Ein Film, der überfällig ist: Elser

Selbst­ver­schul­dete Unmün­dig­keit, deutsches Geld für deutsche Filme, fran­zö­si­sieren wir uns – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 100. Folge

»Der einzige Weg mit einer unfreien Welt umzugehen, besteht darin, absolut frei zu sein.« hat Albert Camus gesagt. Étienne de la Boétie (fran­zö­si­scher Hoher Richter von 1530 – 1563) drückt es noch etwas besser aus, wenn er sagt:
»Der Unter­drü­cker hat weiter nichts als die Macht, die ihr ihm zugesteht, um Euch zu unter­drü­cken.
Woher hat er genügend Augen, Euch auszu­kund­schaften, wenn Ihr sie ihm nicht selbst liefert?
Woher soll er die vielen Arme haben, Euch zu schlagen, wenn er sie sich nicht von Euch ausborgt?
Wo bekommt er die Füße her, Eure Städte nieder­zu­tram­peln, wenn es nicht Eure eigenen sind?
Wie kann er Gewalt über Euch haben, wenn nicht durch Euch selbst?
Wie könnte er es wagen, Euch zu über­fallen, wenn nicht durch Eure eigene Mitwir­kung?“

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Erstens, damit das auch einmal gesagt ist: Dieser Text und diese Kolumne sind nicht isla­mo­phob. Zweitens: Jeder hat das Recht, isla­mo­phobe Texte zu schreiben, soviel er will.

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Blick in die Zukunft: Interstellar von Christopher Nolan

Jungs und Frauen: Die fröhliche Wissen­schaft des Sehens im Kinojahr 2014 – Ein etwas anderer Jahres­rück­blick in drei Teilen. Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 99. Folge

»Was wir Sinn nennen, wird verschwinden.«
Max Horkheimer, vor ziemlich genau 45 Jahren, im lesenswerten Spiegel-Interview am 5.1.1970

Fehlenden Mut zum Neuar­tigen und »eine fast depres­sive Grund­stim­mung« führe dazu, »dass Bauherren sich nicht trauen, eine mutige Archi­tektur zu machen, und Archi­tekten keine Aufträge für mutige Archi­tektur bekommen«, so klagte der Archi­tek­tur­wis­sen­schaftler Friedrich von Borries, der an der Hamburger Hoch­schule für bildende Künste lehrt. Durch einen konser­va­tiven Umschwung in den 1980er-Jahren sei das Vertrauen in die Archi­tektur als Zukunfts­motor verlo­ren­ge­gangen.
Die HfbK ist bekanntlich auch eine Filmhochschule, und das, was Borries sagt, könnte man genauso über das Kino sagen: seit den 80ern gibt es viel Spektakel, aber wenig Mut. Man redet dem breiten Volk nach dem Mund, will Beifall statt Irritation. Es gilt für die Kunst wie für die Politik, wie für unsere gesamten Lebensverhältnisse. Und dieser Befund belegt nur einmal mehr: Das Kino ist ein gesellschaftliches Phänomen.

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Eine Woche nach dem letzten »Wetten das…?« starb Udo Jürgens. Sagt uns das irgend­etwas? Der Tod der 70er Jahre viel­leicht?

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Jetzt ist sie schon fast wieder vorbei, die Zeit der Jahres­rück­blicke. Auch von mir kommt noch einer, klar. Weiter unten dann, ganz konven­tio­nell. Zuerst aber ein etwas anderer Blick zurück, einer, der aller­dings nicht weniger erzählt, als die dankens­werten und geschät­zten Listen mit den besten, inter­es­san­testen und schlimmsten Film­er­leb­nissen und den »Magischen Momenten«.

I.Teil: 604 Filme sind immer noch zu wenig

»Human kind cannot bear very much reality.«
T. S. Eliot: »Four Quartets: I. Burnt Norton«

604 Filme kamen 2014 in die deutschen Kinos. Krasse Zahl, kaum zu glauben. Die aller­meisten von ihnen hat niemand gesehen. Und vieles, was wir gesehen haben, ist schon wieder vergessen. Manchmal zu Unrecht, oft zu Recht, in beiden Fällen.
Wer erinnert sich zum Beispiel noch an Das erstaun­liche Leben des Walter Mitty von Ben Stiller, den ersten Film, der 2014 startete, gleich am ersten Tag des Jahres? Oder an Terry Gilliams The Zero Theorem, an Das Verschwinden der Eleanor Rigby von Ned Benson oder an Nadav Schirmans The Green Prince, die erst vor einem Monat starteten ? Oder Patong Girl, einer der besten deutschen Filme des Jahres, unverständlicherweise zwischen Weihnachten und Sylvester gestartet.

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BFFS-Mitgliederversammlung 2014: Der Saalname als gutes Omen? Foto: SchspIN

Das Kabinett der Bundesregierung hat am 11. Dezember die Einführung einer 30 % Genderquote für die Aufsichtsräte der 108 stärksten DAX-Unternehmen ab 2016 beschlossen.
Wie sieht es eigentlich in Bezug auf Mann/Frau-Repräsentanz in den Filmverbänden und ihren Vorständen aus, und wirkt sich eine größere Repräsentanz von Frauen in Vorständen auf die Genderpolitik des Verbands aus? Dazu zwei Beispiele, der Regieverband BVR und der Schauspielverband BFFS.

DIE FILMVERBÄNDE UND IHRE VORSTÄNDE

Die Filmverbände und auch ihre Vorstände sind unterschiedlich groß. Verbände mit weniger als 100 Mitgliedern sind beispielsweise Casting (37 Mitglieder), Locationscouts (43), Stunt (97) und Animationsfilm (24). Die beiden Zweige vom VSK haben 75 (Szenenbild) bzw. 45 (Kostümbild) Mitglieder. Am mitgliederstärksten sind der Verband Deutscher Tonmeister (1970 Mitglieder) und der Bundesverband Schauspiel (2512 Mitglieder).

Prozentual gendermäßig relativ ausgeglichene Mitgliederzahlen weisen die Verbände Produktion, Drehbuch, Requiste/Set Decorator, Locationscouts, Filmschnitt, Schauspiel, Animation und Dokfilm auf. ,Typische Frauengewerke’ sind Kostüm und Maske, ,typische Männergewerke’ sind Kamera / Fernsehkamera, Beleuchtung, Ton und Stunt (,typisch’ bedeutet mehr als 80 %).
Die einzelnen Vorstände bestehen aus 3 bis 12 Leuten. Weiterlesen

»Man muss natürlich immer gegen die Tyrannei kämpfen.« (Fritz Lang)

Man muss natürlich immer gegen die Tyrannei kämpfen und wie Bernd Neumann Monika Grütters‘ einmal eine Chance gab, und sie diese ohne Not verspielte – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 95. Folge

Jean-Luc Godard: Sie heißen Fritz Lang und ich Jean-Luc Godard. Sie haben viel mehr Filme gedreht als ich… Wissen Sie, wieviele?
Fritz Lang: Nein.
Godard: Aber ich. Sie haben 42 Filme gedreht.
Lang: Mein Gott!
Dialog am Beginn eines langen Gesprächs, das Godard im November 1964 mit Fritz Lang führte, für die Fern­seh­serie »Cineastes de notre temps ». Godard war damals 34 Jahre alt, Lang 74 Jahre.

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Kurze Zeit später in diesem wunder­baren Gespräch zwischen Godard und Lang, das uns an eine Kino­kultur erinnert, die leider inzwi­schen fast verschwunden ist, weil weder Publikum, noch Kultur­po­litik an ihr auch nur halb im Ernst inter­es­siert wären, kurze Zeit später in diesem Gespräch sagt Fritz Lang den Satz »Wenn man älter wird, hat man Angst, den Kontakt zur Jugend zur verlieren, das ist in allen Berufs­sparten so. Ich jeden­falls hatte Angst davor.«

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Die Verlän­ge­rung von Dieter Kosslicks Vertrag als Berlinale-Chef, die vor einer Woche, da war ich gerade auf dem Weg zur IDFA in Amsterdam, vom BKM, dem Bundes­staats­mi­nis­te­rium für Kultur bekannt gegeben wurde, ist eine sehr schlechte Nachricht.
Es ist eine schlechte Nachricht für die Berlinale selbst, eine schlechte Nachricht für das deutsche Kino. Und eine schlechte Nachricht für die deutsche Kultur­szene.

Warum? Zur Berlinale und den Folgen des derz­ei­tigen Berlinale-Kurses für das deutsche Kino, und das Kino-Vers­tändnis des breiten Publikums haben wir bei anderer Gele­gen­heit schon oft geschrieben, und neue Gele­gen­heiten werden bis mindes­tens 2019 noch viel zu viele kommen. Konz­en­trieren wir uns also auf den letzten Punkt.

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»Do what you want!« – das lernt auch Marieme in Bande De Filles, Celine Sciammas diesjährigem Cannes-Film über vier starke, schwarze Girls aus Paris.

Mitten im Leben, vom Tode umgeben: Warum ich Feminist bin und für das Recht auf einen freien Tod, und was das mitein­ander zu tun hat – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 93. Folge

»’Where should I go?‘ said Alice.
‚That depends on where you want to end up.‘ replied The Cheshire Cat.«

Alice in Wonder­land

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Es wäre sehr lustig, wenn es nicht so grotesk gewesen wäre und auch ein bisschen traurig: Pres­se­kon­fe­renz im Berliner Arsenal. Ich kam etwas zu spät, es hat gerade schon ange­fangen. Zehn Frauen sitzen vorne, wie die Hühner auf der Stange. Im Saal weitere 29, bis zum Ende der Veran­stal­tung kommen noch drei dazu. Dazwi­schen genau zwei Männer. Ich bin der dritte.

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Dienstag, 14.10., 11 Uhr vormit­tags. Vorge­stellt wird der Aufruf »Pro Quote Regie« in Form einer Pres­se­kon­fe­renz. Es läuft etwas falsch, scheint mir, wenn die Redak­tionen (darunter diverse Redak­teu­rinnen) zu so einem Termin dann nur die Frauen schicken. Redak­teu­rinnen waren übrigens gar nicht vertreten, sofern ich niemanden übersehen habe.

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Den Aufruf haben bislang rund 200 Regis­seu­rinnen unterz­eichnet, aus allen Gene­ra­tionen und Stil­rich­tungen, darunter sehr bekannte Namen des deutschen Kinos, die meisten, aber nicht alle von ihnen Deutsche. Männer dürfen übrigens nicht unter­schreiben, wohl damit das Ganze weiterhin »Aufruf der Regis­seu­rinnen« betitelt werden kann. Es gibt aber eine zweite Liste, auf der sich Unter­s­tützer beiderlei Geschlechts finden. Gefordert wird in dem Aufruf »die Einfüh­rung verbind­li­cher Frau­en­quoten« in den öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­an­stalten, den Film­för­de­rungen des Bundes und der Länder, sowie in alle »Insti­tu­tionen … in denen öffent­liche Mittel für Produk­tions- und Regie­auf­träge vergeben werden.« Man wünscht einen Anteil von 30 Prozent bis zum Jahr 2017, und 42 Prozent bis 2019 – das entspricht dem aktuellen Anteil von Frauen mit Regie-Diplom.
Gefördert wird weiterhin eine wissen­schaft­liche Studie »zu Werdegang und beruf­li­cher Situation von Regis­seu­rinnen in Deutsch­land sowie zur Verga­be­praxis von Rund­funk­an­stalten und Förder­gre­mien.« Man bietet den Verant­wort­li­chen bei Förder­gre­mien und Sendern einen Dialog an. Sie glauben: »Eine gerech­tere Film- und Fern­seh­för­de­rung kann nur gemeinsam mit der Politik und den Verant­wort­li­chen in den Sende- und Förder­an­stalten erreicht werden.« Mal abwarten.

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Ich geb’s zu: Als ich zuerst davon gelesen hatte, dachte ich: Was für ein Schwach­sinn! Muss das sein? Gibt es nicht wich­ti­gere Fragen als eine Frau­en­quote? Weiterlesen

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„Und so etwas wird mit meinen GEZ-Gebühren finanziert?” – diese Frage haben bis vor kurzem die meisten von uns sicher schon mal gehört oder gestellt. Seit dem 1. Januar 2013 heißt es nun: „Und so etwas wird mit meinem Rundfunkbeitrag finanziert?“ oder einfach „Dürfen die Sender das überhaupt?“

Grundsätzlich gelten natürlich auch für die Macher/innen in den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Pressefreiheit, die Freiheit für Kunst und das Verbot der Zensur (Art. 5 GG). Ihren Auftrag gibt der Rundfunkstaatsvertrag vor (§ 11 RStV):

(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, als Medium der öffentlichen Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen. (Sie) haben einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.

(2) Die Rundfunkanstalten haben die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

Darüberhinaus haben ARD und ZDF eigene Staatsverträge, so regelt beispielsweise der § 5 ZDF StV die Gestaltung der Sendungen:

(1) In den Sendungen des ZDF soll insbesondere ein umfassendes Bild der deutschen Wirklichkeit vermittelt werden. Die Sendungen sollen eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung fördern.

(2) Das Geschehen in den einzelnen Ländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands sind angemessen im Programm darzustellen.

(3) Die Sendungen sollen dabei vor allem die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland fördern sowie der gesamtgesellschaftlichen Integration in Frieden und Freiheit und der Verstän¬digung unter den Völkern dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken.

Frauen werden zwar nicht explizit erwähnt, sind aber vermutlich in irgendeinem Punkt mitgemeint. Weiterlesen

Wie steht die Kunst? Nicht nur für Kreative hat sich die Arbeitswelt in den letzten 20 Jahren radikal verändert und tut es weiter. Höchste Zeit, die Sozialsysteme der neuen Wirklichkeit anzupassen. | Illustration © cinearte

Die deutsche Sozialgesetzgebung gilt als vorbildlich. Ihr Ziel ist soziale Sicherheit für die Menschen, die diese nicht aus eigener Kraft erlangen können. Die klassische Sozialversicherung folgt dem Gedanken, Menschen sozial aufzufangen, die aus dauerhaften Arbeitsverhältnissen vorübergehend oder permanent ausscheiden und deshalb kein eigenes Arbeitseinkommen erzielen können. Die Logik dieser klassischen Sozialpolitik ist jedoch, dass ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis die Grundlage der Existenz bildet und deren Ausnahmen, sofern sie aus nicht selbst verantworteten Gründen entstehen (Krankheit etwa oder Alter), eben sozialversicherungsrechtlich abgesichert werden müssen.

Nun hat sich in der Arbeitswelt seit Bismarck, aber auch seit den Zeiten der Gründung der Bundesrepublik, einiges geändert: Die Markt- und Produktionsbedingungen haben sich gewandelt, Berufsbilder, die eine lebenslange Tätigkeit in einem Unternehmen oder doch in der gleichen Branche ermöglichen, werden immer seltener. Zu schnell und allgegenwärtig ist der Wechsel der nachgefragten Produkte, deren Herstellung jeweils unterschiedliche Fähigkeiten erfordert. Aber auch die gesamtwirtschaftliche Nachfragestruktur verschiebt sich. Ein immer kleinerer Teil der Wertschöpfung findet im industriellen Bereich statt, zugleich werden immer mehr Kultur-, Kunst- und Unterhaltungsprodukte nachgefragt, Produkte der sogenannten Kreativwirtschaft“.

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Kohlhaas Oder Die Verhältnismäßigkeit Der Mittel

Und auch der Film­aka­demie würden Flug­blätter gut tun – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 88. Folge

»Es gibt keine Grenzen, aber man kann welche ziehen.«
Witt­gen­stein

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Es gibt ein Papier, das nicht Manifest genannt werden will, sondern Flugblatt. Viel­leicht hat man sich da inspi­rieren lassen von den Papier­flie­gern, die bei den dies­jäh­rigen Ober­hau­sener Kurz­film­tagen über die Leinwand huschten. Mit Flug­blät­tern beginnen Refor­ma­tionen und Revo­lu­tionen und so wollen wir diesem Papier Glück wünschen auf seinem Flug durch die Szene.

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Man kann es hier nachlesen und sollte es auch. Denn auch wer sich an manchen Unschärfen in Ausdruck, Ansicht und Stoß­rich­tung stört, oder den Begriff »Akti­vismus« doof findet, der wird doch zugeben müssen, dass die Ziel­rich­tung stimmt.
Die wichtigen Probleme werden benannt: die Lüge des Prag­ma­tismus. Das zum Stammeln herun­ter­ge­kom­mene Reden über Film. Beklagt wird da ganz selbst­kri­tisch der Verfall der Kritik, ihre Zurich­tung auf Dienst­leis­tungen, ihre erzwun­gene Anpassung an Markt­ge­ge­ben­heiten. Der Markt hat aber nicht recht, sondern ist der Feind, das wird hier deutlich.

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Während sich die inhaltliche Diskussion in Deutschland nach wie vor um die Frage dreht, wie man auch in unserer Fernsehlandschaft horizontal erzählte Serien mit nicht uneingeschränkt sympathischen Hauptfiguren erzählen könnte, geht die Entwicklung der Serien in den USA bereits einen Schritt weiter, wie Matt Zoller Seitz in einem äußerst lesenswerten Artikel auf Vulture zeigt.

Die Renaissance der Fernsehserie wurde letztlich durch das Aufbrechen der in sich geschlossenen Episodenstruktur hin zu staffelübergreifender, horizontaler Erzählweise ausgelöst, die es ermöglicht, wesentlich komplexere Geschichten und tiefere Figurenentwicklungen zu erzählen. Erst dadurch konnte das künstlerisch bis dato eher belächelte Erzählformat Fernsehserie eine erzählerische Kraft entfalten, die an die der besten Romane heranreicht.

Allerdings hat sich schnell gezeigt, dass die horizontale Erzählweise im Umkehrschluss auch bedeutet, dass man eine Serie nicht mehr beliebig lang, open-end, fortsetzen kann. Denn wenn es eine horizontale Entwicklung der Figuren gibt, dann muss die auch irgendwann zu einem Ende kommen, wenn es  nicht hanebüchen werden soll. Weiterlesen

Belinde Ruth Stieve

Kürzlich las ich auf einer Zugfahrt die Titelstory von mobil (dem Magazin der Deutschen Bahn, Märzausgabe) „DER SCHON WIEDER“. Darin hieß es: „Wotan Wilke Möhring ist einer der meistbeschäftigten Schauspieler – und alle schauen hin. Wer so fleißig arbeitet, braucht eine kleine Auszeit. Die Drehpause nutzte mobil für ein entspanntes Gespräch über Kinder und Karriere, den deutschen Film und darüber, wie es sich anfühlt, von Beginn an einen Lauf zu haben.“

Möhring, 46 Jahre alt, hat 3 kleine Kinder und ist in der Tat in Film und Fernsehen zur Zeit sehr präsent, 2013 sah man ihn u.a. als norddeutschen Tatortkommissar (FEUERTEUFEL), als Hauptfigur in den Kinofilmen DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE und MANN TUT WAS MANN KANN, in der TV-Familiensaga DAS ADLON und allein sechs mal in den 2013er ZDF Fernsehfilmen der Woche: in OBENDRÜBER, DA SCHNEIT ES und in EINE FRAGE DES VERTRAUENS sowie in vier STRALSUND-Krimis.

Möhring gehört zu einer Minderheit, weil er viel dreht, und weil er drei Kinder hat. Denn 6 von 10 Schauspieler/innen in Deutschland sind kinderlos, von denen mit Kindern haben lediglich 14 % mindestens drei, und nur 2 % vier oder mehr Kinder (Bührmann und andere, 2010).

Dabei gibt es gerade unter den renommierten Schauspielern einige mit großen Familien: Devid Striesow (4 Kinder), Til Schweiger (4 Kinder), Axel Prahl (4 Kinder), Jan-Josef Liefers (4 Kinder) und Jürgen Vogel (5 Kinder) beispielsweise, und aus der älteren Generation kämen noch Uwe Ochsenknecht (4 Kinder) und Helge Schneider (6 Kinder) dazu.
Bei den Topschauspielerinnen sieht es anders aus, die meisten haben deutlich weniger oder gar keinen Nachwuchs. – da sind Maria Simon und Corinna Harfouch mit je 4 Kindern schon große Ausnahmen.

Woran liegt das? Dass wenn Väter drehen, ihre Partnerinnen für die Kinder da sind, aber umgekehrt nicht? Dass Väter nicht zwangsläufig mit (all) ihren Kindern zusammen leben, Mütter aber meistens schon, und so beide in ihrer Berufsausübung unterschiedlich beeinflusst sind? Dass Schauspielerinnen fürchten müssen, durch Babypause und Doppelbelastung zu lange von Bildschirm und Leinwand zu verschwinden, und so ihre beruflichen Chancen und die Dauer ihrer Karriere noch stärker zu verkürzen? (Die Altersschere: ab 40 nehmen Frauenrollen deutlich ab, Männerrollen erst 10 bis 15 Jahre später).

Im deutschen Fernsehen ist häufig von Familie die Rede: wenn es ums Programm geht, oder ums Publikum, und in der Werbung sowieso. Aber wie ist das innen, wie familienfreundlich ist das Fernsehen als Arbeitsplatz? Weiterlesen

Klaus Lemkes Kein Großes Ding, einer von vielen Filmen made in Berlin, die jetzt bei »achtung berlin« laufen

Erin­ne­rungen an Menschen am Sonntag und die Neunziger Jahre; der X-Filmpreis und der öffent­liche Selbst­mord des ZDF – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 85. Folge

Längst hat der Berlin-Hype ein Ende, auch unter Filme­ma­chern. Noch vor fünf Jahren gab es gute objektive Argumente für die Letzten der deutschen Filmszene, nach Berlin zu ziehen: Eine vibrie­rende, moderne, unspießige Haupt­stadt­kultur, dazu billige Mieten, billiges Leben, viele freie Wohnungen, und eine großzügige, vergleichs­weise stark an Kunst und Inde­pen­dent-Kultur inter­es­sierte Film­för­de­rung. Mit alldem ist es vorbei: Die Kultur hat schon lange den Charme der Wendezeit und der 90er verloren, der noch bis in die frühen Nuller­jahre anhielt. Heute muss man in den Kneipen von Berlin-Mitte – falls man da zwischen den ganzen Back­pa­ckern überhaupt einen Platz bekommen hat – und auch in Kreuzberg früher reingehen als in München, weil sonst die Nachbarn anrufen. Die Küche macht dann auch gleich zu. Die Mieten werden immer teurer, die Lokale immer doofer. Und die Film­för­de­rung, die vor Jahren noch stolz darauf war, »kleine schmut­zige Berlin-Filme« zu fördern, hat für derglei­chen kein Interesse mehr. Gefördert werden die Groß­kop­ferten von »X-Filme« und den zwei, drei anderen größeren Verlei­hern, die Firma Teamworxx und die Ameri­kaner. Aber selbst dieje­nigen Inde­pen­dent-Filme­ma­cher, die nach meiner Ansicht schon vor Jahren nur noch als Feigen­blatt die ganz anderen Pläne des Medien­board ein wenig verdecken sollten, bekommen heute ihre Projekte nicht mehr finan­ziert, von anderen erstaun­li­chen Entschei­dungen einmal ganz zu schweigen. Kein Wunder, wenn man allein schon daran denkt, dass der RBB der einzige soge­nannte »Haus­sender« des Medien­boards ist – lassen wir es mal bei dieser sach­li­chen Fest­stel­lung, ohne weiteren Kommentar.
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Arne Birkenstocks Beltracchi – Die Kunst der Fälschung

Die Kunst der Fälschung: Wie ein Doku­men­tar­film skan­da­li­siert wird – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 82. Folge

»Ein Kritiker muss dem Main­stream wider­stehen, er sollte die Seite stark machen, die in der öffent­li­chen Debatte gerade schwach ist. Ein Kritiker ist nur dann einer, wenn er sich als Anti-Esta­blish­ment versteht.«
Susan Sontag, mal wieder, diesmal in einer Szene in Martin Scorseses Untiteled New York Review of Books Project, der als »work in progres« auf der Berlinale lief.

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Empörung an sich mag vers­tänd­lich sein, ist aber immer auch etwas frag­wür­diges. Sehr nach­voll­ziehbar kriti­sierten gerade deutsche Medien in den letzten Jahren Empö­rungs­ten­denzen in der deutschen und inter­na­tio­nalen Öffent­lich­keit. Wenn es um die »Wutbürger« von Stuttgart ging, um Sarrazins Geschwätz von den Kopf­tuch­mä­dels, um euro­pa­feind­liche D-Mark-Freunde, um Recht­po­pu­listen oder zuletzt um Schweizer Frem­den­feinde – da standen die deutschen Jour­na­listen instinkt­si­cher gegen solch‘ vermeint­lich »gesundes Volks­emp­finden«, plädierten für Vernunft, Diffe­ren­zie­rung, Objek­ti­vität. Mit anderen Worten: Für Aufklä­rung.

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Gefähr­lich wird es dann aber schnell, wenn sich Jour­na­listen einmal selbst empören. Dann kennen sie keine Gnade, dann trieft Moral und Recht­schaf­fen­heit aus jeder ihrer Zeilen, so, als sei man froh, endlich einmal das offenbar so schwere Joch der Skepsis abwerfen und ganz subjektiv drauf­los­le­dern zu dürfen. So, als fürchte man auch ein wenig die eigenen Zweifel, den eigenen Verstand, und müsse daher um so lauter sich krakee­lend gebärden. Weil es natürlich sie selbst betrifft.

So geschehen vor Jahren beim »Fall Tom Kummer«, jenem SZ-Jour­na­listen, der Inter­views frei erfunden hatte. Dass dazu immer auch ein paar Leute gehörten, die sie ihm gern und gegen alle Zweifel abkauften, wurde schnell vergessen. Erst recht die Frage, ob diese Inter­views womöglich gut und inter­es­sant zu lesen waren, ob sie in gewissem Sinn »Kunst­werke« waren, und ob die ganze Geschichte womöglich einige tiefere Wahr­heiten über den Medien­be­trieb verriet.
Noch einmal ging es so, als dann ein Film über Kummer gemacht wurde.

Und jetzt gibt es endlich wieder einen Anlass: Diesmal sind es vor allem Kunst­kri­tiker und Kunst­jour­na­listen, die mit Schaum vorm Mund und wie gleich­ge­schaltet, mit unter auch recht hirnlos und in jedem Fall ohne eine Spur Humor und Gelas­sen­heit über einen Film reden und schreiben: Die Kunst der Fälschung ist ein Doku­men­tar­film, der kommende Woche in die deutschen Kinos kommt. Er handelt von dem Fall des Malers und Kunst­händ­lers Wolfgang Belt­racchi und all den inter­es­santen Geschichten, die dazu­gehören: Belt­racchi hat über Jahrzehnte Gemälde erfunden und diese Werke als angeb­liche Originale für hohe Summen verkauft. 2010 flog der Fall auf, 2011 wurde Belt­racchi wegen gewerbs­mäßigen Betrugs zu sechs Jahren Haft verur­teilt, und in der Öffent­lich­keit zum »Jahr­hun­dert­fäl­scher« erklärt.

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Korinna Kraus als Fräulein Else | © HFF & Anna Martinetz 2013

Soll das wirklich die Zukunft des deutschen Kinos sein? Große Vorbilder, Deutsche und die Filmwelt, Genre­mo­tive und verspielte Zukunft: Das beste deutsche Kino liegt jenseits der Arte-Povera – und andere Beob­ach­tungen beim beim 36. »Festival Max-Ophüls-Preis« – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 80. Folge

»War is an uncertain thing. The enemy has a brain, they adapt and adjust, and as Dwight Eisenhower said ‚the planning is important, but the plan is nothing.’«
Donald Rumsfeld

»Aber ich liebe Euch doch alle!«
Erich Mielke

»…und dann und wann ein weißer Elephant.«
Rilke

Schwarze Tage an der Börse, mal wieder. Else, ein Mädchen aus gutem Haus, verwöhnt gewiss, aber weder dumm noch abgehoben, wird von ihren Eltern den Gläu­bi­gern zum Fraß vorge­worfen: Sie soll einen Reichen heiraten, damit der Kredit der Alten weiter fließt – ein Opfergang von ganz irdischem, also unge­heurem Ausmaß. Arthur Schnit­zler schrieb seine auch heute noch atem­be­rau­bende Novelle Fräulein Else im Jahr 1924, also noch vor der großen Welt­wirt­schafts­krise – voller Vorahnung und auch als Kunstwerk seiner Zeit voraus, handelt es sich doch um den ersten inneren Monolog der Lite­ra­tur­ge­schichte. Das ist schwer für Filme­ma­cher und im Gegensatz zu anderen Schnit­zler-Stoffen wurde diese Novelle kaum verfilmt. Nur Paul Czinners Stummfilm von 1928, noch zu Schnit­z­lers Lebzeiten mit Elisabeth Bergner, blieb im Gedächtnis.

Anna Martinetz hat es jetzt für ihren Münchner Regie-Abschluss gewagt, mit wunder­barem Ergebnis, den die Regis­seurin nicht zuletzt ihrem Mut zu verdanken hat. Im Wett­be­werb des Saar­brü­cker »Festival Max-Ophüls-Preis« hatte Martinetz‘ Version jetzt Premiere, die den Stoff unter Deutschen in einem post­ko­lo­nial-deka­denten, zugleich pracht­voll traum­ver­wun­schenen Indien spielen lässt, in dem alles dem Verfall preis­ge­geben scheint – bis auf die Natur, die hier in Gestalt von Tigern und Elefanten so wild wie überlegen auftritt. Dies ist so phan­tas­tisch wie klug wie fürs Publikum mitreißend – es stach zudem ins Herz der Zeit, weil Martinetz eine moralisch korrupte Eltern­ge­ne­ra­tion zeigt, die die Zukunft ihrer Kinder verspielt. Nicht die Erben sind das Problem, sondern die Erblasser.

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Dieser beste Film im Wett­be­werb wurde aber leider von der Jury ebenso ignoriert, wie Johanna Moders High Perfor­mance, der immerhin den Publi­kums­preis bekam und Rick Oster­manns Wolfs­kinder, High­lights in einem starken Saar­brü­cker Jahrgang, der viele Filme voller Kraft, Spiel­freude, Farben und Liebe zum Kino bot.
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Otto Gebühr in der Rolle Friedrich des Großen

Der Schau­spieler denkt, die Rolle lenkt: Aneig­nungen, Abgren­zungen, Verschmel­zungen – wenn Schau­spieler unter die Haut von Promi­nenten schlüpfen – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 79. Folge

Bevor wir uns heute mal komplett der Kunst des Schau­spiels zuwenden, ist ein drin­gender Hinweis nötig: Auf die Howard Hawks Retro­spek­tive, die noch bis zum 30. Januar im Berliner Arsenal zu sehen ist. Wem der Weg zu weit ist, dem empfehlen wir den Gang zur Videothek. Denn bei Hawks kann man auch viel über Schau­spiel­füh­rung lernen. Und das ist unser Thema.

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Der Mensch ist das nach­ah­mende Tier. Auch wenn Forschungen längst belegt haben, dass Nach­ah­mung bei Tieren nicht vorkommt, gilt weiterhin: Das »Nachäffen« wird Kindern schon verboten, die Schau­spieler müssen es im Fall des Falles mühsam lernen. Ihnen zu Hilfe kommt die Masken­kunst, neuer­dings auch Compu­ter­technik. Der Mensch also – ein masken­bil­dender Affe?

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Der Mensch, schrieb der protes­tan­ti­sche Pfarrer Johann Caspar Lavater im 18. Jahr­hun­dert in seinen »Physio­gno­mi­schen Frag­menten«, bestehe aus Ober­fläche und Inhalt. Das Äußere sei aller­dings nichts als der Ausdruck des Innern. Auch wenn Lavater diese Grund­an­nahme dann zu einer eher schlichten Moral­theorie weiter­ent­wi­ckelte, die allzug­rad­linig vom »Häss­li­chen« aufs »Böse« schloss, lohnt es sich, einen Moment bei ihr zu verweilen.
Nicht nur enthält sie implizit eine frühe Theorie des »Method Acting« – die hat Lavaters Schema nur umgedreht, und demzu­folge mehreren Schau­spiel­er­ge­ne­ra­tionen weis­ge­macht, um einen Charakter wirklich gut spielen zu können, müsse auch der Darsteller selbst sich in ihn verwan­deln, müsse er die Leiden, die Traumata oder das Glück seiner Figur selbst empfinden und also weniger »spielen« als »sein«. Das ging in der Praxis dann bekannt­lich bis zu körper­li­chen Entstel­lungen: Fress- oder Abnehmor­gien, antrai­nierte Muskeln und abtrai­niertes Fett schinden bei Schau­spiel­preis­jurys bis heute oft mehr Eindruck, als Nuancen und Subti­litäten.

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Kosta Rapadopoulos - Credit: Puppet Empire

Auch bekannt als der Wallraff Griechenlands warnt Kosta zum Auftakt des Jahres mit dem „Zwergengedicht“: Vercastet Euch nicht!

PLAYLIST
1. KOSTAS NEUJAHRSGRÜßE
2. DAS ZWERGENGEDICHT

Weitere Infos zu den Protagonisten des Films:
Samy Challah
Jasin Challah

Präsentiert in unserem neuen casting-network-Kanal auf youtube!

Hier geht es zum Kosta Rapadopoulos-Kanal auf youtube!