Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 10. September 2020. Teil 2.
Wie man Political Correctness korrekt umgeht, das weiß der Schauspieler Alexander Schubert durchaus. Werden ihm doch regelmäßig in der ZDF-„Heute Show“ von Satirikern diese Korrektheit einigermaßen sprengende Dialoge in den Mund gelegt, wenn er den CDU-treuen „Alexander von Humboldt“ gibt. In seinem Regiedebüt sucht er anlehnend an den komödiantischen Stoff von Josef Fares’ „Kops“ von 2003 ähnliches auf der Leinwand zu verwirklichen und lässt Polizisten mal eben die Seiten wechseln. Das jedenfalls unternehmen die Beamten Deniz (Erkan Acar) und Rocky (Adrian Topol) wie auch das Paar Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe). Denn in dem kleinen Nest mitten in Nordrhein-Westfalen gleicht ihre Polizeistation eher einer Einrichtung für entschleunigtes Beamtentum. Damit Tina (Sina Tkotsch) die Station nicht auflöst, muss die Wache 23 gehörig viele neue Akten öffnen. Dabei kommt den Rettungslosen auch der Zufall zu Hilfe. Leider jedoch bleibt der Zuschauer in „Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt“ etwas glücklos auf so mancher Pointe sitzen. Was vielleicht auch an den harmlosen Dialogen liegen könnte. Oder es ist einfach so ein westfälischer Humor.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Karolina Wrobelhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgKarolina Wrobel2020-09-10 02:48:572020-09-14 17:56:05Kino in Zeiten von Corona 25 – 2. Teil
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 10. September 2020.
Der Sommer ist vorbei. Auch in Bayern hat die Schule wieder begonnen. Mit dem neuen Jahr, mit dem Übergang in eine kühlere Jahreszeit, in der man traditionsgemäß noch lieber ins Kino geht, wird auch diese Kolumne einen Neuanfang machen. Gerade hat das Filmfestival in Venedig, das erste A-Festival seit der Berlinale, beweisen dass ein Festival auch physisch machbar ist. Aus der Ferne betrachtet kommt da ein bißchen Neid auf die Anwesenden auf. Man wünscht sich so gerne, dass alles wieder einer Normalität, gerne auch einer neuformulierten Normalität folgen möge, die man soweit verinnerlicht hat, dass man sich mit ihr wohl fühlt. Die Filmkunstmesse in Leipzig steht an. Sie feiert ihr 20. Jubiläum, und sicherlich werden hier neue Impulse gesetzt. „Screen Daily“, darauf weißt Programmkino.de hin, berichtet von einem Panel in Venedig über „Herausforderungen und Chancen für die Arthouse-Industrie nach der Pandemie“ [auf Englisch]. Kino muss Freude machen, Filme sollten, jeder für sich, gefeiert werden.
Die Arthouse-Charts feiern Jan Komasas „Corpus Christi“. Die Parabel über den jungen Straftäter, der sich als Priester ausgibt, liegt sowohl nach Gesamtbesucherzahlen als auch im Kopienschnitt vorne. Auch der Neuzugang „Drei Tage und ein Leben“ konnte sich unter die Top 5 positionieren. Die Zahlen von „Tenet“ sind erfreulich. Und auch „After Truth“ von Roger Kumble ist erfolgreich. „Blickpunkt Film“ meldet eine entsprechende „Zeitenwende“. Bei den Major-Veleihern blickt man nach Amerika, die Filmstarts in den USA beeinflussen auch unseren Kinokalender. „Variety“ evaluierte vorige Woche, wie der unterschiedliche Weg von Warner Bros. (mit Christopher Nolans „Tenet“) und Disney (mit Niki Caros „Mulan“) die Zukunft von Blockbustern beeinflussen könnten.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-09-09 19:10:432020-09-09 19:10:43Kino in Zeiten von Corona 25
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 3. September 2020.
Endlich Erfolgszahlen für die Kinos in Deutschland. Christopher Nolan hat sich souverän an die Spitze gestellt. „Blickpunkt Film“ meldet einen Ticketumsatz von 380.000 Stück für das erste (um den Mittwoch verlängerte) Wochenende. In anderen Ländern sieht es ähnlich gut aus. Großbritannien verdankt „Tenet“ 74 Prozent des Umsatzes. Frankreich verkaufte etwa 700.000 Tickets. In Österreich spielen 92 Säle den Film und generieren 409.043 Euro Umsatz. Zahlen, alles Zahlen. Die Freude ist spürbar. Von den Neustarts der vorigen Woche (Programmkino.de meldet die Arthouse-Charts) konnte sich nur „Fragen sie Dr. Ruth“ neu in der Top 10 platzieren. An der Spitze gibt es wenig Bewegung. Die Schlingensief-Dokumentation „In das Schweigen hineinschreien“ liegt im Kopienschnitt vorne während nach Gesamtzahlen Mika Kaurismäkis „Master Cheng in Pohjanjoki“ in der fünften Woche fest auf Platz 1 steht. Ich möchte aber noch einmal meine Stimme für den „See der wilden Gänse“ von Diao Yinan erheben. Das ist Kino pur. Eine bessere Platzierung kann aber noch kommen.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-09-02 17:16:132020-09-03 10:59:42Kino in Zeiten von Corona 24
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 27. August 2020.
Der Aufmacher der Woche sollte eigentlich Christopher Nolans „Tenet“ sein. Warner Bros. zieht es durch. Kino gehört ins Kino. Ich wünschte, sie würden die Rolle der Presse dabei nicht nur als Marketinginstrument sehen. Ich hatte es befürchtet, und so kam es auch: Der Verleih hat ordentlich gesiebt, und nur, vermutlich, die aus ihrer Sicht nützlichen, wichtigen und unumgänglichen Medien zu einer „kleinen Runde“ eingeladen. Sprich: es gab keine normale Pressevorführung. Darunter verstehe ich, dass Kolleg*innen, die über Film berichten, auch eingeladen werden, den Film in einem Kino zu sichten. Status- und auflagenunabhängig. Punkt. Es ist ja nicht so, dass die Agentur nicht weiß, wen sie im Verteiler haben. Die Agentur ist sogar die, die am häufigsten Verteilerüberprüfungen macht. Wie auch immer. „Cinearte“ und „Out-Takes“ scheinen nicht wichtig genug zu sein. Punkt. Muss man gar nicht drüber nachdenken. Ja, wahrscheinlich ist „Tenet“ ein sogenannter Selbstläufer. Geht eh jeder rein. Braucht keine Presse. Ich möchte nur vermerken, warum hier keine Besprechung in irgendeiner Form von dem wohl verleihtechnisch wichtigsten Film dieser Tage zu lesen ist.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-08-27 09:23:472020-08-27 09:23:47Kino in Zeiten von Corona 23
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 20. August 2020.
Zu schön um wahr zu sein? Zwei Institute der Charité, zum einen das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, zum anderen das für Hygiene und Umweltmedizin, haben eine Stellungnahme herausgegeben, laut der Klassikkonzerte und Opern bei voller Saalbelegung machbar wären, sofern man Masken auch während der Veranstaltung trägt. Zum Beispiel der RBB berichtete. Sogleich hofften alle, die es angeht, dass das auch für die Kinos gelten müsste. Der Vorstand der Charité distanzierte sich jedoch sogleich von der Stellungnahme. Unter anderem der RBB berichtete auch darüber.
Meine Erfahrung ist, viele MitbürgerInnen scheren sich nicht um irgendwelche Vorgaben. Jeder von uns muss selbst entscheiden, wieviel Risiko er oder sie eingeht. Nicht nur um sich selbst zu schützen, sondern um seine Angehörigen mitzuschützen. In der Berliner U-Bahn passiert es durchaus, dass bis zu, na sagen wir mal 40 Prozent, keine Maske tragen oder diese nur am Kinn hängt. Daraus folgere ich für mich, eine Maskenpflicht während einer Filmvorführung ist nicht kontrollierbar. So nicht und so nicht. Also nicht für das Kinopersonal und nicht für das anwesende Publikum, das in seiner Zusammsetzung eben keine Solidargemeinschaft bildet. Aber die Hoffnung und so weiter.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-08-20 18:26:562020-08-20 18:26:56Kino in Zeiten von Corona 22
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 13. August 2020.
Erst war der Jubel groß. Auch in Berlin wird die Abstandsregelung bei der Kinositzbelegung auf einen freien Sitz rechts und links minimiert, da wird einem das wieder madig gemacht. Die neue Regelung gelte nur, wenn man eine Maske auch im Saal trägt, „Blickpunkt Film“ verwies am Dienstag darauf. Was denn nun? Sind die Kinos gerüstet mit Durchlüftung und so weiter? Oder nicht? Werden die Zuschauer da mitmachen? Wird man das überhaupt überprüfen können?
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-08-13 00:27:082020-08-20 18:58:25Kino in Zeiten von Corona 21
Wo stehen wir, warum sind diverse Geschichten wichtig für eine moderne Gesellschaft, und was muss passieren, um mehr Vielfalt vor und hinter der Kamera zu bringen? Das wird in zwei Folgen diskutiert, Gedanken und Meinungen weiterer Filmschaffender sind als Bausteine in die Gespräche eingebaut.
In der ersten Folge sind die Filmemacherin Sheri Hagen, die Schauspielerin Benita Sarah Bailey und der Drehbuchautor Robert Hummel zu Gast. In der zweiten Folge sprechen die Produzentin Nataly Kudiabor, der Schauspieler Jerry Kwarteng, Jonas Karpa von Leidmedien und Joshua Kwesi Aikins und Juan Vivanco von der Menschenrechtsorganisation Citizen for Europe, die zurzeit die erste Studie zur Vielfalt im Film wissenschaftlich begleitet.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Yugen Yahhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgYugen Yah2020-08-10 10:49:382020-08-10 10:49:38Indiefilmtalk #84: Ein Blick auf Vielfalt und Gleichberechtigung in der deutschsprachigen Filmszene
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 6. August 2020.
Mit der Realverfilmung von„Mulan“ (Regie: Niki Caro, Kamera: Mandy Walker) hatte Disney im März diesen Jahres Präsenz zeigen wollen. Jetzt sieht alles anders aus. Der prominent angekündigte Disney-Titel wird wohl nicht in die Kinos kommen, zumindest nicht in den USA. Die eigene Plattform, Disney+, hat inzwischen 60,5 Millionen Abonnenten, hat somit sein 5-Jahres-Ziel erfüllt. Doch„Mulan“ wird über das Abo nicht verfügbar sein, sondern als Einzeltitel gehandelt werden, zu einem ziemlich saftigen Preis. „Blickpunkt Film“ berichtete und bezog sich auf die US-Branchenblätter. Länder, in denen Disney+ nicht verfügbar ist, könnten von der On-Demand-Only-Auswertung ausgenommen werden. Wie es in Deutschland gehandhabt wird, stand am Mittwochvormittag noch nicht fest, es gab noch keine entsprechende Pressemitteilung.
Die Kinobetreiber werden es verschmerzen müssen. Eine Erleichterung ist sicherlich, dass die Abstandsregel bei der Sitzbelegung jetzt angepasst wird. Nach und nach. AG Kino meldet, nach Nordrhein-Westfalen und Sachsen schrumpft auch in Berlin der Abstand von 1,5 auf 1 Meter. Sprich, ein Kino kann jetzt bis zu zwei Drittel ausgelastet werden. Mal sehen, wie sich das auf die deutschen Charts auswirkt. Im Arthouse-Segment ist der„Master Cheng in Pohjanjoki“ von Mika Kaurismäki gleich auf den ersten Platz gestiegen. Die Arthouse-Charts gibt es hier.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-08-06 00:01:082020-08-05 17:29:19Kino in Zeiten von Corona 20
Kino in Zeiten von Corona 25 – 2. Teil
Karolina Wrobel, Unsere GästeAlles Kino und noch mehr … in der Woche vom 10. September 2020. Teil 2.
Wie man Political Correctness korrekt umgeht, das weiß der Schauspieler Alexander Schubert durchaus. Werden ihm doch regelmäßig in der ZDF-„Heute Show“ von Satirikern diese Korrektheit einigermaßen sprengende Dialoge in den Mund gelegt, wenn er den CDU-treuen „Alexander von Humboldt“ gibt. In seinem Regiedebüt sucht er anlehnend an den komödiantischen Stoff von Josef Fares’ „Kops“ von 2003 ähnliches auf der Leinwand zu verwirklichen und lässt Polizisten mal eben die Seiten wechseln. Das jedenfalls unternehmen die Beamten Deniz (Erkan Acar) und Rocky (Adrian Topol) wie auch das Paar Netti (Sanne Schnapp) und Hagen (Alexander Hörbe). Denn in dem kleinen Nest mitten in Nordrhein-Westfalen gleicht ihre Polizeistation eher einer Einrichtung für entschleunigtes Beamtentum. Damit Tina (Sina Tkotsch) die Station nicht auflöst, muss die Wache 23 gehörig viele neue Akten öffnen. Dabei kommt den Rettungslosen auch der Zufall zu Hilfe. Leider jedoch bleibt der Zuschauer in „Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt“ etwas glücklos auf so mancher Pointe sitzen. Was vielleicht auch an den harmlosen Dialogen liegen könnte. Oder es ist einfach so ein westfälischer Humor.
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Kino in Zeiten von Corona 25
Elisabeth Nagy, Unsere GästeAlles Kino und noch mehr … in der Woche vom 10. September 2020.
Der Sommer ist vorbei. Auch in Bayern hat die Schule wieder begonnen. Mit dem neuen Jahr, mit dem Übergang in eine kühlere Jahreszeit, in der man traditionsgemäß noch lieber ins Kino geht, wird auch diese Kolumne einen Neuanfang machen. Gerade hat das Filmfestival in Venedig, das erste A-Festival seit der Berlinale, beweisen dass ein Festival auch physisch machbar ist. Aus der Ferne betrachtet kommt da ein bißchen Neid auf die Anwesenden auf. Man wünscht sich so gerne, dass alles wieder einer Normalität, gerne auch einer neuformulierten Normalität folgen möge, die man soweit verinnerlicht hat, dass man sich mit ihr wohl fühlt. Die Filmkunstmesse in Leipzig steht an. Sie feiert ihr 20. Jubiläum, und sicherlich werden hier neue Impulse gesetzt. „Screen Daily“, darauf weißt Programmkino.de hin, berichtet von einem Panel in Venedig über „Herausforderungen und Chancen für die Arthouse-Industrie nach der Pandemie“ [auf Englisch]. Kino muss Freude machen, Filme sollten, jeder für sich, gefeiert werden.
Die Arthouse-Charts feiern Jan Komasas „Corpus Christi“. Die Parabel über den jungen Straftäter, der sich als Priester ausgibt, liegt sowohl nach Gesamtbesucherzahlen als auch im Kopienschnitt vorne. Auch der Neuzugang „Drei Tage und ein Leben“ konnte sich unter die Top 5 positionieren. Die Zahlen von „Tenet“ sind erfreulich. Und auch „After Truth“ von Roger Kumble ist erfolgreich. „Blickpunkt Film“ meldet eine entsprechende „Zeitenwende“. Bei den Major-Veleihern blickt man nach Amerika, die Filmstarts in den USA beeinflussen auch unseren Kinokalender. „Variety“ evaluierte vorige Woche, wie der unterschiedliche Weg von Warner Bros. (mit Christopher Nolans „Tenet“) und Disney (mit Niki Caros „Mulan“) die Zukunft von Blockbustern beeinflussen könnten.
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Kino in Zeiten von Corona 24
Elisabeth Nagy, out takes, Unsere GästeAlles Kino und noch mehr … in der Woche vom 3. September 2020.
Endlich Erfolgszahlen für die Kinos in Deutschland. Christopher Nolan hat sich souverän an die Spitze gestellt. „Blickpunkt Film“ meldet einen Ticketumsatz von 380.000 Stück für das erste (um den Mittwoch verlängerte) Wochenende. In anderen Ländern sieht es ähnlich gut aus. Großbritannien verdankt „Tenet“ 74 Prozent des Umsatzes. Frankreich verkaufte etwa 700.000 Tickets. In Österreich spielen 92 Säle den Film und generieren 409.043 Euro Umsatz. Zahlen, alles Zahlen. Die Freude ist spürbar. Von den Neustarts der vorigen Woche (Programmkino.de meldet die Arthouse-Charts) konnte sich nur „Fragen sie Dr. Ruth“ neu in der Top 10 platzieren. An der Spitze gibt es wenig Bewegung. Die Schlingensief-Dokumentation „In das Schweigen hineinschreien“ liegt im Kopienschnitt vorne während nach Gesamtzahlen Mika Kaurismäkis „Master Cheng in Pohjanjoki“ in der fünften Woche fest auf Platz 1 steht. Ich möchte aber noch einmal meine Stimme für den „See der wilden Gänse“ von Diao Yinan erheben. Das ist Kino pur. Eine bessere Platzierung kann aber noch kommen.
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Kino in Zeiten von Corona 23
Elisabeth Nagy, Unsere GästeAlles Kino und noch mehr … in der Woche vom 27. August 2020.
Der Aufmacher der Woche sollte eigentlich Christopher Nolans „Tenet“ sein. Warner Bros. zieht es durch. Kino gehört ins Kino. Ich wünschte, sie würden die Rolle der Presse dabei nicht nur als Marketinginstrument sehen. Ich hatte es befürchtet, und so kam es auch: Der Verleih hat ordentlich gesiebt, und nur, vermutlich, die aus ihrer Sicht nützlichen, wichtigen und unumgänglichen Medien zu einer „kleinen Runde“ eingeladen. Sprich: es gab keine normale Pressevorführung. Darunter verstehe ich, dass Kolleg*innen, die über Film berichten, auch eingeladen werden, den Film in einem Kino zu sichten. Status- und auflagenunabhängig. Punkt. Es ist ja nicht so, dass die Agentur nicht weiß, wen sie im Verteiler haben. Die Agentur ist sogar die, die am häufigsten Verteilerüberprüfungen macht. Wie auch immer. „Cinearte“ und „Out-Takes“ scheinen nicht wichtig genug zu sein. Punkt. Muss man gar nicht drüber nachdenken. Ja, wahrscheinlich ist „Tenet“ ein sogenannter Selbstläufer. Geht eh jeder rein. Braucht keine Presse. Ich möchte nur vermerken, warum hier keine Besprechung in irgendeiner Form von dem wohl verleihtechnisch wichtigsten Film dieser Tage zu lesen ist.
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Kino in Zeiten von Corona 22
Elisabeth Nagy, out takes, Unsere GästeDer Herr in der Mitte fehlt, ohne Zweifel. Die Editorin Bettina Böhler erinnert mit einer Montage-Biografie an den Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief, der vor zehn Jahren starb. | Foto © Filmgalerie 451
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 20. August 2020.
Zu schön um wahr zu sein? Zwei Institute der Charité, zum einen das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, zum anderen das für Hygiene und Umweltmedizin, haben eine Stellungnahme herausgegeben, laut der Klassikkonzerte und Opern bei voller Saalbelegung machbar wären, sofern man Masken auch während der Veranstaltung trägt. Zum Beispiel der RBB berichtete. Sogleich hofften alle, die es angeht, dass das auch für die Kinos gelten müsste. Der Vorstand der Charité distanzierte sich jedoch sogleich von der Stellungnahme. Unter anderem der RBB berichtete auch darüber.
Meine Erfahrung ist, viele MitbürgerInnen scheren sich nicht um irgendwelche Vorgaben. Jeder von uns muss selbst entscheiden, wieviel Risiko er oder sie eingeht. Nicht nur um sich selbst zu schützen, sondern um seine Angehörigen mitzuschützen. In der Berliner U-Bahn passiert es durchaus, dass bis zu, na sagen wir mal 40 Prozent, keine Maske tragen oder diese nur am Kinn hängt. Daraus folgere ich für mich, eine Maskenpflicht während einer Filmvorführung ist nicht kontrollierbar. So nicht und so nicht. Also nicht für das Kinopersonal und nicht für das anwesende Publikum, das in seiner Zusammsetzung eben keine Solidargemeinschaft bildet. Aber die Hoffnung und so weiter.
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Kino in Zeiten von Corona 21
Elisabeth Nagy, Unsere GästeSally Potters „Wege des Lebens“ ist ein schwieriger Film, der fordert und vielleicht nicht sein Ziel erreicht. Also sehenswert. | Foto © Jeong Park, Bleecker Street
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 13. August 2020.
Erst war der Jubel groß. Auch in Berlin wird die Abstandsregelung bei der Kinositzbelegung auf einen freien Sitz rechts und links minimiert, da wird einem das wieder madig gemacht. Die neue Regelung gelte nur, wenn man eine Maske auch im Saal trägt, „Blickpunkt Film“ verwies am Dienstag darauf. Was denn nun? Sind die Kinos gerüstet mit Durchlüftung und so weiter? Oder nicht? Werden die Zuschauer da mitmachen? Wird man das überhaupt überprüfen können?
Die Vertreter von 68 Kinounternehmen haben an die Kulturstaatsministerin Monika Grütters einen Offenen Brief geschrieben, in dem sie um einen „Kinogipfel“ beten. Es geht ihnen um das Gespräch, um Hygienevorgaben, um Auswertungsfenster und um finanzielle Hilfen. Monika Grütters reagierte sofort, Hilfen laufen bereits, weitere sind in Planung. Bereits zuvor hat „Blickpunkt Film“ ein Gespräch mit Christine Berg, der HDF-Vorstandsvorsitzenden geführt. „Wir stehen kurz vor dem Abgrund“, so die Titelzeile, ist sicherlich nicht übertrieben.
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Indiefilmtalk #84: Ein Blick auf Vielfalt und Gleichberechtigung in der deutschsprachigen Filmszene
Unsere Gäste, Yugen YahWie steht’s um die Vielfalt im deutschen Film? Und was sollte besser werden? Der Indiefilmtalk fragt in gleich zwei Folgen nach Antworten. | Szenenfoto aus „Rubbeldiekatz“ © Universal
Wo stehen wir, warum sind diverse Geschichten wichtig für eine moderne Gesellschaft, und was muss passieren, um mehr Vielfalt vor und hinter der Kamera zu bringen? Das wird in zwei Folgen diskutiert, Gedanken und Meinungen weiterer Filmschaffender sind als Bausteine in die Gespräche eingebaut.
In der ersten Folge sind die Filmemacherin Sheri Hagen, die Schauspielerin Benita Sarah Bailey und der Drehbuchautor Robert Hummel zu Gast. In der zweiten Folge sprechen die Produzentin Nataly Kudiabor, der Schauspieler Jerry Kwarteng, Jonas Karpa von Leidmedien und Joshua Kwesi Aikins und Juan Vivanco von der Menschenrechtsorganisation Citizen for Europe, die zurzeit die erste Studie zur Vielfalt im Film wissenschaftlich begleitet.
Kino in Zeiten von Corona 20
Elisabeth Nagy, Unsere GästeEin Film, den man lieber auf großer Leinwand erlebte: „Dreiviertelblut – Weltraumtouristen“. Sebastian Horn und Gerd Baumann gründeten 2012 Dreiviertelblut. Inzwischen ist das Duo zum Septet gewachsen. | Foto © 24 Bilder
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 6. August 2020.
Mit der Realverfilmung von „Mulan“ (Regie: Niki Caro, Kamera: Mandy Walker) hatte Disney im März diesen Jahres Präsenz zeigen wollen. Jetzt sieht alles anders aus. Der prominent angekündigte Disney-Titel wird wohl nicht in die Kinos kommen, zumindest nicht in den USA. Die eigene Plattform, Disney+, hat inzwischen 60,5 Millionen Abonnenten, hat somit sein 5-Jahres-Ziel erfüllt. Doch „Mulan“ wird über das Abo nicht verfügbar sein, sondern als Einzeltitel gehandelt werden, zu einem ziemlich saftigen Preis. „Blickpunkt Film“ berichtete und bezog sich auf die US-Branchenblätter. Länder, in denen Disney+ nicht verfügbar ist, könnten von der On-Demand-Only-Auswertung ausgenommen werden. Wie es in Deutschland gehandhabt wird, stand am Mittwochvormittag noch nicht fest, es gab noch keine entsprechende Pressemitteilung.
Die Kinobetreiber werden es verschmerzen müssen. Eine Erleichterung ist sicherlich, dass die Abstandsregel bei der Sitzbelegung jetzt angepasst wird. Nach und nach. AG Kino meldet, nach Nordrhein-Westfalen und Sachsen schrumpft auch in Berlin der Abstand von 1,5 auf 1 Meter. Sprich, ein Kino kann jetzt bis zu zwei Drittel ausgelastet werden. Mal sehen, wie sich das auf die deutschen Charts auswirkt. Im Arthouse-Segment ist der „Master Cheng in Pohjanjoki“ von Mika Kaurismäki gleich auf den ersten Platz gestiegen. Die Arthouse-Charts gibt es hier.
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