Und was machen die Franzosen anders? – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 223. Folge.
Gerade in Hamburg. Hier ein längeres Gespräch mit einem Kino-Vorführer. Wir kommen auf Plakate. Er mag Berlin Alexanderplatz. Dafür, warum der Film aber unter den Erwartungen mancher bleibt, hat er eine interessante Erklärung: Die Plakate in Deutschland seien oft sehr schlecht. So auch hier.
Das verstehe er nicht, »warum die vom Verleih so ein Plakat machen. Das ist gar kein Plakat. Das sieht ganz gut aus, ist aber nur stylisch. Es macht auf nichts Lust. Und ich verstehe nicht, warum da kein Schauspieler drauf ist. Die Jella Haase ist doch so bekannt.«
Ähnliches bei Undine, der schon länger im Kino läuft: »Da ist kein Schauspieler zu sehen. Die Gesichter sind abgewandt, die Farben trübe. Wer soll da reingehen und warum?« Das Plakat ist so Wannabe und um die Ecke gedacht, wie der ganze Film.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-08-05 17:46:402020-08-05 17:46:40Cinema Moralia – Folge 223: Die fehlende Lust im deutschen Kino(plakat)
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 30. Juli 2020.
Die Brancheninfo macht Sommerpause. Hinweise auf die Filmstarts der Woche bringen wir trotzdem. Vielleicht nicht ganz so ausführlich.
Es tut sich einiges. Alles dreht sich um „Tenet“ von Christopher Nolan, und jetzt wurde diese Woche eine hoffentlich endgültige Entscheidung getroffen. „Tenet“ wird gestaffelt Ende August auch in die deutschen Kinos kommen. „Variety“ berichtete am 27. Juli 2020. „Blickpunkt Film“ konnte sogar schon konkreter werden: Am 26. August ist es in Deutschland soweit. Die Amerikaner werden den Film erst ab dem 3. September 2020 sehen können, das hängt von den Kinoöffnungen (ab August) ab. Die Lücke am 13. August 2020, an dem „Tenet“ zwischenzeitlich starten sollte, wird jetzt mit der Wiederaufführung von Christopher Nolans „Inception“ von 2010 gefüllt, der somit aus dem Startplan von dieser Woche herausfällt.
Damit fehlt in dieser Woche ein prominenter Zugang, auch wenn es sich um eine Wiederaufführung handelt. „Blickpunkt Film“ meldete bereits einen Neustartmangel. Zumindest für diese Woche können wir das bestätigen. Nächste Woche, wenn sich da nichts gravierend ändert, sieht das schon anders aus. Aber sicherlich, englischsprachige Filme haben eine bessere Zugkraft und sind begehrt.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-07-30 00:01:572020-07-29 17:53:37Kino in Zeiten von Corona 19
Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück!
Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.
Todo cambia: Letzte Worte zur Sommerpause: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 71.
„Heute ist nicht alle Tage. Ich komm’ wieder, keine Frage.“ Paulchen Panther
„Hot summer streets/ And the pavements are burning/ I sit around/ Trying to smile but/ The air is so heavy and dry/ Strange voices are saying/ (What did they say?)/ Things I can’t understand/ It’s too close for comfort This heat has got/ Right out of hand/ It’s a cruel, (cruel), cruel summer/ (Leaving me) leaving me here on my own It’s a cruel, (it’s a cruel), cruel summer/ Now you’re gone“ Bananarama „Cruel Summer“
Wir erleben ein brutalen Sommer. Jetzt macht auch noch dieser Blog Sommerpause. Ob es wirklich gut ist, eine Sommerpause zu machen, wo doch das Virus alles andere als eine Pause macht, das weiß ich nicht. Aber allemal ist es klug, Kraft zu tanken für den Winter, der nicht nur kalt wird, sondern hart, für die zweite Welle, die auf die eine oder andere Weise kommen wird, und mancherorts schon da ist. Mit der Kraft meine ich (das weiß wohl jeder, der das hier in den letzten Monaten gelesen hat) nicht alleine körperliche Kraft, sondern vor allem geistige, ein geistiges Widerstands-Potenzial. Es mag einfacher sein, mit dem Strom zu schwimmen, aber es macht einen auf die Dauer stärker, wenn man versucht, resistent zu sein.
Was auch wichtig ist, um diese nächsten Wochen zu überstehen, bis wir uns wieder hören und lesen, dazu habe ich hier noch ein paar Tipps: Geht ins Kino! Geht überhaupt raus! Bleibt nicht zuhause hocken, schmort nicht im eigenen Saft, streamt nicht soviel, verliert euch nicht in virtuellen Welten. Im Kino werdet ihr auf fremde Menschen stoßen und das macht Spaß. Man kann da auch alte Filme wiedersehen. Einen von denen, den ihr in jedem Fall wieder sehen solltet und das könnt ihr schon nächste Woche, ist „Inception“ von Christopher Nolan.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-07-24 19:31:122020-07-27 11:49:29Gedanken in der Pandemie 71: Versucht, Zeitgenossen zu sein!
Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 23. Juli 2020.
Vorige Woche berichteten wir, wie Kinomacher die Filmverleiher bitten, ihre Filme nicht zu verschieben. Das Kino, besonders die Hollywood-Abspielstätten, brauchen die Ware. Und wenn es schon nicht der große Titel aus Übersee ist, dann so doch etwas hochkalibriges Deutsches. Genau diese Diskussion läuft jetzt auch in den USA. Der Anlass: Warner Brothers verschiebt ein weiteres Mal Christopher Nolans „Tenet“. Genauer ausgedrückt, der Film befindet sich jetzt in der Warteschleife für einen neuen US-Starttermin. Stand Mittwochvormittag. Jetzt könnte Folgendes eintreten: Die amerikanischen Studios starten ihre Filme in der Regel global gleichzeitig. Diese Maßnahme könnte man aushebeln, und so könnte auch ein potenzieller „Blockbuster“ erst einmal in Asien und Europa in die Kinos kommen. „Variety“ und „Deadline“ berichteten, wir verweisen auf den deutschen Beitrag auf „Blickpunkt Film“. John Fithian, der Chef der National Association of Theatre Owners, also des Landesverbands der Kinobesitzer, bittet eindringlich, die Filme nicht zu verschieben. Hier ein Interview in „Variety“ [auf Englisch].
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-07-23 00:01:112020-07-22 22:26:54Kino in Zeiten von Corona 18
Wie geht’s den Kinos, jetzt, wo’s so langsam wieder losgehen soll? Wir haben ein paar Stimmungsbilder quer durch die Republik zusammengetragen. Und wir erinnern nachdrücklich an unsere Umfrage „Vielfalt im Film“.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Erinnern Sie sich noch an unsere Kurzumfrage im April?Welche Folgen die Corona-Pandemie für die Film- und Fernsehschaffenden hat? Dann wissen Sie, wie wichtig belastbare Daten sind – und wie nervig wir drängeln können, wenn uns etwas wichtig ist. Seit Freitag läuft die erste Umfrage zur Diversität vor und hinter der Kamera: „Vielfalt im Film“ soll ein umfassendes Bild von Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Diskriminierung in der Branche ermitteln – zur Entwicklung eines gerechten und wertschätzenden Arbeitsumfelds. Nehmen Sie teil! Eine Kurzanleitung finden Sie hier.
Partys, Konsens, und böse Menschen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 70.
„Die Gedanken sind frei,/ wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei,/ wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen,/ kein Jäger erschießen. Es bleibet dabei: / Die Gedanken sind frei.“ Volkslied
„Ich spreche aus der Sicht desjenigen, der Stadt und Land liebt, aber nicht die Vorstädte. Denn sie führen zum Verlust von Vielfalt, Komplexität – Lebensqualität. Also wird dieser Vortrag geprägt von Werten, weniger von Fakten. Doch ich beziehe mich auf Fakten, wo ich kann, und urteile, wo ich es für nötig halte.“ David Riesman, US-Soziologe
„Ich plädiere dafür, den Kampf gegen die Leichtgläubigkeit wieder aufzunehmen und an die Freiheit und Würde der menschlichen Erfahrung zu glauben, nämlich daran, dass der Mensch fähig ist, von sich selbst zu lernen.“ Marina Garces, Philosophin, in: „Neue radikale Aufklärung“
„Gibt es ein Recht auf Party?“ Falsche Frage, liebe „Süddeutsche Zeitung“ – setzen, Sechs in Bürgerrechte! Die richtige Frage lautet: Wann darf man das Recht auf Party einschränken?
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-07-22 22:48:452020-07-22 22:48:45Gedanken in der Pandemie 70: Virus, wo ist dein Stachel!
Wo ist die Solidarität der Filmbranche, von der neulich noch alle gesprochen haben? Die Corona-Krise hat viele Schwachstellen des Systems wieder deutlich aufgezeigt.
In vielen Artikeln wird davon gesprochen, wie wunderbar die Filmbranche doch „zusammengerückt“ sei in dieser schwierigen Zeit. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt sicherlich Produktionen, die das ganz großartig gemeistert haben, die keine Kosten gescheut und sogar das Pensum reduziert haben. Doch die Corona-Krise hat auch viele Schwachstellen unseres Systems wieder ganz deutlich aufgezeigt. Auf Messers Schneide bewegen wir uns durch den Dschungel der ohnehin schon fragwürdigen Arbeitsbedingungen, hangeln uns von Maßnahme zu Maßnahme im Busch der Hygieneauflagen und versuchen die Missstände, die auch vorher schon existiert haben, zu vertuschen. Jeder macht, was er für angebracht hält, von einer geraden Linie kann nicht die Rede sein. An einem Set werden nur die Schauspieler und Komparsen auf Covid-19 getestet, am andere das ganze Team. Beim nächsten wird das Team zwar getestet, aber nur einige Male und Zusatzpersonal kann durch diesen Umstand leider nicht gewährt werden. Wieder woanders ist der Gruppentest der Renner: Man teilt etwa Schauspieler, die inhaltlich am meisten miteinander zu tun haben, in Gruppen und testet diese zusammen. Wenn ein positiver Test vorliegt, wird die ganze Gruppe isoliert.
Cinema Moralia – Folge 223: Die fehlende Lust im deutschen Kino(plakat)
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeCooles Plakat. Aber so richtig Lust aufs Kino macht es nicht. Schade. | Foto © Entertainment One
Und was machen die Franzosen anders? – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 223. Folge.
Gerade in Hamburg. Hier ein längeres Gespräch mit einem Kino-Vorführer. Wir kommen auf Plakate. Er mag Berlin Alexanderplatz. Dafür, warum der Film aber unter den Erwartungen mancher bleibt, hat er eine interessante Erklärung: Die Plakate in Deutschland seien oft sehr schlecht. So auch hier.
Das verstehe er nicht, »warum die vom Verleih so ein Plakat machen. Das ist gar kein Plakat. Das sieht ganz gut aus, ist aber nur stylisch. Es macht auf nichts Lust. Und ich verstehe nicht, warum da kein Schauspieler drauf ist. Die Jella Haase ist doch so bekannt.«
Ähnliches bei Undine, der schon länger im Kino läuft: »Da ist kein Schauspieler zu sehen. Die Gesichter sind abgewandt, die Farben trübe. Wer soll da reingehen und warum?« Das Plakat ist so Wannabe und um die Ecke gedacht, wie der ganze Film.
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Kino in Zeiten von Corona 19
Elisabeth Nagy, Unsere GästeDie Blockbuster zögern noch, „The King of Staten Island“ nutzt die Chance aufs Kino. In den USA hat es „der neue Judd Apatow“ in der Corona-Krisenzeit nur auf die On-Demand-Plattformen geschafft. | Foto © UIP
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 30. Juli 2020.
Die Brancheninfo macht Sommerpause. Hinweise auf die Filmstarts der Woche bringen wir trotzdem. Vielleicht nicht ganz so ausführlich.
Es tut sich einiges. Alles dreht sich um „Tenet“ von Christopher Nolan, und jetzt wurde diese Woche eine hoffentlich endgültige Entscheidung getroffen. „Tenet“ wird gestaffelt Ende August auch in die deutschen Kinos kommen. „Variety“ berichtete am 27. Juli 2020. „Blickpunkt Film“ konnte sogar schon konkreter werden: Am 26. August ist es in Deutschland soweit. Die Amerikaner werden den Film erst ab dem 3. September 2020 sehen können, das hängt von den Kinoöffnungen (ab August) ab. Die Lücke am 13. August 2020, an dem „Tenet“ zwischenzeitlich starten sollte, wird jetzt mit der Wiederaufführung von Christopher Nolans „Inception“ von 2010 gefüllt, der somit aus dem Startplan von dieser Woche herausfällt.
Damit fehlt in dieser Woche ein prominenter Zugang, auch wenn es sich um eine Wiederaufführung handelt. „Blickpunkt Film“ meldete bereits einen Neustartmangel. Zumindest für diese Woche können wir das bestätigen. Nächste Woche, wenn sich da nichts gravierend ändert, sieht das schon anders aus. Aber sicherlich, englischsprachige Filme haben eine bessere Zugkraft und sind begehrt.
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Corona: Brancheninfo 74
out takes, Peter HartigTut uns leid – auch wir brauchen eine kurze Pause von der Pandemie. Dies ist die letzte „Corona-Brancheninfo“. Falls wir noch Pläne machen können … | Foto © Universal
Fast ist’s wieder wie neulich in der Normalität. Es wird wieder gedreht, die Kinos spielen wieder, und vieles ist noch unerledigt. Doch jenseits der Drehorte ist erstmal Sommerpause. Auch bei uns.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
74 steht im Titel. Am 16. März erschien die erste „Corona Brancheninfo“, viereinhalb Monate haben wir Sie durch die Krise begleitet, erst täglich, dann dreimal wöchentlich. Nicht allen hat die Flut an Text gefallen, den meisten hat sie aber geholfen, wie wir den vielen Rückmeldungen und Dankeschöns entnehmen. Soviel Post bekommen wir sonst nicht – wir danken zurück!
Sie merken schon: Dies ist ein Abschiedsbrief. Nicht für immer, aber wir brauchen eine Pause! Dies ist (vorerst) die letzte „Corona Brancheninfo“, im September geht’s weiter mit der „cinearte“. Ganz allein lassen wir Sie aber nicht. Wir beobachten weiter, was passiert. Berichte aus der Branche erscheinen in dieser Zeit weiterhin auf unserem Blog „out-takes.de“.
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Gedanken in der Pandemie 71: Versucht, Zeitgenossen zu sein!
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeAuf Christopher Nolans „Tenet“ müssen wir noch wer-weiß-wie-lange warten. Aber sein „Inception“ läuft wieder. Mit einem Film- und vielen Lesetipps verabschiedet sich unser Kolumnist in die Sommerpause. | Foto © Warner Brothers
Todo cambia: Letzte Worte zur Sommerpause: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 71.
„Heute ist nicht alle Tage. Ich komm’ wieder, keine Frage.“
Paulchen Panther
„Hot summer streets/ And the pavements are burning/ I sit around/ Trying to smile but/
The air is so heavy and dry/
Strange voices are saying/ (What did they say?)/ Things I can’t understand/ It’s too close for comfort
This heat has got/ Right out of hand/
It’s a cruel, (cruel), cruel summer/ (Leaving me) leaving me here on my own
It’s a cruel, (it’s a cruel), cruel summer/ Now you’re gone“
Bananarama „Cruel Summer“
Wir erleben ein brutalen Sommer. Jetzt macht auch noch dieser Blog Sommerpause. Ob es wirklich gut ist, eine Sommerpause zu machen, wo doch das Virus alles andere als eine Pause macht, das weiß ich nicht. Aber allemal ist es klug, Kraft zu tanken für den Winter, der nicht nur kalt wird, sondern hart, für die zweite Welle, die auf die eine oder andere Weise kommen wird, und mancherorts schon da ist. Mit der Kraft meine ich (das weiß wohl jeder, der das hier in den letzten Monaten gelesen hat) nicht alleine körperliche Kraft, sondern vor allem geistige, ein geistiges Widerstands-Potenzial. Es mag einfacher sein, mit dem Strom zu schwimmen, aber es macht einen auf die Dauer stärker, wenn man versucht, resistent zu sein.
Was auch wichtig ist, um diese nächsten Wochen zu überstehen, bis wir uns wieder hören und lesen, dazu habe ich hier noch ein paar Tipps: Geht ins Kino! Geht überhaupt raus! Bleibt nicht zuhause hocken, schmort nicht im eigenen Saft, streamt nicht soviel, verliert euch nicht in virtuellen Welten. Im Kino werdet ihr auf fremde Menschen stoßen und das macht Spaß. Man kann da auch alte Filme wiedersehen. Einen von denen, den ihr in jedem Fall wieder sehen solltet und das könnt ihr schon nächste Woche, ist „Inception“ von Christopher Nolan.
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Kino in Zeiten von Corona 18
Elisabeth Nagy, Unsere GästeWann läuft er denn nun endlich? Mysteriös und verwirrend geht’s jetzt schon zu um Christopher Nolans neuen Film. | Foto © Warner Brothers, Melinda Sue Gordon
Alles Kino und noch mehr: Die Woche vom 23. Juli 2020.
Vorige Woche berichteten wir, wie Kinomacher die Filmverleiher bitten, ihre Filme nicht zu verschieben. Das Kino, besonders die Hollywood-Abspielstätten, brauchen die Ware. Und wenn es schon nicht der große Titel aus Übersee ist, dann so doch etwas hochkalibriges Deutsches. Genau diese Diskussion läuft jetzt auch in den USA. Der Anlass: Warner Brothers verschiebt ein weiteres Mal Christopher Nolans „Tenet“. Genauer ausgedrückt, der Film befindet sich jetzt in der Warteschleife für einen neuen US-Starttermin. Stand Mittwochvormittag. Jetzt könnte Folgendes eintreten: Die amerikanischen Studios starten ihre Filme in der Regel global gleichzeitig. Diese Maßnahme könnte man aushebeln, und so könnte auch ein potenzieller „Blockbuster“ erst einmal in Asien und Europa in die Kinos kommen. „Variety“ und „Deadline“ berichteten, wir verweisen auf den deutschen Beitrag auf „Blickpunkt Film“. John Fithian, der Chef der National Association of Theatre Owners, also des Landesverbands der Kinobesitzer, bittet eindringlich, die Filme nicht zu verschieben. Hier ein Interview in „Variety“ [auf Englisch].
Ein kurzer Blick auf Österreich: Die Austrian Film Commission bringt ein Interview mit den Produzenten Sabine Moser und Oliver Neumann von Freibeuter Film über Dreharbeiten in Zeiten von Corona.
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Corona: Brancheninfo 73
out takes, Peter HartigAusverkauft mit leeren Plätzen: Wie geht’s den Kinos, wo’s langsam wieder losgeht? Stimmungsberichte aus der Republik. | Foto © Sony
Wie geht’s den Kinos, jetzt, wo’s so langsam wieder losgehen soll? Wir haben ein paar Stimmungsbilder quer durch die Republik zusammengetragen. Und wir erinnern nachdrücklich an unsere Umfrage „Vielfalt im Film“.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Erinnern Sie sich noch an unsere Kurzumfrage im April? Welche Folgen die Corona-Pandemie für die Film- und Fernsehschaffenden hat? Dann wissen Sie, wie wichtig belastbare Daten sind – und wie nervig wir drängeln können, wenn uns etwas wichtig ist. Seit Freitag läuft die erste Umfrage zur Diversität vor und hinter der Kamera: „Vielfalt im Film“ soll ein umfassendes Bild von Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Diskriminierung in der Branche ermitteln – zur Entwicklung eines gerechten und wertschätzenden Arbeitsumfelds. Nehmen Sie teil!
Eine Kurzanleitung finden Sie hier.
Und warum das so wichtig ist, erklärte Crew-United-Co-Chef Oliver Zenglein gestern auf SWR2 Kultur: Ein Gespräch zur Umfrage „Vielfalt im Film“.
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Gedanken in der Pandemie 70: Virus, wo ist dein Stachel!
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeDie Frage beschäftigt nicht nur College-Klamotten: Gibt es ein Recht auf Party? Klar gibt’s das. Aber wann darf es eingeschränkt werden? | Foto © Universal
Partys, Konsens, und böse Menschen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 70.
„Die Gedanken sind frei,/ wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,/ wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,/ kein Jäger erschießen.
Es bleibet dabei: / Die Gedanken sind frei.“
Volkslied
„Ich spreche aus der Sicht desjenigen, der Stadt und Land liebt, aber nicht die Vorstädte. Denn sie führen zum Verlust von Vielfalt, Komplexität – Lebensqualität. Also wird dieser Vortrag geprägt von Werten, weniger von Fakten. Doch ich beziehe mich auf Fakten, wo ich kann, und urteile, wo ich es für nötig halte.“
David Riesman, US-Soziologe
„Ich plädiere dafür, den Kampf gegen die Leichtgläubigkeit wieder aufzunehmen und an die Freiheit und Würde der menschlichen Erfahrung zu glauben, nämlich daran, dass der Mensch fähig ist, von sich selbst zu lernen.“
Marina Garces, Philosophin, in: „Neue radikale Aufklärung“
„Gibt es ein Recht auf Party?“ Falsche Frage, liebe „Süddeutsche Zeitung“ – setzen, Sechs in Bürgerrechte! Die richtige Frage lautet: Wann darf man das Recht auf Party einschränken?
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Eine post-coronale Set-Betrachtung
Josephine Kroetz, Unsere GästeAbstand! Maske! Worauf muss man denn noch alles achten beim Filmemachen in diesen Tagen? Da können die Regeln ganz schön durcheínandergehen. | Foto © Columbia Tristar
Wo ist die Solidarität der Filmbranche, von der neulich noch alle gesprochen haben? Die Corona-Krise hat viele Schwachstellen des Systems wieder deutlich aufgezeigt.
In vielen Artikeln wird davon gesprochen, wie wunderbar die Filmbranche doch „zusammengerückt“ sei in dieser schwierigen Zeit. Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt sicherlich Produktionen, die das ganz großartig gemeistert haben, die keine Kosten gescheut und sogar das Pensum reduziert haben. Doch die Corona-Krise hat auch viele Schwachstellen unseres Systems wieder ganz deutlich aufgezeigt. Auf Messers Schneide bewegen wir uns durch den Dschungel der ohnehin schon fragwürdigen Arbeitsbedingungen, hangeln uns von Maßnahme zu Maßnahme im Busch der Hygieneauflagen und versuchen die Missstände, die auch vorher schon existiert haben, zu vertuschen. Jeder macht, was er für angebracht hält, von einer geraden Linie kann nicht die Rede sein. An einem Set werden nur die Schauspieler und Komparsen auf Covid-19 getestet, am andere das ganze Team. Beim nächsten wird das Team zwar getestet, aber nur einige Male und Zusatzpersonal kann durch diesen Umstand leider nicht gewährt werden. Wieder woanders ist der Gruppentest der Renner: Man teilt etwa Schauspieler, die inhaltlich am meisten miteinander zu tun haben, in Gruppen und testet diese zusammen. Wenn ein positiver Test vorliegt, wird die ganze Gruppe isoliert.
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