
„Nachts, wenn der Teufel kam“ wurde 1958 mit zehn Bundesfilmpreisen gefeiert – bis heute der Rekord bei den „Lolas“. Doch für seine Abrechnung mit dem Nationalsozialismus war der Regisseur Robert Siodmak selbst auf eine Nazi-Lüge reingefallen. Später distanzierte sich der Hauptdarsteller Mario Adorf von der Rolle, die ihm den Durchbruch bescherte. | Foto © DIF
Die Debatte ist eröffnet: Soll man, darf man, muss man das Filmerbe bearbeiten?
Übers Filmerbe hatten wir in der vorigen Ausgabe berichtet und konnten noch ein Happy End vermelden: Wim Wenders wird sein Frühwerk „Falsche Bewegung“ nicht mehr zeigen lassen, bis er sich mit Nastassja Kinski geeinigt hat. Der Film enthält eine Szene, die es eigentlich gar nicht geben sollte, meint die Schauspielerin. Sie war damals 13 und wurde nicht gefragt. Offen bleibt „die Frage nach dem Umgang mit heute problematischen Bildern des Filmerbes“, schreibt Kira Kramer in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ [Bezahlschranke]. Damit hatte zuvor Wenders begründet, warum er seinen Film nicht korrigieren möchte. Und zugleich die Deutsche Filmakademie um eine Debatte gebeten.
Die soll wohl auch kommen, meldet die Deutsche Presse-Agentur. „Es benötige Zeit und Sorgfalt, sich inhaltlich auf einen fundierten Austausch vorzubereiten, daher sei im September eine Veranstaltung dazu geplant. Möglich ist, dass frühestens ab Herbst dann auch eine Entscheidung gefällt werden könnte, wie mit dem Film weiter umgegangen werden soll.“
