… erwarten die Filmkritiker im Land. Denn heute beginnt die 71. Berlinale. Aber irgendwie nicht so richtig. Ein Überblick des Bedauerns.
„Ohne Kinos, Publikum, roten Teppich oder Stars. Kritiker dürfen online schauen“ – die „Taz“ hat wenig Freude an der diesjährigen Berlinale: „Derweil fehlt all das, was die Berlinale sonst ausmacht: das Treiben am Potsdamer Platz, die Hysterie, die sich beim gemeinsamen geballten Dauergucken einstellt, die Begegnungen am Rande, selbst die üblichen Bären und großflächig verteilten Plakate in der Stadt. Auch der spontane Austausch untereinander fehlt …“ Das Fazit schon vor dem Start: „Es wird ein Durchhaltefestival gewesen sein. Auf einer Reise ins Ungewisse.“
Prävention und Repression: Wer interpretiert die Interpreten? Wer bezahlt Spahns Haus? Und was sind dieSchwächen im Mindset der Deutschen? Gedanken in der Pandemie – Folge 105.
„Es wird nicht ohne Bitternis abgehen.“
Helge Braun, Kanzleramtschef, am 22. März 2020
„Die Leute haben die Schnauze voll.“
Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen
„Nicht immer nur Bedenken vortragen. Man kann auch Lösungen vortragen.“
Boris Palmer
Krise macht Freude. Wenigstens einer gibt es zu. Auf die Frage von Markus Lanz „Macht Krise eigentlich Spaß?“ antwortet der frühere Innenminister Thomas de Maiziere: „Spaß nicht, aber Freude schon.“ Seie Begründung: „In der Krise zeigt sich, wer was kann. Die Krise sucht sich die mächtigen, nicht die Zuständigkeiten. Die Krise stärkt die Seriösen und nicht die Lauten. Und in der Krise ist Schluss mit Firlefanz und Inszenierung, denn da kommt es auf die Substanz an. Und wer es gerne macht, dem macht auch Krise Freude – auch wenn es natürlich unangenehm ist und hart und es um Leben und Tod geht.“
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2021-03-01 20:42:592021-03-01 22:43:51Gedanken in der Pandemie 105: Gut gemeint und gut gemacht
Eine halbe Stunde debattierte der Bundestag heute über Chancengleichheit in der Kultur. Angenommen wurde der Antrag der Regierungsfraktionen. Die Linke würde weiter gehen. | Screenshot
Auch in der Kultur verdienen Frauen schlechter als Männer. Die Unterschiede seien sogar „erschreckend groß“, sagt der Deutsche Kulturrat. Heute debattierte der Bundestag über Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien.
Anträge zurGeschlechtergerechtigkeit in der Kulturarbeit hat der Bundestag heute erstmals beraten. Angenommen wurde der Antrag von CDU/CSU und SPD mit dem Titel „Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien verwirklichen“. „Die Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten bezeichnet der Deutsche Kulturrat als ,erschreckend groß’. Besonders gravierend sei, dass vielfach bereits die unter 30-Jährigen in der Künstlersozialversicherung versicherten Künstlerinnen ein geringeres Einkommen erzielen als die männlichen Künstler“, heißt es in dem Antrag. „Der Gender-Pay-Gap ist eine wesentliche Ursache für Altersarmut von Frauen. Eine Ursache für den Gender-Pay- Gap ist der ,Gender-Show-Gap‘. Werke von Frauen werden weniger gezeigt, aufgeführt, präsentiert oder besprochen. Daraus folgt eine geringere Marktpräsenz.“
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2021-02-25 18:53:022021-02-25 18:53:02Gleichberechtigung in der Debatte
Am Freitag kommt die 11. Folge der UFM-Talks. Dann spricht Ludwig Sporrer (links unten, dann gegen den Uhrzeiger) mit der Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Die Grünen), dem Regisseur David Wnendt und Oliver Zenglein von Crew United. | Screenshot
Beim Unified Filmmakers Festival können Filmschaffende ihre „persönlichen Geschichten über diese außergewöhnliche Zeit“ erzählen. Die Festivalmacher*innen wollen vor allem eine Plattform zum Austausch bieten: Jede Woche laden sie Film- und Kulturschaffende unterschiedlichster Richtungen zum Online-Talk.
Unter dem Eindruck der Pandemie entstand das Unified Filmmakers Festival: „Kein anderes Ereignis hat uns in den vergangenen 70 Jahren die Schwäche unserer Gesellschaft so klar vor Augen geführt wie die Covid-19-Pandemie.“ Grund genug, ein Festival zu starten, das Filmschaffenden rund um die Welt Gelegenheit gibt, ihre „persönlichen Geschichten über diese außergewöhnliche Zeit“ zu erzählen. Die Ausschreibung für Kurzfilme aller Genres bis 20 Minuten Länge läuft noch bis zum 31. März.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2021-02-23 14:46:022021-02-23 14:46:02Unified Filmmakers: Vereint in der Krise
Schubumkehr: Kampfansagen an das Corona-Regime – Gedanken in der Pandemie 104.
„Den Lockdown macht man ja nur, weil man keine Kenntnis hat.“ Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrates
„Ich glaube, dass es ist falsch ist, dass wir immer nur über Risikovermeidung sprechen. Wir müssen über Risikomanagement sprechen. Über das Leben mit dem Risiko, nicht über die komplette Vermeidung jedes möglichen Risikos.“
Carsten Linnemann, CDU-Bundestagsabgeordneter
Es ist ein politischer Paukenschlag, auch wenn er im Mehltau der dumpf-morbiden Lockdown-Hauptstadtvorerst zu verhallen scheint. Die, für die er bestimmt war, werden ihn sehr genau vernehmen.
„Immer neue erfundene Grenzwerte“; „alles verbieten“; „Bürger behandeln wie unmündige Kinder“; „Verhinderung des Lebens“; „das Leben nicht nur an Inzidenzwerten ausrichten“ – dies sind, sehr grob gesagt, die wichtigsten Stichworte aus Armin Laschet Rede vor dem baden-württembergischen Landesverband des CDU-Wirtschaftsrat.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2021-02-22 21:50:242021-02-23 10:29:51Gedanken in der Pandemie 104: Die dritte Welle ist da
Herden im Lockdown: SPD, „Taz“, „Tatort“ und der „identitär unterfütterte Postkolonialismus“: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 103.
„Nach allen Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, messe ich den Bund mittlerweile nur noch an seinen Taten und nicht an seinen Worten.“ Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein
„Der Instinkt der Heerde schätzt die Mitte und das Mittlere als das Höchste und Werthvollste ab: die Stelle, auf der die Mehrzahl sich befindet; die Art und Weise, in der sie sich daselbst befindet.[…] Die Heerde empfindet die Ausnahme, sowohl das Unter-ihr wie das Über-ihr, als Etwas, das zu ihr sich gegnerisch und schädlich verhält. Ihr Kunstgriff in Hinsicht auf die Ausnahmen nach Oben, die Stärkeren, Mächtigeren, Weiseren, Fruchtbareren ist, sie zur Rolle der Hüter, Hirten, Wächter zu überreden – zu ihren ersten Dienern: damit hat sie eine Gefahr in einen Nutzen umgewandelt. In der Mitte hört die Furcht auf: hier ist man mit Nichts allein; hier ist wenig Raum für das Mißverständniß; hier giebt es Gleichheit; hier wird das eigne Sein nicht als Vorwurf empfunden, sondern als das rechte Sein; hier herrscht die Zufriedenheit. Das Mißtrauen gilt den Ausnahmen; Ausnahme sein gilt als Schuld.“ Friedrich Nietzsche, Nachlass
„Ruuuucki-Zuuuucki!!“ – Anti-Yoga-Gymnastik zum Rosenmontag von Ernst Neger – ja er heißt wirklich so.
+++
Kurz einfach mal durchatmen. Laut RKI sind Stand heute 2.342.191 (gut 2,3 Millionen) seit letztem Februar irgendwann infiziert/positiv getestet gewesen. Also 2,82 Prozent aller 83,9 Millionen Deutschen. Das heißt: Über 97 Prozent aller Deutschen sind mit Corona nie (oder zumindest nie nachweisbar) in Berührung gekommen.
Nach Angaben des RKI und anderer Quellen nehmen mindestens 80 Prozent dieser Fälle einen „milden“ Verlauf. Die zur Zeit aktiven Fälle (also alle in den letzten 7 Tagen positiv getesteten, nicht etwa in jedem Fall schwerkranken) liegen bei 148.000. Das heißt: Aufgerundet sind 0,2 Prozent der Bevölkerung zur Zeit ansteckend. Das heißt, dass man unter 500 Menschen weniger als einen Infizierten trifft. Sie zu treffen heißt aber noch nicht, dass man sich auch ansteckt.
Fehlende Opposition und die Pandemie der Politik: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 102.
„Eine Pandemie bekämpft man mit Ehrlichkeit.“ Albert Camus
„Für immer nur drin in der Bude/ Forever alone/ forever at home/ Die Flasche Wein steht unterm Tisch/ Vorm Ofen hockt das Huhn/ Gardine zu und Musik an/ Um neun Uhr Augen zu.“ Helge Schneider
„Stichhaltig? – Wir bewegen uns ja in einem Bereich, wo Stichhaltigkeit gleich wissenschaftliche Erkenntnis nicht auf dem Tisch liegt, sondern wir erleben immer wieder neue Spekulationen, die auch mit Angst zu tun haben, mit Chancen zu tun haben, mit Sicherheit zu tun haben. Das ist so eine bunte Mischung, wo es anscheinend dazu gehört, den Politiker gegenüber am Tisch zu überraschen, um eigene Ziele zu erreichen. Dass wir in der Politik wie in der Bevölkerung Personengruppen haben, die sich mehr auf die Sicherheit konzentrieren, und andere Personengruppen haben, die sich auch auf die Öffnung konzentrieren, das steht ja fest.“ Christof Rasche, FDP-Politiker
Gehorsam ist die Tugend der Diener. Ungehorsam ist die Tugend des freien Menschen. „Niemanden zum Gehorsam verpflichtet.“ – das machte den Unterschied aus?
Und heute? Freiwillige Unterwerfung und Selbstversklavung allerorten. Angefangen mit den Algorithmen der Konzerne.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2021-02-08 21:58:512021-02-08 21:58:51Gedanken in der Pandemie 102: Die Normalität des Panikmodus
„Individuals have rights, and there are things, no person or group may do to them without violating their rights.“ Robert Nozick : „Anarchy State and Utopia“.
„Was passiert, nicht etwa wenn die Dystopie stattfindet, sondern wenn sie nicht stattfindet?“ Don de Lillo
Hurra! Hurra, der Pumuckel ist wieder da, hurra, hurra … – auch der Blog ist wieder da, nicht ganz so wie sonst, sondern vorläufig erstmal wieder nur einmal pro Woche. Besser als nichts. Aber diese Texte werden eine andere Form haben. Denn die Gedanken in der Pandemie sind natürlich immer da, so wie die Pandemie selbst.
Dieser Blog wird also noch eine etwas andere Form bekommen müssen, mehr Medienbeobachtung …
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2021-02-01 21:00:202021-02-01 21:00:20Gedanken in der Pandemie 101: Der Tunnel am Ende des Horizonts
Tage des einsamen Streamens …
out takes, Peter HartigMit Abstand und unvollständig präsentiert sich die Wettbewerbs-Jury der Berlinale im leeren Kinosaal. | © Alexander Janetzko/Berlinale
… erwarten die Filmkritiker im Land. Denn heute beginnt die 71. Berlinale. Aber irgendwie nicht so richtig. Ein Überblick des Bedauerns.
„Ohne Kinos, Publikum, roten Teppich oder Stars. Kritiker dürfen online schauen“ – die „Taz“ hat wenig Freude an der diesjährigen Berlinale: „Derweil fehlt all das, was die Berlinale sonst ausmacht: das Treiben am Potsdamer Platz, die Hysterie, die sich beim gemeinsamen geballten Dauergucken einstellt, die Begegnungen am Rande, selbst die üblichen Bären und großflächig verteilten Plakate in der Stadt. Auch der spontane Austausch untereinander fehlt …“ Das Fazit schon vor dem Start: „Es wird ein Durchhaltefestival gewesen sein. Auf einer Reise ins Ungewisse.“
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Gedanken in der Pandemie 105: Gut gemeint und gut gemacht
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeZu Gast bei „Lanz“: Wieder allerlei Leute, die über die Pandemie Bescheid wissen. | Foto © ZDF
Prävention und Repression: Wer interpretiert die Interpreten? Wer bezahlt Spahns Haus? Und was sind die Schwächen im Mindset der Deutschen? Gedanken in der Pandemie – Folge 105.
„Es wird nicht ohne Bitternis abgehen.“
Helge Braun, Kanzleramtschef, am 22. März 2020
„Die Leute haben die Schnauze voll.“
Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen
„Nicht immer nur Bedenken vortragen. Man kann auch Lösungen vortragen.“
Boris Palmer
Krise macht Freude. Wenigstens einer gibt es zu. Auf die Frage von Markus Lanz „Macht Krise eigentlich Spaß?“ antwortet der frühere Innenminister Thomas de Maiziere: „Spaß nicht, aber Freude schon.“ Seie Begründung: „In der Krise zeigt sich, wer was kann. Die Krise sucht sich die mächtigen, nicht die Zuständigkeiten. Die Krise stärkt die Seriösen und nicht die Lauten. Und in der Krise ist Schluss mit Firlefanz und Inszenierung, denn da kommt es auf die Substanz an. Und wer es gerne macht, dem macht auch Krise Freude – auch wenn es natürlich unangenehm ist und hart und es um Leben und Tod geht.“
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Gleichberechtigung in der Debatte
out takes, Peter HartigEine halbe Stunde debattierte der Bundestag heute über Chancengleichheit in der Kultur. Angenommen wurde der Antrag der Regierungsfraktionen. Die Linke würde weiter gehen. | Screenshot
Auch in der Kultur verdienen Frauen schlechter als Männer. Die Unterschiede seien sogar „erschreckend groß“, sagt der Deutsche Kulturrat. Heute debattierte der Bundestag über Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien.
Anträge zur Geschlechtergerechtigkeit in der Kulturarbeit hat der Bundestag heute erstmals beraten. Angenommen wurde der Antrag von CDU/CSU und SPD mit dem Titel „Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien verwirklichen“. „Die Einkommensunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten bezeichnet der Deutsche Kulturrat als ,erschreckend groß’. Besonders gravierend sei, dass vielfach bereits die unter 30-Jährigen in der Künstlersozialversicherung versicherten Künstlerinnen ein geringeres Einkommen erzielen als die männlichen Künstler“, heißt es in dem Antrag. „Der Gender-Pay-Gap ist eine wesentliche Ursache für Altersarmut von Frauen. Eine Ursache für den Gender-Pay- Gap ist der ,Gender-Show-Gap‘. Werke von Frauen werden weniger gezeigt, aufgeführt, präsentiert oder besprochen. Daraus folgt eine geringere Marktpräsenz.“
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Unified Filmmakers: Vereint in der Krise
out takes, Peter HartigAm Freitag kommt die 11. Folge der UFM-Talks. Dann spricht Ludwig Sporrer (links unten, dann gegen den Uhrzeiger) mit der Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Die Grünen), dem Regisseur David Wnendt und Oliver Zenglein von Crew United. | Screenshot
Beim Unified Filmmakers Festival können Filmschaffende ihre „persönlichen Geschichten über diese außergewöhnliche Zeit“ erzählen. Die Festivalmacher*innen wollen vor allem eine Plattform zum Austausch bieten: Jede Woche laden sie Film- und Kulturschaffende unterschiedlichster Richtungen zum Online-Talk.
Unter dem Eindruck der Pandemie entstand das Unified Filmmakers Festival: „Kein anderes Ereignis hat uns in den vergangenen 70 Jahren die Schwäche unserer Gesellschaft so klar vor Augen geführt wie die Covid-19-Pandemie.“ Grund genug, ein Festival zu starten, das Filmschaffenden rund um die Welt Gelegenheit gibt, ihre „persönlichen Geschichten über diese außergewöhnliche Zeit“ zu erzählen. Die Ausschreibung für Kurzfilme aller Genres bis 20 Minuten Länge läuft noch bis zum 31. März.
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Gedanken in der Pandemie 104: Die dritte Welle ist da
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeEben erst gewählt, schon anderer Meinung: Der neue CDU-Chef Armin Laschet (Mitte) will wieder lockern. | Foto © BR
Schubumkehr: Kampfansagen an das Corona-Regime – Gedanken in der Pandemie 104.
„Den Lockdown macht man ja nur, weil man keine Kenntnis hat.“
Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrates
„Ich glaube, dass es ist falsch ist, dass wir immer nur über Risikovermeidung sprechen. Wir müssen über Risikomanagement sprechen. Über das Leben mit dem Risiko, nicht über die komplette Vermeidung jedes möglichen Risikos.“
Carsten Linnemann, CDU-Bundestagsabgeordneter
Es ist ein politischer Paukenschlag, auch wenn er im Mehltau der dumpf-morbiden Lockdown-Hauptstadt vorerst zu verhallen scheint. Die, für die er bestimmt war, werden ihn sehr genau vernehmen.
„Immer neue erfundene Grenzwerte“; „alles verbieten“; „Bürger behandeln wie unmündige Kinder“; „Verhinderung des Lebens“; „das Leben nicht nur an Inzidenzwerten ausrichten“ – dies sind, sehr grob gesagt, die wichtigsten Stichworte aus Armin Laschet Rede vor dem baden-württembergischen Landesverband des CDU-Wirtschaftsrat.
Dies ist, was hängenbleibt.
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Gedanken in der Pandemie 103: Gute Hirten führen sanft …
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeDie Politisierung des Unterhaltungsfernsehen geht voran. Aktuelles Beispiel: Gleich zwei „Tatorte“ nacheinander drehen sich um die „Antifa“. | Foto © WDR/Bavaria Fiction/Martin Menke
Herden im Lockdown: SPD, „Taz“, „Tatort“ und der „identitär unterfütterte Postkolonialismus“: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 103.
„Nach allen Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, messe ich den Bund mittlerweile nur noch an seinen Taten und nicht an seinen Worten.“
Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein
„Der Instinkt der Heerde schätzt die Mitte und das Mittlere als das Höchste und Werthvollste ab: die Stelle, auf der die Mehrzahl sich befindet; die Art und Weise, in der sie sich daselbst befindet. […] Die Heerde empfindet die Ausnahme, sowohl das Unter-ihr wie das Über-ihr, als Etwas, das zu ihr sich gegnerisch und schädlich verhält. Ihr Kunstgriff in Hinsicht auf die Ausnahmen nach Oben, die Stärkeren, Mächtigeren, Weiseren, Fruchtbareren ist, sie zur Rolle der Hüter, Hirten, Wächter zu überreden – zu ihren ersten Dienern: damit hat sie eine Gefahr in einen Nutzen umgewandelt. In der Mitte hört die Furcht auf: hier ist man mit Nichts allein; hier ist wenig Raum für das Mißverständniß; hier giebt es Gleichheit; hier wird das eigne Sein nicht als Vorwurf empfunden, sondern als das rechte Sein; hier herrscht die Zufriedenheit. Das Mißtrauen gilt den Ausnahmen; Ausnahme sein gilt als Schuld.“
Friedrich Nietzsche, Nachlass
„Ruuuucki-Zuuuucki!!“ – Anti-Yoga-Gymnastik zum Rosenmontag von Ernst Neger – ja er heißt wirklich so.
+++
Kurz einfach mal durchatmen. Laut RKI sind Stand heute 2.342.191 (gut 2,3 Millionen) seit letztem Februar irgendwann infiziert/positiv getestet gewesen. Also 2,82 Prozent aller 83,9 Millionen Deutschen. Das heißt: Über 97 Prozent aller Deutschen sind mit Corona nie (oder zumindest nie nachweisbar) in Berührung gekommen.
Nach Angaben des RKI und anderer Quellen nehmen mindestens 80 Prozent dieser Fälle einen „milden“ Verlauf. Die zur Zeit aktiven Fälle (also alle in den letzten 7 Tagen positiv getesteten, nicht etwa in jedem Fall schwerkranken) liegen bei 148.000. Das heißt: Aufgerundet sind 0,2 Prozent der Bevölkerung zur Zeit ansteckend. Das heißt, dass man unter 500 Menschen weniger als einen Infizierten trifft. Sie zu treffen heißt aber noch nicht, dass man sich auch ansteckt.
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Gedanken in der Pandemie 102: Die Normalität des Panikmodus
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeSystemsprenger im Wilden Westen: Helena Zengel spielt in „Neues aus der Welt“ an der Seite von Tom Hanks – und ist prompt für einen „Golden Globe“ nominiert. | Foto © Bruce W. Talamon/Universal
Fehlende Opposition und die Pandemie der Politik: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 102.
„Eine Pandemie bekämpft man mit Ehrlichkeit.“
Albert Camus
„Für immer nur drin in der Bude/
Forever alone/ forever at home/
Die Flasche Wein steht unterm Tisch/
Vorm Ofen hockt das Huhn/
Gardine zu und Musik an/
Um neun Uhr Augen zu.“
Helge Schneider
„Stichhaltig? – Wir bewegen uns ja in einem Bereich, wo Stichhaltigkeit gleich wissenschaftliche Erkenntnis nicht auf dem Tisch liegt, sondern wir erleben immer wieder neue Spekulationen, die auch mit Angst zu tun haben, mit Chancen zu tun haben, mit Sicherheit zu tun haben. Das ist so eine bunte Mischung, wo es anscheinend dazu gehört, den Politiker gegenüber am Tisch zu überraschen, um eigene Ziele zu erreichen. Dass wir in der Politik wie in der Bevölkerung Personengruppen haben, die sich mehr auf die Sicherheit konzentrieren, und andere Personengruppen haben, die sich auch auf die Öffnung konzentrieren, das steht ja fest.“
Christof Rasche, FDP-Politiker
Gehorsam ist die Tugend der Diener. Ungehorsam ist die Tugend des freien Menschen. „Niemanden zum Gehorsam verpflichtet.“ – das machte den Unterschied aus?
Und heute? Freiwillige Unterwerfung und Selbstversklavung allerorten. Angefangen mit den Algorithmen der Konzerne.
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Gedanken in der Pandemie 101: Der Tunnel am Ende des Horizonts
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeDas Virus ist immer noch da. Die „Gedanken in der Pandemie“ kreisen weiter. | Foto © BR
„Individuals have rights, and there are things, no person or group may do to them without violating their rights.“
Robert Nozick : „Anarchy State and Utopia“.
„Was passiert, nicht etwa wenn die Dystopie stattfindet, sondern wenn sie nicht stattfindet?“
Don de Lillo
Hurra! Hurra, der Pumuckel ist wieder da, hurra, hurra … – auch der Blog ist wieder da, nicht ganz so wie sonst, sondern vorläufig erstmal wieder nur einmal pro Woche. Besser als nichts. Aber diese Texte werden eine andere Form haben. Denn die Gedanken in der Pandemie sind natürlich immer da, so wie die Pandemie selbst.
Dieser Blog wird also noch eine etwas andere Form bekommen müssen, mehr Medienbeobachtung …
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