Musikalischer Aufbruch

Neue Töne am neuen Standort: Die Uraufführung der Hymne zur Preisverleihung der Televisionale in Weimar. | Foto © Christine Prinzing
Vorige Woche tagte die Televisionale zum ersten Mal in Weimar. Der neue Standort wurde mit einer weiteren Premiere gefeiert: Der Komponist Fabian Kratzer hat für die Preisverleihung eine neue Hymne geschrieben.
Fabian Kratzer entführte die Zuschauer bei der ersten Televisionale in Weimar mit der Uraufführung seiner eigens dafür komponierten Hymne in eine magische Klangwelt. Diese Hymne soll als kraftvolles Symbol und Nachhall für die Gemeinschaft und den kreativen Austausch und Aufbruch der Talente einen wieder erkennbaren Resonanzraum verleihen. Sie hat noch keinen Namen, aber soll nun regelmäßig im Einsatz der Televisionale sein und die emotionale Tiefe der Veranstaltung unterstreichen. Urs Spörri, der künstlerische Leiter der Televisionale, betont, wie wichtig das Gewerk rund um die Musik auf dem Festival war und ist und spricht auch von der zentralen Rolle der Filmmusik, als den „Herzschlag“ eines jeden Films!
So kam das eine zum anderen, und ein Preis wurde für die Musik wieder neu etabliert. Angeregt von Alexander Thies, Vorstandsvorsitzender der IAMA (International Academy of Media & Arts) und des „Deutschen Filmmusikpreises“, der seit 2014 alljährlich in Halle an der Saale verliehen wird. Thies überreichte denn auch in Weimar in Kooperation mit dem BDF (Bundesverband der Deutschen Film- und Fernsehmusik) den „VFF Fernsehfilmmusikpreis“. Der Preis ging an die Komponisten Lorenz Daangel und Fabian Zeidler und den Produzenten Ingo Fliess für die Musik zum ZDF-Film „Rosenthal“. Kratzer hatte im vorigen Jahr den „Jerry Goldsmith Award“ gewonnen und wurde für weitere Preise in Hollywood nominiert. In Deutschland war er dieses Jahr für den „Deutschen Filmmusikpreis“ für seine Musik zu „Gong! – Mein spektrakuläres Leben“ nominiert. Die Kinderserie markierte die erste große Zusammenarbeit mit der Regisseurin Hannah-Lisa Paul, mit der Kratzer nun erneut an dem noch in Produktion befindlichen Film „Jukli“ arbeitet. Zum Reinhören in Kratzers Œuvre gibt’s auf Youtube die Kompositionen „Water“, „Air“ und „Wood“.
Wie kam es, dass Du eine Hymne für die Televisionale komponieren durftest?
2013 war ich das erste Mal bei der IAMA. Über die Jahre ist eine Freundschaft und Zusammenarbeit gewachsen, insbesondere mit Alexander Thies. Vor einigen Monaten kam die Idee auf, einen neuen Musikpreis zu verleihen, und Alexander schlug vor, dass ich die Hymne für die Televisionale komponiere. Die Hymne sollte eine Verbindung zu klassischen Komponisten wie Bach und Händel haben und den neuen Aufbruch der Veranstaltung symbolisieren.
Was ist in der Hymne an musikalischen Raffinessen und Klangfarben alles enthalten?
Ich habe klassische Elemente integriert, die an die großen Meister erinnern. Es gibt sogar eine versteckte Orgel, die einen besonderen klanglichen Akzent setzt. Die Hymne spiegelt auch die Emotionen der Talente wider und fängt die Vielfalt der Film- und Medienlandschaft ein. Zudem wurden bekannte Melodien eingearbeitet, die für verschiedene Generationen Bedeutung haben. Der gesamte Prozess war geprägt von Feedback und Zusammenarbeit, was zu einer dynamischen und einfühlsamen Komposition geführt hat.
Was macht die Hymne besonders für Dich?
Die Hymne ist ein Symbol für die Gemeinschaft und den kreativen Austausch. Sie wird ein wichtiges musikalisches Element und Alleinstellungsmerkmal der Televisionale sein. Ich hoffe, dass sie die nächsten Jahre Teil der Veranstaltung bleibt und das Publikum emotional erreicht.
Wie siehst du die Rolle der Filmmusik in der heutigen Zeit, besonders in Anbetracht von KI?
Filmmusik ist essenziell für die emotionale Wirkung eines Films. Auch wenn KI immer leistungsfähiger wird, bleibt die menschliche Kreativität unerlässlich. KI kann unterstützen, aber sie kann die emotionalen Nuancen und die persönlichen Geschichten, die ein Komponist einbringt, nicht ersetzen. Die Kreativität wird immer über die Technik siegen. KI kann als Werkzeug dienen, um kreative Prozesse zu unterstützen, indem sie beispielsweise Ideen generiert oder technische Aspekte optimiert. Aber die wahre Kunst wird immer von Menschen geschaffen, die ihre Emotionen und Erfahrungen einfließen lassen.
Fazit: Die Kombination aus menschlicher Kreativität und KI könnte eine spannende neue Ära in der Musikkomposition einleiten.
