Film- und Fernsehschaffende werden auf die zunehmend prekären Arbeitsbedingungen bei Film und Fernsehen aufmerksam machen. Denn die Missstände betreffen alle – die vielen unsichtbaren Profis hinter den Kulissen ebenso wie die Stars im Rampenlicht, die freien MitarbeiterInnen genauso wie Festangestellte und auf Produktionsdauer Beschäftigte.
Alle Filmschaffenden sind herzlich zum Mitmachen eingeladen.
Samstag, 29. Juni 2013 BFFS-KEYNOTE
von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
im Kino „Filmtheater Sendlinger Tor“, Sendlinger-Tor-Platz 11, 80336 München
Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Film- und Fernsehindustrie haben
Schauspielerinnen und Schauspieler für sich einen eigenen Tarifvertrag ausgehandelt.
Daran beteiligt waren der BFFS und ver.di auf der einen und die Produzentenallianz auf der
anderen Seite. BFFS-Vorstandsmitglied Heinrich Schafmeister erläutert die Ergebnisse bzw. den Verhandlungsstand.
Resistanbul und Neues von der deutschen Filmökonomie – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 64. Folge
»Der Aufstand beginnt als Spaziergang.« Heiner Müller
+ + +
»Emek bisim, Istanbul bisim!« – so ging es los, und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Als vor acht Wochen in Istanbul das Emek-Kino, eines der schönsten und ältesten Kinos der Stadt, abgerissen werden sollte, unbedachterweise während des Internationalen Filmfestivals, gab es laute Proteste. Sie mündeten in zwei große Demonstrationen, an denen auch berühmte Gäste des Festivals teilnahmen, wie etwa Costa-Gavras. Über 1000 Menschen demonstrierten. Von der Polizei gab es Pfefferspray und Tränengas, noch nicht, wie jetzt CS-Gas. Es gab Wasserwerfer und Prügel mit Knüppeln. Es gab also zumindest einen ganz zarten Vorschein dessen, was seit über zwei Wochen jetzt in Istanbul los ist.
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Mit einem Kino hat alles begonnen. Und dieses Kino war die Anstrengung fraglos wert. Über Jahrzehnte war es »das« Festivalkino, ein festlicher Ort, ohne Zuckerbäckerromantik, aber erfüllt vom Charme der alten Zeiten mit seiner feierlichen Atmosphäre, seinem marmornen Vorraum, seiner prächtigen Bühne. Der Bauherr, ein Spekulationsunternehmen, dass auch in Deutschland Shopping-Malls baut, und dort ebenfalls, als ob es nicht genug gäbe, statt des Kinos ein straßenblockgroßes Kaufhaus errichten will, sprach schönfärberisch von »Umbau« – statt Abriss. Irgendwann trat Attila Dorsay, Doyen der türkischen Filmkritik, aus Protest zurück. Und bekam daraufhin sofort Angebote von den Bauherren zu Gesprächen. Es gab einen Baustopp. Wer könnte und würde bei uns eine solche Rolle spielen? Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2013-06-23 13:00:022013-06-23 13:27:10Cinema Moralia – Folge 64: Tage des Zorns
Die Europäische Filmakademie (EFA) hatte Ende April eine Mitteilung verschickt, die mich erstmal gefreut hat, weil ich nur aufs Fettgedruckte achtete: Ab diesem Jahr werden beim „Europäischen Filmpreis“ auch Sounddesign und Kostümbild ausgezeichnet. Fein fand ich das, weil solche Filmarbeit ja sonst gerne vernachlässigt wird, und legte die Meldung erstmal beiseite; schließlich ist’s ja noch ein bisschen hin bis zur Preisverleihung im Dezember. Weil ich mich aber neulich anlässlich des „Deutschen Filmpreises“ wieder mal gehörig aufgeregt hatte, dass sich keiner um die Filmarbeit schert, wollte ich gerne mal zeigen, dass es auch Anlässe zur Hoffnung gibt – man muss nur ein wenig genauer hinschauen, um sie zu entdecken.
Beim genaueren Hinschauen Lesen fand ich die EFA-Meldung dann allerdings doch nicht mehr ganz so begeisternd. Denn wie die Akademie mit der Neuerung umgeht, lässt mich fragen, mit wie viel Herzblut die Vereinigung von 2800 Filmschaffenden tatsächlich dahinter steht. Das fängt schon in der Überschrift an: „Eine neue Auszeichnung für die Europäische Komödie – European Film Academy führt beim Europäischen Filmpreis 2013 eine neue Kategorie ein“ – kein Wort über Kostüm und Sounddesign … Aber am besten zeige ich das mal mit einer kleinen Textkritik: Kursiv gesetzt, folgt die komplette Originalmeldung, dazwischen meine Anmerkungen:
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2013-06-11 20:09:162013-11-18 12:35:17Ein Zeichen für die Filmkünste? Wie der „Europäische Filmpreis“ seine neuen Kategorien anpreist
Mal wieder Kritik der Kritik; eine Veranstaltung in der Akademie der Künste und der türkische Vorfrühling – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 63. Folge
»Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buch?« – Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 – 1799)
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Man muss mehr über Filmkritik schreiben, viel mehr infrage stellen, was Filmkritiker tun, was die Filmkritik tut, und was mit ihr getan wird. Man muss auch versuchen, genauer zu klären, was Filmkritik ist, und – viel wichtiger – was nicht. Grundsätzlich natürlich ist Schreiben über Film potentiell auch Filmkritik. Aber wir alle wissen, dass vieles, was als Filmkritik daherkommt diese eben nicht ist. Filmkritik ist nur da, wo sie keine dienende Funktion hat. Sie dient nicht dem Kino, jedenfalls nicht mehr, als das Kino ihr dient. Sie ist nicht Knecht und das Kino nicht Herr. Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2013-06-09 14:00:422013-06-23 12:58:06Cinema Moralia – Folge 62: Die deutsche Filmkritik und ihr visuelles Defizit
Eine Auswertung von künstlerischen und kommerziellen Filmproduktionen für Kino und Fernsehen. Von Belinde Ruth Stieve. Schauspielerin. Berlin.
Letztes Jahr gerieten die Filmfestspiele von Cannes u.a. deshalb in die Kritik, weil im Wettbewerb kein Film einer Regisseurin nominiert wurde. Aber eigentlich war das keine so große Überraschung, denn in Cannes laufen überwiegend Filme von Männern, und erst einmal hat eine Frau die goldene Palme, die seit 1955 verliehen wird, gewonnen: die Neuseeländerin Jane Campion 1983 für Das Piano. Eine andere Regisseurin, die Dänin Bodil Ipsen, hatte 1946 gemeinsam Ko-Regisseur Lau Lauritzen Jr. für den Film Rote Wiesen den Grand Prix erhalten. In diesem ersten Wettbewerb der Filmfestspiele wurden 11 der 43 Wettbewerbsbeiträge gleichberechtigt ausgezeichnet. Neben Ipsen war noch die portugiesische Regisseurin Bárbara Viginia im Wettbewerb dabei.
2013 lief der Film einer Regisseurin im Wettbewerb: Un Château en Italie / A Castle in Italy, von der Italo-Französin Valeria Bruni Tedeschi, neben 19 Filmen von 20 Regisseuren. Und wie sah es sonst hinter der Kamera aus? Dafür habe ich den 6-Gewerke-Check durchgeführt, bei dem ich den Frauenanteil bei Regie, Drehbuch, Produzent/in, Kamera, Ton und Schnitt für die Gesamtheit einer Gruppe von Filmen – in diesem Fall um die Goldene Palme – ermittle. Hier die Werte für die 20 Wettbewerbsfilme:
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Belinde Ruth Stievehttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgBelinde Ruth Stieve2013-06-07 11:48:102013-06-23 12:58:25Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen?
Out takes weist in der Regel nicht mit einem Artikel auf Sendetermine von Reportagen oder Dokumentationen hin, besonders nicht, wenn diese nicht die Kernthemen unseres Blogs betreffen.
In diesem Fall machen wir eine Ausnahme.
In den Medien trifft man regelmäßig auf die Begriffe „Schwarzgeld“ oder „Steuerhinterzieher“, aktuell und prominent im Zusammenhang mit der Selbstanzeige von Uli Hoeness.
Im Schatten des finanziellen Schadens dieser illegalen Geldgeschäfte liegt eine verborgene Gefahr: Was kann Menschen passieren, die diese Geschäfte anzeigen wollen, wenn auf der anderen Seite Personen mit großem Vermögen und Einfluss stehen, die sich vor Aufdeckung schützen wollen?
Der Fall Mollath – 2002 bis 2006: Gustl Mollath wird verräumt
Heutzutage ist es ein erträgliches Geschäft, Beweise über Steuerhinterzieher zu sammeln. Man speichert diese auf einem Datenträger und verkauft die Informationen an Länder und Finanzbehörden.
Auch Gustl Mollath, geboren 1956 in Nürnberg, sammelte Beweise, aber nicht, um diese zu verkaufen, sondern, um den Geldtransfers in die Schweiz seiner damaligen Frau und weiterer Mitarbeiter der HypoVereinsbank (HVB) und deren „Kunden“ Einhalt zu gebieten.
Als sich Gustl Mollath mit seinem Insiderwissen und den Beweisen zuerst an die betroffenen Banken und später an die Staatsanwaltschaft, Finanzbehörden und Politik wendet, wird er nicht belohnt, im Gegenteil, Gustl Mollaths Beweisen wird nicht nachgegangen, stattdessen wird er im Jahr 2006 mittels dubioser Beweisführung verurteilt und als wahnsinnig und allgemeingefährlich in die forensische Psychiatrie eingeschlossen.
Damit endet Teil 1 dieses Skandals. Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Frank Fischerhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgFrank Fischer2013-06-02 00:09:302013-06-04 09:38:38Die Story im Ersten: „Der Fall Mollath – in den Fängen von Justiz, Politik und Psychiatrie“
Meine Schauspieleragentur MG Management aus München hat im Frühjahr 2013 ihren Geschäftsbetrieb eingestellt. Der Branche bleibe ich jedoch weiterhin mit der Komparsen- und Kleindarstelleragentur Casting Glocker erhalten. Ich verabschiede mich hiermit mit den folgenden Worten:
„Der von uns so sehr erhoffte Erfolg blieb aus – die Anfragen und Besetzungen kamen leider zu selten, um sich über Wasser zu halten. Ich bedanke mich für die vielen schönen Momente mit Ihnen und wünsche Ihnen allen ein glückliches, erfolgreiches Leben! Man trifft sich bekanntlich immer zweimal im Leben – wer weiß…”
Darüber hinaus habe ich anlässlich der Aufgabe von MG Management mit Tina Thiele beschlossen, meine persönlichen Beweggründe [ohne Anspruch auf repräsentativen Charakter, Anm. d. Red.] in einem kleinen Interview zu vertiefen. Weiterlesen
Auffällig viele Meldungen von Schließungen im Fachbereich Schauspieleragenturen/Managements erreichten unsere Redaktion in den vergangenen Monaten. Wobei, auf Wunsch der entsprechenden Agenten, nur schätzungsweise 50 Prozent dieser „Aufgaben“ im cn-magazin in dieser Rubrik veröffentlicht wurden. Wir fanden, dass es mal wieder Zeit für eine Bilanzaufnahme im deutschsprachigen Raum ist: Stirbt die private Agenturen-Landschaft aus? Aber blicken wir erst einmal zurück und schauen uns an, wie sich die Agenturenlandschaft in Deutschland entwickelt hat! Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Tina Thielehttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgTina Thiele2013-06-01 12:21:552016-05-18 12:52:22BILANZAUFNAHME: Die deutsche Schauspieleragenturen-Landschaft!
Filmfest München – Veranstaltungstipps
Tina ThieleRundum das Filmfest München gibt es eine Reihe von interessanten Veranstaltungen, auf die wir hiermit gerne hinweisen möchten:
Freitag, 28. Juni
Aktionsbündnis ES BRENNT aus 14 Berufsverbänden und Gewerkschaften
um 17.00 Uhr auf dem Karlsplatz/Stachus
Film- und Fernsehschaffende werden auf die zunehmend prekären Arbeitsbedingungen bei Film und Fernsehen aufmerksam machen. Denn die Missstände betreffen alle – die vielen unsichtbaren Profis hinter den Kulissen ebenso wie die Stars im Rampenlicht, die freien MitarbeiterInnen genauso wie Festangestellte und auf Produktionsdauer Beschäftigte.
Alle Filmschaffenden sind herzlich zum Mitmachen eingeladen.
Samstag, 29. Juni 2013
BFFS-KEYNOTE
von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
im Kino „Filmtheater Sendlinger Tor“, Sendlinger-Tor-Platz 11, 80336 München
Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Film- und Fernsehindustrie haben
Schauspielerinnen und Schauspieler für sich einen eigenen Tarifvertrag ausgehandelt.
Daran beteiligt waren der BFFS und ver.di auf der einen und die Produzentenallianz auf der
anderen Seite. BFFS-Vorstandsmitglied Heinrich Schafmeister erläutert die Ergebnisse bzw. den Verhandlungsstand.
Die Veranstaltung ist öffentlich.
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Cinema Moralia – Folge 64: Tage des Zorns
Rüdiger SuchslandInnenansicht des Emek-Kinos, Istanbul
Resistanbul und Neues von der deutschen Filmökonomie – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 64. Folge
»Der Aufstand beginnt als Spaziergang.«
Heiner Müller
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»Emek bisim, Istanbul bisim!« – so ging es los, und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Als vor acht Wochen in Istanbul das Emek-Kino, eines der schönsten und ältesten Kinos der Stadt, abgerissen werden sollte, unbedachterweise während des Internationalen Filmfestivals, gab es laute Proteste. Sie mündeten in zwei große Demonstrationen, an denen auch berühmte Gäste des Festivals teilnahmen, wie etwa Costa-Gavras. Über 1000 Menschen demonstrierten. Von der Polizei gab es Pfefferspray und Tränengas, noch nicht, wie jetzt CS-Gas. Es gab Wasserwerfer und Prügel mit Knüppeln. Es gab also zumindest einen ganz zarten Vorschein dessen, was seit über zwei Wochen jetzt in Istanbul los ist.
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Mit einem Kino hat alles begonnen. Und dieses Kino war die Anstrengung fraglos wert. Über Jahrzehnte war es »das« Festivalkino, ein festlicher Ort, ohne Zuckerbäckerromantik, aber erfüllt vom Charme der alten Zeiten mit seiner feierlichen Atmosphäre, seinem marmornen Vorraum, seiner prächtigen Bühne. Der Bauherr, ein Spekulationsunternehmen, dass auch in Deutschland Shopping-Malls baut, und dort ebenfalls, als ob es nicht genug gäbe, statt des Kinos ein straßenblockgroßes Kaufhaus errichten will, sprach schönfärberisch von »Umbau« – statt Abriss. Irgendwann trat Attila Dorsay, Doyen der türkischen Filmkritik, aus Protest zurück. Und bekam daraufhin sofort Angebote von den Bauherren zu Gesprächen. Es gab einen Baustopp. Wer könnte und würde bei uns eine solche Rolle spielen? Weiterlesen
Ein Zeichen für die Filmkünste? Wie der „Europäische Filmpreis“ seine neuen Kategorien anpreist
Peter HartigGrenzenloser Spaß: Ein eigener Preis für Komödien soll künftig Europas Kinopublikum vereinen. Außerdem werden noch zwei weitere ,wichtige‘ Preise eingeführt. | Foto © EFA, Rene Rossignaud
Die Europäische Filmakademie (EFA) hatte Ende April eine Mitteilung verschickt, die mich erstmal gefreut hat, weil ich nur aufs Fettgedruckte achtete: Ab diesem Jahr werden beim „Europäischen Filmpreis“ auch Sounddesign und Kostümbild ausgezeichnet. Fein fand ich das, weil solche Filmarbeit ja sonst gerne vernachlässigt wird, und legte die Meldung erstmal beiseite; schließlich ist’s ja noch ein bisschen hin bis zur Preisverleihung im Dezember. Weil ich mich aber neulich anlässlich des „Deutschen Filmpreises“ wieder mal gehörig aufgeregt hatte, dass sich keiner um die Filmarbeit schert, wollte ich gerne mal zeigen, dass es auch Anlässe zur Hoffnung gibt – man muss nur ein wenig genauer hinschauen, um sie zu entdecken.
Beim genaueren Hinschauen Lesen fand ich die EFA-Meldung dann allerdings doch nicht mehr ganz so begeisternd. Denn wie die Akademie mit der Neuerung umgeht, lässt mich fragen, mit wie viel Herzblut die Vereinigung von 2800 Filmschaffenden tatsächlich dahinter steht. Das fängt schon in der Überschrift an: „Eine neue Auszeichnung für die Europäische Komödie – European Film Academy führt beim Europäischen Filmpreis 2013 eine neue Kategorie ein“ – kein Wort über Kostüm und Sounddesign … Aber am besten zeige ich das mal mit einer kleinen Textkritik: Kursiv gesetzt, folgt die komplette Originalmeldung, dazwischen meine Anmerkungen:
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Cinema Moralia – Folge 62: Die deutsche Filmkritik und ihr visuelles Defizit
Rüdiger Suchsland© 2013 STUDIOCANAL: Neil (Ben Affleck) und Marina (Olga Kurylenko)
Mal wieder Kritik der Kritik; eine Veranstaltung in der Akademie der Künste und der türkische Vorfrühling – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 63. Folge
»Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buch?« – Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 – 1799)
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Man muss mehr über Filmkritik schreiben, viel mehr infrage stellen, was Filmkritiker tun, was die Filmkritik tut, und was mit ihr getan wird. Man muss auch versuchen, genauer zu klären, was Filmkritik ist, und – viel wichtiger – was nicht. Grundsätzlich natürlich ist Schreiben über Film potentiell auch Filmkritik. Aber wir alle wissen, dass vieles, was als Filmkritik daherkommt diese eben nicht ist. Filmkritik ist nur da, wo sie keine dienende Funktion hat. Sie dient nicht dem Kino, jedenfalls nicht mehr, als das Kino ihr dient. Sie ist nicht Knecht und das Kino nicht Herr. Weiterlesen
Kunst oder Kommerz, wo arbeiten die Filmfrauen?
Belinde Ruth StieveLetztes Jahr gerieten die Filmfestspiele von Cannes u.a. deshalb in die Kritik, weil im Wettbewerb kein Film einer Regisseurin nominiert wurde. Aber eigentlich war das keine so große Überraschung, denn in Cannes laufen überwiegend Filme von Männern, und erst einmal hat eine Frau die goldene Palme, die seit 1955 verliehen wird, gewonnen: die Neuseeländerin Jane Campion 1983 für Das Piano. Eine andere Regisseurin, die Dänin Bodil Ipsen, hatte 1946 gemeinsam Ko-Regisseur Lau Lauritzen Jr. für den Film Rote Wiesen den Grand Prix erhalten. In diesem ersten Wettbewerb der Filmfestspiele wurden 11 der 43 Wettbewerbsbeiträge gleichberechtigt ausgezeichnet. Neben Ipsen war noch die portugiesische Regisseurin Bárbara Viginia im Wettbewerb dabei.
2013 lief der Film einer Regisseurin im Wettbewerb: Un Château en Italie / A Castle in Italy, von der Italo-Französin Valeria Bruni Tedeschi, neben 19 Filmen von 20 Regisseuren. Und wie sah es sonst hinter der Kamera aus? Dafür habe ich den 6-Gewerke-Check durchgeführt, bei dem ich den Frauenanteil bei Regie, Drehbuch, Produzent/in, Kamera, Ton und Schnitt für die Gesamtheit einer Gruppe von Filmen – in diesem Fall um die Goldene Palme – ermittle. Hier die Werte für die 20 Wettbewerbsfilme:
Regie: 5 %
Drehbuch: 15 %
Produzent/in: 20 %
Kamera: 10 %
Ton: 13 %
Schnitt: 44 %
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Die Story im Ersten: „Der Fall Mollath – in den Fängen von Justiz, Politik und Psychiatrie“
out takesOut takes weist in der Regel nicht mit einem Artikel auf Sendetermine von Reportagen oder Dokumentationen hin, besonders nicht, wenn diese nicht die Kernthemen unseres Blogs betreffen.
In diesem Fall machen wir eine Ausnahme.
Die Story im Ersten: 3.6.2013, 22.45 Uhr, ARD | Foto © Report Mainz/SWR
Update vom 4.6.2013:
Die Sendung wurde am 3.6. ausgestrahlt und ist nun in der ARD Mediathek zu sehen:
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/15028746_die-story-im-ersten-der-fall-mollath
In den Medien trifft man regelmäßig auf die Begriffe „Schwarzgeld“ oder „Steuerhinterzieher“, aktuell und prominent im Zusammenhang mit der Selbstanzeige von Uli Hoeness.
Im Schatten des finanziellen Schadens dieser illegalen Geldgeschäfte liegt eine verborgene Gefahr: Was kann Menschen passieren, die diese Geschäfte anzeigen wollen, wenn auf der anderen Seite Personen mit großem Vermögen und Einfluss stehen, die sich vor Aufdeckung schützen wollen?
Der Fall Mollath – 2002 bis 2006: Gustl Mollath wird verräumt
Heutzutage ist es ein erträgliches Geschäft, Beweise über Steuerhinterzieher zu sammeln. Man speichert diese auf einem Datenträger und verkauft die Informationen an Länder und Finanzbehörden.
Auch Gustl Mollath, geboren 1956 in Nürnberg, sammelte Beweise, aber nicht, um diese zu verkaufen, sondern, um den Geldtransfers in die Schweiz seiner damaligen Frau und weiterer Mitarbeiter der HypoVereinsbank (HVB) und deren „Kunden“ Einhalt zu gebieten.
Als sich Gustl Mollath mit seinem Insiderwissen und den Beweisen zuerst an die betroffenen Banken und später an die Staatsanwaltschaft, Finanzbehörden und Politik wendet, wird er nicht belohnt, im Gegenteil, Gustl Mollaths Beweisen wird nicht nachgegangen, stattdessen wird er im Jahr 2006 mittels dubioser Beweisführung verurteilt und als wahnsinnig und allgemeingefährlich in die forensische Psychiatrie eingeschlossen.
Damit endet Teil 1 dieses Skandals. Weiterlesen
Über die Schließung meiner Schauspieleragentur MG Management
Michaela GlockerMichaela Glocker | © Stéphanie Hill
Meine Schauspieleragentur MG Management aus München hat im Frühjahr 2013 ihren Geschäftsbetrieb eingestellt. Der Branche bleibe ich jedoch weiterhin mit der Komparsen- und Kleindarstelleragentur Casting Glocker erhalten. Ich verabschiede mich hiermit mit den folgenden Worten:
„Der von uns so sehr erhoffte Erfolg blieb aus – die Anfragen und Besetzungen kamen leider zu selten, um sich über Wasser zu halten. Ich bedanke mich für die vielen schönen Momente mit Ihnen und wünsche Ihnen allen ein glückliches, erfolgreiches Leben! Man trifft sich bekanntlich immer zweimal im Leben – wer weiß…”
Darüber hinaus habe ich anlässlich der Aufgabe von MG Management mit Tina Thiele beschlossen, meine persönlichen Beweggründe [ohne Anspruch auf repräsentativen Charakter, Anm. d. Red.] in einem kleinen Interview zu vertiefen. Weiterlesen
BILANZAUFNAHME: Die deutsche Schauspieleragenturen-Landschaft!
Tina Thiele© Straßenverkehrsamt