Jippieh! Wir dürfen bald wieder raus. Aber nur ganz vorsichtig. Irgendwie. | Foto © Leo Dorian Stiebeling

Geld oder Leben? Bund und Länder haben heute beraten: Die Einschränkungen sollen gelockert werden. Aber ganz vorsichtig.  Unterdessen zeigt sich, wie mit Zahlen und Fakten aus den unterschiedlichsten Gründen gespielt wird. Wir bitten darum um Nachsicht, wenn der allgemeine Presseüberblick heute etwas umfangreicher ausfällt.

 

Die Brancheninfos erscheinen gleichzeitig auch auf unserem Blog out-takes zum Nachlesen.

Die Kurzumfrage zur Situation der befristet Angestellten in der Filmbranche ist überarbeitet, die Stolpersteine hoffentlich alle aus dem Weg geräumt. Wir drängen nochmals auf rege Teilnahme. Nur so wird es belastbare Daten geben, ob oder in wieweit die Hilfsprogramm die Filmschaffenden überhaupt erreichen. 

Gleiches gilt für die Petition zum ALG1.

 

Schulen und manche Geschäfte sollen wieder öffnen, Maskentragen wird empfohlen – und Großveranstaltungen bleiben noch auf Monate untersagt: So planen Bund und Länder den Weg aus dem Lockdown.

Schnelle Daten, pünktlich geliefert: Wie ein Wissenschaftler zum Kronzeugen für einen raschen Exit wurde. Eine Rekonstruktion der Wissenschaftsjournalisten Christian Schwägerl und Joachim Budde.

An der Präsentation der „Heinsberg-Studie“ war auch die PR-Agentur Storymachine beteiligt. Das wirft Fragen auf, auch für die ARD-„Sportschau“.

 

Um die Folgen und Maßnahmen einer Corona-Pandemie ging es bei „Event 201“ im Oktober 2019. Die „hochrangige Pandemie-Übung“ sollte klären, welche Maßnahmen nötig wären, um tiefgreifende wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden zu vermindern. Gastgeber waren die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (eine Non-Profit-Organisation der Johns Hopkins University), das Weltwirtschaftsforum und die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung.
Das Video zur Übung ist seit Anfang November 2011 auf Youtube zu sehen. Das Internet-Magazin „Rubikon“ führt es trotzdem zur Mutmaßung, „ob die derzeitigen Vorgänge nicht von langer Hand geplant waren.“
Das Szenario einer Pandemie war übrigens schon 1995 minutiös im Film dargestellt worden.

In der Woche vor Ostern veröffentlichten Kommunikationswissenschaftler*innen ein Arbeitspapier über Alternativmedien und „Pandemischen Populismus“. Die Auseinandersetzung lohnt sich, meint das Leibniz-Institut für Medienforschung/Hans-Bredow-Institut.

„Corona-Falschmeldungen erreichen ein Millionenpublikum“, schreibt die Süddeutsche Zeitung“: In vielen Fällen verbreiteten auch Prominente und Politiker*innen zweifelhafte Nachrichten weiter.

 

Deutschland sei auf eine mögliche Epidemie nicht ausreichend vorbereitet, hatte der Virologe Alexander S. Kekulé wiederholt gewarnt. Schon 2009 schrieb er in einem Artikel, was wir aus der Schweinegrippe lernen können.

Warum Deutschlands Lockdown falsch ist – und Schweden vieles besser macht, erklärt der Wirtschaftsprofessor Stefan Homburg in der „Welt“.

Schweden wird zurzeit oft als Gegenmodell für die rigorosen Einschränkungen anderer Länder angeführt. Vergessen wird: Vor elf Jahren war es umgekehrt. Da startete das Land als eines der ersten die Massenimpfung gegen die Schweinegrippe. Die Folge: Entschädigungszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe.

 

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet aufgrund der Corona-Krise mit der schwersten globalen Rezession seit fast 100 Jahren. Auch „Der Spiegel“ macht sich Sorgen.

Das Virus Corona hält die Welt im Griff? Nein. Die Antwort auf das Virus hält die Welt im Griff. Muss das so sein? Schon diese Frage macht einen verdächtig. Was politisch entschieden wird, muss so sein. Eine Widerrede von Arno Luik.

Die Heidelberger Rechtsanwältin, die zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen aufgerufen hatte, erschien heute zur Anhörung bei der Polizei. Rund 250 Unterstützer waren trotz Versammlungsverbot ebenfalls vor Ort.

 

Irgendwann soll es wieder losgehen, aber natürlich möglichst sicher. Dabei beschreiten manche Produktionen überraschende Wege, meldet die Schauspielagentur 60plus auf ihrer Website: Sie erhalte (wie wir übrigens auch) Berichte, „dass Rollen für ältere Schauspieler*innen nun aus den geschriebenen und geplanten Drehbüchern gestrichen werden sollen. Auch gibt es Absagen für schon besetzte ältere Schauspieler*innen mit der Begründung, dass man aktuell nur noch jüngere Schauspieler*innen besetzen wolle, da die älteren Kolleg*innen über 60 Jahre in die Corona-Risikogruppe fallen.“
Das sei wohlgemeint, treffe aber auch (und zum Teil mehr noch) auf andere Gruppen zu, argumentiert die Agentur. Es sei „diskriminierend, grundsätzlich nun alle Schauspieler*innen über 60 Jahre als Risikogruppe zu bezeichnen, sie in eine Opferrolle zu schieben und ihnen jegliche Selbstbestimmung abzusprechen. […] Lassen Sie die Schauspieler*innen bitte selbstbestimmt entscheiden.“ Schließlich gehöre in Deutschland „mehr als jede vierte Person zur Generation 60 plus. Dies sollte sich auch vor der Kamera und auf der Theaterbühne widerspiegeln.“

 

Die ARD hat angekündigt, ihre Unterstützungsangebote für die deutsche Kreativ- und Produzentenlandschaft während der Corona-Krise ausbauen zu wollen. So sollen etwa die Produzenten mit konkreten Liquiditätshilfen unterstützt werden.

„Die Corona-Krise bedroht den Europäischen Film“: „Cineuropa“ gibt einen Überblick verschobener Veranstaltungen, die Maßnahmen der einzelnen Staaten und die neuen VoD-Initiativen im Angesicht der Pandemie [auf Englisch, Französisch, Spanisch oder Italienisch].

Ein Corona-FAQ für Solo-Selbständige bietet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) in ihrem „Corona-Infopool“.

Wenn nur noch gestreamt werden kann, wächst die Sehnsucht nach dem Kino als Erlebnis, glaubt „Der Freitag“.

Abschalten durch Einschalten: In der Corona-Krise findet das Fernsehen zu sich selbst, meint „Der Tagesspiegel“. 

Wie auch andere Kulturevents fallen in den kommenden Wochen prominente Filmveranstaltungen aus. Die „Lola“ gibt’s per Videoschalte, Kinobetreiber schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

 

Brauchen wir ein Grundeinkommen in der Krise? Oder macht es uns faul? Tonia Merz, Initiatorin einer Petition, diskutiert am morgigen Donnerstag ab 18:30 Uhr im Livetalk.

Online-Kino: Zentralschweizer Filmschaffende bieten im April ihre Werke gratis zum Streamen an.

 

Kreativ in der Krise: „Die Stimmung hellt auf“, hatten wir gestern begonnen. „Passend zum Thema habe ich die letzten Tage folgendes Video gedreht und geschnitten“, schreibt uns Leo Dorian Stiebeling, Bildgestalter und Colorist: „Nachdem alle Werbe-Jobs bis Mai abgesagt wurden, habe ich die Chance genutzt und mich mal wieder einem Passion-Project angenommen.“

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