An diesem Morgen: Identitätspolitik, Seperatismus und der Terror der Gegenwart und der kybernetische Staat der Zukunft: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 81.
Manche von euch, liebe Leser, werden sich daran erinnern, dass ich im Frühjahr mal die „Moral Machine“ des MIT vorgestellt habe. Hier noch mal ein paar Links über dieses sehr ernst gemeintedigitale Spiel, in dem wir unsere moralischen Instinkte überprüfen oder auch in Frage stellen oder auch trainieren können.Unsere moralischen Instinkte in Bezug auf die Gewichtung verschiedener Leben gegeneinander, in Fällen, in denen wir keine Chance haben, einer solchen schrecklichen, oft auch perversen Entscheidung auszuweichen. Die Alternative läge nur darin, ich fürs Nicht-Handeln zu entscheiden, was oft noch schlimmere Folgen hätte, und moralisch als Handeln durch Unterlassung nicht unbedingt besser zu bewerten ist.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-11-04 19:51:322020-11-04 19:51:32Gedanken in der Pandemie 81: Der Todesalgorithmus
Der erste Tag im zweiten Lockdown. Einen Monat lang ist das öffentliche Leben wieder stillgelegt, besonders, was die Kultur betrifft. Allerdings: Die Frage nach deren Stellenwert wird immer stärker diskutiert.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Und manchmal meldet sich auch die Kunst selbst zu Wort. In der Nähe von Rotterdam sorgte eine Skulptur dafür, dass ein Zugunfall glimpflich verlief. Das Foto im „Spiegel“ hat systemrelevante Symbolkraft.
„Eine Katastrophe“ ist der erneute Lockdown für die Kinos. So drängend formuliert es Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino. Bis zuletzt hatte der Interessenverband der Filmkunsttheater gegen eine neuerliche Schließung appelliert. In einem ersten kurzen Statement zum Lockdown stellt er auf „Blickpunkt Film“ fest: „Auch wenn wir die Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen verstehen, sind wir enttäuscht darüber, dass Kultur keine differenzierte Betrachtung gefunden hat.“ Entscheidend sei jetzt, „dass die angekündigten Kompensationen nun zeitnah und unbürokratisch erfolgen und den gesamten Mittelstand erfassen. Hier muss dringend nachgesteuert werden. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass viele Betriebe durch den Rost fallen.“
Gegen den Lockdown des Denkens, Voodoo-Gesundheitspolitik: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 80.
„Die erste Gestalt der Hoffnung ist die Furcht, die erste Erscheinung des Neuen der Schrecken.“ Heiner Müller, 1979
Alle reden über den Lockdown. Wir auch. Aber nicht nur.
Trotzdem, da wir ja ein demokratischer, so meinungsfreudiger wie meinungsneugieriger, pluralistischer Blog sind, und uns neben den Jubelhymnen und Freudentränen auch gleich schon wieder Meckermails erreichen, erlaube ich mir, Euch, lieben Lesern, zum Auftakt gleich ein paar Fragen zu stellen: Was denkt ihr über den Lockdown? Gibt es etwas, wovor ihr Euch besonders fürchtet, was Euch besonders nervt? Oder umgekehrt: Worauf ihr Euch womöglich freut – außer dass die Infektionszahlen vielleicht sinken, und das alles wahrscheinlich dem Klima gut tut?
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-11-02 20:44:162020-11-02 20:45:37Gedanken in der Pandemie 80: Heute sind wir alle Demokraten!
Die Kinos müssen wieder schließen, der „Neustart Kultur“ muss warten. Am Mittwoch verkündeten Bundeskanzlerin und Ministerpräsident*innen die neuen Corona-Einschränkungen. | Screenshot
Die Befürchtungen sind wahr geworden: Am Montag beginnt der „Lockdown Light“, auch Kinos müssen vier Wochen lang schließen. Kulturschaffende protestieren, Politiker verteidigen die Entscheidung.
Auch wir reagieren auf die neuen Bedingungen und lassen „cinearte“ erneut pausieren. Ab sofort informieren wir Sie wieder mit unserem Newsletter dreimal wöchentlich über die aktuellen Entwicklungen. Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Erstmal was Schönes: Deutschland hat seinen „Oscar“-Kandidaten! Julia von Heinz’ „Und morgen die ganze Welt“ bewirbt sich um das Goldmännchen für den besten fremdsprachigen Film. Digtalfernsehen würdigt kritisch den „hochbrisanten“ und „schwierigen Antifa-Film“. Und wir gratulieren.
Und jetzt stellen wir uns folgendes vor: In einem Waldsee sind wiederholt Menschen ertrunken – trotz Warnschildern und Badeverbot. Die Gemeinde schließt daraufhin das Freibad, die Bademeister*innen gehen in Kurzarbeit oder gleich zum Arbeitsamt. Weiterlesen
Geht ins Kino: Und dann Winterschlaf oder doch Aufwachen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 79.
„Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Es ist richtig, und es ist wichtig, und es ist unverzichtbar, dass die Maßnahmen, die die Pandemie bekämpfen sollen, und die teilweise erheblich sind, und erheblich in unsere Freiheitsrechte eingreifen, öffentlich diskutiert, öffentlich kritisiert und öffentlich auf ihre Angemessenheit hin befragt werden. Das begreife ich als Zeichen unserer offenen Gesellschaft.“ Angela Merkel, Regierungserklärung am 29. Oktober 2020
Es ist wieder Corona! Im letzten kurzen Sommer gab es öfters Momente, da habe ich gedacht: Wie schön war doch eigentlich Corona! Wie schön waren diese zwei Monate oder ein bisschen länger zwischen Anfang März und Anfang Mai, in denen das Leben zwangsweise stillgelegt war. Jetzt ist es wieder soweit. Der große Unterschied ist, dass wir in die Dunkelheit hinein reisen. In die Dunkelheit des Winters. In den nasskalten November, den Monat, in dem sich schon ohne Corona die meisten Menschen, übers Jahr gerechnet, umbringen. In Berlin, das sich zu dieser Zeit auch nicht groß von Warschau unterscheidet, ist es alles noch viel schlimmer, als wenn man in München oder Freiburg oder Köln oder Mannheim wohnte, aber dort ist es auch schlimm genug. Jetzt ist es wieder soweit. Viel Zeit zum Lesen, Fersehgucken, Schlafen. Aber ich gebe es zu: Die Freude bleibt aus.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-10-30 20:43:442020-10-30 16:44:42Gedanken in der Pandemie 79: Schluss mit lustig!
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 1.
Vielleicht heißt es bald wieder Kino und andere Streaming-Angebote in Zeiten von Corona. In Italien schließen die Kinos wieder, berichtet „Blickpunkt Film“. Nicht nur Kinobetreiber*innen sind alarmiert. Kinos sind doch sicher, heißt es. Ins Kino zu kommen, kann anders aussehen. In den Städten könnte doch wieder die Stunde der Kiezkinos schlagen. Auf dem Land sieht auch das eventuell anders aus. Am Mittwoch vormittag, eigentlich Abgabetermin für den Donnerstag, war es schwer, Voraussagen zu treffen. In „Blickpunkt Film“ gibt es zur Lage einen leidenschaftlichen Kommentar von Marc Mensch.
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 2.
Fürs kommende Jahr 2021 ist der (von der ukrainischen Filmagentur verkaufsgeförderte) Film „Mavka“ der Regisseurin Oleksadra Ruban angekündigt, der die slawische Folklore international bekannter machen soll. Und einen kleinen Vorgeschmack lässt schon mal die schlichter gehaltene Animation „Clara und der magische Drache“ von Oleksandr Klymenko zu: Nur einmal in tausend Jahren kommt ein magischer Drache auf die Welt. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten: der kleine Drache vermag die Welt heller und bunter zu machen. Zufällig landet das Drachenbaby bei einem gutgelauntem Waschbären und dem grummeligen Zwerg Alfred. Sie wollen dem Drachen ein neues Zuhause finden und suchen bei Clara Hilfe. Das Mädchen glaubt, es habe ebenfalls magische Fähigkeiten. Gemeinsam machen sie sich auf, den Drachen vor den dunklen Mächten zu beschützen. Der einfache Plot dieser Geschichte wird gut ergänzt durch den etwas hölzernen Humor, der kleine Kinder trotzdem zum Lachen bringen dürfte.
Die Berliner Schnittmeisterin Karin Schöning wird beim Edimotion-Festival mit dem „Ehrenpreis Schnitt“ für ihr Lebenswerk geehrt.
„Filmplus“ heißt nun „Edimotion“. Das Kölner Filmfestival für Filmschnitt und Montagekunst feiert an diesem Wochenende seine 20. Ausgabe und nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für einen Namenswechsel. Wo im vergangenen Jahr noch aus über 20 Ländern Vertreter*innen von Editorenverbänden aus aller Welt zusammen kamen (von den USA über Argentinien, quer durch Europa bis nach Australien), steht dieses Jahr aufgrund der allgegenwärtigen Beschränkungen eine verkleinerte Neuauflage des physischen Festivals an. Viele Filmgespräche sowie die für die Schnitt Preise nominierten Filme aus Deutschland, Österreich und Schweiz werden auf einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Davon abgesehen, bietet das Festival erfreulich viel Kontinuität, darunter auch die Würdigung des Lebenswerks von herausragenden Film-editor*innen.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Werner Buschhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgWerner Busch2020-10-23 22:44:082020-10-23 22:44:08Zeit im Bild: Karin Schöning
Gedanken in der Pandemie 81: Der Todesalgorithmus
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeEs war ein kurzer Neustart für die Kultur: Kinos im Stillstand, die Zweite. | Foto © Elisabeth Nagy
An diesem Morgen: Identitätspolitik, Seperatismus und der Terror der Gegenwart und der kybernetische Staat der Zukunft: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 81.
Manche von euch, liebe Leser, werden sich daran erinnern, dass ich im Frühjahr mal die „Moral Machine“ des MIT vorgestellt habe. Hier noch mal ein paar Links über dieses sehr ernst gemeinte digitale Spiel, in dem wir unsere moralischen Instinkte überprüfen oder auch in Frage stellen oder auch trainieren können. Unsere moralischen Instinkte in Bezug auf die Gewichtung verschiedener Leben gegeneinander, in Fällen, in denen wir keine Chance haben, einer solchen schrecklichen, oft auch perversen Entscheidung auszuweichen. Die Alternative läge nur darin, ich fürs Nicht-Handeln zu entscheiden, was oft noch schlimmere Folgen hätte, und moralisch als Handeln durch Unterlassung nicht unbedingt besser zu bewerten ist.
Weiterlesen
Corona: Brancheninfo 83
out takes, Peter HartigLockdown, die Zweite! | Foto © cinearte
Der erste Tag im zweiten Lockdown. Einen Monat lang ist das öffentliche Leben wieder stillgelegt, besonders, was die Kultur betrifft. Allerdings: Die Frage nach deren Stellenwert wird immer stärker diskutiert.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Und manchmal meldet sich auch die Kunst selbst zu Wort. In der Nähe von Rotterdam sorgte eine Skulptur dafür, dass ein Zugunfall glimpflich verlief. Das Foto im „Spiegel“ hat systemrelevante Symbolkraft.
„Eine Katastrophe“ ist der erneute Lockdown für die Kinos. So drängend formuliert es Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino. Bis zuletzt hatte der Interessenverband der Filmkunsttheater gegen eine neuerliche Schließung appelliert. In einem ersten kurzen Statement zum Lockdown stellt er auf „Blickpunkt Film“ fest: „Auch wenn wir die Notwendigkeit von zusätzlichen Maßnahmen verstehen, sind wir enttäuscht darüber, dass Kultur keine differenzierte Betrachtung gefunden hat.“ Entscheidend sei jetzt, „dass die angekündigten Kompensationen nun zeitnah und unbürokratisch erfolgen und den gesamten Mittelstand erfassen. Hier muss dringend nachgesteuert werden. Andernfalls besteht die große Gefahr, dass viele Betriebe durch den Rost fallen.“
Weiterlesen
Gedanken in der Pandemie 80: Heute sind wir alle Demokraten!
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeDie USA wählen. Und wer sich immer noch über das politische Klima wundert, kann ja bei „Bob Roberts“ nachsehen, was Hollywood schon vor 30 Jahren zu erzählen wusste. | Foto © Lions Gate
Gegen den Lockdown des Denkens, Voodoo-Gesundheitspolitik: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 80.
„Die erste Gestalt der Hoffnung ist die Furcht, die erste Erscheinung des Neuen der Schrecken.“
Heiner Müller, 1979
Alle reden über den Lockdown. Wir auch. Aber nicht nur.
Trotzdem, da wir ja ein demokratischer, so meinungsfreudiger wie meinungsneugieriger, pluralistischer Blog sind, und uns neben den Jubelhymnen und Freudentränen auch gleich schon wieder Meckermails erreichen, erlaube ich mir, Euch, lieben Lesern, zum Auftakt gleich ein paar Fragen zu stellen: Was denkt ihr über den Lockdown? Gibt es etwas, wovor ihr Euch besonders fürchtet, was Euch besonders nervt? Oder umgekehrt: Worauf ihr Euch womöglich freut – außer dass die Infektionszahlen vielleicht sinken, und das alles wahrscheinlich dem Klima gut tut?
Weiterlesen
Corona: Brancheninfo 82
out takes, Peter HartigDie Kinos müssen wieder schließen, der „Neustart Kultur“ muss warten. Am Mittwoch verkündeten Bundeskanzlerin und Ministerpräsident*innen die neuen Corona-Einschränkungen. | Screenshot
Die Befürchtungen sind wahr geworden: Am Montag beginnt der „Lockdown Light“, auch Kinos müssen vier Wochen lang schließen. Kulturschaffende protestieren, Politiker verteidigen die Entscheidung.
Auch wir reagieren auf die neuen Bedingungen und lassen „cinearte“ erneut pausieren. Ab sofort informieren wir Sie wieder mit unserem Newsletter dreimal wöchentlich über die aktuellen Entwicklungen.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Erstmal was Schönes: Deutschland hat seinen „Oscar“-Kandidaten! Julia von Heinz’ „Und morgen die ganze Welt“ bewirbt sich um das Goldmännchen für den besten fremdsprachigen Film. Digtalfernsehen würdigt kritisch den „hochbrisanten“ und „schwierigen Antifa-Film“. Und wir gratulieren.
Und jetzt stellen wir uns folgendes vor: In einem Waldsee sind wiederholt Menschen ertrunken – trotz Warnschildern und Badeverbot. Die Gemeinde schließt daraufhin das Freibad, die Bademeister*innen gehen in Kurzarbeit oder gleich zum Arbeitsamt.
Weiterlesen
Gedanken in der Pandemie 79: Schluss mit lustig!
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeWir wiederholen ein Foto aus dem Frühjahr. Leider. Ab Montag werden die Kinos wieder dichtgemacht. | Foto © Elisabeth Nagy
Geht ins Kino: Und dann Winterschlaf oder doch Aufwachen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 79.
„Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Es ist richtig, und es ist wichtig, und es ist unverzichtbar, dass die Maßnahmen, die die Pandemie bekämpfen sollen, und die teilweise erheblich sind, und erheblich in unsere Freiheitsrechte eingreifen, öffentlich diskutiert, öffentlich kritisiert und öffentlich auf ihre Angemessenheit hin befragt werden. Das begreife ich als Zeichen unserer offenen Gesellschaft.“
Angela Merkel, Regierungserklärung am 29. Oktober 2020
„Hurra, hurra, die Schule brennt!“
Extrabreit
Es ist wieder Corona! Im letzten kurzen Sommer gab es öfters Momente, da habe ich gedacht: Wie schön war doch eigentlich Corona! Wie schön waren diese zwei Monate oder ein bisschen länger zwischen Anfang März und Anfang Mai, in denen das Leben zwangsweise stillgelegt war. Jetzt ist es wieder soweit. Der große Unterschied ist, dass wir in die Dunkelheit hinein reisen. In die Dunkelheit des Winters. In den nasskalten November, den Monat, in dem sich schon ohne Corona die meisten Menschen, übers Jahr gerechnet, umbringen. In Berlin, das sich zu dieser Zeit auch nicht groß von Warschau unterscheidet, ist es alles noch viel schlimmer, als wenn man in München oder Freiburg oder Köln oder Mannheim wohnte, aber dort ist es auch schlimm genug. Jetzt ist es wieder soweit. Viel Zeit zum Lesen, Fersehgucken, Schlafen. Aber ich gebe es zu: Die Freude bleibt aus.
Weiterlesen
Kino in Zeiten von Corona 32 – 1
Elisabeth Nagy, Unsere Gäste„Und morgen die ganze Welt“ | Foto © Alamode
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 1.
Vielleicht heißt es bald wieder Kino und andere Streaming-Angebote in Zeiten von Corona. In Italien schließen die Kinos wieder, berichtet „Blickpunkt Film“. Nicht nur Kinobetreiber*innen sind alarmiert. Kinos sind doch sicher, heißt es. Ins Kino zu kommen, kann anders aussehen. In den Städten könnte doch wieder die Stunde der Kiezkinos schlagen. Auf dem Land sieht auch das eventuell anders aus. Am Mittwoch vormittag, eigentlich Abgabetermin für den Donnerstag, war es schwer, Voraussagen zu treffen. In „Blickpunkt Film“ gibt es zur Lage einen leidenschaftlichen Kommentar von Marc Mensch.
Weiterlesen
Kino in Zeiten von Corona 32 – 2
Karolina Wrobel, Unsere Gäste„Schwesterlein“ | Foto © Vega Film
Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 2.
Fürs kommende Jahr 2021 ist der (von der ukrainischen Filmagentur verkaufsgeförderte) Film „Mavka“ der Regisseurin Oleksadra Ruban angekündigt, der die slawische Folklore international bekannter machen soll. Und einen kleinen Vorgeschmack lässt schon mal die schlichter gehaltene Animation „Clara und der magische Drache“ von Oleksandr Klymenko zu: Nur einmal in tausend Jahren kommt ein magischer Drache auf die Welt. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten: der kleine Drache vermag die Welt heller und bunter zu machen. Zufällig landet das Drachenbaby bei einem gutgelauntem Waschbären und dem grummeligen Zwerg Alfred. Sie wollen dem Drachen ein neues Zuhause finden und suchen bei Clara Hilfe. Das Mädchen glaubt, es habe ebenfalls magische Fähigkeiten. Gemeinsam machen sie sich auf, den Drachen vor den dunklen Mächten zu beschützen. Der einfache Plot dieser Geschichte wird gut ergänzt durch den etwas hölzernen Humor, der kleine Kinder trotzdem zum Lachen bringen dürfte.
Weiterlesen
Zeit im Bild: Karin Schöning
Unsere Gäste, Werner BuschIn den 1980er-Jahren gehörte Karin Schöning zum Kernteam des Defa-Studios für Dokumentarfilme. Mehr als 50 Dokumentarfilme hat die Editoren bis heute montiert. | Foto © Edimotion, Werner Busch
Die Berliner Schnittmeisterin Karin Schöning wird beim Edimotion-Festival mit dem „Ehrenpreis Schnitt“ für ihr Lebenswerk geehrt.
„Filmplus“ heißt nun „Edimotion“. Das Kölner Filmfestival für Filmschnitt und Montagekunst feiert an diesem Wochenende seine 20. Ausgabe und nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für einen Namenswechsel. Wo im vergangenen Jahr noch aus über 20 Ländern Vertreter*innen von Editorenverbänden aus aller Welt zusammen kamen (von den USA über Argentinien, quer durch Europa bis nach Australien), steht dieses Jahr aufgrund der allgegenwärtigen Beschränkungen eine verkleinerte Neuauflage des physischen Festivals an. Viele Filmgespräche sowie die für die Schnitt Preise nominierten Filme aus Deutschland, Österreich und Schweiz werden auf einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Davon abgesehen, bietet das Festival erfreulich viel Kontinuität, darunter auch die Würdigung des Lebenswerks von herausragenden Film-editor*innen.
Weiterlesen