Nach dem Drehstart gab’s auch schon eine Unterbrechung. Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ zeigten vorige Woche, auf welch dünnem Eis die Branche weiterarbeiten muss.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Wegen eines positiven Corona-Tests mussten die Dreharbeiten zu Detlev Bucks Film „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ unterbrochen werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Ein Komparse erhebt Vorwürfe gegen die Bavaria Filmproduktion.
Die „Abendzeitung“ berichtete ebenfalls und meldet heute, dass am Wochenende weitergedreht werden konnte. Schon bei Ausbruch der Pandemie in Deutschland war eine Corona-Infektion am Set aufgetreten – die Dreharbeiten waren damals dennoch fortgesetzt worden. Die Bavaria Film hatte sich auf unsere Anfrage im März nicht geäußert. Mehr erfuhr die Grünen-Landtagsabgeordneten Susanne Kurz auf eine Anfrage zur Plenarsitzung am 11. Mai. DasBayerische Staatsministerium für Digitales bestätigte den Vorfall: „Es wurden unverzüglich sämtliche betroffenen Mitarbeiter informiert und gemeinsam mit dem Betriebsarzt alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die Dreharbeiten wurden unter Einhaltung aller damals geltenden behördlicher Vorgaben mit entsprechenden Schutzmaßnahmen noch zwei Tage fortgesetzt.“
Über den Corona-Shutdown für Filmproduktionen an sich hatte Detlev Buck im April mit dem Zeitungsportal „Nordbuzz“ gesprochen.
Statt eines Vorworts: Erinnern Sie sich noch an die Wochen, als wirklich so ziemlich alles abgeschaltet war? Was haben Sie am meisten vermisst?
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Auch German Films hat jetzt einen Podcast. Gestern startete die erste Folge von „Short Take“: „Die kurzen und knackigen Interviews mit deutschen Schauspieler*innen und Filmemacher*innen sind auf Englisch, die Fragen orientieren sich lose am Proust-Fragebogen“, erklärt die Außenhandelsvertretung des deutschen Films. Ziel sei, „bei internationalen Zuschauer*innen Interesse für deutsche Inhalte und die kreativen Köpfe darin und dahinter zu wecken.“ Neue Folgen sollen alle drei Wochen erscheinen.
„Das Grabmal einer großen Liebe“: Der Stummfilm findet nur noch in exklusiven Nischen statt oder irgendwo auf Youtube. Einzig der deutsch-französische Sender Arte pflegt die Vielfalt und Schönheit des Stummfilms im Programm. | Archivfoto
Pandemie-Konformismus, Journal des Verschwindens und Chiffren für das Dahinter: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 59.
„Il faut savoir encore sourire/ Quand le meilleur s’est retiré/ Et qu’il ne reste que le pire/ Dans une vie bête à pleurer“
Charles Aznavour
„Sie haben es abgerissen. Ein aus der Mode gekommenes Restaurant mit riesigem Speisesaal. […] Die Durchreisenden bevorzugten den offenen Saal mit Blick auf die Bahnhofsuhr. […] Die Zeit ist um, meinten sie. Und eröffneten eine gläserne Theke für den Durchgangsverkehr. Du sollst dich nicht aufhalten. Iss, zahle und verschwinde hier.“
Raymond Dittrich
Corona-Zeiten waren Zeiten, in denen wir auch das Filme-sehen neue entdeckt haben. Wir sollten dies nicht verlernen über diesen Sommer unseres Leichtsinns, bevor die zweite Welle kommt und wir kulturelle Überlebenstechniken viel wichtiger brauchen, als Virologie.
Unser Umgang mit Filmgeschichte ist insgesamt ungemein schludrig. Kein Vergleich zu unserem Umgang mit alten Gemälden oder Klassikern der Literatur.
+++
Stummfilme, das wissen wir ja eigentlich auch, waren nicht stumm oder still. Sie waren begleitet von Musik, oft eigens komponierter, und oft von Soundeffekten. Wir nennen diese Filme so, weil man ab Ende der 20er Jahre mit „Tonfilm“ geworben hat.
Heute kann man diese Filme in der Regel nur in Filmmuseen sehen und dies sehr selten, denn auch die Stummfilme, die überhaupt noch existieren, also zwischen 10 und 20 Prozent der Werke, die mal irgendwann gemacht wurden, sind in den allermeisten Fällen überhaupt nicht zugänglich. Denn die Rechteinhaber verlangen viel zu viel Geld dafür, dass sie im Kino gezeigt werden. Wer heute bedeutende Werke der Filmgeschichte spielen möchte, ist mit massiven finanziellen Forderungen konfrontiert.
Hinzu kommt, dass die interessantesten Werke der alten Filmgeschichte nicht immer diejenigen sind, die wir heute am besten kennen. Auch nicht immer die großen, besonders berühmten Filme, nicht immer die repräsentativen sogenannten „Meisterwerke“. So ähnlich, wie die „Mona Lisa“ nicht unbedingt das beste oder auch nur wichtigste Gemälde der Renaissance ist (vielmehr hat sich diese Vorstellung von der „Mona Lisa“ als „dem“ Non-plus-ultra-Meisterwerk überhaupt erst im 19. Jahrhundert herausgebildet), so wenig ist „Metropolis“ von Fritz Lang (meiner persönlichen Ansicht nach ein ganz toller, unbedingt sehenswerter und sehr besonderer Film, und ohne Frage auch ein ungemein wichtiger) der beste oder der interessanteste Film seiner Epoche.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-06-26 20:19:432020-06-26 20:19:43Gedanken in der Pandemie 59: Fantasie auf der Flucht
Von Frankreich lernen, heißt Kino lernen: Aber die deutsche Filmförderung hat nur Til Schweiger im Kopf und treibt die eigene Selbstabschaffung voran, anstatt sich etwas vom guten Handwerk der Franzosen abzuschauen – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 220. Folge
»Neither you nor I can stop the march of time.«
Jean Renoir »La Grande Illusion«
+ + +
Das CNC, die französische Filmförderung macht es vor: Auf die Corona-Ausfälle reagiert man in Frankreich mit einem ausgeklügelten, intelligenten, wohlabgewogenen, aufeinander abgestimmten Programm, das den ganzen Bereich des Films und der Filmdistribution berücksichtigt, das keine Erbhöfe verteidigt und die Strukturen von gestern nicht konserviert, das nach vorne blickt und das überholte Grenzen und Grenzzäune einebnet.
Bedauerlich, dass man so etwas in Deutschland nicht mal zur Kenntnis nimmt.
+ + +
»Ernstes, heiter verpackt« – so heißt der (unfreiwillig?) zynische Titel der neuesten Pressemitteilung der FFA, der beweist, dass die deutsche Filmförderanstalt auch nach Ende der Kinoschließungszeit in jenem geistigen Lockdown verharrt, in den sie sich selbst lange vor Corona hineinbegeben hat: Ideenlos, innerlich gelähmt, ohne Ehrgeiz, der Krise zu trotzen, ohne Phantasie, wie das geschehen könnte, wird halt Til Schweiger gefördert, der wird’s schon richten. Dessen neuer Film-Titel, Die Rettung der uns bekannten Welt, ist längst erklärtes FFA-Programm.
Aber die Welt, die der FFA bekannt ist, hat nie existiert.
»Ernstes, heiter verpackt« ist zynisch, weil keinem, der gerade mit Film zu tun hat, nach dieser Art von heinzehrhardthafter Heiterkeit zumute ist, nach Schmunzelei angesichts des Ernstes der Lage. Und weil die FFA-Funktionäre, die im Gegensatz zu allen anderen sehr fest auf ihren 5000-Euro-Stühlen sitzen, mit so einer Formulierung außer ihrer grundsätzlichen Unsensibilität nur beweisen, dass ihnen auch das charakterliche Format fehlt, das in besonderen Situationen wie diesen nötig ist. Auch in Corona-Zeiten soll einfach weitergelacht und gekichert und geschmunzelt werden – dass Film aber auch zu etwas anderem gut sein könnte, als uns in Lachsäcke zu verwandeln und in die späten Fünziger, die Heinz-Ehrhardt-Kicherjahre zurückzuversetzen, dass Film den Menschen etwas zum Nachdenken, zum Aufwühlen, zum Sein-Leben-ändern, etwas Relevantes, nicht Eskapistisches geben könnte, kommt im FFA-Horizont gar nicht vor. Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-06-25 15:06:362020-06-25 15:06:36Cinema Moralia – Folge 220: Wer Cannes, der kann
Dicht an dicht drei Stunden im Flieger: Ein Mallorca-Urlaub ist offensichtlich systemrelevant, ein Knotenpunkt in der regionalen Kulturszene aber nicht, bemerkt ein aktueller Facebook-Post. | Screenshot
Heute reden wir vor allem über Hygiene.Die „Handlungshilfen“ der Berufsgenossenschaft für die Branche sind da, Seminare dazu gibt es auch schon, sogar mit Zertifikat. Ein Überblick, was gilt und was nötig ist.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Was beim Dreh unter Corona-Bedingungen zu beachten ist, hat vor einem Monat die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in einer „Branchenspezifischen Handlungshilfe“ zusammengefasst: „Für Kontrollen der Maßnahmen vor Ort ist jeweils eine Aufsicht führende Person vom Unternehmer zu bestellen und diesbezüglich zu unterweisen“, heißt es gleich eingangs bei denGrundsätzen: „Die Person sollte zur Kontrolle und Durchsetzung der Maßnahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards mit Weisungsbefugnis ausgestattet werden.“
Online-Seminare zum*r „Hygienebeauftragten für Film-, Fernseh- und Fotoproduktionen“ bietet inzwischen die Dekra-Akademie an, acht Unterrichtsstunden samt Zertifikat für 279 Euro. Das private Unternehmen bietet schon seit Jahren Hygiene-Ausbildungen für andere Branchen an. Der Begriff „Hygienebeauftragte*r“ selbst ist für die Filmbranche allerdings unverbindlich, denn sie betritt Neuland: Es gibt keine Vorgaben zu Qualifikation und Weiterbildung, bestätigt Claudia Zeder-Mannis von der BG ETEM. Eine Schulung sei zwar immer gut, aber keine Grundlage. Noch wichtiger sei, dass der*die Beauftragte in den Drehabläufen erfahren ist und sich durchsetzen kann. Auch Crew United hat „Hygienebeauftragte*r“ als Beruf in der Datenbank eingeführt, auch wenn die Bezeichnung noch unklar sei. „Zurzeitwerden geeignete Leute dringend gesucht, wir wollen das erstmal erleichtern“, erklärt Geschäftsführer Oliver Zenglein. Später solle die Zusatz-Qualifikation in den Bereich „Lizenzen“ wandern (wo etwa die „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ schon zu finden ist).Als Kriterium dafür stützt sich Crew United auf das Zertifikat der Dekra-Akademie – „und auf ausgiebige Set-Erfahrung“.
Corona-Idyllen und Utopien allerorten: Back in the USSR – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 58.
„Ich habe einen Sinn für das Romanhafte. Aber daraus ergibt sich eine Mischung aus Strenge der Narration und einer gewissen Freiheit der Schreibweise in den einzelnen Szenen. Wenn ich anfange zu schreiben, weiss ich sehr wohl, wohin es geht, aber nicht unbedingt im Sinne des Plots, sondern im Sinne der Emotionen, zu denen der Film tendiert. Alles hängt an einem einzigen Gefühl.“
Mia Hansen-Løve, im Gespräch mit „Revolver“, Heft 24/2012
Langsam lichtet sich der Nebel, und über der Corona-Morgenröte wird der Horizont der neuen alten Welt sichtbar.
Wir beginnen, über den Tag hinaus zu denken, zu analysieren, was bleibt, was geht und was kommt. Utopien allerorten, zumindest im neuen „Lettre International“.
+++
„Lettre International“ gibt es seit 1988 auf Deutsch, in Frankreich bereits seit 1984. So sehr diese vierteljährlich erscheinende, ziemlich unvergleichliche Zeitschrift eine Institution ist, so sehr leidet auch sie unter den neuesten Formveränderungen unserer Kommunikations-, Informations- und Denkgewohnheiten. Krisenbedingt drohen mit den Zeitungen und Zeitschriften auf der Kippe, substantielle Elementarstrukturen einer kritischen und schöpferischen Öffentlichkeit beschädigt zu werden oder gar in ihrer Existenz gefährdet zu werden. Worin die unvergleichliche Funktion der unabhängigen Printmedien besteht, davon kann man sich im neuesten „Lettre“-Heft (#129) überzeugen, das jetzt erhältlich ist.
Das Heft versucht eine Spektralanalyse der Corona-Krise. Nochmal zur Erinnerung: SarS-CoV-2 ist das Virus, Covid-19 ist die Krankheit, Corona ist der gesellschaftliche Zustand.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2020-06-24 21:46:082020-06-24 16:46:27Gedanken in der Pandemie 58: Politik kannibalisiert die Wirtschaft und umgekehrt
Kinostarts und Streams der Woche. Von Elisabeth Nagy
In einer Woche geht es auch in Berlin wieder los mit dem Kinoprogramm. Und nicht nur das. Nächste Woche wird in Berlin ein Kino eröffnet, neu eröffnet. Das Charlottenburger „Klick“ an der Windscheidstraße wurde 2004 geschlossen. Eine kurze Zeitspanne lang, vom März 2017 bis April 2018 wurde es neu belebt. Als der Hauptmieter der Immobilie aufgeben musste, wurde auch den Kinobetreibern gekündigt. Christos Acrivulis und sein Team (Martina Klier, Alessandro Borrelli und Sascha Grunow) haben jetzt renoviert und machen wieder Programm. „Die Geschichte des ,Klick’-Kinos zeigt seinen Charakter als Kiez-Kino. Mit Respekt für seine Geschichte werden wir das Kino wiedereröffnen. Wir möchten einen Ort etablieren, der die Menschen vor allem, aber nicht nur wegen interessanter Filme anzieht. Kunstausstellungen und Autorenlesungen, Liederabende und Poetry Slams – Kultur in all ihren Facetten soll einen einzigartigen Platz in der Winscheidstraße 19 finden“, schreibt Acrivulis in der Pressemitteilung. Im ersten Monat übernimmt Lars Eidinger die Patenschaft, die jeden Monat wechseln wird. Das heißt, man zeigt eine Auswahl seiner Filme, zum Beispiel „Alle anderen“ von Maren Ade und ein paar seiner Lieblingsfilme, darunter „Les mépris“ von Jean-Luc Godard und „Anticrist“ von Lars von Trier. Am ersten Wochenende wird es zwei Tage der offenen Tür geben. Mit Abstand eine gute Sache.
Die Berliner Kinos hatten sich zu einer Unterstützungskampagne zusammengeschlossen. Wenn man denn Augen dafür hatte, entdeckte man im Stadtbild und in den Kinoschaukästen die gelben Plakate für „Fortsetzung folgt“. Die Berliner Programmkinos, 33 an der Zahl mit insgesamt 73 Leinwänden, hat auf Startnext.com eine Kampagne aufgestellt. Man wollte zum einen Spenden sammeln, die das Fortbestehen der Häuser zumindest zum Teil sichern könnten. Zum anderen wollte man Eigeninitiative vorweisen, auch um die Politik, im Verbund, auf die Wichtigkeit filmkultureller Arbeit hinzuweisen. Am 27. März 2020 lief die Aktion an und sie läuft heute abend um 23.59 Uhr aus. Das Ziel war 730.000 Euro. Leider ist man von der Summe noch etwas entfernt. Jeder Euro zählt, darum hier der Hinweis, auch 5 vor 12 kann man noch spenden.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Elisabeth Nagyhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgElisabeth Nagy2020-06-24 21:36:332020-06-24 16:40:23Kino in Zeiten von Corona 14
Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben, Krawalle in Stuttgart, Korruptionsvorwürfe gegen den Politiknachwuchs … für Kultur und Film war wenig Zeit übers Wochenende. Die Meldungen zum Montag.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Bilder der Zeit: Martin Schoeller ist mit seinen Fotografien berühmt geworden, die Menschen extrem nahekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ sprach mit ihm über das Porträt in Zeiten der Masken, darüber, was zählt in einem Gesicht und wie die Seuche die Stadt New York verändert.
Wie soll’s weitergehen in Zeiten von Corona? Filmschaffende aus allen Gewerken hatten sich zusammengetan, um ein Konzept für sichere Dreharbeiten zu erarbeiten. Doch dem Netzwerk WirSind1Team geht es um mehr. Im Interview stellt es sich vor.
Im Mai wurde für das traditionsreiche Berliner Kino „Colosseum“ Insolvenz angemeldet, danach gab es noch ein wenig Hoffnung auf einen Weiterbetrieb. Doch jetzt steht fest: Das Haus an der Schönhauser Allee wird die Corona-Krise nicht überleben, berichtet der RBB.
Corona: Brancheninfo 63
out takes, Peter HartigAutsch! Wenn wir das nur gewusst hätten: „Die Simpsons“ stellen ihre Figuren klischeehaft dar. In Zukunft sollen sie wenigstens korrekte Synchronstimmen bekommen. | Foto © Fox Studios
Nach dem Drehstart gab’s auch schon eine Unterbrechung. Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ zeigten vorige Woche, auf welch dünnem Eis die Branche weiterarbeiten muss.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Wegen eines positiven Corona-Tests mussten die Dreharbeiten zu Detlev Bucks Film „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ unterbrochen werden, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Ein Komparse erhebt Vorwürfe gegen die Bavaria Filmproduktion.
Die „Abendzeitung“ berichtete ebenfalls und meldet heute, dass am Wochenende weitergedreht werden konnte.
Schon bei Ausbruch der Pandemie in Deutschland war eine Corona-Infektion am Set aufgetreten – die Dreharbeiten waren damals dennoch fortgesetzt worden. Die Bavaria Film hatte sich auf unsere Anfrage im März nicht geäußert.
Mehr erfuhr die Grünen-Landtagsabgeordneten Susanne Kurz auf eine Anfrage zur Plenarsitzung am 11. Mai. Das Bayerische Staatsministerium für Digitales bestätigte den Vorfall: „Es wurden unverzüglich sämtliche betroffenen Mitarbeiter informiert und gemeinsam mit dem Betriebsarzt alle notwendigen Maßnahmen ergriffen. Die Dreharbeiten wurden unter Einhaltung aller damals geltenden behördlicher Vorgaben mit entsprechenden Schutzmaßnahmen noch zwei Tage fortgesetzt.“
Über den Corona-Shutdown für Filmproduktionen an sich hatte Detlev Buck im April mit dem Zeitungsportal „Nordbuzz“ gesprochen.
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Corona: Brancheninfo 62
out takes, Peter HartigStatt eines Vorworts: Erinnern Sie sich noch an die Wochen, als wirklich so ziemlich alles abgeschaltet war? Was haben Sie am meisten vermisst?
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Es werden wieder Filme und Serien gedreht. Aber wie soll das funktionieren – mit Abstand und fachfremden Corona-Aufsichten? Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fragte Schauspieler*innen, Produzent*innen und Regisseur*innen.
Die Kussszene ist wohl das beliebteste Beispiel, um das Dilemma für Drehbuchautor*innen, Produzent*innen und Fernsehsender zu beschreiben, schätzt die „Märkische Oderzeitung“. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass viele Drehbücher verändert werden, damit Filmprojekte mit Vorsichtsregeln doch umgesetzt werden können.
Auch German Films hat jetzt einen Podcast. Gestern startete die erste Folge von „Short Take“: „Die kurzen und knackigen Interviews mit deutschen Schauspieler*innen und Filmemacher*innen sind auf Englisch, die Fragen orientieren sich lose am Proust-Fragebogen“, erklärt die Außenhandelsvertretung des deutschen Films. Ziel sei, „bei internationalen Zuschauer*innen Interesse für deutsche Inhalte und die kreativen Köpfe darin und dahinter zu wecken.“ Neue Folgen sollen alle drei Wochen erscheinen.
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Gedanken in der Pandemie 59: Fantasie auf der Flucht
Rüdiger Suchsland, Unsere Gäste„Das Grabmal einer großen Liebe“: Der Stummfilm findet nur noch in exklusiven Nischen statt oder irgendwo auf Youtube. Einzig der deutsch-französische Sender Arte pflegt die Vielfalt und Schönheit des Stummfilms im Programm. | Archivfoto
Pandemie-Konformismus, Journal des Verschwindens und Chiffren für das Dahinter: Apokalyptiker & Integrierte – Gedanken in der Pandemie 59.
„Il faut savoir encore sourire/
Quand le meilleur s’est retiré/
Et qu’il ne reste que le pire/
Dans une vie bête à pleurer“
Charles Aznavour
„Sie haben es abgerissen. Ein aus der Mode gekommenes Restaurant mit riesigem Speisesaal. […] Die Durchreisenden bevorzugten den offenen Saal mit Blick auf die Bahnhofsuhr. […] Die Zeit ist um, meinten sie. Und eröffneten eine gläserne Theke für den Durchgangsverkehr. Du sollst dich nicht aufhalten. Iss, zahle und verschwinde hier.“
Raymond Dittrich
Corona-Zeiten waren Zeiten, in denen wir auch das Filme-sehen neue entdeckt haben. Wir sollten dies nicht verlernen über diesen Sommer unseres Leichtsinns, bevor die zweite Welle kommt und wir kulturelle Überlebenstechniken viel wichtiger brauchen, als Virologie.
Unser Umgang mit Filmgeschichte ist insgesamt ungemein schludrig. Kein Vergleich zu unserem Umgang mit alten Gemälden oder Klassikern der Literatur.
+++
Stummfilme, das wissen wir ja eigentlich auch, waren nicht stumm oder still. Sie waren begleitet von Musik, oft eigens komponierter, und oft von Soundeffekten. Wir nennen diese Filme so, weil man ab Ende der 20er Jahre mit „Tonfilm“ geworben hat.
Heute kann man diese Filme in der Regel nur in Filmmuseen sehen und dies sehr selten, denn auch die Stummfilme, die überhaupt noch existieren, also zwischen 10 und 20 Prozent der Werke, die mal irgendwann gemacht wurden, sind in den allermeisten Fällen überhaupt nicht zugänglich. Denn die Rechteinhaber verlangen viel zu viel Geld dafür, dass sie im Kino gezeigt werden. Wer heute bedeutende Werke der Filmgeschichte spielen möchte, ist mit massiven finanziellen Forderungen konfrontiert.
Hinzu kommt, dass die interessantesten Werke der alten Filmgeschichte nicht immer diejenigen sind, die wir heute am besten kennen. Auch nicht immer die großen, besonders berühmten Filme, nicht immer die repräsentativen sogenannten „Meisterwerke“. So ähnlich, wie die „Mona Lisa“ nicht unbedingt das beste oder auch nur wichtigste Gemälde der Renaissance ist (vielmehr hat sich diese Vorstellung von der „Mona Lisa“ als „dem“ Non-plus-ultra-Meisterwerk überhaupt erst im 19. Jahrhundert herausgebildet), so wenig ist „Metropolis“ von Fritz Lang (meiner persönlichen Ansicht nach ein ganz toller, unbedingt sehenswerter und sehr besonderer Film, und ohne Frage auch ein ungemein wichtiger) der beste oder der interessanteste Film seiner Epoche.
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Cinema Moralia – Folge 220: Wer Cannes, der kann
Rüdiger SuchslandVon Frankreich lernen, heißt Kino lernen: Aber die deutsche Filmförderung hat nur Til Schweiger im Kopf und treibt die eigene Selbstabschaffung voran, anstatt sich etwas vom guten Handwerk der Franzosen abzuschauen – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 220. Folge
»Neither you nor I can stop the march of time.«
Jean Renoir »La Grande Illusion«
+ + +
Das CNC, die französische Filmförderung macht es vor: Auf die Corona-Ausfälle reagiert man in Frankreich mit einem ausgeklügelten, intelligenten, wohlabgewogenen, aufeinander abgestimmten Programm, das den ganzen Bereich des Films und der Filmdistribution berücksichtigt, das keine Erbhöfe verteidigt und die Strukturen von gestern nicht konserviert, das nach vorne blickt und das überholte Grenzen und Grenzzäune einebnet.
Bedauerlich, dass man so etwas in Deutschland nicht mal zur Kenntnis nimmt.
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»Ernstes, heiter verpackt« – so heißt der (unfreiwillig?) zynische Titel der neuesten Pressemitteilung der FFA, der beweist, dass die deutsche Filmförderanstalt auch nach Ende der Kinoschließungszeit in jenem geistigen Lockdown verharrt, in den sie sich selbst lange vor Corona hineinbegeben hat: Ideenlos, innerlich gelähmt, ohne Ehrgeiz, der Krise zu trotzen, ohne Phantasie, wie das geschehen könnte, wird halt Til Schweiger gefördert, der wird’s schon richten. Dessen neuer Film-Titel, Die Rettung der uns bekannten Welt, ist längst erklärtes FFA-Programm.
Aber die Welt, die der FFA bekannt ist, hat nie existiert.
»Ernstes, heiter verpackt« ist zynisch, weil keinem, der gerade mit Film zu tun hat, nach dieser Art von heinzehrhardthafter Heiterkeit zumute ist, nach Schmunzelei angesichts des Ernstes der Lage. Und weil die FFA-Funktionäre, die im Gegensatz zu allen anderen sehr fest auf ihren 5000-Euro-Stühlen sitzen, mit so einer Formulierung außer ihrer grundsätzlichen Unsensibilität nur beweisen, dass ihnen auch das charakterliche Format fehlt, das in besonderen Situationen wie diesen nötig ist. Auch in Corona-Zeiten soll einfach weitergelacht und gekichert und geschmunzelt werden – dass Film aber auch zu etwas anderem gut sein könnte, als uns in Lachsäcke zu verwandeln und in die späten Fünziger, die Heinz-Ehrhardt-Kicherjahre zurückzuversetzen, dass Film den Menschen etwas zum Nachdenken, zum Aufwühlen, zum Sein-Leben-ändern, etwas Relevantes, nicht Eskapistisches geben könnte, kommt im FFA-Horizont gar nicht vor. Weiterlesen
Corona: Brancheninfo 61
out takes, Peter HartigDicht an dicht drei Stunden im Flieger: Ein Mallorca-Urlaub ist offensichtlich systemrelevant, ein Knotenpunkt in der regionalen Kulturszene aber nicht, bemerkt ein aktueller Facebook-Post. | Screenshot
Heute reden wir vor allem über Hygiene. Die „Handlungshilfen“ der Berufsgenossenschaft für die Branche sind da, Seminare dazu gibt es auch schon, sogar mit Zertifikat. Ein Überblick, was gilt und was nötig ist.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Was beim Dreh unter Corona-Bedingungen zu beachten ist, hat vor einem Monat die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) in einer „Branchenspezifischen Handlungshilfe“ zusammengefasst: „Für Kontrollen der Maßnahmen vor Ort ist jeweils eine Aufsicht führende Person vom Unternehmer zu bestellen und diesbezüglich zu unterweisen“, heißt es gleich eingangs bei den Grundsätzen: „Die Person sollte zur Kontrolle und Durchsetzung der Maßnahmen des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards mit Weisungsbefugnis ausgestattet werden.“
Online-Seminare zum*r „Hygienebeauftragten für Film-, Fernseh- und Fotoproduktionen“ bietet inzwischen die Dekra-Akademie an, acht Unterrichtsstunden samt Zertifikat für 279 Euro. Das private Unternehmen bietet schon seit Jahren Hygiene-Ausbildungen für andere Branchen an.
Der Begriff „Hygienebeauftragte*r“ selbst ist für die Filmbranche allerdings unverbindlich, denn sie betritt Neuland: Es gibt keine Vorgaben zu Qualifikation und Weiterbildung, bestätigt Claudia Zeder-Mannis von der BG ETEM. Eine Schulung sei zwar immer gut, aber keine Grundlage. Noch wichtiger sei, dass der*die Beauftragte in den Drehabläufen erfahren ist und sich durchsetzen kann.
Auch Crew United hat „Hygienebeauftragte*r“ als Beruf in der Datenbank eingeführt, auch wenn die Bezeichnung noch unklar sei. „Zurzeit werden geeignete Leute dringend gesucht, wir wollen das erstmal erleichtern“, erklärt Geschäftsführer Oliver Zenglein. Später solle die Zusatz-Qualifikation in den Bereich „Lizenzen“ wandern (wo etwa die „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“ schon zu finden ist). Als Kriterium dafür stützt sich Crew United auf das Zertifikat der Dekra-Akademie – „und auf ausgiebige Set-Erfahrung“.
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Gedanken in der Pandemie 58: Politik kannibalisiert die Wirtschaft und umgekehrt
Rüdiger Suchsland, Unsere GästeEuropas Kulturzeitschrift „Lettre International“ widmet sich zum neuen Quartal der Pandemie und der Politik | Cover (Ausschnitt) © Lettre International, Didier William
Corona-Idyllen und Utopien allerorten: Back in the USSR – Apokalyptiker & Integrierte; Gedanken in der Pandemie 58.
„Ich habe einen Sinn für das Romanhafte. Aber daraus ergibt sich eine Mischung aus Strenge der Narration und einer gewissen Freiheit der Schreibweise in den einzelnen Szenen. Wenn ich anfange zu schreiben, weiss ich sehr wohl, wohin es geht, aber nicht unbedingt im Sinne des Plots, sondern im Sinne der Emotionen, zu denen der Film tendiert. Alles hängt an einem einzigen Gefühl.“
Mia Hansen-Løve, im Gespräch mit „Revolver“, Heft 24/2012
Langsam lichtet sich der Nebel, und über der Corona-Morgenröte wird der Horizont der neuen alten Welt sichtbar.
Wir beginnen, über den Tag hinaus zu denken, zu analysieren, was bleibt, was geht und was kommt. Utopien allerorten, zumindest im neuen „Lettre International“.
+++
„Lettre International“ gibt es seit 1988 auf Deutsch, in Frankreich bereits seit 1984. So sehr diese vierteljährlich erscheinende, ziemlich unvergleichliche Zeitschrift eine Institution ist, so sehr leidet auch sie unter den neuesten Formveränderungen unserer Kommunikations-, Informations- und Denkgewohnheiten. Krisenbedingt drohen mit den Zeitungen und Zeitschriften auf der Kippe, substantielle Elementarstrukturen einer kritischen und schöpferischen Öffentlichkeit beschädigt zu werden oder gar in ihrer Existenz gefährdet zu werden. Worin die unvergleichliche Funktion der unabhängigen Printmedien besteht, davon kann man sich im neuesten „Lettre“-Heft (#129) überzeugen, das jetzt erhältlich ist.
Das Heft versucht eine Spektralanalyse der Corona-Krise. Nochmal zur Erinnerung: SarS-CoV-2 ist das Virus, Covid-19 ist die Krankheit, Corona ist der gesellschaftliche Zustand.
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Kino in Zeiten von Corona 14
Elisabeth Nagy, Unsere GästeGelbe Plakate werben für „Fortsetzung folgt“: Die Kampagne soll den Berliner Programmkinos durch die Krise helfen. Das Spendenziel ist noch nicht erreicht, bis Mitternacht kann heute noch geholfen werden. | Foto © Elisabeth Nagy
Kinostarts und Streams der Woche. Von Elisabeth Nagy
In einer Woche geht es auch in Berlin wieder los mit dem Kinoprogramm. Und nicht nur das. Nächste Woche wird in Berlin ein Kino eröffnet, neu eröffnet. Das Charlottenburger „Klick“ an der Windscheidstraße wurde 2004 geschlossen. Eine kurze Zeitspanne lang, vom März 2017 bis April 2018 wurde es neu belebt. Als der Hauptmieter der Immobilie aufgeben musste, wurde auch den Kinobetreibern gekündigt. Christos Acrivulis und sein Team (Martina Klier, Alessandro Borrelli und Sascha Grunow) haben jetzt renoviert und machen wieder Programm. „Die Geschichte des ,Klick’-Kinos zeigt seinen Charakter als Kiez-Kino. Mit Respekt für seine Geschichte werden wir das Kino wiedereröffnen. Wir möchten einen Ort etablieren, der die Menschen vor allem, aber nicht nur wegen interessanter Filme anzieht. Kunstausstellungen und Autorenlesungen, Liederabende und Poetry Slams – Kultur in all ihren Facetten soll einen einzigartigen Platz in der Winscheidstraße 19 finden“, schreibt Acrivulis in der Pressemitteilung. Im ersten Monat übernimmt Lars Eidinger die Patenschaft, die jeden Monat wechseln wird. Das heißt, man zeigt eine Auswahl seiner Filme, zum Beispiel „Alle anderen“ von Maren Ade und ein paar seiner Lieblingsfilme, darunter „Les mépris“ von Jean-Luc Godard und „Anticrist“ von Lars von Trier. Am ersten Wochenende wird es zwei Tage der offenen Tür geben. Mit Abstand eine gute Sache.
Die Berliner Kinos hatten sich zu einer Unterstützungskampagne zusammengeschlossen. Wenn man denn Augen dafür hatte, entdeckte man im Stadtbild und in den Kinoschaukästen die gelben Plakate für „Fortsetzung folgt“. Die Berliner Programmkinos, 33 an der Zahl mit insgesamt 73 Leinwänden, hat auf Startnext.com eine Kampagne aufgestellt. Man wollte zum einen Spenden sammeln, die das Fortbestehen der Häuser zumindest zum Teil sichern könnten. Zum anderen wollte man Eigeninitiative vorweisen, auch um die Politik, im Verbund, auf die Wichtigkeit filmkultureller Arbeit hinzuweisen. Am 27. März 2020 lief die Aktion an und sie läuft heute abend um 23.59 Uhr aus. Das Ziel war 730.000 Euro. Leider ist man von der Summe noch etwas entfernt. Jeder Euro zählt, darum hier der Hinweis, auch 5 vor 12 kann man noch spenden.
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Corona: Brancheninfo 60
out takes, Peter HartigAus gegebenem Anlass und als Beispiel, was Film kann: Richard Linklater zeigt in „Fast Food Nation“ schon vor 13 Jahren die Zustände in der Fleischproduktionsindustrie. | Foto © Senator
Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben, Krawalle in Stuttgart, Korruptionsvorwürfe gegen den Politiknachwuchs … für Kultur und Film war wenig Zeit übers Wochenende. Die Meldungen zum Montag.
Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.
Bilder der Zeit: Martin Schoeller ist mit seinen Fotografien berühmt geworden, die Menschen extrem nahekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ sprach mit ihm über das Porträt in Zeiten der Masken, darüber, was zählt in einem Gesicht und wie die Seuche die Stadt New York verändert.
Wie soll’s weitergehen in Zeiten von Corona? Filmschaffende aus allen Gewerken hatten sich zusammengetan, um ein Konzept für sichere Dreharbeiten zu erarbeiten. Doch dem Netzwerk WirSind1Team geht es um mehr. Im Interview stellt es sich vor.
Fragen und Antworten zum Förderprogramm „Im Fokus – 6 Punkte für die Kultur“ hat die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz auf ihrer Website.
Im Mai wurde für das traditionsreiche Berliner Kino „Colosseum“ Insolvenz angemeldet, danach gab es noch ein wenig Hoffnung auf einen Weiterbetrieb. Doch jetzt steht fest: Das Haus an der Schönhauser Allee wird die Corona-Krise nicht überleben, berichtet der RBB.
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