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Die zwei Welten des Filmfest München

out takes, Rüdiger Suchsland
9. Juli 2019/von Rüdiger Suchsland
Ganz so einfach ist es nicht...

Nicht satisfaktionsfähig für die Bonzen: Sophie Kluges Golden Twenties

Die Rela­ti­vitäts­theorie der Kinokrise: Das bestehende deutsche Film­system ist auf ganzer Linie geschei­tert, aber die Groß­kop­ferten machen weiter. Doch das Ende des deutschen Kinos könnte sein Anfang werden.

Von Rüdiger Suchsland (Aktiviere Javascript, um die Email-Adresse zu sehen)

Es war alles wie immer beim Filmfest München: Genauso viel Fest wie Film – viel Feiern bei Weißwurst, Schweins­braten und einem zünftigen Hellen schon am Morgen beim Empfang des FilmFern­sehFonds Bayern, Minis­te­rin­nen­reden und Minis­ter­prä­si­den­ten­ver­spre­chen unter leuchtend blauem Sonnen­himmel, bis zum nächt­li­chen Absacker im Schumanns oder bei einer der vielen Premie­ren­partys.

Dazwi­schen viele Filme, auch viele gute, ein Best-Of der inter­na­tio­nalen Werke der letzten Monate, dazu rund 20 deutsche Kino­pre­mieren in der wich­tigsten Reihe, dem Wett­be­werb um den »Förder­preis Neues deutsches Kino«, wo tatsäch­lich ein paar außer­or­dent­lich gelungene deutsche Filme liefen.
Alles genauso wie schon vor 37 Jahren war, beim ersten Filmfest.

Es war aber auch nichts wie immer. Denn im deutschen Kino herrscht Krise. Krise so hart wie noch nie. Krise, die sich nicht mehr über­tün­chen lässt.
Die Zuschauer bleiben weg, Produ­zenten und Verleiher leben aus den Beständen, Kinos machen im Dutzend dicht, sogar große Kino­ketten wie gerade das Cinestar im Herzen Berlins, am Potsdamer Platz, so wie ein paar hundert Meter weiter der große X-Verleih gerade taumelt.

Viele gute Filme­ma­cher bekommen ihre Filme nicht gefördert oder gerade genug Geld, um nicht gleich bankrott zu sein.

Diese Krise geht so weit, dass man fest­stellen muss: Das bestehende deutsche Film­system ist auf ganzer Linie geschei­tert.
Es kann und wird so nicht weiter­gehen.

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Aber über allem hängt von der Krise scheinbar unberührt eine fette Glocke aus Funk­ti­onären, Förderern, Redak­teuren und Gremien. Sie lächeln, machen „Business as usual“, und wollen sich nicht einmal rheto­risch infrage stellen.
Sie sind eine Clique des bleiernen Weiter-so. Manche von ihnen bekommen mehr Geld, als die meisten Filme­ma­cher, denen sie eigent­lich zu dienen hätten, und ohne die es sie nicht gäbe.

Diese Funk­ti­onäre geben schon seit Jahren unter der Hand zu, was ihre Entschei­dungen jeden Tag beweisen: Dass sie Kunst im Kino eigent­lich nicht wollen, allen Expe­ri­menten die Luft abschnüren. Über die Jahre haben sie eine engma­schige Günst­lings­wirt­schaft entwi­ckelt, Verhält­nisse, die manche einfach korrupt finden, von denen allen­falls zwei Handvoll Adabeis profi­tieren, während die meisten anderen außen vor bleiben und unterm Tisch an den Resten nagen dürfen.

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Sehr typisch für diese Verhält­nisse war beim Filmfest die Vergabe des neuge­schaf­fenen, mit 100.000 Euro dotierten Preises für inter­na­tio­nale Co-Produk­tionen.
Schon vorher hatten viele Gäste gewettet, dass die üblichen Verdäch­tigen die Preise absahnen würden. Und gehofft, dass es doch anders kommen könnte: »Bitte nicht schon wieder Michael Weber!«, »Nur nicht Match Factory« – genau diese Sätze hatte ich von mehr als einem halben Dutzend Menschen beim Filmfest gehört.
Aber
wer gegen solche Befürch­tungen noch an das Gute in der Welt glaubte, wurde am Freitag eines Schlech­teren belehrt. Die Jury aus Verlei­hern und Produ­zenten, zeichnete mit dem Köln ansäs­sigen Welt­ver­trieb und Co-Produk­tions-Händler »The Match Factory« genau die aus, die solche Preise am wenigsten nötig haben: die reichste, etablier­teste, best­ver­netzte Firma, einen Big Player, den schon lange auf dem hohen Ross sitzt und seine Macht genüss­lich auskostet.

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Zugleich hat das Filmfest viel vor: Der Freistaat hat mehr Geld verspro­chen, und inmitten des Kinoster­bens und der Krise spricht man in München über den Bau neuer Abspiel­stätten mit Kapa­zitäten von 1500 Zuschauern und Frei­licht­kinos. Der Krise setzt man Visionen entgegen, die gar nicht unrea­lis­tisch sind in Zeiten der Krise etablierter Verwer­tungs­formen und Festivals.

Man tut beim Filmfest auch viel für die Inde­pend­ents, bemüht sich um die Pflege des echten Auto­ren­films, darum, dem Neuen, Unge­wöhn­li­chen, Unge­se­henen einen Platz zu geben und es sichtbar zu machen.

Zum Beispiel den beiden Beiträgen im Wett­be­werb um den Förder­preis: Golden Twenties von Sophie Kluge und Mein Ende. Dein Anfang von Mariko Minoguchi – für viele die beiden besten Filme des Filmfests. Aber Outsider: Ohne Besuch einer Film­hoch­schule. Ohne deren Geld produ­ziert.
Ohne Fern­seh­sender. Mit vergleichs­weise geringen Förder­mit­teln ausge­stattet. Nicht satis­fak­ti­ons­fähig für die Bonzen.

Man zeigt beim Filmfest viele solche Filme von Regis­seu­rinnen, die kaum gefördert wurden und die oft keine Film­hoch­schule besucht haben. Gut so! Hoffent­lich macht das Filmfest damit weiter und etabliert sich so als Entdecker der Trends der Zukunft.

Aber in den wichtigen Jury sitzen dann wieder die Reprä­sen­tanten der Vergan­gen­heit, die Etab­lierten, die Groß­kop­ferten, die Funk­ti­onäre, die gar kein Interesse daran haben, das Neue, Ungefügte, Wider­s­tän­dige auch noch zu prämieren.
Das wurde am Abend der Preis­ver­lei­hung belegt: Zwei Frauen und ein Mann in der Jury gaben drei Männern vier Preise. Jan-Ole Gersters Film Lara ist aus meiner Sicht zwar einer der besten Filme des Wett­be­werbs gewesen, und ein verdienter Preis­träger. Aber im Konzert der anderen Preis­kan­di­daten dieser als Nach­wuchs­preises adres­sierten Auszeich­nung, sind dieser Film und seine Macher – unge­wöhn­lich schnell und gut mit Förder- und Sender­gel­dern ausge­stattet – eine Liga für sich.

Das Gesamt­ge­füge der Preis­ver­gabe stimmte nicht. Denn alle echten Inde­pend­ents im Wett­be­werb blieben unprä­miert, die gut finan­zierten Filme bekamen auch noch das Geld und die Zusatz­auf­merk­sam­keit.
Und um das Geld, um die Aufmerk­sam­keit geht es am Ende. Beides auszu­ba­lan­cieren, Verzer­rungen nicht noch zu vers­tärken, sondern abzu­dämpfen ist Aufgabe einer Jury.

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Das Filmfest München befindet sich mit alldem in einer schi­zo­phrenen Situation. Man steht derzeit auf allen Seiten gleich­zeitig. Man will es allen recht machen.
Das wird nicht mehr lange so weiter­gehen. Schmu­se­kurs und Harmo­nie­soße mögen vielen sympa­thisch sein, und manche Konflikte abdämpfen. Der deutsche Film und sein Nachwuchs aber brauchen Ecken und Kanten, und müssen das gerade auch von einem Festival erwarten können, das den Nachwuchs fördern will. Der nur aller­erste, aber
unver­meid­liche Schritt dafür: Die Jury­zu­sam­men­set­zung muss im kommenden Jahr korri­giert werden. Es muss jüngere, mutigere Preis­jurys geben, deren Mitglieder selbst für das Wider­s­tän­dige und Nicht-Etab­lierte stehen, statt seit Jahren und Jahr­zehnten über diverse Pöstchen mit dem Beste­henden, dem auf ganzer Linie geschei­terten deutschen Film­system verban­delt zu sein.

Das Filmfest München muss sich entscheiden, auf welcher Seite es steht. Es darf sich nicht kaufen lassen von den Millionen des Frei­staats, es darf seine Seele nicht verkaufen und nicht das Kino.

Wir brauchen eine Revo­lu­tion im deutschen Film! Eine Revo­lu­tion der Filme gegen die Funk­ti­onäre, der Filme­ma­cher gegen die Amigo-Klüngel, der Film­pro­du­zenten gegen die Allianzen der Verhin­de­rung und des Weiter-So, des Kinos gegen die Streaming-Dienste, der neuen Ideen gegen die Krise.

Dann, nur dann könnte das Ende des deutschen Kinos sein Anfang werden.

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2019-07-09 10:10:302019-07-09 10:10:30Die zwei Welten des Filmfest München

Indiefilmtalk: Filmemachen ohne Bilder

out takes, Peter Hartig
5. Juli 2019/von Peter Hartig
Seit zwei Jahren bringt der Podcast Indiefilmtalk Filmemacher zum lockeren Gespräch zusammen. In Folge 46 sprachen Regisseur Dominik Balkow, Schauspielerin Vivien Andree und Produzent und Schauspieler Andreas Berg über die Beziehung zwischen Regie und Schauspiel. | Foto © Yugen Yah

Seit zwei Jahren bringt der Podcast Indiefilmtalk Filmemacher zum lockeren Gespräch zusammen. In Folge 46 sprachen Regisseur Dominik Balkow, Schauspielerin Vivien Andree und Produzent und Schauspieler Andreas Berg über die Beziehung zwischen Regie und Schauspiel. | Foto © Yugen Yah

Wenn Yugen Yah nicht selbst Filme dreht, redet er darüber – übers Filmemachen. Ganz ohne Bilder und mit Gleichgesinnten: Regiekollegen, Produzenten, Schauspielern, Filmwissenschaftlern, möglichst allen in der Filmszene. Seit zwei Jahren betreibt er den Podcast Indiefilmtalk.de mit seinem Co-Host, der Theaterwissenschaftlerin und Moderatorin Susanne Braun, über die eigene Website wie über Spotify und I-Tunes.
„Alle reden gerne über Filme. Selten über das Filme machen. Und noch seltener über das, was zwischendrin passiert“, erklärt Braun auf der Website. Fast 50 Mal haben die beiden inzwischen zum lockeren Gespräch geladen, dazwischen immer mal Sondersendungen mit Paneldiskussionen von größeren Festivals oder Filmhochschulen – fast jede Woche erscheint ein neuer Beitrag.
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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2019-07-05 13:25:212019-08-02 15:08:47Indiefilmtalk: Filmemachen ohne Bilder

FFG 2022 – Stellungnahmen 5: Münchner Filmwerkstatt

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27. Juni 2019/von Peter Hartig
Die Münchner Filmwerkstatt meldet sich in der Diskussion ums nächste Filmförderungsgesetz als Stimme der Aus- und Weiterbildung zu Wort | Foto © Münchner Filmwerkstatt

Die Münchner Filmwerkstatt meldet sich in der Diskussion ums nächste Filmförderungsgesetz als Stimme der Aus- und Weiterbildung zu Wort | Foto © Münchner Filmwerkstatt

Auf der ursprünglichen Liste, wen die Staatsministerin für Kultur und Medien um Anregungen für die Gesetzesnovelle bittet, hatte die Münchner Filmwerkstatt nicht gestanden. Weil aber „der Fachkräftemangel derzeit zu den brennendsten Themen unserer Branche gehört, die Einrichtungen und Institutionen der Aus- und Weiterbildung aber keinen Verband und damit keine gemeinsame Stimme haben“, erlaube man sich dennoch einige Vorschläge.
Ganz oben: Die Weiterbildungsförderung für Filmschaffende, vor sieben Jahren gestrichen, solle wieder eingeführt werden. Das alleine werde zwar den Fachkräftemangel nicht überwinden, „aber es wird dauern, bis es zum Beispiel genügend grundständige Studiengänge an den Fachhochschulen gibt, die den Bedarf unserer Branche an qualifizierten Mitarbeitern in ,Mannschaftsdienstgraden‘ decken.“
Zudem befinde sich die Branche in einem stetigen Wandel, von der Aufnahmetechnik bis zu den Verwertungsformen – „das verlangt von allen Beteiligten laufende Aktualisierung ihres Wissens“. Gleichwohl „kann und sollte“ der berühmte Quereinstieg langfristig eine Option bleiben, auch als Bereicherung für die Teams.
Nicht die Weiterbildungsanbieter und -veranstaltungen sollen gefördert werden, sondern die Teilnahme selbst: So „entsteht Wettbewerb zwischen den Veranstaltern, der der Qualität der Weiterbildungsangebote und damit der Absolventen nur gut tun kann.“
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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2019-06-27 09:17:142019-06-24 14:10:57FFG 2022 – Stellungnahmen 5: Münchner Filmwerkstatt

FFG 2022 – Stellungnahmen 4: Bundesverband kommunale Filmarbeit

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25. Juni 2019/von Peter Hartig
Es dauert zwar noch fast drei Jahre, bis sich der Vorhang öffnet, doch es wird bereits um die Neugestaltung der Filmförderung diskutiert. Foto:?Sabine Felber

Es dauert zwar noch fast drei Jahre, bis sich der Vorhang öffnet, doch es wird bereits um die Neugestaltung der Filmförderung diskutiert.
Foto:?Sabine Felber

Ein düsteres Bild schickt der Bundesverband kommunale Filmarbeit (BkF) seiner Stellungnahme voraus: Das Kino ist in der Krise! Die Kinobesuche gehen gehen zurück, vor allem beim jüngeren Publikum. Mehr Leinwände und höhere Eintrittspreise könnten den Niedergang kaum kaschieren. In vielen Städten sind Kinos gänzlich verschwunden. Es gehe daher „auch um die Kinoerfahrung selbst, die sich nicht mehr auf dem Markt behaupten kann.“ Das neue FFG müsse „im Kern die Frage beantworten, wie das Kino als Auswertungsort von Filmen aufgewertet werden kann und welchen Stellenwert das Kino im Spektrum der Auswertungszusammenhänge künftig noch einnehmen soll.“
Von Ausgrenzung und Sperrfristen hält der BkF wenig: „Die Zukunft des Kinos kann nicht prohibitiv gestaltet werden. Bestandteil eines Zukunftsszenarios könnte überdies die Frage sein, ob und wie sich die Auswertung von Filmen in Kino und Internet gegenseitig befruchten könnte.“
Dazu könnten die Kinematheken und Kommunalen Kinos einen besonderen Beitrag leisten. Der nicht-gewinnorientierte Bereich der Filmauswertung sei in Europa „durch seine erhebliche Zielgruppenbindung entweder weniger oder gar nicht von Rückgängen betroffen.“ Soll heißen: Nur das kommerzielle Kino ist in der Krise.
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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2019-06-25 14:15:172019-06-24 14:26:48FFG 2022 – Stellungnahmen 4: Bundesverband kommunale Filmarbeit

FFG 2022 – Stellungnahmen 3: Crew United

Oliver Zenglein, out takes
23. Juni 2019/von Oliver Zenglein
„Soziale und ökologische Nachhaltigkeit jetzt!“ fordert die Branchenplattform Crew United. Oder einfacher gesagt:? Die Agenda 2030 gilt auch für die Filmbranche. | Foto © Archiv

„Soziale und ökologische Nachhaltigkeit jetzt!“ fordert die Branchenplattform Crew United. Oder einfacher gesagt:? Die Agenda 2030 gilt auch für die Filmbranche. | Foto © Archiv

Das Filmförderungsgesetz (FFG) prägt die deutsche Filmkultur und Filmwirtschaft, der Gesetzgeber schafft damit den gesetzlichen Rahmen und beauftragt die Filmförderungsanstalt (FFA) mit der Umsetzung. Eine Novellierung des FFG muss mit den kultur-, gesellschafts- und umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung übereinstimmen.

Eines der wichtigsten Zielsysteme, denen sich die Bundesregierung verpflichtet hat, sind die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die „Sustainable Development Goals“. Sie richten sich an Regierung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die deutsche Filmbranche ist bei sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit leider nicht Vorreiter, sie hinkt vielmehr weit hinterher: Studien weisen auf die drohende Altersarmut vieler Filmschaffender hin; Projektarbeiter*innen (insbesondere Solo-Selbstständige) fallen durch das soziale Netz; Diesel-Generatoren sind der Standard an Filmsets; der Gender Pay Gap ist bittere Realität vieler weiblicher Filmschaffender.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Oliver Zenglein https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Oliver Zenglein2019-06-23 13:49:462019-11-04 15:23:40FFG 2022 – Stellungnahmen 3: Crew United

2. FairFilmAward Non-Fiction: Der Gewinner

out takes, Peter Hartig
3. Juni 2019/von Peter Hartig
Die Veranstalter, Laudator Thomas Frickel und alle Nominierten des 2. Fair Film Awards Non Fiction| Foto © DOK.fest München

Die Veranstalter, Laudator Thomas Frickel und alle Nominierten | Foto © DOK.fest München

Am 9. Mai 2019 wurde Kooperation mit dem DOK.fest München, mit Unterstützung der Pensionskasse Rundfunk und im Namen zahlreicher Branchenverbände zum zweiten Mal der FairFilmAward Non-Fiction verliehen. Er zeichnet die Produktionsfirma aus, welche die fairsten Produktions- und Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Dokumentarfilmen in den letzten zwölf Monaten ermöglichte.

Der Fair Film Award Non Fiction 2019 geht an die Ifage Filmproduktion! Herzlichen Glückwunsch!

Die Jury waren die Filmschaffenden selbst, die mit diesen Produktionsfirmen gearbeitet haben. Eine Bewertung setzt sich aus jeweils sieben Teilnoten zu folgenden Bereichen zusammen: Vertrag, Gagen und Entgelte – Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und Arbeitsplatz – Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität – Kommunikation und Arbeitsklima – Professionalität und Qualifizierung – Nachhaltigkeit, Solidarität und Perspektiven – Umgang mit Protagonist*innen.

Die detaillierten Kriterien sind hier veröffentlicht: https://www.crew-united.com/downloads/fairness/FFA_Non-Fiction_2019_Kriterien.pdf

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2019-06-03 17:06:552019-06-03 17:06:552. FairFilmAward Non-Fiction: Der Gewinner

FFG 2022 – Stellungnahmen 2: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband

out takes, Peter Hartig
26. Mai 2019/von Peter Hartig
Kino für alle! Zwar müssen geförderte Filme auch in einer Fassung mit Audiodeskription zur Verfügung stehen, doch nicht alle Systeme funktionieren überall. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband fordert darum eine kinounabhängige Lösung via App. | Foto © Sabine Felber

Kino für alle! Zwar müssen geförderte Filme auch in einer Fassung mit Audiodeskription zur Verfügung stehen, doch nicht alle Systeme funktionieren überall. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband fordert darum eine kinounabhängige Lösung via App. | Foto © Sabine Felber

Paragraf 47 schreibt es vor: Filme, die für Produktion oder Digitalisierung gefördert werden, müssen bei der Kinopremiere auch in einer barrierefreien Fassung vorliegen. Bei Verleih- und Kinoförderung wird das FFG noch strenger: Die barrierefreien Fassungen müssen „in geeigneter Weise und in angemessenem Maße zugänglich gemacht werden.“ Als hätten es die Verfasser schon geahnt, wo es bei der Umsetzung ihres Gesetzes knirschen wird.
Der Paragraf habe Wirkung gezeigt, meint der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV): Es gebe mehr Filme mit Audiodeskription, und darunter nicht nur Förderprojekte. Bloß: Sie sind nicht ohne weiteres zu hören.
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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2019-05-26 08:18:212019-05-24 16:24:18FFG 2022 – Stellungnahmen 2: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband

FFG 2022 – Stellungnahmen 1: Zukunft Deutscher Film und Hauptverband Cinephilie

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24. Mai 2019/von Peter Hartig
Bewegte Bilder erreichen ihre Zuschauer inzwischen auf vielen Wegen. Das Kino bleibt für viele aber immer noch mehr als eine bloße ­Abspielstätte, sondern die Heimat der Filme und magischer Erfahrungsort. | Foto © cinearte

Bewegte Bilder erreichen ihre Zuschauer inzwischen auf vielen Wegen. Das Kino bleibt für viele aber immer noch mehr als eine bloße ­Abspielstätte, sondern die Heimat der Filme und magischer Erfahrungsort. | Foto © cinearte

Gemeinsam äußern sich zwei Initiativen, die die Kunst im deutschen Kino (und das Kino überhaupt) bewahren wollen. Die „Zukunft Deutscher Film“ hatte vor einem Jahr die „Frankfurter Positionen“ formuliert, auf die sich auch der „Hauptverband Cinephilie“ stützt, der sich während der diesjährigen Berlinale gründete.

Wer beide Male aufmerksam zugehört hatte, kennt die Forderungen. Die „Frankfurter Positionen“ wollen bekanntlich sehr vieles ganz anders machen als bisher. Und so ist auch die Stellungnahme mit zehn A4-Seiten ein Vielfaches länger als die der anderen Interessengruppen. Wir konzentrieren uns hier auf die ganz dicken Pinselstriche (was die kleineren Tupfer nicht weniger wichtig macht) – allen voran jene, die künstlerische Kriterien bei der Förderung zu stärken.

Das stehe „gerade nicht im Gegensatz zu einer wirtschaftlichen Herangehensweise“, behaupten die Verfasser, „denn künstlerisch eigenständige Filme sind nicht wirtschaftlich weniger aussichtsreich.“ Jedenfalls nicht automatisch: In der Produktionsphase wirken sich Budget und Fördermittel vielleicht auf die Qualität eines Films aus – ein Kassenerfolg muss er deshalb nicht unbedingt werden. Anders im Vertrieb: Je höher das Werbebudget, desto mehr Zuschauer. Ihre Forderung würde also die Chancengleichheit an der Kinokasse wahren, meinen die Initiativen. Weshalb „mindestens 50 Prozent der Förderung“ sich an künstlerischen Kriterien orientieren solle. Und zwar „durch alle Förderungen in Deutschland hindurch“. 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2019-05-24 16:18:022019-05-24 16:18:02FFG 2022 – Stellungnahmen 1: Zukunft Deutscher Film und Hauptverband Cinephilie
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