Ist die Tätigkeit eines Statisten an einem Theater als künstlerischer Auftritt zu werten oder ist er einfach nur Teil der Kulisse? Und sind die Einnahmen hieraus zu versteuern?
Im Einkommensteuergesetz ist geregelt, dass Einnahmen aus „nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten im Dienst oder im Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet oder einer Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke“ bis zur Höhe von 2.100 Euro steuerfrei bleiben. Eine Regelung, die nicht nur aufgrund ihrer leicht bürokratischen Formulierung einer Erläuterung bedarf.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Schaarhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Schaar2011-08-18 08:01:132011-08-18 08:01:13Der Statist als Teil der Kulisse oder doch Künstler?
Der Verband der Agenturen (VdA) diskutierte im Rahmen des Filmfest München 2011 über die Funktionen eines Agenten. Themen waren u.a. die Kommunikation mit den Klienten und die Präsentation nach außen, sowie Gagenverhandlungen, aber auch die Rolle des Agenten als Bezugsperson und Vertrauter.
Die Rückstellung von Gagen stellt in der Filmbranche ein gängiges Vergütungsmodell dar, bei dem Mitwirkende wie Darsteller oder Regisseure auf Teile ihrer garantierten Vergütung für einen gewissen Zeitraum verzichten, um so die Produktion in finanzieller Hinsicht zu entlasten. Der Erhalt der vollständigen Gage ist hierbei aufschiebend bedingt; die zwischen Filmschaffenden und Produzenten geschlossene Rückstellungsvereinbarung (engl.: „Deferment“) führt also dazu, dass der Urheber oder der ausübende Künstler erst dann den Anspruch auf Teile seiner Festvergütung geltend machen kann, wenn gewisse Ereignisse oder Bedingungen eintreten, z. B. eine bestimmte Profitabilität der Produktion erreicht ist (in der Regel indiziert durch die Höhe der durch die Auswertung erzielten, realen Produzentennettoerlöse).
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Dr. Martin Gereckehttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgDr. Martin Gerecke2011-08-09 11:11:302012-03-12 16:54:20Rückstellungsvereinbarungen in der Filmbranche
Die Forderungsanmeldung kann der Gläubiger selber beim Insolvenzverwalter einreichen
„Drei große Produktionen, die ursprünglich dieses Jahr hätten realisiert werden sollen, wurden auf nächstes Jahr verschoben und dies hat das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage gebracht“, wird Geschäftsführer Michael Souvignier zur Insolvenz seiner Kölner Produktionsgesellschaft „Zeitsprung Entertainment GmbH“ zitiert. Die Regie im Unternehmen hat daher nun erst einmal der Insolvenzverwalter übernommen. Im Jahr 2009 meldete bereits seine Produktionsfirma „Zeitsprung Makes Sense“ Insolvenz an, mit der die damaligen geschäftsführenden Gesellschafter versuchten, die Non-Fiction-Aktivitäten in ein eigenes Unternehmen auszulagern. Aber was bedeutet eigentlich „Insolvenz“ und wie komme ich an Informationen über Zahlungsschwierigkeiten von Auftraggebern?
Vorige Woche wurde die PR-Maschine in Gang geschmissen: Jippieh! „Der kleine Hobbit“ wird verfilmt! Für Filmfreunde natürlich keine ganz so neue Nachricht. Die Vorgeschichte vom „Herrn der Ringe“ war ja schon im Gespräch, als die Fantasy-Trilogie selbst noch tüchtig Kasse machte, und auch wir haben wiederholt von Plänen, Rückschlägen und neuen Plänen in „cinearte“ berichtet. Jetzt ist es aber offiziell, weil erstens in Neuseeland die erste Klappe geschlagen wurde und zweitens die ersten offiziellen „Filmfotos“ in alle Welt verschickt wurden. Das sind zwar keine richtigen Produktionsbilder, sondern nur ein paar hübsch fotografierte Aufnahmen von schwerbewaffneten Zwergen im Fotostudio, doch die wurden trotzdem begeistert aufgenommen und bevölkerten in kürzester Zeit webseitenweise das Internet. Zum Beispielhier oder hier, gleich neben den Neuigkeiten wie „Hugh Hefner: So heiß sind seine Häschen“ und „Amy Winehouse: Sie hatte ihren Tod vorausgeahnt“. Na und? dachte ich bei der zweiten Meldung. Das tue ich auch! Abgesehen davon, dass die ganze Nachricht aus der wirren Anekdote eines „ehemaligen Mitbewohners“ besteht, der sich offenbar auch dann nicht blöd vorkommt, wenn er mit knallroter Sonnenbrille auf einer Beerdigung herumsteht. Aber so sieht sie wohl auch aus, die Informationsgesellschaft im grenzenlosen Internet – Hauptsache, die Sonnenbrille knallt richtig. Da kann „Der Hobbit“ doch locker mithalten, schließlich wird „kaum ein Film seit Jahren so sehnsüchtig erwartet.“
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-08-03 18:25:342014-10-02 16:32:06Klassenkampf im Auenland: Wie Peter Jackson und sein Hobbit Neuseeland in Aufruhr versetzten
Häufig werde ich gefragt, was es mit der Versteuerung des geldwerten Vorteils im Rahmen der Lohnabrechnung von Filmschaffenden auf sich hat. Das ist schnell erklärt, handelt es sich hierbei um die Versteuerung des „Vorteils“, den der Filmschaffende hat, da er seine Mahlzeit am Set in der Regel kostenlos erhält. Seit einiger Zeit sind einige Produktionsgesellschaften allerdings dazu übergegangen, kein kostenloses Catering mehr anzubieten, sondern den Filmschaffenden die Cateringkosten in Rechnung zu stellen. Und das klammheimlich im Rahmen eines Nettoabzuges auf der Lohnabrechnung.
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Schaarhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Schaar2011-07-30 18:49:012011-08-03 18:24:33Schmiert Euch lieber ’ne Stulle, für das Catering reicht das Geld nicht mehr
Mich fragte letztens ein Freund aus einer gänzlich anderen Berufssparte, warum denn alle Film- und TV-Leute die Schauspielerin Christine Neubauer immer so „haten“ würden. Ob das nicht insgeheim der „Neid der Besitzlosen“ sei? Schließlich habe sie soviel Arbeit, von der andere Schauspieler nur träumen könnten. Nun ja, ich fragte ihn, ob er jemals einen Film mit Christine Neubauer gesehen habe. Hatte er natürlich nicht!
Sicherlich ist Frau Neubauer für die AG-60-plus-Haupt-Zuschauerschaft der öffentlich-rechtlichen Sender zur wohligen, familiären Gewohnheit geworden und bietet demnach Stabilität in sonst quoten-stürmischen Zeiten. Das öffentliche Fernsehen soll ja für jede Nische was bieten, möglichst alle Altersgruppen glücklich machen und uns mit Kultur und Bildung bereichern. Da muss eben auch Platz für Schmonzetten sein.
Wir wollen nicht bloß meckern, haben wir zum Start unseres Blogs versprochen. Das können andere eh viel besser und vor allem kurzweilig. Dass ich die Randnotizen des Kollegen Rüdiger Suchsland erst jetzt entdeckt habe, ist eigentlich ein Grund zum Schämen, aber sie sind auch gut versteckt. Was dort bei Artechok auf starre HTML-Seiten gemeißelt steht, ist eigentlich ein prima Blog und würde auch mehr Bewegung auf die Filmseite bringen, die ich in meiner Münchner Zeit sehr geschätzt habe. Die Technik ist heute weiter, nutzt sie! möchte ich nach München rufen – aber was rede ausgerechnet ich…
Auf die kleine Perle gestoßen bin und sogleich festgelesen habe ich mich bei der Suche nach ganz was anderem, nämlich einer Antwort: Wo steckt eigentlich der deutsche Krimi? Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2011-07-24 02:00:172011-09-08 16:33:52Zeit für Mord und Totschlag: Warum werden eigentlich kaum Krimis fürs Kino gedreht?
Der Statist als Teil der Kulisse oder doch Künstler?
Rüdiger SchaarIst die Tätigkeit eines Statisten an einem Theater als künstlerischer Auftritt zu werten oder ist er einfach nur Teil der Kulisse? Und sind die Einnahmen hieraus zu versteuern?
Im Einkommensteuergesetz ist geregelt, dass Einnahmen aus „nebenberuflichen künstlerischen Tätigkeiten im Dienst oder im Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts, die in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet oder einer Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke“ bis zur Höhe von 2.100 Euro steuerfrei bleiben. Eine Regelung, die nicht nur aufgrund ihrer leicht bürokratischen Formulierung einer Erläuterung bedarf.
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cn-klappe: Was macht einen guten Agenten aus?
Tina Thiele© casting-network
Der Verband der Agenturen (VdA) diskutierte im Rahmen des Filmfest München 2011 über die Funktionen eines Agenten. Themen waren u.a. die Kommunikation mit den Klienten und die Präsentation nach außen, sowie Gagenverhandlungen, aber auch die Rolle des Agenten als Bezugsperson und Vertrauter.
Es diskutierten:
Aelrun Goette (Regisseurin, BVR)
Sigrid Narjes (above the line, VdA)
Sabine Schroth (Casting Director, BVC)
Uli Aselmann (d.i.e. film, Produzentenallianz)
Moderation:
Antje Schlag (Agentur Schlag, Vorstand VdA)
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Rückstellungsvereinbarungen in der Filmbranche
Dr. Martin GereckeDie Rückstellung von Gagen stellt in der Filmbranche ein gängiges Vergütungsmodell dar, bei dem Mitwirkende wie Darsteller oder Regisseure auf Teile ihrer garantierten Vergütung für einen gewissen Zeitraum verzichten, um so die Produktion in finanzieller Hinsicht zu entlasten. Der Erhalt der vollständigen Gage ist hierbei aufschiebend bedingt; die zwischen Filmschaffenden und Produzenten geschlossene Rückstellungsvereinbarung (engl.: „Deferment“) führt also dazu, dass der Urheber oder der ausübende Künstler erst dann den Anspruch auf Teile seiner Festvergütung geltend machen kann, wenn gewisse Ereignisse oder Bedingungen eintreten, z. B. eine bestimmte Profitabilität der Produktion erreicht ist (in der Regel indiziert durch die Höhe der durch die Auswertung erzielten, realen Produzentennettoerlöse).
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Produktionsfirma pleite! Was nun?
Rüdiger SchaarDie Forderungsanmeldung kann der Gläubiger selber beim Insolvenzverwalter einreichen
„Drei große Produktionen, die ursprünglich dieses Jahr hätten realisiert werden sollen, wurden auf nächstes Jahr verschoben und dies hat das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage gebracht“, wird Geschäftsführer Michael Souvignier zur Insolvenz seiner Kölner Produktionsgesellschaft „Zeitsprung Entertainment GmbH“ zitiert. Die Regie im Unternehmen hat daher nun erst einmal der Insolvenzverwalter übernommen. Im Jahr 2009 meldete bereits seine Produktionsfirma „Zeitsprung Makes Sense“ Insolvenz an, mit der die damaligen geschäftsführenden Gesellschafter versuchten, die Non-Fiction-Aktivitäten in ein eigenes Unternehmen auszulagern. Aber was bedeutet eigentlich „Insolvenz“ und wie komme ich an Informationen über Zahlungsschwierigkeiten von Auftraggebern?
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Klassenkampf im Auenland: Wie Peter Jackson und sein Hobbit Neuseeland in Aufruhr versetzten
Peter HartigNeuseeland und die 13 Zwerge: Die Verfilmung des „Hobbit“ durch Peter Jackson ließen die Nation um ihr junges Filmerbe zittern. | Foto © Warner Brothers, James Fisher
Vorige Woche wurde die PR-Maschine in Gang geschmissen: Jippieh! „Der kleine Hobbit“ wird verfilmt! Für Filmfreunde natürlich keine ganz so neue Nachricht. Die Vorgeschichte vom „Herrn der Ringe“ war ja schon im Gespräch, als die Fantasy-Trilogie selbst noch tüchtig Kasse machte, und auch wir haben wiederholt von Plänen, Rückschlägen und neuen Plänen in „cinearte“ berichtet. Jetzt ist es aber offiziell, weil erstens in Neuseeland die erste Klappe geschlagen wurde und zweitens die ersten offiziellen „Filmfotos“ in alle Welt verschickt wurden. Das sind zwar keine richtigen Produktionsbilder, sondern nur ein paar hübsch fotografierte Aufnahmen von schwerbewaffneten Zwergen im Fotostudio, doch die wurden trotzdem begeistert aufgenommen und bevölkerten in kürzester Zeit webseitenweise das Internet. Zum Beispiel hier oder hier, gleich neben den Neuigkeiten wie „Hugh Hefner: So heiß sind seine Häschen“ und „Amy Winehouse: Sie hatte ihren Tod vorausgeahnt“. Na und? dachte ich bei der zweiten Meldung. Das tue ich auch! Abgesehen davon, dass die ganze Nachricht aus der wirren Anekdote eines „ehemaligen Mitbewohners“ besteht, der sich offenbar auch dann nicht blöd vorkommt, wenn er mit knallroter Sonnenbrille auf einer Beerdigung herumsteht. Aber so sieht sie wohl auch aus, die Informationsgesellschaft im grenzenlosen Internet – Hauptsache, die Sonnenbrille knallt richtig. Da kann „Der Hobbit“ doch locker mithalten, schließlich wird „kaum ein Film seit Jahren so sehnsüchtig erwartet.“
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Schmiert Euch lieber ’ne Stulle, für das Catering reicht das Geld nicht mehr
Rüdiger SchaarGlücklich die Filmschaffenden, die ihr Catering noch umsonst frei erhalten… allerdings schlägt sich auch das auf der Lohnabrechnung nieder (Szenenfoto aus „Moderne Zeiten“). | Foto © Archiv
Häufig werde ich gefragt, was es mit der Versteuerung des geldwerten Vorteils im Rahmen der Lohnabrechnung von Filmschaffenden auf sich hat. Das ist schnell erklärt, handelt es sich hierbei um die Versteuerung des „Vorteils“, den der Filmschaffende hat, da er seine Mahlzeit am Set in der Regel kostenlos erhält. Seit einiger Zeit sind einige Produktionsgesellschaften allerdings dazu übergegangen, kein kostenloses Catering mehr anzubieten, sondern den Filmschaffenden die Cateringkosten in Rechnung zu stellen. Und das klammheimlich im Rahmen eines Nettoabzuges auf der Lohnabrechnung.
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Prinzip Neubauer: Viel hilft viel?
Elmira RafizadehBild-Ausschnitt aus der „TV-Today“
Mich fragte letztens ein Freund aus einer gänzlich anderen Berufssparte, warum denn alle Film- und TV-Leute die Schauspielerin Christine Neubauer immer so „haten“ würden. Ob das nicht insgeheim der „Neid der Besitzlosen“ sei? Schließlich habe sie soviel Arbeit, von der andere Schauspieler nur träumen könnten. Nun ja, ich fragte ihn, ob er jemals einen Film mit Christine Neubauer gesehen habe. Hatte er natürlich nicht!
Sicherlich ist Frau Neubauer für die AG-60-plus-Haupt-Zuschauerschaft der öffentlich-rechtlichen Sender zur wohligen, familiären Gewohnheit geworden und bietet demnach Stabilität in sonst quoten-stürmischen Zeiten. Das öffentliche Fernsehen soll ja für jede Nische was bieten, möglichst alle Altersgruppen glücklich machen und uns mit Kultur und Bildung bereichern. Da muss eben auch Platz für Schmonzetten sein.
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Zeit für Mord und Totschlag: Warum werden eigentlich kaum Krimis fürs Kino gedreht?
Peter HartigSo sieht allen Ernstes ein Exportschlager aus. Und wenn schon „Derrick“ die Massen im Fernsehen begeistert, sollte das Kino das doch besser machen können. | Foto © ZDF
Wir wollen nicht bloß meckern, haben wir zum Start unseres Blogs versprochen. Das können andere eh viel besser und vor allem kurzweilig. Dass ich die Randnotizen des Kollegen Rüdiger Suchsland erst jetzt entdeckt habe, ist eigentlich ein Grund zum Schämen, aber sie sind auch gut versteckt. Was dort bei Artechok auf starre HTML-Seiten gemeißelt steht, ist eigentlich ein prima Blog und würde auch mehr Bewegung auf die Filmseite bringen, die ich in meiner Münchner Zeit sehr geschätzt habe. Die Technik ist heute weiter, nutzt sie! möchte ich nach München rufen – aber was rede ausgerechnet ich…
Auf die kleine Perle gestoßen bin und sogleich festgelesen habe ich mich bei der Suche nach ganz was anderem, nämlich einer Antwort: Wo steckt eigentlich der deutsche Krimi? Weiterlesen