Besser Filme machen: Faire Vorschläge fürs nächste FFG 

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Die Kulturstaatsministerin will soziale Standards in der Filmförderung. Die Initiative Fair Film hat schon konkrete Vorschläge dafür. Dahinter stehen 29 Berufsverbände und Organisationen der Branche.

Bei den Arbeitsbedingungen hat die Branche noch einiges aufzuholen. Das weiß auch Kulturstaatsministerin. In ihren Eckpunkten zur Reform des Filmfördergesetzes (FFG) forderte Claudia Roth die Einhaltung sozialer Standards als Fördervoraussetzung. 

Die Branche nimmt sie beim Wort, denn das sei mehr als überfällig, schreibt die Initiative Fair Film in einem Offenen Brief an die BKM. Dahinter stehen 29 Organisationen und Initiativen, darunter fast alle Berufsverbände: „Die durch zahlreiche Presseberichte in die Öffentlichkeit geratenen Missstände bei der Produktion ,Manta Manta – Zwoter Teil’ werfen ein Schlaglicht auf unsere Branche. Aus eigener Erfahrung können wir bestätigen, dass dies kein Einzelfall ist. Die Fallzahlen der Themis, aber auch die Umfrage von ,Vielfalt im Film’ belegen, die Strukturen in der Film- und Fernsehbranche fördern systemischen Machtmissbrauch. Zeitdruck, zu lange Arbeitszeiten sowie mangelnde finanzielle Mittel bei vielen Produktionen führen oft zu einer physischen und psychischen Überlastung der Filmschaffenden. Daher müssen wir Strukturen schaffen, die den dringend nötigen Kulturwandel in der Filmbranche ermöglichen.“ 

Dass bereits 2017 irgendwas von sozialverträglichen Bedingungen ins FFG geschrieben wurde, habe keine Wirkung gezeigt. „Wir fordern daher verbindliche Maßnahmen und Gesetzesvorhaben, damit der von allen erwünschte Wandel zu sozialer Nachhaltigkeit in der Filmbranche stattfinden kann“, heißt es in dem Offenen Brief.

20 Vorschläge dafür haben die Filmgewerke und -verbände gemeinsam erarbeitet. Sie sollen „das Arbeiten für alle Filmschaffenden und auch den Nachwuchs attraktiver und zukunftsfähiger machen. Dies ist beim aktuellen Nachwuchs- und Fachkräftemangel ein notwendiges Signal an die Filmbranche. Wir wünschen uns Strukturen, die resilient gegen Missbrauch sind und in denen die mentale Gesundheit und die Work-Life-Balance der Filmschaffenden, Chancengleichheit sowie soziale Absicherung mitgedacht werden. Wir sind uns sicher, dass ein sozial nachhaltiges Arbeitsumfeld und bessere kreative Bedingungen zu spannenden, mutigen und damit erfolgreicheren Filmen führen. Der jetzige Zustand ist unhaltbar und muss verändert werden.“ 

 

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