Das Berufungsgericht in Washington entschied am gestrigen Tag gegen einen Berufungsantrag von Wesley Snipes. Zum Hintergrund: Der Action-Star wurde im Jahr 2008 wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt, die er nunmehr seit Dezember vorigen Jahres absitzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in den Jahren 1999 bis 2004 ein viel zu geringes Einkommen angegeben zu haben. Snipes hingegen weist die Betrugsvorwürfe zurück und erwidert, dass er damals einfach falsch beraten worden sei. Schauspieler und unseriöse Beratung? Gibt es Erfahrungswerte?

3 Kommentare
  1. chbeyerhaus sagte:

    Spenden zur Refinanzierung von Anlagebetrügereien bei Schauspielern…

    Nun, wenn ich der Rheinischen Post entnehme, dass sein Haus in Grünwald auch mit 450.000 € belastet ist und die Immobilien in den 90er Jahren gekauft wurden, dann frage ich mich, warum hat er das Haus noch belastet, 20 Jahre weiter Schulden angehäuft. Er war in den letzten Jahren ja kein schlecht gebuchter Schauspieler. Man kann auch als Schauspieler irgendwann seinen gesunden Menschenverstand einschalten und muss nicht 20 Jahre den Kopf in den Sand stecken. Ich finde die Spendenaktion nachvollziehbar, aus seiner Sicht aber eigentlich sehr, sehr albern. Wer finanziert denn dann die anderen Mitbürger, die in die private Insolvenz geraten sind? Wäre man da auch so großzügig oder sagt man da nicht selber schuld?

  2. moviemind sagte:

    Man sollte schon zuerst nach den Ursachen fragen, die zur Überschuldung des Künstlers geführt haben. Ein Steuerabschreibungsmnodell wird üblicherweise von Personen genutzt, die den gesetzlichen Rahmen ausschöpfen, um ihren eigenen Wohlstand zu mehren. Dies ist nach meiner Meinung auch völlig legitim. Als ehemaliger Finanzberater (im Auftrag namhafter Banken) sind mir zahlreiche Anlageprodukte bekannt geworden, die eben genau dazu dienten.
    Auch bei Steuerspar-Modellen gilt es jedoch immer das Dreiecks-Verhältnis von Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit des investierten Geldes zu beachten. Wobei die Gewichtung eines dieser Aspekte immer zu Lasten der beiden anderen Aspekte erkauft wird. Die in solchen Modellen individuell errechnete Steuererparnis trägt zu einer rechnerisch höheren Rendite der Geldanlage bei.
    Wer schließlich auf die höchstmögliche Rendite schielt ( und damit zwangsläufig ein höheres Verlustrisiko billigend in Kauf nimmt ), sollte auch die Konsequenzen tragen, wenn es daneben geht.
    Im umgekehrten Falle, bei erfolgreicher Geldanlage, hätte der Künstler wohl kaum den erzielten Gewinn altruistisch unteres Volk verteilt, von dem nun anstrengungslos Spenden erbeten werden?
    An dieser Stelle sei kurz auf Gunter Gabriel verweisen, der in ähnlicher Situation war und (mit entgeltlichen privaten Wohnzimmerkonzerten) zumindest ein besonderes Angebot erdacht hat, um seine Suppe auszulöffeln.

    Rückblickend wäre es für den Investor billiger gewesen, einfach seine entstandenen Steuern zu begleichen, die schließlich das Staatswesen finanzieren, von dem auch regelmäßig Kultur-Subventionen erwartet werden.

  3. Rüdiger Schaar sagte:

    Beispiele konnten der heutigen Sendung „Menschen bei Maischberger“ entnommen werden, in der Wolfgang Lippert und Horst Janson u.a. von gescheiterten Erfahrungen mit so genannten Ost-Immobilien (Steuerabschreibungsmodelle) berichteten. „Bei uns ist endgültig Schicht im Schacht. Uns steht das Wasser nicht mehr nur bis zum Hals, sondern fast bis zur Nase!“, so die Frau des Schauspielers Janson im Interview in der „Bunten“. Nunmehr rief der Anwalt von Janson zu Spenden für seinen Mandanten auf – Verwendungszweck: Sympathie für Horst Janson (www.horstjanson.de). Potential scheint vorhanden zu sein. So ist der Internetseite von Horst Janson weiter zu entnehmen, dass er lt. GFK einen Bekanntheitsgrad von 84,6 % aufweisen kann und 70,7 % aller Befragten ihn sympathisch bzw. sehr sympathisch fänden. Die anwesende Finanzexpertin und Verbraucherschützerin merkte an, dass sie die Spenden aber bei der Steuer als Einnahmen angeben würde, da das Finanzamt ihn jetzt auf dem Kieker hätte. Ein nicht ganz unberechtigter Hinweis. So hat er neben den Immobilienschulden nach eigenen Angaben auch Probleme mit Schenkungen von Freunden. „Das Finanzamt glaubte uns die Schenkungen nicht und verdonnerte uns zu einer Steuernachzahlung von 25.000 Euro“, so der Schauspieler in der „Bunten“.

    Spenden zur Refinanzierung von Anlagebetrügereien bei Schauspielern? Freue mich über Meinungen!

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