Beim Streifzug im Netz ist die out takes Redaktion auf diesen folgenden Videobeitrag gestoßen. Andreas Schreyer gibt ein öffentliches Statement zum Thema Rückstellungsverträge im Filmalltag. Er verweist dabei nicht nur auf die Negativ- sondern auch Positivbeispiele in der Branche, wie im Fall von Regisseur „Jochen Alexander Freydank“, mit dem wir kürzlich noch ein Interview zu diesem Thema führten.

1 Antwort
  1. Huckleberry Finn sagte:

    Andreas Schreyer spricht nicht nur mir, sondern sicher den meisten aus dem Herzen. Es ist leider die traurige Wahrheit und die Freydanks muß man in unserer Branche mittlerweile suchen. Was Andreas hier schon anklingen läßt…die Sache mit den Rückstellungsverträgen und der Ingoranz vieler Filmer gegenüber ihrer alten Crew aus den weniger erfolgreichen Tagen, ist nur der Ausdruck einer Branche die mittlerweile von Arroganz, Überheblichkeit und mangeldendem Anstand geprägt ist.
    Ein anderes Beispiel (ja mein eigenes) zur Verdeutlichung:
    Nach meiner Zeit am Theater versuchte ich es, na klar, beim TV und Film, aber abgesehen von einem Drehtag da, einem anderen dort (so ist´s bis heute geblieben), passierte nicht viel. Nun kam es aber so, das ich in die Branche der Image- und Industriefilme hineinwuchs. Mal als Schauspieler, mal als Moderator. Im Laufe der Jahre entwickelte ich ein Gespür, wie man den selbst noch so papierenen Inhalt, vollgepfropft, mit juristischen oder technischen Details, so Leben einhauchen kann, das der Zuschauer nicht schon nach zwei Sekunden einschläft. Fazit: ich arbeite als Schauspieler, die Kunden mögen mich und ich benötige keinen Nebenjob hinter den Tresen, um über die Runden zu kommen. Eine schöne Situation für mich.
    Allerdings werde ich (natürlich bemühe ich mich auch um Rollen in Serien etc.) von Castern und Co. mit Naserümpfen bedacht, weil ich diesen „unkulturellen Scheiss“ mache, diesen werblichen Kram. Wobei, Hand aufs Herz, manche meiner unkulturellen Filme mit mehr Liebe gemacht werden, als so manche Serie, die nach Gutdünken und mit dem Dünnbrettbohrer- Redakteur im Nacken, runtergekurbelt wird.
    Es ist diese Art von Überheblichkeit und Arroganz, die ich meine und die sich auch eben in der Haltung vieler Filmemacher niederschlägt, mal ganz schnell zu vergessen, wer evtl. mitgeholfen hat IHR Projekt zu realisieren. Es gibt sicher x andere Beispiele von Kollegen, die sich anderes anhören (oder antun) mußten wie ich, aber letzten Endes ist das alles nur Ausdruck eines Ungeistes, der leider immer mehr zunimmt.
    Zum Schluss noch das. Ich habe ja eine Zeit in den USA gelebt. Auch dort habe ich in Lowbudget-Filmen mit gespielt. Die Filme habe ich dort nicht nur immer bekommen, sondern sozusagen schnittwarm. Und nicht nur das…es war immer verbunden mit einer Einladung mit nochmaligen Treffen mit Kaffee und Kuchen. Auf die meisten meiner hier in Deutschland gedrehten Filme warte ich noch immer.
    Komisch – heißt es nicht bei uns immer wieder, die Amis wären ein kulturloses Volk?!?!?!?

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