Die Kinos haben geschlossen. Einige Arthaus-Verleiher setzen darum auf den Stream – und wollen mit den Kinos teilen. Und in Berlin gibt es jetzt sogar eine Crowdfunding-Kampagne. | Foto © Yorck Kinogruppe

Draußen wird’s ernster, es herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Derweil regen sich auch schon Stimmen gegen den verordneten Stillstand. Mit weiteren Petitionen und Initiativen organisieren sich Teile der Branche. Wir danken Ihnen für Ihre Informationen, Ergänzungen und Korrekturen, Fragen und Kommentare. Und bitten um Verständnis, wenn wir nicht alle persönlich beantworten können. 

 

Die Welt kommt zum Stillstand. Die Corona-Krise bringt den Verkehr zum Erliegen. Wie weit, zeigt „Der Spiegel“ mit teils interaktiven Grafiken. 

Wegen des Corona-Virus wird die Wirtschaft weltweit heruntergefahren. Doch irgendwann ist das wieder vorbei. Und die Kolumnistin „Der Zeit“ überlegt: „Was aber müsste passieren, damit die Politiker nicht einfach versuchen, jenes Deutschland, das wir vor der Krise hatten, möglichst weitgehend wiederherzustellen? Was braucht das Land, um nicht nur die Corona-Krise, sondern auch andere Krisen zu meistern?“

Einige fordern schon den großen Lockdown, andere meinen, es müsse langsam gut sein mit den Einschränkungen – eine Wirtschaftskrise droht. Ein Bericht zur Talkrunde bei „Maischberger Die Woche“.  

Konsequent bis zum Schluss gibt sich der Vizegouverneur von Texas: Das Wichtigste sei, dass die Wirtschaft weiterläuft, sagt Dan Patrick. Dafür würde er sogar sein Leben geben.

Der US-Forscher Anthony Fauci hingegen sei „die Stimme der Vernunft im Chor der Unvernünftigen“, meint „Der Spiegel“.

Und in Italien verzweifeln Bürgermeister an der Vernunft.

 

Das Virus trifft vor allem Alte und Kranke, doch es verbreitet sich am stärksten in einer anderen Gruppe: Mehr als die Hälfte der Infizierten sind zwischen 35 und 59 Jahren alt. Das werde sich aber bald ändern, warnt eine Epidemiologin in der „Zeit“: „Bis also die zuletzt beschlossenen, strengeren Regeln zur Kontaktreduktion wirken, wird die Zahl der Infizierten und die Zahl der Toten wohl erst noch weiter steigen.“

Wie das Virus sich verbreitet, zeigt auch „Die Welt“ in aktuellen interaktiven Grafiken und Karten.

Doch Vorsicht! Beide Artikeln stellen die Zunahme der Infizierten in einer gestauchten Grafik dar: Der Abstand von 0 auf 10.000 ist in der „Welt“ etwas fünfmal, in der „Zeit“ etwa sechsmal so hoch wie der Abstand der nächsten 10.000. Das verzerrt die Darstellung – statt steil nach oben zu zeigen, entsteht der Eindruck, als würde die Kurve bereits flacher werden.

Besser zeigt es der „Deutschlandfunk“.

Auch das richtet die Krise an: Alte Verschwörungstheorien geistern in neuen Gewändern durchs Internet. Ein Lehrer macht sich Gedanken: „Vielleicht macht das Virus aber nun deutlich, dass die ,Laberfächer’ wie Philosophie oder Sozialwissenschaften mehr Raum brauchen. 

 

Viel wurde den kreativen Freischaffenden versprochen in den vergangenen Tagen. „Was Künstler bekommen, wenn sie nach der ,schnellen und unbürokratischen’ Unterstützung fragen? 20 Dokumente mit zusammen 60 Seiten“, berichtete gestern die „Süddeutsche Zeitung“. 

 

Rat und Hilfe: „Blickpunkt:Film“ beschreibt in Kürze die Hilfsprogramme der Bundesländer. 

Ein FAQ zu den Hilfsprogrammen bietet die Investitionsbank des Landes Brandenburg.  

Die Berliner Programmkinos bringen es auf 73 Leinwände, die zur Zeit nicht bespielt werden können. Mieten und Gehälter sind aber Fixkosten, Rücklagen sind praktisch nicht vorhanden. Der gemeinnützige Verein der Freunde des Kino Toni e.V. hat jetzt auf Startnext.com eine Crowdfunding-Kampagne aufgestellt, stellvertretend für die Berliner Programmkinos, 33 an der Zahl. Mit der Kampagne möchte man Spenden sammeln, die das Fortbestehen der Häuser zumindest zum Teil sichern könnten – und auf die Wichtigkeit filmkultureller Arbeit hinweisen.
Die Spenden werden auf die Leinwände verteilt, ein Haus mit mehreren Sälen bekommt anteilig mehr. Ziel ist, für jede Leinwand 10.000 Euro auszuschütten. Dabei will man flexibel bleiben, denn jeder Euro zähle.

Der Bundesverband Schauspiel (BFFS) geht mit seinem Podcast „Schauspielhelden“ in eine neue Staffel. Am Montag erscheint die erste Folge, weiter geht’s jeden ersten Montag im Monat. Zum Staffelstart beantwortet der BFFS-Justiziar Bernhard F. Störkmann drängende Fragen zum Thema Corona-Virus und seine Auswirkungen auf die Schauspielszene.

Die Filmakademie Baden-Württemberg macht Fernunterricht, damit das Semester nicht völlig ausfällt. Über die Plattform Zoom.us wird als erster Online-Kurs „Kamera 1“ bei Frank Barbian angeboten. Andere Kursangebote werden schnell folgen, verspricht die Filmhochschule. Die sonst üblichen praktischen Dreharbeiten müssen ausfallen oder werden durch Übungen ersetzt.

 

Mit Sondersendungen begleitet der Indiefilmtalk durch die Krise und gibt dafür auch seinen üblichen Zwei-Wochen-Rhythmus auf. Die neue Sendung erschien bereits vorgestern: „Kooperation und Austausch – Filmfestivals in der aktuellen Krise“. Gesprächspartner sind Ludwig Sporrer von der AG Filmfestival und Oliver Langewitz, Leiter der „Independent Days“ in Karlsruhe.
Bei der Gelegenheit weißt der Podcast auch auf seine aktuelle Crowdfunding-Kampagne hin.

Die Komparsen haben am Dienstag ebenfalls eine Petition gestartet. „Nach momentanem Stand bleibt den Existenzbedrohten nur die Beantragung der Grundsicherung“, heißt es da. Die Initiatoren wollen erreichen, dass auch alle unständig Beschäftigten einen Anspruch auf eine der Sofortmaßnahmen haben, welche für andere in der Branche, die in der KSK sind oder Soloselbstständig, möglich sind.

 

In eigener Sache: Das Virus hat auch uns fest im Griff. Seit zwei Wochen stellen wir tagtäglich Nachrichten und Tipps in unserer „CORONA Brancheninfo“ zusammen. Da bleibt die Arbeit am Magazin zwangsläufig auf der Strecke.  Die heutige Nummer 471 von „cinearte“ erscheint deshalb nur als Notausgabe. Vorerst – dann soll ein Sonderheft draus werden. Mehr dazu dort.

Wir verabschieden uns bis morgen. Bleiben Sie gesund.

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