ja nur, weil man keine Kenntnis hat.“
Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrates

„Ich glaube, dass es ist falsch ist, dass wir immer nur über Risikovermeidung sprechen. Wir müssen über Risikomanagement sprechen. Über das Leben mit dem Risiko, nicht über die komplette Vermeidung jedes möglichen Risikos.“
Carsten Linnemann, CDU-Bundestagsabgeordneter

 

Es ist ein politischer Paukenschlag, auch wenn er im Mehltau der dumpf-morbiden Lockdown-Hauptstadt  vorerst zu verhallen scheint. Die, für die er bestimmt war, werden ihn sehr genau vernehmen. 

„Immer neue erfundene Grenzwerte“; „alles verbieten“; „Bürger behandeln wie unmündige Kinder“; „Verhinderung des Lebens“; „das Leben nicht nur an Inzidenzwerten ausrichten“ – dies sind, sehr grob gesagt, die wichtigsten Stichworte aus Armin Laschet Rede vor dem baden-württembergischen Landesverband des CDU-Wirtschaftsrat. 

Dies ist, was hängenbleibt.

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Die Politisierung des Unterhaltungsfernsehen geht voran. Aktuelles Beispiel: Gleich zwei „Tatorte“ nacheinander drehen sich um die „Antifa“. | Foto © WDR/Bavaria Fiction/Martin Menke

Herden im Lockdown: SPD, „Taz“, „Tatort“ und der „identitär unterfütterte Postkolonialismus“: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 103.

„Nach allen Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, messe ich den Bund mittlerweile nur noch an seinen Taten und nicht an seinen Worten.“
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein

„Der Instinkt der Heerde schätzt die Mitte und das Mittlere als das Höchste und Werthvollste ab: die Stelle, auf der die Mehrzahl sich befindet; die Art und Weise, in der sie sich daselbst befindet.  […] Die Heerde empfindet die Ausnahme, sowohl das Unter-ihr wie das Über-ihr, als Etwas, das zu ihr sich gegnerisch und schädlich verhält. Ihr Kunstgriff in Hinsicht auf die Ausnahmen nach Oben, die Stärkeren, Mächtigeren, Weiseren, Fruchtbareren ist, sie zur Rolle der Hüter, Hirten, Wächter zu überreden – zu ihren ersten Dienern: damit hat sie eine Gefahr in einen Nutzen umgewandelt. In der Mitte hört die Furcht auf: hier ist man mit Nichts allein; hier ist wenig Raum für das Mißverständniß; hier giebt es Gleichheit; hier wird das eigne Sein nicht als Vorwurf empfunden, sondern als das rechte Sein; hier herrscht die Zufriedenheit. Das Mißtrauen gilt den Ausnahmen; Ausnahme sein gilt als Schuld.“
Friedrich Nietzsche, Nachlass

 

„Ruuuucki-Zuuuucki!!“ – Anti-Yoga-Gymnastik zum Rosenmontag von Ernst Neger – ja er heißt wirklich so. 

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Kurz einfach mal durchatmen. Laut RKI sind Stand heute 2.342.191 (gut 2,3 Millionen) seit letztem Februar irgendwann infiziert/positiv getestet gewesen. Also 2,82 Prozent aller 83,9 Millionen Deutschen. Das heißt: Über 97 Prozent aller Deutschen sind mit Corona nie (oder zumindest nie nachweisbar) in Berührung gekommen. 

Nach Angaben des RKI und anderer Quellen nehmen mindestens 80 Prozent dieser Fälle einen „milden“ Verlauf. Die zur Zeit aktiven Fälle (also alle in den letzten 7 Tagen positiv getesteten, nicht etwa in jedem Fall schwerkranken) liegen bei 148.000. Das heißt: Aufgerundet sind 0,2 Prozent der Bevölkerung zur Zeit ansteckend. Das heißt, dass man unter 500 Menschen weniger als einen Infizierten trifft. Sie zu treffen heißt aber noch nicht, dass man sich auch ansteckt. 

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