Der Nachwuchs liegt den öffentlich-rechtlichen Sendern besonders am Herzen. Seit 1963 hat das ZDF „Das kleine Fernsehspiel“ und ist dafür schon oft und reichlich gelobt worden. Nicht nur die kleinenFernsehspieleselbstgewinnenregelmäßig Preise, auch die „Nachwuchsredaktion im ZDF“ ist für ihre Verdienste um die Filmkultur schon ausgezeichnet worden.
Das konnte auch die ARD irgendwann nicht mehr auf sich sitzen lassen, und dachte sich 2001, zusätzlich zum bisherigen Engagement in den Dritten Programmen, ihr „Debüt im Ersten“ aus – für „interessante und spannende Erstlingswerke junger Filmemacher“, als die zwar auch noch deren zweite Filme gelten, was aber ansonsten gar nicht übertrieben ist, wie ein Blick ins bisherige interessante und spannende Werkverzeichnis zeigt.
In der Handhabung sind sich beide Reihen ähnlich, aber doch nicht ganz: Das ZDF sendet beinahe wöchentlich übers ganze Jahr, die ARD beschränkt sich auf einen Block in den Sommermonaten, wo zuletzt elf Filme liefen. Das sind Filme, an denen ein oder mehrere Sender der ARD als Koproduzenten beteiligt waren, die Filme werden zuerst im Kino ausgewertet (sofern sich ein Verleih findet), und erst nachträglich unter der Marke zusammengefasst. Zwischen Kinostart und dem Debüt im Ersten können ein paar Jahre vergehen.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-09-24 14:03:182011-09-28 12:18:26Das kleine Trauerspiel: Wie das ZDF vom Nachwuchs profitiert
Als neulich die „First Steps“ verliehen wurden, hielt auch Joachim Kosack, eine Rede. Das darf er, schließlich ist er Mitgeschäftsführer von Sat.1, einem der vier Ausrichter des Nachwuchspreises, der sicherlich einer der wichtigsten seiner Art ist (der Preis), wenn auchbeiweitemnichtdereinzige. Außerdem nennt sich Kosack „Senior Vice President Deutsche Fiction der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH“, ist also verantwortlich für die deutsche Spielfilmproduktionen der Sendergruppe und kennt sich da auch praktisch aus.
In seiner Rede verteidigte Kosack das jüngste Engagement seiner Sender für den Nachwuchs: Die Gruppe hat mit der Filmakademie Baden-Württemberg eine Kooperation vereinbart. Zwei Filme sollen pro Jahr mit jungen Regisseuren entwickelt und produziert und zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr ausgestrahlt werden. Damit sie, die jungen Regisseure, die Chance haben, „sich mit ungewöhnlichen Ideen und außergewöhnlichen Plots im Fernsehmarkt zu etablieren“, hatte Kosack dazuerklärt. Denn „junge Talente zu fördern, ist für uns eine echte Herzensangelegenheit.“
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-09-22 11:54:342011-09-27 16:19:05Ein Sendeplatz für kleine Tiere: Wie Sat.1 für den Nachwuchs sorgt
Wir sprachen mit dem Regisseur und Oscar-Preisträger über Filmfinanzierung, Grauzonen beim Rückstellungsvertrag, seinen Idealismus als Filmemacher und wieso ein „Tatort“ mehr Türen öffnen kann als ein großer Preis.
Ganzes Interview lesen? cn-klappe als Newsletter?
Auszüge: ?„Letztendlich ist in Deutschland Fernsehen eine Industrie und Kino eher eine Manufaktur.? Das Fernsehen redet natürlich immer ein ernsthaftes Wort mit, weil auch Kinofilme von Fernsehgeld abhängig sind. Ich selbst mache wirklich gerne auch Fernsehfilme und möchte da weiterhin zweigleisig fahren: Kino und Fernsehen. Denn wir haben im TV zum Teil ein qualitativ sehr gutes Niveau. Und man kann hier wirklich sagen, Gott sei Dank ist das Geld im TV noch da. Das ist wiederum in anderen Ländern nicht der Fall.“
„Es gibt so ein Zitat ,Die Amerikaner produzieren ihre Filme wie Kunst und verkaufen sie wie Kommerz‘ und ,Die Deutschen produzieren ihre Filme wie Kommerz und verkaufen sie wie Kunst‘.“
„Grundsätzlich sind Rückstellungsverträge etwas Kompliziertes. Ich merke das, wenn ich mit Anwälten und Steuerberatern rede, um zu erfahren, wie man es denn richtig machen könnte. Die gucken einen erst mal mit ganz großen Kulleraugen an und wissen gar nicht, warum irgendjemand überhaupt für umsonst arbeitet […]“
„Was bei Low-Budget absoluter Standard sein sollte – und das ist wirklich das Mindeste – ist die zwischenmenschliche Anerkennung. Und darunter verstehe ich so etwas wie eine Teampremiere oder die DVD für jeden Einzelnen. Dafür hat man sich gefälligst Zeit zu nehmen. Wenn so was auf der Strecke bleibt, finde ich das nicht nur ärgerlich, sondern zutiefst respektlos. Gute Umgangsformen sind nun mal ein Muss.“
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elmira Rafizadehhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElmira Rafizadeh2011-09-16 21:25:132016-05-18 11:15:35Interview mit Regisseur Jochen Alexander Freydank
„Natürlich hätten wir die Sender gerne mit Beispielen konfrontiert, aber die Betroffenen wollten nicht konkret werden …“ endet die Moderation. Trotzdem ist es fürs Erste schon konkret genug, was vorgestern im Medienmagazin „Zapp“ über die Situation freier Fernsehmitarbeiter zu sehen war. Übrigens schon das zweite Mal in jüngster Zeit, dass der NDR auch sich selber kritisch an die Nase fasst. Hut ab!
Im Rahmen der Cologne Conference wird in diesem Jahr als Casting Directorin Sophie Molitoris mit dem Casting-Preis 2011 ausgezeichnet. Seit 1997 (mit einer Pause zwischen 2004 und 2008) wird bei der Cologne Conference, dem Internationalen Fernseh- und Filmfest in Köln, ein Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Besetzungstätigkeit im Spielfilm verliehen. In Fachkreisen gilt dieser heute mit 10.000 Euro dotierte Preis als „Lola“ unter den Auszeichnungen für die Castingbranche. Im Gegensatz zur Deutschen Filmakademie – die bedauerlicherweise keine Casting Directors in die Akademie aufnimmt – wird beim Deutschen Casting-Preis die kreative Leistung honoriert. Die bisherigen Preisträgerinnen waren:
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Tina Thielehttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgTina Thiele2011-09-13 13:00:372016-05-19 12:12:59cn-kolumne: Der deutsche Casting-Preis: Weiterhin fest in Frauenhand
Am 23. August wurden in Berlin wieder die First Steps Awards vergeben. Eine der wichtigsten Ehrungen für den deutschen Filmnachwuchs. Zu den Veranstaltern gehören Pro Sieben Sat.1, die Deutsche Filmakademie, Mercedes-Benz, Teamworx und Spiegel TV. Gründervater Bernd Eichinger hatte diesen Preis seit 2000 stets begleitet und maßgeblich beeinflusst. Große Aufmerksamkeit zogen in diesem Jahr daher Witwe und Tochter Eichinger auf sich, die zukünftig den Produzentenpreis „No Fear“ in Höhe von 5000 € stiften werden. Weiterhin werden mehr Platz für lange sowie kurze Dokumentarfilme eingeführt. Bislang war das allein unter der Kategorie „Dokumentarfilm“ abgedeckt. Es soll diesmal die höchste Anzahl an Einreichungen gegeben haben. Daher wird die Jury nächstes Jahr wohl aufgestockt. Als private Initiative der Filmbranche wird mit Unterstützung der Wirtschaft hier also jedes Jahr aufs Neue auf die gegebenen Anlässe eingegangen, um effektive Förderung zu leisten. Ich nahm mir für diesen Abend nun vor, kleine Mini Statements unter Kollegen und anderen Filmschaffenden zu sammeln, die sich der Frage „Was läuft im Filmbusiness gut“ stellten. Die Äußerungen waren teilweise amüsant bis „unter die Gürtellinie“. Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elmira Rafizadehhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElmira Rafizadeh2011-09-07 16:32:262016-05-17 11:34:19Was läuft gut im Filmbusiness? Impressionen beim First Steps Award 2011
Miniserien gibt es nicht nur im Fernsehen. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich im Juni mal mit der deutschen Filmförderung befasst und sechs Personen aus der weiteren Filmlandschaft nach ihren Erfahrungen befragt. Zusammengestellt sind die Zeugen als irgendwie repräsentativer oder sonstwie ausgewogener Querschnitt: Publikumsliebling, Produzent, hoffnungsvolle Jungfilmer (Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm), Festivalleiter und Förderfunktionärin.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-09-02 13:11:162011-09-02 16:13:26Idealisten und Selbstausbeuter – vom Leben und Arbeiten für den Film
Als es, auf Grund der unmenschlichsten Machenschaften, die die Geschichte je erblickt, die im wesentlichen von deutschen Boden ausgingen und dabei nicht nur die den Humor prägende creme de la creme der deutsch-jüdischen Großmeister dieser Sparte, sondern auch das Gros der Komiker und Satiriker ausgerottet, oder durch das Unsägliche zumindest aus der Bahn geworfen haben, hat dieser, über jeden Zweifel erhabene Ausnahmekünstler, uns mit seinem Werk die Ehre gerettet, uns die Würde zurück gegeben und damit den Deutschen die Humorfähigkeit.
Jeder Nachruf kann daher naturgemäß nur klein bleiben, betrachtet man seine gewaltige Lebensleistung.
Dennoch, das größte Lob wird sein und immer bleiben, dass dieser Mann des Adels sich verpflichtet hat, das ganze Volk zum Lachen zu bringen, mit den Zutaten, die den „ernsthaften“ Humor so wertvoll machen: Komik, Menschlichkeit, Schadenfreude (aber frei von Zynismus) und die Achtung vor den Menschen – sowie eine überaus präzise Arbeitsweise, die falschen Tönen sowie jedwedem Faschistoiden nicht den Hauch einer Chance lässt.
So bleiben wir traurig zurück und wünschen Dir, nicht nur wegen der blaublütigen Distinktion Deiner respektablen Persönlichkeit, in angemessenem Diskretionsabstand ein Tränchen im Auge zerdrückend, dass die Unsterblichkeit dich herzlich willkommen heißen möge!
Ottfried Fischer
(München, den 23.8.2011)
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2011/08/Loriot-Foto-e1314628678648.jpg388583Ottfried Fischerhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgOttfried Fischer2011-08-24 14:16:322011-09-02 16:06:01Zum Tode von Loriot
Das kleine Trauerspiel: Wie das ZDF vom Nachwuchs profitiert
Peter HartigVon wegen klein! Das kleine Fernsehspiel ist heuer auch schon 48. Da kann man sich schon so seine Gedanken machen, wieso es immer noch so gerne mit den kleinen Filmemachern abhängt. | Foto © ZDF
Der Nachwuchs liegt den öffentlich-rechtlichen Sendern besonders am Herzen. Seit 1963 hat das ZDF „Das kleine Fernsehspiel“ und ist dafür schon oft und reichlich gelobt worden. Nicht nur die kleinen Fernsehspiele selbst gewinnen regelmäßig Preise, auch die „Nachwuchsredaktion im ZDF“ ist für ihre Verdienste um die Filmkultur schon ausgezeichnet worden.
Das konnte auch die ARD irgendwann nicht mehr auf sich sitzen lassen, und dachte sich 2001, zusätzlich zum bisherigen Engagement in den Dritten Programmen, ihr „Debüt im Ersten“ aus – für „interessante und spannende Erstlingswerke junger Filmemacher“, als die zwar auch noch deren zweite Filme gelten, was aber ansonsten gar nicht übertrieben ist, wie ein Blick ins bisherige interessante und spannende Werkverzeichnis zeigt.
In der Handhabung sind sich beide Reihen ähnlich, aber doch nicht ganz: Das ZDF sendet beinahe wöchentlich übers ganze Jahr, die ARD beschränkt sich auf einen Block in den Sommermonaten, wo zuletzt elf Filme liefen. Das sind Filme, an denen ein oder mehrere Sender der ARD als Koproduzenten beteiligt waren, die Filme werden zuerst im Kino ausgewertet (sofern sich ein Verleih findet), und erst nachträglich unter der Marke zusammengefasst. Zwischen Kinostart und dem Debüt im Ersten können ein paar Jahre vergehen.
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Ein Sendeplatz für kleine Tiere: Wie Sat.1 für den Nachwuchs sorgt
Peter HartigJoachim Kosack hat den Nachwuchs fest im Blick: „Junge Talente zu fördern, ist für uns eine echte Herzensangelegenheit“, sagt der Fiction-Chef von ProSiebenSat.1. | Foto © Holger Raunet, ProSiebenSat.1
Als neulich die „First Steps“ verliehen wurden, hielt auch Joachim Kosack, eine Rede. Das darf er, schließlich ist er Mitgeschäftsführer von Sat.1, einem der vier Ausrichter des Nachwuchspreises, der sicherlich einer der wichtigsten seiner Art ist (der Preis), wenn auch bei weitem nicht der einzige. Außerdem nennt sich Kosack „Senior Vice President Deutsche Fiction der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH“, ist also verantwortlich für die deutsche Spielfilmproduktionen der Sendergruppe und kennt sich da auch praktisch aus.
In seiner Rede verteidigte Kosack das jüngste Engagement seiner Sender für den Nachwuchs: Die Gruppe hat mit der Filmakademie Baden-Württemberg eine Kooperation vereinbart. Zwei Filme sollen pro Jahr mit jungen Regisseuren entwickelt und produziert und zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr ausgestrahlt werden. Damit sie, die jungen Regisseure, die Chance haben, „sich mit ungewöhnlichen Ideen und außergewöhnlichen Plots im Fernsehmarkt zu etablieren“, hatte Kosack dazu erklärt. Denn „junge Talente zu fördern, ist für uns eine echte Herzensangelegenheit.“
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Interview mit Regisseur Jochen Alexander Freydank
Elmira RafizadehJ.A. Freydank | © Harry Schnitger
Wir sprachen mit dem Regisseur und Oscar-Preisträger über Filmfinanzierung, Grauzonen beim Rückstellungsvertrag, seinen Idealismus als Filmemacher und wieso ein „Tatort“ mehr Türen öffnen kann als ein großer Preis.
Ganzes Interview lesen?
cn-klappe als Newsletter?
Auszüge: ?„Letztendlich ist in Deutschland Fernsehen eine Industrie und Kino eher eine Manufaktur.? Das Fernsehen redet natürlich immer ein ernsthaftes Wort mit, weil auch Kinofilme von Fernsehgeld abhängig sind. Ich selbst mache wirklich gerne auch Fernsehfilme und möchte da weiterhin zweigleisig fahren: Kino und Fernsehen. Denn wir haben im TV zum Teil ein qualitativ sehr gutes Niveau. Und man kann hier wirklich sagen, Gott sei Dank ist das Geld im TV noch da. Das ist wiederum in anderen Ländern nicht der Fall.“
„Es gibt so ein Zitat ,Die Amerikaner produzieren ihre Filme wie Kunst und verkaufen sie wie Kommerz‘ und ,Die Deutschen produzieren ihre Filme wie Kommerz und verkaufen sie wie Kunst‘.“
„Grundsätzlich sind Rückstellungsverträge etwas Kompliziertes. Ich merke das, wenn ich mit Anwälten und Steuerberatern rede, um zu erfahren, wie man es denn richtig machen könnte. Die gucken einen erst mal mit ganz großen Kulleraugen an und wissen gar nicht, warum irgendjemand überhaupt für umsonst arbeitet […]“
„Was bei Low-Budget absoluter Standard sein sollte – und das ist wirklich das Mindeste – ist die zwischenmenschliche Anerkennung. Und darunter verstehe ich so etwas wie eine Teampremiere oder die DVD für jeden Einzelnen. Dafür hat man sich gefälligst Zeit zu nehmen. Wenn so was auf der Strecke bleibt, finde ich das nicht nur ärgerlich, sondern zutiefst respektlos. Gute Umgangsformen sind nun mal ein Muss.“
TV-Tipp: Traumberuf Fernsehen?
Peter Hartig„Natürlich hätten wir die Sender gerne mit Beispielen konfrontiert, aber die Betroffenen wollten nicht konkret werden …“ endet die Moderation. Trotzdem ist es fürs Erste schon konkret genug, was vorgestern im Medienmagazin „Zapp“ über die Situation freier Fernsehmitarbeiter zu sehen war. Übrigens schon das zweite Mal in jüngster Zeit, dass der NDR auch sich selber kritisch an die Nase fasst. Hut ab!
cn-kolumne: Der deutsche Casting-Preis: Weiterhin fest in Frauenhand
Tina ThieleCastingpreisträgerin 2011 Sophie Molitoris | © Thomas Leidig
Im Rahmen der Cologne Conference wird in diesem Jahr als Casting Directorin Sophie Molitoris mit dem Casting-Preis 2011 ausgezeichnet. Seit 1997 (mit einer Pause zwischen 2004 und 2008) wird bei der Cologne Conference, dem Internationalen Fernseh- und Filmfest in Köln, ein Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Besetzungstätigkeit im Spielfilm verliehen. In Fachkreisen gilt dieser heute mit 10.000 Euro dotierte Preis als „Lola“ unter den Auszeichnungen für die Castingbranche. Im Gegensatz zur Deutschen Filmakademie – die bedauerlicherweise keine Casting Directors in die Akademie aufnimmt – wird beim Deutschen Casting-Preis die kreative Leistung honoriert. Die bisherigen Preisträgerinnen waren:
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Was läuft gut im Filmbusiness? Impressionen beim First Steps Award 2011
Elmira RafizadehSchnitt: Harry Bannoehr
Am 23. August wurden in Berlin wieder die First Steps Awards vergeben. Eine der wichtigsten Ehrungen für den deutschen Filmnachwuchs. Zu den Veranstaltern gehören Pro Sieben Sat.1, die Deutsche Filmakademie, Mercedes-Benz, Teamworx und Spiegel TV. Gründervater Bernd Eichinger hatte diesen Preis seit 2000 stets begleitet und maßgeblich beeinflusst. Große Aufmerksamkeit zogen in diesem Jahr daher Witwe und Tochter Eichinger auf sich, die zukünftig den Produzentenpreis „No Fear“ in Höhe von 5000 € stiften werden. Weiterhin werden mehr Platz für lange sowie kurze Dokumentarfilme eingeführt. Bislang war das allein unter der Kategorie „Dokumentarfilm“ abgedeckt. Es soll diesmal die höchste Anzahl an Einreichungen gegeben haben. Daher wird die Jury nächstes Jahr wohl aufgestockt. Als private Initiative der Filmbranche wird mit Unterstützung der Wirtschaft hier also jedes Jahr aufs Neue auf die gegebenen Anlässe eingegangen, um effektive Förderung zu leisten. Ich nahm mir für diesen Abend nun vor, kleine Mini Statements unter Kollegen und anderen Filmschaffenden zu sammeln, die sich der Frage „Was läuft im Filmbusiness gut“ stellten. Die Äußerungen waren teilweise amüsant bis „unter die Gürtellinie“.
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Idealisten und Selbstausbeuter – vom Leben und Arbeiten für den Film
Peter Hartig„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ ist ein gern zitierter Spruch von Karl Valentin. Denn er gilt immer noch. | Foto © Archiv cinearte
Miniserien gibt es nicht nur im Fernsehen. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat sich im Juni mal mit der deutschen Filmförderung befasst und sechs Personen aus der weiteren Filmlandschaft nach ihren Erfahrungen befragt. Zusammengestellt sind die Zeugen als irgendwie repräsentativer oder sonstwie ausgewogener Querschnitt: Publikumsliebling, Produzent, hoffnungsvolle Jungfilmer (Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm), Festivalleiter und Förderfunktionärin.
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Zum Tode von Loriot
Ottfried FischerBernhard-Victor Christoph Carl von Bülow alias Loriot bei der Verleihung des »Deutschen Filmpreises« 2009 | Foto © Michael Tinnefeld/Deutsche Filmakademie e.V.
Unser Größter hat uns verlassen.
Als es, auf Grund der unmenschlichsten Machenschaften, die die Geschichte je erblickt, die im wesentlichen von deutschen Boden ausgingen und dabei nicht nur die den Humor prägende creme de la creme der deutsch-jüdischen Großmeister dieser Sparte, sondern auch das Gros der Komiker und Satiriker ausgerottet, oder durch das Unsägliche zumindest aus der Bahn geworfen haben, hat dieser, über jeden Zweifel erhabene Ausnahmekünstler, uns mit seinem Werk die Ehre gerettet, uns die Würde zurück gegeben und damit den Deutschen die Humorfähigkeit.
Jeder Nachruf kann daher naturgemäß nur klein bleiben, betrachtet man seine gewaltige Lebensleistung.
Dennoch, das größte Lob wird sein und immer bleiben, dass dieser Mann des Adels sich verpflichtet hat, das ganze Volk zum Lachen zu bringen, mit den Zutaten, die den „ernsthaften“ Humor so wertvoll machen: Komik, Menschlichkeit, Schadenfreude (aber frei von Zynismus) und die Achtung vor den Menschen – sowie eine überaus präzise Arbeitsweise, die falschen Tönen sowie jedwedem Faschistoiden nicht den Hauch einer Chance lässt.
So bleiben wir traurig zurück und wünschen Dir, nicht nur wegen der blaublütigen Distinktion Deiner respektablen Persönlichkeit, in angemessenem Diskretionsabstand ein Tränchen im Auge zerdrückend, dass die Unsterblichkeit dich herzlich willkommen heißen möge!
Ottfried Fischer
(München, den 23.8.2011)