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Auf der Klassenfeier war’s mal wieder zu laut. Die Schulleitung will sich deshalb neue Regeln ausdenken. Tricia Tuttle (hier bei der diesjährigen Preisverleihung) hat trotzdem Grund zur Freude. Die Berlinale ebenfalls. | Foto © Berlinale

Tricia Tuttle bleibt Intendantin der Berlinale. Das freut auch den Kulturstaatsminister. Der will allerdings neue Regeln für die Meinungsfreiheit beim Festival.

Tricia Tuttle bleibt Intendantin der Berlinale! So hat es der Aufsichtsrat gestern entschieden, und so teilte es Kulturstaatsminister (BKM) Wolfram Weimer gleich darauf auch im Kulturausschuss des Bundestags [Aufzeichnung] mit (um 14:35 Uhr).  

In der vorigen Woche war reichlich über eine angebliche Entlassung Tuttle spekuliert worden, mehrere Aufrufe mit Tausenden von Unterschriften machten sich für das Festival, seine Leiterin und die Meinungsfreiheit stark (wir berichteten). Der Schuldige war auch ausgemacht: Tuttles Chef, der Kulturstaatsminister! 

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Da sag’ noch mal jemand, die Berlinale sei nicht politisch! BKM Wolfram Weimer und Intendantin Tricia Tuttle auf dem roten Festivalteppich. | Foto © BKM/Henning Schacht

Nach 20 Jahren hat ein deutscher Film den Wettbewerb der Berlinale gewonnen! Gesprochen wird aber mal wieder über völlig anderes.

Die Berlinale ist zu Ende und lief doch eigentlich ganz gut für den Deutschen Film. Der „Goldene Bär“ ging an ?lker Çataks „Gelbe Briefe“, den Silberbär als beste Schauspielerin gewinnt Sandra Hüller. „Die Kritiker sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit dieser Juryentscheidung“, schreibt der „Perlentaucher“ und ergänzt damit seine erste Übersicht der Festivalbewertung im Feuilleton 

„Denkwürdig“ fand Daniel Kothenschulte in der „Frankfurter Rundschau“ [Bezahlschranke] die Berlinale, andere ließ sie eher ratlos, für Jörg Gerle im „Filmdienst“ ließ sie zu wünschen übrig: „Auch filmkünstlerisch brachten es viele Wettbewerbsfilme oft nur auf Durchschnittsniveau.“ 

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Die Wettbewerbsjury der diesjährigen Berlinale hält nichts von einer Inquisitionsverpflichtung in der Kunst. | Foto © Dirk Michael Deckbar/Berlinale

Eigentlich will die Berlinale ja nur Filme zeigen, die zeigen, was die Welt bewegt. Einigen ist das nicht genug: Festivals sollen Politik machen! Aber die richtige.

Die Berlinale hat ja schon mal gut angefangen. Die indische Autorin Arundhati Roy hat ihren Besuch abgesagt, das Palestine Film Institute fordert den internationalen Total-Boykott des Festivals. Anlass ist die Pressekonferenz [auf Youtube], auf der Festivalchefin Tricia Tuttle die Wettbewerbsjury vorstellte. Schon gleich die ersten Fragen [ab Minute 19:15] drehten sich um große Politik: Können Filme die Welt verändern? Und wie?  

Dazu hatten Tuttle und vor allem der Juryvorsitzende Wim Wenders drei Minuten so einiges zu sagen. Nur einer hatte nicht richtig hingehört und wollte doch noch ein Gesinnungsbekenntnis für den Einzelfall: Wie stehen Festival und Jury zum Nahostkonflikt?  

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