Train to Work 02: Lena Shramko

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In der Ukraine hatte Lena Shramko ihre eigene Werbeproduktion. Bei „Train to Work“ sammelte sie als Kostümbildassistentin bei einer vollbesetzten Serie ganz neue Erfahrungen. | Foto © Lena Shramko

Beim Pilotprojekt „Train to Work“ sollten Filmschaffende aus der Ukraine die Arbeitsweise an den hiesigen Filmsets kennenlernen – und hinterher ihre Erfahrungen schildern. 

Mein Name ist Lena Shramko. Ich bin 42 Jahre alt und komme aus Kyjiw, Ukraine.

In Kyjiw war ich Produzentin und alleinige Eigentümerin der Filmgesellschaft Gulliver Cinema, die sich seit 1998 auf Werbung spezialisiert hat! Wir haben eine unglaubliche Anzahl von Projekten für sehr große und nicht sehr große Kunden gedreht. Ich habe auch eine gewisse Ausbildung als Regisseur, selbst kreative Texte geschrieben und für kleine Kunden gedreht. Unsere Projekte waren ziemlich bekannt, und bis 2010 waren wir Teilnehmer in Cannes bei den „Cannes Lions“, haben unsere Arbeit gezeigt und weitere akquiriert. Wir waren immer an der Spitze der Filmindustrie in der Ukraine. Sie können sich unser Showreel auf Youtube ansehen.

Im Moment ist mein Büro in Kiew nicht in Betrieb, da der Krieg irreparable Schäden verursacht hat: Eine Rakete explodierte in unserem Büro. Gott sei Dank sind meine Mitarbeiter*innen am Leben und helfen unserem Land so gut wie möglich.

Der Krieg machte eigene Pläne, und mein Sohn und ich verließen die Ukraine schnellstens, nachdem wir mehrere Tage in einem Luftschutzkeller gesessen hatten. Ohne unser Hab und Gut, nur mit unseren Pässen, wurden wir nach Lemberg evakuiert und von dort aus nach Ungarn. Wonach wir beschlossen, nach Deutschland zu gehen und zu versuchen, dort ein neues Leben zu beginnen.

Gott sei Dank hat Deutschland uns aufgenommen. Ich lerne Deutsch, ich versuche, in der Filmindustrie zu arbeiten, nicht einmal in meinem Fachgebiet, nur um dem Beruf einer Regisseurin, einer Produzentin näher zu kommen.

Das Projekt, in das ich dank „Train to Work“ in München kam, war eine neue Stufe für mich, denn ich habe nie an einer Serie gearbeitet, und schon gar nicht als Kostümbildassistenz. Dieses Projekt ist ziemlich groß und hat einen großen Stab von Schauspielern, so dass ich einiges zu tun hatte. Die Crew war auch sehr freundlich und alle bemüht, dass ich mich bei der Arbeit wohlfühle.

Da ich die Sprache lerne, haben alle so mit mir gesprochen, dass ich ihr Anliegen verstanden habe! Ich war froh, diese Erfahrung gemacht zu haben! Und als es ein Abschlussbankett zum Staffelende gab, wollten die anderen, dass ich weiterhin in ihrem Team bleibe. Aber da ich nun mal Regisseurin bin, möchte ich versuchen, in anderen Abteilungen zu arbeiten.

Immer bereit, in diesem Bereich zu arbeiten!

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