Totensonntag in den USA: Die „New York Times“ räumte gestern ihre Titelseite und den Innenteil für die Namen der Corona-Opfer: Fast 100.000 Menschen sind in den USA bereits gestorben. | Screenshot

Wann wie wo demnächst wieder gedreht wird, bestimmte auch übers Wochenende die wenigen Berichte aus der Branche. Doch nach dem Neustart warten noch andere Themen – alte und neue.

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Fast 100.000 Menschen sind in den USA durch Corona gestorben. Die „New York Times“ räumte gestern ihre Titelseite für ihre Namen frei. Es gehe um einen unfassbaren Verlust, berichtet die „Taz“.

 

Der neue Arbeitsschutzstandard „bringt erhebliche Herausforderungen mit sich“, sagt die Produzentenallianz. Der „Tagesspiegel“ hatte sich die Dreharbeiten in Corona-Zeiten angesehen.

Wie Filmdrehs in Coronazeiten aussehen könnten, fragten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ Carl Woebcken vom Studio Babelsberg.

Erst fünf Tage Quarantäne, dann der Kuss: Intimität darzustellen, wird, wie in der Corona-Krise nicht anders zu erwarten, sehr viel schwieriger. Auch die „FAZ“ berichtet über die Corona-Leitlinien für Dreharbeiten der BG ETEM.

Für die Schweizer Theater- und Musikbranche haben drei Verbände ein neues Corona-Schutzkonzept erarbeitet. „Nachtkritik“ gibt eine Zusammenfassung samt Presseecho.  

In Kalifornien soll wieder gedreht werden. Richtlinien für die Produktion von Filmen und Serien sollen heute erscheinen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Wahrscheinlich gelte die Lockerung während der ersten Phase aber noch nicht für den Kreis Los Angeles, in dem Hollywood liegt.

Hollywoods übelster Albtraum: Die Kinos sind geschlossen, alle Dreharbeiten unterbrochen, die Umsätze minimal: Amerikas Filmindustrie befindet sich in der schlimmsten Krise ihrer Geschichte, schreibt die „FAZ“.

 

Einen Angriff auf die Emanzipation befürchtet „Der Spiegel“: Die Folgen der Pandemie treffen Frauen härter als Männer – und zwar überall auf der Welt. Die Krise könnte Gesellschaften um Jahre zurückzuwerfen. Das gilt für reiche Länder genauso wie für arme.

Frauen sind die Verlierer der Corona-Krise, auch im Filmgeschäft. Was kann man dagegen unternehmen? Pro Quote Film sucht Auswege, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Beim „Filmlöwinnen“-Podcast ist die Schauspielerin und Intimitätskoordinatorin Julia Effertz zu Gast. In dem Gespräch geht es um „Sex vor der Kamera“ und wie dabei verantwortungsvoll Grenzen gezogen und gewahrt werden können. 

 

Wenn die Viren-Krise irgendwann vorüber ist – dann warten die alten Probleme, warnt Filmmakers for Future in einem „Offenen Brief an die Filmschaffenden“ und ruft zum Mitmachen auf: „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, wie verwundbar wir alle sind. Zusammenhalten und sich organisieren war noch nie so wichtig wie heute, insbesondere in einer Branche, die wie die unsere von befristeten Arbeitsverträgen und auch von Konkurrenz geprägt ist. Viele Film-Crews lernen gerade, was man alles erreichen kann, wenn man gemeinsam für etwas einsteht.“ Ihre Ziele fasst die Initiative in drei Punkten zusammen:
# Minimierung der Umweltbelastung und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen.
# Nachhaltiges Storytelling.
# Sensibilisierung von Crew und Öffentlichkeit.

 

Wildes deutsches Kino im Wohnzimmer hat die „Berliner Zeitung“ entdeckt und berichtet: Ein winziges Programmkino in Hannover macht zurzeit das aufregendste Corona-Programm. Im virtuellen „Lodderblast“ werden nicht nur täglich Filme gezeigt, es gibt auch Diskussionen mit Regisseuren, Schauspielern und Kritikern.

Autokinos waren totgesagt und begraben! In Zeiten von Corona erleben sie einen Boom, überall schießen sie wie Pilze aus Parkplätzen. In München wollen Absolventen der Filmhochschule jetzt innerhalb weniger Tage das erste Autokino der Stadt seit den 1970er Jahren aufziehen, berichtet der BR.

Das Angebot von Streamingdiensten wächst und wächst. Die Frage ist nur, wer was bietet und wer sich das als Nutzer noch leisten kann. Es gäbe eine Lösung – ein Gastbeitrag in der „FAZ“.

Die Corona-Krise könnte eine Zäsur für die Filmwirtschaft darstellen, sagt der Medienexperte Gabriel Mohr im Interview mit Medienpolitik: „Die Giganten des Streamingmarkts brechen mit den Traditionen Hollywoods“.

Während sich die Filmwelt in Deutschland in Aufbruchsstimmung befindet, steht in Österreich noch alles still. Die Filmbranche dort fühlt sich im Stich gelassen. Ihre Proteste haben zu einem Rücktritt in der Politik geführt, berichtet der Deutschlandfunk.

In Südtirol soll ein zweites Kulturmaßnahmenpaket mit einer Million Euro helfen: Kunstschaffende erhalten Beihilfen von 2.000 Euro. 

 

Die ARD-Anstalten schaffen ein neues gemeinsames Kulturangebot, meldet die ARD.
Nur der Bayerische Rundfunk macht nicht mit, berichtet das „Handelsblatt“.
Die BKM findet es laut DPA trotzdem gerade richtig. 

Nach wochenlangen Schließungen dürfen die ersten Kinos wieder öffnen. Dabei wird sich einiges verändern – die Besucher müssen sich auch hier an eine neue Normalität gewöhnen. Die Deutsche Presseagentur beschreibt, wie ein Kinobesuch jetzt aussieht. 

Folge 24 von Close-up, dem Podcast der Deutschen Filmakademie: Gregory Theile betreibt mit der Kinokette „Kinopolis“ ein Familienunternehmen mit über 140 Leinwänden im Süden und Westen Deutschlands. Mit Susanne Bormann spricht er über die gesellschaftliche Relevanz von Kino als Kulturort, die Maßnahmen, die es braucht, um Kinos wieder zu eröffnen, und warum eine einheitliche Vorgehensweise hierbei maßgeblich sei.

„Ich vermisse das Publikum“, sagt die Schauspielerin Sandra Hüller im Gespräch mit der „Taz“. Für sie war die Fernsehaufzeichnung von „Hamlet“ eine intime Erfahrung.

 

„Überwältigende“ Zahlen meldet das Dokfest München, will es aber genauer wissen: Wie die Zuschauer*innen das virtuelle Festival fanden, soll eine Publikumsumfrage beantworten.

Die Kontaktbeschränkungen führen auch zu einem „Kultur-Entzug“. Das Forschungsprojekt „Märchenprinz“ soll die Belastungen und Chancen aus den Ausgangsbeschränkungen mit einer Kurzumfrage festhalten. Das soll auch dazu beitragen, „den Stellenwert des Kulturlebens breit zu dokumentieren“ und gegenüber „den bestens organisierten wirtschaftlichen Lobbygruppen“ besser zu positionieren.

Das Filmfestival in Venedig soll planmäßig vom 2. bis 12. September stattfinden, melden „Blickpunkt Film“ und „Variety“ [auf Englisch]. 

 

Wie modelliert man eine Pandemie? Und ist Corona schlimmer als Naturkatastrophen? Kaum einer kennt sich da besser aus als Rückversicherer. „Die Zeit“ fragte darum Christoph Nabholz von der Swiss Re.

In Schweden gibt es keinen Corona-Lockdown, die Bevölkerung ist lediglich aufgefordert, Abstand zu halten. Doch die hat auch ein anderes Verhältnis zu ihrem Staat, erklärt der Cartoonist Olav Westphalen.  3sat sprach vor Ort mit Literaten und Intellektuellen über den Sonderweg ihres Landes.

Falsch! Mit unwahren Behauptungen stellen vermeintliche Experten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Frage. Aber die „Süddeutsche Zeitung“ macht einen Fakten-Check und entlarvt die gröbsten Lügen und Missverständnisse.

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