Kinos im Stillstand 12: Das „Bali“ in Berlin. | Foto © Elisabeth Nagy

Die Grundsicherung ist kein Hartz IV, erklärt die Geschäftsführerin des Münchener Jobcenters. Sie weiß um die Vorurteile, die viele Kreative dagegen haben und antwortet auf die Kritik: „Ich empfehle jedem, der das Sozialpaket noch nicht beantragt hat, das noch bis zum 30. Juni zu tun.“ Die Lage der freien Kreativen beschäftigt auch wieder mehrere Zeitungen. 

Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare, auch wenn wir leider nicht alle persönlich beantworten können.

 

Elon Musk findet die Corona-Maßnahmen in Kalifornien faschistisch und zwitscherte mit einer Pop-Referenz auf den Science-Fiction-Blockbuster „Matrix“: „Nimm die rote Pille.“ „Hab’ ich“, zwitscherte Ivanka Trump zurück, und „Matrix“-Schöpfer*in Lilly Wachowski antwortete kurz drauf knapp und deutlich: „Fuck both of you“.

 

„Corona hat alles auf den Kopf gestellt“: Anette Farrenkopf ist Geschäftsführerin des Münchener Jobcenters. Ein Interview der ZAV-Künstlervermittlung über das Sozialpaket für Künstler*innen und warum das nur zögerlich angenommen wird – trotz erleichtertem Zugang (der gilt übrigens nur noch bis zum 30. Juni – danach läuft wieder das „normale“ Antragsverfahren). 

Berlins Soloselbstständige sind besonders von den Lockdowns betroffen. Doch sie bleiben erstaunlich optimistisch, bemerkt die „Taz“ und versucht eine Analyse.

Anfang April hatte die „Taz“ Soloselbstständige befragt, wie sie die Corona-Krise überstehen. Wie geht es ihnen sechs Wochen später?

Die Alleingelassenen: Mit Soforthilfen hatten Bund und Länder Soloselbstständige und Kleinunternehmer vor der Pleite bewahren wollen. Doch viele der damit verknüpften Hoffnungen zerschellen an der Wirklichkeit, berichtet „Der Spiegel“.

 

Auch die Film- und Theaterfrauen wollen nicht mehr zurück zur Vor-Corona-Normalität. Die Zahlen ihrer Ungleichbehandlung sind so krass wie bekannt, sie sehen, was alles möglich ist, wenn es möglich sein muss: Sie wollen die Quote jetzt, berichtet die „Berliner Zeitung“.

Die Kabarettistin und Schauspielerin Maren Kroymann spricht mit der „Frankfurter Rundschau“ über die Forderungen von Film- und Fernsehfrauen in der Corona-Krise – und zur Frage, warum Frauen härter von den Einschnitten betroffen sind.

 

In einem Offenen Brief schildern 23 Kinos aus München und Umgebung ihre Situation. Die meisten Mitarbeiter*innen der Kinos seien 450-Euro-Kräfte ohne sozialen oder staatlichen Schutz. Kino-Angestellte befinden sich in Kurzarbeit. Die meisten Kinos hätten die Soforthilfe des Bundes, des Landes, und auch des FFF Bayern bereits erhalten – jedoch nicht alle. Einige Anträge lägen unbearbeitet in den Ämtern: „Von einer ,Sofort’-Hilfe kann daher leider nicht immer die Rede sein“, heißt es in dem Brief. Die Kinos protes­tieren gegen das Übersehen der Kultur und wünschen eine zeitnahe Wiedereröff­nung ihrer Kinos – aber nicht um jeden Preis. „Blickpunkt Film“ berichtet.

Die Kulturstaatsministerin hat wesentliche Anpassungen des Zukunftsprogramms Kino vorgestellt – darunter eine Verdoppelung des Bundesanteils am Zuschuss. Während es am Empfängerkreis keine Änderungen gibt, stehe man für weitere Hilfen, die auch den dort nicht Begünstigten zugute kommen sollen, in Gesprächen mit dem Finanzministerium, schreibt „Blickpunkt Film“. Gleichzeitig warb Grütters für einheitliche Wiedereröffnungen.

Wie stehen Kinogänger zu den geplanten Wiedereröffnungen der Filmtheater? Einen Monat nach der ersten Erhebung hat eine Marktforschung nachgehakt: Vor allzu frühen Eröffnungsterminen herrscht Skepsis.

In Italien sollen die Kinos ab 15. Juni wieder öffnen – drei Monate nach den Schließungen, hat „Screen Daily“ nachgerechnet.

Österreichs Kinos dürfen ab 1. Juli öffnen, meldet „Blickpunkt Film“, Veranstaltungen bis zu 100 Personen sind schon ab Ende Mai wieder erlaubt, ergänzt die „Berliner Zeitung“.

 

Für Daily Soaps ist der Zeitdruck besonders groß. Wie „Rote Rosen“, „Dahoam is dahoam“ und „In aller Freundschaft“ nun unter Hygienemaßnahmen weiterdrehen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Erster Dreh mit Abstandsregel in der „Sachsen-Klinik“: Der Schauspieler Thomas Rühmann berichtet der „Berliner Zeitung“ von den merkwürdigen Dreharbeiten unter Corona-Auflagen.

Romantisch, aber auf Abstand: „Sturm der Liebe“ hat als eine der ersten Fernsehproduktionen die Dreharbeiten wieder aufgenommen – mit strengen Hygieneregeln, Corona-Tests und Mundschutz. Die „Süddeutsche Zeitung“ war am Set.

Britische TV-Sender und -Produzenten haben einen Maßnahmenkatalog für sicheres Drehen in Zeiten von Corona entwickelt [auf Englisch].

 

In Österreich geht dem ORF zum Jahresende das Programm aus, das Gesundheitsministerium prüft Hygienemaßnahmen für Drehs, Filmschaffende verlangen eine Ausfallhaftung für den Corona-Fall: Die „Regierung zwingt Filmproduzenten zum russischen Roulette“ zitiert der „Standard“.

Am Freitag trat Österreichs Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek zurück. Seit Wochen „hagelte“ es aus der Branche Kritik an ihrem Agieren in der Corona-Krise, berichtet der „Standard“.

 

Filmfestivals überleben online nicht nur – sie schaffen eine bessere Zukunft: Der Programmer Thom Powers ist optimistisch, wie sich die  Festivals den veränderten Zeiten anpassen [auf Englisch].

Die Filmwoche in Oviedo hätte im April sein sollen, vermutlich wird es Ende Oktober. Für die Zwischenzeit drehten neun spanische Filmemacher Kurzfilme für die Website des Festivals: „Postales filmadas“. [auf Spanisch].

Autor*innen aus aller Welt sitzen zurzeit im World’s Writers Room zusammen. In dem globalen, kollaborativen Drehbuchprojekt soll eine Anthologie-Serie entstehen, die von der Zeit des Lockdowns „inspiriert“ ist [auf Englisch].

Die IBC, Europas größte Messe für Film- und Fernsehtechnik, wird in diesem Jahr abgesagt, meldet „Variety“ [auf Englisch].

Lange und kurze Dokumentarfilm für die „Oscars“ können zurzeit bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) eingereicht werden: Die Regularien und auf die Pandemie angepassten Zulassungsbedingungen. 

 

„Wir brauchen kein Kino, um zu erkennen, ob Filme einen ,Oscar’ verdienen“, meint die „LA Times“: Im Kino gingen Filme ebenso verloren. Viele kleine Filmperlen werden nach einem Wochenende schon wieder aus dem Programm gekickt, wenn die Kasse schwächelt [auf Englisch]. 

Das ZDF versucht sich mit einem cineastischem Quartett: Die „Filmgorillas“ um Steven Gätjen tummeln sich künftig zweimal die Woche bei Youtube, später dann zusammengefasst nach Mitternacht im Zweiten.

Patrick Holzapfel machte sich in seinem Filmblog ein paar grundlegende „Notizen zum Abstand“.

Kevin Brownlow hat als einer der wenigen Filmhistoriker einen „Oscar“ für sein Lebenswerk bekommen. Sein Wissen hatte er mit David Gill in 1980 fürs Fernsehen in eine kleine, dokumentarische Mini-Serie verwandelt: „Hollywood“

Der „FAZ“ war vom Serien-Streamen wohl langweilig, also beschäftigte sie sich mit der Kunst des Kino-Vorspanns. Genauer gesagt, natürlich mit Saul und Elaine Bass, den Meistern der Vorspannsequenzen und immer wieder neu zu entdecken.

 

Rechtsextreme versuchen, die Demonstrationen gegen Corona-Regeln zu kapern. Der Soziologe Matthias Quent erklärt im Gespräch mit dem „Spiegel“, wie sie dabei vorgehen – und wohin das führen könnte.

Präsident Macron nahm die Lage von Künstlern am Anfang der Krise überhaupt nicht ernst. Frankreichs Kulturszene kämpft weiterhin um ihre Existenz, berichtet der „Tagesspiegel“.

Filmschaffende in der Corona-Krise sollen in Großbritannien in einer Online-Community psychische Unterstützung erhalten, meldet „Screen Daily“.

„Die New Yorker wurden unsichtbar“: Die deutsche Künstlerin Josephine Meckseper lebt in Manhattan. Im „Spiegel“ spricht sie über die Auswirkungen der Krise auf den Kulturbetrieb – und darüber, was Corona mit dem Zeitgeist der Stadt macht.

Hupen verboten: Autokinos schießen jetzt wie Pilze aus dem Boden – und werden auch für Konzerte genutzt, moniert die „FAZ“: Wenn Heino mit Sambatänzerinnen auf einem Parkplatz singt, geht bei manchen die Warnblinkanlage an.

 

Ins Theater nur mit meinem Avatar: Produktionen für den Cyberraum vom Staatstheater Augsburg und der Berliner Gruppe CyberRäuber hat die „Taz“ besucht.

Abstieg und Aufstieg bedingen einander – das zeigt auch die Kunst: jetzt in einer brisanten Berner Ausstellung zum Weltgefühl der Krisenzeit.

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