Advents-Aktionen, Mediatheken und Streams statt Kino … in der Woche vom 03. Dezember 2020 – Teil 2.
Welche neuen Wege die Dramaturgie im öffentlich-rechtlichen Sender geht, lässt sich aktuell an der dreiteiligen Dokumentation „Eiskalte Spur“ und dem sechsteiligen Spielfilm „Das Geheimnis des Totenwaldes“ beobachten. Beide seriellen Erzählungen handeln von Mordfällen, die erst nach 30 Jahren zum Teil gelöst werden konnten: Ausgangslage ist das von der Polizei lange Zeit als „Vermisstenfall“ eingestufte Verschwinden einer Frau – es ist die Schwester des bekannten Kriminalisten der Hamburger Polizei, Wolfgang Sielaff. Im Spielfilm heißt diese Hauptfigur Thomas Bethge (Matthias Brandt) und ist der hochangesehene Chef des Landeskriminalamts Hamburg. Er selbst wird von den Polizeikollegen vertröstet, von der Staatsanwaltschaft nicht ernst genommen. 30 Jahre lang bleibt seine Schwester (Silke Bodenbender) verschwunden. Der Fall in der eigenen Familie lässt dem Mann jedoch keine Ruhe. Er ermittelt mit befreundeten Kollegen auf eigene Faust. Und verfolgt die Spur eines Friedhofgärtners (Hanno Koffler), der in einem Wald nicht nur zwei Paare kurz nacheinander in einem Wald erschossen haben könnte – sondern auch seine Schwester auf dem Gewissen hat. Ein „geheimes Zimmer“ in dem Haus des mutmaßlichen Mörders offenbart dessen sado-masochistischen Praktiken … Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Karolina Wrobelhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgKarolina Wrobel2020-12-03 12:42:292020-12-03 12:42:29Kino in Zeiten von Corona 37 – 2
Krisengefühle gab’s nicht erst, seitdem das Virus über die Filmbranche kam. Und längst werden auch ihre grundsätzlicheren Probleme diskutiert. Den Eindruck erweckt zumindest unser heutiger Überblick.
„Die Welt ist ja eine einzige Enttäuschung. Darum hat der Mensch wohl die Kunst erfunden“, sinniert „Die Zeit“ in ihrer Besprechung eines außergewöhnlichen Bildbands: „Accidentally Wes Anderson“ zeigt Instagram-Fotos, die aussehen, als seien sie Filmen des Regisseurs entnommen.
Eine Empfehlung für die Preisgestaltung bei Teameinsätzen will der Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) eben diesen an die Hand geben: „Teampreis 1000+“. „Der Claim ist die Botschaft. Es soll sich in den Köpfen festsetzen, dass ein Team nicht für unter 1.000 Euro zu haben ist, auch bei den Sendeanstalten, wenn sie ihre Budgets aufstellen“, erklärt der Verbandsvorsitzende Frank Trautmann im Interview mit „Film & TV Kamera“: Bei den Ausschreibungen der Sender stagnierten die Teampreise „seit Ende der 1990er Jahre, aber gleichzeitig werden die Ansprüche vor allem an die Technik immer höher“, so Trautmann. Der „griffige Claim ,Teampreis 1000+’“ soll klarmachen: „Unter 1.000 Euro ist es nicht möglich, einen rechtssicheren Auftrag zu übernehmen, der sich rechnet und der auch den Arbeitsschutzrichtlinien entspricht.“
Corona trifft alle, nur nicht die Bürokraten: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 93.
„Never waste a crisis!“ Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales am 1. Dezember 2020
Warum gibt es eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff in Großbritannien, wo ab sofort mit dem Impfen begonnen wird, aber nicht in der Europäischen Union oder wenigstens in Deutschland? Dies ist nur das neueste für die Überregulierung unserer Verhältnisse, und für unser übermäßiges Sicherheitsdenken. Es muss ja niemand gezwungen werden, sich impfen zu lassen, aber wer es möchte, der darf es doch dürfen.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-12-02 21:31:462020-12-02 21:31:46Gedanken in der Pandemie 93: Gießkanne, Rasensprenger und die Formulare nicht vergessen!
Noch immer fallen viele Kulturschaffende durchs Raster. Die #coronakünstlerhilfe will mit Spenden helfen. | Screenshot
Die BKM hat im nächsten Jahr 30 Millionen Euro mehr für den Film im Etat – das Geld ist für international koproduzierte Filme und High-End-Serien vorgesehen. Derweil helfen die Kulturschaffenden sich selbst mit einer Spendenkampagne für Kolleg*innen in Not.
Künstler*innen, die wegen Covid-19 unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind, soll geholfen werden. Dafür sammelt die Initiative #coronakünstlerhilfe Spenden. Gegründet wurde sie von dem Filmemacher und Singer/Songwriter Timm Markgraf und dem Unternehmer Benjamin Klein, die Spenden werden über den eigens zu diesem Zweck gegründeten Verein „1st class session-Artist Support e.V.“ treuhändisch verwaltet und verteilt werden. Weitere Informationen, Statements und natürlich die Möglichkeit, sich um die Unterstützung zu bewerben, bietet die Website. Für die Corona-Künstlerhilfe wirbt auch die Initiative „Voices!2020 – Unsere Stimmen für Künstler in Not“. In ihrem Adventskalender auf Youtube lesen bekannte deutsche Stimmen und Sprecher als Ensemble ab 1. Dezember Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“ für den guten Zweck. Jeden Tag gibt es ein Kapitel zu sehen, zu hören und zu erleben.
Und kauft besser beim Händler um die Ecke: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 92.
Ein nicht mehr ganz junger Mann, der immer nur falsche Entscheidungen trifft, und nicht einmal von seinen Eltern geliebt wird. Weil er alle Chancen vergeigt, die er bekommt. Und ein naives junges Mädchen, das fast noch ein Kind ist, als es seinen Märchenprinzen trifft. Dem dann, als dieser sich schnell als Frosch entpuppt, der Mut fehlt, und vielleicht auch die Intelligenz, im richtigen Moment noch abzuspringen von dem Schlitten, der sie in ihr Unglück führt …
Wir alle kennen diese Geschichte vom Prinz und dem Mädchen, vom traurigen Charles und der unglücklichen Diana Spencer. Jetzt wird sie noch einmal erzählt, in der vierten Staffel der Serie „The Crown“, die seit gut zwei Wochen auf Netflix verfügbar ist. Ganz Großbritannien streitet nun, was dran ist, an den Facetten und Innenansichten, um die das Bekannte bereichert wurde. Gute Recherche der Autoren oder ihre blühende Phantasie? Der Reiz dieser Serie liegt genau hier: Dass Zeitgeschichte nacherzählt wird,aber um Details und Szenen ausstaffiert, die ausgedacht sein müssen, weil bei ihnen nur die handelnden Personen selbst dabei waren.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-11-30 21:56:162020-11-30 21:56:16Gedanken in der Pandemie 92: Vertraue nicht den Algorithmen!
„Wenn du das Spielfeld betrittst, wird das Leben unwichtig; die Probleme werden unwichtig; alles wird unwichtig“, meinte Diego Maradona. | Screenshot
Heimweg des Genies, Auswege im Lockdown-Wahnsinn und der deutsche Clasico: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 91.
„Wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, muss es auch einen Möglichkeitssinn geben.“ Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften
„Wenn du das Spielfeld betrittst, wird das Leben unwichtig; die Probleme werden unwichtig; alles wird unwichtig.“ Diego Armando Maradona
So wichtig alles andere sein mag (ja: Corona; jaaa: die vielen Kranken; meinetwegen auch: Merkel), aber es ist schon klar: Heute muss ich erstmal über die „Hand Gottes“ schreiben: Diego Armando Maradona. Der beste Fußballer der Welt. Besser als Pele, als Kaiser Franz, und als Messi. Leider ist er am Mittwoch viel zu früh gestorben. Als ich die Nachricht gehört habe, kamen mir die Tränen. Maradona war enigmatisch, ein cooler Typ, witzig und genial als Fußballer, kindisch und überfordert im Leben. „Er hat ja alles im Leben falsch gemacht – außer Fußballspielen.“ resümiert Marcel Reif in seinem „Bild“-Vlog.
So wenig Fußball etwas ist, was das Kino erfassen kann, so sehr gab sich das Kino doch im Fall von Maradona immer wieder Mühe. Vielleicht weil bei ihm Fußball Schicksal war, Transzendenz, Götternähe, jedenfalls Oper, Drama, ganz großes Kino.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-11-27 20:57:072020-11-27 20:57:07Gedanken in der Pandemie 91: Der gefallene Engel
In einem Video-Appell erzählen Kulturschaffende von ihrer Lage im zweiten Lockdown. | Screenshot
Der Lockdown geht in die Verlängerung, am Mittwoch hatten sich Bund und Länder auch ohne Parlament geeinigt. Die Kurzfassung: Besser wird’s erstmal nicht, aber die Hilfen rollen endlich los.
Was Bund und Länder am Mittwoch beschlossen haben, fasst unter anderem der Deutschlandfunk im Überblick zusammen.
Immerhin: Die sogenannte „Novemberhilfe“ wird bis zum 20. Dezember verlängert, und Anträge für den November können schon seit Mittwoch endlich gestellt werden. Noch vor Ende des Monats (!) soll es erste (!) Abschlagszahlungen geben. Die Bundesregierung hat die Informationen zusammengefasst.
Mit den Novemberhilfen und wie sie berechnet werden, hatte sich noch am Dienstag „Der Tagesspiegel“ auseinandergesetzt.
Der BR erklärt mit einem FAQ, wie man an die Hilfe kommt.
In München bietet das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft abkommenden Montag eine telefonische Sprechstunde zu den aktuellen Hilfen: Sie bietet eine Orientierung zu den aktuellen und angekündigten Förderprogrammen von Bund und Land, „zum Beispiel zu aktuellen Fristen, Förderlogiken oder Verantwortlichkeiten.“ Individuelle Anträge können aber nicht betreut werden. Links und Erklärungen finden sich auch auf der Website.
Mediatheken und Streams statt Kino … in der Woche vom 26. November 2020 – Teil 1.
Eine letzte Woche Wellenbrecher-Lockdown und dann geht es wieder los? Man darf doch wohl noch träumen. Am Donnerstag, wenn diese Kolumne erscheint, wissen wir, was inoffiziell schon die Runde macht: die Maßnahmen werden verlängert. Aber für die Kolumne am Donnerstag habe ich einen gewissen Vorlauf. Darum kann ich nicht mit unerschütterlicher Gewissheit behaupten, was noch nicht kommuniziert wurde. Ich könnte mir also real vorstellen, die Maßnahmen werden aufgehoben und wir dürfen alle wieder ins Kino. Das wäre schön, denn das Zuhause-Streamen ist nicht nur nicht dasselbe wie Kino, es ist auch viel ermüdender. Ich kann also noch nicht schreiben „es geht wieder los“ und auch nicht „das wird dieses Jahr nichts mehr“. Sobald in meinem E-Mail-Postfach die Startänderungsmeldungen hereinpurzeln, werde ich die Verlängerung als unumstößlich betrachten. Die Kollegen unserer Redaktion werden darüber berichten.
Kino in Zeiten von Corona 37 – 2
Karolina Wrobel, Unsere Gäste„Das Geheimnis des Totenwaldes“. | Foto © Bavaria Fiction/NDR/Conrad Film
Advents-Aktionen, Mediatheken und Streams statt Kino … in der Woche vom 03. Dezember 2020 – Teil 2.
Welche neuen Wege die Dramaturgie im öffentlich-rechtlichen Sender geht, lässt sich aktuell an der dreiteiligen Dokumentation „Eiskalte Spur“ und dem sechsteiligen Spielfilm „Das Geheimnis des Totenwaldes“ beobachten. Beide seriellen Erzählungen handeln von Mordfällen, die erst nach 30 Jahren zum Teil gelöst werden konnten: Ausgangslage ist das von der Polizei lange Zeit als „Vermisstenfall“ eingestufte Verschwinden einer Frau – es ist die Schwester des bekannten Kriminalisten der Hamburger Polizei, Wolfgang Sielaff. Im Spielfilm heißt diese Hauptfigur Thomas Bethge (Matthias Brandt) und ist der hochangesehene Chef des Landeskriminalamts Hamburg. Er selbst wird von den Polizeikollegen vertröstet, von der Staatsanwaltschaft nicht ernst genommen. 30 Jahre lang bleibt seine Schwester (Silke Bodenbender) verschwunden. Der Fall in der eigenen Familie lässt dem Mann jedoch keine Ruhe. Er ermittelt mit befreundeten Kollegen auf eigene Faust. Und verfolgt die Spur eines Friedhofgärtners (Hanno Koffler), der in einem Wald nicht nur zwei Paare kurz nacheinander in einem Wald erschossen haben könnte – sondern auch seine Schwester auf dem Gewissen hat. Ein „geheimes Zimmer“ in dem Haus des mutmaßlichen Mörders offenbart dessen sado-masochistischen Praktiken …
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Corona: Brancheninfo 96
out takes, Peter Hartig„Die Wirklichkeit kann ja so fiktional sein!“ staunt „Die Zeit“ über den Bildband „Accidentally Wes Anderson“. | Foto © Dave Kulesza/DuMont
Krisengefühle gab’s nicht erst, seitdem das Virus über die Filmbranche kam. Und längst werden auch ihre grundsätzlicheren Probleme diskutiert. Den Eindruck erweckt zumindest unser heutiger Überblick.
„Die Welt ist ja eine einzige Enttäuschung. Darum hat der Mensch wohl die Kunst erfunden“, sinniert „Die Zeit“ in ihrer Besprechung eines außergewöhnlichen Bildbands: „Accidentally Wes Anderson“ zeigt Instagram-Fotos, die aussehen, als seien sie Filmen des Regisseurs entnommen.
Eine Empfehlung für die Preisgestaltung bei Teameinsätzen will der Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK) eben diesen an die Hand geben: „Teampreis 1000+“. „Der Claim ist die Botschaft. Es soll sich in den Köpfen festsetzen, dass ein Team nicht für unter 1.000 Euro zu haben ist, auch bei den Sendeanstalten, wenn sie ihre Budgets aufstellen“, erklärt der Verbandsvorsitzende Frank Trautmann im Interview mit „Film & TV Kamera“: Bei den Ausschreibungen der Sender stagnierten die Teampreise „seit Ende der 1990er Jahre, aber gleichzeitig werden die Ansprüche vor allem an die Technik immer höher“, so Trautmann. Der „griffige Claim ,Teampreis 1000+’“ soll klarmachen: „Unter 1.000 Euro ist es nicht möglich, einen rechtssicheren Auftrag zu übernehmen, der sich rechnet und der auch den Arbeitsschutzrichtlinien entspricht.“
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Gedanken in der Pandemie 93: Gießkanne, Rasensprenger und die Formulare nicht vergessen!
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeDie Große Koalition plant gerade eine Steuerpauschale für das Arbeiten im Home Office. Im Gespräch sind fünf Euro pro Tag (Szenenfoto aus „Adaptation“). | Foto © Columbia Tri Star
Corona trifft alle, nur nicht die Bürokraten: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 93.
„Never waste a crisis!“
Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales am 1. Dezember 2020
Warum gibt es eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff in Großbritannien, wo ab sofort mit dem Impfen begonnen wird, aber nicht in der Europäischen Union oder wenigstens in Deutschland? Dies ist nur das neueste für die Überregulierung unserer Verhältnisse, und für unser übermäßiges Sicherheitsdenken. Es muss ja niemand gezwungen werden, sich impfen zu lassen, aber wer es möchte, der darf es doch dürfen.
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Corona: Brancheninfo 95
out takes, Peter HartigNoch immer fallen viele Kulturschaffende durchs Raster. Die #coronakünstlerhilfe will mit Spenden helfen. | Screenshot
Die BKM hat im nächsten Jahr 30 Millionen Euro mehr für den Film im Etat – das Geld ist für international koproduzierte Filme und High-End-Serien vorgesehen. Derweil helfen die Kulturschaffenden sich selbst mit einer Spendenkampagne für Kolleg*innen in Not.
Künstler*innen, die wegen Covid-19 unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind, soll geholfen werden. Dafür sammelt die Initiative #coronakünstlerhilfe Spenden. Gegründet wurde sie von dem Filmemacher und Singer/Songwriter Timm Markgraf und dem Unternehmer Benjamin Klein, die Spenden werden über den eigens zu diesem Zweck gegründeten Verein „1st class session-Artist Support e.V.“ treuhändisch verwaltet und verteilt werden. Weitere Informationen, Statements und natürlich die Möglichkeit, sich um die Unterstützung zu bewerben, bietet die Website.
Für die Corona-Künstlerhilfe wirbt auch die Initiative „Voices!2020 – Unsere Stimmen für Künstler in Not“. In ihrem Adventskalender auf Youtube lesen bekannte deutsche Stimmen und Sprecher als Ensemble ab 1. Dezember Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“ für den guten Zweck. Jeden Tag gibt es ein Kapitel zu sehen, zu hören und zu erleben.
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Gedanken in der Pandemie 92: Vertraue nicht den Algorithmen!
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeZu Fernsehzeiten wär’s ein Straßenfeger gewesen: „The Crown“, auf Netflix. | Foto © Netflix
Und kauft besser beim Händler um die Ecke: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 92.
Ein nicht mehr ganz junger Mann, der immer nur falsche Entscheidungen trifft, und nicht einmal von seinen Eltern geliebt wird. Weil er alle Chancen vergeigt, die er bekommt. Und ein naives junges Mädchen, das fast noch ein Kind ist, als es seinen Märchenprinzen trifft. Dem dann, als dieser sich schnell als Frosch entpuppt, der Mut fehlt, und vielleicht auch die Intelligenz, im richtigen Moment noch abzuspringen von dem Schlitten, der sie in ihr Unglück führt …
Wir alle kennen diese Geschichte vom Prinz und dem Mädchen, vom traurigen Charles und der unglücklichen Diana Spencer. Jetzt wird sie noch einmal erzählt, in der vierten Staffel der Serie „The Crown“, die seit gut zwei Wochen auf Netflix verfügbar ist. Ganz Großbritannien streitet nun, was dran ist, an den Facetten und Innenansichten, um die das Bekannte bereichert wurde. Gute Recherche der Autoren oder ihre blühende Phantasie? Der Reiz dieser Serie liegt genau hier: Dass Zeitgeschichte nacherzählt wird, aber um Details und Szenen ausstaffiert, die ausgedacht sein müssen, weil bei ihnen nur die handelnden Personen selbst dabei waren.
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Gedanken in der Pandemie 91: Der gefallene Engel
Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste„Wenn du das Spielfeld betrittst, wird das Leben unwichtig; die Probleme werden unwichtig; alles wird unwichtig“, meinte Diego Maradona. | Screenshot
Heimweg des Genies, Auswege im Lockdown-Wahnsinn und der deutsche Clasico: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 91.
„Wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, muss es auch einen Möglichkeitssinn geben.“
Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften
„Wenn du das Spielfeld betrittst, wird das Leben unwichtig; die Probleme werden unwichtig; alles wird unwichtig.“
Diego Armando Maradona
So wichtig alles andere sein mag (ja: Corona; jaaa: die vielen Kranken; meinetwegen auch: Merkel), aber es ist schon klar: Heute muss ich erstmal über die „Hand Gottes“ schreiben: Diego Armando Maradona. Der beste Fußballer der Welt. Besser als Pele, als Kaiser Franz, und als Messi. Leider ist er am Mittwoch viel zu früh gestorben. Als ich die Nachricht gehört habe, kamen mir die Tränen. Maradona war enigmatisch, ein cooler Typ, witzig und genial als Fußballer, kindisch und überfordert im Leben. „Er hat ja alles im Leben falsch gemacht – außer Fußballspielen.“ resümiert Marcel Reif in seinem „Bild“-Vlog.
So wenig Fußball etwas ist, was das Kino erfassen kann, so sehr gab sich das Kino doch im Fall von Maradona immer wieder Mühe. Vielleicht weil bei ihm Fußball Schicksal war, Transzendenz, Götternähe, jedenfalls Oper, Drama, ganz großes Kino.
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Corona: Brancheninfo 94
out takes, Peter HartigIn einem Video-Appell erzählen Kulturschaffende von ihrer Lage im zweiten Lockdown. | Screenshot
Der Lockdown geht in die Verlängerung, am Mittwoch hatten sich Bund und Länder auch ohne Parlament geeinigt. Die Kurzfassung: Besser wird’s erstmal nicht, aber die Hilfen rollen endlich los.
Was Bund und Länder am Mittwoch beschlossen haben, fasst unter anderem der Deutschlandfunk im Überblick zusammen.
Immerhin: Die sogenannte „Novemberhilfe“ wird bis zum 20. Dezember verlängert, und Anträge für den November können schon seit Mittwoch endlich gestellt werden. Noch vor Ende des Monats (!) soll es erste (!) Abschlagszahlungen geben. Die Bundesregierung hat die Informationen zusammengefasst.
Mit den Novemberhilfen und wie sie berechnet werden, hatte sich noch am Dienstag „Der Tagesspiegel“ auseinandergesetzt.
Der BR erklärt mit einem FAQ, wie man an die Hilfe kommt.
In München bietet das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft ab kommenden Montag eine telefonische Sprechstunde zu den aktuellen Hilfen: Sie bietet eine Orientierung zu den aktuellen und angekündigten Förderprogrammen von Bund und Land, „zum Beispiel zu aktuellen Fristen, Förderlogiken oder Verantwortlichkeiten.“ Individuelle Anträge können aber nicht betreut werden. Links und Erklärungen finden sich auch auf der Website.
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Kino in Zeiten von Corona 36 – 1
Elisabeth Nagy, Unsere Gäste„Jingle Jangle Journey“. | Foto © Netflix
Mediatheken und Streams statt Kino … in der Woche vom 26. November 2020 – Teil 1.
Eine letzte Woche Wellenbrecher-Lockdown und dann geht es wieder los? Man darf doch wohl noch träumen. Am Donnerstag, wenn diese Kolumne erscheint, wissen wir, was inoffiziell schon die Runde macht: die Maßnahmen werden verlängert. Aber für die Kolumne am Donnerstag habe ich einen gewissen Vorlauf. Darum kann ich nicht mit unerschütterlicher Gewissheit behaupten, was noch nicht kommuniziert wurde. Ich könnte mir also real vorstellen, die Maßnahmen werden aufgehoben und wir dürfen alle wieder ins Kino. Das wäre schön, denn das Zuhause-Streamen ist nicht nur nicht dasselbe wie Kino, es ist auch viel ermüdender. Ich kann also noch nicht schreiben „es geht wieder los“ und auch nicht „das wird dieses Jahr nichts mehr“. Sobald in meinem E-Mail-Postfach die Startänderungsmeldungen hereinpurzeln, werde ich die Verlängerung als unumstößlich betrachten. Die Kollegen unserer Redaktion werden darüber berichten.
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