Öffentlich-rechtliche Steuerfluchten
Die Förderreform lässt weiter auf sich warten. Unterdessen zieht es Produktionen lieber in billigere Nachbarländern. Sogar die öffentlich-rechtlichen Sender ziehen dabei mit.
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Die Förderreform lässt weiter auf sich warten. Unterdessen zieht es Produktionen lieber in billigere Nachbarländern. Sogar die öffentlich-rechtlichen Sender ziehen dabei mit.
Ab Juli haben Filmschaffende Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge – „bei allen Dreharbeiten obligatorisch, verbindlich“. Das ist gewaltiger Fortschritt bei der sozialen Absicherung. Ausnahmen gibt es freilich weiterhin.
Die Kunst wird von allen Seiten bedroht und muss geschützt worden, warnt der neue Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Die Gefahren schätzt er allerdings recht unterschiedlich ein.
Im September startet die erste Weiterbildung zur Vertrauensperson – sogar mit Zertifikat. Thomas Biniasz und Christine von Fragstein von Fair Play Film + Kultur haben die Weiterbildung entwickelt, die Produktionsallianz ist Co-Veranstalterin.
35 Jahre nach der Wiedervereinigung hat der Westen immer noch ein schräges Bild vom Osten. Film und Fernsehen tragen eifrig dazu bei – an den Entscheidungspositionen sind Ostdeutsche eine verschwindende Minderheit. Das muss sich ändern, fordert das Netzwerk Quote-Ost noch einmal in einem Offenen Brief.
Mit Sendern und Streamern handelt Verdi Gemeinsame Vergütungsregeln aus. Das steht der Gewerkschaft nicht zu, protestieren mehrere Berufsverbände. Der Bundesverband Synchronregie und Dialogbuch zog sogar vor Gericht. Und bekam recht.
Die „Lolas“ zeigen sich politisch, und der neue Kulturstaatsminister hatte seinen ersten Auftritt vor der Branche. In den Berichten zur Verleihung des „Deutschen Filmpreises“ hat der Kulturkampf schon begonnen.
Große Überraschung, keine Begeisterung – Wolfram Weimer soll der nächste Kulturstaatsminister werden. Viele befürchten: Es wird enger für die Kunst.
1959 war’s vorbei mit Heimatfilmen und leichten Komödien im Wirtschaftswunder-Deutschland. Das Kino hatte den Krimi wiederentdeckt. Fast 40 Filme wurden nach den Romanen von Edgar Wallace gedreht und zogen mehr als 100 Millionen Menschen in die Lichtspielhäuser. Noch heute gehören sie zur Popkultur.
Die Musik ist für Tom Tykwer nicht bloß ein Soundtrack. Für seinen neuen Film nahm sich der Regisseur die „Bohemian Rhapsody“ von Queen als Vorbild. Weil sie „die Musik in all ihren Facetten feiert“. Das wünscht er sich auch fürs Kino.
Vor drei Wochen gewann „No Other Land“ den „Oscar“, doch das Team hinter dem Dokumentarfilm ist in Gefahr. Der Koregisseur Hamdan Ballal wurde im Westjordanland schwer verletzt und festgenommen. Vorwürfe richten sich gegen israelische Siedler, Militär und Polizei.
Der Kampf um ihr Urheberrecht ist vorbei. Acht Jahre lang hatte die Drehbuchautorin Anika Decker um ihren Anteil an den Kino-Bestsellern „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ gekämpft. Am Montag hat sie’s aufgegeben.
Vorige Woche verpuffte die Brandmauer, am Wochenende demonstrierten Hunderttausende für die Demokratie. Auch die Kultur redet Politik und Wahlvolk nochmal ins Gewissen.
Gute Nachrichten aus Hollywood: Auf einen „Oscar“ dürfen dieses Jahr so einige deutsche Filmschaffende hoffen.
Kurz vor Jahresschluss kam doch noch das neue Filmförderungsgesetz. Die große Reform bleibt aber weiterhin eine Baustelle. Und auch im FFG sind von den einstigen Plänen nur Bruchstücke geblieben.
