
Wen interessiert’s? Hauptsache, große Filmkunst entsteht. Die Arbeitsbedingungen in der Branche taugen nur selten als Nachricht. Und leider ist oft die falsche Botschaft wichtiger als der Inhalt. | Foto © Archiv (Kolorierung: Alberto d’Arce)
Es fällt ja nicht allzu schwer, über die Dunkelheit zu klagen, die hinter den gleißenden Scheinwerfern herrscht. Gelegentlich richtet dann aber doch mal jemand die Kamera in die schattigeren Bereiche und zeigt, dass nicht alles nur so toll ist wie angehende Top-Models und Superstars sich das vorstellen. Das geschah bislang zwar eher selten, in diesem bereits auslaufenden Jahr aber schon mehrmals, weshalb ich versucht bin, einen Trend darin sehen zu wollen …
Falls ich da nichts übersehen habe, machte den Anfang der NDR mit seinem Dritten Programm, und das überrascht mich nicht, weil ich dort trotz mancher Ausrutscher noch die letzten Funken öffentlich-rechtlichen Selbstverständnisses vermute und eh in den Dritten gewagt wird, was man dem Publikum nicht richtig zuzumuten traut, bis es dann überraschend ein Erfolg wird und gnadenlos in der ersten Reihe zu Tode formatiert und gesendet wird, weil halt manches einfach nicht fürs Public Viewing taugt – Matthäus 7, 6.
Jedenfalls widmete sich die Arthouse-Abteilung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gleich zweimal der Lage von Filmschaffenden. Einmal den Schauspielern, die sich trotz merkbarer Bildschirmpräsenz mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten müssen, ein anderes Mal der Frage, warum freie Mitarbeiter seit Jahren gleich schlecht bezahlt werden, während ringsumher die Preise steigen, sie also tatsächlich immer weniger verdienen. Das Schönste daran: Beide Sendungen finden ihre Beispiele im eigenen Sender! Vielleicht hat sich da einer die Recherche allzu leicht gemacht, und keiner hat’s gemerkt. Viel besser gefällt mir aber der Gedanke, dass dahinter Absicht steckt, weil das zeigen würde, wozu die Werktätigen in der Film- und Fernsehbranche fähig sind, wenn sie Hand in Hand arbeiten – bis in die Redaktionsstuben.
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