Mit einer Protestkation machten mehrere Berufsverbände während des Münchner Filmfests auf die Lage der Filmschaffenden aufmerksam und demonstrierten Einigkeit. Wenn es doch nur immer so wäre. | Foto © Habil Uz

Es ist schon kein Geheimnis mehr: In Deutschlands Filmbranche liegt einiges im Argen. Mit immer knapperen Budgets müssen an immer weniger Tagen immer mehr Einstellungen gedreht werden (klagen Auftragsproduzenten die Sender an), zu immer geringeren Gagen müssen an immer weniger Tagen immer mehr Einstellungen gedreht werden (klagen Filmschaffende die Produzenten an). Überstunden und Lohndumping machen den Filmarbeitern das Leben schwer. Dokumentarfilmer etwa, fand eine repräsentative Studie im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG Dok) heraus, arbeiten im Durchschnitt für einen Stundensatz von 9,91 Euro – brutto! Da überrascht es nicht, wenn 85 Prozent der Befragten angeben, sie könnten von ihrem Beruf als Autor oder Regisseur nicht mehr leben.

Für die anderen Filmberufe sieht es kaum besser aus. Und wer sich dafür interessiert, kann das auch wissen. Denn nicht nur Zeitungen, sondern auch öffentlich-rechtliche Fernsehsender, wegen ihrer Auftragsbedingungen oft als Wurzel allen Übels ausgemacht, haben darüber berichtet. Der NDR etwa führte vor drei Jahren den Schauspieler Ingo Naujoks an, damals bekannt als ständiger Sidekick im Tatort aus Hannover. Gut versorgt, sollte man meinen. Doch das Engagement belief sich für jede Folge nur auf wenige Drehtage, die übrige Zeit musste der Schauspieler auch über Provinzbühnen tingeln, um über die Runden zu kommen.

Künstlerschicksal? So kann man’s sehen, wenn man noch die falsche Romantik aus dem Paris des vorletzten Jahrhunderts im Kopf hat. Echte Kunst muss leiden, wusste ja schon die Bohème. Sonst kann ja nichts Wahres, Schönes, Gutes dabei herauskommen. Ob das auch Goethe so sah, als er staatlich finanziert seine Werke schrieb? Malte Picasso schlechter, nachdem er sich ein Schloss kaufte?

Dabei geht es den Filmschaffenden nicht um Schlösser oder Alimente, sondern das grundlegende – faire Arbeitsbedingungen, die ihnen erlauben, von ihrem Beruf leben zu können. Geregelte Arbeitszeiten und angemessene Honorare. Selbstverständlichkeiten eigentlich, die aber offenbar nicht so selbstverständlich sind, wenn es inzwischen sogar einen Preis für Produzenten gibt, die sich daran halten. „Hoffnungsschimmer” heißt er und wird seit drei Jahren während der Berliner Filmfestspiele verliehen.

Doch wen interessiert’s? jedenfalls nicht die öffentlichen Filmförderer, die zum großen Teil aus Steuermitteln Millionen Euro in die Branche schieben. Dafür stellen sie ein lange Liste an Bedingungen – ob aber Tarifverträge oder Arbeitszeitgesetze eingehalten werden, gehört nicht dazu. Die übrigen Medien interessiert es auch nicht: Die erwähnten Berichte sind Ausnahmen, die zwischen vielen Fotostrecken am roten Teppich mit glücklichen Schauspielern und erfolgreichen Regisseuren verschwinden. Und das Publikum, das nur den Glamour sieht und nicht ahnt, wie viel Arbeit Kunst machen kann, interessiert es schon gar nicht. Eine Kassiererin beim Discounter erfährt mehr Mitgefühl, wenn’s um schlechte Arbeitsbedingungen geht.

Da bleibt den Filmschaffenden nur, sich selbst zu helfen. Die Strukturen sind da. Fast jedes Gewerk, vom Drehbuchautor bis zum Tonmeister, hat seinen Berufsverband, mehr oder weniger groß, der sich für die Belange seiner Mitglieder stark macht. Oder das zumindest will. Etwa 20 sind das zur Zeit, und jeder hat natürlich eigene Interessen, die sich nicht immer mit denen der anderen unter einen Hut bringen lassen. Auch bei den Zielen oder nur dem Weg, den man einschlagen soll, scheiden sich die Geister, die doch eigentlich das selbe wollen. Einigkeit ist schwierig.

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Dabei hatte es den Ansatz schon früh gegeben. In den 1970er Jahren wurden die ersten Berufsverbände gegründet oder neu organisiert, bald darauf riefen Eberhard Hauff und Jost Vacano als damalige Vorstände der Regisseure (BVR) und der Kameraleute (BVK) zum Zusammenschluss der Berufsorganisationen von Regie, Kamera, Schnitt, Szenen- und Kostümbild, Ton und Schauspiel auf. Im sogenannten „Feldafinger Manifest” wurden 1984 wesentliche Forderungen zur Stärkung der Filmberufe aufgestellt, 1995 schlossen sich zwölf Berufsverbände zur Arbeitsgemeinschaft „Die Filmschaffenden” zusammen – das heißt, zehn Jahre kooperierte man lose, bis es Zeit wurde für den nächsten Schritt: 2007 wurde aus der Arbeitsgemeinschaft eine Bundesvereinigung als rechtsfähiger Dachverband, unter dem die Mitglieder enger zusammenarbeiten wollten. Eines der Ziele, die in die Satzung geschrieben waren: Tariffähigkeit. Die Filmschaffenden sollten selbst über die Arbeitsbedingungen verhandeln können.

Auch wenn es bis zu diesem Ziel noch ein weiter Weg war (und es zwischenzeitlich etwas heruntergeschraubt hat und solche Verhandlungen nur noch „begleiten” will): Die Gründung der Bundesvereinigung bedeutete einen großen Schritt nach vorne. Fast alle Filmberufe, die am Set vertreten sind, waren enger zusammengerückt oder schlossen sich später an. Lediglich zwei große Verbände, die der Drehbuchautoren (VDD) und der Schauspieler (BFFS) blieben auf Distanz; wenigstens letzterer pflegte aber nach eigenen Angaben regen Kontakt zu den „Filmschaffenden”. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis auch diese beiden mitziehen würden. Die Bundesvereinigung war ein besonderes Konstrukt der Zusammenarbeit, das es nicht oft gibt auf der Welt.

Doch schon damals war ein Wurm drin. Auf einer Pressekonferenz während der Berlinale wurde die neue Vereinigung samt Vorstand vorgestellt, darunter Eberhard Hauff als einer von zwei Präsidenten. Doch ausgerechnet sein eigener Verband fuhr in die Parade: Der BVR hatte zur selben Zeit am anderen Ort zu einer eigenen Veranstaltung geladen. So richtig eng scheint die Zusammenarbeit nie geworden zu sein. Mehr als einmal gab in den folgenden Jahren der BVR Pressemitteilungen heraus, in denen er andere Positionen vertrat als die übrigen Filmschaffenden und zudem für seine Berufsgruppe ein gewisses Primat am Set und der Urheberschaft beanspruchte. Bis dann beim Empfang der „Filmschaffenden” auf der Berlinale plötzlich das Logo der Regisseure fehlte: Stillschweigend hatte der mitgliederstärkste Verband die Bundesvereinigung verlassen.

Der nächstgrößere tat es zwei Jahre später gleich: Der Kameraverband, inzwischen „Berufsverband Kinematografie”, kündigte die Mitgliedschaft. Damit standen die übrigen zwölf (der Interessenverband Deutscher Schauspieler hatte es dem BVK gleichgetan) ohne die beiden da, die den Dachverband ursprünglich angeregt hatten. Schlimmer noch, die Austritte widersprachen den Kernthesen der Bundesvereinigung: „Filme entstehen grundsätzlich in Teamarbeit” und „die Herausforderungen der Branche, ob national, europäisch oder global, lassen sich nur gemeinsam bewältigen.”

Auch wenn es ähnlich erscheint, unterscheiden sich doch die Motivationen: Während die Regisseure meinten, ihre Interessen besser im Alleingang vertreten zu können, begründeten die Kameraleute ihren Ausstieg mit der „Tatenlosigkeit der Bundesvereinigung”. Der BVK wollte „klare politische Forderungen”, habe dafür aber keine Mehrheit gefunden. Dennoch ein fatales Signal: Ein einzigartiges Experiment ist vorerst gescheitert.

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Nun könnte man freilich auch ohne Dachverband überm Kopf zusammenarbeiten, und tut das tatsächlich auch. Am 1. Juli haben der BVR und der BFFS sich mit der Privatsendergruppe Pro Sieben Sat.1 TV Deutschland auf gemeinsame Vergütungsregeln geeinigt. Zum ersten Mal wurde damit eine kollektivvertragliche Regelung für Fernsehproduktionen vereinbart, die bei TV-Filmen, -Serien und Kino-Koproduktionen aller Sender der Gruppe ein Mindesthonorar und für Regisseure und Schauspieler eine Folgevergütung und Beteiligung an den Auslandsverkäufen festschreibt.

Im Mai sah es freilich noch ganz anders aus. Da hatte der Schauspielerverband im Zusammenschluss mit der Vereinigten Dienstleistungs-Gewerkschaft (Verdi) mit der Allianz der Produzenten Film und Fernsehen einen Ergänzungstarifvertrag über eine Urheber-Erlösbeteiligung bei Kinofilmen abgeschlossen. Der Regieverband protestierte prompt: Was den Schauspielern überhaupt einfalle, über die Belange der „zentralen Urheber des Filmwerks, die Regisseure” zu verhandeln? Zugleich räumte der BVR ein, drei Jahre zuvor selbst zwei vergebliche Anläufe in die gleiche Richtung unternommen zu haben, trotzdem betrachte man „die getroffenen Regelungen als unwirksam” und führt dafür formale Gründe an. Doch der eigentliche Grund steckt wohl tiefer, wenn der BVR nachschiebt: „Dass Verdi und der Schauspielerverband BFFS sich aufgerufen fühlten, für Urheber Erlösbeteiligungssätze zu verhandeln und festzulegen, muss irritieren. Weder organisiert Verdi in repräsentativem Umfang Filmurheber noch sind Schauspieler als solche zu begreifen.”

Auch die anderen Urheber-Gewerke reagierten sofort, mit Ablehnung und in lange nicht gehörter Einmütigkeit mit den Regisseuren: „Repräsentative Vereinigungen sind in der Filmbranche regelmäßig die einzelnen Berufsverbände”, erklärte die Arbeitsgemeinschaft Filmkünstler, in der die Verbände BVK, VSK (Szenenbild und Kostümbild), BVFK (Fernsehkameraleute) und der Interessenverband Deutscher Schauspieler (IDS) vertreten sind. Während der BVR dem Schauspielerverband die Kompetenz für einen solchen Abschluss absprach, konzentrierten sich die „Filmkünstler” auf dessen Partner. Das mag zum einen daran liegen, dass sich mit dem IDS selbst Schauspieler zu Wort meldeten, zum anderen daran, dass besonders der BVK Verdi gegenüber misstrauisch ist, seit die Zusammenarbeit in Tariffragen vor Jahren gescheitert war: „Der Gewerkschaft Verdi mangelt es bereits aufgrund des niedrigen Organisationsgrades an der erforderlichen Repräsentativität. Notwendig ist, dass die Mitgliedschaft der jeweiligen Vereinigung in ihrer Anzahl und Größe oder in ihrer Marktbedeutung die betreffende Branche widerspiegelt.”

Zahlen, wie stark Verdi im Filmbereich tatsächlich ist, liegen nicht vor. Doch unterschiedliche Quellen gehen von rund 1500 Mitgliedern aus. Von den 500 Mitgliedern des Bundesverbands Kinematografie seien nur etwa 20 auch in Verdi, sagt Dr. Michael Neubauer, der Geschäftsführer des BVK.

Einig sind sich beide Kritiker: Der Ergänzungstarifvertrag gelte ohnehin nur für einen verschwindenden Anteil der auf Produktionsdauer angestellten Filmkünstler, und schon gar nicht für die „zahlreichen” auf selbständiger Basis, dürfte sich also „auf zwei bis drei Prozent aller mitwirkenden Filmschaffenden beschränken”, meint die Arbeitsgemeinschaft. Andererseits spielten solche Überlegungen offenbar keine Rolle, als BVR und BVK noch gemeinsam eine Bundesvereinigung für Filmschaffende anstrebten, um die Tariffähigkeit zu erlangen.

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Man darf also vermuten, dass es um etwas völlig anderes ging als die Sachfrage. Denn ob BFFS und Verdi „repräsentativ” oder „kompetent” sind, spielt in diesem Fall keine Rolle, konterten die Vertragspartner: „Dass wir einen Vertrag abgeschlossen haben, der auch Leute begünstigt, die nicht in unseren Reihen sind, ist nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch einwandfrei. Ein Vertrag zu Lasten Dritter ist zwar nichtig, aber ein Vertrag zu Gunsten Dritter ist unangreifbar”, erklärte Heinrich Schafmeister, Vorstandsmitglied im Schauspielerverband.

Wie gut das Verhandlungsergebnis tatsächlich ist, lässt sich pauschal nicht sagen, denn zu viele unvorhersehbare Variablen stehen in der Rechnung – vom Budget, über den Zuschauerzuspruch bis zu Kreditzinsen und den Margen für die verschiedenen Vertriebswege. Fest steht aber: Es geht um stattliche Summen, wenn ein Film diese Gewinnzonen erreicht, doch das sind die wenigsten – vielleicht 14 Filme pro Jahr hätten das im Durchschnitt der letzten zehn Kinojahre geschafft.

Der BFFS wisse auch, dass erstmal kein Geld fließt, sagt darum Schafmeister: „Das sind alles Pflöcke, die erst mal eingeschlagen werden.” Und weil es noch nicht wirklich um Geld, sondern um Symbolik und politische Signale geht, fühlt man sich von der Kritik, dass der Tarifvertrag in der Praxis ja doch kaum eine Rolle spiele, nicht wirklich betroffen.

Einen weiteren Haken macht allerdings Neubauer in der Umsetzung des BFFS/Verdi-Modells aus: Die Beteiligungen für Urheber, wie sie der Ergänzungsvertrag vorsieht, sollen erst in Kraft treten, wenn die Filmschaffenden sich über ein Verteilungsmodell geeinigt haben. „Da hat die Produzentenallianz genial verhandelt.”

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Denn dies ist der größte Streitpunkt zwischen den Berufsverbänden: Wer ist überhaupt Urheber? Und wenn, wie sehr? Allein der Regisseur, wenn es nach dem BVR ginge – das ist zumindest der Tenor vieler Stellungnahmen des Verbands. Seit 2002 das Gesetz zur Stärkung der Urheber verabschiedet wurde, streiten die Berufsgruppen untereinander um die Anteile. Einige, wie Drehbuch, Musik, Bildgestaltung (Kamera) und Szenenbild sind klar festgeschrieben, andere wie Ton und Maske melden ebenfalls Ansprüche an. Währenddessen spielten Produzenten und Sender in den Verhandlungen mit den Filmschaffenden „Hase und Igel”, berichtet Schafmeister: Jeder erklärte sich für nicht zuständig und verwies auf den jeweils anderen. Auch ein Grund für den BFFS, es lieber im Alleingang zu versuchen.

Andere Filmschaffende mögen diese Querelen befremden. Als gäbe es nicht genug Probleme, müssen sich die Verbände auch noch gegenseitig beharken. Als „Denken von Gartenzwergen” bezeichnete der Regisseur Hans-Christoph Blumenberg schon vor zwei Jahren solche Kleinstaaterei. Wenn schon Verbandsmitglieder so empfinden, wie kann man es dann den vielen anderen kaum verübeln, wenn sie meinen, solche Verbände brächten ja eh nichts? Die Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation in der Branche wächst, doch die Bereitschaft, sich in Verbänden oder wenigstens an Aktionen für die eigenen Belange zu beteiligen, ist gering. Da muss sich zwar jeder einzelne Filmschaffende erst einmal selbst an die Nase fassen, denn was können Verbände schon ausrichten, wenn keiner mitmacht? Doch die stellen sich zur Zeit eben nicht als beste Alternative gegen diese Trägheit der Masse dar. Nur Einigkeit macht stark.

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Als aktive und attraktive Alternative präsentiert sich der BFFS. Erst vor sieben Jahren gegründet, gehören ihm schon 2.500 Schauspieler an – das sind mehr Mitglieder, als die vier nächstgrößeren Verbände AG Dok, VDD, BVR und BVK zusammen haben. Neben dieser Größe hat der Verband noch einen weiteren Vorteil: Viele seiner Mitglieder sind bekannt durch Film und Fernsehen. Wenn sich Schafmeister und seine Kollegen zu Wort melden, wird das anders wahrgenommen, als wenn das ein noch so renommierter Kollege aus anderen Gewerken tut, dessen Gesicht nur Eingeweihte kennen.

Und aufs Trommeln verstehen sich die Schauspieler. Als einziger Verband haben Sie schon früh eine PR-Agentur mit der Außendarstellung beauftragt und veranstalten neben der grauen Lobbyarbeit und Verhandlungen hinter verschlossenen Türen auch farbenfrohe Aktionen, die die Welt wachrütteln sollen. Vor zwei Jahren stiegen sie während des Münchener Filmfest unter dem Motto „Wir gehen baden” in den Brunnen am Stachus, um vor laufenden mitgebrachten Videokameras auf die bedrohliche Lage der Filmschaffenden aufmerksam zu machen. In diesem Jahr rollten sie am gleichen Ort zum selben Zweck einen roten Teppich aus. Mehrere Verbände und Verdi schlossen sich der Aktion „Es brennt!” an. Einen Moment lang glomm ein Hoffnungsschimmer, dass da eine neue Einigkeit entstehen könnte: Die neue Aktion wäre ohne die gemeinschaftliche Zusammenarbeit nicht möglich gewesen, sagte denn auch Hans-Werner Meyer, der stellvertretende Vorsitzende des BFFS. „Der größte Erfolg ist für uns zunächst die große Einigkeit, mit der nahezu alle relevanten Filmverbände dabei waren.” Auch wenn BVR und BVK sich fernhielten.

Welchen Nutzwert solche Aktionen aber letztlich tatsächlich haben, lässt sich schwer feststellen. Fast 36.000 Freunde hat der BFFS auf Facebook, gerade mal 39 quittierten dort die Aktion mit einem „Gefällt mir”.

Und die Außenwirkung? Nun, da hatten tatsächlich „Stern”, „Bild“ und „Focus“ berichtet. Zwar nicht in ihren Druckausgaben, aber wenigstens auf ihren Websites, die gerne mit den restlichen Nachrichten aus aller Welt gefüttert werden. Doch alle drei griffen dafür auf die selbe DPA-Meldung zurück, die sie wortwörtlich kopierten. Dass dem „Focus“ beim Kopieren ein halber Satz und damit der Sinn des Ganzen verloren ging, hatte der zuständige Redakteur vor lauter Anteilnahme nicht mal gemerkt. Lediglich Münchens Boulevard-Zeitung „TZ” hatte sich die Mühe gemacht, den BFFS-Vorsitzenden Hans-Werner Meyer selbst zu fragen, was das alles soll. Schade eigentlich, denn seine Antworten sind wert, auch in anderen Städten gelesen zu werden.

Zum Beispiel die auf die Frage, warum er sich so „für namenlose Schauspieler” engagiere, wo er doch selbst gut im Geschäft sei und es sich gemütlich machen könne. Meyer: „Es ist aber nicht gemütlich, wenn’s um einen stürmt. Die – zugegeben berechtigte – Jammerei am Set ist mir irgendwann auf die Nerven gegangen. Einfach rumsitzen und warten, dass sich die Dinge ändern, macht auf Dauer krank.”

Dazu noch ein Blick auf die Facebook-Seite des BFFS: Von 1.249 Freunden, die zum Stachus eingeladen waren, sagten 84 die Teilnahme zu. Fast sieben Prozent. Wobei das noch eine gute Quote ist. Auch Crew United, Outtakes und Cinearte hatten rund 28.000 Filmschaffende persönlich zur Aktion aufgerufen. Ganze zehn kamen hatten Ihr Erscheinen zugesagt.

2 Kommentare
  1. Peter Hartig sagte:

    Im letzten Satz hatte ich mich tatsächlich falsch ausgedrückt: 10 von 28.000 eingeladenen Filmschaffenden hatten ihr Kommen zugesagt. Erschienen sind offenbar doch ein paar mehr. Ich habe das korrigiert.

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