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Schlechter Umgang: „Causa Teichtmeister“

out takes, Peter Hartig
20. Januar 2023/von Peter Hartig

„Corsage“ ist Österreichs Kandidat für den „Oscar“. Doch Sisi hat ein Problem: Florian Teichtmeister (rechts) spielt ihren Gatten, den Kaiser Franz Josef. | Foto © Alamode

Der Schauspieler Florian Teichtmeister muss sich wegen Kinderpornografie vor Gericht verantworten. Er zeigt sich geständig. Theater und Sender reagieren prompt. Doch der Fall beschädigt auch andere. 

Der Schauspieler Florian Teichtmeister ist mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Die Polizei hat bei dem 43-Jährigen eine „ungewöhnlich große Menge“ an kinderpornografischem Material sichergestellt, meldete der ORF am Freitag voriger Woche. Die Ermittlungen dazu liefen eineinhalb Jahre, im Februar muss sich Teichtmeister vor Gericht verantworten. Nach Angaben seines Anwalts Michael Rami sei der Schauspieler „im gesamten Ermittlungsverfahren geständig gewesen und habe immer mit den Behörden kooperiert. Auch befinde er sich seit zwei Jahren in psychologischer Behandlung, damit sei es ihm ,gelungen, seine seelischen Probleme aufzuarbeiten, die ihn zum Besitz der besagten Dateien gebracht hatten’, so Rami gegenüber dem ORF.“

Wie die Branche reagiert, hat Joachim Huber am Montag im „Tagesspiegel“ zusammengefasst: Beim ZDF steht in der nächsten Woche die Krimireihe „Die Toten von Salzburg“ auf dem Programm, in der Teichtmeister den Major Peter Palfinger spielt. In der neuen Folge „Schattenspiel“, die in Österreich schon vor zwei Wochen lief, sollte Palfinger, sonst eine Hauptfigur, in lediglich einer kurzen Schlussszene zu sehen sein. Die deutsche Ausstrahlung werde um diese etwa 40 Sekunden gekürzt.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2023-01-20 11:12:492023-01-23 23:13:48Schlechter Umgang: „Causa Teichtmeister“

Jobsharing: Alles ist möglich!

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16. Januar 2023/von Veronika Große

Was anfangs cool ist, wird irgendwann schwierig mit Familie. Und eine Babypause sollte auch nicht gleich das berufliche Aus bedeuten. Jobsharing könnte da helfen, findet eine Arbeitsgemeinschaft in den Berufsverbänden. Szenenfoto aus „Vier lieben Dich“ (1996). | Foto © Columbia

Zwei Menschen, eine Arbeit: Jobsharing soll helfen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das klappt auch in der Filmbranche, meinen Angehörige mehrerer Berufsverbände, die es versucht haben. Für die Arbeitsgemeinschaft Jobsharing stellen Veronika Große und Lisa Staub das Konzept vor.   

„Ich wusste sehr früh, dass ich beim Film arbeiten will. Aber ich wusste auch, dass ich mein Leben beschützen muss, damit es mir nicht entrissen wird.“
(Jodie Foster)

In einem Film ist alles möglich. Autos können fliegen, Tiere können sprechen, und im Sommer kann Winter sein. Wir Menschen, die beim Film arbeiten, sind ein buntes Volk. In keiner anderen Branche kann ein Beruf sowohl durch jemand ausgeführt werden, der/die Film an einer Universität studiert oder Fachwissen in einer Ausbildung erlernt hat, als auch durch jemand, der/die überhaupt keine fachspezifische Ausbildung hat. „Regeln sind da, um sie zu brechen“, wird uns beigebracht und: „Das Wort Nein gibt es nicht“. Jedes Projekt ist anders als das Vorhergehende. Manche spielen in der Vergangenheit, manche in der Zukunft. Mal soll Realität abgebildet werden, mal gilt es, eine Traumwelt zu erschaffen.

Flexibilität ist gefragt, und diese Flexibilität des Geistes macht uns Filmschaffende aus. Und das gemeinsame Arbeiten im besten Fall immer aufs Neue zu einem Erlebnis. Die Erfahrungen der Menschen hinter diesem Artikel kommen aus dem Kostüm- und Szenenbild. Aber im Grundsatz hat wohl jede Abteilung, ob Produktion, Regie, Kamera, Schnitt, Ton, Licht oder Maske, ähnliche Herausforderungen, was das Umfeld und die Arbeitsbedingungen angehen.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Veronika Große https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Veronika Große2023-01-16 20:39:422023-01-17 15:48:34Jobsharing: Alles ist möglich!

Voll integriert: 50 Jahre „Sesamstraße“

out takes, Peter Hartig
10. Januar 2023/von Peter Hartig

Zum 50. Geburtstag durften Ernie, Bert und Grobi sogar die Tagesthemen besuchen. Viel mehr sind von der Originalbesetzung der „Sesamstraße“ aber auch nicht übrig. | Foto © WDR/Birgit Grigo

Vor 50 Jahren lief im deutschen Fernsehen erstmals die „Sesamstraße“. Nicht nur bei der ARD gibt das Grund zum Feiern. Vom wilden Geist des Originals ist allerdings kaum mehr etwas zu spüren. 

Wir dürfen das neue Jahr mit einer guten Nachricht beginnen: Vor 50 Jahren lief im deutschen Fernsehen erstmals die „Sesamstraße“. Was laut Statistik heißt, dass mehr als zwei Drittel der Menschen im Land mit den bunten Plüschmonstern groß geworden sind. Entsprechend wird das Jubiläum nicht nur im Fernsehen begeistert gefeiert. Beim Kinderkanal mit einer Jubiläumsausgabe, bei den „Tages­themen“ waren Ernie, Bert und Grobi zu Gast, in einer Sonder­sendung durfte das Krümel­monster sogar einen Kommentar sprechen. 

„Die große Kunst der ,Sesamstraße’ ist es, sich und ihren Grundwerten auch nach 2.931 Folgen treu geblieben zu sein – und trotzdem stets mit der Zeit zu gehen“, erklärt bei „DWDL“ den Erfolg. „Der stetige Wandel der ,Sesamstraße’ ist ein ganz hervorragender Beleg dafür, dass Fernsehen immer auch Produkt seiner jeweiligen Zeit sein muss – und eben keine Nostalgie-Maschine, mit der es sich in die Vergangenheit zurückflüchten lässt.“

Schöner hätte es die ARD selbst nicht sagen können. Jedoch: „Bei so viel Enthusiasmus gerät schnell in Vergessenheit, dass in der frühen Ge­schichte der ,Sesamstraße’ nicht alles reibungslos verlief“, schreibt Elisa Schüler in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „War die Kindersendung vom 8. Januar 1973 an zunächst in der synchronisierten amerikanischen Originalfassung zu sehen, bot insbesondere die Darstellung der rauen Straße in New York Anlass zur Diskussion.“

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2023-01-10 00:59:372023-01-10 00:59:37Voll integriert: 50 Jahre „Sesamstraße“

Train to Work 04: Galina Sokolovska

Irena Gruca-Rozbicka, out takes
21. Dezember 2022/von Irena Gruca-Rozbicka

Am deutschen Set hat Galina Sokolovska einiges gelernt, anderes hat sie eher verblüfft. Aber letztlich seien Filmmenschen doch überall gleich, findet die Kostümbildnerin. | Screenshot

Beim Pilotprojekt „Train to Work“ der ARD Degeto sollten Filmschaffende aus der Ukraine die Arbeitsweise an den hiesigen Filmsets kennenlernen – und hinterher ihre Erfahrungen schildern. Die Kostümbildnerin Galina Sokolovska tat das auf Instagram:

Auf diesem Foto bin ich mit Uwe Ochsenknecht zu sehen, einem deutschen Star und der Hauptfigur des Projekts, an dem ich gerade nach meiner meiner Zwangsauswanderung gearbeitet habe. 

41 Drehtage und mehrere Wochen der Vorbereitung im Team, in dem ich die einzige Person war, die kein Deutsch sprach. Obwohl meine Erfahrungen am lettischen Set bewiesen haben, dass das Verständnis des Drehprozesses ohne Sprache funktionieren kann, war dieses Projekt eine echte Herausforderung für mich. Im ersten Monat der Arbeit verglich ich mich mit „Alice hinter den Spiegeln“: „Um stehenzubleiben, muss man sehr schnell rennen.“ 

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Irena Gruca-Rozbicka https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Irena Gruca-Rozbicka2022-12-21 16:19:232022-12-21 16:19:23Train to Work 04: Galina Sokolovska

Work in Progress: Wo geht’s zum Film?

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12. Dezember 2022/von Peter Hartig

Der Branche fehlt der Nachwuchs. Dass mag auch daran liegen, dass nicht so richtig klar ist, wolang es zum Film geht. Mehrere Initiativen wollen das ändern – jetzt gibt’s erstmal eine Landing Page für die erste Orientierung. | Illustration © Uli Oesterle

Auf der Berufsbildungsmesse in Nürnberg stellt sich die Filmbranche diese Woche  vor. Damit der Nachwuchs auch noch länger eine Orientierung findet, hat Crew United die Website „Ich will zum Film“ gestartet.

Beim Weg zum Film stehen Neulinge gleich vor der ersten Hürde: Was machen die vielen verschiedenen Berufe da eigentlich? Auf der Berufsbildungsmesse in Nürnberg stellt sich die Branche diese Woche vor. Die gemeinsame Initiative am Runden Tisch der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF) will Schüler*innen „einen ersten fundierten Einblick in die jeweiligen Berufsbilder“ geben – mit täglichen praxisnahen Workshops, Werkstattgespräche und Fragerunden mit Filmschaffenden aus verschiedenen Gewerken.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2022-12-12 16:07:492022-12-21 16:14:23Work in Progress: Wo geht’s zum Film?

Verbesserungen bei ALG und KSK

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9. Dezember 2022/von Peter Hartig

Wenigstens zwei Dinge werden im nächsten Jahr besser: Ab nächstem Jahr sollen überwiegend kurzfristig Beschäftigte leichteren Zugang zum Arbeitslosengeld erhalten. Die Künstlersozialkasse wird die Zuverdienstgrenze aus nicht-künstlerischer Tätigkeit erhöhen. | Foto © KSK

Der Bundestag hat zwei neue Gesetze beschlossen, mit denen Kreative künftig besser abgesichert werden sollen.

Der Bundestag hat am vorigen Donnerstag zwei neue Gesetze beschlossen, mit denen Kreative künftig besser abgesichert werden sollen, meldet „Backstage Pro“. Ab nächstem Jahr sollen überwiegend kurzfristig Beschäftigte leichteren Zugang zum Arbeitslosengeld erhalten. „In der Praxis war dies zwar zuvor schon der Fall, allerdings nur deshalb, weil eine befristet eingeführte Sonderregelung von 2009 mehrfach verlängert wurde. Die aktuelle Regelung wäre zum Jahresende ausgelaufen. Ab dem 1. Januar 2023 können damit beispielsweise Schauspieler/innen und andere, für die Dauer eines Projektes begrenzt angestellte Kreative nun dauerhaft Arbeitslosengeld beziehen, ohne dazu gezwungen zu sein, den Beruf in der Kulturbranche aufzugeben.“

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2022-12-09 16:06:032022-12-21 16:07:44Verbesserungen bei ALG und KSK

Train to Work 03: Juls Dekarchuk 

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8. Dezember 2022/von Irena Gruca-Rozbicka

„Es war ein kleines Märchen“: Bei „Ein Bett für Papa“ wanderte Juls Dekarchuk durch mehrere Stationen. Es war „einer der besten Monate in meinem Leben“, sagt die ukrainische Filmemacherin. | Foto © Juls Dekarchuk

Beim Pilotprojekt „Train to Work“ sollten Filmschaffende aus der Ukraine die Arbeitsweise an den hiesigen Filmsets kennenlernen – und hinterher ihre Erfahrungen schildern. 

Ich bin Juls Dekarchuk, ukrainische Filmemacherin, und ich möchte Sie zu einer kleinen Geschichte über einen der besten Monate in meinem Leben einladen. Ich finde, ein einfaches „Danke“ würde nicht ausreichen, um auszudrücken, wie dankbar ich der Degeto, Pyjama Pictures, dem „Train-to-Work“-Projekt, Crew United, dem EBFP-Filmteam und all den Menschen bin, die ukrainische Filmemacher*innen  unterstützen.  

Mein Weg zum Film begann mit einem Online-Kurs, der alles veränderte und mich dazu brachte, mich ein für alle Mal ins Videomachen zu verlieben. Während ich Werbevideos für soziale Medien drehte, habe ich mich immer gefragt, wie „große Filme“ gemacht werden, aber selbst in meinen kühnsten Träumen konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich bei einem so großartigen Filmprojekt wie „Ein Bett für Papa“ in Deutschland mitmachen würde, und das so schnell.  

Meine Geschichte beginnt also mit einem mutigen Mädchen, einem großartigen Projekt, das von der Degeto unterstützt wird, einem unterstützenden Kurator Denis Glebik, der durch alle Prozesse führt, und einem Videotelefonat mit den Produzenten Ina-Christina Kersten und Sebastian Gleinig, die an dieses Mädchen glauben und ihr die Chance geben, herauszufinden, wozu sie fähig ist.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Irena Gruca-Rozbicka https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Irena Gruca-Rozbicka2022-12-08 12:47:562022-12-07 18:48:28Train to Work 03: Juls Dekarchuk 

Train to Work 02: Lena Shramko

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8. Dezember 2022/von Irena Gruca-Rozbicka

In der Ukraine hatte Lena Shramko ihre eigene Werbeproduktion. Bei „Train to Work“ sammelte sie als Kostümbildassistentin bei einer vollbesetzten Serie ganz neue Erfahrungen. | Foto © Lena Shramko

Beim Pilotprojekt „Train to Work“ sollten Filmschaffende aus der Ukraine die Arbeitsweise an den hiesigen Filmsets kennenlernen – und hinterher ihre Erfahrungen schildern. 

Mein Name ist Lena Shramko. Ich bin 42 Jahre alt und komme aus Kyjiw, Ukraine.

In Kyjiw war ich Produzentin und alleinige Eigentümerin der Filmgesellschaft Gulliver Cinema, die sich seit 1998 auf Werbung spezialisiert hat! Wir haben eine unglaubliche Anzahl von Projekten für sehr große und nicht sehr große Kunden gedreht. Ich habe auch eine gewisse Ausbildung als Regisseur, selbst kreative Texte geschrieben und für kleine Kunden gedreht. Unsere Projekte waren ziemlich bekannt, und bis 2010 waren wir Teilnehmer in Cannes bei den „Cannes Lions“, haben unsere Arbeit gezeigt und weitere akquiriert. Wir waren immer an der Spitze der Filmindustrie in der Ukraine. Sie können sich unser Showreel auf Youtube ansehen.

Im Moment ist mein Büro in Kiew nicht in Betrieb, da der Krieg irreparable Schäden verursacht hat: Eine Rakete explodierte in unserem Büro. Gott sei Dank sind meine Mitarbeiter*innen am Leben und helfen unserem Land so gut wie möglich.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Irena Gruca-Rozbicka https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Irena Gruca-Rozbicka2022-12-08 08:42:122022-12-07 18:49:00Train to Work 02: Lena Shramko
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