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Gedanken in der Pandemie 43: Was ist das dann noch für ein Leben?

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
26. Mai 2020/von Rüdiger Suchsland

Kicken geht, Kino noch nicht – macht nichts: Fußball ist ja auch Kultur. | Foto © Buena Vista

Freiheit, Identität und Kultur: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 43. 

„Oder wir nehmen uns alle ein Beispiel an Robert Bressons Filmen, wo die Leute immer nur einzeln an einer Wand entlanggehen …“
Dominik Graf

„Ich glaube schon, dass das Geschichtenerzählen, dass Kultur, dass unser Beruf systemrelevant ist. Es ist einfach so: Zum täglichen Überleben braucht man keine Kinofilme, zumal keine neu produzierten, es gibt ja wahnsinnig viele Filme, die man sich erst noch anschauen kann. Also, man kann es für eine Zeit lang ohne Filme aushalten, aber irgendwann dann nicht mehr. Denn was ist das dann noch für ein Leben?“
Hans Christian Schmid

„People in free societies don’t have to fear the pathology of the state. We create our own frenzy, our own mass convulsions. The frenzy is barely noticeable most of the time. It’s simply how we live.“
Don DeLillo

 

So ganz kann ich tatsächlich nicht verstehen, was einige daran stört, dass jetzt die Fußball-Bundesliga wieder ihren Spielbetrieb aufgenommen hat. Die Affekte gegen Millionäre und Spitzenverdiener sind in dem Zusammenhang eh vor allem populistisch.

Ein Spiel mit Fans ist viel, viel besser, gar keine Frage. Schon alleine deshalb, weil die Fans eine Mannschaft aufbauen, aufpeitschen, also sie motivieren können, weil das Publikum einen Mehrwert ausmacht und sich das alles auf die Zuschauer überträgt. Gar keine Frage.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-05-26 22:58:462020-05-26 22:58:46Gedanken in der Pandemie 43: Was ist das dann noch für ein Leben?

Corona: Brancheninfo 48

out takes, Peter Hartig
26. Mai 2020/von Peter Hartig

Kinos im Stillstand 16: Das „Delphi Arthaus Kino“ in Stuttgart. | Foto © Stuttgarter Arthaus Kinos

Eigentlich sollte es eine tolle Sache werden. Doch Bayerns Kulturschaffende äußern sich begeisterungslos über die neue Hilfe, die ihnen versprochen wurde. Die Landesregierung griff die Kritik umgehend auf und besserte heute nach – zumindest an einer Stelle.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Kritik an Bayerns Künstlerhilfe: „Die Corona-Pandemie zeigt, wo im Kulturstaat Bayern die Künstler, die Kulturschaffenden stehen. Sie zeigt aber auch, für was sie dienen: Zur Steigerung der Popularitätswerte von politischen Eliten.“ Der Musiker Uli Zrenne hat in einem Offenen Brief die bayerische Künstlerhilfe auseinandergenommen und ist „sprachlos ob so viel Zynismus, falscher Versprechungen und dilettantischer Politik.“

Was weitere bayerische Künstler vom Hilfsprogramm halten, fragte die „Passauer Neue Presse“. Die unterschiedlichen Antworten sind gleich. Als Spoiler ein Zitat: „Ich fühle mich nicht allein gelassen. Ich fühle mich einfach nur komplett verarscht.“

Ein Haken am bayerischen Künstlerprogramm: Hilfe sollte es nur für diejenigen geben, die zuvor keine anderen Maßnahmen in Anspruch genommen hatten. Die Kritik wurde offenbar erhört, das Land bessert nach: Bereits gewährte Hilfe wird angerechnet und auf den Betrag des neuen Programms aufgestockt. Das erklärte Kunstminister Bernd Sibler heute bei einer Pressekonferenz (ab Minute 29:00).
Da kündigte Ministerpräsident Markus Söder auch an, wann wieder Theater, Konzerte und Kinovorführungen in geschlossenen Räumen stattfinden können: später als in anderen Bundesländern, am 15. Juni.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-05-26 21:20:152020-05-26 17:34:53Corona: Brancheninfo 48

Corona: Brancheninfo 47

out takes, Peter Hartig
25. Mai 2020/von Peter Hartig

Totensonntag in den USA: Die „New York Times“ räumte gestern ihre Titelseite und den Innenteil für die Namen der Corona-Opfer: Fast 100.000 Menschen sind in den USA bereits gestorben. | Screenshot

Wann wie wo demnächst wieder gedreht wird, bestimmte auch übers Wochenende die wenigen Berichte aus der Branche. Doch nach dem Neustart warten noch andere Themen – alte und neue.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Fast 100.000 Menschen sind in den USA durch Corona gestorben. Die „New York Times“ räumte gestern ihre Titelseite für ihre Namen frei. Es gehe um einen unfassbaren Verlust, berichtet die „Taz“.

 

Der neue Arbeitsschutzstandard „bringt erhebliche Herausforderungen mit sich“, sagt die Produzentenallianz. Der „Tagesspiegel“ hatte sich die Dreharbeiten in Corona-Zeiten angesehen.

Wie Filmdrehs in Coronazeiten aussehen könnten, fragten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ Carl Woebcken vom Studio Babelsberg.

Erst fünf Tage Quarantäne, dann der Kuss: Intimität darzustellen, wird, wie in der Corona-Krise nicht anders zu erwarten, sehr viel schwieriger. Auch die „FAZ“ berichtet über die Corona-Leitlinien für Dreharbeiten der BG ETEM.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-05-25 20:27:102020-05-25 20:25:20Corona: Brancheninfo 47

Gedanken in der Pandemie 42: Das Fundament, auf dem wir stehen

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
25. Mai 2020/von Rüdiger Suchsland

Vom Neuanfang ist immer wieder mal die Rede. Warum eigentlich? Vorher war’s doch gar nicht so schlecht. | Foto © Warner Brothers, Jürgen Olczyk

Neuanfang wozu? Freiheit, Gleichheit, Eitelkeit: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 42. 

„Der Zweck des Staates ist die Freiheit.“
Spinoza

„Folglich sagen die, welche bloß zugeben, dass Alles gut sei, eine Dummheit: sie mussten sagen, dass nichts in der Welt besser sein kann, als es dermalen ist.“
Voltaire, „Candide – oder: Die beste aller Welten“

 

Baruch de Spinoza (1632-1677) war der Lieblingsphilosoph Goethes. Sein Werk lohnt die Beschäftigung, denn es ist eine Philosophie des Glücks, der Vernunft und der Selbstbestimmung. Und das Werk eines echten Europäers, der aus einer jüdischen, von der Inquisition aus Portugal vertriebenen Familie stammte, die in den Niederlanden – seinerzeit eine einsame republikanische Insel im Meer des Absolutismus, Zuflucht fand. Es ist nicht leicht sein Werk zu verstehen – aber im „Philosophie Magazin“ gibt es eine sehr schöne Einführung und vor Jahren hat Daniel Barenboim einmal in der „Welt“ erklärt, warum er Spinoza so mag.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-05-25 19:49:292020-05-25 19:49:29Gedanken in der Pandemie 42: Das Fundament, auf dem wir stehen

Corona: Brancheninfo 46

out takes, Peter Hartig
22. Mai 2020/von Peter Hartig

Kinos im Stillstand 15: Die „Eva Lichtspiele“ in Berlin. | Foto © Elisabeth Nagy

Zwischen Feiertag und Wochenende gibt’s nur wenig Neues zu melden – bis auf eine erste Erfahrung mit der Hilfe die Kulturschaffenden. Anscheinend gibt es noch einiges zu tun …

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Was bedeutet „R“ gleich nochmal? Die Pandemie als Simulation erklärt [auf Englisch].

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Verdopplungszeit … die Daten zur Corona-Pandemie verwirren mehr, als dass sie aufklärten. „Telepolis“ versucht, „Das Kommunikationsdilemma der Reproduktionszahl R“ zu erklären.

 

In Bayern wird Künstler*innen geholfen – verspricht Ministerpräsidenten Markus Söder. Zwei Schauspieler*innen beantragten am Dienstag die neue Künstlerhilfe. Die Erfahrung schilderten sie in einem Brief. 

Die Hilfe des Bundes sei an den tatsächlichen Bedürfnissen von Soloselbständigen vorbeigegangen, kritisiert Verdi heute in einer Pressemitteilung. Die Gewerkschaft fordert daher ein neues Programm, dass sich passgenauer an der Lebensrealität ausrichten müsse.

 

Wie wäre es, wenn keine neuen Filme kämen? fragt die „FAZ“. Also wenn die Kinos zu blieben und wir mit dem Vorhandenen auskommen müssten? Nur ein Gedankenspiel …

Was muss sich nach der Krise verändern? Und wie überstehen Rentals die Krise? Nur zwei der Fragen im „Covid-19-Spezial“ der Fachzeitschrift „Film TV Kamera“. Die aktuelle Ausgabe mit den Antworten gibt es kostenlos als PDF.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-05-22 21:10:302020-05-22 18:15:19Corona: Brancheninfo 46

Gedanken in der Pandemie 41: Plädoyer für das Ungewisse

Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste
22. Mai 2020/von Rüdiger Suchsland

Ein Filmtipp fürs Wochenende: Michelangelos Antonionis „L’Avventura“ von 1960 ist Italiens Antwort auf die Nouvelle Vogue. | Foto © Archiv

Luxusprobleme, Risiken, und andere Sensibilitäten: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 41.

„Ein Leben mit absoluter Sicherheit – ohne jedes Risiko – ist eine Fantasie  […], lebendig zu sein bedeutet Risiko.“
Anne Dufourmantelle

 

Erstmal etwas Wunderschönes: Mit diesem Film begann die Moderne im Kino. Solche Sätze sind immer falsch. Und doch … Wie wunderbar Michelangelos Antonionis „L’Avventura“ von 1960 ist, ahnt man bei diesem historische Trailer. Und auch wer kein Italienisch versteht, spürt Energie und Verve dieses Films und seiner Ära, und begreift ein paar Schlüsselsätze: Italiens Antwort auf die Nouvelle Vague! 

Es war auch eine Zeit, in der „pervers“ noch ein lobendes Adjektiv war, oder zumindest eines, das neugierig macht. 

Und sieht Monica Vitti nicht großartig aus! Sie spielt eine Frau, deren beste Freundin plötzlich verschwindet. Einfach so, ohne Grund. Wie in einem Lynch-Film. Und die dann fast etwas mit dem Geliebten ihrer Freundin anfängt. 

+++

Die Frauen sind die Verlierer der Corona-Krise – darüber sind sich jetzt alle einig. Ist das wirklich so? wäre die erste Frage. Die zweite interessantere, wenn wir es mal als gegeben ansehen, dass die erste mit ja beantwortet werden muss, lautet: warum? 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2020-05-22 20:41:002020-05-25 10:26:06Gedanken in der Pandemie 41: Plädoyer für das Ungewisse

Die Künstlerhilfe in Bayern – eine Farce?

out takes, Peter Hartig
22. Mai 2020/von Peter Hartig

„Bayern ist ein Kulturstaat und wir wollen die Künstler nicht alleine lassen“, sagt Ministerpräsident Markus Söder (Mitte) mit Sicherheitsabstand. Ein erster Praxisbericht alleine gelassener Künstler. | Foto © BR

In Bayern wird Künstlern geholfen, verspricht Markus Söder. Zwei Schauspieler*innen beantragten am Dienstag die neue Künstlerhilfe. Die Erfahrung schilderten sie dem Ministerpräsidenten in einem Brief: 

Auf das von Herrn Ministerpräsident Söder angekündigte bayerische Hilfsprogramm für Künstler haben wir seit dessen Ankündigung am 21. April 2020 große Hoffnungen gesetzt, nachdem wir bei sämtlichen Soforthilfe-Programmen abgelehnt wurden. Das neue Programm ist nun da – und wir sind fassungslos ob der Umsetzung der so groß angekündigten Künstlerhilfe. 

Da wir als freischaffende Schauspieler, beide in der KSK, aufgrund der nicht greifenden Soforthilfen im März und April notgedrungen Grundsicherung beantragen mussten, werden wir nun von der Künstlerhilfe ausgeschlossen. 

Corona-bedingt habe ich den Verlust von 60 Theatervorstellungen zu beklagen, da unser Theater schließen musste. Ebenso waren die Synchronstudios vier Wochen geschlossen, was einen zusätzlichen Nicht-Verdienst zur Folge hatte. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass auch Akquise aktuell schwierig ist und der Ausblick für die kommenden Monate düster. 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2020-05-22 14:03:172020-05-22 14:03:17Die Künstlerhilfe in Bayern – eine Farce?

Kino in Zeiten von Corona 9

Elisabeth Nagy, Unsere Gäste
22. Mai 2020/von Elisabeth Nagy

„Zatoichi, der blinde Samurai“ trifft „Léon, den Profi“: Neo-noir kämpft sich der „Man from Beirut“ durch Berlin. Diese Woche lief der deutsche Thriller in den Autokinos an. Nicht in Berlin – dort gibt es noch keins. | Foto © Filmwelt

Die Streams der Woche – und ein Start im Autokino. Von Elisabeth Nagy

Nichts Genaues weiß man nicht. Wann öffnen die Kinos? Wo öffnen die Kinos? In Hessen gibt es schon Spielbetrieb, berichteten wir in der Brancheninfo am Mittwoch. In Italien soll ab 15. Juni und in Österreich am 1. Juli die Kinos öffnen, habe ich im Newsticker von programmkino.de gelesen. Während eine Flut an Startmeldungen per E-Mail auf mich einprasselt, lese ich zumindest für die Autokinos nur Positives. Davon gibt es immer mehr und mehr und – und was macht man ohne Auto und ohne Autokino? Da gäbe es doch Freiluftkinos, die doch in der Regel, in normalen Zeiten, im Mai an den Start gehen. In Berlin gibt es drei davon. Die Betreiber, die Piffl Medien, haben ein Konzept vorgelegt und warten auf ein Go. Nur ein Viertel an Publikum könnte kommen, aber was in Kaufhäusern und Geschäften funktioniert, sollte doch an einem Ort, an dem man sich wahrlich nur zielgerichtet von A nach B bewegt, ohne weiteres machen lassen. 

Aber noch mal zu den Autokinos. Der Verleih Filmwelt bringt jetzt sogar einen Titel exklusiv für die Autokinos raus. Wobei „exklusiv“ nicht ausschließt, dass Kinos, die in manchen Bundesländern schon wieder dürfen, den Film nicht auch mieten könnten.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Elisabeth Nagy https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Elisabeth Nagy2020-05-22 12:51:122020-05-22 12:51:12Kino in Zeiten von Corona 9
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