Als Gäste auf dem Panel waren anwesend: Sonja Döhring (Arbeitsvermittlerin, ZAV-Berlin) Michael Roll (Schauspieler, BFFS) Lutz Schmökel (Schauspieleragent, Above the Line München, Vorstandsvorsitzender VdA)
Sowie die BVC-Casting Directors: Anja Dihrberg (Berlin) Fritz Fleischhacker (Wien) Stefany Pohlmann (München) Marc Schötteldreier (Köln)
Moderation: Stephen Sikder (Casting Director München, Vorstand BVC)
Glückwünsche von der Peugeot-BVC-Casting Night zum 10-Jährigen Bestehen des Verbandes mit und von 10 BVC Casting Directors sowie Ottfried Fischer, Joachim Kroll, Heikko Deutschmann, Anna Fischer u.a.
Why why why, Jan Ole? – Die Archive der Zukunft, die Zukunft des Fernsehens nach seinem Ende und warum 44 die neue 29 ist – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 65. Folge
»In diesem Augenblick ging über die Brücke ein geradezu unendlicher Verkehr.«
Franz Kafka: »Das Urteil«
+ + +
Immer wieder Oh Boy. Immer wieder in Gesprächen mit Filmemacher, Kollegen und »normalen« Zuschauern, in denen es eigentlich um ganz anderes geht, kommt das Gespräch auf diesen Ausnahmefilm. Wo liegen die Qualitäten? Warum funktioniert der Film so großartig? Ist er denn wirklich so gut? Und ist der Preisregen berechtigt? Ist dies eigentlich ein Jungs-Film? Man kann über so etwas ewig nachdenken und debattieren.
Wer den Film von Jan Ole Gerster immer noch nicht gesehen hat, oder ihn noch einmal sehen will, hat dazu jetzt am kommenden Mittwoch in München Gelegenheit. Um 10.30 im Cinema gibt es eine Sondervorstellung des Films – das ganze ist zwar offiziell eine Schülervorstellung des Kulturreferats – also eine offizielle Unterrichtsveranstaltung, liebe Lehrer, für die ihr die Mathestunde abblasen dürft –, neben Schülern sind aber auch alle anderen Zuschauer willkommen.
Dieser Hinweis ist nicht völlig uneigennützig, denn zusätzlich zum Film gibt es auch noch eine kurze Einführung und eine Diskussion, an der die Filmwissenschaftlerin Fabienne Liptay und der Psychoanalytiker Andreas Hamburger teilnehmen, und die von mir moderiert wird. Wer also endlich einmal über »Cinema Moralia« diskutieren möchte, darf das dann nach Veranstaltungsende im Biergarten auch tun.
+ + +
Einen interessanten Text zu Oh Boy hat Constantin von Harsdorf auf »Cult« geschrieben . Darin reflektiert er darüber, was eigentlich mit der Generation der Endzwanziger, Anfang-Dreißiger los ist, die die von Tom Schilling gespielte Hauptfigur verkörpert? Die »Generation Y« (sprich: »Why?«), die alles zergrübelt, hinterfragt, nicht wirklich arbeiten will, aber auch nicht nur hedonistisch in den Tag rein leben, sondern mitunter Gutes und Wichtiges tun. Vor allem aber nichts Falsches. Das wäre meine Antwort: Sie wollen alles richtig machen, und bevor das schief geht, machen sie lieber gar nichts. Die Jugend von heute!
Unter dem Motto „Filmt Euch, zeigt Euch, präsentiert Euch“ gaben Schauspielervideos, Crew United und die ZAV Künstlervermittlung in Zusammenarbeit mit Casting Network, Cinearte und Out Takes Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum zweiten Mal die Chance, ihre Persönlichkeit in einem kurzen Film (max. drei Minuten) vorzustellen.
Überaus vielseitig und kreativ näherten sich die Schauspieler in ihren Videos dem Heimatbegriff und lieferten einen dialektischen und filmischen Querschnitt mit Lokalkolorit durch ganz Europa. Aus den fast 350 Einreichungen kamen 15 Finalisten auf die große Leinwand, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Das Spektrum reichte vom bayerischen Schauspieler im Hasenkostüm über einen Stummfilm oder der Beerdigung der Heimat bis hin zum BVB-Fan in Berlin. Reich geschmückt mit den unterschiedlichsten Dialekten bot sich dem Publikum ein facettenreiches Programm, das im Kinosaal für eine großartige Stimmung sorgte. Am Ende gewann schließlich der aus Hannover stammende Schauspieler Florian Hacke mit seiner Vorstellung von Heimat – ganz ohne Dialekt!
Nach der von Daniel Philippen charmant und engagiert moderierten Preisverleihung luden die Veranstalter zu einem Get-Together im Kinofoyer ein, bei dem alle Teilnehmer gefeiert wurden und der Heimat-Begriff im persönlichen Gespräch zwischen Castern, Produzenten, Regisseuren und Schauspielern vertieft wurde. Ein dialektreicher Abschluss eines erfolgreichen 2. SMS-Festivals.
Im Folgenden ein paar Impressionen der Veranstaltung, Stimmen, weitere Eindrücke und natürlich die Gewinner-Shorties: Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Tina Thielehttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgTina Thiele2013-07-09 11:23:292017-02-23 12:18:13Roter Teppich für die Heimat – SMS Self Made Shorties Festival 2013
Liebe Filmschaffende in Deutschland,
im Folgenden gebe ich Euch einen Einblick in die australische Filmlandschaft und die Aufgaben des Goethe Instituts. Insbesondere berichte ich dabei über das AUDI Festival of German Films !
ÜBER DIE AUSTRALISCHE FILMLANDSCHAFT
Nach Ende des 2. Weltkriegs ging es bergab mit der australischen Filmindustrie und um 1960 erreichte sie wohl ihren Tiefpunkt. Nur mit Hilfe der australischen Regierung konnte die ansässige Filmindustrie „wiederbelebt werden“. Etwa zur gleichen Zeit wie in Deutschland auch – um die 1970er Jahre – verbreiteten sich australische Filme weltweit und Australien feierte eine Film-Renaissance. Heute ist die Filmlandschaft in Australien riesig und der Markt florierend. Das Herz der Filmindustrie schlägt definitiv in Sydney, wobei sich auch in Melbourne ein Markt etabliert hat. Herausragend in Sydney sind sicherlich die Fox-Studios, die an der Produktion einer Reihe von großen Blockbustern, wie z.B „The Matrix“, „Mission Impossible II“ oder den „Star-Wars Episoden II & III“ beteiligt waren. Jedes Jahr produziert die australische Filmindustrie eine Reihe von Filmen, jedoch fällt es oft schwer mit dem amerikanischen Markt mitzuhalten und so sind auch viele australische Schauspieler und Filmemacher leider sehr zum amerikanischen Markt hingezogen.
Screen Australia ist der Schlüsselträger der australischen Bundesregierung für die Förderung und Finanzierung der australischen Fernsehproduktionsindustrie. Screen Australia bietet finanzielle Unterstützung für die Entwicklung, Produktion und Marketing des australischen Bildschirminhalts. Je nach Programm wird die Projektförderung in der Regel professionellen Praktikern mit einem gewissen Grad an Erfahrung in der Branche zur Verfügung gestellt. Für die meisten Produktionsinvestitionen muss in der Regel auch ein Distributor mit an Bord sein. Anlaufstellen für alle die sich in der Filmindustrie ausbilden oder fortbilden lassen wollen ist das National Institute of Dramatic Art (NIDA) und die Sydney Film School. Dort werden junge Talente intensiv auf die Karriere in Theater, Film und Fernsehen vorbereitet. Ähnliche Plattformen wie casting-network oder crew united, die Schauspieler mit wertvollen Tipps und Jobs versorgen, sind die Datenbanken starnow.com.au oder screenhub.com.au.
International bekannte australische Schauspieler sind u.a. Hugh Jackman (Star des Films „Australia“), Mel Gibson, Heath Ledger, Russel Crowe oder Nicole Kidman. Derzeit wird in Australien an David Fincher’s neuem Film „20,000 Leagues Under the Sea“ gearbeitet. Interviews zufolge wird Brad Pitt in diesem Film mitspielen. Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Johanna Kleinhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgJohanna Klein2013-06-29 19:26:502013-07-01 11:55:36Auslandsbericht: Die australische Filmlandschaft frei nach Goethe
Film- und Fernsehschaffende werden auf die zunehmend prekären Arbeitsbedingungen bei Film und Fernsehen aufmerksam machen. Denn die Missstände betreffen alle – die vielen unsichtbaren Profis hinter den Kulissen ebenso wie die Stars im Rampenlicht, die freien MitarbeiterInnen genauso wie Festangestellte und auf Produktionsdauer Beschäftigte.
Alle Filmschaffenden sind herzlich zum Mitmachen eingeladen.
Samstag, 29. Juni 2013 BFFS-KEYNOTE
von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
im Kino „Filmtheater Sendlinger Tor“, Sendlinger-Tor-Platz 11, 80336 München
Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Film- und Fernsehindustrie haben
Schauspielerinnen und Schauspieler für sich einen eigenen Tarifvertrag ausgehandelt.
Daran beteiligt waren der BFFS und ver.di auf der einen und die Produzentenallianz auf der
anderen Seite. BFFS-Vorstandsmitglied Heinrich Schafmeister erläutert die Ergebnisse bzw. den Verhandlungsstand.
Resistanbul und Neues von der deutschen Filmökonomie – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 64. Folge
»Der Aufstand beginnt als Spaziergang.« Heiner Müller
+ + +
»Emek bisim, Istanbul bisim!« – so ging es los, und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Als vor acht Wochen in Istanbul das Emek-Kino, eines der schönsten und ältesten Kinos der Stadt, abgerissen werden sollte, unbedachterweise während des Internationalen Filmfestivals, gab es laute Proteste. Sie mündeten in zwei große Demonstrationen, an denen auch berühmte Gäste des Festivals teilnahmen, wie etwa Costa-Gavras. Über 1000 Menschen demonstrierten. Von der Polizei gab es Pfefferspray und Tränengas, noch nicht, wie jetzt CS-Gas. Es gab Wasserwerfer und Prügel mit Knüppeln. Es gab also zumindest einen ganz zarten Vorschein dessen, was seit über zwei Wochen jetzt in Istanbul los ist.
+ + +
Mit einem Kino hat alles begonnen. Und dieses Kino war die Anstrengung fraglos wert. Über Jahrzehnte war es »das« Festivalkino, ein festlicher Ort, ohne Zuckerbäckerromantik, aber erfüllt vom Charme der alten Zeiten mit seiner feierlichen Atmosphäre, seinem marmornen Vorraum, seiner prächtigen Bühne. Der Bauherr, ein Spekulationsunternehmen, dass auch in Deutschland Shopping-Malls baut, und dort ebenfalls, als ob es nicht genug gäbe, statt des Kinos ein straßenblockgroßes Kaufhaus errichten will, sprach schönfärberisch von »Umbau« – statt Abriss. Irgendwann trat Attila Dorsay, Doyen der türkischen Filmkritik, aus Protest zurück. Und bekam daraufhin sofort Angebote von den Bauherren zu Gesprächen. Es gab einen Baustopp. Wer könnte und würde bei uns eine solche Rolle spielen? Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2013-06-23 13:00:022013-06-23 13:27:10Cinema Moralia – Folge 64: Tage des Zorns
Die Europäische Filmakademie (EFA) hatte Ende April eine Mitteilung verschickt, die mich erstmal gefreut hat, weil ich nur aufs Fettgedruckte achtete: Ab diesem Jahr werden beim „Europäischen Filmpreis“ auch Sounddesign und Kostümbild ausgezeichnet. Fein fand ich das, weil solche Filmarbeit ja sonst gerne vernachlässigt wird, und legte die Meldung erstmal beiseite; schließlich ist’s ja noch ein bisschen hin bis zur Preisverleihung im Dezember. Weil ich mich aber neulich anlässlich des „Deutschen Filmpreises“ wieder mal gehörig aufgeregt hatte, dass sich keiner um die Filmarbeit schert, wollte ich gerne mal zeigen, dass es auch Anlässe zur Hoffnung gibt – man muss nur ein wenig genauer hinschauen, um sie zu entdecken.
Beim genaueren Hinschauen Lesen fand ich die EFA-Meldung dann allerdings doch nicht mehr ganz so begeisternd. Denn wie die Akademie mit der Neuerung umgeht, lässt mich fragen, mit wie viel Herzblut die Vereinigung von 2800 Filmschaffenden tatsächlich dahinter steht. Das fängt schon in der Überschrift an: „Eine neue Auszeichnung für die Europäische Komödie – European Film Academy führt beim Europäischen Filmpreis 2013 eine neue Kategorie ein“ – kein Wort über Kostüm und Sounddesign … Aber am besten zeige ich das mal mit einer kleinen Textkritik: Kursiv gesetzt, folgt die komplette Originalmeldung, dazwischen meine Anmerkungen:
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Peter Hartighttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgPeter Hartig2013-06-11 20:09:162013-11-18 12:35:17Ein Zeichen für die Filmkünste? Wie der „Europäische Filmpreis“ seine neuen Kategorien anpreist
Mal wieder Kritik der Kritik; eine Veranstaltung in der Akademie der Künste und der türkische Vorfrühling – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 63. Folge
»Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buch?« – Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 – 1799)
+ + +
Man muss mehr über Filmkritik schreiben, viel mehr infrage stellen, was Filmkritiker tun, was die Filmkritik tut, und was mit ihr getan wird. Man muss auch versuchen, genauer zu klären, was Filmkritik ist, und – viel wichtiger – was nicht. Grundsätzlich natürlich ist Schreiben über Film potentiell auch Filmkritik. Aber wir alle wissen, dass vieles, was als Filmkritik daherkommt diese eben nicht ist. Filmkritik ist nur da, wo sie keine dienende Funktion hat. Sie dient nicht dem Kino, jedenfalls nicht mehr, als das Kino ihr dient. Sie ist nicht Knecht und das Kino nicht Herr. Weiterlesen
https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg00Rüdiger Suchslandhttps://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpgRüdiger Suchsland2013-06-09 14:00:422013-06-23 12:58:06Cinema Moralia – Folge 62: Die deutsche Filmkritik und ihr visuelles Defizit
cn-klappe: BVC-Panel – Schauspieler „Casting Director“ ein Missverständnis & Jubiläums-Special
Tina Thiele© casting-network
Podiumsdiskussion des Bundesverbandes Casting (BVC) im Rahmen des Filmfestes München 2013
Als Gäste auf dem Panel waren anwesend:
Sonja Döhring (Arbeitsvermittlerin, ZAV-Berlin)
Michael Roll (Schauspieler, BFFS)
Lutz Schmökel (Schauspieleragent, Above the Line München, Vorstandsvorsitzender VdA)
Sowie die BVC-Casting Directors:
Anja Dihrberg (Berlin)
Fritz Fleischhacker (Wien)
Stefany Pohlmann (München)
Marc Schötteldreier (Köln)
Moderation:
Stephen Sikder (Casting Director München, Vorstand BVC)
Jubiläums-Special

© Bundesverband Casting (BVC)
Glückwünsche von der Peugeot-BVC-Casting Night zum 10-Jährigen Bestehen des Verbandes mit und von 10 BVC Casting Directors sowie Ottfried Fischer, Joachim Kroll, Heikko Deutschmann, Anna Fischer u.a.
Cinema Moralia – Folge 65: »Ich habe nachgedacht.«
Rüdiger SuchslandFoto © Schiwago Film GmbH – Tom Schilling in 'Oh Boy'
Why why why, Jan Ole? – Die Archive der Zukunft, die Zukunft des Fernsehens nach seinem Ende und warum 44 die neue 29 ist – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 65. Folge
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Immer wieder Oh Boy. Immer wieder in Gesprächen mit Filmemacher, Kollegen und »normalen« Zuschauern, in denen es eigentlich um ganz anderes geht, kommt das Gespräch auf diesen Ausnahmefilm. Wo liegen die Qualitäten? Warum funktioniert der Film so großartig? Ist er denn wirklich so gut? Und ist der Preisregen berechtigt? Ist dies eigentlich ein Jungs-Film? Man kann über so etwas ewig nachdenken und debattieren.
Wer den Film von Jan Ole Gerster immer noch nicht gesehen hat, oder ihn noch einmal sehen will, hat dazu jetzt am kommenden Mittwoch in München Gelegenheit. Um 10.30 im Cinema gibt es eine Sondervorstellung des Films – das ganze ist zwar offiziell eine Schülervorstellung des Kulturreferats – also eine offizielle Unterrichtsveranstaltung, liebe Lehrer, für die ihr die Mathestunde abblasen dürft –, neben Schülern sind aber auch alle anderen Zuschauer willkommen.
Dieser Hinweis ist nicht völlig uneigennützig, denn zusätzlich zum Film gibt es auch noch eine kurze Einführung und eine Diskussion, an der die Filmwissenschaftlerin Fabienne Liptay und der Psychoanalytiker Andreas Hamburger teilnehmen, und die von mir moderiert wird. Wer also endlich einmal über »Cinema Moralia« diskutieren möchte, darf das dann nach Veranstaltungsende im Biergarten auch tun.
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Einen interessanten Text zu Oh Boy hat Constantin von Harsdorf auf »Cult« geschrieben . Darin reflektiert er darüber, was eigentlich mit der Generation der Endzwanziger, Anfang-Dreißiger los ist, die die von Tom Schilling gespielte Hauptfigur verkörpert? Die »Generation Y« (sprich: »Why?«), die alles zergrübelt, hinterfragt, nicht wirklich arbeiten will, aber auch nicht nur hedonistisch in den Tag rein leben, sondern mitunter Gutes und Wichtiges tun. Vor allem aber nichts Falsches. Das wäre meine Antwort: Sie wollen alles richtig machen, und bevor das schief geht, machen sie lieber gar nichts. Die Jugend von heute!
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Roter Teppich für die Heimat – SMS Self Made Shorties Festival 2013
Tina Thiele© Katrin Krammer
am Freitag, den 05.07.2013 präsentierte die hochkarätige Jury (Silke Fintelmann, Corinna Glaus, Siegfried Wagner, Marc Schötteldreier, Wolfgang Murnberger, Uli Aselmann, Alexander Ollig, Marlene Morreis, Mirco Reseg, Günther van Endert und Petra Tilger) im Mathäser Kino einem vollbesetzten Kinosaal die vorausgewählten 15 Self Made Shorties zum Thema Heimat.
Unter dem Motto „Filmt Euch, zeigt Euch, präsentiert Euch“ gaben Schauspielervideos, Crew United und die ZAV Künstlervermittlung in Zusammenarbeit mit Casting Network, Cinearte und Out Takes Schauspielerinnen und Schauspielern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum zweiten Mal die Chance, ihre Persönlichkeit in einem kurzen Film (max. drei Minuten) vorzustellen.
Überaus vielseitig und kreativ näherten sich die Schauspieler in ihren Videos dem Heimatbegriff und lieferten einen dialektischen und filmischen Querschnitt mit Lokalkolorit durch ganz Europa. Aus den fast 350 Einreichungen kamen 15 Finalisten auf die große Leinwand, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Das Spektrum reichte vom bayerischen Schauspieler im Hasenkostüm über einen Stummfilm oder der Beerdigung der Heimat bis hin zum BVB-Fan in Berlin. Reich geschmückt mit den unterschiedlichsten Dialekten bot sich dem Publikum ein facettenreiches Programm, das im Kinosaal für eine großartige Stimmung sorgte. Am Ende gewann schließlich der aus Hannover stammende Schauspieler Florian Hacke mit seiner Vorstellung von Heimat – ganz ohne Dialekt!
Nach der von Daniel Philippen charmant und engagiert moderierten Preisverleihung luden die Veranstalter zu einem Get-Together im Kinofoyer ein, bei dem alle Teilnehmer gefeiert wurden und der Heimat-Begriff im persönlichen Gespräch zwischen Castern, Produzenten, Regisseuren und Schauspielern vertieft wurde. Ein dialektreicher Abschluss eines erfolgreichen 2. SMS-Festivals.
Im Folgenden ein paar Impressionen der Veranstaltung, Stimmen, weitere Eindrücke und natürlich die Gewinner-Shorties:
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Auslandsbericht: Die australische Filmlandschaft frei nach Goethe
Johanna KleinLiebe Filmschaffende in Deutschland,
im Folgenden gebe ich Euch einen Einblick in die australische Filmlandschaft und die Aufgaben des Goethe Instituts. Insbesondere berichte ich dabei über das AUDI Festival of German Films !
ÜBER DIE AUSTRALISCHE FILMLANDSCHAFT
Nach Ende des 2. Weltkriegs ging es bergab mit der australischen Filmindustrie und um 1960 erreichte sie wohl ihren Tiefpunkt. Nur mit Hilfe der australischen Regierung konnte die ansässige Filmindustrie „wiederbelebt werden“. Etwa zur gleichen Zeit wie in Deutschland auch – um die 1970er Jahre – verbreiteten sich australische Filme weltweit und Australien feierte eine Film-Renaissance. Heute ist die Filmlandschaft in Australien riesig und der Markt florierend. Das Herz der Filmindustrie schlägt definitiv in Sydney, wobei sich auch in Melbourne ein Markt etabliert hat. Herausragend in Sydney sind sicherlich die Fox-Studios, die an der Produktion einer Reihe von großen Blockbustern, wie z.B „The Matrix“, „Mission Impossible II“ oder den „Star-Wars Episoden II & III“ beteiligt waren. Jedes Jahr produziert die australische Filmindustrie eine Reihe von Filmen, jedoch fällt es oft schwer mit dem amerikanischen Markt mitzuhalten und so sind auch viele australische Schauspieler und Filmemacher leider sehr zum amerikanischen Markt hingezogen.
Screen Australia ist der Schlüsselträger der australischen Bundesregierung für die Förderung und Finanzierung der australischen Fernsehproduktionsindustrie. Screen Australia bietet finanzielle Unterstützung für die Entwicklung, Produktion und Marketing des australischen Bildschirminhalts. Je nach Programm wird die Projektförderung in der Regel professionellen Praktikern mit einem gewissen Grad an Erfahrung in der Branche zur Verfügung gestellt. Für die meisten Produktionsinvestitionen muss in der Regel auch ein Distributor mit an Bord sein. Anlaufstellen für alle die sich in der Filmindustrie ausbilden oder fortbilden lassen wollen ist das National Institute of Dramatic Art (NIDA) und die Sydney Film School. Dort werden junge Talente intensiv auf die Karriere in Theater, Film und Fernsehen vorbereitet. Ähnliche Plattformen wie casting-network oder crew united, die Schauspieler mit wertvollen Tipps und Jobs versorgen, sind die Datenbanken starnow.com.au oder screenhub.com.au.
International bekannte australische Schauspieler sind u.a. Hugh Jackman (Star des Films „Australia“),
Mel Gibson, Heath Ledger, Russel Crowe oder Nicole Kidman. Derzeit wird in Australien an David Fincher’s neuem Film „20,000 Leagues Under the Sea“ gearbeitet. Interviews zufolge wird Brad Pitt in diesem Film mitspielen. Weiterlesen
Filmfest München – Veranstaltungstipps
Tina ThieleRundum das Filmfest München gibt es eine Reihe von interessanten Veranstaltungen, auf die wir hiermit gerne hinweisen möchten:
Freitag, 28. Juni
Aktionsbündnis ES BRENNT aus 14 Berufsverbänden und Gewerkschaften
um 17.00 Uhr auf dem Karlsplatz/Stachus
Film- und Fernsehschaffende werden auf die zunehmend prekären Arbeitsbedingungen bei Film und Fernsehen aufmerksam machen. Denn die Missstände betreffen alle – die vielen unsichtbaren Profis hinter den Kulissen ebenso wie die Stars im Rampenlicht, die freien MitarbeiterInnen genauso wie Festangestellte und auf Produktionsdauer Beschäftigte.
Alle Filmschaffenden sind herzlich zum Mitmachen eingeladen.
Samstag, 29. Juni 2013
BFFS-KEYNOTE
von 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
im Kino „Filmtheater Sendlinger Tor“, Sendlinger-Tor-Platz 11, 80336 München
Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Film- und Fernsehindustrie haben
Schauspielerinnen und Schauspieler für sich einen eigenen Tarifvertrag ausgehandelt.
Daran beteiligt waren der BFFS und ver.di auf der einen und die Produzentenallianz auf der
anderen Seite. BFFS-Vorstandsmitglied Heinrich Schafmeister erläutert die Ergebnisse bzw. den Verhandlungsstand.
Die Veranstaltung ist öffentlich.
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Cinema Moralia – Folge 64: Tage des Zorns
Rüdiger SuchslandInnenansicht des Emek-Kinos, Istanbul
Resistanbul und Neues von der deutschen Filmökonomie – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 64. Folge
»Der Aufstand beginnt als Spaziergang.«
Heiner Müller
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»Emek bisim, Istanbul bisim!« – so ging es los, und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Als vor acht Wochen in Istanbul das Emek-Kino, eines der schönsten und ältesten Kinos der Stadt, abgerissen werden sollte, unbedachterweise während des Internationalen Filmfestivals, gab es laute Proteste. Sie mündeten in zwei große Demonstrationen, an denen auch berühmte Gäste des Festivals teilnahmen, wie etwa Costa-Gavras. Über 1000 Menschen demonstrierten. Von der Polizei gab es Pfefferspray und Tränengas, noch nicht, wie jetzt CS-Gas. Es gab Wasserwerfer und Prügel mit Knüppeln. Es gab also zumindest einen ganz zarten Vorschein dessen, was seit über zwei Wochen jetzt in Istanbul los ist.
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Mit einem Kino hat alles begonnen. Und dieses Kino war die Anstrengung fraglos wert. Über Jahrzehnte war es »das« Festivalkino, ein festlicher Ort, ohne Zuckerbäckerromantik, aber erfüllt vom Charme der alten Zeiten mit seiner feierlichen Atmosphäre, seinem marmornen Vorraum, seiner prächtigen Bühne. Der Bauherr, ein Spekulationsunternehmen, dass auch in Deutschland Shopping-Malls baut, und dort ebenfalls, als ob es nicht genug gäbe, statt des Kinos ein straßenblockgroßes Kaufhaus errichten will, sprach schönfärberisch von »Umbau« – statt Abriss. Irgendwann trat Attila Dorsay, Doyen der türkischen Filmkritik, aus Protest zurück. Und bekam daraufhin sofort Angebote von den Bauherren zu Gesprächen. Es gab einen Baustopp. Wer könnte und würde bei uns eine solche Rolle spielen? Weiterlesen
Ein Zeichen für die Filmkünste? Wie der „Europäische Filmpreis“ seine neuen Kategorien anpreist
Peter HartigGrenzenloser Spaß: Ein eigener Preis für Komödien soll künftig Europas Kinopublikum vereinen. Außerdem werden noch zwei weitere ,wichtige‘ Preise eingeführt. | Foto © EFA, Rene Rossignaud
Die Europäische Filmakademie (EFA) hatte Ende April eine Mitteilung verschickt, die mich erstmal gefreut hat, weil ich nur aufs Fettgedruckte achtete: Ab diesem Jahr werden beim „Europäischen Filmpreis“ auch Sounddesign und Kostümbild ausgezeichnet. Fein fand ich das, weil solche Filmarbeit ja sonst gerne vernachlässigt wird, und legte die Meldung erstmal beiseite; schließlich ist’s ja noch ein bisschen hin bis zur Preisverleihung im Dezember. Weil ich mich aber neulich anlässlich des „Deutschen Filmpreises“ wieder mal gehörig aufgeregt hatte, dass sich keiner um die Filmarbeit schert, wollte ich gerne mal zeigen, dass es auch Anlässe zur Hoffnung gibt – man muss nur ein wenig genauer hinschauen, um sie zu entdecken.
Beim genaueren Hinschauen Lesen fand ich die EFA-Meldung dann allerdings doch nicht mehr ganz so begeisternd. Denn wie die Akademie mit der Neuerung umgeht, lässt mich fragen, mit wie viel Herzblut die Vereinigung von 2800 Filmschaffenden tatsächlich dahinter steht. Das fängt schon in der Überschrift an: „Eine neue Auszeichnung für die Europäische Komödie – European Film Academy führt beim Europäischen Filmpreis 2013 eine neue Kategorie ein“ – kein Wort über Kostüm und Sounddesign … Aber am besten zeige ich das mal mit einer kleinen Textkritik: Kursiv gesetzt, folgt die komplette Originalmeldung, dazwischen meine Anmerkungen:
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Cinema Moralia – Folge 62: Die deutsche Filmkritik und ihr visuelles Defizit
Rüdiger Suchsland© 2013 STUDIOCANAL: Neil (Ben Affleck) und Marina (Olga Kurylenko)
Mal wieder Kritik der Kritik; eine Veranstaltung in der Akademie der Künste und der türkische Vorfrühling – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 63. Folge
»Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buch?« – Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 – 1799)
+ + +
Man muss mehr über Filmkritik schreiben, viel mehr infrage stellen, was Filmkritiker tun, was die Filmkritik tut, und was mit ihr getan wird. Man muss auch versuchen, genauer zu klären, was Filmkritik ist, und – viel wichtiger – was nicht. Grundsätzlich natürlich ist Schreiben über Film potentiell auch Filmkritik. Aber wir alle wissen, dass vieles, was als Filmkritik daherkommt diese eben nicht ist. Filmkritik ist nur da, wo sie keine dienende Funktion hat. Sie dient nicht dem Kino, jedenfalls nicht mehr, als das Kino ihr dient. Sie ist nicht Knecht und das Kino nicht Herr. Weiterlesen