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Kino, Kinder, Karriere?

Belinde Ruth Stieve
21. April 2014/2 Kommentare/von Belinde Ruth Stieve

Belinde Ruth Stieve

Kürzlich las ich auf einer Zugfahrt die Titelstory von mobil (dem Magazin der Deutschen Bahn, Märzausgabe) „DER SCHON WIEDER“. Darin hieß es: „Wotan Wilke Möhring ist einer der meistbeschäftigten Schauspieler – und alle schauen hin. Wer so fleißig arbeitet, braucht eine kleine Auszeit. Die Drehpause nutzte mobil für ein entspanntes Gespräch über Kinder und Karriere, den deutschen Film und darüber, wie es sich anfühlt, von Beginn an einen Lauf zu haben.“

Möhring, 46 Jahre alt, hat 3 kleine Kinder und ist in der Tat in Film und Fernsehen zur Zeit sehr präsent, 2013 sah man ihn u.a. als norddeutschen Tatortkommissar (FEUERTEUFEL), als Hauptfigur in den Kinofilmen DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE und MANN TUT WAS MANN KANN, in der TV-Familiensaga DAS ADLON und allein sechs mal in den 2013er ZDF Fernsehfilmen der Woche: in OBENDRÜBER, DA SCHNEIT ES und in EINE FRAGE DES VERTRAUENS sowie in vier STRALSUND-Krimis.

Möhring gehört zu einer Minderheit, weil er viel dreht, und weil er drei Kinder hat. Denn 6 von 10 Schauspieler/innen in Deutschland sind kinderlos, von denen mit Kindern haben lediglich 14 % mindestens drei, und nur 2 % vier oder mehr Kinder (Bührmann und andere, 2010).

Dabei gibt es gerade unter den renommierten Schauspielern einige mit großen Familien: Devid Striesow (4 Kinder), Til Schweiger (4 Kinder), Axel Prahl (4 Kinder), Jan-Josef Liefers (4 Kinder) und Jürgen Vogel (5 Kinder) beispielsweise, und aus der älteren Generation kämen noch Uwe Ochsenknecht (4 Kinder) und Helge Schneider (6 Kinder) dazu.
Bei den Topschauspielerinnen sieht es anders aus, die meisten haben deutlich weniger oder gar keinen Nachwuchs. – da sind Maria Simon und Corinna Harfouch mit je 4 Kindern schon große Ausnahmen.

Woran liegt das? Dass wenn Väter drehen, ihre Partnerinnen für die Kinder da sind, aber umgekehrt nicht? Dass Väter nicht zwangsläufig mit (all) ihren Kindern zusammen leben, Mütter aber meistens schon, und so beide in ihrer Berufsausübung unterschiedlich beeinflusst sind? Dass Schauspielerinnen fürchten müssen, durch Babypause und Doppelbelastung zu lange von Bildschirm und Leinwand zu verschwinden, und so ihre beruflichen Chancen und die Dauer ihrer Karriere noch stärker zu verkürzen? (Die Altersschere: ab 40 nehmen Frauenrollen deutlich ab, Männerrollen erst 10 bis 15 Jahre später).

Im deutschen Fernsehen ist häufig von Familie die Rede: wenn es ums Programm geht, oder ums Publikum, und in der Werbung sowieso. Aber wie ist das innen, wie familienfreundlich ist das Fernsehen als Arbeitsplatz? Weiterlesen

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Belinde Ruth Stieve https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Belinde Ruth Stieve2014-04-21 18:21:272014-04-21 18:27:05Kino, Kinder, Karriere?

cn-kolumne: FILMLAND RUSSLAND: ZWISCHEN DEN WELTEN

Tina Thiele
17. April 2014/von Tina Thiele

Katharina Spiering & Markus Kunze

Unsere Reihe „Filmländer weltweit“ geht in die zweite Runde.

Letztes Jahr starteten wir die Reihe mit dem „Filmland China“. Als Interviewpartner stand uns Volker Helfrich, der als deutscher Schauspieler in China Fuß gefasst hat, zur Verfügung.

In diesem Jahr nehmen wir das „Filmland Russland“ unter die Lupe. Weiterlesen

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Tina Thiele https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Tina Thiele2014-04-17 14:34:072016-05-18 13:10:26cn-kolumne: FILMLAND RUSSLAND: ZWISCHEN DEN WELTEN

Cinema Moralia – Folge 85: Im finsteren Tal…

out takes, Rüdiger Suchsland
13. April 2014/1 Kommentar/von Rüdiger Suchsland

Klaus Lemkes Kein Großes Ding, einer von vielen Filmen made in Berlin, die jetzt bei »achtung berlin« laufen

Erin­ne­rungen an Menschen am Sonntag und die Neunziger Jahre; der X-Filmpreis und der öffent­liche Selbst­mord des ZDF – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kino­ge­hers, 85. Folge

Längst hat der Berlin-Hype ein Ende, auch unter Filme­ma­chern. Noch vor fünf Jahren gab es gute objektive Argumente für die Letzten der deutschen Filmszene, nach Berlin zu ziehen: Eine vibrie­rende, moderne, unspießige Haupt­stadt­kultur, dazu billige Mieten, billiges Leben, viele freie Wohnungen, und eine großzügige, vergleichs­weise stark an Kunst und Inde­pen­dent-Kultur inter­es­sierte Film­för­de­rung. Mit alldem ist es vorbei: Die Kultur hat schon lange den Charme der Wendezeit und der 90er verloren, der noch bis in die frühen Nuller­jahre anhielt. Heute muss man in den Kneipen von Berlin-Mitte – falls man da zwischen den ganzen Back­pa­ckern überhaupt einen Platz bekommen hat – und auch in Kreuzberg früher reingehen als in München, weil sonst die Nachbarn anrufen. Die Küche macht dann auch gleich zu. Die Mieten werden immer teurer, die Lokale immer doofer. Und die Film­för­de­rung, die vor Jahren noch stolz darauf war, »kleine schmut­zige Berlin-Filme« zu fördern, hat für derglei­chen kein Interesse mehr. Gefördert werden die Groß­kop­ferten von »X-Filme« und den zwei, drei anderen größeren Verlei­hern, die Firma Teamworxx und die Ameri­kaner. Aber selbst dieje­nigen Inde­pen­dent-Filme­ma­cher, die nach meiner Ansicht schon vor Jahren nur noch als Feigen­blatt die ganz anderen Pläne des Medien­board ein wenig verdecken sollten, bekommen heute ihre Projekte nicht mehr finan­ziert, von anderen erstaun­li­chen Entschei­dungen einmal ganz zu schweigen. Kein Wunder, wenn man allein schon daran denkt, dass der RBB der einzige soge­nannte »Haus­sender« des Medien­boards ist – lassen wir es mal bei dieser sach­li­chen Fest­stel­lung, ohne weiteren Kommentar.
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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Rüdiger Suchsland https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Rüdiger Suchsland2014-04-13 15:46:402014-04-13 15:46:40Cinema Moralia – Folge 85: Im finsteren Tal…

Glanz und Elend des Deutschen Films VI: Einstellung

out takes, Peter Hartig
6. April 2014/1 Kommentar/von Peter Hartig

Alles eine Frage der Einstellung: Mit Produktionen aus dem eigenen Land sind Publikum wie Kritiker besonders streng. Oder schauen erst gar nicht mehr hin. Das Historiendrama „Pool“ etwa hatte nicht mal 130.000 Besucher im Kino. | Foto © Piffl Medien

„Wer sein Kind liebt, der züchtigt es“, glaubt nicht nur die Bibel: „Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.“ Heutige Pädagogen mögen da schwerste Bedenken äußen, doch wer  als deutscher Filmkritiker etwas auf sich hält, der ist mit dem deutschen Film besonders streng und sagt Sätze wie „Ich ertrage höchstens drei deutsche Filme am Stück”, wenn er auf der Berlinale mit Kollegen am Nebentisch fachsimpelt. Man kann aber ebenso gut die Kritiken, Blogs und Kommentare zu einem beliebigen deutschen Film nachschlagen – irgendwo findet sich garantiert der Vergleich „für einen deutschen Film …“

… wirklich gelungen,

… ungewöhnlich lustig und realistisch,

… erfrischend anders und unkonventionell,

… besonders.

Was man umkehrschließen kann, um zu wissen, was der Deutsche Film anscheinend sonst so sei.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2014-04-06 13:43:572014-04-06 14:16:42Glanz und Elend des Deutschen Films VI: Einstellung

Glanz und Elend des Deutschen Films V: Kanon

out takes
30. März 2014/1 Kommentar/von Peter Hartig
2014_00002_Glanz&Elend_5_Kanon

Ganz schön modern: Drei junge Filmemacher ziehen mit der Kamera in die Stadt und drehten mit Laiendarstellern einen der ersten Independent-Filme. Das gab’s schon 1929. Gesehen? Wie auch? | Foto © Archiv cinearte

Der Videorecorder, das Privatfernsehen, das Internet… die Evolution trieb den Zuschauer unaufhaltsam in ein Paradies der Programmvielfalt und des zeitsouveränen Hinguckens. Das ist natürlich gut, weil ein Fortschritt aus der öffentlich-rechtlichen Knechtschaft, als es nur drei Kanäle gab und keine Fernbedienung.

Die Einschränkung hatte freilich auch Vorteile: Einfach rumzappen war nicht – weniger wegen der eingeschränkten Auswahl, sondern weil jeder Programmwechsel wohlüberlegt sein wollte; man musste ja die gesamten drei Meter vom Sofa bis zum Fernseher zu Fuß zurücklegen und wieder zurück. So bekam man, ob man wollte oder nicht, immer wieder Perlen und auch weniger gelungene Beispiele aus lange vergessenen Jahrzehnten der Filmgeschichte vorgestellt. Und die auch noch am Stück von Anfang bis Ende samt komplettem Abspann. Weiterlesen

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2014-03-30 21:55:462014-03-30 21:55:46Glanz und Elend des Deutschen Films V: Kanon

Glanz und Elend des Deutschen Films IV: Verbreitung

Peter Hartig
26. März 2014/von Peter Hartig

13 Filme starten im Durchschnitt jeden Donnerstag in den deutschen Kinos. Die kleinste Teil ist abseits der großen Städte zu sehen – da wo der größte Teil des potenziellen Publikums lebt. | Foto © cinearte

Die vergangenen Weihnachtsfeiertage verbrachte ich in meinem alten Heimatort im Rhein-Main-Gebiet. Größere Städte sind da in etwas mehr als einer halben Stunde mit dem Auto zu erreichen. Doch auch was dazwischen liegt, bietet einiges an Unterhaltungs-Infrastruktur, bei der Filmförderungsanstalt das Herz aufgehen sollte: Allein vier Kinos gibt es im Umkreis von zehn Autominuten, eigenständige Unternehmen mit ein bis drei Sälen. Aber alle zeigten sie dasselbe: „Der Medicus“ und die zweite Folge der „Tribute von Panem“. Weiterlesen

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2014-03-26 08:05:302014-03-25 22:06:01Glanz und Elend des Deutschen Films IV: Verbreitung

Glanz und Elend des Deutschen Films III: Genre

out takes, Peter Hartig
24. März 2014/2 Kommentare/von Peter Hartig

Vorher – nachher: Als „Schutzengel“ blieb Til Schweiger unter seinen Erwartungen, im „Tatort“ begeisterte er mit Action. Selbst das beliebteste Genre der Deutschen blüht nur im Biotop der Mattscheibe. Für die übrigen sieht es noch trostloser aus. | Fotos © Warner Brothers, NDR

In der vorigen Folge hatte ich das Star-Tum am Beispiel unseres publikumsmagnetischsten Schauspielers erklärt und besungen und werde dafür vermutlich ebenso viel Freude verbreiten und Häme ernten wie der. Dass Til Schweiger es nicht so leicht hat auf den Filmseiten, die höchste Ansprüche an die Filmkunst erheben, ist bekannt. Ebenso, dass das Publikum das völlig anders sieht.

Freilich nur, solange Til Schweiger sich selbst nicht so ernst nimmt. Weiterlesen

https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2014-03-24 11:12:592014-03-24 11:12:59Glanz und Elend des Deutschen Films III: Genre

Glanz und Elend des Deutschen Films II: Stars

Peter Hartig
18. März 2014/3 Kommentare/von Peter Hartig

Was macht einen Star aus? An der Aussprache kann’s nicht liegen, wohl eher an der Ausstrahlung. Teil zwei unserer Schnitzeljagd durchs Deutsche Kino. | Fotos © WDR/NDR, Montage: cinearte

1997 kam „Knockin’ on Heaven’s Door” in die Kinos. Ein Taxifahrer hatte Til Schweiger ein Drehbuch in die Hand gedrückt, und der war so begeistert, dass die beiden einen Film machten. So ging die Produktionslegende, die gerne weiterverbreitet wurde, weil man sich so ungefähr ja auch gerne das Filmemachen vorstellt … In diesem Falle scheint es tatsächlich so gewesen sein, freilich verfilmten die beiden ein anderes Drehbuch als das In-die-Hand-gedrückte, denn der Taxifahrer hatte noch viele weitere fertige Bücher in seiner Schublade, unter anderem eben das lustige Gangster-Buddy-Roadmovie „Knockin’ on Heaven’s Door”.

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https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg 0 0 Peter Hartig https://out-takes.de/wp-content/uploads/2019/11/out_takes_logo01.jpg Peter Hartig2014-03-18 09:01:432018-04-17 09:13:07Glanz und Elend des Deutschen Films II: Stars
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