Etwas ist anders im neuen Lockdown, merkt die Schriftstellerin Juli Zeh: „Es wird mehr diskutiert.“ | Foto CC BY-SA 4.0, Sven Mandel

Wahrheit schlägt Wut, Robert Fisk, Juli Zeh, Checks and Balances: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 82.

„Covid-19, unless it suddenly turns into a tiger, will be seen as just another risk to human life – like car crashes, cancer, war, etc. Human’s don’t necessarily fight disease, injustice and sorrow. They just survive and bash on regardless.“
Robert Fisk

„I am just a reporter. I report what I see.“
Graham Greene: „The Quiet American“

 

Fast auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, da waren wir zusammen essen. In einem türkischen Restaurant in Mannheim, während des Filmfestivals von Mannheim-Heidelberg. Robert Fisk war dort zu Gast. Eigentlich nur als Begleiter seiner zweiten Frau Nelofer Pazira, die aus Afghanistan stammt, und deren Spielfilm „Act of Dishonour“ dort im Wettbewerb lief, und später eine Auszeichnung gewann. Aber zumindest bei den Politikinteressierten des Festivals hatte sich schnell herumgesprochen, wer hier unscheinbar in der ersten Reihe den Film-Gesprächen folgte: Einer der berühmtesten Gegenwartsjournalisten des angelsächsischen Sprachraums. 

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Es geht wieder los – zurück in den Stillstand der Kinokultur. | Foto © Elisabeth Nagy

Kein Kino … in der Woche vom 5. November 2020 – Teil 1.

Es ist eine Vollbremsung. Die Kinos wurden vom Spieltisch gefegt. „Ohne kUNSt und Kultur wird’s still“ prankt jetzt auf vielen kulturellen Häusern, auch auf Kinos. „See You Later“ steht auf dem Berliner Zoo Palast und wir hoffen, dass dieses Später pünktlich eintrifft. Die große Plakatwand vom „Delphi Filmpalast“, in Laufnähe vom „Zoo-Palast“, zeigt noch das Plakat von „Und morgen die ganze Welt“, was ja auch irgendwie passt. Es tröstet wahrlich nicht, dass (wir verlinken die Verordnungen), auch in Großbritannien, Frankreich und Österreich die Kinos im Lockdown feststecken.

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Statt im Kino nun als Stream oder DVD: „Eine Frage der Haltung“ hatte dieses Jahr sein Weltpremiere beim Dokfest München. Auch da schon nur als Stream im Home Festival. | Foto © Primate Visions

Kein Kino … in der Woche vom 5. November 2020 – Teil 2.

Die Krise der untergehenden Kulturschaffenden hierzulande mag die Katastrophe Anderer, die sich unverschuldet im Niedergang befinden, besser ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Denn die Republik der Marshallinseln, ein Inselstaat in der Nähe des Äquators, versinkt Jahr um Jahr tiefer im Pazifischen Ozean. Die Inseln liegen weniger als 1,8 Meter über dem Meeresspiegel. Und das Meer steigt unerbittlich und stetig aufgrund des Klimawandels. Doch wie kann ein Appell an die Welt aussehen, der berühren soll und trotzdem authentisch bleibt? Die aus Argentinien stammende und in Berlin lebende Dokumentarfilmerin Viviona Uriona promovierte an der Uni Potsdam zu sozialen Bewegungen und schuf diesen Film, indem sie die Marshalles*innen in neunmonatigen Workshops einbezog. 
Auch wenn (oder vielleicht auch weil) die Kinos nun erneut schließen mussten. Denn der Dokumentarfilm „One Word“ sollte eigentlich diese Woche ins Kino kommen. Die Kameradisten und der Verleih Studio Kalliope lassen den Start nun im virtuellen Raum erfolgen. Jedes Kino kann mitmachen, es erhält einen virtuellen Kinosaal für diesen Film, den es auf seiner Website für Besucher einbauen kann. Und erhält zudem 50 Prozent des Ticketpreises.

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Dominik Graf bewegt sich seit den 1970er-Jahren  zwischen Genres und Formaten. Er dreht Dokumentarfilme, Essays, Drama und natürlich Polizeifilme im Fernsehen, im Kino oder auch als Serie. Die machen nicht nur einen großen Teil seines Werks aus, sondern ragen auch aus dem deutschen Krimi-Alltags-Allerlei. Allein den „Grimme-Preis“ hat der Regisseur zehnmal gewonnen. | Foto © BR, Maze Pictures, Hendrik Heiden

Dominik Graf ist einer der herausragendsten deutschen Filmregisseure der Gegenwart – einer, der auch im Fernsehen großes Kino macht: Der 1952 in München geborene Filmemacher erzählt leidenschaftlich von Verbrechen und Städten, genauer gesagt: von Orten und Tatorten. In diesem Jahr erhielt er im Rahmen des Film Festivals Cologne den „Filmpreis Köln“ und stand Ute Soldierer live Rede und Antwort.

Herr Graf, Sie kommen aus einer Schauspielerfamilie, sind erst auf die Uni gegangen und haben Musik und Germanistik studiert. Erst danach sind Sie auf die HFF gegangen – das war 1974. Gab es da eine Initialzündung?
Ich war ursprünglich immer mehr an Musik interessiert als an Filmen. Mein Vater war ein relativ bekannter Schauspieler in den 1960ern. Die Kinofilme, in denen er gespielt hatte, waren teilweise so blöd, dass sie mir nicht unbedingt einen starken Eindruck vom Deutschen Film oder überhaupt vom Kino gemacht haben. Insofern gab es andere Dinge, die mich mehr interessiert haben. Ich habe eigentlich erst nach dem Abitur in den Kunstfilmtheatern zunächst mal die Nouvelle Vague entdeckt. Das war wirklich, wie Sie sagen, eine Initialzündung. Dann habe ich es zügig auf die Filmhochschule geschafft – nicht wissend, ob ich dafür überhaupt tauge, aber man kann’s ja mal probieren. Da herrschte ein ganz anderer Ton. Da war’s nicht die Nouvelle Vague, sondern das alte Hollywood, was dort ganz hochgehalten wurde – und dann später auch das New Hollywood. Das hat meine weitere Auswahl, was ich gerne machen würde, am stärksten mitbeeinflusst.

Sie sind an die Filmschule gegangen und hatten französisches Arthouse im Kopf.
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Es war ein kurzer Neustart für die Kultur: Kinos im Stillstand, die Zweite. | Foto © Elisabeth Nagy

An diesem Morgen: Identitätspolitik, Seperatismus und der Terror der Gegenwart und der kybernetische Staat der Zukunft: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 81.

Manche von euch, liebe Leser, werden sich daran erinnern, dass ich im Frühjahr mal die „Moral Machine“ des MIT vorgestellt habe. Hier noch mal ein paar Links über dieses sehr ernst gemeinte digitale Spiel, in dem wir unsere moralischen Instinkte überprüfen oder auch in Frage stellen oder auch trainieren können.  Unsere moralischen Instinkte in Bezug auf die Gewichtung verschiedener Leben gegeneinander, in Fällen, in denen wir keine Chance haben, einer solchen schrecklichen, oft auch perversen Entscheidung auszuweichen. Die Alternative läge nur darin, ich fürs Nicht-Handeln zu entscheiden, was oft noch schlimmere Folgen hätte, und moralisch als Handeln durch Unterlassung nicht unbedingt besser zu bewerten ist.

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Die USA wählen. Und wer sich immer noch über das politische Klima wundert, kann ja bei „Bob Roberts“ nachsehen, was Hollywood schon vor 30 Jahren zu erzählen wusste. | Foto © Lions Gate

Gegen den Lockdown des Denkens, Voodoo-Gesundheitspolitik: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 80.

„Die erste Gestalt der Hoffnung ist die Furcht, die erste Erscheinung des Neuen der Schrecken.“
Heiner Müller, 1979

 

Alle reden über den Lockdown. Wir auch. Aber nicht nur. 

Trotzdem, da wir ja ein demokratischer, so meinungsfreudiger wie meinungsneugieriger, pluralistischer Blog sind, und uns neben den Jubelhymnen und Freudentränen auch gleich schon wieder Meckermails erreichen, erlaube ich mir, Euch, lieben Lesern, zum Auftakt gleich ein paar Fragen zu stellen: Was denkt ihr über den Lockdown? Gibt es etwas, wovor ihr Euch besonders fürchtet, was Euch besonders nervt? Oder umgekehrt: Worauf ihr Euch womöglich freut – außer dass die Infektionszahlen vielleicht sinken, und das alles wahrscheinlich dem Klima gut tut?

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Wir wiederholen ein Foto aus dem Frühjahr. Leider. Ab Montag werden die Kinos wieder dichtgemacht. | Foto © Elisabeth Nagy

Geht ins Kino: Und dann Winterschlaf oder doch Aufwachen: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 79.

„Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Es ist richtig, und es ist wichtig, und es ist unverzichtbar, dass die Maßnahmen, die die Pandemie bekämpfen sollen, und die teilweise erheblich sind, und erheblich in unsere Freiheitsrechte eingreifen, öffentlich diskutiert, öffentlich kritisiert und öffentlich auf ihre Angemessenheit hin befragt werden. Das begreife ich als Zeichen unserer offenen Gesellschaft.“
Angela Merkel, Regierungserklärung am 29. Oktober 2020

„Hurra, hurra, die Schule brennt!“
Extrabreit

 

Es ist wieder Corona! Im letzten kurzen Sommer gab es öfters Momente, da habe ich gedacht: Wie schön war doch eigentlich Corona! Wie schön waren diese zwei Monate oder ein bisschen länger zwischen Anfang März und Anfang Mai, in denen das Leben zwangsweise stillgelegt war. Jetzt ist es wieder soweit. Der große Unterschied ist, dass wir in die Dunkelheit hinein reisen. In die Dunkelheit des Winters. In den nasskalten November, den Monat, in dem sich schon ohne Corona die meisten Menschen, übers Jahr gerechnet, umbringen. In Berlin, das sich zu dieser Zeit auch nicht groß von Warschau unterscheidet, ist es alles noch viel schlimmer, als wenn man in München oder Freiburg oder Köln oder Mannheim wohnte, aber dort ist es auch schlimm genug. Jetzt ist es wieder soweit. Viel Zeit zum Lesen, Fersehgucken, Schlafen. Aber ich gebe es zu: Die Freude bleibt aus.

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„Und morgen die ganze Welt“ | Foto © Alamode

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 1.

Vielleicht heißt es bald wieder Kino und andere Streaming-Angebote in Zeiten von Corona. In Italien schließen die Kinos wieder, berichtet „Blickpunkt Film“. Nicht nur Kinobetreiber*innen sind alarmiert. Kinos sind doch sicher, heißt es. Ins Kino zu kommen, kann anders aussehen. In den Städten könnte doch wieder die Stunde der Kiezkinos schlagen. Auf dem Land sieht auch das eventuell anders aus. Am Mittwoch vormittag, eigentlich Abgabetermin für den Donnerstag, war es schwer, Voraussagen zu treffen. In „Blickpunkt Film“ gibt es zur Lage einen leidenschaftlichen Kommentar von Marc Mensch. 

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„Schwesterlein“ | Foto © Vega Film

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 29. Oktober 2020 – Teil 2.

Fürs kommende Jahr 2021 ist der (von der ukrainischen Filmagentur verkaufsgeförderte) Film „Mavka“ der Regisseurin Oleksadra Ruban angekündigt, der die slawische Folklore international bekannter machen soll. Und einen kleinen Vorgeschmack lässt schon mal die schlichter gehaltene Animation „Clara und der magische Drache“ von Oleksandr Klymenko zu: Nur einmal in tausend Jahren kommt ein magischer Drache auf die Welt. Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten: der kleine Drache vermag die Welt heller und bunter zu machen. Zufällig landet das Drachenbaby bei einem gutgelauntem Waschbären und dem grummeligen Zwerg Alfred. Sie wollen dem Drachen ein neues Zuhause finden und suchen bei Clara Hilfe. Das Mädchen glaubt, es habe ebenfalls magische Fähigkeiten. Gemeinsam machen sie sich auf, den Drachen vor den dunklen Mächten zu beschützen. Der einfache Plot dieser Geschichte wird gut ergänzt durch den etwas hölzernen Humor, der kleine Kinder trotzdem zum Lachen bringen dürfte.

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In den 1980er-Jahren gehörte Karin Schöning zum Kernteam des Defa-Studios für Dokumentarfilme. Mehr als 50 Dokumentarfilme hat die Editoren bis heute montiert. | Foto © Edimotion, Werner Busch

Die Berliner Schnittmeisterin Karin Schöning wird beim Edimotion-Festival mit dem „Ehrenpreis Schnitt“ für ihr Lebenswerk geehrt.

„Filmplus“ heißt nun „Edimotion“. Das Kölner Filmfestival für Filmschnitt und Montagekunst feiert an diesem Wochenende seine 20. Ausgabe und nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für einen Namenswechsel. Wo im vergangenen Jahr noch aus über 20 Ländern Vertreter*innen von Editorenverbänden aus aller Welt zusammen kamen (von den USA über Argentinien, quer durch Europa bis nach Australien), steht dieses Jahr aufgrund der allgegenwärtigen Beschränkungen eine verkleinerte Neuauflage des physischen Festivals an. Viele Filmgespräche sowie die für die Schnitt Preise nominierten Filme aus Deutschland, Österreich und Schweiz werden auf einer Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Davon ­abgesehen, bietet das Festival erfreulich viel Kontinuität, darunter auch die Würdigung des Lebenswerks von herausragenden Film­­-editor*innen.

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15 Minuten Corona-Reflexion von Bertrand Bonello. „Où En Êtes-Vous? Numéro 2“ entstand diesen Sommer. | Foto © Rectangle Productions

Kein Grund zur Panik, wir sind ja Familie oder: Wenn Onkel Jupp und Tante Erna zum Hotspot werden – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 78.

Wenigstens zu Beginn etwas sehr Schönes: Eines der schönsten Kinogängererlebnisse des Jahres hatte ich diese Woche in der Retrospektive des Berliner Arsenal zum französischen Ausnahmeregisseur Bertrand Bonello, dessen wunderschöner antikolonialistischer Essayfilm „Zombi Child“ gerade in den Kinos läuft.

„Où En Êtes-Vous? Numéro 2“ entstand diesen Sommer, eine Selbstreflexion in Form eines 15-minütigen Briefs an seine 17-jährige Tochter. Dies ist eine Corona-Reflexion zu neu montierten klaustrophobischen Bildern seiner Filme über Stillstand, Verlust, das Ende der Dinge, die ungewisse Zukunft und geträumte Filmprojekte, aber vor allem eine Ode an die Schönheit. Fazit: Spring always returns. Und There’s always the music!

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„Kajillionaire“ | Foto © Universal

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 22. Oktober 2020 – Teil 1.

Der erste deutsche Kreis, der Landkreis Berchtesgadener Land ist wieder im Lockdown. „Nur Gottesdienste bleiben erlaubt.“ Wales darf seine Kinos nicht öffnen und so weiter. Rein rechnerisch ist die Chance, sich mit Corona anzustecken immer wahrscheinlicher. Nur eine besonnene und verantwortungsvolle Haltung kann einen durch diese Lawine von Meldungen lavieren. Ehrlich gesagt, habe ich in den öffentlichen Räumen Bedenken, zumal wenn überfüllt und wenn man sieht, wie die Leute ihre Masken tragen, wenn sie sie denn tragen, dann ist es eigentlich auch egal. 

Im Kino fühle ich mich bisher sicher. Zumindest stimmen da die Rahmenbedingungen. Immer wieder wird darauf hingewiesen, was die Kinos alles tun, damit es sicher ist. Auf Celluloid Junkie gibt es jetzt eine Analyse: „The Number of COVID-19 Outbreaks Traced to Cinemas is Zero“ [auf Englisch]. Programmkino.de bringt eine deutsche Übersetzung: Darin heißt es: „trotz der über hundert Millionen Kinobesuche in der ganzen Welt seit Beginn der Covid-19-Pandemie (konnte) kein einziger Ausbruch auf irgendeine Art von Kino zurückgeführt werden“. Ganz anders sieht das in den Kirchen aus. Der Verband AG Kino fordert folgerichtig, die Kinos zu unterstützen, statt sie abzustrafen.

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„The Beach House“ | Foto © 24 Bilder

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 22. Oktober 2020 – Teil 2.

Passend in unsere Zeit ist die Referenz an John Carpenters „The Fog – Nebel des Grauens“ und damit das Spielfilmdebüt von Jeffrey A. Brown, das mit dem wenig Greifbaren spielt: Randall (Noah Le Gros) lädt seine Freundin Emiliy (Liana Liberato) ein, das Wochenende im „Beach House“ seines Vaters zu verbringen. Dort treffen sie jedoch auf die Turners, ein mit der Familie von Randall befreundetes Ehepaar. Die Vier machen das Beste daraus und arrangieren sich. Als eines Abends viel Alkohol fließt, geraten die Dinge durcheinander. Am nächsten Morgen ist nichts so wie es war – die Turners verhalten sich anders, aber auch die Landschaft hat sich plötzlich verändert. Mit vielfältigem und gezielt eingesetztem Bewegtbildvokabular setzt DoP Owen Levelle das Unbehagen ins Bild.

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Die Politik wirkt wirr in diesen Tagen. Das kann niemanden glücklich machen. | Foto © Just Watch

35 ist das neue 50 und Weiteres aus dem ganz normalen Wahnsinn der Pandemiebekämpfung: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 77.

„Auf den Notfall rekurriert man, um schnellstmöglich zur Normalität zurückzukehren, auf den Ausnahmefall rekurriert man hingegen, um die Regel zu brechen und eine neue Ordnung durchzusetzen.“
Carl Schmitt (1888-1985), Staatsrechtler und politischer Philosoph 

 

Eigentlich wäre hier unbedingt der Blick ins Ausland nötig und auch das statistische Untersuchen der verschiedenen Wellen und Bögen und Kurven, ob sie nun exponenziell sind oder nicht. Dafür ist in diesem Blog leider im Augenblick keine Zeit und auch kein Raum. Das wird sich ändern, aber erst in ein ein paar Wochen.

Genauso, wie es hier mehr Vielstimmigkeit geben müsste. Im Augenblick fährt auch dieser Blog nur „auf Sicht“. Ich versuche, wichtiger Kritik und differenzierten Stimmen Raum zu geben; es bleibt aber kein Raum, um Themen zu vertiefen oder deutlicher auf Kunst und Kultur einzugehen, auf den Medienbetrieb, oder auch deutlich zu machen, dass in Deutschland immer noch „das Glas halbvoll“ ist, oder dreiviertelvoll, wenn es um Corona-Bekämpfung geht. 

Es ist wichtig das zu sagen, denn ich selbst bin mit diesem Zustand unzufrieden. Die „Gedanken in de Pandemie“ sollen kein Corona-Meckerblog sein, ein Raum für Vielfalt sehr wohl. In diesen Wochen heißt das trotzdem: Keine Kür, nur Pflicht.

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„Rojo“ | Foto © Cine Global

Alles Kino und noch mehr … in der Woche vom 15. Oktober 2020 – Teil 1.

Marketing-Sprache. Manchmal wundere ich mich doch, mit welchen Floskeln man mir die Meldungen serviert. Da werden Premieren als „zauberhaft“, „saustark“ oder „umjubelt“ beworben. Wenn dann die nächste große Kinohoffnung zum Streaming getragen wird, dann ist im Kinogeschäft niemandem zum Jubeln zumute. Da wird etwa Bob Chapek, CEO der Walt Disney Company, zitiert mit: „Wir sind begeistert, Pixars spektakulären und berührenden Film ,Soul‘ den Zuschauern im Dezember direkt auf Disney+ zugänglich zu machen.“ Und weiter im Werbetext: „Ein neuer Pixar-Film ist immer etwas Besonderes, und diese wirklich warmherzige und witzige Geschichte über menschliche Beziehungen und wie wir unseren Platz in der Welt finden, ist ein filmisches Highlight, das Familien nun gemeinsam über die Weihnachtsfeiertage genießen können.“ Vielen Dank. Für nichts.

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