Wahrheit oder Wirklichkeit? „Lovemobil“ wurde für seine Einblicke in die Straßenprostitution gefeiert. Dass die Szenen nachgestellt sind, wurde dem Publikum nicht gesagt. | Foto © NDR

Der Dokumentarfilm „Lovemobil“ sollte die Wirklichkeit der Prostitution zeigen. Dass die Bilder nicht echt sind, will keine*r gemerkt haben. Die Debatte um den Doku-Skandal fragt aber weiter: Welche Wirklichkeit wollen wir sehen? Und warum machen wir es Dokumentarfilme*innen so schwer?

Der Kino-Dokumentarfilm „Lovemobil“ beschäftigt die Feuilletons. Die Regisseurin Elke Lehrenkrauss schildert den Alltag zweier migrantischer Sexarbeiterinnen, die ihre Dienste in einem Wohnmobil anbieten. Der Film erhielt gute Kritiken, den „Deutschen Dokumentarfilmpreis“ und wurde zuletzt für den „Grimme-Preis“ nominiert. Vorige Woche distanzierte sich der NDR von dem Film, den er Sender mitproduziert hatte: Er zeige in weiten Strecken Szenen, „die nicht authentisch sind“. Das hätten Recherchen der NDR-Redaktion „STRG_F“ ergeben. „,Lovemobil‘ soll zwar auf Basis von langjährigen Recherchen der Autorin entstanden sein, aber zentrale Protagonist*innen des Films schildern nicht ihre persönlichen Erfahrungen, sondern spielen eine Rolle. Zahlreiche Situationen sind nachgestellt oder inszeniert.“ Der Film sei zwar von der NDR-Dokumentarfilmredaktion redaktionell begleitet und abgenommen worden. „Grundlagen waren ein Exposé und eine Kalkulation über einen Dokumentarfilm. Die Redaktion war während der mehrjährigen Produktionszeit zu keinem Zeitpunkt über die Inszenierungen informiert worden.“ Der Film entspreche nicht den Standards, die der Sender „an dokumentarisches Erzählen anlegt. Er gaukelt dem Publikum eine Authentizität vor, die er nicht hat.“

Die Dokumentarfilmredaktion hatte schon vorher Stellung genommen. Da schilderte sie ausführlich die Vorgänge aus ihrer Sicht und erklärte ihre Arbeitsweise: „Im NDR gibt es verschiedene Regeln und Mechanismen, die Täuschungen verhindern sollen. Dazu gehören unter anderem ein Vier-Augen-Prinzip von Produktion und Redaktion, sorgfältige Abnahmen, Plausibilitäts- und Faktenchecks, stichprobenartige Detailprüfungen von Produktionen. […] Die Redaktion ist beim Dreh von Dokumentarfilmen nicht dabei. Das machen die Autor*innen eigenständig. Deshalb ist gegenseitiges Vertrauen besonders wichtig. Die Redaktion muss sich darauf verlassen können, dass die Autor*innen das vereinbarte Produkt abliefern und dabei journalistische Standards beachten.“ Man fühle sich „getäuscht“: „Verabredet war ein Dokumentarfilm, kein Hybriddokumentarfilm oder Spielfilm. Authentizität ist essenziell für das Genre des Dokumentarfilms.“

Wie konnte ein zu großen Teilen inszeniertes Werk überhaupt als „Dokumentarfilm“ Sender und Fachwelt passieren?, fragt die „Taz“: „Alles an ,Lovemobil‘ wirkt im Lichte der Enthüllung zu idealtypisch. Die Figuren zu reflektiert. Dass niemand Alarm schlug, liegt wohl daran, dass im Dokfilm ein Mindestmaß an ,Inszenierung‘ akzeptiert wird, solange es redliches Abbild der Wirklichkeit ist.“

Der Film verstoße gegen ein Grundgesetz des Dokumentarischen, meint „Der Tagesspiegel“: „Seine Überwältigungskraft zieht der Film auch aus dem Mittel, das Lehrenkrauss eine ,viel authentischere Realität‘ nennt. Szenen sind nicht der Realität entnommen, sie sind in die Realität eingesetzt worden, sie wurden nachgestellt, inszeniert, zahlreiche Protagonisten schildern nicht ihre persönlichen Erfahrungen – sie spielen eine Rolle. Eine Hyperrealität ist entstanden, ein Hybridformat aus Dokumentation und Fiktion. Das ist möglich, muss aber unbedingt einer Bedingung folgen: Der Zuschauer muss dringend und unmissverständlich darüber informiert worden, was er da sieht. Er darf nicht im Unklaren darüber bleiben über das echt Realistische und das nur angeblich Realistische in einer Produktion. Eine Irreführung des Publikums ist ein Irrweg.“  

Wieviel Fiktion die Dokumentation verträgt, fragte dazu der Deutschlandfunk.

Die Film-Site „Artechock“ debattiert das Thema in einem „Special“.

„Es tut weh, sich das Interview in ,STRG_F‘ mit Elke Lehrenkrauss anzuschauen, wie sie davon spricht, das sie hier eine authentischere Realität geschaffen habe“, schreibt der Medienjournalist Stefan Winterbauer in seinem Wochenblog auf „Meedia“. „Der Film war auch für den ,Grimme-Preis‘ nominiert. Jetzt ist er aus der NDR-Mediathek gelöscht worden. Und der Sender darf sich fragen, warum man bei der über-perfekten Inszenierung zu einem so sensiblen Thema nicht stärker nachgeforscht hat. Als ,Lovemobil‘ rauskam, war Relotius ja schon längst passiert.“

Warum „Lovemobil“ kein zweiter Fall Relotius ist, erklärt „Übermedien“: „Man kann über Fehler reden, darüber, warum die Regisseurin die Szenen nicht gekennzeichnet hat, über einen fragwürdigen Begriff von Authentizität und Wahrheit. Doch im Vergleich mit Relotius, gibt es in der Causa Lehrenkrauss, außer der augenscheinlichen Gemeinsamkeit, dass beide den Wahrheitsbegriff großzügig auslegen, nichts zu holen. Lehrenkrauss […] leistete jahrelange Recherchearbeit, während Relotius dutzendfach die Charaktere, die Handlungsstränge, die Dramaturgie am Reißbrett entwarf.“

Gegenüber dem „Tagesspiegel“ hatte Lehrenkrauss am Montag voriger Woche eingeräumt, dass die Inszenierungen einiger Szenen nicht zu erkennen seien: „Ich bin keine Journalistin, ich mache künstlerische Dokumentarfilme. Für mich gibt es eine offenere Form von Dokumentarfilmen, mit denen man sich der Realität annähert. […] Ich habe nichts erfunden. Alles, was wir gedreht haben, waren Momente und Situationen, die wir tatsächlich so erlebt haben.“ Ein Film nur mit jenen Protagnistinnen, die sich auch vor der Kamera äußern wollten, hätte die Realität nicht richtig abgebildet. „Es wurde einfach versäumt, den Film richtig zu etikettieren.“

Diese Unterscheidung sei nicht falsch, entgegnet René Martens in der „Zeit“: „Es gibt Dokumentarfilmer, die ihre Arbeit als journalistisch verstehen; und es gib t welche, die das nicht tun. Aber welchem Subgenre des Dokumentarischen auch immer man sich zugehörig fühlt: Aus dramaturgischen Gründen einen Mord zu erfinden, kann nicht legitim sein.“ Martens war Vorsitzender der diesjährigen Nominierungskommission, die den Dokumentarfilm für den „Grimme-Preis“ aufgestellt hatte. Als sie den Film im Januar 2021 sichtete, hätten sich relativ schnell Diskussionen über die inszenierten Szenen entwickelt, schreibt er „Dass es von diesen im Film nur so wimmelt, ist offensichtlich. Dokumentarfilmerinnen können nicht das Glück haben, bei jedem entscheidenden Ereignis im Alltag ihrer Protagonisten und Protagonistinnen anwesend zu sein, erst recht nicht im Milieu der Prostitution. Solange solche nachgestellten Szenen wahrhaftig sind, sind sie im Bereich des Dokumentarfilms legitim. Nach Einschätzung der Mehrheit der Kommission war das hier der Fall. Zudem war die Gruppe beeindruckt davon, dass der Film Einblicke in eine Welt liefert, die uns sonst verborgen bleibt. Was die Kommission natürlich nicht wusste, ebenso wenig wie der NDR und die diversen Jurys, die den Film ausgezeichnet haben: dass die Regisseurin Darstellerinnen und Darsteller eingesetzt hat.“

Im Januar vorigen Jahres hatte Lehrenkrauss ihren Film an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig anders vorgestellt. Ihre Antwort auf die Frage aus dem Publikum (Minute 5:50), wieso die Dialoge teilweise wie aus einem Drehbuch klängen: Sie habe Protagonist*innen gesucht, die „redegewandt“ sei. Natürlich habe sie Szenen „an der einen oder anderen Stelle“ „öfter“ wiederholt und viel geschnitten. Von Inszenierungen sprach sie nicht.

Auch der Deutschen Welle hatte die Filmemacherin vor einem Jahr das Gegenteil erzählt: „Zum Schutz unserer Protagonistinnen haben wir nicht an dem Ort, wo sie eigentlich arbeiten, gedreht. Wir sind immer in ein anderes Wohnmobil ,umgezogen‘. Die Freier hatten keine Probleme damit, vor der Kamera zu agieren.“ Ob die Freier echt waren? „Wir hatten sechs Protagonisten. Drei davon sind in dem Film. Wir haben sogar Sexszenen gedreht. Die Freier, die in dem Film sind, sind bekannte Stammkunden. Sie wussten, dass wir mit der Kamera da sind.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ erinnert an das Interview, verweist aber auch auf die „Medienkorrespondenz“. Da schildert die langjährige WDR- und Arte-Redakteurin Sabine Rollberg die Schwierigkeiten, vor denen sich Dokumentarfilmer*innen sehen. Rollberg hatte als Professorin an der Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln 2012 Lehrenkrauss‘ Diplom-Film betreut: „Zur Finanzierung braucht man immer noch das Fernsehen, sehr selten gibt es Filmförderung ohne Beteiligung eines Senders. Im heutigen Fernsehen fristet der Dokumentarfilm ein Schattendasein, wohlgemerkt, ich spreche nicht von der kürzeren Dokumentation, sondern vom langen Dokumentarfilm. Die ARD hat in ihrem Ersten Programm gerade einmal acht Sendeplätze für Dokumentarfilm, nämlich dann, wenn die in der Woche ausgestrahlten Talkshows im Sommer Pause machen. Selbst Arte hat nur zwölf Sendeplätze dafür im Jahr. Dann gibt es noch ein paar wenige Dritte Programme mit Slots für den langen Dokumentarfilm, der meist auch davor im Kino läuft. Als Filmemacher den Zuschlag für einen dieser Programmplätze zu bekommen, ist wie ein Sechser im Lotto. Dafür muss man vorher eine Menge Text abliefern. […] Arte hat auch in seinem Pflichtenheft stehen, dass eine Änderung im Film gegenüber dem Exposé ein Grund zur Ablehnung des Films sein kann. Das heißt im Fall der Zurückweisung auch: Der Filmemacher bekommt das letzte Drittel seines Honorars nicht bezahlt. Der finanzielle Anteil des Fernsehens bei einem Dokumentarfilm ist oft nur gering, den Löwenanteil übernimmt die Filmförderung oder er wird durch einen Eigenanteil besorgt. Bei ,Lovemobil‘ war der NDR mit weniger als einem Zehntel des Budgets beteiligt. […] Die Sender beanspruchen für sich die völlige Kontrolle, sie wollen ein Produkt, wie sie es bestellt haben. In einem klassischen beobachtenden Dokumentarfilm weiß aber niemand, wie die Geschichte ausgeht.“

Wenn man über den Fall „Lovemobil“ sprechen möchte, dann kann man von den Produk­ti­ons­be­din­gungen des Deutschen Kinos nicht schweigen, meint Rüdiger Suchsland in der neuen Folge seiner „Cinema Moralia“ auf „Artechock“: „Viel­leicht muss man über die 36.000 Euro schreiben. 36.000 Euro – so viel ist dem NDR eine Lang­zeit­do­ku­men­ta­tion für das Kino wert, jeden­falls diese. Für 36.000 Euro erwartet also ein öffent­lich-recht­li­cher Sender, dass eine Regis­seurin jahrelang unter Straßen­pro­sti­tu­ierten recher­chiert und einen fertigen Langfilm fürs Kino im Stil des Direct Cinema dreht. Dies ist eine lächer­liche Summe, für die die Regis­seurin Elke Lehren­krauss diesen Film in welcher Weise auch immer hätte fertig­stellen können. Selbst­ver­ständ­lich hat sie noch etwas mehr Geld bekommen: Zu den 36.000 Euro vom NDR kamen von der Nordmedia, der Film­för­de­rung von Nieder­sachsen und Bremen, weitere 50.000 Euro; im Rahmen eines Stipen­diums schließ­lich 15.000 Euro. Alles in allem hat sie also etwa 100.000 Euro bekommen – auch das ist erschre­ckend wenig für eine mehr­jäh­rige Recherche und für einen Film, der de facto eigent­lich 400.000 bis 500.000 Euro wert ist. So miserabel sind die Bedin­gungen im deutschen Kino. Es ist nicht unüblich und man muss dem Sender konsta­tieren, dass er sich hier nur an die Gepflo­gen­heiten hält. Aller­dings eben kata­stro­phale Gepflo­gen­heiten, die die Produkte, also die Filme beschä­digen. An Gepflo­gen­heiten, die den deutschen Film grund­sätz­lich beschä­digen, weil sie Arbeits­be­din­gungen schaffen, unter denen keiner vernünftig arbeiten kann.“

Für die „Frankfurter Rundschau“ wirft die fingierte Realität Fragen über „zweifelhafte Qualitätsstandards“ auf: Inszenierungen seien in den dokumentarischen Formaten des deutschen Fernsehens alltäglich, auch Hybridformen seien zurzeit besonders populär: „In jedem Fall führt uns dieser Film ein Dilemma der gegenwärtigen Dokumentarfilmkultur vor Augen: Warum wünschen sich Fernsehredaktionen und Festivals Dokumentarfilme, die aussehen wie Spielfilme? Und warum ist ein Publikum so leicht bereit, diese Inszenierung für authentisch zu halten?“

„Die Entgrenzung des Dokumentarischen ist in der Branche schon länger Thema“, meint „Taz“-Kolumnist Steffen Grimberg, der auch Vorsitzender des Fördervereins des Grimme-Instituts ist: „,Hybrid‘ geht völlig in Ordnung, wenn man als Zuschauer oder Zuschauerin denn Bescheid weiß. Das war bei ,Lovemobil‘ nicht der Fall. […] Warum ist ein Sender wie der NDR, der den Film mitproduziert, abgenommen und ausgestrahlt hat, nicht eher und vor allem von allein darauf gekommen? Es könnte sein: weil der Film so gut ist. Davon kann sich bloß niemand mehr ein Bild machen. Denn der Film wurde umgehend aus der ARD-Mediathek gekippt und für Wiederholungen im Programm gesperrt. […] Formal ist das richtig, dieser enge Blick ignoriert aber den Sinn und Zweck von ,Love­mo­bile’, nämlich auf die beschissene Situation von Frauen an der Straße aufmerksam zu machen. […] Das erinnert an den Umgang des SWR mit seiner Doku über den Corona-Ausbruch in Wuhan. Weil der Film Material einer staatlichen chinesischen TV-Firma verwendetet, war er umstritten und wurde letzten Sommer am Tag der Ausstrahlung aus dem Programm gestrichen. Die Zuschauer*innen, um die es vorgeblich doch immer geht, bleiben auf der Strecke.“

Vielen ging es nach der Enthüllung von „STRG_F“ ähnlich, schreibt „Digitalfernsehen“: Man hatte die Doku nicht gesehen „und warf erst nach großem Medienecho und der hastigen Distanzierung des NDR erste Blicke auf die im Netz verbliebenen Schnipsel des Machwerks. Und nach wenigen Szenen war auch jedem halbwegs aufgeweckten Achtklässler aus der Youtube-Kommentarspalte bewusst, dass es sich bei dem Material nicht um authentische Aufnahmen handeln kann.“ Hinterher weiß es zwar jede*r besser, „bei der von Journalisten wie Jurys hochgejubelten Fake-Doku ,Lovemobil‘ kommt man jedoch nicht umhin, den Finger nochmals in die Wunde zu legen. Wie können Medienprofis einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt und die Jurys renommierter Film- und Kulturpreise auf eine so offensichtliche Fälschung hereinfallen? Ist cineastisch mühevoll inszenierte Scripted Reality etwa nur schwer von unverfälschten dokumentarischen Abbildungen der Realität zu unterscheiden? Die ernüchternde Antwort lautet: Eigentlich nicht. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass die Thematik und Umsetzung von Lehrenkrauss‘ voyeuristischem Kabinettstückchen einfach zu attraktiv waren, um genauer hinzusehen. […] Das filmische Sensatiönchen als konstruiertes Amalgam ist nunmal peppiger als jede Realität. […] Wenn die Nachfrage für derlei fiktionale Designprodukte bestehen bleibt, muss sich niemand mehr allzu unschuldig wundern, wenn die Akteure im entsprechenden Feld genau das liefern, was man eigentlich – natürlich niemals so ganz offiziell – von ihnen will: Unterhaltsame Phantasieprodukte mit einem Mindestmaß an Realitätsbezug.“

„Lovemobil“ sei „übrigens nicht der einzige hoch­de­ko­rierte Doku­men­tar­film, dem man den Vorwurf der ,geschönten‘ Geschichte machen kann“, schreibt etwa der Dokumentarfilmer und „Grimme-Preis“-Träger Dietmar Post in einem Gastbeitrag auf „Artechock“: „Was aus meiner Sicht als lang­jäh­riger Doku­men­tar­filmer aller­dings in all diesen Diskus­sionen völlig vernach­läs­sigt wird, ist der Umgang mit den Menschen, die wir in unseren Filmen zeigen. […] In der Ethno­logie und Anthro­po­logie spricht man seit langer Zeit über das Verhältnis von Unter­su­chenden und Unter­suchten oder eben von Gefilmten und Filmenden. […] Unter Filme­ma­chern sind diese Dinge immer wieder debat­tiert worden. Jetzt, ganz aktuell, reden Filme­ma­cher aller­dings übers Verkaufen und Vermarkten, tech­ni­sche Details, ,den besten Pitch’, welches Festival das wich­tigste ist, wie der Filme­ma­cher das wieder so ,schön‘ hinbe­kommen hat oder darüber, was für eine ,wahn­sinnig wichtige‘ Sache der Film von Soundso politisch vertritt. Ich rede vom Markt, von Propa­ganda und Werbung. Wir erklären die Menschen, die in unseren Filmen mitmachen zu einem reinen Produkt auf dem Markt eitler Filme­ma­cher. Das Ego des Künstlers wird in Form des roten Teppichs bauch­ge­pin­selt. Und die Menschen im Film? Eine ganz besondere Doku­men­tar­filme-Blase ist da entstanden, wo eine Sich-Gegen­seitig-Auf-Die-Schulter-Klopfen-Menta­lität verbreitet ist und niemand sich mehr traut, den Film der anderen zu kriti­sieren. Eine allge­meine Wohlfühl-Kultur, eine Null-Debatten-Kultur ist entstanden. Wir haben ,Menschen‘ zur ,Ware‘ gemacht.“

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