"zugegeben, etwas unscharf, aber die FSK könnte dem ja Profil verleihen", so Sabine Bernardi zum symbolischen Geschenk "FSK 14"
Ich – Regisseurin und Autorin von „Romeos“ – habe die Begründung des FSK-Urteils am 25.11.11 erhalten und es kurz darauf öffentlich gemacht. Gleichzeitig habe ich die FSK um eine Stellungnahme zu diesem zutiefst diskrimierenden Urteil gebeten. Noch ohne Antwort. Ich möchte klare Worte benutzen – die FSK Begründung ist eine Frechheit. Sie ist beleidigend, verletzend und aufs schärfste zu kritisieren. Ich schließe mich dabei vollständig der Argumentation des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) an, der sofort nach Bekanntgabe Beschwerde bei der FSK eingereicht hat. Die Beurteilung der FSK hat mich erstmal sprachlos gemacht – als Regisseurin des Films, vor allem aber als Mensch.
Inzwischen habe ich meine Sprache wiedergefunden und möchte ergänzend zur Stellungnahme des LSVD einen Offenen Brief an die FSK richten:
An die Geschäftsführung der FSK Frau von Wahlert und Herr Poßmann sowie die Vertreter der OLJB (Obersten Landesjugendbehörde) bei der FSK,
als Geschäftsführende der FSK fordere ich Sie zu einer überfälligen Stellungnahme bezüglich der FSK Begründung zu „Romeos“ auf und bitte Sie entschieden, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Ich setzte die Öffentlichkeit ins Cc: Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Sabine Bernardihttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgSabine Bernardi2011-12-03 17:58:162011-12-04 10:20:11Die FSK wird bunt!
Wenn demnächst mal wieder einer über Hollywood lästert, könnte man entgegnen, dass sich wenigstens das Publikum dafür interessiert. Drum müssen Hollywoods Produktionen auch zuerst mal im eigenen Land ihr Budget wieder einspielen, der Rest der Welt kommt dann als Extra dazu.
Sogar eine trockene Preisverleihung wird zum Großereignis, das dann (wie man hier ab der fünften Minute sehen kann) auch wieder für die eigenen Produkte adaptiert wird. Kurz: Wenn Hollywood sich selber feiert, schaut man gerne zu – und nicht nur im eigenen Land, sondern rund um die Welt.
Auch ein deutscher Privatsender schickt sein Team zur „Oscar“-Verleihung, um live am Roten Teppich brandheiße Statements einzufangen und die schönsten Abendroben zu bewundern. Und es gibt Leute, die sich gerne mitten in der Nacht vor den Fernseher legen und vier Stunden lang zuschauen, wie bekannte Filmstars auf der Bühne Witzchen reißen, die ihnen Drehbuchautoren aufgeschrieben haben. Auf Englisch, ohne Untertitel, und wenn die Sonne aufgeht, ist es Montag. Mehr als einehalbe Million sollen das in diesem Jahr gewesen sein – doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
Das gesamteuropäische Gegenstück gibt es seit 24 Jahren. Anfangs hatte er sogar einen richtigen Namen, heute heißt er weniger zauberhaft nur noch „Europäischer Filmpreis“, hat aber wenigstens eine Gala, die auch nicht so viel bescheidener ist als die in Los Angeles. Nur guckt kaum einer hin. Wieso auch, wenn die Hälfte der Filme, die auf der Auswahlliste stehen, eh keiner kennt, weil sie entweder nie zu sehen waren oder zwar filmkunstbegeisterte Kritiker auf Festivals erfreuen, aber filmkunstbegeisterte Kinobetreiber in den Ruin treiben?
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-12-03 00:22:352011-12-01 20:44:41Wen interessiert’s? Europa verteilt seine Filmpreise
In einem bahnbrechenden Urteil vom 23.09.2011 hat das Finanzgericht München die Tätigkeit der Münchner Casting-Direktorin Franziska Aigner als künstlerische Tätigkeit im Sinn des § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG qualifiziert, so dass diese Tätigkeit nicht der Gewerbesteuer unterliegt.
Nach den Feststellungen des Finanzgerichts München erreicht die Tätigkeit der Klägerin in ihrer konkreten Ausgestaltung durch die Komposition des Schauspielerensembles eine künstlerische Gestaltungshöhe, da sie damit die dem Film Bild gebenden Akteure bestimmt und auf einen der primären künstlerischen Wirkungsgrade des Films – die personelle Bildgebung der Geschichte- in entscheidender Weise Einfluss nimmt.
Die vom Finanzamt München zuvor erlassenen streitgegenständlichen Gewerbesteuermessbescheide, gegen die sich Franziska Aigner im Klagewege gewehrt hat, wurden vom Finanzgericht München aufgehoben.
Das Urteil ist rechtskräftig.
Eine anonymisierte Fassung des Urteils kann über die Rechtsanwaltskanzlei Michael Fröschl angefordert werden. Frau Sabine Falkenberg steht dort für weitere Auskünfte jederzeit gerne zur Verfügung.
Kommentar der Redaktion:
Nach zwei Jahren Rechtsstreit hat Franziska Aigner Recht bekommen:
Das Finanzgericht München erkennt die Tätigkeit als Casting-Direktorin als künstlerische Tätigkeit an.
Hier wäre auch ein Umdenken der Deutschen Filmakademie endlich an der Zeit. Die künstlerische Arbeit der Casting Directors wird in Deutschland (außer im Rahmen der Cologne Conference) nirgendwo anders gewürdigt, geschweige denn mit einem Preis ausgezeichnet.
Zur Person: Franziska Aigner wurde am 3. Dezember 1960 in Ludwigsburg geboren. Nach dem Abitur zog es sie nach Berlin, wo sie zunächst Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften studierte, sich dann aber entschloss, in München eine Buchhändlerlehre zu absolvieren.
Nach der Ausbildung führte sie ihr Weg wieder in ihre Heimatstadt. Dort eröffnete und leitete sie zwei Buchhandel-Filialen des Familienbetriebes „Buchhandlung Eigner“.
1989 ging es zurück nach München. Nach der Kinderpause und Geburt ihrer zwei Kinder machte sie sich als Casting Director selbständig. Ihr Besetzungsdebut war ein „Tatort“ von Jobst Oetzmann.
Seit 1994 arbeitet sie nun als freier Casting Director in München.
2008 gewann sie den deutschen Casting-Preis im Rahmen der Cologne Conference. Zahlreiche Fernsehspiel- und Kinoformate zählen mittlerweile zu ihrer Filmographie. www.franziska-aigner-casting.de
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Franziska Aignerhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgFranziska Aigner2011-11-29 12:48:432011-12-13 16:18:17Endlich Künstler! Rechtskräftiges Urteil zu Gunsten von Casting Directors
Denk ich an Deutschland – fällt mir zum Beispiel seine Automobilindustrie ein. Oder Siemens. Das deutscheIngenieurwesen ist eine dieser Sachen, für die das Land in der Welt immer wieder bewundert wird. Eine andere ist seine Verwaltung: Sogar deutsche Gesetzesind Exportschlager. Es hilft halt, wenn alles bis ins Kleinste irgendwie genormt, geregelt und in Zahlen gefaßt wird, damit man den Überblick behält. Was für Schmähungen mußte sich dagegen noch unlängst Griechenland gefallen lassen, wo man angeblich nicht mal wußte, wie viele Beamteder Staat überhaupt beschäftigt. Sowas kann ja nicht gut gehen.
Vor acht Jahren stellte ich mir wieder mal eine Frage. Wie viele Leute arbeiten eigentlich in unserer Filmindustrie? Jetzt kann man natürlich gleich zurückfragen, warum das einer wissen wollte, und liegt damit sogar im Trend. Denn so simpel, wie die Frage klingt: Die Antwort ist es nicht.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-11-22 21:01:232011-11-22 21:09:19Menschen und Märkte: Wie viele Menschen arbeiten denn am Deutschen Film?
Kennen Sie Sibylle Canonica? Nein? Sollten Sie aber. Als die jüngeren FernsehzuschauerInnen von heute noch in den Windeln lagen, erhielt diese Schauspielerin schon den Förderpreis der Berliner Akademie der Künste (1985), gastierte später an renommierten deutschen Theaterhäusern oder bei den Wiener Festwochen und Salzburger Festspielen und arbeitete mit Regisseuren wie Franz Xaver Kroetz, Thomas Langhoff oder Peter Zadek zusammen. Dennoch mussten selbst Schauspielinteressierte erst mal nach ihrem Namen googeln, als Sibylle Canonica letztens im Kieler Tatort „Borowski und die Frau am Fenster“ faszinierend facettenreich und überzeugend die Mörderin und Tierärztin Charlotte Delius verkörperte.
Ähnlich verhielt es sich bei Diana Amft und der TV-Serie „Doctors Dairy“. Die junge Darstellerin flimmerte schon seit 1999 über die Fernsehbildschirme und seit 2000 über die Kinoleinwände, schaffte es aber erst durch die oben erwähnte RTL/ORF Serie (2008 bis 2011) nachhaltig ins Öffentlichkeitsgedächtnis.
Kann das sein? Fragte ich mich und startete auf den Straßen Berlins eine kleine Umfrage: „Kannst du mir sieben SchauspielerInnen, bekannte deutsche SchauspielerInnen, nennen?“ Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Alexia von Wismarhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgAlexia von Wismar2011-11-15 17:09:382011-11-17 11:07:44Einmal Star und zurück! Welche Schauspieler kennt man hierzulande?
In „Herbie Fully Loaded“ besteht der tolle Käfer seine Abenteuer auf der Leinwand. Grund zum Jubeln gibt’s aber auch im richtigen Leben: Die Kosten fürs Auto können im Rahmen der Steuererklärung geltend gemacht werden. | Foto: Walt Disney
Selbständige Filmschaffende stehen oft vor der Frage, wie sie ein Auto steuerrechtlich beurteilen sollen, welches sie sowohl beruflich als auch privat nutzen. Die verschiedenen Möglichkeiten wollen wir, nach den zuletzt so schlechten Nachrichten, was man alles nicht absetzen kann, mit dem folgenden Artikel darstellen.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Schaarhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Schaar2011-11-14 11:42:272011-11-14 11:42:27Das Auto im Steuerrecht
Ein Zusammenschnitt der Podiumsdiskussion der neu gegründeten Akademie
am Vortag des Deutschen Fernsehpreises 2011! Einführung: Wilfried Schmickler (Kabarettist)
Es diskutierten: Stefan Raiser (Produzent, Dreamtool) Carlo Rola (Regisseur) Julia Beerhold (Schauspielerin, Vorstand BFFS) Prof. Dr. Fred Breinersdorfer (Autor, VDD) Gerhard Schmidt (Produzent und Stellvertretender Vorstand Deutsche Akademie für Fernsehen)
Moderation: Dr. Ulrich Spies (Adolf-Grimme Institut)
Einführung: Wilfried Schmickler (Gesamter Beitrag siehe Link unten)
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Tina Thielehttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgTina Thiele2011-11-11 11:11:112017-02-23 12:25:06cn-klappe: Die Deutsche Akademie für Fernsehen: Geht´s noch?! – Das Fernsehen stößt an seine Grenzen
Beim Streifzug im Netz ist die out takes Redaktion auf diesen folgenden Videobeitrag gestoßen. Andreas Schreyer gibt ein öffentliches Statement zum Thema Rückstellungsverträge im Filmalltag. Er verweist dabei nicht nur auf die Negativ- sondern auch Positivbeispiele in der Branche, wie im Fall von Regisseur „Jochen Alexander Freydank“, mit dem wir kürzlich noch ein Interview zu diesem Thema führten.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Andreas Schreyerhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgAndreas Schreyer2011-11-07 10:11:192017-02-23 12:25:19Ein bisschen Respekt: Über den Mindestanstand im Filmgeschäft!
Die FSK wird bunt!
Sabine Bernardi"zugegeben, etwas unscharf, aber die FSK könnte dem ja Profil verleihen", so Sabine Bernardi zum symbolischen Geschenk "FSK 14"
Ich – Regisseurin und Autorin von „Romeos“ – habe die Begründung des FSK-Urteils am 25.11.11 erhalten und es kurz darauf öffentlich gemacht. Gleichzeitig habe ich die FSK um eine Stellungnahme zu diesem zutiefst diskrimierenden Urteil gebeten. Noch ohne Antwort. Ich möchte klare Worte benutzen – die FSK Begründung ist eine Frechheit. Sie ist beleidigend, verletzend und aufs schärfste zu kritisieren. Ich schließe mich dabei vollständig der Argumentation des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) an, der sofort nach Bekanntgabe Beschwerde bei der FSK eingereicht hat. Die Beurteilung der FSK hat mich erstmal sprachlos gemacht – als Regisseurin des Films, vor allem aber als Mensch.
Inzwischen habe ich meine Sprache wiedergefunden und möchte ergänzend zur Stellungnahme des LSVD einen Offenen Brief an die FSK richten:
An die Geschäftsführung der FSK Frau von Wahlert und Herr Poßmann sowie die Vertreter der OLJB (Obersten Landesjugendbehörde) bei der FSK,
als Geschäftsführende der FSK fordere ich Sie zu einer überfälligen Stellungnahme bezüglich der FSK Begründung zu „Romeos“ auf und bitte Sie entschieden, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Ich setzte die Öffentlichkeit ins Cc:
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Wen interessiert’s? Europa verteilt seine Filmpreise
out takes, Peter HartigHeute werden in Berlin die „Europäischen Filmpreise” verliehen. Wahrscheinlich guckt wieder keiner zu wie schon vor vier Jahren beim Jubiläum. Die Gala ist glamourös, doch wie man sich selbst inszeniert, muss Europas Filmwelt noch lernen. | Foto © Europäische Filmakademie
Wenn demnächst mal wieder einer über Hollywood lästert, könnte man entgegnen, dass sich wenigstens das Publikum dafür interessiert. Drum müssen Hollywoods Produktionen auch zuerst mal im eigenen Land ihr Budget wieder einspielen, der Rest der Welt kommt dann als Extra dazu.
Sogar eine trockene Preisverleihung wird zum Großereignis, das dann (wie man hier ab der fünften Minute sehen kann) auch wieder für die eigenen Produkte adaptiert wird. Kurz: Wenn Hollywood sich selber feiert, schaut man gerne zu – und nicht nur im eigenen Land, sondern rund um die Welt.
Auch ein deutscher Privatsender schickt sein Team zur „Oscar“-Verleihung, um live am Roten Teppich brandheiße Statements einzufangen und die schönsten Abendroben zu bewundern. Und es gibt Leute, die sich gerne mitten in der Nacht vor den Fernseher legen und vier Stunden lang zuschauen, wie bekannte Filmstars auf der Bühne Witzchen reißen, die ihnen Drehbuchautoren aufgeschrieben haben. Auf Englisch, ohne Untertitel, und wenn die Sonne aufgeht, ist es Montag. Mehr als eine halbe Million sollen das in diesem Jahr gewesen sein – doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
Das gesamteuropäische Gegenstück gibt es seit 24 Jahren. Anfangs hatte er sogar einen richtigen Namen, heute heißt er weniger zauberhaft nur noch „Europäischer Filmpreis“, hat aber wenigstens eine Gala, die auch nicht so viel bescheidener ist als die in Los Angeles. Nur guckt kaum einer hin. Wieso auch, wenn die Hälfte der Filme, die auf der Auswahlliste stehen, eh keiner kennt, weil sie entweder nie zu sehen waren oder zwar filmkunstbegeisterte Kritiker auf Festivals erfreuen, aber filmkunstbegeisterte Kinobetreiber in den Ruin treiben?
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Endlich Künstler! Rechtskräftiges Urteil zu Gunsten von Casting Directors
Franziska Aigner„Endlich Künstler!“ (Franziska Aigner)
Die Pressemitteilung von Franziska Aigner:
In einem bahnbrechenden Urteil vom 23.09.2011 hat das Finanzgericht München die Tätigkeit der Münchner Casting-Direktorin Franziska Aigner als künstlerische Tätigkeit im Sinn des § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG qualifiziert, so dass diese Tätigkeit nicht der Gewerbesteuer unterliegt.
Nach den Feststellungen des Finanzgerichts München erreicht die Tätigkeit der Klägerin in ihrer konkreten Ausgestaltung durch die Komposition des Schauspielerensembles eine künstlerische Gestaltungshöhe, da sie damit die dem Film Bild gebenden Akteure bestimmt und auf einen der primären künstlerischen Wirkungsgrade des Films – die personelle Bildgebung der Geschichte- in entscheidender Weise Einfluss nimmt.
Die vom Finanzamt München zuvor erlassenen streitgegenständlichen Gewerbesteuermessbescheide, gegen die sich Franziska Aigner im Klagewege gewehrt hat, wurden vom Finanzgericht München aufgehoben.
Das Urteil ist rechtskräftig.
Eine anonymisierte Fassung des Urteils kann über die Rechtsanwaltskanzlei Michael Fröschl angefordert werden. Frau Sabine Falkenberg steht dort für weitere Auskünfte jederzeit gerne zur Verfügung.
Kommentar der Redaktion:
Nach zwei Jahren Rechtsstreit hat Franziska Aigner Recht bekommen:
Das Finanzgericht München erkennt die Tätigkeit als Casting-Direktorin als künstlerische Tätigkeit an.
Hier wäre auch ein Umdenken der Deutschen Filmakademie endlich an der Zeit. Die künstlerische Arbeit der Casting Directors wird in Deutschland (außer im Rahmen der Cologne Conference) nirgendwo anders gewürdigt, geschweige denn mit einem Preis ausgezeichnet.
Zur Person: Franziska Aigner wurde am 3. Dezember 1960 in Ludwigsburg geboren. Nach dem Abitur zog es sie nach Berlin, wo sie zunächst Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaften studierte, sich dann aber entschloss, in München eine Buchhändlerlehre zu absolvieren.
Nach der Ausbildung führte sie ihr Weg wieder in ihre Heimatstadt. Dort eröffnete und leitete sie zwei Buchhandel-Filialen des Familienbetriebes „Buchhandlung Eigner“.
1989 ging es zurück nach München. Nach der Kinderpause und Geburt ihrer zwei Kinder machte sie sich als Casting Director selbständig. Ihr Besetzungsdebut war ein „Tatort“ von Jobst Oetzmann.
Seit 1994 arbeitet sie nun als freier Casting Director in München.
2008 gewann sie den deutschen Casting-Preis im Rahmen der Cologne Conference. Zahlreiche Fernsehspiel- und Kinoformate zählen mittlerweile zu ihrer Filmographie.
www.franziska-aigner-casting.de
Menschen und Märkte: Wie viele Menschen arbeiten denn am Deutschen Film?
out takes, Peter HartigManchmal ist es schwer den Überblick zu behalten: Wie viele Leute arbeiten wohl an diesem Set? | Illustration © cinearte
Denk ich an Deutschland – fällt mir zum Beispiel seine Automobilindustrie ein. Oder Siemens. Das deutsche Ingenieurwesen ist eine dieser Sachen, für die das Land in der Welt immer wieder bewundert wird. Eine andere ist seine Verwaltung: Sogar deutsche Gesetze sind Exportschlager. Es hilft halt, wenn alles bis ins Kleinste irgendwie genormt, geregelt und in Zahlen gefaßt wird, damit man den Überblick behält. Was für Schmähungen mußte sich dagegen noch unlängst Griechenland gefallen lassen, wo man angeblich nicht mal wußte, wie viele Beamte der Staat überhaupt beschäftigt. Sowas kann ja nicht gut gehen.
Vor acht Jahren stellte ich mir wieder mal eine Frage. Wie viele Leute arbeiten eigentlich in unserer Filmindustrie? Jetzt kann man natürlich gleich zurückfragen, warum das einer wissen wollte, und liegt damit sogar im Trend. Denn so simpel, wie die Frage klingt: Die Antwort ist es nicht.
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Einmal Star und zurück! Welche Schauspieler kennt man hierzulande?
Alexia von WismarARD/NDR Tatort: Borowski und die Frau am Fenster, am Sonntag (02.10.11) um 20:15 Uhr im Ersten. Borowski (Axel Milberg) befragt die undurchsichtige Charlotte Delius (Sibylle Canonica). Foto © NDR/Marion von der Mehden
Kennen Sie Sibylle Canonica? Nein? Sollten Sie aber. Als die jüngeren FernsehzuschauerInnen von heute noch in den Windeln lagen, erhielt diese Schauspielerin schon den Förderpreis der Berliner Akademie der Künste (1985), gastierte später an renommierten deutschen Theaterhäusern oder bei den Wiener Festwochen und Salzburger Festspielen und arbeitete mit Regisseuren wie Franz Xaver Kroetz, Thomas Langhoff oder Peter Zadek zusammen. Dennoch mussten selbst Schauspielinteressierte erst mal nach ihrem Namen googeln, als Sibylle Canonica letztens im Kieler Tatort „Borowski und die Frau am Fenster“ faszinierend facettenreich und überzeugend die Mörderin und Tierärztin Charlotte Delius verkörperte.
Ähnlich verhielt es sich bei Diana Amft und der TV-Serie „Doctors Dairy“. Die junge Darstellerin flimmerte schon seit 1999 über die Fernsehbildschirme und seit 2000 über die Kinoleinwände, schaffte es aber erst durch die oben erwähnte RTL/ORF Serie (2008 bis 2011) nachhaltig ins Öffentlichkeitsgedächtnis.
Kann das sein? Fragte ich mich und startete auf den Straßen Berlins eine kleine Umfrage: „Kannst du mir sieben SchauspielerInnen, bekannte deutsche SchauspielerInnen, nennen?“
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Das Auto im Steuerrecht
Rüdiger SchaarSelbständige Filmschaffende stehen oft vor der Frage, wie sie ein Auto steuerrechtlich beurteilen sollen, welches sie sowohl beruflich als auch privat nutzen. Die verschiedenen Möglichkeiten wollen wir, nach den zuletzt so schlechten Nachrichten, was man alles nicht absetzen kann, mit dem folgenden Artikel darstellen.
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cn-klappe: Die Deutsche Akademie für Fernsehen: Geht´s noch?! – Das Fernsehen stößt an seine Grenzen
Elmira Rafizadeh, Tina ThieleEin Zusammenschnitt der Podiumsdiskussion der neu gegründeten Akademie
am Vortag des Deutschen Fernsehpreises 2011!
Einführung:
Wilfried Schmickler (Kabarettist)
Es diskutierten:
Stefan Raiser (Produzent, Dreamtool)
Carlo Rola (Regisseur)
Julia Beerhold (Schauspielerin, Vorstand BFFS)
Prof. Dr. Fred Breinersdorfer (Autor, VDD)
Gerhard Schmidt (Produzent und Stellvertretender Vorstand Deutsche Akademie für Fernsehen)
Moderation:
Dr. Ulrich Spies (Adolf-Grimme Institut)
Einführung: Wilfried Schmickler (Gesamter Beitrag siehe Link unten)
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Ein bisschen Respekt: Über den Mindestanstand im Filmgeschäft!
Andreas SchreyerBeim Streifzug im Netz ist die out takes Redaktion auf diesen folgenden Videobeitrag gestoßen. Andreas Schreyer gibt ein öffentliches Statement zum Thema Rückstellungsverträge im Filmalltag. Er verweist dabei nicht nur auf die Negativ- sondern auch Positivbeispiele in der Branche, wie im Fall von Regisseur „Jochen Alexander Freydank“, mit dem wir kürzlich noch ein Interview zu diesem Thema führten.