Foto © Detlef Ziegert

Anläßlich der 49. anstehenden Verleihung am 12. April 2013 sprach Elmira Rafizadeh mit dem Leiter des Referats Grimme-Preis des Adolf-Grimme-Instituts über heutiges Qualitätsfernsehen, den Wandel und die Entwicklung der Programme sowie den allgemeinen Stellenwert von Preisen.

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Diskussionsteilnehmer | © Sebastian Noack

How do international casting directors work?
What are the basics issues for internationally working actors?
What do casting directors want to see?

Es diskutieren auf Englisch:
Uwe Bünker (Casting Director Germany | BVC)
Anja Dihrberg (Casting Director Germany | BVC)
Corinna Glaus (Casting Director Switzerland | BVC)
Beatrice Kruger (Casting Director Italy | AIC)
Debbie McWilliams (Casting Director Great Britain)
Juliette Ménager (Casting Director France | ARDA)
Hannes Jaenicke (Actor Germany as „Special Guest” | BFFS)

Initiatorin, Organisation & Moderation:
Julia Beerhold (Actress Germany and member of the BFFS executive committee)

Kooperationspartner:
Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK)
Institut für Schauspiel-, Film- und Fernsehberufe (iSFF)
Eventagentur FEEL & RED
European Film Promotion (EFP)
Bundesverband Casting (BVC)
Sebastian Noack Fotografie

casting-network hat als offizieller Medienpartner diese Diskussionsrunde als cn-klappe aufbereitet!

Zum cn-klappe Video-Beitrag

Die Bevölkerung in Deutschland besteht jeweils zur Hälfte aus Frauen und Männern, ein ähnliches Zahlenverhältnis besteht zwischen Schauspielerinnen und Schauspielern, Frauen arbeiten in allen Bereichen der Filmbranche, sie stellen auch die Hälfte des Publikums, und im Gegensatz zu beispielsweise Saudi-Arabien sind formal die Rechte der Frauen in unserer Gesellschaft nicht eingeschränkt.

Dennoch erzählen fiktionale Kino- und Fernsehproduktionen in erster Linie die Geschichten von Männern, Frauen sind nicht die bessere Hälfte sondern das schlechtere Drittel. Eine Bestandsaufnahme.

Wir kennen das aus den Besetzungslisten vieler klassischer Theaterstücke: zehn, fünfzehn Weiterlesen

Corinna Glaus (BVC) | © Livio Piatti

Anfang des Interviews:

Seit 1997 führen Sie erfolgreich ein Casting Büro in der Schweiz. Wie sind Sie überhaupt zum Casting gekommen?
Zum Casting bin ich wie die meisten meiner Kollegen über Umwege gekommen. Nach dem Abitur habe ich mit dem Studium in den Fächern Ethnologie und Volkskunde angefangen, immer mit der Idee, dass ich gerne am Theater arbeiten möchte! Schlussendlich habe ich das dann auch in Deutschland realisiert. Zurück in der Schweiz habe ich zunächst selbst in der freien Szene Stücke inszeniert und bin irgendwann zum Film gekommen. In der Schweiz gab es bis dahin keinerlei professionelle Casting-Büros. Beim Fernsehen gab es bis dahin eine eher vernachlässigte Schauspielerdatei, die nur ab und zu mal von Produktionsleitern gefüttert wurde.

Mögen Sie an dieser Stelle Ihre und die Geschichte des Schweizer Castings skizzieren?
Ganz klar ist die Geschichte von Wellen geprägt: In den 1950er Jahren gab es, allen voran, Filme, die in schweizerdeutscher Sprache gedreht wurden. Diese wurden dann teilweise mit deutschen Schauspielern besetzt, die sich bemühten, Schweizerdeutsch zu sprechen (lacht). Lange Zeit wurde dann nur noch in „Hochdeutsch“ gedreht und die Schweizer Weiterlesen

Delia Mayer - Fotocredit: Clementina Herzl

Ich darf, ich soll, ich will einen Blog-Text schreiben. Erwartet wird vermutlich, dass ich darüber erzähle, wie es ist, seit 2012 an der Seite von Stefan Gubser die Kommissarin „Liz Ritschard“ im Schweizer Tatort zu spielen. Meine Gedanken tragen mich aber gerade woanders hin. Ich könnte darüber schreiben, was ich will, nicht will, spannend finde, doof finde, an der Welt toll finde, am Himmel schön finde, an Affen besser als am Menschen und und und. An meinem Spiegel hängt eine Postkarte, da steht drauf: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“. Und jetzt steht das Geschwätz im Blog und morgen ist es immer noch da. Aber vielleicht ist das ja gerade gut so, denn dann sieht man, wenn sich was verändert, entwickelt. Gestern ein Dreieck und morgen ein Stern. Oder übermorgen nur ein Punkt.
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BFFS Collage 1

Von links nach rechts: Marc Schötteldreier (BVC) | Rolf Berg (BFFS) | Iris Baumüller (BVC) | Tina Seydel (BFFS) | Antoine Monot, Jr. (BFFS-Vorstand) | Vorne: Pamela Wershofen (Redakteurin/WDR mediagroup) mit Sohn in der Astor Film Lounge am 4. Oktober 2012 im Rahmen der Cologne Conference

HINWEIS: Die cn-klappe ist abrufbar, indem Sie das Bild anklicken.

PRELUDE

In kurzen Selbstportraits (About mes*) präsentieren sich sowohl bekannte als auch noch zu entdeckende Talente und geben einen kreativen, rührenden, humorvollen oder ganz puren Einblick in das, was sie als Schauspieler/-innen ausmacht. Als Ergänzung zum „Standard-Demoband“ und der damit verbundenen Schubladen-Problematik „Einmal Koch immer Koch“ sollen diese Clips das Bild des Schauspielers erweitern.

AKT 1: GENESE– Wie es begann…

Sommer 2010: Kölner BFFS-Stammtisch im Cafe Central!

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Alice Agneskirchner, Regisseurin und Zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok), hatte im Laufe des vergangenen Jahres bei Gesprächen mit Kollegen festgestellt, daß es darin zunehmend weniger um Form und Inhalte von Filmprojekten ging. Themen waren vielmehr klaffende Finanzierungslücken, schlechte Produktionsbedingungen und mangelnde Aufträge, um Projekte überhaupt umsetzen zu können. „Viele meiner Freunde klagten heftig über ihre Situation, in der sie zum Beispiel wegen Sparmaßnahmen bei den Sendern überhaupt nicht mehr zum Arbeiten kamen“, sagt Agneskirchner. „Ich habe mich dann gefragt, ob die alle auf hohem Niveau jammern, oder ob wirklich etwas dran ist an der Misere.“

Mit einer Beratungsfirma richtete sich Agneskirchner im Auftrag der AG Dok mit einer empirischen Befragung an alle 870 Verbandsmitglieder. Der Fragebogen zielte auf die berufliche und wirtschaftliche Situation der Autoren und Regisseure, die dokumentarische Fernsehformate in Deutschland realisieren. Sie bestand aus zwei Teilen: Der erste Teil befasste sich mit der allgemeinen beruflichen Situation der Befragten, der zweite hinterfragte die Herstellungsbedingungen einzelner Produktionen. Alle Fragen bezogen sich auf die Produktions- und Einkommenssituation der Jahre 2008 bis 2010. Das Ergebnis dieser repräsentativen Studie liegt nun vor – und belegt einmal mehr die verheerende wirtschaftliche Situation der Dokumentarfilmer: Weiterlesen

Around the World in 14 Films

Around the World in 14 Films

Vom 30. November bis 8. Dezember 2012 werden 14 cineastische Höhepunkte des jungen Weltkinos aus 14 Ländern in Berlin gezeigt. Wir sprachen mit dem Festivalleiter über das cineastische Jahr 2012 in all seinen Facetten und das aktuelle Festivalprogramm.

© Christian Riss

© Christian Riss

Bernhard Karl: Studium der Kunstgeschichte, Regieassistent an der HFF München und an den Münchner Kammerspielen bei Dieter Dorn und Peter Zadek, als Theaterregisseur Inszenierungen in Ulm, Zürich und Berlin, 2001 bis 2007 Casting Director bei Anja Dihrberg Casting u.a. für Sönke Wortmann, H. Handloegten, E. Atef, S. Schipper, A. Kleinert und Hal Hartley („Fay Grim“). Seit 2008 „Internationaler Programmer“ beim Filmfest München.

 

 

Welche Eindrücke hinterlässt das cineastische Jahr 2012?

Ein Filmjahr, das, weltweit gesehen, aus meiner Sicht geprägt ist von der Polarisierung zwischen Unterhaltungskino und Autoren-Kino. Wir erleben seit einigen Jahren, durch die Gesetze des Marktes auf der einen und die künstlerische Freiheit durch die digitalen Möglichkeiten auf der anderen Seite, dass sich „verkaufbare“ und „künstlerisch eigensinnige“ Ästhetiken oft unvereinbar gegenüberstehen. Immer weniger Filme schaffen eine Verbindung
zwischen „Kommerz“ und „Kunst“. Einige herausragende Filme, die diesen „Graben“ leichtfüßig überwinden, zeigen wir in diesem Jahr: zum Beispiel unser Eröffnungsfilm „Beasts of the Southern Wild“, die skurrile russische „Chapiteau-Show“ oder Ann Huis hinreißende Hong Kong-Geschichte „A Simple Life“.

Die Überraschung des Jahres?

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Tolkien-Preis

Deutscher Casting-Preis-Trägerin 2012: Daniela Tolkien (BVC)

Deutscher Casting-Preis-Trägerin 2012: Daniela Tolkien (BVC) | © casting-network


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Wir sprachen mit der Gewinnerin des deutschen Casting-Preises über ihre Arbeit als Casting Director, aber auch mal ganz persönlich über sie als Mensch.

Was war für Sie Ihr wichtigster Film?
Mein wichtigster Film war eigentlich mein erster Film: „Vergiss Amerika” von Vanessa Jopp.

Welche Erinnerungen haben Sie noch an dieses erste Projekt, welches im Jahr 2000 erschien?
Gab es zum Beispiel einen Credit?

Ja! Es gab einen Credit im Vorspann. „Vergiss Amerika” war deshalb so wichtig, weil er so wahnsinnig viele Türen geöffnet hat: Der Film war toll geworden und hat für Vanessa quasi die Eintrittskarte in die Filmwelt bedeutet und somit für mich irgendwie auch. Die erste Arbeit gleich so hinzulegen, war wirklich gut und hat den restlichen Weg auch ziemlich erleichtert.

Bei Ihrer Dankesrede zum Casting-Preis sagten Sie, dass diese Auszeichnung Ihnen unheimlich gut tut.
Was genau hat der Preis bei Ihnen ausgelöst und wer hat Ihnen die freudige Botschaft überbracht?

Das stimmt und fing damit an, dass an einem Montagmorgen – um schätzungsweise zehn Uhr – ein Anruf kam:
„Hier Herr Disch von der Cologne Conference!“ Da habe ich schon gedacht: „Oh Gott! Das gibt’s ja nicht! Das kann doch nicht wahr sein?“ Dann hab ich sofort laut gejubelt, so dass mein Gesprächspartner später sagte: „Das war der lustigste Anruf, den er seit langem gemacht hat.“ Als er mir dann unheimlich viele Fakten mitteilte, hab ich ihn gebeten, dass er jetzt mal aufhören soll, weil ich sowieso nichts verstehe, von dem was er mir gerade sagt. Da war die Freude schon riesig! Ich war ehrlich überrascht darüber, dass der Preis mir so eine Freude bereitet, weil ich das Gefühl hatte, ich mache meine Arbeit und ich bekomme dafür auch meistens gutes Feedback, doch den Preis zu bekommen, hat sich dann doch nochmal ganz anders angefühlt: Eine offizielle Anerkennung für die Arbeit, die man sich macht: Wie Nahrung war das!

Der Preis war somit nochmal eine Bestätigung innerhalb der Branche aus dem Mikrokosmos heraus und somit eine Anerkennung des Makrokosmos?
Ja, so eine Preisverleihung, bei der man gleichzeitig mit so tollen Regisseuren wie Michael Winterbotton oder François Ozon ausgezeichnet wird, ist schon was Feines!

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Das Kölner Filmhaus ist tot, das neue soll leben! Gleich nach dem Aus für die freie Weiterbildungseinrichtung, will der neugegründete Trägerverein weitermachen, wo aufgehört wurde. Nur besser. | Foto © Kölner Filmhaus

Das Kölner Filmhaus schließt endgültig. Der Kölner Filmhaus Verein wird aufgelöst. Obwohl das Sanierungskonzept des neuen Vereinsvorstands nach eigenen Angaben von der Hausbank und der Stadt Köln für aussichtsreich gehalten worden war, hat die Stadt Köln sich am Mittwoch dagegen entschieden, dem Kölner Filmhaus beziehungsweise dem Kölner Filmhaus Verein die Weiterarbeit zu ermöglichen. Die Stadt hat dem Filmhaus nicht erlaubt, die Immobilie in der Kölner Maybachstraße, der Hauptsitz des Vereins, abermals als Sicherheit für einen neuen Kredit in Höhe von 600.000 Euro einzusetzen. Einen entsprechenden Dringlichkeitsentscheid hätten der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) sowie der Vorsitzende des Liegenschaftsausschusses, Jörg Frank (Die Grünen), schließlich doch abgelehnt. „Es hat kein ausreichendes Vertrauen in das Konzept und die vorgelegten Zahlen zur Finanzierbarkeit gegeben“, begründete Stadtsprecherin Inge Schürmann laut Kölner Stadt-Anzeiger  die Entscheidung.

Unbestätigten Berichten zufolge habe auch eine Rolle gespielt, dass die Stadt den Aus- und Weiterbildungsbereich, den das Kölner Filmhaus in den vergangenen Jahren aufgebaut und betrieben habe, für zu groß und in dieser Form für nicht wünschenswert halte. Das Filmhaus sei eher als Kulturstandort erwünscht, als Veranstalter von Festivals und ähnlichen Events.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am 26. Juni war es zum Eklat gekommen:

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage aber ich bin an der Rolle des Alpha nicht interessiert. Die Gründe dafür liegen nicht alleine an dem Fakt, dass die Figur in dem offensichtlich rassistischen Umfeld Bayern als Neger, Bimbo und Muhakl beschimpft wird, noch daran, dass sämtlich rassistische Klischees wie “billigste zu bekommene Arbeitskraft”, aidsinfiziert, abergläubisch, Voodoo praktizierend, ängstlich, schwer von Begriff, Sexobjekt etc. aufgezählt werden. Was mich an der Figur stört ist, dass leider der Mensch, der hinter diesem wandelnden Klischee steht, überhaupt nicht zu Geltung kommt. Fremdbestimmt lässt er sich bis zum Schluss vom rassistischen Bayern kommandieren um dann, ob seiner treudoofen Art, schließlich doch noch als Schwiegersohn Widerwillen toleriert zu werden.

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Steuerlicher Leitfaden für Filmschaffende

Am heutigen Tag ist beim Verlag „Springer Gabler“ das Buch „Medienberufe und Steuern – Leitfaden für die Kultur- und Kreativbranche“ von den beiden Steuerberatern Rüdiger Schaar und Reinhard Knauft erschienen. Die beiden Autoren sind langjährig erfahrene Praktiker und haben sich auf die Beratung von Medienberufen spezialisiert. Zahlreiche Beispiele und Checklisten machen den kompakten Leitfaden besonders praxisnah. Ein wertvoller Ratgeber für Filmschaffende wie wir finden!

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EIN GANZER TAG ZUM THEMA CASTING


Zum Video-Beitrag auf casting-network.de

Mit dieser cn-klappe möchten wir einen kleinen Einblick von CAST IN AND FIND OUT 2012 und der Preisverleihung des Deutschen Casting-Preis an Daniela Tolkien (BVC) geben.
Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2009 fand am Freitag, den 5. Oktober, im Rahmen der diesjährigen Cologne Conference zum vierten Mal das Casting-Event CAST IN AND FIND OUT an der internationalen filmschule köln (ifs) als Gastgeber in Kooperation mit casting-network statt.
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Wenn ich mich recht erinnere, dann bin ich 2009 online auf einen Artikel gestoßen, in dem es hieß, dass es in Deutschland durchschnittlich sieben Jahre von der Idee bis zum fertigen Film dauert. In den Köpfen der meisten Zuschauern dauert es jedoch vom Drehbeginn bis zur Kinoauswertung gerade mal ein bis zwei Jahre. Die Ideenfindung, Recherche, Stoffentwicklung und Ausarbeitung kommt medial einfach kaum, auf jeden Fall aber zu wenig vor. Wenn wir Autoren etwas an der Art und Weise wie Filme bei uns entstehen und wahrgenommen werden ändern wollen, müssen wir hier ansetzen. Zuerst müssen wir das Publikum finden, nicht den Produzenten. Weiterlesen

 ©Foto: „Kultfetzen“ www.kultfetzen.de

Die Redaktion ist neulich auf folgenden Blogeintrag gestoßen:

“Clara ist noch Schülerin der 10. Klasse, was diesen Brief noch wichtiger macht, weil sie noch mehr “Zukunft ist” als ich. Außerdem bin ich angehender Lehrer und wenn Schüler so etwas tolles fabrizieren, bin ich sofort gewillt da mal bisschen Werbung für zu machen. Stimme dem Brief natürlich in jedem Wort zu. Deutschland kann Qualitätsfernsehen machen, aber die Frage ist, ob die Verantwortlichen das auch wollen.”

Mit diesem offenen Brief von Clara Siepmann – einer Schülerin der 10. Klasse aus NRW – wird sehr klar dargestellt, wie “Fernsehen” von ihr als Vertreterin einer jungen Generation wahrgenommen wird.

Sehr geehrte Verantwortliche der Öffenttlich-Rechtlichen Sender,

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